«KR Auf Liebespfaden. Roman von £>. Ehrhardt. 'Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Sie hatte ihm ganz ruhig zugehört, aber ihr war, als ob sie -langsam abstürbe, als -ob das eine Fremde sei, die die Füge Mechanisch auf den Boden setzte, und- an deren Ohren Worte klangen, die sie, Helene, gar nichts angingen. Es war auch nicht ihre eigene Stimme, die jetzt sprach, sie klang ganz rauh und heiser: „Nein, nein, Hans ist nicht wie andere, Hans liebt inictj; lind wird mir treu bleiben — ich lasse nicht von ihm." Eine lange Pause. Ihr blasses -Gesicht sah seltsam starr aus. Ein ganz fremder Zug -von verbissenem Trotz lag um den weichen, jungen Mund. „Ich lasse nicht von ihm." Sie sagte es noch einmal mit der heiseren, klanglosen Stimme. Da erwachte die Brutalität des Mannes in deut brünetten Offizier. Also festhalten wollte sie Hassingen um jeden Preis. Das hieß, dem Freunde die ganze Zukunft verderben. Nun rettete nur der rasche, erbarmungslose Schnitt. Und da sagte Espach, langsam und deutlich, jedes Wort einem Hammerschlage gleich: „Hassingen liebt Sie nicht mehr, Fräulein Helene!" Sie blieb stehen, weil die gelähmten Füße sie nicht weiter trugen. Ihre weit -offenen Augen starrten ihn an, die- erblaßtest Lippen flüsterten: „Er liebt mich nicht ntcljr?" Nun tat seine Tchrossheir ihm doch leid. Er faßte beruhigend ihre herabhängende, kalte Hand. „Verzeihen Sie mir, Helene, daß ich Ihnen die Sache nicht schonender beibrachte, ich Habs gut mit Ihnen gemeint und mit (meinem Freunde, der den Mut nicht findet. Ihnen die volle Wahrheit zu.schreiben. Leicht ist meine Mission, von der Hans aber nichts weiß, mir nicht geworden, aber ich hoffe, sie ist sticht stm'sonst gewesen — aber nun setzen Sie sich hier auf diese hübsche, schattige Bank - ich schicke Ihnen Lisbeth." Sie tat mechanisch, wie er ihr geheißen, aber ehe er sie verließ, hielt sie ihn wie in plötzlichem Erwachen am Arme fest. „Sagen Sie mir noch eins, Herr Espach, liebt er eine andere?" Ans die Frage war der Mann nicht vorbereitet. Er geriet in Verwirrung und wich dem angstvollen Forschen ihrer Augen ans. Ta lies- sie die Hand von seinem Arm h-erabsinken. „Seit Wiesbaden!" murmelte sie. „O, ganz sicher, jetzt wird mir alles klar - alles." Und sie sah sich ans dem kleinen Bahnhof stehen, sah den Zug herangleicen und fühlte wieder die Leere — die entsetzliche Leere er war nicht gekommen — er kam überhaupt nicht mehr. Sie hörte gar nicht, was Espach ihr noch Tröstendes sagte, sie dachte nur daran, daß ihr Hans eine andere liebte. Sie w-ar ihm nur noch eine druckende Last gewesen und würde ihm bestes falls eine schöne Erinnerung werden --- nicht mehr. Aber anch das nur, wenn sie ihn freiwillig aufgab. Zn diesem Heroismus war sie in dieser Stunde noch Nicht fähig, dazu war' alles zu wund und zerrissen in ihr, der artste! Kopf zu dumpf unb verworren. Der süße, betäubende Fliederdnst beklemmte sie, die Stille ringsum erweckte das Gefühl einer grenzenlosen Verlassenheit! in ihr, und sie hatte suf eiiimäl eine verzweifelte Sehnsucht nach der warnten, tiefen Stimme des Jugendfreundes, die sie- einst in Schwelm ihrem starren Schmerz entrissen hatte. Wie war -er int Recht gewesen, als auch -er gleich Espach gemahnt, sie selber solle den er ft 'n Schritt tun, dieses aussichtslose Verhältnis zu lösen. Hätte He wie in Kindertagen seinem gut gemeinten Rai gefolgt, diese bittere Stunde der Einmischung ein-es Fremden, wie Espach es doch immerhin für sie war, wäre ihr erspart geblieben. Sie warf die Hände v-ors Gesicht vor Schaut und Schmerz und wimmerte leise und tränenlos wie eine Sterbende in Todesqualen. Erst als Lisbeth kam und sie stumm, aber vor Bewegung zitternd, umschlang und dicht an sich zog, kamen ihr die -erlösenden Tränen. Zwei Tage lang kämpfte die kleine Helene, von Lisbeth und ihrer Mutter wie ein krankes Kind geschont und behütet, beul schwersten Kampf, den ein liebendes Mädchen herz wohl bestehest kann, den Kampf um das freiwillige Entsagen. Am dritten Tage schrieb sie unter strömenden Tränen zwei Briefe. Den kürzeren adressierte sie mt bett Leutnant Ha-ns vvst Hassingen, den längeren an den Prokuristen Paul Heinecke. XVI. Hans von Hassingen las Helenens Abschiedsworte mit einem! seltsamen Gemisch -von Wehmut und Befreiung. Sein männliches Gefühl -verriet ihm nicht im entferntesten die Größe des Schmerzes unb ber heroischen Selbstüberwmdnng, die der scheuen, kl einest Helene diese Zeilen diktiert hatte. Ihr Lohn bestand einzig in dem, was sie vermutet, daß ihr Bild ihm ewig im Licht einer schönen Erinnerung bleibest würde, wie er ihr in seinen warmen Abschiedszeilen versprach. . Tie ersten Tage flogen seine Gedanken noch in leichter Sorge zu dem Mädchen, das so oft leidenschaftlich behauptet hatte^ ohne ihn nicht leben zu tonnen. Bon Espachs Einmischung ahnte er nichts, sie hatten sich feit dem Sonntag nur flüchtig allein gesprochen, es gab viel Dienst, anstrengende Ererzierübungen. Zu Ansang der nächsten Woche war die alljährliche große zweitägige Felddienstübung angefetzt, die diesmal das Brockenrevier zum Schauplatz haben sollte. Bei gutem Wetter würde das Bataillon biwakieren, bei schlechtem in Schierke einquartiert -werden. Am Abend vorher bekam Leutnant von Hassingen einen Brief, den er wiederholt durchlas. Der Bries, der seine letzten Bedenken Helene Falls wegen beschwichtigte, lautete wörtlich: „Sehr geehrter Herr Leutnant! Vor einigen.Tagen teilte mir Helene mit, daß sie, schweren Herzens allerdings, aber in der zuversichtlichen Hoffnung zu überwinden, die zarten Beziehungen zu Ihnen gelöst habe. Vergessen wird sie nie, aber das wäre ja 182 duck' $it schade, beim was Ware iTj're Liebe dann mehr gewesen als Sch ir armer ei. Ich wünsche und Hüffe, daß Helene den schönen Gewinn habe, durch diese Liebe gelautert zu werden und innerlich anszuwachsen zu jener Größe, die aus dein klaren Quell reiner Erinnerung ihre Lebenskraft schöpft. Was ich ihr auf dieses Wege helfen kann, das soll geschehen, das verspreche ich Ihnen, der Sie sich gewiß um Helene sorgen werden. Ich hoffe, daß es mir gelingen wird, unsere Kleine wieder ins rechte Gelcis und dann weiter auf lichte, glatte Bahnen zu bringen. Mit den besten Wünschen auch für Ihre Zukunft Ihr sehr ergebener Paul Heinecke." Für Hans von Hassingen unterlag es keinem Zweifel mehr, daß Helene einst, wenn ihre Herzenswunde vernarbt, in diesem Manne ihre Zukunft finden würde. Und daß seine vorausschauenden Augen sie nicht als Glücklose zn sehen brauchten, stimmte ihn so froh und zufrieden, daß er am nächsten Tage alle Strapazen der Hebung mit solch heiterem Mut ertrug, daß Espach, der ihn zuweilen beobachtete, befriedigt an die peinliche Szene des Sonntags znrückdachte. Es war ja ein Jammer gewesen, wie der Freund in den letzten Monaten sich gezeigt hatte, niedergedrückt ünb verschlossen. Nun merkte man ihm doch wieder die Freude am Beruf an, an der zurückgetvonnencn Genesung. Tie arme kleine Helene freilich hätte es nicht sehen dürfen, wie heiter ihr Hans schon sechs Tage nach ihrem Verlust mit jungen Damen scherzen und lachen konnte, dis man aus dem Gipfel des Brockens traf, und die für die gänzlich fehlende Aussicht durch die überraschende Anwesenheit von einem Dutzend flotter Leutnants reichlich entschädigt wurden. Sie fanden es jammervoll, in Ilsenburg und nicht in Schierke einlogiert zu sein, denn im! Kurhaus unten hatte der findige Hotelwirt natürlich zu Ehren der militärischen Einquartierung Reunion angesagt, und die Schierker Kurgäste weiblichen Geschlechts rechneten stark auf die bekannte Tanzlust der Offiziere. Als das Bataillon den Abstieg vom Brocken begann, zog ein Gewitter auf, von wolkenbruchartigem Regen begleitet. Wahre Gießbäche stürzten den Weg entlang, der Fichtenwald bog sich stöhnend im Sturm, und grelle Blitze zuckten. Schon nach kurzer Zeit war das ganze Bataillon bis auf die Haut durchnäßt unb bvt einen unbeschreiblichen Anblick von bis zum Gesicht herauf snit Schmutz bespritzten Gestalten. Tie Mannschaften trotteten schwerfällig mit geduckten Köpfen, die Offiziere fluchten. Tas verregnete Biwak hätte sie gefreut, wenn diese reichliche Wasserdusche zwei Stunden später herniedergegangen lväre.- Kurz vor Schierke hätte es beinahe ein Unglück gegeben. Int Rauschen des Regens und dem Brausen des vom Sturm durchrüttelten Waldes, das alle anderen Geräusche verschlang, geblendet von dem Wasser, das gegen ihre Gesichter peitschte, hatte niemand das Rollen des Wagens gehört, der auf einer den Weg kreuzenden Chaussee eilig einem schützenden Dach zustrebte. Tie dampfenden Nüstern des Vollbluttrabers schnoben bereits dicht neben dem Kopfe eines braven -Musketiers, als eine energische Hand die Zügel straff zog und der Rappen leicht aus- baumend zurückwich und.stillstand. Ter leise Schreckensruf, der vom leichten Dogcart herabtönte, schien ans einem Frauenmunde zu kommen, aber wer sich unter den Gummicapes, deren Kapuzen über die Köpfe der den Vordersitz einnehmenden Gestalten gezogen! waren, barg, war nicht so leicht zu erkennen. Ein unglücklicher Diener, dem' das Wasser vom durchlvcichten Zylinder rann, hockte ergebungsvoll auf dem Rücksitz des zierlichen Gefährts. "Seiner Weiterfahrt stand, da die ganze Reihe der Soldaten zum Stehen gekommen war, nichts mehr im Wege, aber bei dem starken Anziehen der Leinen war am Zaumzeug etwas gerissen, der Lenker hob die Peitsche und deutete, sich mit einem Befehl an den Diener wendend, auf die beschädigte Stelle, dabei bemerkten die scharfen Offiziersaugen, daß die Hand im rehledernen Fahrhandschuh einer Tama gehörte. Sofort erwachte die ritterliche Hilfsbereitschaft und einer der Herren sprang hinzu, seine Dienste pnzubieten. „-sehr gütig!" sagte unter der beschattenden Kapuze eine wohllautende Frauenstimme, „aber wollen Sic nicht vor allen Trugen die Mannschastew weitermarschieren lassen — mein Kutscher ivirb int übrigen auch allein mit dem Schaden fertig." wer Regen begann soeben, da das Gewitter vorüber war, etwas nachzulasseu,. es wurde merklich heller und nur der Wind brauste noch in gleicher Stärke und knatterte int nassen Gummi- Uofr der Mäntel. Er fuhr auch mit einem rücksichtslosen Stoß untev bte ^chüAende KnMze inibi iwfytc sie Wit einer meinen Srauenitirn Zurück, uni btc örnuneS jnirreA .vuwir fidjj locftc. . Ta die Hände Zügel und Peitsche hielten, war der Schaden nicht, gleich gut zu machen, vielleicht war es auch nur einer! jener merkwürdigen Zufälle, die über ein Menschenschicksal' entscheiden, jedenfalls mußte die Dame sich gefallen lassen, daß sämtliche iwrbeimarschierenden Mannschaften, insbesondere aber bte Offiziere, sie interessiert musterten und der, welcher ihr seine Hilfe angeboten, sie nur zögernd mit ehrerbietigem Gruß Verließ. Ihr schmales Gesicht färbte sich rot und in ihren großen goldbraunen Augen lag etwas Suchendes und Erregtes. Plötzlich leuchteten diese Augm auf, die roten Lippen lächelten. Au Leutnant Cspachs Seite nahte Hans von Hassingen, der, weit hinten, von der kleinen Szene gar nichts gesehen, sich- nur, gewundert hatte, warum der ganze Zug stockte. Nun bemerkten sie beide erst das elegante Gespann am Wege, Hassingen sah ein wohlbekanntes, süßes Frauengesicht, sah das Lächeln und den aufleuchtenden Blick — _ Er faßte nach Espachs Arm und kniff ihn, daß dieser ein: „Na, erlaube mal!" hervorstieß und dann, ein ausdämmerndcsj Verstehen'im Blick, hinzusetzte: „Tas ist wohl gar —" „Frau von Rieding!" ergänzte Hassingen, der sich bezwingen! mußte, nicht durch die Mannschaften Hindurch zu der jungen] Frau hinzustürzen. Es wäre zu auffallend gewesen. Aber als er endlich neben jdem Wagen stand und in bas lächelnde Gesicht blickte, war er so erregt, daß er kaum! zn sprechen vermochte, und sie seine stammelnden Fragen mehr erriert als hörte. Es war ein seltsames Wiedersehen in dem verregneten, stnrm- durchtobten Harzer "Bergwalde, Haus Hassingen nichts weniger als salonfähig in der durchnäßten Uniform und den kotbedccktenj hohen Stieseln, die Manövermützi auf dein triefenden Haar, aber so strahlenden, glücklichen. Gesichtes, daß Lenas Augen fragend und zugleich hoffend der Ursache uachzusinnen! schienen. Dabei erzählte sie ihm, daß sie seit drei Tagen im Schierker Sanatorium sei ihrer Nerven wegen und heut mit einer Bekannten, sic wies auf die noch dicht vermummte Dame neben] sich, eine Ausfahrt nach Ilsenburg unternommen hätte. Da Hassingen, der von den Kameraden neidisch betrachtet wurde, weiter mußte, fragte er nur noch rasch nach einer Gelegenheit, sie zu sehen und sie versprach lächelnd: „Ich willj abends zur Reunion kommen, weil ich doch gern einmal mit Ihnen tanzen möchte. Denken Sie, ich wußte aber gar nicht, daß es Ihr Regiment sei, das diese Reunion verherrlichen sollte, ich wäre sicher nicht 'hingegangen." Hans Hassingen legte das letzte Stück Weg neben dein Freunde in einer Art Traumzustand zurück. _ Espach brauchte auf eine Beantwortung der Frage, die er einst getan hat, nicht mehr zu bringen, er wußte jetzt genau Bescheid, wie es um Hassingen stand, und auch der sträubte sich nicht länger gegen das neue, starke Gefühl, das dieses Wiedersehen mit einem Schlage ans Licht gezogen hatte. Er liebte diese Frau', und damit war ihm das Recht gegeben, um sie zu werben. Böse und gehässige Zungen mochten diese Liebe vielleicht bezweifeln und sie auf das Konto der Millionen setzen, für den] jungen Offizier jedoch sprachen sie nur insofern mit, als Eleganz und Reichtum eben zu dem Reiz von Lenas Persönlichkeit den einzig passenden Rahmen bildeten und die Möglichkeit, sie ohne Schwierigkeiten heiraten zn können, sein Liebes- und Glücks- gefühl natürlich verstärkte. Wenn sie selbst nur diese Heirat mit ihm wollte! Dessen war er durchaus noch nicht sicher, twtz der sichtlichen Freude, die sie bei dem heutigen Wiedersehen gezeigt hatte. Während er sich mit Leutnant Espach zusammen in ei nein1 Hotelzimmer umzog, schwankte die Wage seiner Gefühle zwischen froher Zuversicht und bangen Zweifeln. Dem Freunde gegenüber empfand er eine gewisse Befangenheit. Er war so oft Zeuge seiner Gefühlsäußerungen für Helene Falk gewesen, daß es ihn genierte, von seiner neuen Liebe und ihren Wünschen mit ihm zn sprechen. Sie vollendeten also ziemlich schweigsam ihre Toilette. Hassingen war zuerst fertig und drängte, seine Ungeduld mühsam bezwingend, zum Gehen. Mit seinem blonden, tadellos frisierten Kopf, dem' sonnen-' gebräunten, sympathischen Gesicht und der straffen, hohen, schlanken Gestalt, die der Ueberrock besonders gut kleidete, war er wohl geeignet, einer Frau zu gefallen, selbst wenn sie noch nicht gelernt, fein Wesen zn schätzen. Espach faßte ihn an bet Schulter. „Glück auf denn, Hans!" sagte er mit ehrlicher Herzlichkeit. Eine ^leichte Bewegung malte sich in des Anderen Zügen. „Mußt ■ du mich nicht eigentlich für charakterlos halten, Walter?" Espach verstand, was in ihm vorging. 183 •— Sie tanzten beide die Polonäse nicht to.it und teilten' ihre , ctuc vvct uet „miere von o:e Ausnierksamkeit zwischen dem Eingang und dem Bild, das ihnen I ihres Wertes tat ihnen inelm der Saal mit den sich hindurchschlängelnden Paaren Lot. I im Cafe und in der NNntbele" „Rem, Dans, das tue ich nicht M kann dich vvllkomnren' , thre Namen auf und beauftragte sie, Wache zu stehen, damit begreifen. Es nt das gesunde und natürliche daß «n Mann I der Hut nicht von der Stelle gerückt werde. Den ganzen m ftmer Liebe nach einem- ZiA strebt und daß er nicht tot I Bormittag und den Mittag erfüllten die Schildlvachen ihre Weinen und Klagen einer ausnchtslosen Liebe nachtrauert. Laß I Pflicht, Und als aar der Wind drohte den fruf sortrntrelben die Skrupel, du HW ein Recht darauf, glücklich zu werden." I nahmen sie noch vier (Sfaf bieein TiS £ Sie drückten sich in einer gewissen Feierlichkeit die Sand Hut spannen und fWhatten mußten ’ 6 & U und schritten dann zusammen die Treppe hinunter. . Sämtliche Offiziere wohnten in dein Kurhaushotel und es I komminar der Carabiuierikavitäu ^er^Richter^ nolnn^dl^ herrschte große Aufregung in dem sonst ruhigen Hause. Hutwächter als f So biet schmück Tänzer, das wär ein Ereignis für Schierke. Lestrierte den joi?t Ten ef mWrn X Wach und Hans suchten den Tanzsaal auf, in bcin bereits I anderen Respektspersonen inrnmcrten lm b;Lp <<~le verheißungsvoll die Geigen gestimmt wurden und der Festordner, I der andere südlich die Eisenbähnstrecke' nördlich, ein Major a. D., im feierlichen, schwarzen Gehrock mit wehen. KS lSeTSiffi ffite toie^rutn in dem graumelierten Vollbart, geschäftig hin und her eilte, die I Roccacanuecia aber ohne den Hut Hinter ilmr hrein fnfntpn Ankommenden begrünte, Bekanntschaften vermittelte und mit dem I in zwei Wagen zehn Beriomm'° Es tinmt 'n iriS.t SÄfi*«*«* - ***>-*>«-" «»>"- WgftÄÄ WBÄ * «in« toni und SMBttÄMffi ÄM« «-*'■ s»”f W»» «--- «w'Ä7S'Sä 5W.W5 N» in -i«-« «in«. T« SÄ'ÄlffÄS&'S! «elasf« besMag.mh.nt And sich mzt Espnch daran nieder- I sich sechst vorphantafierten, zu sich Leibst aber sagten sie. 6 n ■ ,/?te dummen Bauern wissen gar nichts!" Das hörte der eure oder der andere von diesen, und solche Einschätzung V“- ™"*’*'** Sie besprachen die Sachs M£Ä? Ä"m»A'«n, I «WWÄ 88 . "S -!.-! * i,. zerb-t. "*b“ toe ** vhtle prunkvolle Goldverzierung gemalt. I ^cr Lffc t«. lhn -v’ ... t f T vfs s . reiche Schmuck des ernsten Tannengrüns war nur durch Stadt, um zu telegraphieren Rachmit aqslrasen sirnf rmüe Fähnchen ut den Landesfarben fteundlrcher gestaltet, es wehte Journalisten ein. Mesen gegen^ rächten sich die rm kräftiger würziger Diu t, vorlanftg noch alle anderen Gerüche I büraer für die RiederlaaoNo« E:SBÄ£¥“......- si4STE’e;Ä££S= St» - -LSSML- eBs-C* ;t (Schluß folat Y I schnmissar in da» Cafe gekommen, wo der Scherenschleifer glgt.) . I ferne großen Reden hielt. Ter Richter sagte zum Kom- ffiMttotttWAtHX I ”ni]ar' der anderer Meinung hatte sein wollen, voller Ver Gememoesemo. I Bestimmtheit: „Und ich bleibe dabei, der Mörder ist von Eine italienische Dorfgeschichte. I dftr!" Der Cafstier, der Tabakhändler, der Gastwirt hatten Bon Hubert Schmitz (Rom). I diese Ansrcht auch schon ausgesprochen. Roccacannccia hatte --WMM WM LMZW-iM- WHflLN-WLW MMWWWM ---MMNZW- VZWWMZ rau* 6 ÄS ÄWÄÄWa d-r (mE““* «in« --««« „ Be SÄS'ÄÄ?1 * ich -stee sprang hinter dem ttächsteii"Wärterhäuschcn hervor^umd I s ;> Um bn~' bl'f' Gerichtsschreibers sammelte sich in- Z ä ffi ät-s ä ‘SÄ? tr?Lu 3Mwri9M.CV,)Is f^te: ''M"» Sohn, bring! den Hut doL mit Agstenr ^ckstvech!« be8tettctc,v ,c,nc Abführung den Befehl aus “ UU 9Lfllllbui ~cr ^uabe führte I Aber ivar das ein Fest anderen Tages! Durch Heu Nun erwählte sich Signor Sparvoli vier Männer, schrieb | svndsrn erging sich mich in den überschwänglichsten Hymnen üebr die Schönheit seiner Heimat, die als Eldorado für Sommerfrischler gepriesen wurde. , Fünf Tage dauerte die Herrlichkcrt. Am lechsten kam Spacco plötzlich nach dem Dorf zurück. Der Tabakhandler erblickte ihn zuerst und stellte ihn entrüstet zur Rede. „Sie haben mich um Entschuldigung gebeten", erwiderte Spacco. „Bist bit es denn nicht gewesen?" „Ich? Hast du denn das geglaubt?" „Gott werd . . ", fluchte der andere und wandte dem Heimkehrenden den Rücken. Bald wußte der ganze Ort die unwillkommene Mähr. Alle wandten sich von dem Verbrecher ab. Der Gastwirt, bei dem er sonst seinen Karren untergestellt hatte, kündigte ihm, der Spezereihändler entzog ihm die Kundschaft, und der Tabakhandler, der die Unzufriedenen .§n einer kleinen Armee vereinigt fjatte; zog ihm an deren Spitze entgegen und herrschte ihn mit der Frage an: ,-Wann haben sie dich freigelassen?" „Gestern abend." „Und wissen es schon alle?" „Jawohl! Cs steht schon in der Zeitung!" Das war die Katastrophe! Den Leuten von Roccaca- nnccia schien es plötzlich, als wenn ihre Heimat von der Landkarte verschwunden wäre, Als die Stunde nahte, wo in den Tagen des Ruhms die Zeitungen und ihre Schreiber anzukommen pflegten, heute aber alles.ruhig blieb, faßte einer der hitzigsten Mitbürger den Scherenschleifer am Arm und krächzte vor Wüt: „Konntest du denn kein Geständnis ahlegen! Hast du nicht den Mut gehabt, zu bekennen? Willst du uns denn ganz ruiniern?" „Ich euch ruinieren?" „Meinst du, ich hätte Angst, und du könntest mi chabstechen, wie den andern?" Damit stieß er ihn von sich. Und die pudern hinterdrein: „Kanaille, Schuft, Lügner! Laß dich hier nicht mehr blicken!" Spacco, hin- und hergestoßen, schleppte sich und seinen Karren, vor das Dorf, dessen Türen und Fenster von wüten- dem Volk gefüllt waren, das ihm Flüche und anch Stein- grüße nachsandte. Humpelnd nnd leise vor sich hinweinend, schlich der Verbannte fort. An einem Kreuzwege hielt er, wandte sich um, erhob die zitternde Faust und rief mit heiserer Stimme: „Ihr Mörder!" vermischter. ‘ * Bernard Sh aw über b eit Sozialismus. Bernard Shaw hielt vor wenigen Tagen eine Versammlung in der Albert Hall zu Portsmouth ab, in der er vor einer ebenso zahlreichen als distinguierten Zuhörerschaft über Sozialismus sprach. Er erweckte große Heiterkeit, als er 'sagte: „Ich möchte der geehrten Versammlung heute ein politisches Programm suggerieren, das damit zn beginnen hat, daß ich Ministerpräsident werde. — Warum lachen Sie? Wissen Sie denn nicht in Wirklichkeit, von mir und meinen Fähigkeiten mehr als von denen des ehrenwerten Herrn Asquith?" Die erste Maßnahme, die Shaiv treffen würde, wäre die Kommünifierung des Brote s. Jeder Mensch, selbst der ärmste, kann die Straßen, die Straßenbeleuchtung Und die Polizisten in Anspruch nehmen, warum gerade nicht das Brot? „Ich hatte einen Freund", fuhr Shaw nutet der Heiterkeit des Publikums fort, „der längere Zeit im Gefängnis gelebt hatte. Dort bekam er Brot, wie viel er wollte, Umsonst, und er versicherte mir, daß das Brot, das für die Gefängnisse auf Staatskosten gemacht wird, das beste in England fei. Warum also nicht dasselbe gute Brot für die, die zufälligerweise nicht im Gefängnis sitzen?" Die zweite Maßnahme Shaws wäre die, daß der Grund UN d Bode n in jeder Stadt und jedem Torf den Bewohnern der Stadt oder des Dorfes gehören müßte. „Ich würde den Grund einfach den Besitzern abkaufen, natürlich zu einem generösen Marktpreis, und die Stadt selbst wäre ihr eigener Hausherr. Statt Kontraktoren die Häuser erbauen zu lassen, würde die Stadt das tun, nnd die Architekten wären ihre Beamte. Woher ich das Geld für das Gratisbrot und die Erwerbung des Grundes nehmen würde? Fürchterlich einfach! Ich würde einfach eine Distinktion zwischen erworbenem und nichterworbenem Einkommen mache». Das eine ganz niedrig, das andere sehr hoch besteuern. Ta aber das nichtverdiente Einkommen in England jährlich 600 Millionen Pfund ausma'cht, so würde die Regierung durch die enorme Besteuerung dieses Einkommens alle Mittel haben, die sie nur braucht." Zum Schluß sprach' noch. Shaw über den herrschenden Klassengeist und sagte, daß für ihn nur eine Grenzlinie existiere. Das ist der große Strich, der den tätigen Menschen von dem Nichtstuer trennt. * Pension, Logis. Das neue badische Beamten- und Gehaltsgesetz gebraucht, ivie die Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins kürzlich erzählte, statt des früher gebräuchlichen Wortes „Pension" fast überall „Ruhegehalt"; nur in Zusammensetzungen tvie „Militärpensionen" und „Arbeiterpensionskasse" ist es noch stehen geblieben, obgleich „Ruhegehälter des Heeres" und „Arbeiterversor- gungskasse" vielleicht ganz passende Verdeutschungen wären. In dieser Bedeutung werden wir. das Fremdwort vielleicht am allerersten los, weil wir ja außerdem Ruhesold, Gnadengehalt, Witwengeld, Jahrgeld' u. a. dafür sagen können. Schwieriger ist es mit d er „Pension", die Fremde beherbergt und beköstigt; hier hat sich mit dem Fremdwort ein so fester Begriff verbunden, daß es nur einer neuen. „Mode" gelingen dürfte, es zu verbannen, die dann etwa das gut deutsche „Kosthans", das in Oesterreich noch vielfach für Studentenwohnungen üblich ist, oder das „Fremdenheim" oder noch Besseres an seine Stelle setzte. Leichter verdentsch- bar ist wieder die „Pension", für die oder die man in.der „Pension" bezahlt, denn man kann da mit ruhigem Ge- wisfen sagen: „ich zahle für volle Verpflegung" oder für „Kost und Wohnung" oder für „Kost und Behausung" so und so viel. Auch bei dieser Anwendung schwankt ja aber die Bedeutung : der eine meint mit „Pension" nur den Preis für Verpflegung, der andere den für Verpflegung und Wohnung zusammen, oder, ivie man auch sagt, für „Kost nnd Logis" (an kleinen Häusern Logi, Logi's, Logies n. ä. geschrieben«. Zu ivas für Verwechselungen sonst noch dieses Fremdwort „Pension" mit seinen Nebenformen führt, das lese man in Wülfings Sprachlichen Plaudereien auf S. 148/9 nach. Ja, unsere Altvorderen, die waren doch deutscher, die nahmen jemand „in Kost und Schlafnng" ans, und diese Wendung muß in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch in der Aachener Gegend geläufig gewesen sein, kommt da wenigstens in Notars'urkunden als „Kost und Schlüfung" vor; auch in Koblenz, ist sie nach Wegeler noch üblich in dieser gleichen Form und in der Bedeutung: „Beköstigung und Bett". Tas „Volk" hat also noch gute deutsche Ausdrücke zur Verfügung. Mit den beiden Verbindungen „Zimmer mit Pension" und „Kost und Logis" deckt sich das ganz deutsche „Kost und Schlafnng". Wenn wir diese Wendung nur noch-gebrauchen konnten! * Ueber eine- Beerdigung in Norkshire meldete ein dortiges Lokalblatt: Während der Beisetzungsfeierlichkeit wurde der Totengräber am offenen Grabe von einem Schlaganfalle getroffen und gab, obwohl ärztliche Hilfe sofort zur Stelle wär, biunm kurzem seinen Geist auf. Dieses bedauerliche Ereignis warf einen Schatten auf die ganze Feier-, l i ch k c i t. 0 2. © 4. 6. Türkischen Titel. Schwedischen Dichter. Einen Astronomen. Kostbaren Stofs. Haienort. Diamattträtsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a b c eddeeeeii III n r s 3 8 8 8 u u y derart einzutragen, daß die ivagerechten Reihen folgendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte nnd ivagerechie Mittelreihe ergeben das Gleiche. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer: Polnrstern (Pol, Ar, Stern« — polste r n. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Vertag der Brühl'ichen Universitnls-Buch- uud Steindruckerei, R. Lange, Gießen.