1909 !> -k> »KT Spätinghof. Roman von St1, v. d. Eidej« (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Als sie nun so wie zwei junge Liebesleute nebenein- Mnder saßen und die Welt ringsum vergaßen, kam ein Hand- werksburfche die Trist entlang. Es war ein Bursche, wie man sie oft auf der Landstraße trifft: ein bißchen zerlumpt, eüt bißchen dumm, ein bißchen keck, ein bißchen bescheiden. Er trat keck in die Haustür und blieb dann bescheiden stehen und tvartete. Als niemand sich sehen ließ, trat er einen Schritt weiter und noch einen. Hinter einer Tür hörte er sprechen und lachen. „Da Müssen doch Menschen sein," dachte er und trat rasch näher. Jan und Frauke hatten, in ihrem kosenden Getändel vertieft, ganz überhört, daß jemand von außen hereinkam. Sie hörten auch nicht das schüchterne Klopfen an die Tür. Erst als diese sich öffnete und der Handwerksbursche auf der Schwelle stand, fuhren sie auseinander. „Verzeihung, ein armer Reifender bittet um eine kleine Gabe." Demütig, die Mütze vorgestreckt, murmelte er seinen Spruch; sein Auge Über blieb an dem schönen, gelben Kuchen Haften, der auf dem Tische stand. Frauke starrte den Bettler entsetzt an. Wie ein Gespenst der Armut erschien er ihr in diesen Räumen der Wohlhabenheit, wie ein böser Geist am Tore des Glückes. Jan faßte sich zuerst. „Ist ja mir ein armer Reisender," flüsterte er, griff in seine Tasche und gab dem Burschen eine blanke Mark. Frauke faßte sich jetzt auch; sie schnitt ein Stück dicken Kuchen ab und reichte es mit lieblichem Lächeln hinüber. „Gott segne es Ihnen und Ihrer Frau und Ihren Kindern!" Unter fortwährenden Bücklingen zog sich der junge, Mensch zurück und steuerte dem nächsten Hofe zu. „Ich werde eine neue Haustürklingel anmachen lassen, die alte klingt nicht laut genug," sagte Jan, als er sich Franken wieder zuwandte. „Ja, tu das," entgegnete Franke. „Wie gut, daß es kein Bekannter, daß es nur ein fremder Handwerksbursche war." Nur ein fremder Handwerksbursche! Aber er hatte doch den holden Zauber dieser Stunde zerstört, die fröhliche Stimmung war für heute dahin. Nur ein fremder Handwerksbursche! Was konnte der ihnen schaden! Er wußte ja nicht, daß sie nicht Mann und Frau waren. Er hatte seinen Kuchen draußen auf der Trist verzehrt; ein fröhliches Liedchen pfeifend, zog er weiter. Er trat auf Bäkhof ein. Hier waren gerade die Leute auf der Diele beim Kaffee, und ßiete Nissen reichte in einer Anwandlung von Großmut, vielleicht auch weil sie kein kleines Geld zur Hand hatte, dem fremden Burschen ein Stück Schwarzbrot mit Fett und eine Kumme Kaffee. „Gesegn's euch Gott!" sprach der Handwerksbursche Und aß und trank. Das schmeckte freilich nicht so süß wie der Kuchen vorhin, und das verbitterte Altjungferngesicht vor ihm lächelte nicht so lieblich wie vorhin ein anderes. „Um Verzeihung," sagte er, „der Nachbar nebenan ist wohl noch nicht lange verheiratet? Ein stattlicher Herr und eine schöne, liebe Frau, Gott segne sie!" Ein dankbares Gefühl in seinem Innern veranlaßte den Burschen, von seinen Wohltätern zu sprechen. In Lietes Augen blitzte es auf. „Wie meint Er das?" „Nun, weil sie gar so verliebt sind und gar so schön miteinander tun. Gott erhalt' ihnen 's Glück!" Gott erhalt' ihnen 's Glück? Wie eine Ironie des Schicksals klang es. Der Bursche zog weiter, von Hof zu Hof, von Dorf zu Dorf; er ahnte nicht, daß seine harmlosen Worte, die der Dankbarkeit entsprossen waren, eine böse Saat aus- gestreut hatten. „Also darum!" sagte Siete Nissen, und ihre dünnen Lippen preßten sich aufeinander. „Deshalb sagte sie, ich möchte morgen nachmittag kommen. Sie wollte heute mit ihm allein sein. Jetzt werde ich überhaupt nicht wieder hingehen." Mit hämischer Schadenfreude erzählte Siete das. Gehörte toeiter. „Also darum!" sagten die Leute. Jetzt fiel dem einen dies und dem andern jenes auf; jedes Zufallswörtchen erhielt Bedeutung. Jetzt war es jedermann klar : Zwischen Jan Thomsen und seiner Mamsell bestand ein sträfliches Verhältnis, ein Verhältnis, zu dessen Richter sich jedermann im Dorfe berufen fühlte. „Wer hätte ihnen das zugetraut? Ja, stille Wasser sind tief! Er war ein Mucker und sie eine von den Ehr-, baren, die es hinter den Ohren haben!" „Bei mir darf sie nicht mehr ins Haus kommen!" „Ehe sie nicht verheiratet sind, rede ich nicht mit ihr" „Jch will sie nächstens mal fragen, wann die Hochzeit sein soll." So redeten die Leute hin und her. Frauke ahnte nicht, was für Demütigungen ihrer harrten. Sie war lvie immer von freundlichem Ernst den Dienstboten gegenüber und hatte bisher nicht über Respektlosigkeit zu klagen gehabt. Jetzt gab die Dienstdeern oft schnippische Antworten und führte spitzfindige Redensarten; der Knecht wurde seinem Herrn gegenüber frech, und der Hofjunge grinshe, sobald er Frauke sah. Jan kündigte den Dienstleuten, aber es währte noch mehrere .Monate bis zum Ziehtag, so lange mußte man sehen, mit ihnen auszukommen. Und wenn diese nUU gingen, wie würden die sein, welche kamen? ° 318 Bald empfand Frauke auch, wie sich. die Leute im Dorfe von ihr zurückzogen. Tie Frauen grüßten steif und förmlich, die Männer gingen ihr verlegen aus dem Wege. Manche spitzfindige Redensart bekam sie zu hören, manches Lachen und Kichern hinter ihrem Rücken. „Das ist die Bitterkeit, die ich nm meiner Liebe willen erdulden muß," dachte sie. Jan hatte nicht so viel unter dem Gerede der Leute zu leiden als Frauke. Er war auch nicht so empfindlich und spürte die seinen Nadelstiche nicht. Doch wurde im mehrmals von guten Freunden geraten, der „Person" doch zu kündigen. Wenn sie jetzt abends beieinander saßen, waren beide ernst und bedrückt. Manchmal machte Frauke ihrem Herzen Lnft und weinte sich satt, und Jan saß hilflos daneben und wußte nicht, womit er sie trösten sollte. Aber voneinander lassen konnten sie nicht, jetzt nicht mehr. Und wieder vergingen Jahre in gemeinsamer Arbeit, in gemeinsam getragenem Leid. Frauke verlor ihre köstliche Frische; sie wurde mager, und die feinen Linien auf ihrer Stirn vertieften sich. Aber ihre Augen blickten so klar wie früher, sie trug den Kopf so hoch und stolz wie ehemals. 15. Tine Thomsen war 40 Jahre alt. Sie saß an dem Fenster des Hofstübchens und blickte hinunter auf den mit Katzenkopfsteinen gepflasterten Hof. Sie überdachte sich, wie ruhig und gleichmäßig ihr Leben hier in der großen, unruhigen Stadt oahinfloß, und wie bewegt es ehemals gewesen war in der stillen Marsch, Und wieder dachte sie nach, ob es wohl so bleiben würde, jahrein, jahraus. Ob sie immer nur den öden, gepflasterten Hof und die kleinen Fenster der armseligen Hofwohnungen sehen würde. Ob man sie, wenn ihre Zeit um war, von hier aus sorttragen würde nach dem Friedhöfe? Ein Gefühl der Sehnsucht überkam sie, der Sehnsucht nach dem Lande, nach kleinen Häusern und stillen Landwegen, nach einem Gärtchen, in dem Sauerampfer und Riechkraut wuchsen. Sie sehnte sich nach frischer Landluft, und ihre eingesunkene Brust hob sich, wenn sie daran dachte. In Hamburg ging sie fast gar nicht ins Freie. Seitdem sie einmal in der Ferne jemand aus Witzwort gesehen hatte, war sie scheu geworden. Ihre Gesundheit war seit einigen Jahren stark erschüttert. Das Leben in dem dumpfen Stübchen, die anstrengende Näharbeit, die Seelenkämpfe, die sie durchgemacht hatte, untergruben sie. Als sich dann einmal eine bösartige Influenza einstellte, dauerte es viele Wochen, ehe sie sich wieder erholte. Auch dann wurde sie nie wieder so frisch wie vordem. Sie behielt einen häßlichen Husten zurück, und mitunter fühlte sie dazu ein Stechen in der Brust. Ihre Wangen waren eingefallen, ihr Haar von silbernen Streifen durchzogen. Ihr Rücken war gekrümmt von dem Sitzen an der Maschine. Nur die wunderbaren Augen und der rührende Zug um den kleinen Mund erzählten von ihrer ehemaligen Schönheit. Aber Tine war ja nicht eitel. Hatte sie früher nie gewußt, daß sie schön war, merkte sie auch jetzt nicht, daß sie ihre Schönheit verloren hatte. Sie lebte überhaupt nur für ihre Tochter, und wenn sie wünschte, jemals herauszukommen aus dieser ejtgeii Stube, so war es Jannes wegen. Auf Janne vereinigten sich alle ihre Gedanken und Wünsche, ihre Träume und Hoffnungen; für sie sorgte und betete sie. Wenn Janne abends von ihrer Nähstelle nach Hause kam und im kurzen Jackett und Matrosenhütchen ins Zimmer trat, dann brach für Tine der Tag an, der Tag mit Lachen und Sonnenschein. Janne war groß und kräftig geworden. Sie hatte nicht die Schönheit der Mutter geerbt, aber sie sah gesund und hübsch aus und war immer vergnügt und guter Dinge. Liese Petersen war säst ganz dieselbe geblieben, höch^- stens daß ihr Gesicht ein paar Runzeln mehr und einige Zähne weniger aufwies, und daß ihr Haar noch einen Stich mehr ins Silbergraue bekommen hatte. Wer sonst war es noch die alte Liese Petersen mit deni goldguten Herzen und der groben Art. Sie wandte noch immer ihre Güte jedem zu, der sie brauchte, und zankte sich noch immer Sonntags nachmittags bei Kasfee und Klöwen mit ihrem Schwager und ihrer Schwester. Ihre drei Nichten und der Neffe, die inzwischen hübsch herangeivachsen ivarcn, zählten in ihren Augen noch immer zum Kropzeug. Liese hatte auch noch immer die alte heimliche Sehnsucht nach dem Lande, und diese Sehnsucht, die ein halbes Menschenleben hindurch ihre Seele erfüllt hatte, sollte an ihrem Lebensabend gestillt werden. Eines Tages brachte der Briefträger einen großen gelben Einschreibebrief, und als Liese, die gegen Telegramme und Einschreibebriefe ein großes Mißtrauen hegte, diesen mit Widerstreben öffnete, sand sich, daß es ein Brief aus Holstein von dem Amtsgericht Heide war. Es wurde Fräulein Luise Petersen, wohnhaft zu Hamburg, darin mitgeteilt, daß ihr verstorbener Bruder, der Uhrmacher Hans Petersen zu Hellingstedt, sie zur Universalerbin seines Vermögens, bestehend aus einem .Hause nebst Inventar und 9700 Mk. Bargeld, außer 3000 Mk., die ihre Schwester Maria erhalten sollte, eingesetzt hatte. Liese mußte sich schleunigst auf einen Stuhl setzen, so zitterten ihre Knie. Das Glück alterierte sie förmlich. „Na, so was lebt nicht mehr. Deern, Tine, ivas sagst du?" „Du hast es verdient, Liese." „Ist nicht wahr. Red' nicht so was. Warum hab' ich ihm nicht wenigstens mal einen Hamburger Klöwen geschickt? Zwanzig Jahr hab' ich ihn nun nicht gesehen, und nun ist er tot. Ob seine Frau auch tot ist? Wird sie wohl. Sonst hätte sie es nicht zugegeben, daß er mir all den Kram vermachte. Sie hatte es nicht gut auf mich. Gott hab' sie selig. — O Tine, jetzt verkaufen wir alles und ziehen nach Dithmarschen. „Ich, soll ich denn auch mit? " „Natürlich!" „Aber das geht doch nicht. Nein, Liese, ich habe doch nicht geerbt." „Dummes Gör, willst du mir wieder dreinreden? Du kommst mit, und damit basta! Punktum, streu Sand auf!"- Jetzt mußte Tine doch lachen, obgleich ihr die Brust dabei weh tat. „Aber Janne?" „Janne muß mit. Wenn sie bloß Lust hat!" Ja, Janne hatte große Lust; sie freute sich riesig über die Veränderung. Ihr siebzehnjähriges Herz war noch frei, es hing nicht an Hamburg. Liese schmiedete Pläne; es war Grobschmiedearbeit, aber gut gemeint. „Wir wohnen nach der Straße und schlafen nach hinten. Die Ziege gibt Milch und Butter, wenn sie noch da ist. Viel, gearbeitet wird nicht. Janne wird schon etwas zu nähen finden, denn Hellingstedt ist ein großes Dorf. Aber Tine tut erst mal ein paar Jahre gar nichts. Wir sind ja jetzt reich. Sie soll erst mal ihren Husten los werden. Willst wohl stille sein! Du setzt dich in den Garten und guckst ans den See oder die grüne Wiese. Wenn der See bloß noch da ist." Tine hatte noch ein kleines Bedenken: „Ich hatte einen Bekannten, der war Knecht in Dithmarschen." „Aber T>eern, Dithmarschen ist ja so groß, es ist ja eine ganze Provinz oder gar ein Herzogtum. Und denkst du denn, daß du noch so aussiehst wie vor siebzehn Jahren? O jemine!' (Fortsetzung folgt.) Lin Naturschutzpark für Deutschland, Die zunehmende Verödung unserer heimischen Natur beklagt ein 'Aufsatz des bekannten Zoologen Dr. Kurt Floericke im neuesten Hefte des „Kosmos" (Stuttgart). „Niemals wohl," heißt cs dort, „hat der Mensch unsinniger, grausamer und rücksichtsloser! unter der Tier- und Pflanzenwelt gehaust, als während der letzten fünf Jahrzehnte." Es ist in der Tat eine grausame Ironie des Schicksals, das; gerade in dem vielgerühmten „Zeitalter der Natur- wisseuschaften" diese Verhunzung der Natur vor sich gegangen ist. Zunächst wurden von der Ausrottung natürlich diejenigen Ticr- grten betroffen, „die von der Natur aus infolge ihrer Nahrung als Mitbewerber für den egoistischen und engherzigen Menschen in Betracht kommen, also vor allem die Raubtiere und Fischfresser. Wo sind sie hin, die Reiher- und Kormorankolonien, die Bären, Luchse, Wildkatzen, Nörze und so viele andere, wo sind die Steinadler geblieben und die Bartgeier, an deren herrlichem Fluge sich noch vor ein paar Jahrzehnten jeder Besucher der Alpen erfreuen komtte? In die entlegensten Wildnisse sind sie verdrängt, und auch dorthin folgt ihnen unerbittlich der Jäger." So haben auch „die Fischereiberechtigten selbst der harmlosen Wasseraimel und dem wunderschönen Eisvogel, diesem fliegenden Edelstein unserer Gewässer, den Krieg erklärt" — kein Wunder, haß unsere — 319 — Natur unter diesem schonungslosen Kampfe immer mehr verödet, und daß es in unseren Wäldern und Fluren unheimlich still zu werden beginnt. . .. „Jedoch die Natur läßt sich nicht spotten, sich nicht ungeltrait verhunzen. Sic wehrt sich gegen die selbstsüchtige Herrschaft, die der Mensch über sie ausüben möchte, und schon machen die allenthalben die schädlichen Folgen dieser kurzsichtigen inib einseitigen Behandlung geltend, die ihr gegenüber Platz gegriffen hat. Die Wälder liefern nicht die Erträge, auf die der Forstmann! glaubte rechnen zu dürfen, denn die Verwandlung in einförmige, gleichmäßig abgeholzte Bestände bot der verheerenden Gewalt der Stürme freies Spiel, begünstigte den Ausbruch von allerlei Pflnnzenkrautheiten und die unheimliche Vermehrung der verschiedensten forstschädlichen Insekten: die Vernichtung des,Unterholzes hat in vielen Gegenden schwere klimatische Nachteile nut sich gebracht. Das Eindämmen der Ströme hat diese ihrer natürlichen Jnuiidationsgebiete beraubt und verursacht, wenn einmal der schützende Damm durchbrochen ist, um so fürchterlichere Ueber- schwcm'mungen. Die rasche Abnahme der Singvögel hat ein lieber- haridnehmcn der Pflanzenschädlinge in der Kerbtierwelt bewirkt, und selbst die schonungslose Vernichtung des Raubzeuges ist Nicht ohne verhängnisvolle Folgen geblieben. Unsere Zeit hat manche neuen Werte moralischer nnb ästhetischer Art geprägt, die sich rasch entwickelt haben und zu ungeahnter Mächtigkeit gediehen sind. So i|t es auch mit der Naturschutzbewegung gegangen . . . Und es war auch höchste Zeit,-daß in dieser Beziehung eine Aendcrung eintrat. Der Ruf „Zurück zur Natur" erschallt immer mächjtiger, und immer ge- waltigcr wird die Sehnsucht,, die uns unwiderstehlich zurückzieht zur Allmutter und ihren Geschöpfen. Und die Liebe zur Natur ist ja aufs innigste verknüpft mit der Liebe zum Vaterland. Nur diejenigen, die Verständnis haben für die Eigenart der heimischen! Natur, werden auch die richtige heiße Liebe zur heimischen Scholle empfinden. Deshalb kann es auch nur der innigste Wünsch jedes Vaterlandsfreund-es sein, daß uns Deutschen die non altersher tief eingewurzelte Liebe zilr heimischen Natur über dem Hasten und Drängen der Gegenwart nach materiellem Gewinn Nicht verloren gehen möge; denn das wäre der Anfang vom Ende. Und darum ist die Naturschutzbewegung, insbesondere die Schaffung von Naturschutzreservaten, nickst nur eine edle, eckst menschliche, sondern auch eine ungemein patriotische Tat, die die wärmste Förderung verdient. Vorgeschrittene Geister haben das Nntzlichkeitsprinzip als völlig ungenügend verworfen. Wir wollen z. B. einen Vogel nicht deshalb schützen, weil er vielleicht schädliche Insekten vertilgt, sondern wir wollen den Vogel schützen um des Vogels selbst willen, weil er in seiner Art ein herrliches Geschöpf ist, ein Dichtergedanke gewissermaßen der schaffenden Natur, weil ohne die anmutigen Bewegungen, die bunten Farben und die lieblichen Gesänge unserer Vögel unsere Wälder und Fluren unendlich öde, tot und traurig erscheinen würden. Und ist es nicht ein unsäglich kleinlicher Standpunkt, bciui Anblick des im blauen Aether um starre Felszacken schwebenden Adlers gleich an den Junghasen 'oder das Rebhuhn zu denken, das er vielleicht int Magen haben könnte, statt sich rückhaltlos an dem ästhetischen Hochgenuß dieser herr- lichen poetischen Erscheinung zu erfreuen? Deshalb trachtet die moderne Naturschutzbewegung, alle Geschöpfe nach Möglichkeit zu erhalten, ganz besonders aber diejenigen, die durch unsere Kultur schon dem Aussterben nahe gebracht worden sind, gleichviel, ob sie dieser Kultur nützlich oder schädlich sind.. Und wie Mit den Tieren, so verhält es sich auch mit denl Pflanzen. Keinen unserer herrlichen kraftstrotzenden Waldbäume, keines der lieblichen Blumenkinder möchten wir in unseren Forsten Missen. Alles bildet ja ein zusammengehöriges, unauflösliches Ganzes, und eben dieses Ganze wollen wir uns erhalten, wenn! cs natürlich auch nur streckenweise und in kleinen Restbestäudest Möglich sein wird. Die neueste Richtung der Naturschutzbewegung geht deshalb darauf hinaus, Naturreservate,zu schaffen, und kleine Anfänge dazu sind ja auch schon gemacht worden. Aber bei alledem, so schön und so wertvoll und so nachahmenswert es auch ist, handelt es sich intimer nur nur kleine Fleckchen Erde, deren! Erhaltung zwar die Rettung eines hübschen Naturbildes bedeutet, der unendlichen YLot des Ganzen gegenüber aber doch niemals von nachhaltiger Wirkung sein kann. Und doch muß gerade in der Erhaltung des Ganzen, des typischen Landschaftsbildes mit seiner gesamten Fauna und Flora unsere Hauptaufgabe liegen, in der Schaffung eines möglichst großen Naturschutzparkes, einer Art Hellvwstone-Park int kleinen!" Dazu mitzuwirken, lädt ein Aufruf des „Kosmos" seine Mitglieder und alle Freunde der heimischen Natur, int Bereist mit dem „Dürer-Bund" und dem „Oesterreichischen Reichsbund für Vogelkunde und Vogelschutz, Wien", ein. Eine stattliche Reihe hervorragender Persönlichkeiten hat den Aufruf mit unterzeichnet. Aus der langen Liste seien nur ein paar Namen aufgeführt: Ferd. Avenarius, Herausgeber des „Kunstworts" (Dresdeu-Blase- witz); Hans Frhr. v. Berlepsch (Kassel); Geh. Regierungsrat Dr. Wilh. Foerster (Charlvttenburg); Prof. Friede. A. v. Kaulbach (München); Detl. Baron von Liliencron (Alt-Rahlstedt b. Hamb.); Geh. Hofrat Pros. Dr. W. Ostwald (Groß-Bothen); Professov G. C. Schillings (Berlin) ; Baronin B. v. Suttner (Wien);- Hans Graf zu Törring-Jettenbach, Reichsrat (Winhöring); Graf Ferd. v. Zeppelin. (Friedrichshafen) usw. Wie wir diesem Aufrufe entnehmen, wurden bereits einleitende Schritte zur Verwirklichung des schönen Planes getan, der überall, wo er bisher bekannt wurde, begeisterte Zustimmung gefunden hat. „Schon sind nänchafte Mittel gezeichnet; schon haben uns berühmte Naturforscher, Gelehrte, Schriftsteller und Künstler ihre Mithilfe zugesagt, einflußreiche Behörden ihre lluter- stützuug versprochen; schon stehen wir mit maßgebenden Stellen in Unterhandlungen wegen billiger Ueberlassung geeigneten Ge- ländes. Aber dazu sind natürlich noch sehr beträchtliche Mittels nötig, und wir bitten deshalb um gütige Zeichnung von Beiträgen zu diesem- gemeinnützigen und großzügigen Unternehmen, das der ganzen Menschheit zugute kommt und manche sonst rettniigs- ilos deut Untergang geweihte Tier- und Pflanzenart für uns und unsere Nachkommen erhalten wird." Der „Kosmos", dessen Geschäftsstelle (Stuttgart, Pfizerstraße 5) gerne nähere Auskunft erteilt, hat sich bereit erklärt, bis auf weiteres alle Vorarbeitenl unentgeltlich zu besorgen. Sobald für gesicherte Weiterentwicklung! Gewähr gegeben ist, wird er dann zurücktreten, um die fernere! Ausgestaltung einer eigenen Organisation _%tt überlassen. „Gebe jeder nach seinen Mitteln," heißt es am Schlüsse, „aber schließe sich .keiner aus, wo es gilt, endlich einmal etwas Großzügiges auf dem Gebiete des Naturschutzes zu schaffe», der uns allen so sehr ans Herz gewachsen ist!" Aberglaube. An den meerumspülteu Küsten der Bretagne und in dem' herben felsigen Inneren des spröden Landes, das nur selten von fremden Reisenden besucht wird und in dem altes Volkstum in ungeschwächtcr Eigenart den Gang der Jahrhunderte bis zur Gegenwart trotzig überdauerte, leben noch heute die wunderlichen Praktiken mittelalterlichen Aberglaubens fort, seltsame Vorstellungen von dem Walten übernatürlicher Kräfte oder der Wundermacht verehrter Heiliger durchdringen das Alltagsleben der Bevölkerung, die hart ringt, um dem kargen Boden ihren kümmerlichen Lebensunterhalt abzuringen. Auf einer längeren Radtour durch dies Land des Aberglaubens hat Frederic Lees überall die Spuren dieses Volksglaubens gefunden, in denen der Bretone seinen besten Bundesgenossen im harten Lebeus- kgmpfe sieht und deren Schilderungen dem im Wide World Magazine veröffentlichten Reisebericht des Engländers einen eigenen Reiz verleiht. Noch heute ist es am Johannestage Sitte, allerlei Kranke zum Johannesfeuer zu tragen und kurze Zeit über die Flammen zu halten; er selbst war Zeuge des seltsamen Schauspieles, wie bekümmerte Eltern ihren kleinen Jungen, der sehr schwächlich war und an englischer Krankheit zu leiden schien, sorglich über ein kleines Feuer hielten und dann hoffnungsvoll und mit glänzenden Augen mit ihrem kleinen Liebling von dannen zogen, felsenfest überzeugt, daß das Leiden ihres Kindes nun gewiß schwinden würde. Ein alter Bretone, der dabei stand, nickte ernsthaft und erzählte dann von den Wundern, die das „feit de Saint-Jean" vollbracht habe. „Aber es kommt alles darauf an, daß die beiden, die das Kind über das Feuer halten, alle ihre Gedanken ans die Verrichtung sammeln und den Glauben haben. Ohne den Glauben kann nichts vollbracht werden." Die.harte Lebensweise der Bretonen, die kümmerliche Nahrung und die Unbilden des rauhen unwirtlichen Klimas legen dem Volke eine . unverhältnismäßig große Zahl körperlicher Gebrechen oder Krankheitsanwandlungen ans und gegen diese Prüfungen des Schicksals wird ihnen ihr Aberglaube zum besten Helfer: es ist kein Zufall, daß die meisten Praktiken auf die Beseitigung körperlicher Leiden abzielen: sie alle stammen ans altersgrauer Vorzeit und werden von den Enkeln und Urenkeln mit gleicher Treue gehütet und gepflegt. In dem kleinen Dorfe Trsgnier z. B. befindet sich auf dem Kirchhofe das Grabmal von St. Nves, das von altersher ein Wallfahrtsort aller Buckeligen gewesen ist. Die Sage berichtet, daß der Heilige, der selbst in seiner Jugend von körperlicher Entstellung heimgesucht wurde, auf seinem Totenbette der irdischen Leidensgenossen gedachte, er gab Anweisungen, wie sein Grabmal errichtet werden solle und versprach für alle die Unglücklichen zu bitten, die bei seinem Grabe Trost und Rettung suchen würden. Die Wunderstätte auf dem Friedhof hat die Form eines großen steinernen Meßtisches; in der Mitte befindet sich eine niedrige schmale Oeffnung, durch die die Buckeligen durchkriechen, um dadurch die Anwartschaft auf Befreiung von ihrem Hebel zu erwerben. Es ist ein ergreifender Anblick, zu sehen, wie hier alte Frauen mühsam ans allen Vieren durch die schmale Oeffnung sich zwängen und still vor sich hinlächelnd nach Hanse gehen, srohep Hoffnungen voll. Aber auch für die kleineren liebel hält der Aberglaube seine Mittel bereit. In der Nähe von Billiers, in Morbihan befindet sich ein Holzkreuz, das 1874 errichtet wurde und die beste Hilfe gegen dauernden Kopfschmerz bieten soll. Der Leidende sticht sich mit einer Nadel in die Stirtr bis ein Blut- kröpfen kommt und stickst dann die Nadel in das Holz des Kreuzes: nach dem Volksglauben geht der Schmerz dann in das Kreuz über. Dicht daneben steht ein zweites Kreuz, das gegen andere Kopfkrankheiten Hilfe verspricht; der Gläubige hängt seinen Hut oder seine Mütze auf einen Pflock hinter dem Kreuze und hofft nun auf die Fürsprache der heiligen Jungfrau. Junge Mädchen, die an Warzen leiden, verbinden sich die Augen und suchen tastend, 'eine Anzahl junger grüner Bohnen in der Hand, den Weg zum nächsten Brunnen, wo sie die Kerne Stück um Stück in die Flut werfen. Ist der Brunnen „heilig", d. h. von einem Priester gesegnet, so werden die Warzen binnen 24 Stunden verschwinden. Ist er nicht gesegnet, so dauert die Kur länger und kann sich ans Wochen erstrecken. Der Bräutigam, der die Geliebte zum Altar führt, wird nie versäumen, dem Kirchendiener am Vorabend des Festes ein reichliches Trinkgeld zu spenden, damit er sich mit besonderer Sorgfalt um die Altarlichter kümmere. Denn es gilt als ein böses Omen, wenn eines der Lichter flackert und erlischt: das bedeutet den Tod eines der jungen Gatten. Erlischt das Licht zu ihrer Seite, so ist sie das Opfer, erlischt daS Licht auf der Seite des Bräutigams, so wird er sein erstes Ehejahr nicht überleben. Aber nicht alle abergläubischen Vorstellungen der Bretonen sind so düsteren Inhalts. Wie in den Wälder» Thüringens oder in den niederösterreichischen Dörfern haben die jungen Mädchen auch in der Bretagne allerlei geheime Mittel, um der Zukunft ihre Geheimnisse zu entlocken. Die Frage nach der Heirat steht auch hier im Vordergründe. Gruppenweise ziehen die Mädchen, eine kleine Statuette der hl. Katharina mit sich führend, zu einem stillen Gewässer, um dort ihre „Nadel» schwimmeu zu lassen". Bleiben zwei von drei Nadeln an der Oberfläche des Wassers, so ist das die fröhliche Botschaft baldiger Verheiratung; sinken alle in die Tiefe, so bedeutet das ewige Jungfernschaft, Aber es scheint, daß die kleinen Heiratslustigen der Bretagne die Aussprüche des Schicksals ganz im Geheimen ein wenig korrigieren: die ganz Klugen reiben ihre Radeln vorher sorglich mit Wachs und Fett ei», damit sie gewiß nicht untergehen können. _____________ vermischte». ' * Wer berühmteste transatlantische Fußbe^- kle i d u ngs kü nstl e r. Man schreibt der Voss.Ztg. aus New- Uvrk: „Hans Sachs war ei» Schuh- — Macher und ein Poet dazu." — Der Italiener John Azzimouti, seit 25 Jahren in New York, Union Square Nr. 40, Schuhfabrikant für die höchste !und reichste amerikanische ^Gesellschaft und die erste» und größte» Bühnenkünstler internationalen Rufes, dessen Institut Sarah Bernhardt, von der Ausführung ihrer Bestellung auf 244 Paar Schuhe, sauf einmäl, entzückt, „das Atelier des größten Künstlers unter all seinen Kollegen" genannt, verdichtete feilte ganze glühende italienische Kunsteingebung und -begeisternng ausschließlich in die kostbare Handarbeit für die Miße seiner Zeitgenossen, die von Kennern und Kunden als wahrhaft poetische Schöpfung angesehen wurde. Tatsächlich „blieb er bei seinem Leisten". Doch was |ev „schuf", wurde ihm wie ein Kunstwerk bezahlt. Er hat bis zu 350 Dollars oder 1500 Mark für ein Paar Staatsschuhe erhalten. Sein niedrigster Preis war 25 Dollars oder über 100 Mark. Als jev unlängst einer Millionärin für eine internationale Hochzeit int High Life ein Paar Schuhe in vergoldetem Leder herstellte, bedang er sich als Preis 150 Dollars im Falle des ersten Ge-> lingens, bei anfänglichem Mißlingen aber bis yit 500 Dollars ans. Er nahm aber schließlich bloß 100 Dollars, da es eine Schöpfung aus einem Gusse war, und ließ 50 Dollars 'für die „Freude des Künstlers a'm Werke" nach. Azzimouti war als Schuhfabrikaut auch.Historiker uud Archäolog — er vermochte Historische und antike Fußbekleidung irgend eines Landes, irgend einer Zeit, aus den: Kopfe sofort herzusteklen. Seine Shake- speareschuhe waren eine Aufeinanderfolge prächtiger Errungenschaften, er Paßte den reizenden Füßchen einer Rosalinde, Beatrice an, was deren Reiz noch erhöhte, versorgte Kleopatra Mit verführerischen Sandalen, Käthchen mit kecken Pantoffeln, Petruchio mit trotzigen Stulpstiefeln, Sir Henry Irving mit dem Kothurn, auf bem er noch stattlicher einherschritt — und für die Welt der Opernsänger, Helden,teiOre und Primadounenl, Jean de Reszkö, Schott, Calvs, Farrar, Sembrich usw., war seine Kunst ebenso unentbehrlich, wie für die Modeheroen und Weltdamen der amerikanischen Paläste. Man denke sich daher de» Schrecken der 5. Avenue, Broadway und der weltbedeutenden Bretter, als sich die Kunde verbreitete, Azzimonti würde sein Atelier schließen und habe mit seiner Vr Million Dollars Ersparnisse eilte große Bostoner Verlagsbuchhandlung käuflich erworben, um, anstatt für die Füße, nunmehr für die Köpfe der Mitmenschen literarische Dichterwerke in Leder und Goldschnitt herzustelten. In aller Eile Machten die Hauptkunden noch Massenbestellungen für kunstvollendete Vorräte auf lange Zeit hinaus, wie z. B. der nicht mehr jugendliche Chicagoer Finan'zman» Norman Ream für nicht weniger als 200 Paar z'ik je 25 Dollar), da er, bevor er die irdischen Pfade verläßt, noch, Mindestens diese Menge dauerhafter „Azziutontis" abzutragen im stände zu sein glaubt. Uebrigens fügte sich der Autokrat der Leiste» nie den Wünschen oder Laune» seiner Auftraggeber. „Es handelt sich nicht darum, ivas Sie verlangen, sondern ivas Ihre Füße verlangen, und ivas ich für zweckentsprechend erachte", ivar oft die brüske Antwort Azziinontis, der die reichsten, angesehensten Kunden, die zu anspruchsvoll austraten, ohne weiteres abivies. P. O, * Die Zählebigkeit bet Kröten. Die alte Sage, daß man in Steinen uud Baumstämmen Kröten gefitnbe» habe, die hier schon seit Jahrhunderte» oder gar Jahrtausenden eingeschlossen gewesen seien, aber bei ihrer Befreiung aus der Gefangenschaft noch lebten, kam! neuerdings in der Londoner Linneschen Gesellschaft aus Grund eines neuen Fundes dieser Art zu ein« gehender Besprechung. Man gelaugte zu der Ueberzeugung, daß die alte Volkssage doch ein gut Stück Wahrheit enthalte. Charles Dawsou legte eine hohle Feuersteinknolle im Umfange von 32 Zentimeter vor, die auf de» Saiidflächen bei Lewes aufgelesen worden war und beim Aufschlagen beit ausgetrockneteu Körper einer toten Kröte zeigte. Der Eingang zu der Höhlung, i» der die Mumie lag, war so winzig, daß das erwachsene Tier »»'möglich hineingekrochen sein konnte. Früher nahm man in solchen Füllen ohne weiteres an, das Tier müsse sich seit der Bildung des Steines in ihm befunden haben, und berief sich dabei auf die Zählebigkeit der Kröten. Zählebig sind diese nun allerdings in hohem Maße, aber es ist »achgewiese», daß sie überhaupt nicht älter als 50 Jahre werden, also auch in einer Steinhöhlung nicht viele Jahrhunderte leben können. Im 18. Jahrhundert führte der Naturforscher Harrison einen ebenso interessanten wie grausamen Versuch aus, indem er drei lebendige St täten i» ein Kästchen setzte, dies dann rings mit Gips ulmstoß und hierauf in der Erde vergrub. Drei Fahre später, am 8. April 1774, wurde eS wieder ausgegraben und zerschlagen, und dabei sollen von den drei Kröte» angeblich noch zwei am Lebe» gewesen feilt! Die in London versammelten Gelehrte» Ware» nun mit Dawson übet- einstimmend bet Meinung, baß solche Kröten als ganz junge Tiere durch einen' Spalt in den Feuerstein geschlüpft seien und sich darin von Kerbtieren ernährt hätten, die zufällig ebenfalls durch eine Oeffnung in' das Innere der Hohlkugel geraten waren. Die Kröte wuchs heran, und konnte schließlich aus ihrer Klause nicht mehr heraus. Endlich mußte sie verhuiigeru, wenn ihre Beute i» Gestalt einkriechender Kerfe zu lauge ansblieb. Aber nicht nur in Steinen, sondern anch tit Holzblöcken hat man lebendige oder tote Kröte» gesunde». Auch hier ist die Erklärung am Plaue, daß die Tiere in jugendlichstem! Alter und nnerwachseitem Zustaitde in bett Baum krochen und hier aufwitchsen. Ta eine Menge Käfer, Asseln, Ohrwürmer, Tausendfüßler u. a. eine lebhafte Neigung bekunden, in allerlei Fugen und Ritzen einznschlüpfen, so wird eine derart eingeschlossene Kröte gar nicht selten Beute machen kömmt, und im Notfälle vermag sie ja erstamtlich lange zu hungern. Ste muh jedoch verschmachten, wenn die kleine Eiiigangsöffnung zu rhrer Zelle int Verlaufe des Baumwachstums verschwindet, d. h. sich schließt. Einen solchen Fall hat man zweifellos vor sich, wen» man eilte tote Kröte in einem ringsum verschlossenen Holzklotze findet. Die Kröte ist so in eine natürliche Falle geraten und hat in ihr einen langsamen und qualvollen Tod gefunden. * Ein Philosoph. Lehrer: Warum nennt man die, welche hingerichtet werden, arme Sünder? — Schüler; Weil weil reiche Sünder niemals hingerichtet werden,. Arithmogrrph. 1 2 4 6 südanierikauischer Freistaat. 2 9 3 2 ein Schwimmvogel. 3 5 4 5 kaufmännische Bezeichnung. 2 4 8 10 2 nahrhafte tzülsenfrucht. 4 6 8 2 7 fremdländische Münze. 1 5 6 7 männlicher Vorname. 5 6 10 3 2 4 etwas für Feinschmecker. 6 9 3 2 4 eine Kartenfigiir. 7 2 9 5 sibirischer Fluß. 4 5 3 3 2 ein Nagetier. 6 1 10 5 7 5 schwedische Stadt. 8 6 3 3 2 4 eilt Nahrungsmittel. 2 4 7 2 ein Baum. 9 5 3 5 7 britische Kolonie. 10 6 7 7 5 römischer Staatsmann. Die Anfangsbuchstaben der gefimdenen Wörter sollen der Reihe nach von oben nach unten gelesen den Namen eines nieder- länbischen Alalers ergeben. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummert Nicht bloß int grünen Westenreiche Aus bet wogenden Meeresflut, Auch auf der Erde, jo fest sie ruht Auf den ewigen alte» Säulen, Wanket das Glück und will nicht weile». Schiller. Redaktion: I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Nerlaa der Brübl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, Gießew