MittMch den 2\. Juli sÄWiäm |i 11111 sSgBP [t| t $ I .■..f.I.'F ^Mß ,äEI afiiea Die Pflastermeisterin. Roman von Alfred Bock. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Der Pfarrer, der an dergleichen Geständnisse aus dem Eheleben seiner Gemeuidekinder gewöhnt sein mochte, versetzte ruhig: „Liebe Frau, Sie sagen mir, Ihr Mann stamnlt von Fischbach. Ich kenne den Ort. Es ist da wirklich eine etwas rohe Bevölkerung. Nun, das haben, Sie doch vorher gewußt?" „Jawohl, Herr Pfarrer, aber früher war an dem Friedmar als Gesell' kein Tadel. Und jetzt ist er wie umge- pslchte^t. „Das begreif' ich nicht. Ich hab' ihn immer loben hören. Ich bin auch überzeugt, es steckt ein guter Kern in ihm. Das muß sich nach und nach herausschälen. Dem Mann ist die Meisterschaft noch neu und auch der Ehestand. Er muß sich in die veränderten Verhältnisse finden. Lassen Sie ihm Zeit dazu. Was Sie ihm als Unart und Rücksichtslosigkeit auslegen, ist vielleicht nur Behutsamkeit und Scheu. Seien Sie die Entgegenkommende, die Willfährige üud Besonnene. Sie sind ja auch wohl die Aeltere?" „Ja," sagte die Meisterin itttb wurde um einen Schatten bleicher. „Born Apostel Paulus," endete der Pfarrer, „rührt ein -herrliches Wort. „Das Weib lerne in der Stille mik aller Untertänigkeit." Wohl gesagt, mit aller Untertänigkeit. Halten Sie sich das stets vor. Und wenn Sie glauben, daß Ihr Mann in seiner Gemeinschaft mit Ihnen noch nicht auf dem rechten Weg ist, so führen Sie ihn dahin durch Ihren eigenen Wandel — sich selbst und ihm zum Heil." Da der Pfarrer ging, standen der Meisterin die hellen Tränen in den Augen. Der liebe Gott hätte die geistlichen Herren auf Erden eingesetzt, daß sie die Menschen zur Frömmigkeit und Eintracht führten. Und gar ein Pfarrer wie dieser, so gut und herzensbrav. Für den müßte man durchs Feuer gehen. Alles Uebelnehmerische und Mißmutige wollte sie ablegen und dem «Friedmar auf Schritt und Tritt zu Willen sein. „Mit aller Untertänigkeit", hätte der Apostel gesprochen. Und wenn der Friedmar ein Eiszapfen war, a» ihrer Gutheit sollt er doch noch schmelzen. Als der junge Meister am Abend dieses Tages heimkehrte, fand er ein, im Verhältnis zur sonst im Hause geführten Küche, wahrhaft üppiges Essen bereit. Er ließ srch's ivohl sein dabei. In acht Tagen, berichtete er, werde man in Dietkirchen mit der Arbeit fertig sein. Nun frage es sich, solle man, daher Winter bevorstehe, einen größeren Auftrag der Gemeinde Ortenbach zu erlangen suchen — der Flecken lag unweit Dietkirchen, immerhin zwei und erne halbe Stunde vom Städtchen entfernt — oder solle man sich mit einigen kleineren Bestellungen begnügen, die rn der Stadt selbst zu vergeben waren. Der Meisterin ivar natürlich daran gelegen, ihren Mann in der unmittelbaren Nähe zu wissen. Dieser meinte jedoch, es komme darauf an, wie das Wetter sich anlasse. Die Leute auf dem Lande prophezeiten einen milden Winter. Da dürfe man sich, um des größeren Verdienstes willen die Ortenbacher Submission nicht entgehen lassen. Wenn er, Friedmar, bei den kürzeren Tagen und sehr schlechtem Wetter abends einmal nicht den Heimmarsch machen könne, so finde er in Dietkirchen ein gutes und billiges Unterkommen. Und von Dietkirchen nach Ortenbach sei ja nur ein Katzensprung. Er warf sich für die Ortenbacher Anerbietung Jo lebhaft ins Zeug, als vH er von seiner Frau energischen Widerstand befürchte. Diese äußerte zwar mancherlei Bedenken, aber schließlich ging sie auf seinen Vorschlag ein. Kaum, daß Friedmar seine Frau nachgiebig sah, taute er auf und zeigte sich redselig und heiter. Die Meisterin pries im stillen ihre Fügsamkeit. Unwillkürlich dachte sie an die Ermahnung des Pfarrers, die jetzt schon ihre Früchte zu tragen schien. Sie besann sich, ob sie sich in Geschäftssachen nicht doch zu oft auf ihr früheres Recht der Entscheidung gestützt und den Friedmar vielleicht dadurch aufgebracht und erbittert habe. Wie gern wollte sie ihm freie Hand lassen, wenn er eine andere Miene aufsetzte und sich als honetter Ehemann benahm. An diesem Abend flogen den beiden die Stunden in Gn- helligkeit und Frieden hin. Während sie das Gespräch auf dies und jenes brachten, malten sie sich int geheimen mit ihren besonderen Wünschen und Gedanken die Zukunft aus. V. Das „Einhorn" in Dietkirchen hatte seit langer Zeit wieder einmal einen Stammgast gewonnen. Der junge Pflastermeister begnügte sich nicht damit, die Mittagsstunde in dem Gasthaus zuzubringen, er trank jetzt auch während der Frühstückspause und zum „Vieruhrbrot" dort sein Glas Bier. Die Wirtin umgab ihn mit der Aufmerksamkeit der sorgenden Hausmutter. Nicht, tveil er seine Zeche bei ihr machte, sondern weil er der einzige Mensch war, der ihr ewiges Klagelied ül»er ihr unverdientes Schicksal und über die Verworfenheit der Menschen mit unerschöpflicher Geduld anhörte. Wenn dann ihr Mundwerk in flottem Tempo ging, saß ihre Tochter mit feinem Lächeln still dabei und tauschte nur zuweilen mit Friedmar einen vielsagenden Blick. Ihr war es eigen mit dem jungen Handwerker ergangen. Daß er in der Wirtschaft, ivo er nur zu fordern, nicht M bitten brauchte, so anständig und bescheiden auftrat, hatte sie von Anfang an günstig für ihn gestimmt. Wenn sich die Burschen aus dem Dorf einmal ins „Einhorn" verliefen, glaubten sie das Recht zu haben, allerhand Spaßereietl und Anzüglichkeiten loszulassen, die mehr oder weniger versteckt stets ihr selbst galten. Das mußte sie als Wirtstochter mit verhaltenem Groll über sich ergehen lassen. Während ihrer Dienstzeit in. der Stadt hatte sie noch üblere Erfah- rungen mit den Männern gemacht, denn dort hatte sie immerzu die Dreisten und Zudringlichen abwehren müssen. 44ß Nun ward sie mit Friedmar bekannt. Dieser legte nichts von alledem an den Tag, was sie im Verkehr mit dem starken Geschlecht verletzt und abgeftoßen hatte. In mancher Stunde beschäftigten sich ihre Gedanken mit ihm. Er war ein gar stattlicher Mann, zwar ein bißchen lang geraten, aber nicht klobig nnd plump. Und treue Augen hätte er. Man mußte Zutrauen zu ihm fassen. Darum hatte'sie ihm auch vielerlei gesagt, was sie sonst vor aller Welt verborgen hielt. Und sie berente es nicht, denn sie wußte, daß er keinen Miß- brauch damit trieb. Schade, daß er jetzt erst über ihren Weg kam, hätte man früher miteinander Bekanntschaft ge- macht, so wäre vielleicht was daraus geworden. Sie war sehr wählerisch, aber wenn der Friedmar sich ihr angetragen, hätte sie nicht nein gesagt. Das waren eigentlich unnütze Gedanken. Die mußte sie sich ganz aus den: Kopf schlagen. Er ivar ja vergeben. Aber ihn heimlich gern haben, durfte sie deshalb doch. Tas konnte ihr niemand verwehren. In der letzten Zeit war ihr der Vater öfters im Traum erschienen. Wenn man von Verstorbenen träumte, das bedeutete Glück. Bisweilen, da es ihr zu eng in der dumpfen Wirtsstube ward, klomm sie die „Dietkirchener Höhe" hinauf und spähte ins Land, von wannen das Glück kommen sollte. Was galt ihr als Glück? Viel Geld? Gewiß nicht. Damit hatte sie nichts anzufangen gewußt. Aber jemand, den man von Grund aus leiden mochte, alles zuliebe tun. Danach stand ihr Verlangen. Daß sie der Mutter im Haus alles leichter machte, war Kindespflicht. Darüber hinaus regte sich etwas, das heiß und immer heißer in ihr anf- glühte. Von wannen sollte das Glück kommen? Wenn mau scharf über den Wald sah, erkannte man das Städtchen, wo Friedmars Behausung lag. Neulich war in der Wirtschaft die Sprache davon, seine Fran wär' viel älter als er. Aber ein Haus hatte sie und Geld dazu. Der Eigennutz war ein Schelm. Ter hatte, ihn wohl in die Heirat getrieben. Freilich sah er nicht danach ans. Vielleicht hatte er sich bereden lassen. Ein bißchen hampelmännisch war er schon. Nun saß er drin und konnte nicht wieder heraus. Denn daß ihn etwas drückte, das merkte mau ihm wohl an. Er nahm den Namen seiner Frau nicht in den Mund. Dazu konnte man sich seinen Vers machen. War sie eine böse Sieben, widerborstig und zänkisch? Plagte sie ihn mit der Eifersucht, weil sie ältlich war, und er blühend und jung? Wie töricht war er gewesen, sich von der Schlaubergerin fangen zu lassen. Akkurat tote der Herr Baumeister in Hanau. Der hatte sich auch schön hineingeritten. Wenn der allein zu Haus war, lief er Ivie be- sesseu in seinem Arbeitszimmer auf und ab und schrie: „Wer befreit mich von diesem Drachen?" Und dann stöhnte und seufzte er, daß einem angst und bange wurde. Sie machte es ihm auch danach, die Frau Baumeisterin. Unter der Fuchtel wollte sie ihren Mann halten, daß er nicht mehr jappen konnte. Das war ein ständiger Spektakel. Wenn aber Besuch aus der Stadt kam, schlich der Herr Baumeister trübselig in sein Zimmer, und die Fran Baumeisterin ging den Leuten mit lachendem Gesicht entgegen. Das reine Theater. Und der Mann verzehrte sich in seinem Elend, und sie sah rot und rund aus. So vergrämte sich auch wohl der Friedmar, und die alte Spinne zog ihn immer mehr in ihr Netz. Aber sie kannte die Meisterin doch gar nicht und lästerte sie. Tat so eine ehrliche Christenseele? Daß sie nicht schamrot wurde! Die Meisterin sollte eifersüchtig sein. Auf wen? Was leugnete sie's denn? Sie selbst war eifersüchtig. Den Friedmar hätte sie sich auch gegönnt. Das wär' ein Leben geworden. Gar nicht auszuhalten vor Lustigkeit. Und jetzt? In ein paar Wochen war er auf und davon. Sie hatte das Nachsehen. Und das tat weh. Aber auskosten wollte sie's bis zu Ende. Ihn anschauen, wenn er kam, recht lang' anschauen, weil sie ihn lieb hatte — schrecklich lieb. Und da sie von der Höhe talwärts schritt, sang sie leise vor sich hin- „Freude, Freude über Freude, Halt' gefunden meinen Schatz, Durfte springen, Durste singen, Halt' gesunden meinen Schatz. Trauer, Trauer über Trauer, Müßt' verlieren meinen Schatz, Immer weinen Um den einen, Müßt' verlieren meinen Schätz." Seitdem der junge Pflastermeister Tag für Tag der schönen Einyornlina in die Augen sah, war er wie verwandelt in seinem Wesen. Die Heirat der Meisterin hatte er lediglich als klugen Streich betrachtet, der ihm zu Ansehen und Besitz verhalf. Herz und Gemüt hatte er nicht zu Rate gezogen. Der arme Fischbacher Bäuernbub, dem die Not aus der Hütte der Mutter das Geleite ins Leben hinaus gegeben, der sich als Pflastergesell sechs Tage in der Woche abplacken mußte, war stets von einem trotzigen Ehrgeiz gehoben worden, der ihn anspornte, sich unter den Stanerabett in seiner Arbeitsleistung hervorzutun. Die Hoffnung, einmal als Meister auf der Arbeitsstätte den Pflasterhammer zu schwingen, bildete den Brennpunkt, um den seine Gedanken kreisten. Auf der Landschaftskasse lagen seine Sparpfennige. Das Sümmchen schwoll von Jahr zu Jahr an. Viel war's nicht, und bis es reichte, ein eigenes Geschäft zu gründen, konnten noch zehn oder fünfzehn Jähre vergehen. Aber nur Geduld. Eines Tages stand er doch am Ziel. Der Pslasternreister starb. Die Meisterin gab ihm die Aufsicht über die Handlanger und Gesellen. Allmählich kam der ganze Geschäftsbetrieb in seine Hand. Die Höhe, der er zustrebte, lag nun nicht mehr fern, und der Meisterin Ent-, gegenkommen half ihn: mit einem Sprung über die letzte Steile hinweg. Voll Selbstgefühl könnte er zurückschauen. Den Weg hinauf hatte er sich selbst gepflastert und stand nun droben stolz wie ein Turm. — Auf der Straße schüttelte man ihm glückwünscheud die Hände. Scute, die srüher gleichgültig an ihm vorbeigegangen, boten ihm jetzt höflich die Zeit oder blieben gar bei ihm stehen. Der armen: Häuslerin Söhn, den die Fischbacher Bäuernprotzen über die Achsel angeguckt hatten, war unter den Bürgern der Stadt zu Meisterrecht und Rang gekommen. Aus offenem Marktplatz redete ihn der Pfarrer an, obwohl er ein schlechter Kirchengänger war. Der Pfarrer sah darüber hinweg, denn die Meisterin war fromm. Wo er hiuhorchte, verkündete man ihr Lob. lind mit Fug. Es ließ sich mit ihr leben. Bei! all ihrer Gescheitheit war sie keine Klugfchwätzerin. Murren und Widerspruch kannte sie nicht. Nur daß man nicht recht warrn wurde bei ihr. Das lag wohl an ihren Jahren. Nun, was sie darin voraus hatte, kam ihm durch ihre Er-, fahrung und Sicherheit in Geschäftssachen zugute. So hatte Friedmar im wohlgeschützten Hafen Anker geworfen. Arbeiten mußte er nach wie vor, das war klar. Aber es war nicht mehr die alte Hatz und die ängstliche Sucht, bis er sich! jedesmal am Samstag die Sparpfennige für die Landschafts-' lasse abgeknapst hatte. Der Geschäftsgewinn floß in seine Tasche. Wer, wie er, ein Habeinchts gewesen, wußte das doppelt zu schätzen. Er konnte die Dinge tat sich herankommen lassen und der Zukunft gemächlich entgegen sehen. (Fortsetzung folgt.) Die Mner LuftschiMalle. Hunderte von Händen sind emsig bemüht, das Dach der Liist- schiffhalle einzudecken, die großen Flügeltore fertig zu montieren! und im Innern wenigstens einstweilen Ordnung zu schaffen, um' dem Z II, der am Montag den 26. Juli mit Bestimmtheit hier erwartet wird, eine vorläufige Unterkunft zu gewähren. Die Lustschiffhalle, die der „Köln. Ztg." zufolge jetzt schon einen fast fertigen Eindruck macht, liegt genau in der Mitte des Dreiecks, das die Vororte Bocklemünd, Bickendorf und Ossendorf miteinander bilden, und zwar in einer geschützten Mulde, am sogenannten! Mühleuweg. Mit Seit Fundamentierungsarbeiten würde anfangs Avril begonnen, nachdem man schon seit Mitte März die nötigen Erdbewegungen vorgenommen hatte. Mit dem Aufstellen der Eiseu- konstruktion wurde am 7. Mai begonnen, und zwar an der Einfahrt (an der Seite nach Bocklemünd zu). Die Halle hat eine Länge von 152 Meter, eine Breite von 50 Meter, also einen! nutzbaren Flächeninhalt von 7600 Quadratmeter. Sie besteht aus einem Mittelschiff, das eine lichte Höhe 'von 27(4 Meter und eilte Breite von -10 Meter hat, ferner aus zwei Seitenschiffen von je 7 Meter Höhe und 5 Meter Breite. Die Vorbauten an beiden Längsseiten, die sich aus der Eisenkonstrnktivn ergeben, sind insofern nutzbar gemacht, als man an der einen Seite längs der Säulenreihe der Mittclhalle eine massive Mauer mit Zwischendecke aus geführt und damit Räume geschaffen hat zur Unter» bringung von Ballonhüllen und für Werkstätten; ferner sind dort Räume zu Heizzwecken, und zur Aufbewahrung von Kohleitzum Aufenthalt für Offiziere und zur Unterbringung von Gasflaschen vorgesehen. An der andern Längsseite befinden sich Einbauten, die als Wagenhallen dienen und vou außen durch große Tore zugänglich sind. Die Eisenkonstruktion besteht aus 20 Bm- tant, ote in Entfernungen von je 8 Meter auseinandersteheu. Die Binder sind unter sich mit Pfetten verbunden. Die mächtigen ril ft’ ■ert ini! ter Die ast V, ter tert ;lt’ iit? ind tert eht llb ■Oll ich t liier tu* er* nb :it, is- in* ifrt in* irt. et* Duststossen dieser Art gehört sich allein höchst unangenehm', Körper, dessen unangenehmer vorhandene, andere Duststoffe wird, baßj er int Verein mit betrachten. Zn den verbreitetsten wohl das Trimethylamin, ein für etwa nach Heringslake riechender Geruch aber meist durch nebenher ■en, der Ler icht der er nt- tzte en. inbi stte her lich tert ber der ein ter :ltn tun' all mi> cht eit. fr-, tte lr-> ar :d)| ts-t ne as en gemildert oder so sehr unterdrückt ______ _____ diesen eine nicht immer v'nangenehme Wirkung auf unsere Gernchs'- organe ausübt. So ist Trimethyl in dem Duft der Blüten des der beit )ig* Ml bi inte Not ins! >che stizt neu ual zu feit ige. Geschmack der Insekten' hinsichtlich der Wohlgerüche abgestimmt sind. Kerner von Mari-aun uutericheidet 5 Gruppen von Tüsten, die iudoloiden, aminviden, benzvlvideu, paraffinoiden und terpeuoiden, je nach der chem. Natur des Duststoffes. Zu den iudoloiden rechnet er den Duft derjenigen Pflanzen, die Zersetzungsprodukte von Eiweißkörpern als Geruchsstosse besitzen, insbesondere Indol und €:tatet, Stoffe, die besonders in den Exkrementen von Tieren und Menschen vorkommen, aber auch beim Faulen von Fleisch, Harn ttsw. austreten. Dahin gehören die meisten Aristokochia- Arteu, Rafflesiacoeu u. a., die sich auch fast ausnahmslos durch bleichbraune, au faulendes Fleisch erinnernde Blüteusarbeu aus- zeichueu. Sie üben naturgemäß, auch nur auf solche Insekten eine Anziehungskraft ans, die ihrs Nahrung von derartigen Stossen beziehen ober deren Larven sich darin entwickeln, also besonders allerlei Aaskäser, z. B. Totengräber und Aasfliegen. Von andern Insekten, wie Faltern, Bienen werden sie gemieden, sei es, daß letztere einen tatsächlichen Widerwillen dagegen haben, sei es, daß ihnen der Sinn für diese Art Düfte abgeht, und sie deshalb achtlos ait ihnen vorüberfliegen. Im allgemeinen ist die Zahl der Blüten mit iudoloiden Düsten nicht groß, doch kommen neben andern Düsten oft gleichzeitig auch iudoloide in dem Duft einer Blüte vor. Zn den Pflanzen, welche aminoide Düste in den Blüten entwickeln, gehören schon eine größere Anzahl auch bei uns heimischer Arten. Die Duststosfe selbst sind Amine, die wir ebenfalls als eine Art von Abbauprodukten des hochkomplizierten Eiweißmoleküls Binder wirken durch ihre gefälligen Formen sehr elegant und passen sich durch den Biergelenkbogen der Form des Luftschisfes au. Die Längspfetien dienen als Unterstützung für die Holzsparrenanlage, auf der die Da.chschalnng aufgenagelt ist. In der Mittelhalle hat man int First drei große Längsoberlichter von ie 40 Meter Länge mit Lüftungsklappen angebracht, ferner aus beiden Seiten des steilen Daches, und zwar je neun Fenster. Die Verglasung der Oberlichter und der Seitenfenster besteht aus gelbem Draht- und Rohglas, das die Sonnenstrahlen bricht lind danK bereit schädliche Einwirkung auf die Ballonhüllen verhindert. Die beiden Längswände der Mittelhalle oberhalb des Daches der Vorbauten sind in Eisensachwerk mit Ziegelsteinen ausgemauert, außen verfugt, innen mit weißer Kalkfarbe gestrichen. Die Längswände enthalten auf beiden Seiten je 17 große Fenster. Die Seite nach Bickendorf zu ist durch eine große Giebelwand abgeschlossen, die ebenfalls aus Eisenfachlverk besteht und mit Ziegelsteinen vermauert ist, aber keine Fenster enthält. Im Innern der Halle sind drei starke Windsäulen angeordnet, auf die sich der Wiuddrnck der Giebelwand überträgt, der bei der ausgedehnten Fläche ganz bedeutend ist. Die Längs- und Giebel- wände der Vorbauten bestehen aus massiven ZiegelmauerN. Durch vorgelegte Pfeiler und gefällige Anordnung der Pntzfelder über beit einzelnen Fensterpartien ist eine sehr gute Wirkung erzielt. Innerhalb des Gebäudes sind an der Decke der Mittelhalle noch durchgehende Lanfkatzenträger angeordnet, die zu Montagezwecken und znm Aufhängen der Luftschiffe dienen. Außerdem hat man an der Decke, und zwar an beiden Längsseiten noch je einen durchgehenden Laufsteg angebracht, der durch Treppen von den beiden Giebelwänden aus leicht zugänglich ist. Diese beiden Laufstege stehen in Verbindung mit einem Laufsteg außerhalb der Halle über den Toren. Die Einfahrt der. Luftschiffe kann nur von einer Seite erfolgen, und zwar von der Bocklemüitder Seite aus. An dieser Seite werden vier große Tore, sogenannte Doppelfalldrehtore, angebracht, von denen je zwei Flügel zusammen verbunden sind und maschinell durch Wasserdruck geöffnet und geschlossen werden. Diese Riesentore, die einen ganz neuen bis jetzt noch nicht angewendeten Typ darstellen, haben eine Höhe von 25 Meter und eine Breite von 11 Meter. Die Flügel wurden liegend montiert und fertig in die Höhe gezogen; . außen sind sie mit Wellblech bekleidet. Der Fußboden der Halle besteht aus Stampfbeton: in diesen sind längs der Halle in vier Reihen in kurzen Zwischenräumen Anker mit Ringen eiubetoniert, au denen die Taue der Lustschisse befestigt werden. Aus dieser Anordnung geht schon hervor, daß entgegen anders lautenden Meldungen eilt Zeppelin-Luftschiff, ein Groß- und ein Parseval-Ballon mit der Zeit dort nNtergebracht werden. Es können auch zwei Zeppelin-Luftschiffe nebeneinander bequem Platz finden. .Die Dachdecke der Halle besteht aus Pappe und Rubernit. Die Eisenkonstruktiou, die Tore, die Fundamente für die Eisenkonstruktion und die Fachwandmtsmauerung sind durch die Brückenbauanstalt Gnstavsbürg bei Mainz ausgeführt worden. Diese durch den Bau der Nordbrücke und die Ausschwim- lititng der alten Straßenbrücke bestens bekannte Firma hat damit wieder eine Leistung ersten Ranges vollbracht, denn sie hat in einem Zeiträume von zwei Monaten das 'Bauwerk in Eisenkonstruktiou und Fachwerk fertiggestellt, und zwar so, daß Zimmer-, Dachdecker- und Glaserarbeiteu ohne Verzögerung flott betrieben werden konnten, so daß die Halle, in den nächsten Tagen vollständig unter Dach und Fach gebracht sein wird; die Bergung des Z II kann also am 26. Juli glatt vollzogen werden. Dem Bauführer der Firma Gustavsbnrg Herrn Bolz und seinen zahlreichen Mitarbeitern muß man daher alle Anerkennung zollen. Die Lnstschisshalle wird bekanntlich int Auftrage des Militär- sislus ausgeführt, der zu diesem Zwecke hier ein eigenes Ban- nmt errichtet hat, und ait dessen Spitze Regierungsbaumeister Milatz steht, dem auch die Oberleitung über die Bauausführung oblag. .In der Nähe der Halle, in der Umgebung der städtischen Gasanstalt in Müngersdorf, wird eine Wasserstoffgasfabrik errichtet werden. Dort werden die zur Füllung der Luftschiffe zu verwendenden Flaschen mit Gas. vollgepreßt und nach der Halle gebracht. Vorläufig wird eine Lnftschiffer-Kompag nie in einem in der Nähe gelegenen Fort untergebracht werden. Da in der Zeit vom 12. bis 18. August eine größere Festnngskriegsübung in der Umgebung der Halle vorgesehen ist, kann matt Wohl mit Recht annehmen, daß auch das' Zeppelin-Luftschiff hierbei Verwendung finden wird. — Gestern wurde die Halle vom Regierungspräsidenten Dr. Steinmeister und dem Polizeipräsidenten von Weegmann besichtigt. Der Blitten-ust und die Insekten. Von Pros. Dr. W. Mignla. *) Neben der Anlockung durch die Farbe der Blüten ist es besonders der von ihnen ausströmende Dnst, der eine wesentliche Anziehungskraft für Insekten besitzt. In vielen Fällen wird es nur der einfache Honigduft der Blüten, sein, in sehr vielen anderen sind es aber spezifische Dustarteu von großer Verschiedenheit und Niianeiernng, die offenbar auch aus den verschiedenen *) Aus „Pslanzenbiologie. Schilderungen ans dem Leben der Pflanzen." Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. Weißdorns, vieler Spiraen, des Schneeballs und vieler anderer Pflanzen enthalten. Am reichlichsten vertreten sind die benzoloiden Düfte, die ans Körper aus der Reihe der aromatischen Verbindungen zurück- znsühren sind, doch ist nur ein Teil derselben chemisch näher bekannt, wie der Dust des Heliotrops (Banilin), des Waldmeisters (Cumarin), vieler Nelkenarten (Eugenol). Viele unserer bekanntesten wohlriechenden Blüten haben Düste, die wohl auch in diese Gruppe gezogen werden können, obwohl dies nicht für alle sicher ist und vielleicht eitle Mischung von Düsten verschiedener Gruppen nicht selten vorliegt. Hyazinthen, Jasmin, Reseda, Maiglöckchen, Veilchen, Akazien, Geißblatt, gehören zu ihnen. Zu den Pflanzen mit parassinoideu Düsten gehören Rosen, Baldrian, Reben, schwarzer Hollunder, Nachtschatten. Die Düfte gehören Kohlenwasserstoffen aus der Paraffinreihe an. Die terpeuoiden Düste werden hauptsächlich durch ätherische Oele bedingt und sind namentlich verbreitet bei vielen Lippeu- blütlern, z. B. beim Lavendel, bei den meisten aber nicht oder nicht nur in den Blüten, sondern in bett Blättern. Auch der Dnst der Oraugenblüteu gehört hierher. Wohin der eigenartige Honig- dust gehört, ist noch nicht sicher ermittelt, und doch ist es sicher gerade dieser, der eine große. Anzahl von Insekten anlockt. Daß die Insekten für die verschiedenen Düfte sehr ungleiche Empfänglichkeit btzsitzsen, geht schon aus der oben erwÄhntenI Tatsache hervor, daß für die iudoloiden Düfte sich nur Aaskäfer und Aasfliegen interessieren. Für aminoide Düfte haben Schmetterlinge gar kein Interesse, desto mehr aber verschiedene Blüten- käfer. Das so stark duftende Geißblatt wird von Tagschmetterlingen gar nicht beachtet, während die Abendschwärmer gerade diese Blüten mit Vorliebe aussnchen. Das gleiche gilt von den Blüten der Petunien, und an beiden Pflanzen kann der Schmetterlings- sammler in der Dämmerung stets vortreffliche Geschäfte machen, während er aut Tage höchstens zufällig einen Schmetterling an ihnen findet. Es ist 'wohl sicher auzuuehmeu, daß die Düste mancher Blüten von gewissen Insekten überhaupt nicht empfunden werden, und daß sie deshalb achtlos an den Blüten vorüb erfliegen. Gibt es doch zweifellos Blütendüste, für die Insekten überaus empfindlich sind, während sie vom Menschen überhaupt nicht wahrgenommen werden. Besonders deutlich ist dies beim wilden Wein, dessen unscheinbare grünliche Blüten offenbar nur auf die kürzeste Entfernung von Insekten wahrzunehmeu sind, und die dennoch einen sehr reichlichen Bienen besuch zeigen. Hier muß also ein anderes Anlockungsmittel als die Farbe vorhanden fei», und daß das ein starker, für den Menschen nur nicht wahrnehmbarer Duft ist, geht aus deut Verhalten von Bienen hervor, die an blühendem wilden Wein vorüberfliegen, und denen der Blütenduft durch die Windrichtung zugetragen wird. Sie wenden sich fast augenblicklich!, sobald sie in den Bereich des Dustes kommen, dein wilden Wein zn nach Kerners Angabe selbst noch in einer Entfernung von 300 Schritt von dem blühenden mitten Wein. Ich selbst konnte diese Beeinflussung der Bienen wenigstens noch auf eine Entfernung von 8Ö Metern alt einer mit wildem Wein bedeckten Wand im botanischen Garten in Karlstuhe wiederholt beobachten. Eine Wahrnehmung der unscheinbaren Blüten durch den Gesichtssinn ist auf eine solche Entfernung zweifellos ausgeschlossen. Ueberl).^1“* Mun man als allgemein gültig ansehen, daß, — 447 — 448 Ms unscheinbaren und doch reichlich t>im Insekten besuchten! Blüten diese Jnsektenaulockung hauptsächlich durch den Duft be- wirkerl, während andererseits häufig sehr in die Augen fallende Wüten duftlos sind oder doch zu sein scheinen. Daß, dies aber nicht immer der Fall ist, beweisen z. B. die Rosen. Werden große in die Augen fallende Blüten nicht von gewissen Jn- sektenarten besucht, so istz allerdings anzuuehmetr, daß ihnen der von der Blüte ausgeatinete Duft unsympathisch ist, oder daß ihnen Erfahrung oder Instinkt sagt, daß diese Blüten für sie keine Nahrung bieten. Denn sie fliegen oft so nahe an ihnen vorbei, daß eine Wahrnehmung durch den Gesichtssinn zweifellos erfolgen mußte. । Dazu kommt allerdings auch noch eine Erscheinung, hie wenigstens in einzelnen Fällen zur Erklärung der Tatsache herait- züzieheu ist, daß manche Blüten nur von bestimmten Insekten besucht werden. Ganz abgesehen davon, daß manche Blüten sich nur zu bestimmten Tageszeiten offnen, in denen wieder bestimmte Insekten fliegen, oder sich so aufrichten, daß sie augenfällig iverden, gibt es auch Blüten, die nur oder doch vorwiegend zu ganz bestimmten Tageszeiten duften. Am auffälligsten ist dies unter Unfern einheimischen Pflanzen beim Geißblatt der Fall; in der glühenden Sonnenhitze merkt man kaNm etwas von Duft, und Uran muß schon sehr nahe an die Wüten Herangehen, um ihni wahrzrmehmen; in der Dämmerung dagegen, namentlich an schwülen Abenden, können !vir auf sehr große Entfernungen hirr dm Dnft einer blühenden Geißblattlaube wahrnehmcn, namentlich, wenn ein 'leiser Luftzug ihn zu uns herträgt. Deshalb wird auch die Blüte des Geißblattes hauptsächlich nur von Schwärmern besucht, die in der Abenddämmerung fliegen. Ebenso gibt es zahlreiche von Nachtschmetterlingen besuchte Blüten, die nur nach Eintritt der Dämmerung duften, wie die Nachtviole und besonders die bei uns verbreitete Nachtlichtnelke (Silene nutans). Neue Erinnerungen an Mpslesn nnd Syron. Die Erinnerungen eines vielgereisten und vielerfahrenen Mannes, des britischen Politikers John Cam Hobhoufe, des späteren Lord Broughton, sind soeben in London von Lady Dorchester veröffentlicht worden, Hobhause hatte in den sechziger Jahren die Eindrücke seines reich bewegten Lebens aufzuzeichnen begonnen Und fünf Bände vollgeschrieben, die aber unveröffentlicht blieben; ans diesem westschichtigen Material und aus Tagebuchnotizen ist nun ein glänzendes .Milturbild entstände'!, in deni fast alte berühmten Männer und Frauen des napoleonischen Zeüalters au dem Leser vorüberziehen. Unter dieser großen Zahl bedeutender Persönlichkeiten, mit denen Hobhouse zusammengekommeu ist, beherrschen aber ztoei fein ganzes Fühlen und Denken: Napoleon Und Byron. Sie sind die beiden Sonnen, um die sich in der leuchtenden Sternenwelt des Buches alle anderen Gestirne drehen, Hobhouse war einer der Intimen Byrons; ihm ist der vierte Gesang von „Childe Harold" gewidmet. 1809 unternahm er mit dem „seltsamen jungen Menschen", der ihn schon während der Studienjahre in Cambridge interessiert hatte, jene berühmte Pilgerfahrt nach dem Orient, die Byrons wundervolles Erstlingswerk unsterblich gemacht hat. Tie Widmung an Hobhouse war für Byron ein Ausdruck der gemeinsamen Erlebnisse, die sie immer enger mit einander verbanden. Nach dieser Reife ging Hobhouse Nach Deutschland, traf hier mit Stein, Stadion und dem Prinzen von Ligne zusammen und geriet in Dresden zum ersten Mal in die verführerische Sphäre Napoleons, die ihn daNn berauschen sollte. Napoleons Kammerdiener, der den Kaiser während der Flucht aus Rußland in Dresden erwartete, erzählte ihm: „Napoleon kam etwa zwei Uhr nachts an; Coulaincourt war mit ihm im Wagen; sein Gesicht war tief in einen Pelzkragen eingesunken, es war schwarz von Kälte und Schmutz und einem stoppeligen Bart. Ich hatte die Ehre, seine Füße mit Eau de Cologne zu waschen, Tic Diener, die auf dem Hintersitz des Wagens ungeschützt in der freien Luft gesessen hatten, waren in furchtbarer Verfassung: der eine, ein Pole, hatte den Gebrauch seiner beiden Beine bis über die Knie verloren und vier Unger von jeder Hand waren ihm erfroren und abgeschnitten worden. Ter andere hatte alle Zehen seines rechten Fußes verloren. "Nach Napoleons Fall eilt Hobhouse nach Paris; hier entwirft er farbige Bilder von dem Leben unter den Bourbonen, von Wellington, den er bei einer Truppenschau sah, und von Blücher, der „durchaus kein intelligentes Gesicht hatte". Biel hört er hier wieder von Napoleon; als sein Haupt- fcharakterzug wird ihm Abscheu und Verachtung des Menschengeschlechtes angegeben. Zn einem Kardinal sagt er, während der König von Rom auf dem Boden des Gemaches spielte: „Könnest Sie glauben, Kardinal, daß dies Wesen da eine Seele hat?" Während der hundert Tage sieht er zum ersten Mal,feinen Helden. „Sein Gesicht ist totenblaß", so schildert er ihn, „seine Kinnbacken siird vorstehend, aber nicht so sehr, wie ich hörte. Sein Haar ist kurz, von einem dunklen, düsteren Braun. Man erzählte mir, daß ihn seine.Soldaten wegen dieser „Tonsur" ^unseren kleinert Mönch" nennen. Er stand zumeist mit auf den Rücken gelegten oder vorn gefalteten Händen; drei oder viermal nahin er eine Prise aus einer flachen braunen Tose. Seine Zähne schienen regelmäßig, aber nicht sauber; er sprach selten, aber wenn er es tat, ging ein recht angenehmes Lächeln über seine Züge. Er sah um sich mit zusammengezogenen, aber nicht gerunzelten Augenbrauen. Niemals sah ich jemanden mit solch einem Gesicht:" Bon Stendhal mit dem Hobhouse später zusammentraf, hörte er, daß Napoleon während der schlimmsten russischen Unglückstage ganz die Besinnung verloren hatte. Er imterzeichnete damals acht oder zehn Erlasse mit dem Namen „Pompejus". Die Geftihllosigkeit Napoleons erklärt er durch ein Wprtz das er von .Wellington hörten als ihm der Tod eines jungen -Offiziers gemeldet wurde. „Ich weiß nrcht, woyer es kommt , sagte der englische Feldherr, „aber ich fühle nichts bei so einer Nachricht. Bor ein paar Jahren noch würde solch ein Unglück mich haben aufschreien lassen, aber jetzt! habe ich keine solche Neigung mehr." Durch das ganze Buch hin ziehen sich interessante Mitteilungen über Byron, mit dem Hobhouse immer wieder zusammenkommt, obgleich er meint, „es sei sehr schwierig, mit ihnl zu leben." Wir ersahreii Genaues über die traurige Geschichte seiner Ehe und hören von seinen ewigen Geldverlegenheiten. 1816 unternahmen beide eine Reise nach dem Kontinent, loo sie u. a. Silvio Pellico, Mine, de Stadl und August Wilhelm Schlegel, „einen kleinen dünnen Mann mit langem scharfen Gesicht, spärlichem grauen Haar und klugem Blick", kennen lernten. Vermlschtesr * Wie der 7jährige Krieg anfing. In Oschatz in Sachsen wirkte im Anfang des vorigen Jahrhunderts der Rektor H-, der, so oft er die Geschichte des 7jährigen Krieges feinen Schülern bortrug, regelmäßig mit folgender Einleitung begann: „Kinder, Ihr wißt doch alle, daß ich aus Nossen stamme. Dort war mein Vater Torschreiber und Akziseneinnehmer. Nun denkt euch einmal, an einem schönen Augustmorgen des Jahres 1756 war derselbe nach seiner Gewohnheit früh aufgestanden und ging eben mit der Pfeife im Munde vor das Haus, uni die Fensterläden zu öffnen, da kant plötzlich ein preußischer Husar herangesprengt. Fast wäre meinem Vater vor Schreck die Pfeife aus der« Munde gefallen, doch faßte er sich und fragte: „Um Vergebung, ist Er ein preußischer Husar?" — „Jawohl," antwortete der Manu. — „Aber, um des Hinimcls willen," rief mein Vater, „was hat er denn hier bei uns in Sachsen zu suchen?" — „Wißt Jhr's denn noch nicht, daß heute der siebenjährige Krieg begonnen hat?" Hier schwieg der alte Rektor einen Augenblick und schaute auf seine Schülerzahl. Ein Freudenstrahl zog dann über sein Gesicht, wenn sich endlich einer der Knaben zu der Frage meldete: „Aber, Herr Rektor, woher konnte der Husar denn wissen, daß der Krieg sieben Jahre dauern würde?" * A m Stammtisch. „Trinken Sie doch noch ein Gläschen, Herr Stadtrat!" — „Nein, ich Muß jetzt in die Stadtratsitzuug! — „Na, da schlafen Sie wohl!" . * Bor Gericht. Richter: „Sie können bestätigen, daß der Angeklagte feinen Nachbar einen Esel und später ein Rindvieh geheißen hat?" Zeuge: „Ja — der ändert überhaupt ost semS Ansicht!" „ „ * Billiges Versprechen. Holzdiebin: „Ach, laße« S' mich diesmal noch laufen, Herr Fürstest, ich werd gewiß net wiederkommen!" — Förster: „Ist das auch Euer Ernst?" Holzdiebin: „Na, gewiß; ich Hab beut schon meinem Bub ü g'sagt, er soll statt meiner gehn!" Diamauträtsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaabeeee fiikllnnnpp rssst derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Französische Stadt. 3. Englischen Seehetden. 4. Ein Land. 5. TuchartigeS Gewebe. 6. Biblischen Frauennamen. 7. Einen Buchstaben. Die seirkrechte und wagereclM Mittelreihe ergeben das Gleiche. Auflösung in nächster Nummer. Lösung der Dechiffrier-Aufgabe in voriger Rununer: Was treffen nicht die Krähen I Was sehen nicht Poeten! Was schwatzen nicht Betrunk'ne! Was tim nicht mütz'ge Weiber! Indisch- Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Veilag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Stcindruckerei, R. Lange, Gießeiv