< HS «f Mi 5i7ng| jj$ W» MWMK Spätmghof. Roman von K. v. d- Eider< (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Tine kam gerade vom Melken, als er aus die Diele trat. Sie sah verfroren aus, und ihre Augen waren rot vom Weinen. Als sie den toten Kater sah, zuckte sre tote in heftigem Schreck zusammen. Jan beruhigte sie. „Es ist ja bloß ein Tier. Wer weiß, toas er gefressen hat; ich will ihn begraben. Tine nickte mit Augen voll Tränen. „Jak wird böse werden," hauchte sie. „Ja, Jak. Wo ist er? Ist er noch mcht auf? „Nein, ich hab' ihn nicht gesehen," sagte Trne. „Es ist alles still drinnen." , „Dann laß ihn man schlafen. Mach man 'ne Tasse Kaffee, ich will die Pferde füttern." Jan ging in den Stall und fütterte b.te Pferde; pr trank seinen Kaffee. Die Uhr schlug acht; Jak war noch immer nicht zu sehen. Tine ging voller Unruhe hm Und her. , -x. „Ich muß doch mal sehen, was er macht," sagte ynn. Tine nickte. Daß sie schon wiederholt an der Tur gehorcht und durchs Schlüsselloch gespäht hatte, sagte sie nicht. Jan trat jn die Stube, die sie zu anderen Zeiten gemeinsam inne hatten. „Na, Jak," rief er, „du verschläfst ja Tag und Datum." Als keine Antwort erfolgte, ging er wieder hinaus. „Er wird einen gehörigen Rausch gehabt haben," dachte er. Er hatte gesehen, daß Jak in voller Kleidung ans dem Bette lag. Es war heute viel zu tun. Es wurde gebuttert, und Jan stieß die Butterkarne und ging dazwischen abwechselnd zu den Pferden und lugte auch mal in die Wohnstubentür hinein. Die Uhr schlug zehn. „Nun hat er aber lange genug gelegen," sagte Jan, „nun weck ich ihn; ein gesunder Mensch kann doch nicht bis Mittag schlafen!" Tine fühlte plötzlich ein Zittern in den Kniey, sie mußte sich setzen. „Mir ist schlecht zumute," murmelte sie. Jan trat rasch und geräuschvoll in Jaks Stube. „Die Uhr ist zehn!" rief er. Keine Antwort. „Aber Jak," rief Jan und versuchte ihn zu schütteln. Als er aber den Arm des Bruders anfaßte, fiel dieser steif und schwer herab, genau so wie am Morgen die Beine des grauen Katers. Jan ergriff die Hand, er blickte in das Gesicht, das eigentümlich starr und bleich aussah. „Tine!" ries Jan mit starker Stimme. „Tine!" Er erschrak, denn plötzlich, lote aus der Erde gewachsen, stand sie vor ihm. Sie war geisterbleich, ihre Augen waren weit ausgerissen, und um den kleinen Mund zuckte es, als ob er lachen oder weinen wollte. Sie sahen sich an. Sie sahen auf Jak, der so bleich und starr und finster dalag, und wieder sahen sie sich an mit zweifelnden, fragenden Blicken. Keiner wagte zu fragen, keiner wagte es auszusprechen. Endlich sagte Jan leise, wie zu sich selbst: „Er ist tot!" „Tot?" Tine schrie es mit gellender Stimme. Sie stürzte sich auf das Bett; sie umklammerte Jaks Hals und versuchte ihn emporzuheben. Sie preßte sich an den toten, kalten Körper, als wollte sie. ihn wärmen, thm Lebensglttt einhauchen. Aber durch die Kleider htndurch fühlte fie die starre Todeskälte; da ließ sie ihn fahren und sank mit einem gellenden Schrei zu Boden. Draußen in der Küche standen Lehmbecksche und. Heistersche mit ihren Henkeltöpfen, um frische Buttermtlch zu holen. Sie klapperten mit ihren Holzpantoffeln, fte klapperten mit den Groschen auf den Küchentisch, fte husteten und sprachen laut über das Wetter; niemand kam. Als sie Tines Schrei und den dumpfen Fall thres Körpers hörten, schlichen sie neugierig näher und guckten zur Tür hinein. „Helft, Nahwersleut', helft!" rtef Jan. „Holt mal schnell ein bißchen Wasser; die Deern ist umgefallen, und Jak - Jak ist" ... . Eilfertig schleppten die beiden Alten einen großen Eimer Wasser herbei und suchten ungeschickt und schwerfällig Tine ins Leben zurückzurufen. „Ist Jak auch in Amdam?" fragte Lehmbecksche. „Jak ist tot," sagte Jan leise. Das Interesse der Weiber wandte sich Jak zu. „Wahrhaftig, er ist tot!" „Was hat ihm denn gefehlt?" „Er hat wohl 'nen Schlag gekriegt?" „So'n schmucker Mensch!" „Und so jung!" „Was Mamsell nun wohl sagt." „Sollte der Doktor nicht helfen können?" „Er ist schon steif." „Ach du lieber Gott!" Tine hatte ihr Bewußtsein wiedererlangt. Verstört blickte sie um sich; dann brach sie in Tränen aus. „Die arme Deern!" In der Stubentür erschien eine geisterhafte Gestalt. „Ö Herrjeses!" kreischten die Weiber. Trienlieschen hatte in ihrent Bette alles gehört; Jaus Rufen und Tines gellenden Schrei, das dumpfe Aufschlagen ihres Körpers und das aufgeregte Sprechen der Weiber. Es wurde ihr klar, daß etwas Entsetzliches passiert sein mußte. Mit dem Aufgebot ihrer letzten Kräfte schleppte, sie sich über die Diele. Lehmbecksche wandte sich der Alten voll Eifers zu. „Ach Gott, Mamsell," wehklagte sie, „der arme Jak, so jung und schmuck, und denn auf einnial tot! Wer hätte 254 das gedacht? Man Lachte eher, daß Mamsell an der Reihe war." „Ich lebe länger als ihr alle zusammen!" krächzte die Alte. Dann aber verließen sie di-e Kräfte; Jan mußte sie äuf den Arm nehmen und zurück ins Bett tragen. Still, finster und bleich lag sie jetzt da und rührte sich nicht, gab auf keine Frage Antwort; Jaks Tod gab auch ihr den Todesstoß. Lehmbecksche führte den Schürzenzipfel an die Augen. „Ach Gott, Nahwersche," klagte sie, „mir ist ganz gering zumute. Ich glaube wahrhaftig, die Altsche hat mir was angetan. Wie sie mich anfuhr, und wie sie mich dabei anglupte! Nein, ich mach es nicht mehr lange, Nasche, das sollt ihr sehen, — ich" — sie unterbrach sich, ihr Mick fiel aus Tine. „Deern, wie siehst du aus! Komm man raus, das ist nichts für dich." Die Frauen schleppten das totenblasse Mädchen nach der Küche. „Leg dich ins Bett, mein Deern," sagte Heistersche. „Nicht wahr. Nasche, wir bleiben hier, bis Jan den Doktor geholt hat und alles in der Reihe ist." „Ja, das ist doch Christenpflicht." „Wir kochen das Essen, Nasche; denn essen muß der Mensch." Jan hatte sich fertig gemacht; er ging zum Arzt. Der Tote lag allein in seiner Kammer. Im Wohnzimmer rang Mamsells zähe. Natur mit dem Tode. In der Küche allein lvar Leben. „Nein, ich gehe nicht ins Bett," sagte Tine, „und essen kann ich auch nichts." Ihr klapperten die Zähne int Munde; sie sah zum Erbarmen aus. „Ja, essen muß der Mensch," sagte Lehmbecksche ge- fchäftigt, „die Altsche muß doch auch ein Süppchen haben. Ich will man laufen und Pflaumen und Gräupchen holen; ein bißchen kräftige Suppe ist das Beste für 'nen kranken Menschen." „Unb ich habe Zitrone und Kaneel," stimmte Heister- schei bei. „Hast du denn nicht ein paar Groschen Geld, Deern?" „In der Wohnstube in der Schatulle sind die Milchgroschen," sagte Tine mit tonloser Stimme, „in der kleinen Kümme. Aber ich gehe nicht hinein." „Ich hole sie," sagte Heistersche heroisch. „Die Alte kann mir den Kopf nicht abreißen." Sie ging hinein und holte das Geld. „Ich wollte man bloß ein Paar Groschen zur Plumensuppe holen," sagte sie, und als vom Bette her keine Antwort kam, nahm sie das Geld heraus. „So, nun wollen wir aber machen, daß wir fortkommen," sagte Lehmbecksche. Die Weiber brannten darauf, die Neuigkeit unter die Leute zu bringen, und wollten doch gar zu gern ein bißchen Bauersfrau auf Spätinghof spielen. Miteinander zogen sie fort. Tine war allein. Allein mit dem toten Geliebten; denn die halbtote Frau, die vorn stöhnend in ihrem Bette lag, existierte für sie nicht mehr Die würde sich nicht mehr von ihrem Lager erheben. Tine schlich zu bent Geliebten. Es konnte ja nicht wahr sein, daß er tot war, er, der gestern noch so voll Leben und Leidenschaft war. Sie umfing den toten Körper mit ihren warmen Armen. Sie rief ihn zärtlich beim Namen, und wieder überkam sie das Entsetzen, als sie die starre Todeskälte fühlte. Zu dem Entsetzen kam die Verzweiflung. Sie war allein mit ihrem Weh. Wer hinderte sie, es sich von der Seele zu schreien, sich tot zu schreien und in ihrem Schmerze zu vergehen? Und sie schrie, so laut sie schreien konnte. Sie schrie wohl eine Viertelstunde lang, wie eine Frau in Angst und Wehen nur schreien kann, wie ein Tier unter dem Messer des Schlächters. Sie schrie, bis ihr die Stimme versagte, bis sie nicht mehr konnte. Sie ivarf sich auf den Boden und riß sich in die Haare. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten und biß sich auf die Lippen, daß sie bluteten. So tobte sie. Und als sie dann ausgerast hatte und ihre Kraft gebrochen war, da schlich sie zurück in die Wiche und hockte sich hinter den Herd auf den Torfkasten, auf derselben Stelle, auf welcher am Tage vorher Schaue Aönkfen mit den Karten auf dem Schoße gesessen hatte. Hier saß sie nochm als Lehmbeckche und Heistersche miteinander zurückkehrten. „Wir haben auch gleich ein halb Pfund Zucker mit- gebracht," erklärten die Weiber. „Wir wußten nicht, oh noch welcher da war." „Der Zucker ist auch in der Schatulle," sagte Tine. „Ihr habt wohl nicht viel Zucker gebraucht?" fragte Lehmbecksche. „Nein." „Was habt ihr denn immer gegessen?" „Speck und Kartoffeln." „Weiter nichts?" „Ja, Bohnen und Grbsen und Rüben und Kohl." Tine sprach leise mit tonloser Stimme. Lehmbecksche und Heistersche sahen sich verständnis-- innig an. „Plummsupp, ja Plummsupp!" Ern geschäftiges Kochen begann. Hin und her liefen die Weiber. Sie kochten einen Topf voll Suppe, der für zehn Personen gereicht hätte. Sie kosteten einmal über das andere und taten immer noch etwas daran. „Noch ein bißchen Kaneel, Nasche." „Und ein bißchen Kardamom kann auch nicht schaden."- „Ein bißchen Zitrone, das gibt Geschmack." „Ja, und ein bißchen Essig." „Ein bißchen süßer könnt' sie noch sein/ „Ja, ein bißchen Zucker." „Der Zucker ist alle." „In der Wohnstube in der Schatulle ist noch welcher," sagte Tine; „ich gehe aber nicht hinein." „Ich gehe," sagte Heistersche mutig. „Ich werde mit Trienlieschen ganz gut fertig; ich bin nicht bang." „In der weißen Tüte," sagte Tine hinterher. Heistersche trat in die Wohnstube und ging an die Schatulle. „Ich hol' man bloß ein bißchen Zucker; wir kochen Mamsell 'ne schöne Pflaumensuppe," sagte sie, nach dem Bette gewandt. Ms keine Antwort kam, nahm sie zwei Tüten, die sie für die richtigen hielt, heraus nnö kam in die Küche. „Da sind gleich zwei." „In der einen ist Rattenpulver," sagte Tine. Heistersche warf beide Tüten entsetzt von sich. „Was? Rattenpulver und Zucker zusammen in ein Schub? Na, das sieht Mamsell gleich. Wenn sich da einer vergreift, dann ist er nachher mausetot." (Fortsetzung folgt.) Ollivier über die Vorgeschichte des deutsch-französischen Krieges. . In der Revue des Deux-Mvndes veröffentlicht der frühere französische Ministerpräsident Emile Ollivier, derMann „mit dem leichten Herzen", bent ein großer Teil der Schuld am Ausbruch Ides Krieges zugeschrieben wurde, eine ausfüMiche Schilderung über die Ereignisse Und Verhandlungen, die der Kriegserklärung von 1870 vvrangingen. Er berichtet zunächst von der Erregung des Kaisers und der Minister, als die Kandidatur des Prinzen von Hohenzollern Mr den spanischen Throit betürmt wurde, spricht von den diplomatischen Anfragen, die nach Madrid und nach Berlin gerichtet wurden, und erzählt von den unausführbaren Vorschlägen der schließlichen Ratlosigkeit der französischen Staatsmänner. In' dieser allgemeinen Bestürzung habe eri sich, fährt Ollivier dann fort, einiger Worte von THiörs aus dem' Jahre 1866 erinnert. Zunächst seiner Aeußevüng: „Wenn man eine gerechte Sache will, so kann man freimütig sein" und, „Was gäbe es z. B. Gerechteres, als zu Preußen zu sagen: Jhv bedroht das Gleichgewicht von Europa, Ihr bedroht die Ruhe bett ganzer Welt; esbekannt, daß Ihr allein das seid, und «ich. Oesterreich. Nun 'wohl, wir werden es nicht dulden!" Kürzlich in einer Unterredung vom Juni 1870 war er auf diesen Gedanken zurückgckom- men: „Man konnte dies Uebel (Sadowa) Europa ersparen, und! ein Wort würde nicht genügt haben." Mit dieser Auffassung! trat Ollivier vor den großen Ministerrat am Morgen des 6. Juli, in dem diese schwierigen Fragen verl-andelt werden sollten. „Unsere erste Frage wat Ist unser.. Armee bereit?" so lautet Olliviers Schilderung. „Di militärischen Angelegenheiten lagen ganz in den Händen des Kaisers; er hatte sie Mr sich in Anspruch genommen, und wir hatten ihm dies kaiserliche Privileg, sie zu regeln und zu kontrollieren, nicht bestritten, mit Ausnahme des rein politischen Teils, der mit der Festsetzung bferl Heeresstarke zusammenhängt. Leboeuf (der Kriegsminister) hat sich getäuscht, wenn e: von den dem Ministerra: vorgelegten Berichten sprach; der Ministerrat hat sic nicht von ihm verlangt und er hat sie ihm nicht unterbreitet. Seine Mitteilungen sind nur dem Kaiser! gemacht worden, Nur mit ihm hat er sie debattiert, und in einet- dieser Bemerkungen hat er gesagt: „Wir sind stärker als Preußen int Frieden und im Kriege." Ter Ministevrat hat ihn ganz einfach gefragt: „Marschall, Si« haben uns versprochen, daß Sie, wenn Krieg MMe, bereit sein werden; sind Sie es?" iäb — 255 Marschall sagte nicht, in lächerlicher Ueberhebüng unsere Weg-- stationen nach Berlin feftfegenb, daß der Krieg ein militärische Spaziergang sein werde; er sagte im Gegenteil, daß der Krietzj schwer sein würde, aber,6a er! früher oder später unvermeidlich sei, so könnteir wir ihnr ohne Furcht entgegensehen. Die Armee wchv bewunderungswürdig, geübt, stark, iW Gewehr dem preußischen Gewehr weit überlegen, ihre Wtillerie voni einem Elitekorps befehligt und unsere Mitrailleusen, die die Preußen nicht hätten, würden von ebenso furchtbarer Wirkung sein wie unsere Gewehre. Die Mobilisierung und Zusammenziehung würde sich nach den Angaben des Marschalls Niel sehr rasch vollziehen; unb wenn wir mit Entschlossenheit handeln würden, ohne Zeit zu verlieren, wurden wir die Preußen mitten in ihrer Formation durch einen kraftvollen Angriff überraschen. Wir verhandelten sodann über die Frage der Alliancen'. Wir wünschten alle, besonders der Kaiser und ich, eine ernstliche Freundschaft mit England aufrecht zu erhalten. Mer wir hatten in diesem Falle keine ürateüielld Mitwirkung zu erwarten, da wir nichts' anbieten konnten. Wohl aber hatten wir Italien, Oesterreich und Rußland etwas' zu bieten. Italien: die Räumung der römischen Staaten und die Gelegenheit, sich für geleistete Dienste dankbar zu erweisen, Oesterreich: Rache für Sadowa, und Rußland: die Revision des Pariser Beitrages." Ms man darüber verhandelte, nahm der Kaiser aus einem Schreibtisch die Briefe des Kaisers von Oesterreich und des Königs von Italien vvm September 1869 und ließ sie die Minister lesen. „Der Kaiser erklärte sich nicht über die Motive dieser Briese; er legte sie als ein Versprechen eventueller Hilfe in einem derartigen Falle aus, wie bent jetzigen, und er war fest davon «überzeugt, daß zwei so loyale Herrscher wie Franz Josef und Victor Emanuel ihr Versprechen Halten würden. In Wahrheit enthielten diese Briese nicht das, was man im eigentlichen Sinne einen Vertrag nennt, sondern sie bestätigten jene Gemeinsamkeit der Gefühle nnd Interessen, aus denen Verträge in günstiger Stund« sich ganz natürlich 'herleiten. Solche moralische Alliancen bestehen ost ohne formellen Wortlaut, die Vertrüge werden unterzeichnet, wenn die Möglichkeit eines Krieges in einem, besonderen Falle drohend wird; sie sind der Beweis, daß der Krieg anfängt, und darum verschiebt man ost die Unterzeichnung, obwohl man sie im Prinzip annimmt." IM Verlauf der weiteren Verhandlung beauftragte der Kaiser den Minister des Mußeren Gramont, dem' Fürsten Gortschakov mitzuteilen, „daß, wenn Preußen auf dep Kandidatur des Prinzen von Hohenzollern besteht, dies der Krieg sein wird." „Der Kaiser," erzählt Ollivier, „neben dem ich saß, beugte sich dabei zu meinem Ohr und sagte: „Der Kaiser von! Rußland will keinen Krieg, er wird die Zurückziehung der Kandidatur veranlasseir." Das Wort Krieg war also von dem Kaiser nur als das wirksamste Schutzmittel des Friedens ausgesprochen worden." Darauf würde die von Gvamvnt in einem ziemlich blassen Text verfaßte Erklärung auf die bevorstehende Interpellation von Ollivier mit „mehr Relief und Ausdruck" redigiert und der ehemalige Ministerpräsident gesteht, daß er diese in so herausforderndem Tone gehaltene Note auch nach soviel Jahren noch mit Befriedigung wiedergelesen habe. Zugleich wurden zahlreiche Verhandlungen Mit den verschiedenen Höfen gepflogen, ohne daß die Krise friedlich zu umgehen war. „Im Lause dieser! Krise," so sagt Ollivier, augenscheinlich zu seiner Verteidigung gegen den Vorwurf des „leichten Herzens", „überstehe ich viele Aengste, bin moralischen Qualen ausgesetzt und oft gezwungen, sehr rasch« Entschlüsse zu fassen ; in keinem Moment aber werde ich die Herrschaft über mich selbst verlieren; ich werde handeln, wie wenn ich ein Problem der Geometrie oder Mgebra aufzulösen hätte, unzugänglich den Einflüssen der Presse wie des Kaisers und berj Kaiserin, meiner Freunde und meiner Feinde, ohne Rücksicht auf das, was man sagen wird, nur den Erwägungen folgend, die mir die Pflicht gegen mein Vaterland und die Menschheit eingibt." Wie der „Hmckbom" entstand. (Zu Klaus Groths 90. Geburtstag.) Am 24. April find p'eunzig Jahre verflossen, seit Klaus Groth zu Heide itt Norder-Dithmarschen geboren wurde. Fast ein Jahrzehnt deckt ihn nun auch schon die kühle Erde, nachdem sein Lebensende noch durch die allseitige Feier seines achtzigsten, Geburtstags mit einem letzten Abendrot umgoldet worden war. Sein Lebenswerk, das der Pflege, Erhaltung und poetischen Dnrch- brldung der plattdeutschen Sprache gewidmet war, ist nicht mit rhM dahin gegangen, sondern bleibt auch der Nachwelt teuer als cur Denkmal deutscher Heimatliebe und seine Gedichte gehören zu dem unvergänglichen Bestand unserer Lyrik; ihre Schönheit wurzelt immer tiefer und fester in den Herzen. Alles Herrlichste, was Klaus Groth geschaffen, liegt in seinem Erstlingswerk, dem „Quickborn", beschlossen, der wirklich, unserer Volksdichtung ein Jungbrunnen künstlerischer Formung geworden ist; die Erinnerung, die sein Gedenktag wieder wachruft, wird sich daher am liebsten jener ersten Schaffenszeit zuwenden, in der dies Werk als eine Frucht langen Mühens und schwerer Arbeit entstand. Der Dichter hat selbst in der Deutschen Revue davon erzählt, wie sein Tichterberuf langsam in ihm mächtig wurde und allmählich der Plan dieses Buches erwuchs. Ein rastloser Drang nach Bildung und Wissen' beherrschte den Knaben, den es aus den dämmernden Sphären oex Märchen und Sagen besonders zur Mathematik hinzog. Als Schreiber beim Kirchspielvogt in Heide hatte er viel Zeit und las sich so langsam in die wichtigsten Literaturen ein, trieb Granit matik, Philosophie und wanderte weite Wege, um von irgend einem Lehrer oder Geometer etwas über die höhere Mathematik zu erfragen. Der Tag «reichte für diesen Äildungseifer nicht aus; so ließ er sich mittels eines Zugbandes am Arm jeden Morgen schon um drei oder vier Uhr wecken. Er war überhaupt em Frühaufsteher und hat auch die meisten Lieder des Quickborn geschrieben, wenn andere Leute noch im Bett lagen. Die Verse, die in jener Jünglingszeit entstanden, erschienen ihm aber nicht Mehr als Mittelgut; so schwor er es sich heilig zu, „nie einen! Vers zu Machen, bis mich innerer Drang gewaltsam dazu triebe, und vorher alles daran zu setzen, etwas tüchtiges zu lernen." Erst als Schullehrer kam er dann in den vierziger Jahren zu dem Bewußtsein, welch ein poetischer Schatz noch ungehoben im Plattdeutschen stecke. Die volkstümliche Kraft der Beobachtung und des Erzählens, die ihm im Vaterhause und dem Verkehr mit! seinen Brüdern entgegentrat, lockte ihn zur Gestaltung. Freilich dies Gestalten und Formen war eine schwer« Arbeit. „Daß ich, ehe! ich es niederschrieb, dafür erst die Formen gesucht und gefundenj oder erfuirden, das ist in aller Kunst die notwendige Vorarbeit!. Wenn mir jemand diese Vorarbeit vorweg genommen, so hätte ich weniger Zeit und Kraft gebraucht. . . Der Quickborn ist natürlich nicht als Buch erdacht und geschrieben, etwa wie „Ut de Franzosen- tid"; er ist eine Sammlung von Gedichten, allmählich entstanden im Laufe vvn Jahren, endlich zusamMengestellt und auf gewisse Art abgerundet. Meine vorbereitenden Studien haben nur dadurch ihren Wert, daß sie Mir die Bahn reinigten und das Ziel firfjer fassen lehrten. Denn warum waren meine Vorgänger falsch gegangen und ohne Wirkung vergessen? Was ich nicht machen mußte, mußte ich vor allen Dingen wissen. Ob dann noch ein Weg übrig blieb, das müßte sich finden. Gesucht werden mußten all die verschiedenen Töne, die ich, der erste, in plattdeutscher Sprache angeschlagen habe; ob dichterische Kraft vorhanden war, frisch und frei in ihnen zu singen, das ist eine voM Wissen und Studium ganz unabhängige Sache. Gebraucht waren diese Töne nie; Rhythmus, Reim, Mort- und Taktregister, Bilder lagen nicht gedruckt vor, wie in hochdeutscher Poesie. ®ie muhten! alle Mündlich erhorcht, dem Volke, alten Reimen abgelauscht, werden. Aus dem' lebendigen Volksmunde hörte ich, außer Reimen, Sagen und Märchen int täglichen ununterbrochenen Verkehr mit deM Volk hinreichend und in einer Mannigfaltigkeit der Töne, die nur ein günstiger Zufall einem Horchenden bereitet. Ganz Ditmarschen ffradj. damals noch plattdeutsch, im eigentlichen Verkehr nur plattdeutsch." Nach langem Ringen entschloß sich Groth endlich, sich ganz seinen künstlerischen Plänen zu widmen. „1847 ging ich wegen geschwächter Gesundheit nach der Insel Fehmarn und gab mein Amt auf. Dort habe ich fünf Jahre gearbeitet, UM! das Hauptwerk meines Lebens zu vollenden, dessen Mal uni) Ziel mir nach und nach deutlicher wurde. Ich setztemeine ganze Kraft daran, und die Ersparnisse arbeitsreicher Jahre vorher. Das habe ich für mein /Ideal getan. Als ich fertig war und das Manuskript meines ersten Bandes Quickborn an Gewinns schickte, da war Kraft und Geld alU. Es ist nicht zu vertvundern, daß mir seine rasche Antwort ans den Händen fiel und stundenlang vor mir am Fußboden lag, bis ein Freund erschien und sie aufhob. Ich hatte in dem Brief des strengen Kritik rs nur g.lesen: ,-Jhr Buch wird sein wie die Oase in der WüsP . . ." Dann legte ich mich müde zu Bett und lag ein halbes Jahr." Der Quickborn fand in den Kreisen des Volkes bald fruchtbaren Boden. Aeuße- rungen der Liebe und des Dankes drangen zu dem Dichter, der davon tief gerührt wurde. Aber auch unter den Gelehrten erkannte man bald die Bedeutung des Werkes, so daß ihn die Bonner Universität zum Ehrendoktor ernannte, und unter den Gebildeten gewann es eine ständig zunehmende Verbreitung. Vermischtes. *■ Der Held der Jung türken. Von Niazi Bey, der neben Eilver Bey der vielgenannte Hauptführer der jung- türkischen Bewegung ist, gibt Sefer Bey in der Revue ein inter- ressantes, genauester Kenntnis entstammendes Charakterbild. Er nennt ihn die größte Gestalt der türkischen Revolution; denn Niazi Bey war der erste, der an der Spitze einer kleinen Schär! Getreuer von seiner Heimatstadt Resna aus den Angriff des JungtürkentuMes auf das alte Regime einleitete und damit den Stein ins Rollen brachte, der den Absolutismus in der Türkei zertrümmerte. Der kühne Offizier hat schon in früher Fugend freiheitliche Ideen in sich ausgenommen. Seinen ersten Unterricht empfing der Knabe in Resna; dann ging er nach Mouastir. Durch seinen französischen Lehrer, einem1 Offizier, lernte er zuerst die Bedeutung der französischen Revolution erfassen; an der Geschichte großer Gestalten wie. Mirabeau und Danton fand der junge Geist Erhebung und Begeisterung und das Evangelium der Menschenrechte erfüllte die Phantasie. Zugleich zog ihn ein unwiderstehlicher Drang zu den Waffen; als Fünfzehnjähriger trat er in Pancälti in die Miliiärschulö. Als iuitgen Leutnants rief ihn fein Schicksal nach Thessalien; er nahm an! dem Kriege gegen Griechenland teil, in der Schlacht bei Bech-Binar zeichnete er sich aus den Höhen von Volo durch seine unerschrockene Tapfer- feit aus und Leutnant Niäzis Name wurde in einem Armeebefehl rühmend erwähnt. Der kommandierende General entsandte ihn dann nach Konstantinopel als Begleiter der griechischen Gefangenen, die dem Sultan vorgestellt werden sollten. Hier lernte der junge Leutnant znM ersten Male das Leben im Palaste kennen mit allem seinem Prunk und all seinen Lastern; er sah. die Günstlinge iit ihrem Treiben, sah die großen Spione, die im Alter von 25 oder 30 Jahren Admirals- oder Generalsuniform trugen und ihre Brust Mit den höchsten Orden zieren konnten. Mit scharfen Blicken Musterte er diese Schar eleganter Müßiggänger und arroganter Großtuer, deren Leben aus Jnirignen bestand, und sein Staunen wurde bald zur Verachtung. Der Hofmarschall drückte ihm im Namen des Sultans 250 Frs. in die Hand, Während Man dem Sohne des Marschall Kiazim-Pascha, einem dreizehnjährigen Knaben, den man zum Adjutanten des Sultans gemacht hatte, 5000 überreichte. Die Eindrücke, die Niazi hier empfing, sollten ihn nicht mehr verlassen und von seinem Aufenthalt in Konstantinopel trug er einen leidenschaftlichen Haß gegen diese Kanrarillä davon, die das Reich dem Verderben entgegentrieb. Der Zufall führte ihn später in seine Heimatstadt zurück; er übernahm in Resna das Kommando über ein Jägerbataillon und zugleich den Auftrag, das bulgarische Bandenunwesen im Zaume zu .halten. In Monastir, im Generalguartier des dritten Armeekorps, lernte er die Not und den Mangel der Soldaten kennen, die Gewissenlosigkeit von Vorgesetzten, die betrügerischen Lieferanten in die Hände arbeiteten und allen Bestechungen zugänglich waren. Aus der zornigen Empörung, die er damals einsog, erstand jene leidenschaftliche, Entschlossenheit und jener begeisterte Wagemut, Mit dem er die Bewegung gegen den Absolutismus einleitete Und die ihn wie seine Kameraden Enver Bey und Eyub-Effendy zu Freiheitshelden des türkischen Volkes werden ließ. Als sich in Monastir das Aktionskomitee bildete, war die Rolle der Pariser Theoretiker ausgespielt. In den ersten Junitagen gab Niazi-Bey das Signal zur Erhebung. Mit 200 mit Mausergewehren ausgerüsteten Anhängern trat er den Marsch von Resna nach Monastir ton. „Der Tod oder die Freiheit" war die Losung dieser kleinen Schar. In dem Augenblick, da Niazi-Bey an der Spitze seiner Getreuen gegen Monastir aufbrach, richtete er an den ersten Sekretär des Sultans, den damaligen Generalinspektor Hilmi-Pascha, ein kurzes, kühnes Telegramm, in dem er den sofortigen Erlaß einer Konstitution forderte. Der Zug Niazi-Beys mit seinen 200 Mann wurde die entsprechende Tat, die das morsche Gebäude des alten Regimes zertrümmerte. Wie auf Befehl einer unsichtbaren Macht bildeten sich sofort zwanzig ähnliche Gruppen, das jungtürkische Komitee nahm die von Niazi-Bey eingeleitete Politik der Tat sofort auf und das Ende war der Erlaß der Konstitution. * Vvm blühenden Strumpfe. „Ein hochmodernes -Geschenk kann man sich billig aus unbrauchbar gewordenen Strümpfen Herstellen. Diese werden stark lackiert, bis sie nach dem Trocknen eine feste Form behalten, dann überstreicht man sie Mit Goldbronze und erhält auf diese einfache Weise entzückende Blumentopfformen. Eine wunderbare Wirkung erzielt man dabei, Kenn man die Löcher nicht zustopft. Die Keime treiben daun dort heraus und erhöhen den eigenartigen Reiz dieser Töpfe, die sich vorzüglich, als zarte Aufmerksamkeit mit persönlicher Note eignen." Dieses stammt, so schreibt Ferdinand Avenarius im Knnstwart, aus einer der illustrierten Zeitungen für Hausheimchen, die bei einer großen Anzahl von Damen so beliebt sind, weil sie erstens so reizende Rezepte und 4toeite|n3' so viel Gemüt haben. Die Quelle zu nennen, wäre nicht nur ungalant, sondern auch wirklich nicht hübsch von uns, denn an der ästhetischen und intellektuellen Bertroddelung Ihrer Leserinnen arbeitet die Emp- fetzlerin der durchlöcherten Strümpfe als Blumentöpfe nicht intensiver als ihre Kolleginnen mit. Das Hinauskehren aller' dieser Suselduselblättchen scheint uns ein unentbehrliches Aufräumen für die guten und ernsten Arbeiten der neuen Frauenbewegung. Denn aus derselben Höhe wie die „zarten Aufmerksamkeiten mit persönlicher Rote" werden hiev so ziemlich alle Fragen abgestrickt, .oder Meinethalben „bronziert", die den betreffenden Tarnen unter die Finger kommen. Arrue Leserinnen, die ihr euch an ihren Waben erst einmal festgeschleckert habt! Eh' ihr nur wieder frei werdet, müßt ihr schon so viele Kraft verzappeln, tute die Fliegen auf dem Sirupbrot! (Wir drucken diese Notiz ab, obwohl sich Avenarius geirrt hat, denn „der blühende Strumpf" ist nur eine Satire von Paul Keller, dem Herausgeber des „Glückkastens". Die Red.) * B rückenspringe r. Im nächsten Juni wird in Newyork die Queensborongh-Brücke über den East River eingeweiht. Zn den Einweihungsfeierlichketten haben sich nicht weniger als 235 Personen, darunter 30 Frauen und Mädchen im Alter von 18 bis 32 Jahren erboten, von der höchsten Spitze der Brücke den Sprung in die Fluten des East River zu wagen. Die Klasse der Brückenspringer trat mit dem Bau der Brooklyner Brücke ins Leben. Zahlreiche Lebensmüde hielten den Sprung von der Brücke für die sicherste Selbstmordmethode und führten ihn auch aus. Die auf der Brooklyner Hängebrücke stationierten Polizisten müssen sich oft mit so einem lebensmüden oder auch einem sportlustigen Menschen in die aufregendste Hetzjagd einlassen. Bon den Brückenspringern, die sich zu Ler Einweihungsfeier gemeldet haben, sind 168 „Professionelle", die daran gewöhnt sind, aus riesiger Höhe zu tauchen, 9 Frauen sind ausgesprochene Selbstmordkandidatinnen und 24 sind arme Teufel, welche den Sprung wagen wollen in der Hoffnung, daß ihnen nachher als Lohn irgendeine Beschäftigung zuteil wird. * Herr und — Herrlein? Aus Newyork wird be-< richtet: Die Frauen von Illinois verlangen mit Emphase eine Titelunterscheidung zwischen verheirateten und unverheirateten Männern und sie haben bei mehreren Volksver- tretern auch eitergische Unterstützung gefunden. Senator Ettleson wird jetzt ein Gesetz einbringen, das alle verheirateten Männer, die sich als unverheiratet ansgeben, mit schwerer Strafe belegt. Denn die Frauen von Illinois wollen ungleich den europäischen Frauenrechtlerinnen, die die Unterscheidung zwischen „Frau" und „Fräulein" aufheben ivollen, die Anredeunterscheidung zwischen Verheirateten und Unverheirateten äüfs Strengste aufrecht erhalten und auch auf die Männer aus'dehnen. Sie haben den Senatoren an einer Reihe von Beispielen gezeigt, wieviele furchtbare Tragödien dadurch entstehen, daß verheiratete Männer für unverheiratet gehalten werden, und das vorgelegte Material soll so erschütternd gewesen sein, daß die Senatoren den Argumenten sich beugten. Welchen Titel die unverheirateten Herren aber bekommen sollen, darüber sind Frauen wie Volksvertreter sich noch int Unklaren und Senator Ettleson erwartet die Erleuchtung von einem Preisausschreiben, das den besten Vorschlag prämiiert. * Die z ehn Gebote der Ehefrau, das heißt der Ehefrau, welche als Mustergattiu bezeichuet werden will, veröffentlicht der „New Nork American". Dieser Dekalos) der angeblich aus der Feder Carmen Sylvas, dep Königin von Rumänien, stammen soll, lautet folgendermaßen: „1. Fang keinen Streit an. Ist der Streit aber unvermeidlich, so halte tapfer aus bis zuM Ende. Wenn dir der Sieg lacht, wirst du in den Auge» des Gatten Ansehen gewinnen. 2. Vergiß nicht, daß du dich mit einem! Manne und nicht mit einem Gotte verheiratet hast. Wundere dich also nicht über feine Schwachheiten. 3. Verlange nicht zu oft Geld von deinem Gatten: richte dich mit dem ein, was er dir monatlich gibt. 4. Wenn' du merkst, daß dein Mau» zu wenig Herz hat, so deiike daran!, daß er einen Magen hat. Dadurch, daß du seinen Magen gut behandelst, wirst du allmählich auch zu seinem Herzen gelangen. 5. Sieh zu, daß hin und wieder, aber nicht zu -oft, das letzte Wort deinem Gatten bleibe. Ihm wird das Freude machen, und dir kann es nicht schaden. 6. Lies die ganze Zeitung, nicht nur die Skandalgeschichten. Dein Manu! wird sich freuen, wenn er Mit dir Mer die Ereignisse des Tages und sogar über Politik sprechen kann. Auch im Streit sollst du deinen Gatten nicht beleidigen. Vergiß nicht, daß er dein Halbgott war. 8. Mach deinem Gatten von Zeit zu Zeit das Kompliment, das; er der schlaueste und gebildeste aller Männer ist, und gib zu, daß du nicht immer unfehlbar bist. 9. Wenn dein Gatte schlau ist, fei ihm Kämeradin, wenn er duMm ist, sei ihm Freundin und Beraterin. 10. Achse vor allem die Mutter deines Gatten: bedenke, daß er sie liebte, bevor er dich liebte." Das ist ein hübsches kleines Resümee weiblicher Philosophie! Und wie Carmen Sylva ihre Schwestern kennt! Rätsel. Du siehst om Wasser mich als schlanken Baum; Hast du mir nun ein „K" als Haupt erteilet, So zeig' ich mich als dunklen, kühlen Raum, In bem so Mancher ost und gern verweilet. Und fragst du mich: „Warum?" — Ich sag' es nicht! Ein kurzes Wörtchen ruf' ich dir entgegen; Es gibt nicht Ausschluß, doch es nennt die Pflicht, Die alle Rätselfragen auferlegen. Wenn bit das kurze Wörtchen hast gesunden Mit jenem „K" und jenem schlanken Baum, So hast bit 's Ganze, b’rin in sel'gen Stunden Manch' Dichter träumte einen schönen Traum. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Letterrätsels in voriger Nummer: O p i u m , A r u b a, N i s i b; Iohaunes Brah in s. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.