Montag den 25. Oktober Er m «SFsrs» i H )t909 — Nr. (62 J' 4 ÄÄ & Rheinlandstöchter. Roman von Clara Biebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Unten, vom anderen Ende der langen Tafel, kam eine Stimme her, die Stimme des Hauptmann Xylander. „Bon wem rederi die Herren so eifrig, wenn ich fragen darf? Irre ich nicht, von Fräulein Dallmer?" „Ja, jawohl — schneidige junge Dame, wenn auch ein bißchen —" Der eine schnupperte vielsagend in der Luft, die anderen lachten. „Ich muß doch sehr bitten!" Die lange Gestalt des Hauptmanns reckte sich; er war aufgestanden und stemmte die Hand auf den Disch, seine Augen funkelten hinter den Gläsern -des Kneifers, als wollten sie die Gesellschaft durchbohren. „Ich habe schon eine Weile zugehört. Herr von Röntheim, ich glaube Sie bereits einmal gebeten zu haben, unzeitige Scherze über genannte junge Dame zu unterlassen. Was ift's mit Fräulein Dallmer?" Allgemeines Stimmengewirr die Antwort, dazwischen die krähenden Tone des kleinen Röntheim: „Nächtlicher Besuch bei Hauptmann von Ramer — Ansprüche geltend gemacht *— große Szene et cetera." „Das ist nicht wahr!" Tylauder stieß die Faust auf den Tisch, daß die Gläser klirrten. ,Dho —" Leutnant von Mutheims lachendes Gcmun- gesicht zog sich in ernste Falten — „Herr Hauptmann, wie können Sie sich erlauben, mir das ins Gesicht zu sagen?! Mit welchem Recht?" „Mit dem Recht der Wahrheit. Es gibt «Situationen, die Sie mit Ihrer Moral ebensowenig begreifen können, wie die meisten der Herren hier. Ein Mädchen kann einen Schritt übers Hergebrachte tun und doch so rein sein wie t— wie —" Er suchte nach einem Vergleich. „Quak, quak," qings unter dem Tisch. „Still, Strehlenheimb. Mund halten!" „Da höre einer den Hauptmann! Donnerwetter, i|t der stramm!" „Er hat einen sitzen und sucht Krakehl!" Xylauder war sehr beliebt, aber heut hatte er aus- uahmsweis wenige auf seiner Seite. Was fiel ihm ein, Röntheim zur Rede zu stellen? Der hatte mm mal die lose Schnauze, das war fein Privilegium und höchst amüsant; das hatte der andere doch zu respektieren. „Seien Sie ruhig, Hauptmann, machen Sie doch der Dallmer wegen keine unbehagliche Stimmung! Was geht Sie.'s denn an?" „Biel, sehr viel! Fräulein Dallmer ist die Freundin meines Hauses, sajudre" — ein Seitenblick streifte den Leutnant von Osten, der ganz in seine Brotkneterei versunken schien, — „sollten das ebenfalls berücksichtigen! Wer in meinem Hause intim verkehrt, dessen Ehre ist auch die meine; ich bin durch einen Angriff derselben ebenfalls beleidigt Zweitens finde ich es unwürdig, keinen stärkeren Ausdruck zu gebrauchen, ein wehrloses Mädchen mit Schmutz zu bewerfen, ihr sozusagen die Ehre abzuschneiden. Pfui!" Xylaiider hatte ruhig begonnen, mit jedem Satz wav seine Stimme gewachsen, das „Pfui" donnerte er nur so über den Tisch. Unwillig stieß er seinen Stuhl zurück und ging mit starken Schritten auf Röntheim zu. Er pflanzte sich ihm gegenüber. Der andere war gleichfalls aufgesprungen. Zwischen beiden war nur der Disch mit dem verzogenen Tafeltuch-, dem verkrümelten Brot, den Weinflecken. Eine beklommene Pause. Man räusperte sich verlegen, man wechselte Blicke und zuckte die Achseln. Die beiden starrten sich an. Endlich: . „Ich ersuche Sie, Herr von Röntheim, -die Beleidigungen gegen Fräulein Dallmer zurückzimehmen. Und zwar hiev — sofort!" „Fällt mir gar nicht eilt!" Des Leutnants verschwiemelte Angett verloren den wässrigen Blick. „Auf diesen Ton hin schon ganz und gar nicht. Uebrigens" — eme spöttische Verbeilgung — „Sie echauffieren sich unnutz, Sache verhält sich so. Auf Ehrenwort!" „Da hören Sie's Hauptmann, sehen Sie!" „Nun still, um Gottes willen, machen Sie doch keinen Krakehl!" , ' , ' Mail drängte heran, man redete in Xylaiider hinein, man klopfte ihm ans die Schulter. Die Zivilisten hielten sich im Hintergrund — was verstanden die von Offiziers'- djtc?! „Ruhig, Hauptmann, verderben Sie den Spaß nicht!" „Bei Leibe nicht," schrie der dicke Aus der Hoh ängstlich, „bei Leibe nicht. Werde ihnen eine Geschichte erzählen; Es war einmal ein Mann, der Ivar so stark"--- — , Osten tuschelte Röntheim in die Ohren, dieser ließ sich widerwillig auf den Stuhl ziehen. „Ehrenwort — Ehrenwort" — lute Hohngelachter klang s vor Xhlanders Ohren. Durch einen Nebel sah er Nelda's Gestalt auftauchen; sie sah ihn an mit bittenden, tranenvollen Augen, sie rang die Hände. Infamie, Lugen! lin- sanft machte er sich von den Umstehenden frei, mit einer gewaltsamen Anstrengung ruhig zu bleiben. „Fraulein Dallmers Ehre ist rein wie der Schnee, der srisch vom Himmel gefallen ist. Ich gebe dafür ebenfalls mein Ehren- wort Wählen die Herren, welchem Ehrenwort sie mehr Glauben schenkeil wollen. Empfehle mich, ich bm nicht gewillt an einem Tisch mit jemandem zu sitzen, der fettt Ehrenwort für Lügen verpfändet. Adieu!" Lügen---! Totenstille, kein Mensch rührte sich. Der kleine Mul^ heim war kreidebleich geworden, er schüttelte Osten von sich ab, mit wenigen geschmeidigen Sätzen hatte er den Davoneilenden erreicht; er vertrat ihm den Weg. „Sie werden das zurücknehmen, Hauptmann Xylander! 666 — Er stieß die Worte Mischen znsaininengebissenen Zähnen hervor. „Nehmen Sie das zurück!" „Fällt mir nicht ein, auf diesen Ton schon ganz! Und gar nicht!" „Sie — Sie sind —" „Noch lange nicht so betrunken tote Sie. Adieu!" Mit einem kalten Lächeln hatte der Aeltere sich verneigt, die Tür fiel hinter ihm ins Schloß. Wütend wollte der Jüngere nach, fünf, sechs Arme umschlangen ihn, man ließ ihn nicht los, man zerrte ihn in den Saal zurück. „Röntheim, Ruhe! Er hat stark getrunken, Sie haben stark getrunken, morgen macht sich das alles. Jetzt nur uicht nach, um Himmelswillen!" „Ich fordre ihn — fordre ihn," keuchte der Kleine. „Schieß ihn nieder — lassen Sie mich — los!" Er schlug um sich, sein sonst ewig lachendes Gesicht war verzerrt. „Meine Ehre — Lügen — Lügen — meine Ehre!" Er Weinte fast vor Wut und strampelte nnt Händen und Füßen Wie ein ungebärdiger Junge. Das war ernst; die andren machten große Augen und setzten eine feierliche Miene auf. „Ja, Sie Werden Wohl nicht umhin können; das ging über die Hutschnur" meinte einer. Der junge Strehlenheimb drängte sich heran. „Röntheim, Wenn Sie einen Sekundanten brauchen —" „Viel zu jung", schnob ihn ein Premier an. Wie schade ! Strehlenheimb Wäre für sein Leben gern dabei gewesen; Was Würden da die Cousinen Müumi, Lilli und Titti für Linen Respekt bekommen! Das War ein Ereignis. Osten War die Sache höchst unbehaglich; er Wußte selbst, nicht Wieso, aber er fühlte sich etwas getroffen, jener Blick von Xylander hatte ihm gegolten — verteufelt unangenehm! Er blickte um sich — die Physiognomie des Saales so gänzlich verändert — der abgegess'nx Tisch, die zusammen- geknüllten Servietten am Boden, verschobene Stühle, Speisengeruch, Zigarrendampf — der Weindunst verflog ihm, er fühlte sich schwer inr Magen, gottsjämmerlich, im Kopf. Es flog etwas Zerrissenes, Zerfetztes durch die Luft !—, die letzten Stücke einer Mädchenehre. Auch eine Ehre, so gut Wie die des Mannes, nur zarter, spinnwebfeiner! Ae, zum Teufel, was würde Agnes sagen?! „Osten", — er fühlte Röntheims Hand auf feinem Arm und schrak fast zusammen — „Osten, morgen — nein, abend noch Ehrengericht anzeigen — fordre ihn in meinem Namen 7— den — den —" Der Wütende schnappte nach Luft. Allgemeiner Tumult, Ratschläge jeglicher Art, man drängte sich um den Löwen! des Tages; nur Kalbshorn schlich zur Tür hinaus. In der Garderobe War niemand mehr. Er lief Hurter Xylander drein. An der Schiffbrücke erreichte er ihn. Es war dunkel, der Schnee fiel dicht und legte sich Wie ein Pelz auf Schultern rrnd Mützen der Offiziere. „Xylander," sagte Kalbshorn und stimmte den Ton auf das gedämpft Düstre unheilvoller Prophezeiungen. „Sie Werden sich schlagen müssen, es ,kommt zum Duell; darf ich mich ihnen anbieten?" Er fühlte sich vollständig als aufopfernder Freund rurd Vertrauter. „Rechnen Sie auf mich, ganz der Ihre!" . „Wie — Was meinen Sie?" Lylander war in tiefen Gedanken gegangen, jetzt fuhr er auf. Der Arme! Mitleidig sah ihn Kalbshorn von der Seite an !—sobald zu scheiden von der schönen freundlichen Gewohnheit des Daseins und Wirkens! Er drückte ihm die Hand. „Du hast als Held getan! Der Mut ist's der den Ritter ehret, du hast den kühnen Geist bewähret! Verehrter Freund, gestatten Sie, daß ich Ihnen meine BeWnn- derung ausspreche; sie haben sich in einer Weife benommen r- alle Achtung! Verfügen Sie ganz über mich. Sollten Sie Bestimmungen im Fall Ihres Todes treffen wollen, seien sie versichert" — er drückte ihm wieder die Hand. „Ihre Familie findet an mir einen treuen Berater, Ihre Kinder, Ihre Frau Gemahlin!" Das war's! Xhlauder zuckte zusammen — Was Würde Elisabeth sagen?! Kein Gedanke War zu ihr geflogen. Er stöhnte und scheuchte mit der Hand durch die Luft, als! wolle er ein Bild verjagen, das immer und immer wieder sich vor ihn drängte — da stand es im Schnee der Brücke „Es ist hart" — er legte die Hand auf den. Arm des neben ihm Schreitenden — „kein Blut Wird die Flecken vom Namen jenes armen Mädchens wegwaschen. Schmach über eine .Welt, in der die Ehre schutzlos jedem Hauch des Verleumders preisgegeben ist!" Er schluckte ein paarmal, als ob er etwas Widriges hinunter würge. „Schweigen wir lieber davon! Wir leben ja bloß in Einbildungen; bilden wir uns ein, es sei so in der Ordnung. Nur daß kein Blut, weder seins noch meins, den Makel von ihr nimmt, das ist furchtbar!" Er drückte die Äugen für einen Moment zu, ein schmerzlicher Ausdruck glitt über sein Gesicht. „Ja, im Gegenteil" — Kalbshorn zog die Brauen in die^Höh' — „man Wirb noch sagen. Sie hätten ein ganz! besondres Interesse für Fräulein Dallmer." „Ich — ?!" Glühend schoß es Lylander über die Stirn; die Schneeflocken stachen ihn Wie spitzige Nadeln. „Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, jedoch der Schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn! Paßt wirklich ausgezeichnet hierher. Wahn! — Wahn! — Sie sollen sehen, lieber Freund, ja, ja, man wird schon so sagen! Aber hören Sie, Lylander, sind Sie wirklich ganz von Fräulein DallmerA Unschuld überzeugt, oder tun Sie nur so?" „Meine Hand lege ich dafür ins Feuer. Würde ich mich sonst schießen? "Meine Ehre ist beleidigt in der angegriffenen Ehre einer reinen Seele. Und nun guten Abend! Haben Sie die Güte, mit den Herren das Weitere zu besprechen; ich danke Ihnen im voraus." „Morgen mit dem Frühesten bin ich bei Ihnen!" Kalbs- horn War Feuer und Flamme, er sprudelte vor Eifer. „Ganz zeitig, ja ja, ganz zeitig — rechnen Sie auf mich, werde alles in Gang bringen — unentwegt der Ihre, der Ihre!" (Fortsetzung folgt.) han§ Thoma. (Original-Artikel der Gießener Familienblätter.) II. Will man Thoma's Eigenart als Maler kennen lernen, die in all' seinen Werken mehr oder weniger stark ausgeprägt ist, so genügt schließlich das Versenken in wenige gute Bilder, will man aber die umfassende Gestaltungsgabe, die reiche Phantasie des Künstlers und seine verschiedensten Ausdrucksmöglichkeiten kennen lernen, so kann man nicht genug von ihm sehen. Alle scinla Sachen kann man wohl nicht erschauen, der Verbleib von manchen ist unbekannt, weitaus die meisten sind in Privatbesitz, darunter! einige als Wandgemälde. Aber in den letzten Jahrzehnten gab es doch mannigfache Gelegenheit, den Kindern seiner Kunst näher zu treten. Seit einer Reihe von Jahren ist er wohl auf fast allen großen Ausstellungen vertreten, und seine Werke haben ihren Einzug in, die Museen und Galerien genommen. Auch durch Die überall stattsindcnden häufigen Sondernusstellungen ist das Verständnis für ihn in immer weitere Kreise gedrungen. Anfang Oktober wurde eine solche Ausstellung in Frankfurt geschlossen und eine vielleicht noch umfassendere in Karlsruhe eröffnet. Außerdem lvurde daselbst die neue Thonragalcrie der Oeffentlichkeit übergeben. Etwa 1OOO Bilder sind von ihm bekannt. Damit soll natürlich nicht die Bedeutung des Künstlers bemefsenl werden; wohl aber bekommt man durch diese Zahl einen schwachen Begriff Volt seiner erstaunlichen Produktivität, wenn mau die Gewissen Hastigkeit und Gründlichkeit seiner Arbeit kennt. Thoma ist eine starke Künstlernatur mit ausgeprägter Eigenart und unermüdlich drängt es ihn, seiner Kunst zu dienen, zur eigenens Befriedigung zunächst, dann auch zur Freude seiner Mitmenschen und Nachwelt. Tie Zeitgenossen haben ihn ziemlich spät „entdeckt", aber die Nachkommen werden ihn zu würdigen wissen. Tenn Thoma's Werke sind keine Blender, die für den Augenblick berauschen, aber nach kurzer Zeit dem Gedächtnisse wieder ent» schwinden; sie sind tiefinnerlich erlebt, geben ein klares Spiegelbild, einen bleibenden Niederschlag seiner Phantasie, seiner Seele. Wir wissen; daß er im südlichen Schwarzwald, dessen große landschaftliche Reize wohl vielen bekannt sind, seine Kindheit Und 'zum großen Teil seine Jünglingsjahre verlebt hat. Er' lvurde durch'nichts abge'leNkt, deshalb prägten sich die in der Jugendzeit empfangenen Eindrücke bei seiner starken künstlerischen Beranlaj-- gung tief in sein Formengedächtnis ein. Er liebte seine Angch hörigen, namentlich 'seine Mutter, wie sie ihn mit Liebe umfingen, liebte die lang auseinaudergezogenell Schwarzwalddörferj in den großen Talmulden mitsamt dem! Vieh! und Menschen, die schönen Tannen, die Blumen, Bäche, die Wellenlinien der Hügelketten mit dein blauen oder bewölkten Himmel darüber. In seinem Geiste formte sich "das Geschaute zu Bildern, er süchts sie wicderzugeben, zuerst stammelnd und unbeholfen, dann Nach Ausbildung im Zeichnen und in der Technik formvollendeter. — Bei meinen Streifzügen in der Gegend seiner Heimat bin rch auf manches Jngeiidwerk von ihm gestoßen und roar, erstaunt über das Können des Anfängers, über den Ernst und die Wahrheitsliebe, die aus den Bildnissen sprechen. Thomä liebt ms Mtur als Ganzes und in allen ihren Einzelheiten u'nd er vev- slcht sie. Wie er sie sieht ttnid auf sich wirken läßt, gibt er sie wieder. Seine Landschaften sind fast immer belebt, je nach- den Umständen Mit Ziegen, Schafen, Kuhherden, Pferden, Menschen, schassend, ruhend, wandernd. Gar ost hat er länge sinnend uui) träumend die Schönheiten der Natilr betrachtet und in sich anf- gesogen. Davon ist ein gut Teil in seine besten Bilder übers- gega»gen, so daß auch wir sinnend davor stehen bleiben und uns schwer wieder losreisten können. Der empfangene Eindruck ist bleibend. Ich will nur an ein Bild erinnern, wo man durch ein offenes „Feilster in eine sonnige Parklandschast blickt mit grünen Grasplätzen, blühendem Gebüsch, einem Schloß inmitten von Baumgruppen und dem lichtblauen Himmel darüber. Auf dem Fensterbrett stehen Töpfe mit Vergißmeinnicht und Goldlack, da- zwischen liegt ein aufgeschlagenes Buch. Wir meinen, es müsse jemand dasitzen, dec eben das Buch fortgelegt hat und nun träumend in die Landschaft sieht. Oder: Rheinlandschaft bei Säckingen rn abendlicher Stimmung. Die bläulichen Berge in der Ferne heben sich kaum noch vom Himmel ab. An zwei Stellen blitzt ans der Landschaft der Spiegel des Flusses durch-, in der Mitte steht ein Bauernhaus, von Baumgruppen umgeben und vorne links am Gartenzanni plaudern unter dem blühenden Hollunder tzw-ci junge Leute. Eine köstliche abendliche Ruhe und Harmonie spricht aus dem Bilde. Oder wir schauen mit den Hühnern, die den Hals recken, dem Schulbuben- zu, den abseits vom Hause unter einem Busch sitzt und, vom Kätzchen umschmeichelt, seine Aufgaben auf der Tafel ausarbeitet. Wir schauen den raufenden Knaben zu, oder den auf blumiger Wiese Reigen tanzenden Kindern, dem im Garten Geige spielenden Knaben mit der schnurrenden Kätze zur Seite, oder der Mutter mit dem schlafenden Kind im Arm unter dem blühenden Flieder, dem Mädchen, das, auf dem Hofe sitzend-, die es umgackernden Hühner füttert. Wir freuen uns herzlich an dem Kindlein, das, nur mit dem Hemdchen angetan, auf einem Kissen sitzend und von dec größeren Schwester bewacht, mit ver- w'nnderten Augen auf die Küchlein und Hühner rings herum schaut und von letzteren angestaunt wird. Gespannt lauschen wic mit dem Knaben in Hemdsärmeln den Geschichten, die Großmutter, in der Dämmerstunde int Garten sitzend, ihm aus deut großen Buch-e auf ihrem Schoß vorliest. Und wir schauen mit dem .Wanderer, der im Vordergründe auf der beschatteten Höhe liegt, in die weite sonnige Gebirgsländschjaft, die sich- im Hinter- grnnds auftut. Stundenlang können wir dem zuschauen, was Thoma uns in seinen Bildern schildert. Abwechslungsreich ist der behandelte Stoff trotz vielfacher Wiederholungen. Scharfe Beobachtungsgabe, die große Liebe zur Natur und das Verstehen derselben kommen in all seinen Werken zum Ausdruck, sowie seltene Harmonie; alles Schreierische, Aufdringliche, Effektvolle ist ihm verhaßt. । Bei seinem innigen Naturempfinden ist es eigentlich selbst- v-erständlich, daß er seine Landschaften fast nur mit Landlenten belebt und sein feines Kunstempfinden läßt ihn nie gegen eine, vorzügliche Raumverteilung verstoßen. Dazu gesellt sich- Gr-oß- zügigkeit in der Auffassung- und Wiedergabe trotz seiner Gewissenhastigkeit in der Arbeit. Im Kolorit ist er Meist zurückhaltend. Wenn man Thoma einen Heimatkünstlec nennt, so kann dies nur im besten Sinne des Wortes gelten, niemals aber als Einschränkung seiner vielseitigen Kunstschöpsungen. Er liebt die Natnr und schildert ihre Schönheiten da, wo er sich gerade befindet. Ob es in Italien ist oder irgendwo in Deutschland, am Rhein, Main, an der Nidda, im Taunus, im Vogelsberg, oder im Schwarzwald-, das ist ihm gleich'. Daß er sein schönes Heimatland so vielfältig schildert, ist natürlich, er kennt es am besten und hat es lieb, M er seine Jugend und auch , einen großen Teil seines späteren Lebens, oft wohl notgedrungen, dort verbracht hat. Die Liebe zur Heimat hat- er bis ans den heutigen Tag bewahrt, dafür haben die Bernaner ihn- jetzt auch zu ihrem 'Ehrenbürger ernannt. Thoma ist mit bedeutenden' Künstlern in Berührung gekommen lind hat teilweise Freundschaft mit ihnen geschlossen fürs Leben. Viele große Kunstwerke- hat er Hesehen- in Italien, Frankreich, Holland und England. Aber diese äußere Anregung hat er mir benutzt, nm seine eigene Art immer gründlicher auszubilden und iu vertiefen. Neben den rein landschaftlichen Bildern drängt es ihn oft auch die Gebilde seiner Phantasie herrschen zu lassen, lind wir sind verwundert, tote gestaltungsreich diese ist. Neben dem Ackerpferd schreitet der Nachdenklich Mimkehrende Land-mann Und ahnt nicht, daß ein kleiner Amor sich ihm schelmisch bei- acsellt hat. Ein' Engelchen macht den tanzenden Kindern zit ihrem srolcn Reigen liebliche Musik, andere Putten treiben ihr lustiges Wesest in der Lust, schlingen Reigen, musizieren auf Wolken sitzend, und sehen vergnügt auf die 'Erde herab- Auch das Meer bevölkert Thoma Mit köstlichen Phantasiegestalten. Sein innig frommes Gemüt, das sich in all seinen Schöpfungen zeigt, läßt ihn immer wieder zit religiösen Motiven hinneigen. Wir sehen solche von Zeit zu Zeit stets einmal' wiederkch-ren, aber vorwiegend hat er sich in beit: letzten Jahren damit beschäftigt. Der eine Saal der neuen Karlsruher Thoma-Galerie enthält einen ganzen Zyklus biblischer Gemälde- -Neben' all diesen- malerischen Schöpfungen hat er sich auch viel mit Zeichnen befaßt. So ist er nach und nach wieder auf die Lithographie znrückgekom- men, die er als Jüngling flüchtig erlernt hatte. In dieser Manier hat er dann die herrlichsten Kunstblätter geschaffen, die den Künstler in weitesten Volkskreisen bekannt und beliebt machten. Wer kennt den Zanber nicht, der von diesen Blättern ausgeht? Jn tiefer Dämmerstunde sitzt der junge Geigenspieler unter den Bäumen des Gartens, ganz in seine Musik versunken, ihm zur 'Sette das sauste Leuchten der Feuerlilien, und der Mond- übergießt das ganze Bild mit silbernem Glanz. Ein andermal sitzt die Großmutter unter dem blühenden Baum im Garten und singt der kleinen Enkelin ein Schlummerlied. Dann wieder hat sie die beiden Enkel zur Schummerstunde in bett Garten geholt, um ihnen herrliche Märchen zu erzählen, währeub bie Katze auch von bem geheimnisvollen Zauber ber Stunde gefangen zn sein scheint nnb der Monb langsam über bie Dächer wanbelt. Sein Selbstporträt int Garten, oder dasjenige des alten Bauern, die kraftvolle Gestalt des Säemanns, der säend über das Feld schreitet, oder die intimen Ausschnitte ans den Schwarzwaldgärten, sie alle sind Allgemeingut geworden. Wir sehen Thoma so feine Kräfte immer reicher entfalten bis in sein hohes Alter hinein', und dürfen wohl hoffen, daß noch manches Kunstwerk unter seinen Händen entsteht. .Aber selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, hätte er uns doch überreichlich mit köstlichen Werkest von bleibendem Werte beschenkt. L. Die Inschriften Stadt. Aus der russischen Zeitung „Rjetsch" hat Julius' Briesemeister dem „Türmer" ein paar sehr bemerkenswerte Glossen zur Ver-- sügung gestellt, wonach Berlin zwar noch nicht die schönste Stadt der Welt ist, aber die- ... am reichlichsten und am geschicktesten „plakatierte" Stadt ber Welt. Ich traf, plauderte ber russische Beobachter, in Berlin einen interessanten Laudsmaun von mir, halb russischen Bauer, halst Kaufmann, dec eilte Ladung Tarmwursthäute nach Berlin schasste. Mein drolliger Landsmann liest erträglich deutsch und versteht so ziemlich die Halste des Tnrchgelesenen, aber er kann auch nicht ein einziges Wort aussprechen, und- die mündliche deutsche Sprache ist ihm ganz und gar unverständlich. ’ „Ja, wie helfen Sie sich denn," fragte ich ihn, „wenn Sie etwas fragen müssen-" „Ach, dies ist nur bei Uns — in Rußland — nötig, auf Schritt und Tritt zn fragen, aber hier hat es' keine Not. Alles ist doch geschrieben-: Wo „Eingang" und wo „Äus-g'aug" und w-o „Drücken" und wo „Ziehen" und wo „2 Stufen oben" und wo „2 Stufest unten" und wo „Fahrkarten bereit" usw. Gehe ich wohin, dann lese ich alle Inschriften und merke sie mir. Und- es ist so bequem und geschickt mit diesen Anffchristcn-! Ich komme %. B. an den S-traßen- wegweiser und sehe sofort, in welcher Richtung die mir not- Wendige Hausnummer sich befindet. Ich nähere mich der Tür- und weiß sogleich, wie die Tür ausgemacht wird. Ich habe hier z. B. Geld per Postanweisung nach Rußland geschickt und habe nicht ein einziges Wort dabei fragen müssen, ich habe nur zit lefett brauchen. Ebenso auf den Bahnhöfen. Welche Fragen hat man da nötig! Man liest nur, was- geschrieben steht, und mast weiß alles besser als der Schaffner selbst." In der Tat, Aufschriften', welche auf alle halbwegs vernünftigen Fragen) die im Kopfe eines ankommenden Fremden odep an das Großstadtleben nicht gewöhnter Menschen entstehen können, Antwort geben, machen eine charakteristische Besonderheit Berlins aus. Wie ein besorgter Freund- begegnet Ihnen die Aufschrift am Eingänge irgendeiner Berliner Institution, wie ein — alle Winkel und Mauselöcher kennender — Führer leitet diese Sie in alle Stockwerke und Säle, und wie ein liebenss- würdiger Hausherr geleitet sie den Fremden wieder zum- AnK- gaug zurück. Manchmal haben diese Inschriften einen geradezu! rührenden! Charakter, z. B. „Vergessen Sie nicht Ihren Spazier- stpck!" Und Sie brauchen sich nicht lange- nach einer JnschrifÄ nmzusehen, diese sucht vielmehr Sie. Sie sind stehen geblieben! im Zweifel, welchen Ausgang Sie wählen sollen, aber da. . . drängt sich eine Aufschrift schon in Ihre- Augen, sucht Ihre Auf- merksamKit aus sich zu lenken' und zerstreut alle Ihre Zweifel wie mit einem Schläge. Wie von- einem' Ariadnefaden werden' Sie- mitt-els der Inschrift durch das Labyrinth des modernen Berlins geführt. Es ist tatsächlich kaum notwendig, zu fragen. Mein Därmehändler hatte recht, und Sie finden überall einen gedruckten Ratschlag oder eine notwendige Antwort. Im Hotel fällt Mir sofort eine dreisprachige Inschrift auf, die mich auf philosophische Betrachtungen bringt. „Di-e Hotelv-crwaltnng bittet seine höchst geehrten (most vcne- rabl-es) Besucher. . ." In tiefen Bücklingen wendet sich bie Aufschrift an bie Engländer. „Messieurs les visiteurs sont pries . . Mit leichter Verbeugung redet sie den Franzosen au. „Es ist streng verholen, die Zeitungen u'nd Zeitschriften auf seine Zimmer mitzuneh'm'cn," richtet sic sich ohne weitere Umstände ast den Deutschen. Ja, wie ist dies zu verstehen? Ist es eilte Grobheit oder nur einfach Geschästssprache? W-äs öS auch bedeutest mag, das französische. s. v. P. 0 tl Mts pla.it) übersetzt man gewöhnlich int Deutschen mit dem Worte „verboten". — 668 - Vermischtes Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiudruckerei, N. Lange, Gießen. E I Gerücht, daß drei Kostbarkeiten iir bett Mauern der langst bet» I lassenen alten Moschee von Mhoti Jheel, des „Perlensees , oct» t I borgen sein sollen. Schon mehrfach haben kühne Abenteurer den 1 Versuch unternommen, die Reichtümer zu retten, aber fast immer sind die Unternehmungen fehlgeschlagen, unerklärliche gehermnis» volle Todesfälle imb seltsame Phänomene überfielen bte Goldsucher und trugen nicht wenig dazu bei, bte mystische Scheu der Eingeborenen vor der Ruinenstätte der einst so prunkreichen bengalischen Hauptstadt zu vertiefen und zu verstärken. Wo etnft reiche Paläste sich erhoben und eilte blühende Handelsstadt sich tuet Meilen toeit am Nußufer hinzog, ragen heute nur noch dürre Steinhaufen aus Gebüsch und Dornenwerk hervor Der Dschungek hat seine Arme ausgestreckt und die alte Hauptstadt völlig nmp schlungen Nur die geheimnisvolle Moschee steht noch ausrecht, das Mauerwerk von den Jahrhunderten gebleicht; Scharen von Affen, die von den Eingeborenen als geheiligt respektiert werden, hockeir auf den Manern genau wie damals, wo von dieser Moschee aus die Gebete der Gläubigen zu Allah entporgesandt wurden. An das turmartige Moscheegebäude ist eiN außerordentlich fester Bau angegliedert, der etwa 20 Meter lang und 7 Achter breit ist, bei einer Höhe von etwa 4 Meter. Mächtig sind diese Mauern aufgetürmt und haben den Zeiten getrotzt: tn diesem großen steinernen „Kassenschrank" sollen die Schätze des Begums verborgen liegen. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts unternahm es Sir Henry Walton Nus Warlvickshire, zusantmen mit zehn Landsleuten, die Rettung des sagenhaften Schatzes zu versuchen: was mit der Expedition geschah, ist twch bis heute nicht vMlg auf- geklärt: nach der ersten Nacht fand inan alle tot und gräßlich verstümmelt vor der Adoschee liegen. Spätere Schatzsucher kehrten irrsinnig zurück, andere starben an einer schrecklichen Krankheit, die sie jählings an der Stätte der. alten Stadt befallen hatte, und die kein Arzt zu erklären wußte. Ter letzte Versuch, so wird im American Magazine berichtet, wurde vor etwa 10 Zähren unteruoinmen; die Nachkommen des Begums selbst hatten eine DiamKttträtsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Biichstaben aaabeefhi iiiilmmnnrssttttz derart einjntragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Stadt in Belgien. 3. Teil eines Baumes. 4. Ein Land. 5. Männlichen Vornamen. 6. Aegypnsche Gottheit. 7, Einen Buchstaben. Die senkrechte niid wagerechte Mittelreihe ergeben das Gleiche. Auflösung tu nächster Nummer-. Auflösung des Ergänzungsrärsels in voriger Nummevt Im Leben gehts nicht ohne Kampf, Denk' nicht, ihn zu vermeiden; Nmg mit der Welt um deinen Plast, Doch lerne, dich bescheiden. * Bon! gewissenhaften Schauspielern wird im „Gaubois" eine Reihe interessanter Dinge und Einzelheiten er- zählt. Noch immer haftet am Schauspieler etwas von dem alten Borurteil aus fernen Tagen, da der Komödiant sorglos durchs Land zog und Äs ein lustiger, aber auch ein wenig flatterhaften Geselle überall gern gesehen und überall leicht beargwöhnt war. Uber die Zahl der Künstler, denen Gewissenhaftigkeit tn der Ausübung ihrer Kunst tief im Bluts liegt, ist großer, als bte fernstehenden Skeptiker gemeinhin glauben Möchten. Em Typus trengster Gewissenhaftigkeit war z. B. der französische Schau- | 'vieler MÄingue, der schon lange vor den Proben mit dem stollenstudiurn begann; wenn er dann eine neue Rolle ausarbeitete, isolierte er sich völlig von der Welt; niemand wurde empfangen, tzr ging fast nie aus, älleusalls, um im Theater seinen Pflichten nachzukommen; im übrigen aber waren Bildlverke lerne einzige Erbauung und Quellen seiner Inspiration. Schon um ö Uhr betrat er am Abend der Vorstellung seine Garderobe, um mit aller Ruhe und Sorgfalt seine Maske zu vollenden, em kleines Butterbrot zu essen und ein Glas Wasser zu trtnfeu. Auch Santfon, der zu Mitte des vergangenen Jahrhunderts so berühmte Doyen der Comsdie-Franyaise, empfing an den Borsteklungstagen Kitten Menschen bei sich. Auf einem Ruhebett ausgestreckt las er schweigend, ohne die Lippen zu bewegen, die Rolle. Als er eines Tages doch einen Advokaten auf einige Minuten empfangen mußte, sprach 'er nur ganz leise: die Stimme sollte geschont werden. Mounet-Sully ist mit unfehlbarer Pünktlichkeit eine Stunde vor Beginn der Vorstellung in seiner Garderobe, wo er sich sofort umkleidet, um jederzeit zum Auftreten bereit zu sein. Der »abttue, ter bisweilen in den größeren Theatern hinter den Kulissen die Künstler beobachten darf, wird mit Interesse Zeuge, wie bte Verschiedenartigkeit der Temperamente sich gerade in ,enen Augen- blickeu am deutlichsten offenbart, die dem Vorstellungsbegutn vor- , umvuivmiin.», v«. »»»»«»»» »7» ausgehen Ta sind die einen, die in gelassener Ruhe, aber völlig I Schar indischer Arbeiter ausgerüstet, die sich m^Werk machen, bereit des Klingelzeichens harren; hier andere, die leise noch I die mächtige Mauer des geheimnisvollen Hauses- zu erbrechen, einmal gewisse Stellen der Rolle vor sich hinmurmeln; dort | Sie arbeiteten einen Tag läng; plötzlich aber über fiel alle em andere, die sogar bestimmte Gesten im letzten Augenblick noch I rätselhaftes Unwohlsein imd sie starben auf der Stelle. Settdcm einmal durchprobieren Tie Theatergeschichte kennt sogar Fälle, I hat niemand mehr die Verderben bringende Statte zu betreten Mo eine nervös überreizte künstlerische Gewissenhaftigkeit erfolg- j gewagt. Ten englischen Kapitalisten ist es fetzt gcMngen, die reife auf Sen Höhen ihres Ruhmes zum Wahnsinn fünf Urenkelinnen des' Fürsten, der. damals seme Schatze vor trieb Ter rühmlich bekannte Montrose, der zu Mitte des ver- I den Briten rettete, zur Einwilligung m den Plan zu 6"ejhmmeit, gangenen Jahrhunderts als erster Komiker am TlMtre-Franyais I die Vorbereitungen sind bereits tm Gange, aber in fvelcher Weise so popMr war war von einer geradezu krankhaften Gewissen- der alte Bau geöffnet Werden soll, wird noch nicht verraten Hastigkeit Eine ZeitlaNg hatte er in einer Nervenheilanstalt I Bei dem tiefen Aberglauben der angrenzenden Bevölkerung, wird Erholung gesucht, war daun aber als geheilt ziir Bühne zurück- I es jedenfalls schwer seM, Arbeiter zu bekommen, bte an der vcr- aefebrt In „Figaros Hochzeit" sollte er mitspielen. Er stand I rufenen Stelle es wagen würden, Spltzhask und Schaust! an bint-n- den Kulissen die Kollegen sahen, wie seine Aufregung/ I die geheiligten Mauern zn setzen. Borauspchtlich wird mau ge- Wuchs und wuchs ^trotzdem spiele er seine Rolle Mit glänzendem nötigt sein, Dynamit oder ein anderes SprengMUWl zu Mr- Erfolge Tiber auch der reiche Applaus dämpfte nicht bte Er- I wenden, falls man nicht europäische Arbeiter mit zur Nun.em reaung; als endlich der Vorhang fiel, schien Montrose sehr er- I stabt nehmen will Wenn die ''euenNachsorchu^ mattet; fünf Sekmlden später, hinter der Kulisse, überwältigte sicheres Ergebnis haben als die fruheren d ihn ein Wahnsinnsanfall. Alles war zu Ende; er starb tm I enkelrnnen des Begums dte Hälfte des anfgemnbenen Swa^, Irrenhaus Ein ähnlicher Fall ereignete sich um 1868 im Pariser I halten. Einen Teil des Fundes beansprucht die indlfch Rcgie- Odson Jnt „Testament von Cäsar Girodat" sollte Rotnanoille I rung; der RB fällt dann ^^rkat mferm!, dte n^e die Rolle des Isidore spielen. Romanville war stets peinlich I Expedition nach dem Kronschatz des Bengalenfürsten auSgert.ftet yat. pünktlich eine Stunde vor Beginn der Borstellntig im Theater. 1 ----- Weihung sogar schon abgestreift. Zwei Minuten spater betritt I „Ganz tm, Gegenteil, Herr Doktor, seit vier Tagen habe tcm er die Bühne, als ob nichts geschehen wäre. Tie Kollegen wuw- I keinen Bis,en gegessen! derten sich über die Verspätuilg und über fein schweigsames Be- | nehmen; auch in ben Pansen blieb er stumm und nur mit feiner Rolle beschäftigt. Als das Stück zu Ende ist, wird er noch in der Kulisse das Opfer eines Wahnsinnsanfalles. Man mußte ihn fesseln und fortschleppen; er gesundete nie mehr Ter Fall zeigt, wie außerordentliche Gewissenhaftigkeit selbst die Macht einer zweifellos schon ausgebrochenen Krankheit überwindet. Sowohl Romanville als auch Montrose waren sicherlich bereits geisteS- umnachtet, als sie das Theater betraten; aber so lauge sie ihre Rolle spielten, überwand der Wille den Wahnwitz; erst mit dem Fallen des Vorhanges überwältigte sie der Jrsinn . . . * Aus der Suche nach einem'indischeii Königs- schatz. Mit Hilfs einer Anzahl reicher britischer Edelleute und Kapitalisten wird jetzt mit Genehmigung der indischen Regierung eine große Expedition ausgerüstet, die die so oft begonnene und stets tragisch gescheiterte Suche nach dem Kronschatz Schahantat Jungs, des Begums von Murfchedabad, wieder aufnehmen wird. Der Schatz, der in den halbverfallenen Ruinen der einstigen! Hauptstadt Bengalens verborgen liegen soll, wird auf einen Wert von rund 20 0 Million en Mark geschätzt. Kostbare Juwelen, alte Schmuckgegenstänbe, seltene Hölzer und Elfenbein-, gerate hat der Fürst damals beiseite geschafft, ehe die vorbriugett- den britischen Eroberer auf all die Herrlichkeiten Beschlag legest konnten. Noch heute geht bei den inbiffen Eingeborenen das l s C t t s c i 1 1 s i 1 1 t ( 1 1 < 1 j 1 *