samsiag den 23. Oktober 1909 MW ?«i, ' 8'1 Rheinlandstöchter. Roman von Clara Viebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Sie hatte ihn la'ngehört, ohne ihn mit einem Laut zu unterbrechen; jetzt wurde ihr totblasses Gesicht von einer leisen Röte angehaucht. „Uno du denkst, ich werde dich so lassen?" sagte sie fest. „Deiner Hirngespinste und äußerer Verhältnisse wegen aufgeben? Nein, nein!" Sie schüttelte fast lächelnd den Kopf. „Wenn wir arm sind, was schadet das? Und sind wir beide nicht jung? Wir warten eben ruhig noch ein paar Jahre und dann und dann —" sie sprang auf und suchte ihn mit sich in die Höhe zu ziehen — „werden wir doch glücklich sein! Mut!" Ihre Augen strahlten Glanz aus, die schlanke Gestalt hob sich und schien größer. „Mut, Ferdinand!" Er widerstrebte ihrer Hand, drehte den Kopf nach der Sosalehue und drückte stöhnend das Gesicht ins Polster. „Laß mich, martre mich nicht so! Ich kann nicht, ich kann nicht! Wenn du wüßtest, ich —" „Was weiß ich nicht? Sag's!" „Ich kann nicht! Oh---“ „Sag's, sag's, ich zucke nicht mit der Wimper! Sag's, wenn du wich liebst!" „Ich —“ eine angstvolle Pause. „Ich —" er hotte zitternden Atem, nahm einen Anlauf und stieß rauh hervor: „Ich liebe — dich nicht!" . Sie zuckte nun doch zusammen. Mit einem Wehlaut sank sie aufs Sofa zurück, die Augen geschlossen wie eine Tote. Totenstill war's auch im Zimmer; keine Regung, kein Laut 1— alles gestorben. Wie im Grab. Minuten verstrichen — Ewigkeiten. Endlich stand sie auf, ohne Tränen; mit bebenden Händen strich sie die wilden Haare aus der Stirn. Ihre Stimme klang gebrochen. „Lebwohl!" flüsterte sie kaum hörbar. „Adieu!" Sie raffte ihr Tuch vom Boden und zerrte den in den Nacken geglittenen Schal herauf. Schritt für Schritt machte sie zur Tür, mühsam wie eine Greisin. Nun stand sie auf der Schwelle, wandte sich noch einmal um. „Nelda!" Er sprang auf und breitete die Arme nach ihr aus. „Noch einmal, zum letztenmal!" Er kam auf sie zu. „Nein!" Sie wich zurück. „Nie mehr! Ich —“ sie konnte nicht weiter sprechen, stumm schüttelte sie den Kopf und hob abwehrend die Hände. Sie taumelte, er wollte sie umfassen, sanft stieß sie ihn von sich. „Vergiß mich — ich bin tot — für dich!" Die Tür fiel ins Schloß, langsam hörte er ihre Tritte aus der Treppe. Aus — vorbei — frei gemacht! Er stand und stand und staarte ins Leere; warum fühlte er sich denn nicht erleichtert? Er versuchte aufzuatmen, es ging nicht; ein Bleiklotz lag ihm auf der Brust. Verstört sah er um sich'. Da hatte sie eben noch gestanden, sie, die ihn liebte! Dck — auf einmal fiel's ihm ein, wie kam sie aus dem Haus? Es war ja schon geschlossen. Wenn jemand sie von ilM herunter kommen sah?! Er hastete nach der Treppe, leise rief er: „Nelda! Nelda!" Im Dunklen tappte er hinab — keine Antworts sie war schon fort. Fetzt öffnete sich unten jm Parterre links die Tür, eine gräuliche alte Hexe leuchtete heraus. „Ich hab' das Fräulein schon herausgelassen," grinste sie. Und Hauptmaiii! von Ramer zog sich auf fein Zimmer zurück. Es war seine letzte Nacht in Koblenz, aber er ging nicht zu Bett; er packte erst seinen Koffer fertig, dann saß er ans dem Sofa, auf derselben Stelle, wo Nelda gesessen, drückte den Kopf in die Polster und weinte. Eiz beweinte fein Unglück. XI. Im Kasino war Herrenfest vom Garderegiment Königin- Anfang Winters. Man hatte sich Gäste eingeladen, die verschiedenen Waffengattungen waren vertreten, auch ein paar Zivilisten darunter. Das Diner vorüber. Man war beim Roquefort augelangt, sehr animiert — ganze Batterien von Flaschen aufgefahren, Sektkühler immer von neuem gefüllt; der Kafinokeller wurde durchprobiert. Die Herren hatten rote Köpfe, eben jetzt sprach jemand von Kognak Mousseur und Schwedischem Punsch. Kein schlechter Stofs, allgemeines Hallo die Antwort. " Hübsch unter sich zu sein und keine Redensarten drechfew zu müssen! Es sprach sich famos von der Leber weg, man brauchte nicht in Sorge zu sein, gleich festgenagelt zu werden. Mau hatte nach althergebrachter Sitte den General Kunsemong leben lassen, damit war's aber auch! abgetan. Angenehm, die Beine so ungeniert von sich strecken zu können! Ein paar Knöpfe am Waffenrock standen offen, die Zivilisten lockerten die Weste; es herrschte eine ent* schiedene Familienähnlichkeit unter sämtlichen Teilnehmern des Banketts — die Familienähnlichkeit der trunkenen Menschheit. Diese geschwollenen Stirnabern, diese erhitzten Gesichter, diese wüsfrig-verschwommenen Augen! Unter'm Tisch, saß der Sekonde von Strehlenheimb und mtetfte - mitunter hob er das Tafeltuch, streckte den Kopf vor sah ich mit vorquellenden Augen um und duckte dann wieder nieder. Ein stürmisches Froschliebeskonzert erhob fick) unten, schallende Lachsalven antworteten oben. Der dicke Major Aus der Hoh, noch mit der Serviette über der mächtigen Brustwölbung war nicht zu dampfen; er erzäblte Geschichten ohne Ende. „Es war einmal em Mann der war so stark, daß er zwoou Eisenbahnzuge hatte aufhalten können; dieses tat er aber nicht, sondern er kaufte sich ein Mouokle. Dieses zersprang vor der Kraft seines Auges, und ein Splitter kam ihm m's ^nge. Siefen hätte er hinausziehen sollen. Dieses tat er aber nicht — 662 „Still, Majörchen! Aus der Hoy, still! Silentium!" „Dieses tat er aber nicht, sondern er zog die Balken Ms den Augen seiner Nächsten und gründete" — „Ja, ja, wir wissen schon! Ruhe!" „Und gründete damit ein Holzgeschäft. Er wurde ein reicher Mann und hatte einen Sohn, der war so stark, daß er Moon Eisenbähnzüge hätte aufhalten können; dieses tat er aber nicht —" „Um Gotteswillen, der Mensch macht einen taub! Stopfen wir ihm den Münd. Prosit Majörchen, prosit! Heil, heil!" Ein halbes Dutzend Champagnergläser erhob sich; mit zitternder Hand langte Aus der Hoh nach dem seinen: „Pro >— ost, mei — eine Herren!" „Er setzt ihn an, er trank ihn ans," zitierte der literarisch gebildete Willibald Kälbshorn, besonderer Klassikerschwärmer und überzähliger Hauptmann bei den Pionieren. Er galt nicht viel bei den Kameraden, eben dieser literarischen Bildung wegen; bei Damen in einem gewissen Mter, oie für's Platonische schwärmten, desto mehr. Er tvarf mit Zitaten um sichj, er deklamierte, er melo- dkamte, er huldigte in Gelegenheitsgedichten, er verehrte das schöne Geschlecht mit jener, ach längst ausgestorbenen, ritterlichen Minne; er hatte was vom Toggenburger an sich, der aus der Ferne himmelt. Diese Ballade gab er Mich, wenn gereizt, am liebsten von sich. „Heiliges Kanonenrohr, jetzt fängt her an zu deklamieren," flüsterte der kleine Röntheim seinem Intimus Osten tzü, mit einem furchtbaren Seitenblick auf den Literarischen. „Er wird doch nicht?!" Allgemeines Entsetzen. „Schreien wir ihn tot!" „Ho — holla — ha — ha!" Die weinrauhen Kehlen jbraHen ein ohrenzerreißendes Getöse hervor. „Ritter, treue Schwesterliebe," klang's dumpf dazwischen. „Schreit ihn tot!" „Haha — ho — prost — haha, haha!" „Fordert keine andere Liebe —" „Quak, quak," gina's unter dem Tisch, ein ganzer Frosch- Korus fiel ein; beleidigt schwieg der Literarische. Immer heißer die Lust im Saal, während draußen der Novemberwind Schnee an die Scheiben fegte. „Du, Osten," Röntheim stieß den Freund in die Seite, „übermorgen mit nach Köln, was? Die kleine Nina Smettana vom Skalatheater — in Zivil: Finchen Schmitz erwartet mich. Deine Freundin, wie heißt sie doch? Anna, Susanna, Marianna — na, du weißt schon, die hübsche Schneiderseele! Auch zu erlangen. Erst amüsanter Bummel, dann Souper bei Bettger, kleine Budengasse — Wunder sehen, wie süffig die kleinen Mädchen sind — was? Famos, haha!" „St, nicht so laut!" Der andere fuhr sich mit den gespreizten Fingern durch's Haar und ruinierte seinen Scheitel. „Famose Aussicht!" Er verzog kläglich sein hübsches Gesicht. „Aber Benno, meine Frau, — du weißt doch! Freiherr und doch keiner mehr — ä!" Er zuckte ärgerlich mit den Schultern. Röntheim lachte laut auf und trällerte dann: „La donna ö mobile — lala — lieber Sohn, gar nichts Ml sagen! Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß. Wir fahren, abgemacht, bon!" Die beiden Freunde vertieften sich angelegentlich in die Details der Vergnügungsreise, plötzlich wurde ein Name genannt. Wer hatte ihn zuerst ausgesprochen? Niemand konnte es sagen. Nun, er war da, die beiden horchten rmd Röntheim machte sofort Jagd auf ihn. „Aha, Rainer, Ramer — sagten sie nicht Ramer? Gut, daß der jetzt die Mainzer beglückt; fatale Visage! Uebrigens i— haha — feudaler Spaß mit Ramer diesen Sommer — weiter nichts als ausgekniffen — haha!" „So? Inwiefern? Was ist los?" Ein Dutzend Stimmen stürmten auf Röntheim ein; der war groß im Erzählen von Skandalosa. „Was Pikantes, ja?" „Na und ob!" Benno von Röntheim schnalzte mit der Zunge und verdrehte funkelnd die Augen. „Sollten Sie Nichtwissen? Unglaubliche Geschichte! Die Dallmer —" „Laß doch, Benno!" Osten zupfte ihn verlegen. „Nicht dreinreden! Osten, still! Erzählen, Röntheim, «erzählen Sie los!" „Na, man sieht, nicht alle der Herren haben Mütter, Frauen, Bräute hier — Liaison von Ramer mit Fräulein Dallmer doch stadtbekannt!" „Oho, kommt der jetzt Mit her alten Geschichte! Natüv- lich, wissen wir längst!" „Aber weiter!" Der Erzähler lächelte selbstbewußt und strich sich den Magen. „Der Röntheim, fixer Knabe, was? Kriegt alles raus. Habe da in Ehrenbreitstein kleine Mamsell, bei der ich, Monogramm sticken lasse; wohnt bei alter gräulicher Tante, die möbliert vermietet. Ramer da gewohnt. Höre nun ■— noch nicht lange her — ganz zufällig, daß am späten Wend, sagen wir Nacht vor Abreise, Besuch bei bewußtem Herrn gewesen — wer —? Tableau —, Fräulein Nelda Dallmer!" Ein allgemeines: „Ah!" „Soll sehr erregte Unterhaltung geführt haben — Vorwürfe — Ansprüche geltend gemacht — Hauptspektakel. Alte natürlich am Schlüsselloch gehorcht. Junge Dame sehr streitbar, dem Galan tüchtig die Meinung gesagt. Rainer in Mauseloch gekrochen; dann Abgang der beleidigten Unschuld — voila tout!" „Haha, ist's möglich? Donnerwetter, hätte ich nicht von der Dallmer gedacht, hatte so was von absolut spröder Reinheit," meinte einer der Zuhörer. „Weniger rein wäre angenehmer gewesen," warf man dazwischen. „Riesige Kratzbürste!" „Täuscht," lächelte ein dritter, „so sind sie alle. Rein, haha, bis auf einen Punkt — ua —" Ein vielsagendes Achselziehen war der Schluß. „Wird wohl bald von Bildfläche verschwinden müssen!" Röntheim zwinkerte verschmitzt; er konnte mit dem Effekt seiner Geschichte zufrieden sein, die Nächstsitzenden waren Feuer nnb Flamme, der Name Nelda Dallmer ging von Mund zu Mund. Unglaublich, unerhört! Man wurde etwas laut. Osten war die Situation unbehaglich; er schaute vor sich nieder und knetete Brotkügelchen. Mochte nun die Geschichte wirklich passiert sein oder nicht — Röntheim schnitt bekanntlich sehr auf — jetzt war sie publik, Agnes konnte unmöglich mehr mit der Dallmer verkehren. Es würde Tränen geben, aber — er schreckte zusammen. (Fortsetzung folgt.) Hans Thoma. (Original-Artikel der Gießener Familienblätter.) I. Tie Feste sind verrauscht. Der Gefeierte, dem diese Ehrungen gelegentlich seines 70. Geburtstages dargebracht wurden, Hans Thoma, ist doch recht froh, daß er nach dem. Hervvrtreteih an die Oefsentlichkeit sich wieder in sein trautes Heim zurückziehen kann. Tie vielen Freundschaftsbeweise, Anerkennungen und Huldigungen aus seinem lieben Badentairde, aus ganz Deutschland und über Deutschlands Grenzen hinaus, die ihm als Künstler unb Mensch in gleicher Weise galten, haben dem alten Manne wohlgetan, aber nach all dem ungewohnten Trubel hat er das Verlangen nach Ruhe. Irr den Festtagen ist er gav nicht recht zur Besinnung gekommen, nun känn er sich seinen! Träumereien hingeben. Sein ganzes Leben läßt er noch einmal an sich vorüberziehen. Es war reich an Liebe, an Arbeit, an Enttäuschungen, an Entbehrungen und schließlich an Anerkennung und Ehrungen. Seine Gedanken wandern zurück nach Bernau, seinem Heimat- dorse, das im südlichen Schwarzwald in einer großen langgestreckten Talmulde gelegen, rings von hohen Bergknppen umgeben ist. Tort hat er sich nach Herzenslust umhertummeln können. Hinter dem Vieh ist er hergelaufen, im Gras zwischen Blumen hat er auf dem Rücken gelegen, dem schnell fließenden Bach zugeschaut, die Hohenzüge betrachtet und den blauen Himmel über sich Mit den nmnnigfaltigen Wolkengebilden. In den langen Wintermouateu hat er die ganz anders geartete Schneelandschaft auf sich wirken lassen. Viel hat er die Natur beobachtet in seiner völligen Ungebundenheit, so daß sie sich ihm schließlich bildartig einprägte. Wie hätte er wohl ahnen können, daß er derartige Bilder später in großer Zahl malen würde. Aber schon während der Schulzeit drängte cs ihn die ihm innewohnende Gestaltungsfähigkeit zu betätigen. Er zeichnete nebenher, und seine Mutter, ans deren Familie diese Gabe auf ihn überging. Unterstützte ihn in der Pflege dieser Beschäftigung. Bald nach der Schulzeit wurde er Zach Base! zu einem! Lithographen in die Hehre getan. Er hielt das Sitzen aber nicht aus und ging,_ von Heimweh getrieben, wieder nach Bernau. Bei einem Anstreicher und Lackierer in Basel und bei einem Uhrenschildmaler in Furtwangen versuchte er dann fein Glück, kehrte aber immer bald nach der Heimat zurück. Dort übte er sich weiter im Zeichnen und Malen nach Vorlagen und nach der Natur, auch versuchte er zu porträtieren. In St. Blasien gelang es ihm, einige seiner Bildchen zu verkaufen. Sein Vater war inzwischen verstorben und seine Mutter verschaffte ihm mit •— 663 — diMker Äüfopferuntz so viel freie Zeit für seine Liebhabereien, teiie irgend angängig. Mit Hilfe einiger Herren auS St. Blasien würde cs denn Pvauzigjährigen Jüngling ermöglicht, di« Karlsruher Kanst- fiiabemie zu beziehen. Auf Grund seiner eingereichten Arbeiten würde er in der Slntikenklasse aufgenommen. Mit heiliger Scheu betrat er die Arbeitsstätte der Kunst und schaffte dort mit großer Emsigkeit. Nach sechsmonatlichem Unterricht durste er Schüler des Direktors Schinner werden, d. h. er ging (mit dem Mitschüler Eugen Bracht) in den Schwarzwald und malte dort nach der Natur, und mit welchem Eifer! Durch die Jahre 1860—66 war er immer. im Winter auf der Kunstschule, und wenn der Sommer kam, ging er nach Bernau Und arbeitete nach der Natur. Er war in der Malklasse und malte dort auch 'Köpfe. Durch Canon kernte er eine Summe von maltechnischen AusdruckKmitteln kennen, durch ihn wurde er auch zuerst auf die Maltechnik der großen Meister aufmerksam gemacht. *) Es kamen die Winter, Ivo er als Meisterschüler Bilder malen durste. Das wat eine gar heikle Zeit, eine Klippe, an der sich auf den meisten Hochschulen die begabtesten und selbständigsten: Schüler stoßen — was soll man da nun malen? Wie sollen die Bilder aussehen? — Das Genrebild stand hoch im Ansehen, auch er versuchte allerlei, aber es zeigte sich, ein Konflikt — die Erscheinung der Natnr sprach sehr zu ihm — aber die Erzählung, die das Genrebild mehr oder minder geistreich ausdrücken sollte, kant dabei zu Schaden. Auch das Landschaftsmalen hatte seinen Haken; irt der Schirmerschule mußte man komponieren lernen — das konnte er gewöhnlich nicht mit den Eindrücken, die ihm der Schwarzwald gemacht hatte, und überhaupt mit dem, was er bisher gesehen hatte an Landschaftshatur, vereinigen; die Schwarzwälder Tannen wollten sich schon gar nicht fugen, auch die langen Bergrücken nicht, und gar die langhin sich ziehenden Wiesen — die zu malen durfte man gar nicht denken. Ein geborener Realist, wollte er nichts anderes malen, als ivas er selber gesehen, ja selber gelebt hatte — wo er hinschaute, sah er auch Schönes genug. Menschen, Tiere, Landschaften, in harmonischem Lichte vereinigt» schwebten ihm vor. Ahnungen, Möglichkeiten zu schönen Bildern — wenn er nur einmal die Bilder so machen könnte, wie er sie sich vorstellte. Programm hatte er keines, auch keine Sorge, wie die Sache werden sollte; er dachte, daß, wenn er einmal Bilder annähernd so malte, wie sie ihn. traumartig umgaukelten, dieselben auch 'aller Welt gefallen müßten'. Freilich hatte er da die Rechnung ohne den Wirt gemacht, wie er Jahrzehnte hindurch erfahren Mußte. Aber der Siebzigiährige empfindet bei seiner Rückschau Noch eine wohlige 'Genugtuung darüber, daß er trotz der vielen Entbehrungen und Enttäuschungen fest genug geblieben war, mit unbeugsamer Energie seinem inneren Drange zu folgen, seiner Eigenart treu zu bleiben. Des Bleibens in Karlsruhe war für ihn nicht mehr. Ein Freund, Hermann Schümm, versuchte es, ihm in Basel eine Zeichenlehrer stelle zu verschaffen, aber es mißlang. Er ermöglichte es ihm, nach Düsseldorf zu gehen. In einem Keinen Atelier arbeitete er dort recht fleißig, mit dem guten Gefühl, in einer richtigen Malerstadt zu sein; er stÄlte auch einiges ans, aber die Bilder waren Fremdlinge, und die -Kunsthändler wußten nichts damit anzufangen — sie bewegten sich gar nicht auf der Linie Achenbach-Vautier. Tie Karlsruher Empsehlnngeu versagten auf eine fast komisch zu nennende Art. Die Situation wurde ernst, sehr ernst. Der un- envartete Verkauf eines Bildes für 150 Taler half zunächst. Wertvoll wurde ihm die 'Bekanntschaft mit dem Frankfurter Maler Scholderer, dessen ruhig sickere Technik von entschiedener Bedeutung für seine damalige .Entwickelung war; ja, er war der einzige in Düsseldorf, dessen Art und Wesen belebend auf ihn einwirkte; sein Sinn für einfache Behandlung, für harmonische Ganzheit war dem verwandt, was Thoma selber suchte. Für die Düsseldorfer waren seine Bilder ganz und gar nichts; abfällige Kritik suchte sich lustig darüber zu machen. Im „Malkasten" wurden Karikaturen von seinen Bildern gemacht, es herrschte das große Hallo. Ein ihm wohlgesinnter Maler ärgerte sich über die Spötter und sagtet ihnen: „Hebt euch nur einstweilen Daran? ein, es kommt euch zugut, wenn die Zeit kommt, wo ihr die Bilder im Ernst nachahmt." Nach zwei in Düsseldorf verbrachten Wintern .ging er int Frühling 1868 mit Scholderer nach Paris. Hier kam ihm zum Bewußtsein, daß sein Weg, den er auf der Kunstleiter beschritt, her richtige war. Die Düsseldorfer Erlebnisse sanken vor den geiMtigen Kunstschätzen, die er nun schaute, zur Episode herab. Bon den zeitgenössischen Malern war es vor allem Cvurbet, der ihn , mächtig anzog. Schon im folgenden Sommer machte sich die in Paris gewonnene Anregung bei den in Bernau angefertigten Arbeiten geltend. Aus Anraten von Karlsruher Künstlern ging er int Herbst wieder nach Karlsruhe. Aber länger als anderthalb Jahre hielt er es nicht aus. Seine im Kunstverein ausgestellten Bilder wurden als etwas Unerhörtes betrachtet; einige Mitglieder dieses Vereins machten an den Vorstand allen Ernstes die Eingabe, Thoma das Äusstelleu ein für allemal zu verbieten. Nach dem tiefen, sattelt Grün, das .in seinen Landschaften oft vorkam'. *) Einzelne stellen sind den gesammelten Erinnerungen „Im Herbste des Lebens" von Hans Thoma entnommen, Anführungszeichen befinden sich nur da, wo wörtliche Wiedergabe stattfand. nannte Man in der Gesellschaft einen gewissen Salat „Thomasalat" Er ging zunächst nach Säckingen, dem damaligen WoAwrt feiner Mutter und Schwester. 'Dort arbeitete er fleißig und die rege Tätigkeit, sowie sein köstlicher Humor und Lebensmut bewahrten ihn vor Verbitterung, und nicht am letzten Ende die innige Liebe, mit der seine Mutter ihn immer wieder und wieder umfing. Einige Auftrage von Städteansichten (Rheinfelden, Laufenburg, Waldshut und Säckingen) ermöglichten es ihm, im Herbst 1870 nach München zu gehen. Ten wohlgemeinten Rat, Pilotyschüler zu werden, befolgte er nicht, dagegen schloß er bald Freundschaft mit Viktor Müller, dem älteren, gleichgesinnten Kollegen, um den sich eine Keine Gruppe von Künstlern bildete: Scholderer, Haider, Sattler, Eysen und auch Leibl gehörten dazu. In treuer Kunst- liebe hielt Tr. Bayersdorfer zu ihnen. Letzterer fand bald heraus, daß „unverkäufliche Bilder" so ziemlich das .Programm dieser Künstlergruppe sei. Tie Kunsthändler wollten also auch hier nichts von ihm wissen. Im Kunstverein kam er etwas besser davon. Es fanden sich immerhin einige Muser für seine Bilder. Tie Kritik war ihm auch nicht hold. Der Kritiker der „Allgeh meinen Zeitung" nannte ihn „den nicht talentlosen Begründer der sozialdemokratischen Malerei". Auf dessen Frage, wo er denn eigentlich mit seiner Malerei hinanswollte, antwortete er: „Ei, ich will gar nirgends hinaus — ich sorge nur, daß ich bei mir selber bleibe." Auch mit Böcklin wurde er bekannt, der sich vor den Bildern viel über Technisches mit ihm unterhielt und ihn mit seinen vielfachen Versuclcen in der Maltechnik vertraut machte. Ein lebhafter Bewunderer feiner Werke, Tr. Otto Eifer, ein Arzt aus Frankfurt, lud ihn im Herbst 1873 zu sich ein zur Anfertigung mehrerer Porträts. 'Dadurch irorbe es ihm ermöglicht, im nächsten Jahre eine längere Reise nach Italien zu unternehmen. Genua mit feinen Palästen, seinen dunklen Zypressen, seinen matt- grünen Oliven und dem lebhaften Treiben: am Hafen machte einen tiefen Eindruck auf ihn. Hier fühlte er sich in Italien. Bon da besuchte er die Kunststadt Florenz und das ewige Rom, wo er die Künstschätze abwechselnd mit der Frühlingslandschaft ber Campagna genoß. Letztere übte einen nachhaltigen Eindruck auf ihn aus, wie auch die auf der Rückreise berührten Orte Orvieko, Siena und Spezia. Ter Aufenthalt am letztgenannten Ort veranlaßte ihn zu folgenden Betrachtungen: „Sv Mr Mittagszeit hoch oben bei Port» Veuere sitzen, in die blaue Unendlichkeit von Meer und Himmel hinaussehen, unten schäumt die Brandung, die nach und nach zu einer Musik wird und herauftönt, wie Memchen- ohren sie nur in ben seltensten Stunden als Weltharmonie höchster Ordnung auffassen können. Oder im blühenden Olivenhaine, den ganz eigenartigen 'Duft, der sich mit der Meeresluft, die aus dem Blauen lMranweht, so schön vereinigt — das Bienengesumme in den gelblichweißen Blüten auf kristallblauen Gründen — das Gefühl der Unendlichkeit überkommt uns, so daß wir die Sinne verhüllen, um in die tiefste Einsamkeit unseres Seins zu versinken." Zurückgekehrt, eilte er zunächst zu den ©einigen, folgte im Herbst einer Einladung Sattlers nach 'Schtveinfurt, wo er mit diesem zusammen dessen Weinbergsturin mit Temperabildern aus- malte. Im Winter war er in Frankftirt mit Freskomalereien für Alex. Gerlach und mit Porträts beschäftigt. Im Frühling des Jahres 1876 war er ivieber in München, den Sommer verbrachte er in Säckingen und arbeitete im Winter mit seinem Freund Stein- Hausen zusammen in einem Atelier in .Frankfurt. Tiefes Jahr war bedeutungsvoll für ihn; er schloß den Lebensbund mit der Künstlerin Cella, die er unterrichtete. Im nächsten Jahre fiedelte er ganz nach Frankfurt über mit Frau, Mmter und ©d>iaefter. 1876 bedeutete ein glückliches Jahr auch für fein Schaffen und in der nun folgenden Zeit entwickelten sich in ruhiger, zufriedener Arbeit seine künstlerischen Fähigkeiten zu voller Entfaltung und großer Fruchtbarkeit. Sein Freundeskreis erweiterte sich, wodurch er mehrfach Aufträge zu Porträts und Wandgemälden bekam. Tie Kunstausstellungen und die Kritik verhielten sich aber immer noch ablehnend gegenüber feinen Werken. In Herrn Minvprio aus Liverpool erstand ihm ein Verehrer, ber ihm viele Bilder abkaufte, den er auch 1879 besuchte. Tiefer Herr bestellte oei ihm auch zehn italienische Ansichten, wodurch es ihm ermöglicht wurde, im nächsten Jahre wieder eine längere Reise nach Italien zu untmteljmen und diesmal mit seiner lieben Fran. Tiefe zweite Reise machte fast noch mehr Eindruck auf ihn, als die erste. Seine Aufträge führten ihn nach Sorrent, Neapel, Rom und dem Seengebiet. Mit gefüllten Mappen und manchem fertigen Bild beladen kehrten sie in die Heimat zurück. In späteren Jahren folgte er noch einer Einladung von Adols Hildebrand nach Florenz und von Henry Thode nach Venedig und Gardone. Die letzte Reise ist wvhl als Linderung des Schmerzes aufzufasien, den ihm der Tod seiner alten, so sehr geliebten Mutter verursachte. Aber diesem ersten Schlage folgte bald ein zweiter, noch wuchtigerer; nach fünfundzwanzigjähriger glücklicher Ehe starb feine Fran, mit der er so viele Sorgen, Freuden und auch seine künstlerischen Interessen teilen durfte. Er hat sie oft im Bilde festgehalten, zuletzt noch nach ihrem Tode. Diesem Bildnis, das feine Frau in reiferen Jahren als Brustbild darstellt, mit einer Landschaft als Hintergrund, in der zwei Frauen lustwandeln und unter einer üppigen Banmgruppe ein Maler sitzt (jedenfalls seine Fran, feine Schwester und ihn selbst darstellend), hat er folgende — 664 —*B I. L..e. Auflösung des Delta-Rätsels in voriger Nummern D. R. D - sei n d a e in a a h a 8 e W a r 8 h a u e & a 0 f u c 1 u 1 n V n g' •- ■ , , h !.. nd. r. b.. ch. r.. n! Ailslösung in nächster Nummer. Aus der Pfarrchrsmk von Urofdorf bei Gießen zum Anegsjahre J759. Die Kriegsereignisse des Jahres 1759 bei Gießen sind in dem Aussätze: „Kriegsbedrängnisse in und bei Giessen im Herbst iuub Winter 1759" bereits früher besprochen worden. Tie chronikalischen Aufzeichnungen des damaligen Pfarrers Schmidtborn in Krofdorf bilden eine wertvolle Ergänzung zu bent früher Erwähnten Nachdem die Franzosen am' 4. August 1759 bei Bernden von dem Herzog Ferdinand v. Braunschweig, dem Berbünoetcn des Preußenkönigs Friedrichs II., geschlagen worden waren, nahmen sie ihren Rückzug über Kassel, bis sie sich jenseits der Lahn in einem verschanzten Lager bei Gießen festsetzten, das sich auf der einen Seite vom Philvsophenwald nach Annerod—Rödgen, auf der anderen nach 'Klein-Linden hin ansdehnte. Gießen selbst hatte schon vorher eine französische Besatzung. Diesen festen Punkt den Franzosen zu entreißen und sie nach der Maingegend zurückzudrängen, war der Plan des Herzogs Ferdinand von Braun- schweig, der den Franzosen bis nach Gießen nachgefolgt war. Am 19. September war die Armee der „Alliierten" bei Krofdorf versammelt und lagerte von Wißmar bis nach Fellingshausen. Die Chronik berichtet: „Als; die Alliirte Armee nun hier nächst also gelagert stunde, wurde das Lager sogleich 'befestigt. lieber Wismar her nach Launspach zu wurde eine Krennirvalatlons Linie gemacht. Batterien wurden errichtet, vor dem Wald nach der Wißmarerbach zu hinter dem Launspacher Wald zu oben auf dem Wettenberg, vor dem rechten Thor zu Gleibergs und außerdem auch neben dem dasigen Kirchhof her eine. In dem Atz- bacher Wald nicht weit von Rodheim wurde ein Verhau gemacht Und eine große Batterie angelegt. Auch wurde oben auf dem! Dienstberg eine Batterie gemacht." „Das Hauptquartier des Herrn Generalen en cheff Hcrtzogs Ferdinand von Braiinschweiq wurde allhier zri Croffdorf in des Herrn Oberförsters .Gunckels Haust genommen, und der Herr Generäl Lieutenant der Hannoveraner, von Spörcken nahm mit seinen Sämtlichen Domestiquen sein Quartier bei; dem hiesigen Orts Pfarrer Schniidtborn, welcher durch diese Einquartierung' dergestalt eingedränkt worden, daß er mit den ©■einigen weiter nichts int Pfarrhause als ein Kleines Kämmerlein an der Wohnstube frey behielte, und sich sehr schlecht behelfen mußte. Der Herr Erb-Printz von Braunschweig nahm sein Quartier bey dem hiesigen Schultheiß Winter und der übrige General Staab breitete sich durch gantz Crofdorf aus;. Der Herr Graf Von der Bückeburg logirte zu Gleiberg auf gnädigstem herrschaftlichem Schloß und in Gleiberg logirten hin und wieder vornehme hannoverische Generale. Zn Wißmar in dem Pfarrhaus war das hessische Generalquartier von General von Wuttgen.au und zu Rodheim in einem Hofhanß war das englische Hauptquartier des Generals Mylord Grembi." In der Chronik wird die Feier eines Ordensfestes am' wird berichtet: „ t .. „Als die Külte im November sich emfande bauten fich die Regimenter Paraquen von .Holtz und Wäsem (mit Erde aus- gestochenes Gras) bedecket, wobei) tiefe Löcher in die Erde gemacht und die Wiesen ruinirt wurden. Ta aber die Frantzosent in der Mitte des TeceMbris Ihr Lager Verließen, Verließeit die Alliirten daS Ihrige auch und bezogen hier und in denest benachbarten Orten die Cantoniruugs Quartiere, Crofdorf bekam die Helfte von der Hannoverischen Fuß Garde noch zu! dem Hauptquartier und Gleiberg wurde mit zwei Hannoverischen Jnsanterie Regimenter belegt. c , Die Krankheiten rißen damals hier und in denen benachbarten Orten dergestalt ein, daß kein einstig.er Tag fast verging, daß hier und in der Nachb arschaftmicht etliche oder wenigsteit s eine Le ich e auf den Klr cy- Hof g e t r a g e ii w u r d e. Auß Mangel des Holzes wurde von denen Gleiberger Regimentern die Mehriste Obstbäume in denen Gärten umgehauen. In der Nacht nach dem Weynachts Fest rückte die ganze Alliirte Armee aus;, und stellte sich zwischen Gleiberg, Rodheim und Kintzenbach in Schlachtordnung, weilen! der Angriff von denen Frantzosen zu besorgen war. Bey dieser Ausrückung geschähe es, daß von denen Soldaten hin und wieder die Hofthoren und andere Thürcn und Geblänk (hölzerne Garien- zäune) zu denen Feuern vor die Armeen mit hienauß ge- nommen und verbrannt wurden." . . Am 4 Januar 1760 verließ die alliierte Armee ihre Kan- tonieruugsquartiere bei Krofdorf, gezwungen durch chic Winterkälte und den Mangel an Zufuhr, iim sichere und bessere Winterquartiere in Westfalen aufzusuchen. Als auch bald darauf die Franzosen ihr Lager bei Gießen aiifgaben, um günstigere Quartiere in der Maiugegend zu beziehen, konnte Man in Meßen und Umgegend wieder leichter alifatmen, wo nran wahrend Mer Monate Kriegsbedrückungen aller Art zu ertragen gehabt hatte. Unterschrift gegeben: „Von des reichen, Lebens wechselnden Gestalten — ein schwaches Bild — der tiefe Schmerz versucht es festzuhalten." Beide, Mutter und Frau erlebten noch seme öffentliche Anerkennung und seinen äußeren Erfolg. 1890 wurden 36 Bilder von ihm! im Kunstverein zu München ausgestellt,, die großes Aufsehen erregten und viele Käufer fanbeit. Seit dieser Zeit war er der Verborgenheit entrissen. In den folgenden Jahren beschäftigte er sich auch mit Steinzeichnungen, wodurch er eigentlich in ganz Deutschland erst recht bekannt wurde , , 1901 folgte der vereinsamte Mann dem Rufe seines Groß- Herzogs, der ihm die Direktorstelle der Karlsruher Kunsthalle nntriig Hier eröffnete sich dem unermüdlich Schaffenden ein Neues Arbeitsgebiet. Eine schon lange mit 'sich herumgetragene Idee konnte er nun auch zur Ausführung bringen; er schuf einen Zyklus großer Wandgemälde religiösen Inhalts. , Sein nunmehr verstorbener Großherzog Friedrich hatte durch einen Anbau an die Kunsthalle die Schaffung von Räumen für Thomasche Werke geplant. Dessen Sohn, der jetzt regierende Großherzvg, hat diese Idee, 'wie die Zeitungen ja berichteten, zur Ausführung gebracht. Außer den für die Kunsthalle bereits erworbenen Bildern des Meisters haben in| 3 Räumen Gemälde Platz gefunden, die Thoma dem Großherzog zum Geschenk gemacht hat, die namentlich aus den Jahren 1862 und 1863 stammen. In einem vierten Raume sind die oben schon erwähnten religiösen Gemälde untergebracht, in die Wände eingelassen, umgeben mit passender Holzvertäfelung. Auch diese Arbeiten hat Thoma gestiftet. So hat der Künstler s eine Dankbarkeit betätigt den Landesfürsten gegenüber, die ihn schon zu Beginn seiner Laufbahn unterstützten, die ihm später einen sorg- lofen Lebensabend verschafften durch die Berufung nach Karlsruhe, die ihn ehrten durch Berufung in das Herrenhaus und ihn jetzt wieder auszeichneten durch hohen Orden und Schaffung eigener Räume für seine Werke. , Ja, er ist dankerfüllt, daß er ganz seiner, Kunst leben und seine eigenen Wege gehen konnte und wird seinen Lebensabend still schaffend an der Seite seiner treu sorgenden Schwester voraussichtlich in Karlsruhe beschließen, der Stadt, in der er früher auch keinen Anklang fand, wo er aber jetzt als Meister verehrt wird. Ergänzuttgsrätsel. . g..t'. n..h. .h.e K..p., .(j.h. .u u..m.t..n; t d.. W.. t u. d.. n. n P > a. z, Vermischtes. » Der Schuß in i t der Mistgabel. Ich roar auf der Jagd, so wird uns aus Hoya gemeldet, und halte mich hinter eine Hecke gesetzt, um mein Jagdkrühstück zu verzehren An? der anderen Seite ftreuten zwei Männer Mist, ent Knecht nah em aller Tagelöhner. Sie sahen mich nicht. Jan, der Knecht, c er eist vor kurzem vom Militär sreigekonnnen war, erzählte dem allen Hinnerk von der schöne» Soldatenzeit. „SD,, bat kenn ick all, meinte Hinnerk, „ick bün in Celle bst» Militär wesen". - „Och dl, dn heft jo noch gor feen Klibein (Gewehr) in ’n Hannen hat , neefte der andere. — „Tat ivill ick di wiesen", ereiferte sich Hinnerk. „9iu kummandeer mal, du düst tut Schersant und ick Rekrut" — und dabei stand er mit der Mistwrte „Gewehr bei Fuß . Jan lies; mut den Alten richtig Gewehr-Exerzitien machen, daß es nur so klappte. Mich plagte der Tenwel. Was mir durch den tum fuhr, kam. Der „Schersaut" kommandierte: „Legt an! Feuer! und in demselben "Augenblick knallte ich meine Jagdflinte ab. So etiuaS von Verblüffung mid Schreck habe ich überhaupt »och nicht gesehen. Es war wirklich „zum Schießen" I ,. * Dienstmädchen (an die Tür des Schlafzimmers der Gnädigen klopfend): „Guä' Frau, stehns nur mal auf, im Vorhaus geht einer in Fußsocken herum, entweder ist's ein Spitzbub, ober, der gnädige Herr?!" । 18. Oktober besonders erwähnt: „Hertzog Ferdinand wurde int Monat October zu einem Ritter geschlagen. Die Solennität ging diesseits Vetzberg vor. Der Mylord Gremby hatte dahevo unter i dem Vetzberger Schloß ein leinwaudenes langes Zelt bauen lassen. Der Hertzog wurde daher von Crofdorf von der Setnbtlichen hohen "Generalität in Begleitung der Englischen Garde zitoPferde abgehohlet. Des Tages darauf tractirte der Hertzog die sämbti. Generalität gegen seinem Quartier über in bent zur hiesiegtzn Pfarr gehörigen sogenauudteit Banngarten in einem offenen großen Zelt, wobey .verschiedene Bauten Haittboisten von den Engländern, Hannoveraiieat, Braunschweiger und Hessen so an verschiedenen Orten ftimbten un einander schöne Music machten.' lieber die Dislokation der Truppen int November und Dezember Redaktion: K. Neurath. — Rolationsdriick imb Vetlag der Brühl'sehen Universitäts-Buch- unb Steindriickerei, 8i. Lange, Gießet!-