Nij B UaTJisjm läg8 SnpU • Helrn-Meister"-Nach?olger am nächsten steht, . mit Immer - manns „Epigonen", und man erkennt die viel überlegter^ Gruppierung und Anordnung, bei denn Jüngere», die sehr feine analytische Führung der Handlung, die Spielhagen bann überhaupt so meisterhaft ausgebildet hat, so daß erst allmählich dm rätselhast dunkellastenden Schatten der Vergangenheit in vielen seiner Erzählungen erklärt und entdeckt ivcrbei.. Spielhagcn Iwt in seiner Autobiographie einige Entwürfe und Skizzen für btt „Problematischen Naturen" mitgetcilt; sie lasse» in der Art, smc hier der' Charakter jeder FiMr für sich genau umrisseil imrd, eine Aehnlichkrsi mit Zolas jetzt >o. ausführsich erläuterter — 127 — UchaffMZweise erkennen. Ein Romanzier, der nach bewstßt fihtil#- lerWen Motiven schuf, das war eine Seltenheit in jenen Jahren, wo eme Reihe ausgezeichneter Erzähler völlig sorglos, ohne jede Forne und Stil, als reine Nnterhaltungsware das „Garn" spannender Handlungen abrollen ließ. Und niit wahrhaft großartigem Fleiß und Energie hat der junge Dichter dann durch Jahrzehnte an der Vervollkommnung und Berfeinerungg seiner Technik gearbeitet. Tie den „Problematischen Naturen" folgenden Zeitromane feilten das von Gutzkow genial-hastig und unfertig hingeworfene Thema in straffer Gliederung durch. In „Hammer und .Amboß" gab er, noch in sehr fühlbarer Anlehnung an Tickens „David Copperfield", einen Bildung^- unb Lebeusroman tot der Form der Jch-Gefchichte, und luemt er auch dies Werk an Wärme und dichterischem Glanz der Schilderung nicht übcr- trosfchr 'hat, so sind doch die diesen mehr biographischen Romansti! fortführenden Bücher „Was null das werden?" uicd „Sonntags- iind" folgerichtiger entwickelt, geschlossener komponiert. Ten Höhepunkt erreicht Spiel Hagens Technik in seinen beiden stärksten Rmnanen „Sturmflut" und „Platt Land". Als Grundakkord erklingt immer wieder das großartige Symbol der „Sturmflut", die Land und Gesellschaft unter ihren Wogen begräbt. Wie hier die synthetische, ist in „Platt Land" die analytische Methode zur Vollendung geführt. Prachtvoll werden wir allmählich in die komplizierteren Verhältnisse hineingezogen, erleben und be- vbachten alles mit den Augen des Helden in sich steigernder Lebhaftigkeit; alle toten Punkte sind vermieden, alles aus einem Gesichtspunkt entwickelt. Mas die „Problematischen Naturen" anstrebten, ist hier erreicht; es ist „ein Triumph der Technik", Ivie Wilh. Scherer in einer sein zergliedernden Besprechung sagte. Mit solchen Werken hat Spielhagen Muster ausgestellt, die weithin wirke« mußten. Dem Roman war ein Platz unter den „Kunstiverken der schönen Form" wieder erobert.. Die Jungen lernten von ihm; -besonders stark haben Ossip, Schubin, Kretzer, Mauthner, Sudermann seinen Einfluß erfahren; doch auch viele andere der neueren Erzähler sind bei ihm in die Sdptlc gegangen! Er wieder hat von den Jungen gelernt, aber der knappe, im- prcssiouistische. Stil, die psychologische Klein- und Feinmalerei, die er in seinen Spätwerken zeigte, waren nicht von Vorteil für seine Kunst. Zu deutlich zeigten sich die Grenzen seinen Begabung. Spielhagen hat sich seine Theorie und seine Technik in langen Kämpfen und steten Mühen abgerungen. Ursprünglich steckt in ihm noch viel von dem jungdeutschen Erzähler, denr nicht die Form, sondern Inhalt und Tendenz die Hauptsache sind. Wir haben das eifrige Ringen nach einer Kunstfornr in Spielhagen als das Wichtigste hervorgehoben, tveil er damit den Stil seiner Zeit überwand und sich um| die deutsche Literatur ein bleibendes! Verdienst erwarb. Aber nicht selten schien in deut leidenschaftlichen Agitator, den» heißblütigen Kämpfer der Trieb nach Verfechtung seiner Ansichten den Trieb nach Gestaltung zurückzu- drangeu. Ein Zwiespalt entstand zwischen denr objektiven Dichter und dem! subjektiv seine Weltanschauung proklamierenden Schriftsteller. , So hat denn Spielhagen gegen das Gesetz einer „innereut Objektivität" der Dichtung sehr häufig verstoßen. Stets will er nicht nur cm Stück Natur darstellen, sondern damit etwas beweisen und lehren. Tie „Problematischen Naturen" sollen warnen vor einer schrankenlosen Freiheitsbegier; sie zeigen den Untergang eines jener romantischen Helden, wie sie zuerst hei Jean Paul, auftreten, eines „Weltschmerzlers", eines „Zerrissenen". Ter Mensch soll nicht außerhalb der Gesellschaftsordnung, er soll „in Reih und Glied" stehen; er soll nicht Herr oder Sklave, „Hammer oder Amboß" sein, sondern stets zugleich herrschen und dienen. Solche Lebensregeln predigen seine Romane oder sie werden zu Geschichtslektionen und wollen historische Kenüt- nisse vermitteln. So geben Spielhagens große Zeitromane von „Tie von Hohenstein" (1863) bis zu „Opfer" (1899) eine sehr lebhaft gefärbte, sfttcngxschichtlich politische Darstellung der Zeit von 1848 bis 1880. „In Reih und.Glied" stellt die Persönlichkeit Lassalles ganz deutlich in den Mittelpunkt und gibt die Porträts Friedrich Wilhelms IV. und des Prinzen von Preußen. In der „Sturmflut" sind es die Gründerzeit und der Kultur-. kämpf; Lasker und Windthorst spielen eine große, nur angedeutete und heute kaum noch interessierende Rolle. In „Was ivill das werden?" steht Bismarcks Riesenschatten hinter den Ereignissen. Es ist dieser enge Bezug auf die Gegenwart und ihre Aktualität, die uns, den Söhnen einer andern Zeit, so vieles in Spielhagens Romanen entfremdet und nur noch dem Historiker interessant macht. Dabei ist Spielhagen stets Partei, woraus er selbst nie ein Hehl macht. Er gibt einmal sein politisches Bekenntnis nut folgenden knappen Worten: „Er war ein geborener Tyrannen- has,er, Hafter alles dessen, was nach Autokratie schmeckt. So war nicht der einzelne Adelige, der vielleicht sein lieber Freund war, wohl aber die Adelsinstitution als solche ihm gründlich widerwärtig. Daß die Republik die Pcmacee für alle sozialen Schäden sei, glaubte er keinen Zlugenblick, dennoch sah er in ihr die einzige, eines mündigen Volkes würdige Staatsform. Religion war für ihn Privatfache, wie für die ersten Christen, lieber die welisch-sittlichen Qualitäten, die den Menschen zum Christen -machen, hatte er seine besonderen Ansichten, die von beiten der Kirche gerade in den entscheidenden Punkten beträchtlich abwichen. Alles in allem war sein politisch-religiöses Programm das des linkeschn Flügels der Radikalen der PaulMrche von 1848, modi- siziert durch die Erfahrungen eines halben Jahrhunderts, die ihn aber nicht weiter nach rechts, sondern nach links gedrängt hatten, soweit, daß er mit den Sozialdemokraten die bestehende» staatliche und wirtschaftliche Ordnung ohne die einschneidendsten Veränderungen aus die Tauer für unhaltbar ansah." Durch seine stets temperamentvoll unterstrichenen Schwärmer reieu und Antipathien wird er nicht selten in der Satire dazu getrieben, statt Charaktere Karikaturen zu zeichnen, besonders bei Junkern und Geistlichen. Durch seine Feuernatnr läßt er sich überhaupt zu starken Kontraflierungen, zum Schematisieren seiner Gestalten verleiten, Gut und Böse, Schwarz und Weiß stehen sich oft unvermittelt gegenüber.. Eine gewisse Eintönigkeit der Gestalten und Themen geht durch die große Bändezahl seiner Werke, tveil der Dichter immer wieder seine Lieblingsideen und Lieblingstypen gibt. Ta sind seine stets unbändig von ihreml Schöpfer bewunderten Helden, denn „eine Geschichte ohne Helden", wie Tackeray, kann er noch nicht schreiben, diese Selfmademen! mit den breiten Schullern und dein zarten Gemüt, dann di« heimtückischen Intriganten, die unendlich edlen Heldinnen; stets spielen Witwen und Tauten eine wichtige Rolle. Tie Aerzte, die Junker sehen .sich alle ähnlich. Und sehr häufig kehrt das in „Wilhelm Meister" von einem freieren Standpunkt aus behandelte Problem der Annäherung aristokratischer und bürgerlicher Kreise wieder, wobei Spielhagen durchaus auf demokratischer Seite steht. Es ist merkwürdig, wie eng in bestimmte Themen und Fignreil cingeschlossen seine Welt ist, die doch in ihrer breiten dichterisches Gestaltung so vielgestaltig und wechselnd erscheint. Das macht, daß hinter all den Werken eine markante, in sich begründete und abgeschlossene Individualität steht, ein Dichter, der in strenger, künstlerischer Selbsterziehung seine Mittel sich geschaffen hat und sie vornehm meisterhaft verwendet, ein begeisternder und fort- reißender Erzähler, der auch -die Freude am interessanten packenden! Stoff kennt, und zugleich ein warmherziger, reich und sicher fühlender Mensch, der uns Ävingt, an -seinem Geschick und feinem Erleben Anteil zu nehmen. Ter Mensch, der Erzähler und der Künstler Spielhagen, sie schließen seine Werke zu einer 'Einheit zusammen und verleihen auch dem Unvollkommenen darin Bedeutung und -Interesse. Tr. P. L. <• Häuschen. Eine politische Vogelsgeschichte aus dem Jahre 1866., Von G. Z i tz e r, Niedereisenhausen, Nachdruck verboten. (Fortsetzung statt Schluß). Herr Stöppel hatte dem ehelichen Auftritt indigniert zuü gesehen. ., „Sie haben da scheinbar eine etwas temperamentvolle Frau, Henner?" „Joa," sagte der, ,:,et iS e Schiuoas, wu se bei Hemd ouriehrt." Zur Tagesordnung übergehend erkundigte sich der Liebhaber nach Hänschens Repertoire. Darauf Henner: „Der Jäger aus Kurpsalz, Der reitet durch den grünen Wald Und bricht dabei den Hals. :,: In, Pa Pu, ja lustig ist die Jägerei :,: Mlhier auf grüner Haid. Herr Stöppel verzog den Mund zu einem unmerklichen Lächeln. „Schon gut, schon gut, wollen ihn mal selbst hören. „Nein," wehrte er Hannes Vermittelung ab, „lassen Sie nur- - ich bin Kenner, mir singt jeder Vogel." Er näherte sich dein Käsig. . „Nun, Hänschen, denn heg mal los ! Na, bitt schon. Kleiner!" Häuschen schien die hohe Ehre nicht recht schätzen zu können. Er sagte bloß „Qüiek" und beendete seelenruhig die angefangene Mahlzeit. Darnach entnahm er seiner Bürzeldrüse etwas Fett, behandelte damit sachgemäß seine Schwingen, um sich dann auf seinen. Lieblingssitz' zu verfügen, und nachdem er äußerst diskret Ballast abgegeben hatte, beäugte er wohlwollend den vor ihm Stehenden abwechselnd mit dem. linken und rechten Auge. Ms ob er sagen wolle: „Großer Sktlif, was steht zu Befehl, womit kann ich dienen? Sie wollen mich hören? Schön, Wenns Weiler nichts ist, recht gern: „1— 1 — 1 —-3 — 5 — 5 — 5! Der Jäger aus — 9niet — quak 5 —: 3 ■— der Jäger aus Kurpfalz — ja —:■ juun — ja lustig .ist die Jägerei — quiek, quiek, quiek — den grünen Wald ----- quietsch — quätsch — allhier ans grüner Heid — quak --- quiek -- quak — qüiek — ja — ju, ja juun!" — „Das ist aber konfuses Zeug," wandte sich der Akzeffist an Henner. i Joa, su macht' es immer, wen» fremde Leure do fein," ent» schuldigte dieser die ungenügende- Leistung seines Schülers, oawcr mer wolle mol enans giehe, dann sollt Ihr mol ebes erlerne." Herr Stöppel wuirs zufrieden. Henner schloß die Tür bis auf einen winzigen- Spalt und winkte Ruhe. Unterdessen öffnete die listige Kvatrei unten im Keller die Kartosfelklappe im Stuben-»- boden und spitzte das lose Maul. Und während die Beiden im Hausflur gespannt horchend standen, klang hinter dem Bette her 128 bii- JntrMlktioü zur» „Jäger aus Kurpfaltz" irr vollen, reinen Tönen und hieran anschließend das Lied selbst Von Ansang bis zu Ende ohne jegliche» Anstoß und Fehler. Mit verhaltenem Atem hatte Herr Stöppel gelauscht. „Wunderbar, ganz! ausgezeichnet," rief er ein und das cmd'ere- nicd aus, „akkurat wie ein Mensch ?" „Demi iS »och goarnaut," prahlte Henner, „he kanns noch vill schienet." Run sollte Häuschen auck einmal ooram publico singen!, er ließ sich aber aus nichts mehr ein. „Diese Tatsache," erklärte der Akzessist, „überrascht mich keineswegs, gehört der Domvfaffe doch zu den eigensinnigsten unter allen Vögeln. Apropos, ist er wirklich nicht feil? Ich biete Ihnen zwanzig Gulden." „Et iS e bische wink," entgegnete der Vui'tshenner, für dreißig (Pille wollt ich'» Euch ze^Gefalle hcrgewe, fu leed mer's töt." „Aber, lieber Mann, zwanzig Gulden ist doch ein sehr annehmbarer Preis. Sie können sich ja nächstes Jahr wieder einen, neuen Finken ausbilden." Darauf erzählte Henner ein langes und breites von- einem Herrn aus Biedenkopf, namens Heinzerlin-g, der in allernächster Zeit bei ihm vorsprechen und die geforderte Summe mit Freuden bezahlen würde, denn so wie dieser Bogel gerieten sie nicht immer, höchstens alle drei bis vier Jahre. Der Akzessist überlegte. Das fehlte noch, daß ihm ein Anderer dieses Kleinod vor der Nase wegschnappte! Kurz- entschlossen bot er dreiundzwanzig Gulden. Auch fügte er hinzu, daß, wenn Henner einmal t in ArbeitMot käme, er sich jederzeit an ihn wenden könne. Heimer blickte fragend zu Koalrei hinüber, die soeben mit einem Korb voll Gemüse aus dem Garten kam. „Aich hunn mich besunnc." sprach diese, unn »in Buhlche kräit joä en givure Herrn, loh'em in Gottsnoame, Henner?" „Füninndzwanzig!?, hielt Henner die ausgestreckte Hand hin. Eine Weile noch zögerte der Käufer, dann schlug er ein. „Do bett Ihr on gioure. Kaas gemoicht" fegte Henner und >,wollens hoffen" der Akzessist. . Mit viel Geklapper zählte er sodann die Maufsumme auf den Tisck. Hierauf wurde Hänschen samt dem Käfig in die Kutsche getragen. „No daun, vill Glick dermit, Herr Akzepist," wünschte Henner. „En schiene Ermiß oau Auer Fraa, Herr Akezist." schloß sich ihm Koalrei an: „nun atschie HänS'che!" „Quiek!" Herr Akzessist nickte noch einmal gnädig und fuhr davon. Das umrdige Ehepaar schaute dem Wagen nach, bis er unter der johlenden Begleitung Jnng-Lixfelds nm die Ecke verschwunden war. Hierauf begab sich Koalrei in die .Klicke, nm sich einen dicken Kaffee zu brauen und Henner in die Wirtschaft „Zum fröhlichen Bergmann," wo er sich in Gemeinschaft mit Besenkoarl, dem Wiedergewonnencn Freunde, einen Mordsrausch antrank. Ob ans Freude über das gute Geschäft oder aus Gewissensbissen wegen des begangenen Betruges, wer kann's wissen? „Koalrei," sagte er in den nächsten Tagen manchmal, „tvoas' werd dann »in Hänsche mache? Aich gläwe, de Herr Akzepist is varg biese, e mißet doch schunir gemerkt hunn, doaß dä Buhl nant kann." „Mach dir mol fee Gedanke im uugelehte Aier," versetzte scs gleichmütig, „Diou hast dei Geld, eich humr mei SchoaltiM And doamil basta!" (Schluß folgt.) Vermischtes. * Die neue fiten Schirmgrifse. Die neueste Pariser Mode beschenkt die Welt mit einem neuen Einfall ihrer unerschöpflichen Laune: diesmal sind es die Griffe der Schirme und der Stöcke, die die schöpferische Phantasie der Modekünstler beschäftigt haben. In den Läden der Rue de la Paix tauchen jetzt bereits die ersten Früchte dieser stillen Arbeit auf. Die seidenen Regenschirme oder die lichten spitzenbesetzten Sonnenschirme, der eleganten Pariserinnen schicken sich an, dem Ridikule einen Teil seiner Last abzunehmen: die aus getriebenem Silber oder aus Gold gefertigten Griffe sind hohl gearbeitet, ein zarter Druck mit dem Finger genügt, um die Griffe zu öffnen und in der Höhlung findet die Dame dann eine Reihe von kleinen Unentbehrlichkeiten, eine reizende kleine Puderbüchse, einen kleinen Spiegel, eine kleine» Tube, die das Rot enthalt, das die Lippen der Pariserin so pikant und so verführerisch macht, in anderen findet man ein Riechfläschchen und was dergleichen notwendige Requisiten der eleganten Damen noch mehr sind. Aber die Mode beschenkt diesmal nicht nur die Frauen, auch die Männer sind nicht übergangen, Ist den Griffen dieser neuen Spazierstöcke findet man einen Füll-, federhalter oder einen Bleistift, vielleicht ein Federmesser und ein Bergrößorungsglas; andere enthalten kleine Scheren, einen kleinen Kamm, Spiegel, eine schmale Bartbürste, ja ein Modell faßt sogar alle Einzelheiten zusammen und birgt in der Höhlung des Griffes Bleistift, Federmesser, Kamm, Spiegel und eine Rolle Notizpapier, ohne im geringsten unförmig zu sein und gegen die Anforderungen der Eleganz zu verstoßen. ixo»Hankee-Galanterie. Auf dem Dampfer „Provence" langte in New-Dark eine junge Dame an, die sich in die Passagierliste als Frau Nosett eingetragen hatte, Sie hatte für die Uebcrfahrt eine der Luxuskabinen dcö Dampfers belegt, besaß sehr kostbare Garderobe und führte IG OOO Mark in bar sowie zahlreiche Juwelen mit sich. Bei dem Verhör, dem sie auf Ellis Island über ihre Persöiiiichkeit unterzogen wurde, räumte sie ein, daß sie in Wirklichkeit nicht Frau Rosell, sondern Fräulein Engenie Matlfonnet heiße, 22 Jahre alt und aus Belgien gebürtig sei. Sie habe ihren wahren Namen aus Gründen der Diskretion gegen ihren Geliebicn Jacques Maltet, den Sohn des bekannten Pariser Bankiers, verschwiegen. Herr Mattet, der vorgeladen wurde, bestäugte die Angabe der Dame, die auf seine Einladung gekommen sei, ihn zu besuchen, verneinte aber die ihm behördlicherseits vorgelegte Frage, ob er Fräulein Maihoimet zu heiraten beabsichtige. Darauf wurde der Dame die LandunaserlaubuiS verweigert. Die Bundesbehörden in Washington, die Mattet telegraphisch anrief, lehnten ein Eingreifen ab, Fräulein Eugenik muß daher auf Ellis Island warten, bis die Provence wieder nach Europa in See geht. • I t al icnische Sprichwörter, Sich gegenseitig wohlzuwotten hat »och niemals etwas gekostet. —• Alles Hirn ist nicht in einem Kopfe — Geld ist das zweite Blut. — Eine entschossene Seele hat keine Ohren (hört auf niemand). — Men Poeten fehlt ein Vers. — Wer nach jeder Wolke scharrt, geht niemals auf die Reise. — Die schönen Dinge gefallen allen, — Wohin der Wille zieht, gehen die Beine leicht. :— Jeder ist zu etwas gut. — Es schließt sich niemals eine Tür, daß sich nicht eine andere öffnete, — Wer sich schämt git arbeiten, sollte sich auch schämen za essen. — Wenn du gefallen willst, so tue danach. —• Mer mit Höflichkeit gibt, gibt sogleich die Freude mit, — Die Worte find weiblich, die Taten männlich. — Der gute Geizige ist der, der mit der Zeit geizt. — Wer sich nicht mißt, wird gemessen. Wenn c8 Zeit ist, ist eS eben Zeit. — Wer immer ausbewahrt, tut eS für die Kaste. — Besser ein ganz kleiner -Kerzchest, als im Dunkel» gehest. * Kindlich. „Nun sage mir einmal, Maxel, was wünschst brr dir noch: ein kleines Brüderchen oder Schwesterchen?" Maxel: „Liebes Mamachen, so'» ganz, ganz klein--: Meerschweinchen !" * Nicht verlegen. Sie: „Du mußt recht zerstreut fein, wenn du Liebesbriefe schreibst: gestern bast du ein leeres Blatt ins Kuvert gesteckt!" -- Er: „Das geschah absichtlich, denn meine Liebe zu dir ist eben unbeschreibljich?" Rvffeispruug-Relms. Auflösung in nächster Nummer: H Arrfstisurrg des Be-OeckMsels - irr voriger RMmdk : Al o r fl e n st u rr d har Gold t m M u n d. Redaktion: K, Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der B vfi hl'scher; .Uylpersträts »Buch» und Skeindrzrckerei, R, Lauge, Gteßerr.