W) — Ur. |8S Montag den 22. November 7 ArüechMMKibkl! M ^GießenerAnMr liKeUml-AMM) kFortietzung.) (Nachdruck verboten.) t riß sie bett Umschlag ab, sie hielt die Äugen. War es das Halb- eiue Weile; sei Rheinlandstöchter Roman Von Clara Kiebig. Mit zitternden Fingern r sich den Bogen dicht vor i' dunkel der Totenkcumner? Nein, "es waren die stürzenden Tränen, die die Buchstaben schwach und undeutlich machten. gereichen wird. Noch verstehst Du da»s nicht, aber Du wirst cs verstehen lernen. Mir ist, als wanderte ich schon nicht mehr aus dieser Erde, ich sehe aues in einem andern Licht. Ich lege meine Hand aus Dein liebes Haupt — klage nicht, sei stark! Du bist meines Lebens Wonne gewesen — das sei Dein Trost. Dein Vater." DaS Papier raschelte und flatterte nieder zur Diele. Dallmer hob es aus und warf einen Blick hinein, dann sah er verstohlen die Nichte an. Ne stand aufrecht aM Sarg, ihre Hand ans die .han.de des Toten gelegt, das tränenüberströmte Gesicht nnbeivegltch emporgehoben. Er schlich sich leise hinaus. In seines Bruders Studierzimmer ging er rastlos auf und nieder, immer iiber den kleinen Teppich mit den karnwisinroten Rosen, den blauvioletten Veilchen und der giftiggrünen Füllung; der dämpfte feine Schritte. Nach einer halben Stunde trieb ihn die Sorge um Nelda wieder hinüber. Sie kam ihm schon an der Tür entgegen. Sie sah tieftraurig aus, aber der starre Ausdruck in ihren Zügen war gewichen, sie versuchte ein schwaches Lächeln; es war herzzerreißend, wie die herabgezogenen Mundwinkel zuckten. „Mein gesiebtes Kind! Wenn Du diese Zeilen liest, werde ich tot sein; wer weiß, ob wir uns »roch Wiedersehen! Ich will Dich nicht zurückrufcn von Onkel Konraa, hole Dir in der freien Ratter die Kraft, deren Du bedürfen wirst. Mle Nacht träume ich von Dir. Ich weiß nicht, warum ich so für Dich zittere, es macht ivohl meine Schwäche und der Schmerz, von Dir scheiden zu müssen. Gott segne Dich, »nein Kind, und behüte Dicht Du hast ein heißes Herz, rerkämpse Dir auch ein starkes Herz! Hilf Deiner Mutter und sei nicht ungeduldig mit ihr; sie ist schwach und bedarf der Stütze. Vergiß nie, daß Dein Vater sie einstmals in der Fugend geliebt hat. Ich hatte Dich gern an der Seite eines guten Mannes versorgt gesehen, oder Dir Deut Leben "mehr geebnet. Ich kann Dir nicht viel hinterlassen; ich habe gespart und gespart, aber 7000 Taler sind alles, was euch bleibt, außer der Witwenpension. Halte Dich an Onkel Konrad! Mr ist Wer als ich. aber seine Kraft ist noch ungebrochen; er wird Dir beistehen. Und nun lebwvhl, mein Kind! Ich wünsche nicht, daß Du viel weinst. Dir bist Deines Vaters größte Freude geivesen, vergiß das nicht! Du hast mir nie Kummer gemacht, auch im letzten Fahr nicht — hörst Du, Nelda, auch im letzten Fahr nicht! Es war ein Geschick, das Unverschuldet Wer Dich kant, das Deutern inneren Menschen, wenn er sich hurchgerungen hat, zum Heil hinüber. „Er Der Bürgermeister besorgte alles Geschäftliche, er hatte vieles zu belaufen und zu "erledigen. Solch- ein stiller Schläfer macht unendliche Wirtschaft und Mühe, bis man ihn glücklich unter der Erde hat. Dallmer kramte auch in des Bruders Papieren; zwischendurch kam er zu Nelda herein, ftanb eine Weile still, in Gedanken verloren, am Sarg, räusperte sich, und als das nichts half, die Richte sich noch immer nicht rührte, strich er ihr sauft über den tiefgebeugten Scheitel. „Mrct, Kind, Met!" Sie zuckte zusamnren, und schüttelte abwehrend den Kopf. Er fuhr fort: „Dein Vater hat dich sehr geliebt, ihm zu Liebe sei stark! Sieh mal her, Nelda, das lag bei seinen Papieren obenauf! Willst du es nicht lesen?" Er legte ihr ein Briefkuvert in den Schoß. Sie fuhr auf, als das Papier ihre krampfhaft verschlungenen Hände streifte. „An meine Tochter Nelda". „Onkel Konrad," sagte sie, während ein Zittern ihre Gestalt überlief, „ich hatte meinen Vater vergessen, aber nur ' :tzt nicht mehr." Sie nickte zu dem Toten hat zu mir gesprochen. Ich will stark fein; er wünscht es. Komm, laß zu Mama gehen!" Unten in der Küche rasselte Laura mit bett Herdringen/ ein Geruch von gelochten Schinkett und grünen Bohnert zog durch dis angelehnte Mr; es ioar Mittagszeit. Jetzt streckte sie den Kopf mit den glühenden Backen heraus; die schwarze Schürze und das schwarze Halstuch hätte sie abgelegt, es war setzt kein Besuch mehr zu erwarten, uml zwei Uhr aßen die meisten in Koblenz. „Gehn Se reich be Madam hat als den Tisch gedeckt! Wat Hilst et, Essen und Trinken hält Leich und Seel zusaminen." Es würgte Nelda tu der Kehle — nur einen Schritt herunter getan von da oben und wieder mitten drin in der trivialen Alltäglichkeit! Nur die Tür des stillen verdunkelten .Heiligtums hinter sich zugemacht, und matt setzt sich wieder an den gedeckten Tisch und läßt dein Leib sein Recht angedeihen, als ob nicht durch's Haus ein Schatten striche, ein Geist, der da spricht: „Ich bin nicht von diese« Welt!" . „ In der Wohnstube kam ihnen Frau Rätitt taut iv-eincnb entgegen. „Denkt euch nur, eben jetzt war die Zünglein hier — ich bin ganz außer mir! Ich hatte doch bestimmt erwartet, ihr Mann mürbe eine schöne Rede am Grabe halten, statt dessen sagt sie mir, er wird nur hier int Haus den Sarg einsegnen und dann gleich tvieder fortgehen. Und sie hat noch das Herz, mir ins Gesicht zu sagen, das! geschehe ans besondrer Freundschaft. Diese kalte, egoistische. 88t AMIE HgB IM* — 730 berechnete Person! Ihr Mann hätte Rücksichten auf seine Stellung zu nehmen. Dallmer hätte sich bei Lebzeiten nicht zum Protestantismus bekannt, und wenn die katholische Kirche die Beerdigung verweigre, kömie die andre Konfession ihr nicht so ins Gesicht schlagen. Wie gesagt, hier im Haus wolle er wohl ein paar Worte sprechen, im lieberrock, ohne Talar, quasi als Freund — o wie sieht das aus, was sollen die Menschen denken! Und draußen am Grab keine Rede, grad' als ob matt eine Katze verscharrt! Meitr guter Dallmer — nein, ich gehe nicht mit, ich kann das nicht ertragen!" Sie rang in krampfhaftem Schluchzen die Hände. „Liebe Schwägerin, regen Sie sich doch nicht so aus!" Der Bürgermeister ging unruhig auf und ab. „Freilich, unsre katholische Kirche ist schroff in solchen Dingen; wer nicht zu Beichte und Kommunion geht, seine Kinder protestantisch werdetr läßt und so weiter, der —!" Er machte eine jabwinkende Handschwenkung. „Es müßten denn ganz be- sondre Schenkungen zugesichert werden — no, davon kann ja hier nicht die Rede sein! Aber wenn Ihnen so viel dran liegt, Lorchen, sollte sich denn nicht irgend ein evangelischer Geistlicher auflreiben lassen?" „Nein, nein, wo denken Sie hin?" schluchzte die Frau. -„Wenn es der Oberkonsistorialrat tticht tüt, tut es doch kein andrer; bewahre! Mein Gott, mein Gott,, es ist zu schrecklich, ich könnte den Verstand darüber verlieren!" • Des Bürgermeisters Gesicht überzog ein jähes Rot, man sah, wie ihm die Ungeduld aufstieg. „Ich denke, Sie werden darüber njcht beit Verstand verlieren, Frau Schwägerin! Die Erde ist überall des Herrn, ob ein Pf — wollte sagen, jein Angestellter der Kirche den Segen darüber spricht oder Nicht. Glauben Sie, Joseph schläft nicht ebenso gut, auch ohne die schölte Rede? Lassen Sie ihn nur ruhen in Frieden und die Sonnenstrahlen auf sein Grab scheinen und die Nachtigallen darüber singen; das sind auch Boten Gottes! Herr des Himmels," polterte er, „lassen Sie jetzt das Händerittgen! Ob der Zängler oder Zangler kommt oder nicht kommt, ist ganz egal!" „Ich wollte es aber doch so gern — oh!" Die Rätin hielt sich das Taschentuch vor das Gesicht und fiel wimmernd aus's Sofa. „Und jetzt schreien Sie mich noch an! Ach, Dallmer ivar immer so geduldig, Dallmer hat mich, nie angeschrien, itnmer so gut — und jetzt soll er nicht mal eine Rede haben?! Ach Dallmer, Dallmer!" „Liebe Mama!" Nekda war zu der Weinenden getreten itttb strich ihr wie einem Kind über den Scheitel. Das Jammern wurde heftiger. Jetzt kauerte sich das Mädchen nieder und legte den Kopf in den Schoß der Mutter. „Liebe Mama, weine nicht, ich geh' heut nachmittag zum -Oberkonsistorialrat, um sechs hat er Sprechstunde; ich will ihn bitten, jammre nur nicht so! Es soll alles geschehen, was du willst!" Ueberrascht blickte Frau Rätin auf. Sie ließ sofort Has Taschentuch sinken, ihr Gesicht strahlte förmlich auf. „Ach ja, Nelda, das tu'! Er will gewiß nur gebeten sein. Ach, du bist ein gutes Kind, was sie auch sagen mögen! Die Zünglein sagte, ich würde meine liebe Not mit dir kriegen; die Planke ist gestern bei ihr gewesen, die hat dich auf einem Berg getroffen, ganz mutterseelenallein mit einem jungen Mann. O was die Menschen böse sind, da reden sie gleich allerlei! Sag', Kind, wer war das? Ach am Ende gar ein Fr —" „Sprich's nicht aus!" Nelda fuhr zurück wie von einer Schlange gebissen, sie sprang auf die Füße, ein tiefes Rot legte sich ihr über das bleiche Gesicht und ein Ausdruck von Verachtung um die Lippen; ihre Stimme klang hart. „Und ait so was kannst du jetzt denken?!" Es zuckte tote verhaltnes Weinen tun ihren Mund, sie. wandte sich ab und ließ sich schwer am gedeckten Tisch nieder. „Kommt, wir wollen essen," sagte sie dann eintönig, „es nutzt doch alles nichts. Komm, Mama, Schinken und grüne Bohnen, das ißt du ja so gern!" „Ob Laura sie auch nicht mit zuviel Butter geschwenkt hat? Mein Gott, die aß Dallmer auch so gern! Ich kann nicht essen, wenn ich daran denke!" Die Tränen rieselten der Rätin auf den Teller und dabei führte sie doch die Gabel zum Munde. Nelda aß auch. „Ich muß stark feilt," sprach's in ihr, Und sie zwang sich die Bissen herunter. „Stark fein," sagte sie sich, vor in den bleiernen Stunden des Nachmittags i— wie schlichen sie träge! Draußen auf der Chaussee eine blendende Sonnenhitze, und drinnen int Hans, hinter den geschlossenen Läden, eine bange, lastende Schwüle; ein Hauch der Verwesung kant von oben her und kroch die Treppei herunter. Die drei Menschen saßen beieinander und sprachen nicht. Der Bürgermeister hatte so gar keine Fühlung mit feinen Schwägerin; die empfand das, saß stumm tn der Sophaecke, das Taschentuch über's Gesicht gebreitet, oder sie drückte sich zur Tür hinaus und flüsterte in der Küche mit der Magd. Laura schlich in Strümpfen herum und sang nicht, das war ihre Trauer. Nelda trennte das bunte Band von ihrem Strohhut und steckte schwarzen Crepe darauf, sie mußte ja gleich ausgehen. „Stark fein, stark fein," knirschte die Nähnadel in dem Stroh des Hutes. „Stark sein, stark fein," klang es unter jedem Tritt, den Neldas Fuß aus der staubigen Chaussee machte. Jetzt war sie in der Stadt. Wagen rasselten an ihr vorüber, Peitschenknall, lauter, zorniger Anruf: „He, Vorsicht!" Jetzt ging sie in der Schloßstraße; Züngleins wohnten feilt. lieber beit -gediegnen Schreibtisch in des Oberkonsistorial- rats Studierzimmer spielten goldue Sonnenlichter; erft tanzten sie über die grüne Platte, dann huschten sie höher hinauf an dem kunstvoll geschnitzten Aufsatz der Rückwand. Es war ein wundervolles Möbel — ein füuftuidzwanzig- jähriges Jubiläumsgeschenk der dankbaren. Gemeinde — unten Diplomatenschreibtisch, oben gotisches Kirchenportal. Eine feinsinnige Verschmelzung! Herr Zünglein saß daran, selbst in Licht getaucht, feine Glatze eine blendende Scheibe. Er sprach sehr ernst, sehr Würdevoll, und hielt dabei, väterlich freundlich, die kalten fchwarzbehandschuhteit Finger der Bittenden in feiner warmen Rechten. „Ja, liebe Nelda, so schwer mir der Refus auch wird, es geht unmöglich Ihren Wunsch zu erfüllen. Es widerstrebt mir, dem Kind etwas gegen den Vater zu sagen; aber Ihr Herr Papa hätte sich bei Zeiten besser überlegen sollen, welche schmerzlichen Weiterungen feine uusirchliche Lebensführung beim Todesfälle den Seinen bereiten würde, abgesehen von jener" — er machte eine kleine Pause und schlug die Augen gen Himmel 1-1 „ernsten und höheren Verantwortlichkeit!" ,Lch bitte!" Nelda unterbrach ihn hastig, sie stieß das Wort förmlich hervor und preßte die Hand des geistlichen Herrn. „Ich bitte Sie, Herr Oberkonsistorialrat, meine Btntter ist so außer sich, gehen Sie mit, sprechen Sie nur ein paar Worte am Grab!" Ihre Stimme war heiser geworden, sie senkte den Kopf auf die Brust. „Ich bitte! - „Mein liebes, liebes Kind" — der Oberkonsistorialrat war ganz gerührt — „es scheint Ihnen ja sehr nahe zu gehen. Wirklich, es tut mir leid, herzlich leid, besonder» um ihre Frau 'Mutier, die arme Kreuzträgerin! Aber ich! bin ein Diener am Wort, wir haben unsre Borschrisiem Sie wissen" — er zog die Achseln in die Höhe — „unmöglich! Die hiesigen kirchlichen Verhältnisse sind bei der überlmegen- ben Macht der andren Konfession außerordentlich schwierige, wir müssen ein gutes Einvernehmen aufrecht erhalten; gerade Milde und Rücksichtnahme müssen Unseren Protestantismus auszeichnen. Ich- bedaure, aber bei meiner exponierten Stellung — ich kann der katholischen Geistlichkeit nicht ins Gesicht schlagetr. Selbstverständlich, ich werde ins Haus kommen, als Freund, als Privatmann, und dem verewigten Mitbruder em Geleitwort auf den Weg geben. Und nun gehen Sie in Frieden, meine Tochter, der Hern fei mit \u „Danke sehr, abieu!" Nelda ging, an der Tür drehte sie sich noch einmal kurz um, ihre Augen flammten. „Ver- zeihen Sie, Herr Oberkoirsistorialrat, daß ich Sie belästigt habe! Meine Mutter gibt sehr viel auf das, was Menschen sagen; darum habe ich sie gebeten. Mein Vater wird auch ohnedem ruhig schlafen. Adieu!" (Fortsetzung folgt.) Auch ein Leichenmahl. Von Ph. 8311$ bannt.*) Es war ein prächtiger Tag voller Dust und Klarheih 'als man den Johann Wilhelm Hallinger zu Grabe geleitete. Unter anhaltendem Geplauder schritt die große Leichenbegleitung hinter dem Wagen her, der den Toten zum Kirchhof brachte. *) Mit Erlaubnis des Verlages E. Roth in Gießen aus „Hanswirhn", Bilder ans dem Odenwälder Volksleben, 781 Nach dem Begräbnis fanden sich die! „G'sreind" und Nachbarn im Grubenhof ein, um zum ehrenden Andenken des Verstorbenen den Flannerts**) zu feiern. Die Tische waren säuber- Uch mit weißem. Sinnen gedeckt, die Dielen mit reinem Sande bestreut. Jeder Gast drückte der jungen Witwe sein Beileid aus und wendete ihr seinen befouderen Trost. Tas ganze Gemüt der Bärw'l faß bei dieser rührsamen Teilnahme in den Tränendrüsen. Ein richtiger Flannerts verlangte das so. — .... Während die anderen die lebhaft gepflogene Unterhaltung fortsetzten, zog der Nachbar Schleif die Bärw'l neben sich auf die Bank und sagte in wohlwollendem Ton zu ihr: „Tu brauchscht boal ’n fleißige Ehehoalter, Bärw’l, — sou mi’tn G'sindche konnscht du uit ons Tahl kumme — des beut ka' gut uff die Taner!" Mit häufiger Tränenschluckunterbrechung meinte die junge Witwe: „Dihr wißt's, woas fir'n Aerwct bei uns z'dou'n is. — Mei Hannwil’m selig — Hot fei’ Sach’ doch orndstlich g’fihrt :— un is ka’nwals mt int Rickstand gewehe. . ." „Ebbs leicht woar schun de Hannwil’m hie letschte Juhr her/' fiel der Schleisbauer ein, „äwwer er Hot doch fei' Lewedoag ka’m ’n On’reecht nit gedon'u. Sell is ’n ausgemoachti Sach’!" „Sou ma'n ich auch — rechtschaffe woar mei’ Hannwil’m selig," sagte die Bärw’l, während sie schon wieder Tränen zu schlucken und sich dann dröhnend zu schneuzen begann. „Träischt dich emol setzet, Nochb’n! Ter Hannwil’m is dout, NN du mnfcht nod drnff sehe, wie de bei' Sach' richtig on'packscht. — Alles verkaafe —> sell gäiht nit! Alla’ konnscht. du’s mi’tn besetzte Wille nit mache, b’suunerfch bei son'm Feldbau. — Groad die Aerwet uff’m Grubehouf will verstanne fei', un feilt kennt ka’ner besser wie der Balser." Bei ben letzten Worte:: überstrahlte ein gutmütiges Lächeln das runde Gesicht des Schleifbauern. „Ma'nt dihr? — Den Balser Hot aach mei' Hannwil’m selig sou gearn g’hatte! — Nvrn dihr sollt mir rote, hor’r vor sei'm selige Enn gema’nt." In der Erinnerung an ihren verstorbenen Mann schnupfte die Bärw'l wieder heftig auf. „Groad der Balser wär' de richtig Bauer fir’n Grubehouf. Er Hot aach ebbs Sach’, is spvarsam un fleißig un kennt alli Aerwet." „Ma redd äwwer devöu’, er sollt’ 'm Hirschwirt fei’ Tochter heiern. Hät’ dihr ’woas g'häiert?" Erwartungsvoll sah die Bärw’l zum Schleifbauern auf. Der blinzelte mit ben Augen und meinte: „Der Balser könnt' bem Hirschwirt fei’ Faulkranket hahle! — Nvrn sou nix! — Ich foag: Wird's, wte’s wird! Wer nix wirke will, wird Wirt — wer als Wirt nix wird, wird nie nix wer’n!" „Dihr hät gonz reecht! Mich könnt’ der Balser dauern, wann'r beim Hirschwirt ei'heiern mißt." „Der Balser kriggt 'n anneri — feil konnscht de glaawe! —- Soag emol, Bärw’l: willscht d'n du den Balser heiern?" „Soll ich dann om Flannerts mei’ Ma’ning soage? — Der Hannwil’m selig is joa kaum in de Ere!" „Uffsehäiwe is do nix, wann’s Sach’ beifamme bleiwe soll. Wär’ dei’ Hannwil’m noch do, mißt’r oach ioage: Heier den Balser — norn den Balser! Der alla' haßt in mei’ Vatterschhaus." „Sell is ’n ausgemoachti Sach', daß ich den Balser groad jetzet nit entbehr'n tonn. Ich fircht’ norn, er wettd't sich uff’n anner Dahl." , „Des is ims Frege z’dou’n — soll ich emol ntir’m plaur'n?" „Meintwege! — sou hinnerum, eb er uff’m Grubehouf bleiwe Wällt’ . . . ." „Un dich heiern moag!" fiel der alte Bauer ein, wobei wieder ein schalkhafter Zug über sein pausbäckiges Gesicht ging. „Sou groad nit •- cüvwer cd er in de näiKschte Zeit mei’ Sach’ fihr'n wollt’." „Mache ma — un gleich!" Dieses Gespräch übte ans die Bärw'l eine merkwürdig beruhigende Wirknitg aus. , „ Ter Schleisbauer winkte ben Balser hinter'm Ttsch hervor und verließ mit ihni in zappelnder Eile die Stube. Als Nachbar und Nebenläger erwog er seinen Nutzen, wenn er sich den friedlich gesinnten Balthasar Lantenschläger als Herr auf dem Grubenhof verpflichten konnte. Er hatte dabei ein leichtes Spiel, denn er begegnete mit seinem Anträge, ben er ganz bestimmt und im Stuf trüge der Bärw’l vor brachte, ben Wünschen des Knechts. Es war Abend geworden. In der spärlich erleuchtetest Bauernstube entstand eine ausgelassene Fröhlichkeit..... Auf der Straße sangen die Burschen eine frohe Weist, die einer auf der Ziehharntonika begleitete. „Hotz Blitz!" schrie der Kratzjock’l, dabei von: Stuhle aufspringend, „der muß erei’ mit seiner Bäh — hm hm!" Und da huschte er auch schon zur Türe hinaus itnb brachte nach einigen Augenblicken den Harmonikaspieler herein. **) Odenwälder Bezeichnung des häuslichen Totenfestes. Von „Flennen" = Weinest. - "Nod spel entern gonz bednncht Lied, sou ebbs, woas fir dem baßt/Em Flannerts un bete Bärw’l ihr Bekimmernis Ter Angeredete trank das ihm dargereichte Glas Wein aus und begann dann zu spielen, zuerst in einem leidgesümmteu Ton, dann zu der Melodie „In einem kühlen Grunde" über-. gehend. Smmuseud begleiteten die Anwesenden diese bekannte Wetse Mit geröteten Händen und niedergeschlagenen Augen »orte die Bärw'l zu. Bei den deutlicher gesprocheneit Worten: „Ich möcht’ am liebsten sterben, da wär's auf einmal still!" überkam sie eine tiefe Rührung. Ihre Augen umflorten sich, und ihrer Achseln zuckten bet ihrer inneren Erregniig ?u [e greine?" fragte sie der Kratzjock’l, „Glaabscht du, ’n luschtiger Flannerts verschläigt dei'm Hann- wck m ebbs? — Wann der noch do wär’, mäigt's fn’u gewwe unner uns, der noch mäih' iwwerig hält’ fir die Luschtboarkeit. Geflennt is groad genung ein Flannerts! — Sei srouh, daß der Hannwil’m sou geehrt wird! ’N jäirer hor'n gearn g’hatte, den Hannwil’m, sell Hot ma heit gesehe on bene himmelvele Seit,. Häww ich reecht, orrer häww ich reecht?" Bei dieser Frage schaute der Kratzjock’l die Anwesenden tu der Runde an. „Sou is ’s groad — groad son is ’s!" pflichtete ihm ein weitzsträhniges Bäuerlein bei. „'s is ’s Gescheitscht, mir hoales mit bene Ftanzouse »st soage: der Grubebauer is dout — der Grubebanet soll lewe!" Der Schleisbauer, der das gesprochen hatte, sah von der Bärw’l auf den Balser und zeigte in Stimme und Blick was froh Erregtes. Ter Kratzjock’l, der die Sage sofort erkannte, stieß einen Jnhschrei aus und deklamierte in den Trubel hinein; „Ter Balser und die Bärw’l, Tas neuverlvbte Paar, Sie sollen beide leben Gar manches frohe Jahr Und brave Kuder sehen Und frohe Enkel noch! „Ter Balser und die Bärw’l, Tie leben dreimal hoch!" Ein ohrenbetäubendes Hoch folgte diesem Spruch', ben der Kratzjock’l schon des öfteren bei ähnlichen Gelegenheiten vorgetragen hatte. Nur die Namen brauchte er zu ändern. „Ich gratelier, ihr Brautleit!" sagte er, vor die beiden hin- tretend, und schüttelte jedem in ausgiebiger Weist die Hand. In lustigem Aufruhr drängten auch die anderen hinzu und sprachest ihre Glückwünsche ans. Die Bärw’l schaute überrascht zu dem Balser ans. War das wirklich unbefaugene Ahnungslosigkeit, was aus biefen graublauen Augen sprach? „Is des alles Spaß orrer Erlischt?" fragte sie. „Ich ma'n, ’s wär' Ernscht!" stammelte der Balser und er- griff sie bei der Hand. „’N schäme Walzer sirs Brautpaar!" dem Harmonikaspieler zu, der alsbald fein kurzatmiges Instrument auf dem rechten Knie zu schaukeln begann. Das neue Brautpaar drehte sich schwungvoll int Kreise, während die anderen Beifall klatschend auf die Stühle und Bänke sprangen. Als der Balser feine Verlobte nach dem Tanz zum Tisch führte, bedeckte eine flammende Röte das Gesicht der Bärw’l, „’s hätt’ eigentlich om Flannerts uit sei’ solle!" sprach sie zu dem neben ihr sitzenden Schleifbauern. Der aber meinte: „Sich, Bärw'l, fetzet häwwe alle Geschwätzer ’n Enn! A' Fescht hosch-l de gespoart — un kriggscht ’n richtige Manu." In der Stube war eine Lust zum Ersticken. Die Bärw'l öffnete die Fenster und ließ den kühlenden Abendwind herein.. Bald hatte sich die Trauergefellfchaft in eine regelrechte Tanz- gesellschaft verwandelt. Unter reichlichem Zuzug der tanzlustigen Jugend drehte und walzte alt und jung nach dem Klang der Harmonika. Dieses fröhliche Treiben hielt bis zum grauenden Morgen an. __________ Aus der NkiegsrechiiMg der Gemeinde Rödgen bei Gießen von J8H-R5. Menst auch unsere Gegend seitwärts der Heerstraße lag, die Napoleon und die Verbündeten für die Bewegungen ihrer Truppest Während der Kiegsjahre 1813 und 1815 wählten, so ist sie doch tont den Tnippen-Turchmärfcheu nicht ganz unberührt geblieben'. Die Bewegungen von Süd nach Nord oder umgekehrt geschähest meistens ans der großen Leipziger Straße, die von Frantmrt über Harran durch das Kinzigtal führte. Nur Blücher verließ die große Heerstraße und passierte das Vvgelsgebtrge, da er irrtümlich glaubte, Napvleost habe diesen Weg auf fernem Ruckzuge nach dem Salmtal eingefchlagen. Tre Blüchersche Armes bewegte sich 'von Fulda über Grünberg nach Meßen, woBlücher anfangs November Quartier nahm'. Aber auch di« Settenlüler passierten Truppest der Alliierten. So finden wir am 6. November Rüssen als Einquartierung ist R ö d g e u. Die Rusien schlugen von hier aus di« WarschMite nach bem Westerwald em, iMiptsächlich auf Hachenburg zu. 732 Die Kriegsrechuutrg von Rödgen weist als Ausgabeposten für geleistete V v r s P a n n d i e n st e an die r n s s i s ch e n Truppen vom 7. November 1813 einen Gesamtbetrag von 19 3 f l. 17 Kr. ans. Die Beförderung der Bagagewagen nach Hachenburg nahm sieben- Tage in Anspruch. Für den Borspanndienst mit einem Stück Rindvieh wurde durchschnittlich 1 fl. 50 Kr. für den Tag von der Gemeindekasse vergütet, für die Vorspann mit zwei Stück Rindvieh 3 fl. 40 Kr. (etwa 6,30 Mark). Pferde scheint Rödgen danrals wenig gehabt .zu haben; baut die von den Truppen daselbst requirierten Pferde mußten von dem Guts- Pächter in Großeu-Buseck aus Kosten der Gemeinde gestellt werden. Für die Vorspann mrt zwei Pferden wurden für den Tag 6 ff. (10,20 Mark) vergütet. Nach der „Thälschen (für das Busecker Tal) Vergleichung" hatte die Gemeinde Rödgen allster ihren eigenen Einquartierungsiasten als Beitrag an „MundPortionsgeld" für Einguartierungen in dem ganzen Busecker Tal weiter 516 ff. 15 Kr. zu leisten, worauf vorläufig nur 200 fl. ab- schläglich gezahlt werden konnten. Mit dem Wiedercrscheinen Napoleons m Frankreich am 1. Bllirz 1815 setzten sich preußische, bernburgische (anhaltinische) und sächsische Truppen hauptsächlich nach fcent Lahntal hin in Bewegung. Bei dieser Gelegenheit wurde auch Rödgen berührt. Am 12. und 13. April passierten dieses Dorf bernburgische Truppen mit dem Marschziel .Hausen bei Schiffenberg und Eschbach bei Frankfurt. Am 18. April kam sächsische Kavallerie durch Rödgen, die auf Stafette bis Friedberg ritten. Am 15. April kam ein preußisches Ersatzbataillon durch, das als Marschroute: Ehringshausen bei Wetzlar hatte. Am 14. und 23. April passierten Rödgen preußische Truppen- auf dem Marsche nach Weilburg und Kirfck; ho seit. Die Gemeindekasse hatte für Vorspamidienste und das Fahren der Bagage wieder 215 fl. 22 Kr. zu verausgaben. Außerdem wurde die Gemeinde nach der „Thäl'schen Vergleichung" Mit 101 fl. 42 Kr. belastet, als Anteil an 1200 fl. zur Bezahlung der bei den Kriegsfuhren verloren gegangenen Pferde. Die Ausgaben „an Erpressungen" (soll wohl heißen für Expreß- botcn) und Quartiermacher betragen 8 ff. 11 Kr. Für den Bezug von Wein, der an die durchziehenden Offiziere geliefert werden mußte und von dem Inspektor Auber in Großeu-Buseck und dem Weinwirt Busch in Gießen bezogen wurde, hatte die GemÄndekasse 18 fl. 48 Kr. zu zahlen. Der Schoppen M Liter) wllrde zu dem verhältnismäßig billigen Preise von 50 Pfg. geliefert. An Diäten für den Bürgermeister und die Ortsvorstcher für „Gänge in Kriegsaugelcgenheiten" tvnrden 31 fl. 2 Kr. verausgabt. Ein Gang nach 'Gießen wurde mit 10 Kr. honoriert, beim Versäumnis eines ganzen Tages' mit 20 Kr. Ein Gang Nach 'Buseck wurde mit 6 Kr., nach Oppenrod mit 10 Kr. vergütet. An zwei Ortseingesessene wurde für das' Aufbetvahren der Fourage an Heu und Hafer in ihren Scheunett je 1 fl. jährlich bezahlt. Die Lieferung von Hafer und Heu durch 'die Gemeinde Rödgen, hauptsächlich in die Magazine nach 'Gießen, erforderte eine Ausgabe von 190 ff. 45 Kr. Für ein Achtel Hafer wurden durchschnittlich 6 fl., für ein Achtel Gerste 5 fl., für einen Beniner Heu 1 ff. 35 Kr. (2,75 Mark) bezahlt. Die Gesamtausgaben der Gemeinde Rödgen für Kriegszwecke wahrend der Jahre 1813 und 1815 betrugen 992 ff. 44 Kr. Wenn schon die kleine Genreinde Rödgen während einer kurzen Zeit mit einer Kriegssteuer von rmnd 1000 ff. belastet wurde, init einem Betrage, der für die damaligen Verhältnisse viel bedeutete, wie viel mehr mögen wohl andere Orte, die direkt an der Berkehrsstraße lagen, wie Grünberg, zu den Kriegslasten in damaliger Zeit herangezogen worden sein. Die Gemeinden fÄbst konnten diese Beträge nicht aufbriugen und mußten Kapitalien aufnehmen, an deren Abtragung noch Kind und Kindeskiud zu zaWm hatten. Erwägt man noch, daß das Jahr 1817 eine Mißernte brachte, bei der das Malter Korn 20 fl. (34 Mk.) und der Laib Brot 1 Mk. 40 Pfg. kosteten, so urüssen diese Lasten von hon Genwindsn doppelt schwer empfunden worden sei n. . -ch- Ver»mrsehtes. * Anekdoten von Mark Twain. „Mark Twain — ivie «v ist" will der Professor an der Universität von Nord- kawlina Dr. Archibald Henderson in einer Skizze nach dem Leben Wildern, die er in der Deutschen Revue veröffentlicht. Der Verfasser fuhr mit ihm auf demselben Dampfer nach England, als Mark Twain den ihm von der Universität Oxford verliehenen Grad eines Ehrendoktors beider Rechte entgegen!«1 nehmen wollte. Er trug, wie dies für seine Vorliebe für weiße Kleidung natürlich war, einen lichtgrauen Anzug: aber als er an Bord ging, schärfte ihm seine.Tochter in dringlichen Morten ein, daß er bei den konservativen Engländern ja nicht feinen weißen Anzug tragen sollte. Und er versprach es und tat eS gehorsam wie ein Kind. Ueberhanpt war er in feiner llebeuA- würdigen Güte unendlich geduldig und nachsichtig, ließ sich unzählige Mal photographieren und tausendmal um ein Äutogroph bitten. Als er eines Tages gerade ein interessantes Erlebnis erzählte, ivnrbe er durch ein kleines Mädchen unterbrochen, das von ihnr etwas in sein „Geburtstagsbuck" eingetragen haben Wollte. Freundlich und willig fing et sofort im, in das Buch einen- Krantkopf zu zeichnen, der aber durchaus nicht diesem Gemüse, sondern denr Gesicht btt* kleinen Bittstellerin glich. Ta das Kind sehr enttäuscht dreinblickte, schrieb Mark Twain zur Beruhigung darunter: „Das ist ein Krantkopf." Aber die Kleine war mch immer nicht befriedigt und der Dichter mußte noch einen Spruch hinein schreiben: er schrieb: „Die Wahrheit ist unser kostbarstes Besitztum. Seien wir sparsam damit." Eines andere Prägung seiner Spruchweisheit faßte er in die Worte: „Verschwende nietttafö eine Lüge. Tu weißt nicht, wann Du sie gebrauchen mußt." Als Henderson. sich einer chirurgischen Operation unterzog, gab er ihm den Freundesrat auf den Weg: „Trösten Sie sich mit deut beruhigenden Gedanken, daß Sie deut Doktor eine Freute machen — und er dafür bezahlt wird." Aus der gauzeri Welt erhält Mark Twain fortwähreird Photo- graphieu von Leuten zugcsaudt, die ihnr ähnlich feheir wollen: einem gab er darauf die klassische Antwort: „Ihre Photographie sieht mir wirklich ähnlicher a(S ich mir selbst, und ich habe mit; sie deshalb einrahmen lassen, inu sie anstatt eines Spiegels beiist Raiiererr zu gebrauchen.^ Als in Loudon die Zeitungsverkäufep mit großen Plakaten henrmgiirgen, auf denen, als die zufällig itcbetteinanber stehenden beiden größten Nerrigkeiterr zu leierr.waren: „Mark Twain angekomnren Ascot-Schals gestohlen" gestand der' Dichter bereitwillig die Schuld an dem ihm- hier ausgebürdetest Diebstahl ein. In feiner neuen schönen Villa „Sdormfi-eld" verbringt Mark Twain in beschaulicher Versenkung in die großartige Natur fein Alber. Er hat sein Haus nicht eher betretest^ als bis alles fertig Ivar; feine einzigen Forderungen waren; „Ein Zinrmer für mich, das.ruhig fein muß, ein Billardzimmer, gwß genug, daß man mit den Qnenes keine Löcher in die Wände stößt, und em Wohnzimmer von vierzig zu zwanzig Fuß." Ms Bet ihm eingebwchen ivorben war, ließ Mark Twain auf deist Kamin im Billardzimmer folgends Notiz für die nächsten Ein- Brecher anbriugen: „In bleiern Hause befindet sich fetzt Und für alle Zukunft nichts als versilbertes Tafelgeschirr:. Sie werdest cs in dem Messingbing des Eßzimmers in der Ecke neben dem) Korbe für die jungen Katzen finden. Wen» Sie den Korb brauchAst, werfen Sie die jungen Katzen nur in das Messingding. Machest Sie keinerr Lärm — es stört die Familie. Sie werden Filzschuhe in der Vorhalts neben dem Dinge finden, in dem die Regenschirme stehert, ich glaube, matt nennt es Chiffoiricr ober- Pergola ober ähnlich so. Bills, schließen Sie dir Türe, toatil Sie svrtgehen! Ihr ganz ergebener S. L. Eteuteus." Den größter^ Teil seines Lebens hak bekanntlich Mark Twain, int Bett vev- bracht. Plötzlich fühlt er das Bedürfnis, seine LieblingöWttci aufzusnchen. Ms sich in seinem Empfaugssalmr einmal etiü Schwarm der herdorragendsterl Besucher versammelt hatte, er- klärte der Dichter, nachdem er sich einige Minuten mit ihnest unterhalteit: „Nun aber uniß ich zu Bett!" ES wat genau 12 Uhr mittags! In feiner großen geschnitzt«t Belljttlle, w er stets dis Füße am Kopfende behaglich ausstreckt, hat er in der letzten Zeit feine Autobiographie geschrieben, die aber «st eine ganze Reihe von Jahren itach serir-em Tode veröffenÄLam werden soll. Mark Twain liebt nichts so sehr wie Katzen, so daß schon feine kleine Tochter Sush ttt einer Charakteristik ihrer Eltern schrieb: „Mutter liebt ein sittsames Betragen, Vater aber Kasten." Bon seinen Katzen um schnurrt, stets eingehüllt von dem Tabakranch 'feiner langen schwarzen Zigarre, mit dem geräuschlosen vorsichtigen Gang des alten Seemanns durch die Zimmer gleitend ober in teilten lustigen Sprüngen: hüpfend, so erscheint Mark Twain feinen Besuchern, wobei der creme- farbige Anzug und die durchwühlten schneeweißen Lockert phaup taftisch wunderlich gegen bett rötlichen Glanz des Gesichtes ab- stechen. * Im Kaffee Harts. „Die Buchstaben L und V. M Alphabet sind völlig überflüssig." — „Nehmrn's nit übel, meine Herren, es sind allerdings viele unnütze Buchstabe im ABC, aber der $ kann Halt gar nit wegbleibe: wie wollen's bttltt „Negtch Mahlzeit" ober „Wundheit" schreiben?" Geographisches Berfchiebriitses. Ohio — Genf — Oybin — Mainz — Schweiz — Prag — Breslau — Posen — Bayern — Danzig. Vorstehende Namen solle» derart iinterelnanber geschoben werden, daß eine Vuchstabeureihe, von oben nach unten gelesen, den Namen eines viel besuchten Badeortes ergibt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Kveuzvätsels in voriger Rummerl G G A Irra aas G 1 a fl a tone Gras n e 1 k e Am st e r fl » m o l d n k ft e e m Redaktion! K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brl'thl'schen Umversitcits-Vttch- und Steindrttckerei, R. Lange, Gteßeti-