Montag den 22. gebruar B18 1909 — Nr. 50 Auf Liebespfaden. Monmn Iran H. Ehrhardt. 'Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Sie schien ein Weilchen nachzudenken, denn sie antwortete Nicht gleiche und sah starr geradeaus auf das vvransHreitende Paar, bei dem, nach der Lebhaftigkeit seiner Gesten zu urteilen, Mcisenberg den. Löwenanteil der Unterhaltung trug. Auch Hassingen blickte unwillkürlich auf die Borauschreitcnden, und da überwältigte ihn Mötzlich die Erinnerung an Helene Falk pnit voller Stärke. Er ging nicht mehr im feuchten, grauen Dunst des März- 'abends die Tauitusstraße in Wiesbaden entlang, er schritt neben einem weißgekleideten Mädchen durch den grünen Buchenwald des Heidelberges, die Sonne flimmerte, in das leise Blätterrauschen klangen zwitschernde Vogelstimmcn, und vor ihnen schritt hoch- aufgerichtet die blonde Lisbeth, und Espach neigte den dunklen Kopf zu ihr nieder. Die Vision verschwand. Ein zarter Dust wie von frischen Weilchen stieg zu ihm empor. Seine Begleiterin hatte ein spitzenbesetztes Taschentuch hervor- gezogen und führte cs an das zierliche Näschen. • Ihm siel jede Kleinigkeit auf, auch das weiße Spitzentüchlein, ds war alles elegant an ihr ohne übertriebenen Luxus, das war für ihn ein Grund mehr, sie ungeheuer reizvoll zu finden. „Nun, die Antwort!" drängte er. Jur selben Moment aber blieb das Paar v'or ihnen an einer Straßenecke stehen und wandte sich ihnen zu. „Denken sic, man will mich verführen, heut noch zum Maskenball zu gehen!" lachte Hassingens Dame, und ihre Augen trafen wie fragend in die der Anderen. „Das geht doch nicht — so in letzter Stunde." „Sic können sehr gut gehen," meinte die Schwarze zuredend. >,Jch bitte sie, so fix toie sie sich anziehen, und Hilfe haben sie doch auch — ich brächte es ja nicht fertig, ich brauche mindestens drei Stunden zu meiner Toilette." „Sie haben doch nicht etwa einen eifersüchtigen Gatten?" forschte Mciseirberg, sie scharf fixierend. Hassingen sah sehr gespannt aus. DaS schmale Gesichtchen vor ihm hatte flüchtig einen finsteren, hltmachcndcn Ausdruck. „Ich hatte ihn sie atmete tief auf, „aber jetzt bin ich! frei — ganz frei." -3hre Augen wurzelten in denen des blonden Offiziers, es wär ein Flimmern darin, ein heißes Leuchten. Sie achtete nicht ans Meiscnbcrgs: „Das ist ja famos!", es war, als sei ihr ganz Plötzlich erst die Offenbarung gekommen, hast ihre Freiheit ein köstliches Geschenk sei, köstlicher, als sie bis dahin geahnt hatte. Hassingen tastete nach ihrer schlaff herabhängenden Hand. 1 „Um 10 Uhr im Garderobenraum des Kurhauses!" sagte er wie selbstverständlichz die kleine Hand fest drückend. Nun blitzte wieder der Schelm in ihren goldbraunen Augen Mist „Ich werde zur Stelle sein." Er tvurde ein wenig unsicher. Foppte sie ihn nicht etwa?. Er traute rhr nicht recht. Meisenberg hatte sich unterdes vergebens bemüht, seine Uwgebetete ebenfalls zum Besuch des Maskenballs zu bewegen. Er machte ein neidisches Gesicht, als er Hassingens Glück erfuhr. Wieder glitt sein nervös unruhiger Blick über die junge: Fran in der aufdämmernden Ahnung, daß sein Kamerad keimst schlechten Geschmack bewiesen habe. „Sie haben Schneid, gnädige Frau!" lobte er. „Aber Sie werden's nicht bereuen." Mit einem Augenzwinkern nach Hassingen. „Ist ein netter Kerl, ein bißchen ruhig, aber ich glaube, sie werden ihn schon aufmobeln — haben sie schon ein Erkenmmgs- wort gewählt? Nein? Nun, ich schlage vor: „I lobe Von". T-ie junge Fran nickte übermütig. Sie hatte jetzt anscheinend all ihre Bedenken vergessen. „Gut! Also: J love yon!" I % Und sie reichte Hassingen abschiednehmend die Hand. 8. Tie blendend hell beleuchteten Treppen 3mit Paulinenschlöß-i chen hinauf huschten trotz der vorgerückten Stunde — cs war gegen 10 Uhr — immer noch vermummte Gestalten, die teils! zu Inst kamen, teils aus geschlossenen Wagen schlüpften, die Damen alle schon mit der bergenden Maske vor dem Gesicht, die Herren nur in seltenen Fällen darauf bedacht, ihr Inkognito zu wahren, höchstens die Kapuze eines Dominos über den Kopf gezogen. Auch Hans von Hassingen war in Eile zum nächsten Maskenverleiher gegangen und trug, da er die Gardewbc betrat, einest schwarzseidcncn Domino über dem Gesellschastsanzng, dessen Gehrock auch schon ein wenig in den Nähten glänzte, denn zu einer! tadellosen Zivilgarderobe reichte sein Geldbeutel zu allerletzt. Eine direkte Verlegenheit überfiel ihn in diesem Trubel hin und her hastender weiblicher Gestalten, die vielfach, auch nur Balltvilcttc. trugen, aber alle völlig unkenntlich wirkten und ihn mit ihren schwarz und farbig verhüllten Gesichtern verwirrten. Wenn er seine Dame nicht herausfand? Oder wenn er sid mit einer anderen verwechselte? Ob sie nun wohl da war? Er zog die Uhr. Punkt 10 Uhr, Unschlüssig ließ er den Blick durch den Raum schweifen. Da löste sich von der anderen Saite aus einem buntest Damenschwarm, der die Garderobenfrau uMdräugte, eine einzelne weiße Gestalt. Er meinte, daß er sie trotz der verhüllenden schwarzen Samtmaske unter Tausenden erkannt hätte an dem eigenen, nicht zn beschreibenden Etwas, das ihre Erscheinung ans den . änderest hcranshob. In einem tollen Frcudengefühl, mit einem Schlage hi nein- gerissen in die ausgelassene Karncvalslust, die mit Musik und Jauchzen aus dem Tanzsaale bis hierher tönte, breitete er ihr die Arme entgegen. Und sie warf sich, ohne zu. zögern, Hst seine Brust. -„I loste Von." > 1 1 118 Sie stießen e§ Leide zu gleicher Zeit Hervor, lachd'nd, jubelnd. lU einem scherzenden Ton den ßhml'fl der Worte verbergend. Dann gab er sie wieder frei, und sie hängte sitz rmbefangen im seinen Arm. „Sei) hatte solche Angst, d» wurdest dir nur einen Spatz rnit mir" erlaubt haben und nicht kommen!" gestand sie- von der Maskeufreiheit des Duzens ohne weiteres Gebrauch machend. „Ich auch. Ich habe sogar bestimmt geglaubt, du-würdest 'Mich im Stich lassen." _ ,llm so schöner die lleberraschung! reicht?' Durch die Spalte der Maske strahlten ihre Angen ihn an. Sie druckten sich enger aneinander und betraten den Saal. Ein betäubender Lärm empfing sie, sie wurden gedrängt und gestoßen, Scherzworte schwirrten um ihre Ohren, eine Pfauen* feder fuhr kitzelnd an Hassingeus Nase, lachend griff die schlanke Iran an seiner Seite danach ityb- knickte sie, der Clown mit dem weißgekalkten Gesicht drohte ihr grinsend. Sie irar augenscheinlich in ihrem Element. Alles an ihr war Leben und Bewegung. Ihr roter Mund stand keinen Augenblick still, aber alles, was sie kunterbunt plauderte, zeugte von regem Verstand und Eigenart. „Komm, wir wollen die Polonäse mittanzen." Sie zog ibn dürr, nie Reihe der Zuschauer und schloß sich mit ihm den dahinschreitenden Paaren an. Wenn die verschiedenen Touren sie von seiner Seite fort- Mrten, folgte er ihr stets mit den Blicken und verglich sie mit den anderen. Keine erschien ihm so reizend wie sie, obgleich sie mit den pompösen Toiletten vieler Anderer und den juwelcngeschmückten Schönheiten der Halbwelt gar nicht konkurrieren konnte in ihrem 'Michten, weißen Seidenkleide. Und wie zart, ja mädchenhaft Hob sich Nacken und Hals aus denr rofenbegrenzten Ausschnitt der blusigen Taille, wie zierlich war das Köpfchen trotz der Riesenrose, die sich an den hochgesteckten Haarknoten lehnte, wie geschmeidig und anmutig glitt, sie durch das Gewühl, wie graziös war ihre Bewegung, wenn sie rasch die Schleppe ihres Kleides Mchnahm, wie. zutraulich schmiegte sie sich zurückkehrend wieder an seinen Arm! „Wie drollig!"' sagte sie nach der letzten Tour. „Vor vierzehn Tagen hat mich in genau demselben Kostüm kein Mensch beachE und' heut, wo ich schon einen netten Kavalier habe, da möchten mich auf einmal alle die, nach denen ich mir das letztemal vergebens die Augen ausgeguckt habe." „Ta wirst du mir wohl untren werden!" scherzte er, aber eine wirkliche Angst sie zu verlieren, war in ihnr. „Weißt du, später beim Tanzen, das darf ich nämlich nicht meines schlimmen Knies wegen und du — dir sieht maus ja an, wie leidenschaftlich gern du tanzest," „Ja, ich tanze rasend gern," gestand sie ehrlich. „Es tut mir schrecklich leid für dich, daß dn an einen JN- validcn geraten bist — aber warte, ich hoffe, daß noch ein Bekannter von mir erscheint und mich, so bitter es mir auch ankommt, hei dir vertritt." „Ist er nett?" forschte sie kindlich. • „O, ein patentes Kerlchen, der Vorzug aller Damen — ich fürchte sehr,.du wirst dich auch sofort in ihn verlieben. Siehst du, da ist er schon." • Im. Gewühl vor ihnen tauchte ein kleiner, zierlicher Herr auf, an denr alles tadellos korrekt und elegant Ivar — der Frack nach neuestem Schnitt mit einer gelben Chrysantheme im Knopfloch des seidenen Aufschlags, die blütenweiß leuchtende Hemdeu- brust über der tiefausgeschnittenen Weste, ans der ein gelbseidenes Taschentuch zipfelig hervorlugte, die weise, vor Neuheit glänzende Krawatte unter dem hohen Stehkragen und darüber der Kopf, wie frisch aus dem Ei gepellt, ein glatter, dunkler Offiziersscheitel, ein blutjunges, rosiges, bartloses Gesicht, keck im Ausdruck, von auffallend schönen, braunen Augen noch mehr belebt. Das war der Dresdener Artillerist, den Hans von Hassingen in der „Heilmühle" kennen gelernt, und mit dem er sich oberflächlich angefreundet hatte. „Nanu, wen haben Sie denn da aufgegabelt?" fragte er zwischen Reugier und Mißtrauen. Er tat sich als Großstädter immer etwas darauf zu gute, die Weiber besser zit kennen als der Kamerad aus der „kleinen! Garnison" und hatte bis dahin stets darüber gewacht, daß Hassingen picht ohne seinen Rat irgendwo anbandelte. Dieser lachte daher sehr vergnügt und spitzbübisch. „Ich habe mir eben während unserer Trennung , eine kleine Fran angeschafft. Warum kommen Sie sö ,spät." '.. Axr hübsche Offizier studierte die weiße Fräueitgestalt poN oben bis unten, aber die schwarze Maske setzte seiner Musterung! ein Ziel. Was dahinter steckte, konnte niemand wissen. „Sag, bist dn eigentlich Hübsch?" erkundigte er sich mit eincrst Ernst, der verriet, datz er Humor harte. Sie zeigte ihnr lachend eine tadellose weiße Zahnreihe. „Du bist, frech, Kleiner. Was geht dich das an, ob ich hübsch bin?" .. j.Na,. mich vielleicht nicht, aber meinen Freund." Hassingen freute sich über das ganze Gefitzt. „Ich war vorsichtig genug, mir meine kleine Fran schon vor, dem Maskenball anzusehen, — mir gefällt sie." „Seh einer den Duckmäuser!" Ehe der Artillerist sich von feinem Erstaunen erholt halttz wurde die Aufmerksamkeit der jungen Fran von ihm abgelenkt- denn ein Maunerarnr legte sich in den ihren und eine halblaute! Stimme sagte: „I love hon." Es war Leutnant von Meisenberg, int schwarzen Domino- über dein fein hageres Gesicht totenblaß leuchtete. Ein Bekannter! hatte ihn mitgeschleppt, trotzdem er sich ohne feine neueste: Flamme kein Amüsement von dem Ball versprochen. Er schien aber nicht übel Lust zu haben, sich von der Freundin! trösten zu lassen, wenigstens gab er ihren Arm nicht mehr frei.; „Hörst du den Walzer? Komm, wir wollen tanzen!" Weich und schmeichlerisch zogen die Klänge der „Träume ans! dem. Süden" durch den lichtstrahlenden, festlich geschmückten SM. Meisenberg ritz die schlanke Gestalt ungestüm in feine Arme! und entführte sie im Triumph in das bunte Gewühl der Tanzenden. An eine der Säulen gelehnt, blieb der junge Offizier etwas verstimmt zurück. Der kleine Artillerist stieß ihn in die Seite. „Tie behalten Sie nicht, Hassingen, so wie ich Sie kemte- habeu Sie zu wenig Feuer für so ein Rassegcschöpstzen. Sehen Sie, wie sie tanzt, weiche, anmutige Bewegungen und doch voll verhaltener Glut, ganz sicher Dame, das merkt man trotz des freien Tons sofort, aber ganz sicher keine gesittete deutsche Hausfrau —" Hassingeit hörte nur noch mit halbem Ohre hin. Meisenberg näherte sich mit seiner Dame, er hatte anscheinend! die Absicht vorüber zu tanzen, aber die junge Frau hielt anmachte ihm eine graziöse Abschiedsverneigitng und stand gteidfl darauf vor dein blonden Offizier an der Säule. Mit beiden Händen umklammerte, sie seinen Arm, als wolle sie bei ihm Schutz suchen. „Ta bin ich wieder. War dir denn auch etwas baugq nach mir?" . . „Sehr!" versicherte er, auf ihr vom Tanz etwas verwirrtes Haar herabsetzend, aus dem eine einzelne Locke ihr tief in die Stirit hing. Behutsam strich er diese weiche, goldbraune Locke cur wenig zur Seite. An dem Stückchen Wange, das die Samtmaske frei* liefe zeigte sich eilt tiefes Rot, das vorher nicht dageweseii. Auf* fallend hastig folgte sie der Bitte des Artilleristen um einen! Tanz. Als sie. zurückkehrte, stand Meisenberg schon wieder ihren wartend — ohne Hans Häslingen anzublicken tanzte sie mi§ dein anderen fort. (Fortsetzung folgt.) himrchen. Eine politische Vogelsgeschichte ans dem Jahre 1866.; ? < Von G. 3'16er, Äiedereisenhausen. Nachdruck verboten. Dort, wo sich nahe der ehemals nassan-hessischetk Grenze der Angelberg erhebt und die „Hohe Straße" von Süden her! zum Herzoglichen Jägerhaus am Wilhclmstein führt, lebte int Frühjahr 1866 ein glückliches Bogelpaar. „Er" mit seiner ziegelroten Galaweste, dem schieferblancii! Mäntelchen und dem schwarzen Saiumetkäppchen war eine gar stattliche Erscheinnng, und die Farbenpracht seiner Kleidung wurdo noch gehoben durch die funkelnden Sottnenstrahlen, die hier und da im Tanueudunkel glitzerten. Dessen schien er sich auch wohl bewußt zu feilt; denn! Me Augenblicke hatte er etwas au sich zu begucken, zn putzen, zu ordnen und mit dem sttnnpfkegcligcU Schnabel zn streicheln. „Sie" dagegen war, wie das ja bei den Vögeln im Gegen* satz zu den Menschen zu sein pflegt, weniger eitel ans ihr Aeußeres- wenngleich ihr das einfache dunkle Hauskleid gar .nicht so übel zu Gesicht stand. . x Die Zwei waren einander von HerzelL gut und suchten nm jeden Wunsch von den AugeU abzulesen. Im übrigen hatten! sie,wenig Verkehr mit ihresgleichen ans der weitläufigen StPPS der Fiukeit. — : Schon wehten die Lüste immer milder Und die Buchen standen tut. Schmucke des jungen Laubes, als sich unser Paar genötigt! sah, nach einem! geeigneten Platze zur InsftellnNg der Kinder- 119 wiege Umschatt Alt Halteis. Nachbar Buchsinks natürlich — cs war überhaupt eine leichtfertige Gesellschaft — hatten bereits ci.it Rest voll Junge ausgebracht. Nach langem hin und her einigte matt sich ans ein stark verästeltes, dicht verzweigtes Tannenbaumchen, das inmitten einer Lichtung stand. In wenigen Tagen war die Arbeit getan. Ein Meisterstück der Nestbanknnst aus haarfeinen Würzelchen, gut sundamentiert mit kreuzweise übereinander gelegten Stäbchen ans .dürrem Reisig. Nichts von alle dem Lumpen- und Federwerk, womit plebejische Vogelsleute ihr Nest ausznstatten pflegen, sondern stilgerecht NUS gleichem Baumaterial und. wie aus einem Guß geformt. Kaum waren vier Wochen ins Land gezogen', da hatte sich die kleine Familie nm fünf Köpfe vermehrt. Nun gabs für die beglückten Eltern Arbeit in Hülle und Fülle. Bour frühest Morgen bis-zum späten Abend mußten sie unterwegs sein, um ihren schier unersättlichen Sprösslingen die Schnäbel zu stopfen. Weit hinaus über die Berge flogen sie und scherten sich den Kuckuck was. um die rot-weißen Grenzpfähle der Hessen, noch um den Dvmäueugrabeu des Herzogs vou Nassau, sondern nahmen das .Gute, wo sie's fanden. Als sie wieder einmal von einer solchen Auslandreise zurückkehrten und sich unter gegenseitigem vertrauten Locken ihrem Heime näherten, spitzte der „Vuilshenucr" von Lixseld gewaltig die Ohren: Aha, da war er. ja endlich, der Ton, auf den er so lange schon gelauert, dem zuliebe er so manchen Souutag- morgen das Gehege durchstreift hatte, ohne, eine Spur von Blutsinken zu entdecken! Behsttsam kroch er aus dem Dickicht hepvor, um den Gegenstand seiner heißen Wünsche zu erspähen. Aber auch die beiden Vögel hatten ihn. bemerkt und instinktiv ihren Feind. erkannt. Scheu und mißtrauisch umkreisten sic in weiten.Bogen den Ort, wo sie ihr Liebstes in Gefahr wußten, verschwanden daun auf kurze Zeit, nur sich wieder von ■ anderer Seite her zu nähern. Aber den Builshenncr führten sie damit nicht irre. ' Gleich- snütig zündete er sich eine Pfeife an. „Däi.Spliß kenne vier schuuu laug," murmelte er belustigt, indes er sich einstweilen behaglich uiederließ. Der Builshenncr trug seinen Spitznamen nicht zu Unrecht. Seine Erfahrung lehrte ihn, daß nur Geduld und Ausdauer in meient Fall zum Ziele führen konnten. Und richtig, die Elternliebe 6ec, Dompfaffen trug auch diesmal wieder über ihre Vorsicht den Sieg davon. Die besorgte Mutter vermochte schließlich den Gedanken au die harrenden Sperrmäuler nicht langer zu ertragen, vou Baum zu Baum slatterud, kani sic allmählich .Näher, um zuletzt pfeilschnell dem Neste zuzueilen. „Hunu aich mer's doch cnke gedoicht, daß se do driust stecke stiisse," meinte der Henner befriedigt. Dann sah er sich ein paarmal scharf nach allen Seiten um — der Teufel trau dem Triugensteiuer Förster ■— und pürschte sich am Rand des Geholzes . vorsichtig heran. Mit geübter Hand teilte er die Aeste auseinander, ein wohlgefälliges Schmunzelst um' den listigeu Mund, da er fich in seinen Erwartungen nicht getauscht fand. Ob die Dinger auch schon „sperrten"? Behutsam tupste er mit dem Zeigefinger auf eins der flaumigen Köpfchen, und sofort streckte sich mit. Geschrill eilt weitgeöffnetes Schnäbelchen in die Höhe. „Groad rankst sein se, ito daun kommt mal her!" Noch einmal vergewisserte er sich durch einen Rundblick, ob auch die Lust rein sei, daun verschwand das Rest samt Inhalt in seinem vuntkarrierten SchnupMch, das er sorgfältig unterm Kittel ver- pqrg. Daß die alten Vögel mit kläglichem Geschrei den Kindesraub Zn verhindern suchten, störte ihn wenig. . Eine Stunde später trat er in seine Stube. Die Koatrei war eben dabei, ihre sonntägliche Toilette zu machen. Ohne den Ankommenden .eines. Blickes zn würdigen, fuhr sie fort, vor ddnt schmalen, zwischen zwei Fenstern aufgchäugten Spiegel sich den im Laufe der Jahre immer dürftiger gewordenen „Schnatz" aufzusteckeu. . "No diou aaler Faulenzer," maulte sie, „diou mißt daich wirrer de ganze Sunndoagmorje in de Hecke rimtreiwe, wenn anueru Leure in de Kirche giehst, dann pritschst diou Büilsuefler, •c .iss cs unw e Schänd für oin ganz Haus, diou Meckes!" Diese lange Begrüßungsrede verfehlte ihren Eindruck auf .den Henner vollständig. „Gnck.mol bäi," sagte er, hanre hunu aich oawer Glick gehockt," Wobei er seine Beute aus dem Tuche wickelte. Koatrei musterte sie mit -einem giftigen Blick: „Wer hott f'f unn Aerwct Sonnt, stich miß se doch wirrer Nadel eingesteckt, zupfte das Büschel ’Vaaie aus dem Faniilienkamm, wickelte es einige Mal ganger und schob es in den Ofest. Dann öffnete sic das Dorfstraße "hiuan»®°acn das Waschwasser ans die ött~, d^as zou, die Lenre brauche staut ze hurrn, wirsch mC1- 11 ll‘ Spektakel Hai hunu," befahl der Heilster itn= lie zurück, „lueenste dautt, de Leure wißte uauh gvoas dion' Nrn Vuilsuarr seist? Aich sah» der, mit'dir niimuks entöl kec giout End!" . “ - s" Damit verschwand siö in der Küche, die Tür heftig hinter sich zuschlageud. -Als sie nach einer Weile wieder zum Vorschein kam, ivar ihr Zorn soweit verraucht. „No, daun weiß entöl, woas de gesunne hast," näherte sie sich neugierig dem Tische. Ein derartiger Wetterumschläg war dem Vinlshenuer nichts Neues: „Wann se naut mich geschelle kahn, läßt se naut mich," pflegte.-er gewöhnlich mit Hinweis auf diese Charaktereigcnschaftz seiner ehelichen Hälfte zu sagen. „Hurtig, Aalas, koch emot e haart Ei, se hunu Hunger." „Hai hunu nich’s schuuu." antwortete sie. ,,-Oach su," meinte er erfreut, „diou wee-ßt's noch vom vierigü Joahr, wäis gemoicht wird." „Vom vicrtgeu Joahr," ahmte sie ihm recht breit nach, „vom vicrige Joahr, als wenn aich ee Joahr bei dir gelabt hett, toit de fee Bloutfunke hcemgebwicht he st! Aich will auch nogucke, oab noch Roibsoanie deheeine iss, e miß eit halwe Doag ent Wasser läje." Vielgescl ästig rannte sie hin und her. lluterdesscu saß dev Builshenncr, den'Kopf auf die Hände gestützt, und dachte angestrengt darüber nach, welches Lied er den jungen.Finken vorpfeifen solle. Denn der Unterricht imißte wenn er gute Früchte zeitigen sollte, vom ersten Tage an aus- geuommen werden. Zuerst tlassenweife für alle fünf. Später, weint mit -Sicherheit das Geschlecht unterschieden werden konnte, begannen die Einzellektionen für die ausgewählten Schüler. Die übrigen wurden an Liebhaber zur Aus'bildnug verkauft. Ein Hauptspaß für beit Heuuer, wenn er einen dummen fand, der ihm' für Mikes Geld- ein Weibchen abnahm! Entrüsteten Reklamationen begegnete er später achselzuckend mit den Worten: „Ja- po, jlädöee Mann, do steckt liien naut kirnt, woarts noch antot oab, veleicht gitt's doch noch e Mäuuche." „Koatrei," sagte eü jetzt, „woas meenste, woas aich ’m fier Liebste peife soll: „Der Jäger aus Kurpfalz," oawer „Heinrich schlief bei seiner Neuvermählten" oawer „Es wollt ein Müller früh aufstehn"? „Mas sein deiner Sache," entgegnete sie bescheiden, „ze huch . diirfs «ei sei unn stach tret ge däif, e kurz, lustig Stickelche, doas hurru se gern." Darauf entschied er. sich für den „Jäger aus Kurpfalz."' Von mut ab bekamen die Tierchen jedesmal, wenn ihnen das Futter- gemeuge mit dem Federkiel verabreicht wurde, dieses schöne als Tafelmusik zu hören. DaS ging so fort, bis sie anfingen, von selbst die verstreuten! ■ Körnchen vom Boden aufzupicken und endlich so weit gefördert waren, daß nuu noch jeden Morgen der Futteruapf gestillt zn werden, brauchte. Und nun galt es,'sich'für einen der Zöglinge zu entscheiden. Dabei waren die Vüilshenitcrs aber beinahe! uneinig geworden. Koatrei hatte sich füv den entschieden, dessen Brust das hellste Rot zeigte, während Henne» den mit dem dicken Kopf behalten wolltet „denn do zieht woas eitie." „Aich kenne mich Leure mit dicke Köpp, wu naut vill driuu iS/' erlaubte sich Koatrei zu bemerken. Mit boshafter Anspielung auf ihres Mannes Hutnumitter, die niemals in einem Laden vorrätig war. „Dä, Ruure sein auch iiit immer vom! beste," gab er prompt zurück. Nach einem weiteren, mit großer Heftigkeit geführten Wort- wechset. machte Henner Schluß der Debatte zugunsteu des Dickkopfs. Koatrei rächte fich durch ein im Hiuausgehen noch hin- . geworfenes: „Glaich unn glaich gefüllt saich gern." Der dlusmosthlte führte nach gutem alten Brauch den Namen „Häuschen" und zeichmtc sich vorläufig durch einen «gesegneten Appetit aus. Mouu er sich so recht satt gefressen hatte, erklomm! er die höchste Sitzstmige seines Käfigs, entleerte sich auf äußerst Manierliche Art, spreizte wohlgefällig sein Gefieder, so daß er einem blaßroten Federball glich und sägte: „Pinn, piuu, Pips! — Ouastk, quick!" „Hurrste?" machte daun der Heuuer aufmerksam', „Koatrei hurrste itit, er icbt schuuu!" , llnd zu Häuschen gewendet: „Schön Männchen, sein Hüus- ■ cft.eu!" — mit dein Vogel sprach er hochdeutsch — „ei, ein braves Männchen, jetzt gib aber auch mal hübsch acht!" Dann stellte er sich in Positur und flötete den sigualartigen! „Borpfiff" allegro rvn brio: „1 —. 3 —< 5 —.8 — 5 — 3 — 1 — ö ■— 5 —. 5!" Kunstpause: — „Der Jäger aus Knr- psalz---- Tas wiederholte sich alle Tage. Morgens, mittags und abends und dazwischen noch etlichemal. Wenn der Hausherr auf Arbeit war, mußte Koatrei Hilfslehrerin spielen. Pseifen konnte sie wie tiit Mannskerl. .Anfangs war! Häuschen auch ein gelehriger Schüler. . Aber eines schönen Tages hatte eil den Lpaß. satt. Statt ausmerksam sitzen zu bleiben, hüpfte er! während des Vortrags nach dem Takte des Liedes lustig auf und ab und bei der Stelle: i „Ju, ja ju, ja lustig ist die Jägerei 1 Allhier auf grüner Heid" :,: steigerte sich seine fröhliche Stimmung bis «zur Ausgelassenheit Dazwischen stürzte er! sich mit solcher Vehemenz auf das Trink- gefäß, als ob er mindestens feit 8 Tagen kein Tröpfchen Wässer iihljc zu sehen, gekriegt Wte. 120 Vchterm Ml unleÄreitete der Vuilsheuner gelegentlich seinem Mund „BesenkoaA", zu dem er als Sachverständigen das größte VeUrEN^HatK. ^Eickern," meinte der mit.berschmitztem Ungenzwinkern, „da MU kann bei scUaicht Gepiys naut vertrage, do misse hurtig Mol Masser getrenke, domit's em naut ^^^Builshenner wandte dem'Spötter verächtlich den Rücken. Bon der Stunde an hatte ihre Freundschaft ein, böses Loch. Im Laufe des Sommers zeigte Hänschen immer mehr Unarten. Ihster «anderem machte es ihm einen diebiichen Spaß, das Krähen des Hanshahnes, das Knarren den Stnbentür und das Miauen der jungen Katze nachznahmen. Was hälfs dem Henner, daß er dem tarnten Göckel int Suppentopf ein frühes Grab bereitete, die rostige. Türangel fleißig mit einer Spechchwarte rieb und das bedauernswerte Miezchen im Gansbnch ersäufte, wo er am tiefsten war? Denn von jetzt ab setzte Hänschen seinen ganzen Ehrgeiz daran, sich mit Hingebung und jeirE.schönen Begeisterung, wie sie nur ibier Äugend zu eigen ist, zum perfekten Spatzenimitator auszubilden. Mochte der Henner auch deren Nester unter m «trohdach r,er- stören und nach ihnen schießen, so viel er' wollte — die Frechlinge kamen immer wieder. ,, . . , Y „Ja, do mißte ins Nassauer Käthe, no Wallefels, do hnnnse kee Spaße," höhnte Koatrei, wie ihr Mann in ohnmächtiger Wut hie Fäuste ballte und das Spatzenvolk zu alleir Teufeln wünschte, „Mensch, mach nrich nit diese!" brüllte er ivütend und grifs Nack dem „Krückestecke". Da ging sie schlennigst irr Deckung. Builsheimcr war ratlos, so was war ihm in seiner viel- jährigen Praxis noch nicht vorge'kom'inen. Ob er es mal nut Dunkelarrest versuchte? Also bekam der Dickkopf mit Hilfe einer «alten Schürze das Tageslicht entzogen. Aber da tvars ganz aus! Wie ein Verrückter sauste der Vogel im Bauer herum, tobte, schrie und piepste zum Erbarmen. Wohl ober übel Mußte die Hülle wieder fovtgenommen werden. Mitweil mit drohend anfgesperrtem Schnabel saß Hänschen ton Boden und biß seinem' Herrn und Meister zornig' in 'beit hin- gestreckten Zeigefinger. „Ei, schön .Hänschen, brav Männchen" veyuchte ihn der Hannes zn beruhigen, „so sei doch artig, Horch mal Männchen, 'horch: 1 —i 3 —. 5 i—i 8 —.5 — 3 — 1 — 5 — 5 ■— 5! Der! Jager aus Kur— — Erschrocken hielt er inne. Hänschen ließ sich plötzlich ans den Rücken fallen, Mg die Zehen ein und sagte fein Wort mehr. <5o blieb er einige Minuten regungslos liegen. Schon wollte ihn sein unglücklicher Besitzer, der ihn für tot hielt, herausneymen, da stand Hänschen mit einem Male luicber auf den Füßen, Hüpfte gleich darauf zum Futternapf und knackte einen Hanfkern, älS obnichts vorgefallen wäre. Henner schüttelte ratlos den Kopf: „Da Buhl rs behext, da Buhl is behext!" ,, .' Koatrei pflichtete ihm vollständig bet. „Aich hunn dirs sva Mich gesvat: et js naut mit ent, heste doch de annern behaale." (Fortsetzung folgt.) Ein Gespräch mit Shaw. Tas neue Matinee-Theater in London, das erst jüngst mit seiner Aufführung von Hanptnianns „Hannele" erfolgreich nnd vielversprechend sich auftat, bringt in diesen Tagen ein 1901 entstandenes, aber bisher wenig bekanntes Stück von Shaw „The Mdmirable Bashville" heraus, und ans diesem Anlaß hat sich >,G. B.S." in seiner temperamentvoll paradoxen Weise in einem sGespväch Mit dein Korrespondenten des Daily Telegraph über die Einrichtung des Matinee-Theaters, über sein Stück, über Shakespeare und noch manches andere geäußert. Beerbohm Tree's großes His Majesttzs-Th'eater wird bei dieser Aufführung zum erstenmal der Schauplatz eines Shaw'schen Stückes sein, da bisher seine Werke in dem intimen Court-Theater erschienen. Shaw ist das ganz recht, denn er hält nicht viel von den „intimest! Theatern". „Ganz im Gegenteil," sagte er, „ich befinde mich Vielmehr znm erstenmal in einer Art von Theatern, das zn meinem Stil paßt. Ich glaube nicht an das „theatre intime". Als ich vergangenes Jahr in.Stockholm war, wohnte ich der Aufführung eines jener „Kammerspiele''' bei, die das bemerkenswerteste Genie veranstaltet, das seit Ibsens Tod an der Spitze des skandinavischen Dramas steht — ich meine natürlich August Striud- berg. Aber das Stück, obwohl dieses Theater ausdrücklich für solche Veranstaltungen gebaut war, würde in dem Opernhaus viel wirksamer gewesen sein. So gibt es viele Theater, die für itnehte Stücke zn klein sind nn'b kaum ein paar, die groß genug sind. Die Bühne des His Majesty-Theaters ist keineswegs zu groß für Wirkungen diskreterer Art. Denken Sie an die Aufführung von 'Hauptmanns „Hannele". Sie war zehnmal wirkungsvoller, als sie gewesen wäre, wenn das Publikum seine Kniee int Orchester ■ lind die Rucken ia'it der Wand deI Parterre» gehabt hätte. Das Wagner-Theater in Bayreuth, das ein sehr großer Raum ist, ist das „intimste" Theater der Welt. Außerdem erfordert „The Admirafle Bashville" eine große Ausstattung. Tree hat alles, zu meiner Verfügung gestellt. Alle Schätze seiner Garderobe,^ seine Requisitenräume, all seine sinnvollen Maschinen- von der,: die das Zwitschern der Waldvögel hervorbringt, bis zn bei",- die den Orkan rasen läßt, all seine Hilfsmittel für Musik und! bengalische Beleuchtung sind in meinen Händen' und sollen unbekümmert verschwendet werden an meinem Stück. Ja, sie sollest es! Das ganze Theater," fuhr Shaw mit steigender Begeisterung fort, „erklärt einhellig, daß man niemals eilte Aufführung gesehen hat, die auch mir von fern dieser ähnlich sei. Und ich! denke, das Publikum tvird dasselbe sagen." „Sie haben also! eine hohe Meinung von Ihrem Stück, Mr. Shaw,", warf der. Interviewer ein. „Sie stellen es selbst in Ihrem Programm als ein Meisterwerk hin." Shaw blickt mit seinen glitzernden Ungest auf: „Was verstehen Sie denn unter einem' Meisterwerk?" „Natürlich ein Werk von vollendeter Vollkommenheit." „Aber keineswegs. Ein Meisterwerk ist die Arbeit eines Handwerkers, wenst er nach Vollendung seiner Lehrzeit Meister tvird, in dem er feine! technische Geschicklichkeit zeigt. Es ist gewöhnlich ein ganz unnützes Verfahren. Ich mußte „The Admirable Bashville" schreiben/ um mein Eigentumsrecht an meinem Roman „Cashel ByrenÄ Profession" zn schützen, da mir ein Plagiat drohte, nnd ich nahm! die günstige Gelegenheit wahr, mit ein Meisterwerk zn schaffen, das zeigen sollte, daß ich die Shakespearesche Technik in meinen Fingerspitzen hätte, wenn ich sie nur anzuwenden mich herbeiließe. Ich wünschte also den praktischen Beweis für eine Tatsache zu erbringe», die ich ost behauptet habe, daß sie nämlich die leichteste Technik der Welt ist. Aber die Aufführung erfordert: eine sehr schwierige Technik, so daß, in Wirklichkeit viel mehr McisUrschaft von den Schauspielern als von deut' Dichter gezeigt Werben muß. Ich bin kindisch verliebt in Blankverse und. ich! muß sagen, meine. Vorstellung von Glückseligkeit in einer besseren! Welt ist die, Stücke in der Art der Elisabethanischen Dichter zu! schreiben und sie jeden Tag zn rezitieren. Was sich England von! der Elisabethanischen Bühne bewahrt hat, ist das, daß, obwohl jeder Schwindler Elisabethanische Stücke schreiben kann, sehr wenige Schauspieler sie erträglich spielen können. Und so sind 6emt die Schwindler unaufgehört geblieben." „Sie glauben also,, daß Shakespeare ein reiner Schwätzer war?" fragt der Besucher. „Sie können mich nicht im Ernst danach fragen, ob ich etwas! glaube, Was ich nie gesagt habe," antwortet Shaw. „Aber ich sage, daß im Vergleich zu herrlichen Prosastellen bei Shakespeare viele seiner Blankverse kauderwelsch genannt werben müssen. Ich hätte die Höllenszene in „Mensch und Uebermensch" oder die Rollen des Priesters Sega» in „John Bulls anderer Insel" und! von Undershaft in „Major Barbara" viel leichter in Blankversen schreiben können als in Prosa, zugleich rethorisch, poetisch und scheinbar plaudernd. Danken Sie dem Geschick, daß ich der Versuchung widerstand, sank zu sein!" Kömgspromenadc. Man dar! die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weis« miteinander oerbinden, daß man — wie der König auf dein Schach- brett — stets von einem Feld ans aul ein benachbartes übergeht. er der Verlust werben bens ung le rest andern sler ist den täusch hals deines beit schlag schlag die zich sagen tag ent tag ent er ans aus uer und ten Auslösung in nächster Numnter. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Junges B r a u t paar. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und ©teinbructcret, N. Lange, Gießen.