M ■'M NEM wirmäSfiSBESh. Vor Weihnachten. In Winternebel hüllt die Welt sich ein, Schnee deckt die Felder nird des Gartens Beete t Dci wirft Weihnachten seinen Hellen Schein Van fern schon lieblich in der Menschen Städte. Erivartnng schon willkonnnner Gaben lenkt Dem Fest entgegen froher Kinder Blicke; Doch sorgend manche Mntter ivohl bedenkt, Wie diesmal sie das nrnie Bäumchen schmücke. O, die ihr wohnt in wohligmeichem Nest Und die ihr gern anstcilct milde Gabe, Der Armut denkt ein wenig vor dein Fest, Daß sie vorher schon sich zu freuen habe. „Trüb, trüb der Himinel und die Welt so leert" So hört' ich klagen vor dem Fenster heute Ein Vöglein, das nach Futter flog umher — „Schlimm, schlimm, schlimm ist die Zeit für arme Leute." Johannes Trojan. Rheinlandstöchter. Roman von Clara Wie big. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Er suchte umsonst ihren Blick, er sah nur, wie ihre Lippen leise gitterten. Da war noch nicht alles verloren! Sie sah so scheu, so mädchenhaft ans in diesem Augenblick, ihr Mund stolz geschürzt und doch iuic der eines Kindes, Has weinen möchte. <0 glücklich der Mann, der den küssen durste! Es war ein langer, langer Blick, mit dem Mander Neldas Gestalt umfing — ein Kampf spiegelte sich in diesem Mick und ein Entsagen. Jetzt lächelte er wehmütig und schüttelte unmerklich den Kops. So saßen sie beide, jeder in seine Gedanken vertieft, bis von der Tür die heile Stimme Fran Elisabeths ertönte: „Nun, so stumm? Ist euch die Petersilie verhagelt? Du machst ja ein Gesicht, Paul, wie drei Tage Regenwetter!" Sie lachte unbefangen, machte ihrem Manu aber verstohlen fragende Gebärden. Er achtete nicht darauf. Aergerlich warf sie den Kopf in den Nacken — na, der wollte sie schon selber.auf den Zahn fühlen! „So, da bin ich wieder," sagte sie. „Die Kinder sind gut uutergebracht, sie spielen Lotto ,- Bickh ist schon so verständig, die beaufsichtigt das!" Neida fuhr 'wie aus einem Traume auf. „Lassen Sie mich aber nachher zu ihnen gehen! Sic haben so lieb? Kinder!." „Ja, ui »berufen, das haben wir!" Fran Elisabeth sah das Mädchen ordentlich mitleidig an. „Haben Sie Kinder immer noch so gern?" „Unbeschreiblich!" Rasch rind aus tiefstem Herzen kant die Antwort. „Ja, das glaub' ich!" Die 'Frau Major setzte sich dicht neben ihren Mann und spielte mit seinen Fingern. „Da müssen Sie heiraten, liebe Nelda! Gott im Himmel, was würden Sie jetzt für eine gute Frau und Mutter abgeben! Nicht wahr, Paul?" Sie trat ihn heimlich auf den Fuß. „Das glaube ich selbst!" Nelda stand langsam aus, wie mächtig emporgezogen, ihr Gesicht wendete sich dem Fenster zu, daß der volle Glanz des Nachmittagslichts es überstrahlte. Diesem Blick war das Leben kein Buch mit sieben Siegeln mehr; schon manches Blatt tut Buch war nmgeblättert, 'und doch das Gesicht rein uitb keusch geblieben wie eine Blume, die den schwülen Guß abgeschüttelt hat, „Ich habe gar keine Talente," sagte sie, als ob sie mit sich selber spräche. „Das bißchen Musik ist nicht der Rede wert, malen und dichten kann ich nicht und wie die Künste alle heißen; schön bin ich auch nicht. Aber einen,Menschen glücklich machen, ja, ich glaube, das könnt' ich!" Sie atmete ties. „t. Frau Elisabeth nickte sehr beifällig: „Wie Sie verständig geworden sind!" Mauder sagte kein Wort; er sah den Glanz auf Neldas Zügen kommen und gehe,;, sie schien ihm so groß, wie sie da stand -und ihre Gestalt sich.abhob gegen den lichten Hinter- gründ.. Jetzt "ließ sie die Arme schlaff herunter fallen, der blonde Kopf neigte sich auf die Brust, aber mit einer stolzen Gebärde. „Ich muß es hiunehmen, wie es kommt!" Sie lächelte dabei, .nicht resigniert, lebensvolles Rot färbte ihre Lippe,t. „Es ist mal unser Los, uns äußerlich zu fügen: aber innerlich, da hab' ich mich durchgekämpft, da bin ich frei, ganz frei! Ich sag's ja offen, weiß Gott, ich wünschte, -ich hätte ein Herz, das mir gehörte ganz und gar, aber weun's nicht sein kann" — sie hob die Arme und ließ sie wieder sinken — „unglücklich werd' ich drum nicht. Ich will nicht unglücklich fein!" Wie frei ihr Blick ivar! UM die kräftige Gestalt hing' das helle Kleid in schlichten Falten, auf dem Scheitel zitterten die goldnen Härchen im Sonnenlicht. „Du darfst ihr immer die Hand küssen," lachte Frau Elisabeth. „Ich seh's doch, du möchtest gern. Nein, was der Mann für ein Don Inan ist- noch auf seine alten Tage!" — Die Spaziergänger kehrten bereits in Scharen vom Tiergarten heim, im Westen war der Himmel von sanftem Rot gefärbt, als Nelda zum Aufbruch rüstete. Ein schweres Fortkonnnen. Die Kinder wollten sie gar nicht weglassen. Etwas von der alten Lust war wieder über Nelda ge- kontmen, sie ivar mit dm. vieren durch die Stuben getollt und hatte sich lachend sangen lassen, .Als sie mit glühen- — 794 den Wangen und wirrem Haar am Spiegel vorüber jagte, kannte sie sich selbst kaum. Nun stand sie draußen auf dem Korridor, die Kinder üm sie her. , „Sie kommen doch noch einmal ehe Sie reifen?" bat Fran Elisabeth. „Und zu ihrer Frau Mama komme ich in den nächsten Tagen und gratuliere ihr — das einzig Vernünftige, was die tun konnte! Nein, ich kann Sie gar nicht begreifen, liebe Nelda, daß Sie uns das nicht gleich im ersten Moment erzählt haben, erst jetzt so hintennach Und nebenbei! So etwas Gutes, solch ein Glück! Sie kommen aber doch wieder von Ihrem Onkel?" Nelda gab keine Antwort, sie bückte sich zu Fritz; Lylander, der am Türpfosten lehnte, sah, wie sie blaß und dann rot wurde. Ein Schatten glitt über fein Gesicht. „Ich begleite Fräulein Dallmer zur Pferdebahn," sagte er kurz und langte nach seiner Mütze. „Mer das ist wirklich gar nicht nötig, Nelda findet besser als du!" Eine kleine Regung von Eifersucht kam nun doch noch zum Vorschein Lei Frau Elisabeth. „Ich gehe ja auch immer allein!" Man nahm Abschied. „Komm bald wieder, Tante Nelda," schrieen die Kinder noch über's Treppengeländer nach. „Papa, komm du auch bald wieder!" Tas war Fritz, der war immer sehr besorgt um feinen Vater. „O wie glücklich Sie sind!" Nelda sah noch einmal Mm Haus hinaus. „So viel Liebes da drinnen!" Xhlander vermied ihren Blick. „Ja, ich bin zufrieden. Elisabeth ist die beste Hausfrau und Mutter und" — er brach ab. „Meine hiesige Bureautätigkeit ist mir außerordentlich zusagend — und dann meine Kinder!" Ein weicher Ausdruck verjüngte fein Gesicht. „Tie sind meine ganze Freude, meine ganze Hoffnung! Und wenn man eine Hoffnung hat, dann ist man reich; hoffen ist au und für sich schon ein Glück!" „Das ist wahr! Daß ich doch so oft denken muß tote Sie," sagte sie lächelnd. „Ich hoffe auch wieder!" Schweigend gingen sie ein paar Minuten neben einander her. Und nun plötzlich ganz unvermittelt: „Sie kommen nicht wieder, Nelda, nie wieder zurück. Ich weiß es!" „Warum — warum meinen Sie?" Sie war ordentlich bestürzt; was sie laut noch nicht ausgesprochen, was in ihrem Innersten zum Entschluß geworden war^das sagte ihr der hier so geradezu? „Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, ich weiß ja selbst noch nicht, ich" „Jch habe den Schatten auf Ihrem Gesicht gesehen, als Elisabeth das Glück Ihrer Mutter pries!" „Aber ich, sagte doch nichts!" „Das war auch gar nicht nötig. Ich sah nicht bloß, ich hörte schon den Schatten in ihrer Stimme,, als Sie Uns die Neuigkeit mitteilten. Es ist Ihnen sehr schwer geworden, sich in den zweiten Vater zu finden. Ich habe Herrn Schmolle gesehen!" „Er ist gut." „Gut, freilich, das glaube ich gern. Aber" — er sah ihr mit einem herzlichen Blick voll ins Gesicht — „stolze Vögel gehören nicht ins Spatzennest. Darum fliegen Sie aus, und wenn Sie auf Ihrer freien Höhe sind, denken Sie nicht daran, zurück zu flattern; es lväre Torheit!" „Wie Sie mich kennen!" Sie ho'o ihm das Gesicht frei entgegen, daß er jede Linie darin studieren konnte. ,Me haben recht, ich möchte nicht wiederkommen. Ja, wenn Mama mich braucht.—, aber sie hat jetzt alles, was ihr Herz begehrt. Ich bin ihr gar nicht böse. Nein, ich will Mich nicht besser machen als ich bin! Erft war ich empört, ich hätte aufspringen mögen und laut schreien, aber daun" —, sie senkte den Ton, er wurde zum andächtigen Flüstern — „dann dachte ich an meinen Baier. Er würde nicht Mfrieden fein, wenn ich mich lieblos gegen Mama stellte; ich habe es ihm versprochen, ich will gut zu ihr fein. Sie sollen auch nicht glauben, daß es Feigheit von mir ist, zu geben; so lang Mama mich brauchte, hab' ich nie daran gedacht. Ich verlasse überhaupt keinen Menschen, der mich wirklich und wahrhaftig braucht, nein, niemals!" Tylauder griff nach ihrer Hand und behielt sie sest in der seinen. „Brav, Nelda, brav! Also Sie wollen keinen im Stich lassen, der Sie in Wahrheit zu seinem Leben braucht? Denken Sie daran, wenn die Zeit kommt!" Sie sah ihn verständnislos an — warum war er auf einmal so ernst, säst feierlich? Sein Blick hätte etwas Wehmütiges und ooch Freundliches. „Sie haben so gute Angen," sagte sie plötzlich; es glitt ihr über die Lippen,, rasch wie sie's gedacht. Eine feine Röte stieg ihm ins Gesicht. „Ich werde Sie sehr vermissen, Nelda! Kaum wieder- gesunden, heißt es auch schon Adieu. Aber es ist besser so — es ist besser so! Da kommt Ihre Pferdebahn, schnell, steigen Sie ein!" * Bei Xylanders war an diesem Sonntagabend noch lebhafte Unterhaltung; Nelda das Thema. Die Kinder waren zu Bett, das Ehepaar saß allein in dem Arbeitszimmer des Herrn Major; er hatte jetzt wirklich eins, nicht bloß ein sogenanntes. Kein Kinderlärm durfte über diese geheiligte Schwelle, die Nähmaschine wurde im entlegensten Raum der Wohnung in Tätigkeit gesetzt. „Du hast überempfindliche Nerven," sagte Fran Elisabeth. „Aber, du lieber Gott, wenn einer so viel leistet wie du, kann man ja gern ein bißchen Rücksicht nehmen. Die anderen Menschen bekomptimentieren mich immer über dich, du wärst so bedeutend — liebe Zeit, als ob mir das was Neues iväre! Aber du bist jetzt so schrecklich gut, noch besser als früher! Ich sorge auch gut für dich, nicht wahr, Paul? Sag's! mir doch, daß du mich lieb haft!" Sie war doch noch unbeschreiblich jung, die gute Frau Major, ungeachtet des Titels und der Heranwachsenden Kinder. Flink luie ein Wiesel, trotz beginnender Fülle, und zärtlich wie in den Flitterwochen. Heute abend war sie ins Arbeitszimmer eingedrungen. „Es ist Sonntag, du brauchst nicht zu arbeiten, Paul!" Sie saß in der einen Sofaecke und er in der andern; dies Sofa war letzthin für den Herrn Major angeschafft worden, bis dahin hatte er keins besessen — wozu Sofas? Frau Elisabeth war gegen jede verweichlichende Bequemlichkeit, sie selbst ging im Korsett vom frühen Morgen bis zum späten Abend; immer stramm. „Weißt du, Paul," sagte sie bedenklich, „ich weiß doch nicht, ob es klug ist, wenn wir da wieder was anbändeln helfen zwischen Ramer und Nelda? Wenn ich's überlege, haben wir doch dazumal Unannehmlichkeiten drum gehabt; besonders ich. Wenn mir nur der arme Mensch nicht so leid täte! Ich habe nicht geglaubt, daß sich einer so ändern kann. Es war doch nett, daß er dir für deine paar Zeilen so dankbar schrieb und sich dir anvertrante. Und welch hübsche Aufmerksamkeiten er für die Kinder geschickt hat! Alles reizend ausgewählt, gar nicht wie ein verbißner Junggeselle. Siehst du, wie gut, daß ich die Briefe gelesen habe?! Tu brauchtest gar nicht so geheim damit zu tun und ärgerlich zu seiu, als ich den einen in deiner Brusttasche sand. Wer hat heut bei Nelda auf den Busch geklopft? Natürlich ich! UebrigenS, aufrichtig gestanden, recht klug bin ich doch nicht aus ihr geworden; du, Paul? Nur Kinder hat sie sehr gern. Ich gönnte es ihr auch wirklich; aber Wenn es nur gut ausschlägt! Man muß sich eigentlich nicht um andrer Leute Angelegenheiten bekümmern, jeder hat mich sich zu tun!" „Für Nelda Dallmer sage ich gut." Lylander stützte den Arm auf die Sofalehne und den Kopf in die Hand, träumerisch sprach er vor sich hin. „Sie ist stark. Es ist ihr ein Bedürfnis, liebend zu helfen und helfend zu lieben. Und Ramer —? Es wird nicht einer so wahrhaft geliebh daß nicht doch davon ein erlösender Hauch ihn ftreifte, merkt er ihn auch erst spät. Der Tod der Mutter hat ihn frei gemacht von der lebendigen Mahnung Kutscher, sind gänzlich untersagt." Auch über das Menu beim Hochzeits- tn a h l erfolgt ein genauer Erlast: „Wird der Unterschied ! mit den Ständen mit Pasteten- und andern Hochzeiten, der Ordnung halber, billig behbehalten, und soll zwar demjenigen, welcher einen Wildbraten haben will, solches freystehen, daneben aber nicht mehr, als zwo Arten andern Gebratens auf Jedwedml Tische, und zit Anfänge eure Suppe aufzusetzen erlaubet sehn, so daß höchstens die Gerichte sind: 1) Eine Suppe, jedoch nur Von einer Art. 2) Auf einer Pasteten-Hochzeit die Pasteten. 3) Rindfleisch. 4) Das Gebratene. 5) Fische und Krebs. 6) Butter und Käse. Womit denn die sottannten Rohmkuchm, imgleichm die Garnirung der Bratenschüsseln mit Feld- und jungen Hühnern, auch Tauben und anderem Vögelwerk, überhaupt alle aus der Fremde gekoutmenen Delicatessen, Ivie nicht weniger die Versendung der Speisen und Weine außerhalb Hauses, bei) 50, 40, 30, 20 und 10 Reichsthalern, auf jeden llebertretnugsfall, nach dem Vermögen des Bruchfälligen, gänzlich verböthen sein sollen." Die Z a h^l d e r H o ch z e i t s g ä st e wird auf 40—50, „sowohl Mauns- als Frauens-Personen, geist- und welttichen Stattdes, worunter auch Braut ,u>td Bräutigam, imgleichm Kinder, mit begriffen werden, eingeschränket, und soll hierunter gar keine Dispensation der Ausnahme zulassen, vielmehr die Uebertreter mit Hundert iurarM lpou «m» )tut 'ifpou uequijZK uwq '«qa Geldbuße bestrafet werden." Will der Bräutigam Hochzeitsmusik haben, „so ist derselbe gehalten, dazu die Raths-Mustcanten zu gebrauchen, und sich mit denselbm, wegen eines billigen Lohns, zu vergleichen. Die Aufführung besonders dazu verfertigter Serenaden aber, imgleichm die Kirchenmusik an dem Kirchgangstage der Neuverheyratheten, bleibet, als unnöthtg und kostbar, beh zwanzig Reichsthaler Strafe, gänzlich verböthen." Beim Kirchgang zur Äinbtaufe darf dm begleitenden Frauen nachher „etwa nur Thee oder Coffee, uitb daneben höchstens ein oder ein Paar Schüsseln mit Confect, ohne Marcipau, dem Gesinde und Dimen aber kein Wein, Kuchen oder sonst etwa vorgesetzt werden, beh Strafe 20 Reichsthaler: die nach der Kindtanfs und gehaltenem Kirchgänge vorhin eingeführten großen Gastmahle aber, imgleichm die ehedem üblich gewesene Versendung der Schüsseln mit Eoitfect an die Gevattern, Und zwar jene beh 20 Reichsthaler Strafe, diese aber beh zehen Rthlr. verboten ton." Bis in dir kleinsten Details gehen die Verfügungen für Sterbefälle, Begräbnisse und die Trauerzeit. Das Ausschlagen der Zimmer und Möbel mit schwarzem Tuch, ebenso die schwarzverkleideten Trauerwagen und die schwarzaufgezäumteu Pferde werden gänzlich verboten. Bei den T r a u e r v e r s a m m l n n g e u soll „nichts iveiter, als Wein, Zucker, Biskuit, Zuckerpletten und Citronm, und folglich kein anderes Confect, vorgesetzt werden." Mit Kleionng der Leichen im Sarge soll „überall keine Hofart getrieben werden, mithin alle Spitzen-, Atlasse- und Seiden-Zeuge, außer Taft, welcher zu solcher Einkleidung frey bleibet, verböthen ton, die Sorge nut keinem Atlas- und seidenem Zeuge, auch keinem Holländischen Leinwand oder Kammertuche, solchem schlechthin vttt Schlesischem oder andern dergleichen Leinwände, oder auch schlechtem Cattnn und Resseltucke «usgesch lagen, auf keiuerley ' Art und Werte aber auswärts bezogen, noch weiter, als mit einer einztgm, ohne allen Zierrath verfertigten zinneren Plate und den gewöhnlichen sechs Hängen, im geringsteit anfgezieret werden: und wird das Trinkgeld für Einbringung des Sarges, auSdrück- llch nur aut 1 Marck gesetzet, als ivorüber nicht daS geringste, weder an Getränke noch wirst, dabet, gereichet iverden soll." Zum Le-.cheuschmaus dürfen nur die nächsten Anverwandten eingeladm werden: von weiteren Anverwandten und guten Freunden höchstens 10 Personen. „Damit nun dieser so heilsamen Verordnung," heißt es zum Schluß, .„überhaupt und in allen Punkten desto gewisser gelebet werden m!öge, so haben wir zur Aufrechterhaltung derselben, ein besonderes Departement ans den dreh jüngsten Herren des Raths niedergesetzet." Diese besondere Kommission waltet ihres Amtes mit großem Eifer und sie hatte auch recht viel zu tun, denn trotz der hohen Strafandrohuirgm mürbe das Luxusverbot häufig übertreten und brachte dem Stadtsäckel ganz erhebliche Summen ein. Allmählich aber brachte dann auch ist Lübeck der Geist der neuen Zeit die alten Vorschriften außer Geltung. * Die S.ch icks ale v o it Ab dul H aistids F r a nest. Mit dem Sturze Abdul Hamids hat auch das Schicksal seiner Haremsdamen eine jähe Wandlung erfahren: die Türen des Jiloiz Kiosk wurden geöffnet, und Hals über Kopf mußten die Frauen, die jahrelang nur in ihren Gemächern und tu deck lauschigen Gärten des Jildiz-Gartens ein zurückgezogenes Lebest geführt hallen, die Statte verlassen, die so lange ihre Welt bedeutet hatte. In der Erregung des Augenblicks hatte man die Franest des gestürzten Padischah ihrem Schicksal überlassen und sie, die bisher äußere Lebensnotwendigkeit und den Kampf mit dem Dasein nie gekannt hatten, waren plötzlich auf sich selbst gestellt und vielleicht wider Willen Herrscher ihres eigenen Eleschiaes. Viele der plötzlich Obdachlosen zogen in ihre Heimat zurück, um int Hause der Eltern eine Zuflucht zu suchen, andere wandten sich nach Europa und von einigen ist bereits bekannt geworden, daß sie den Plan hegten, als Varietskünstlerinnen sich durchs Dasein zu schlagen. Richt alle standen übrigens vor der harten Notwendigkeit, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu erwerben. Zwanzig von Abdul Hamids Haremsdamen reiften nach Paris, aber achtzehn von ihnen Wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in der Seinestadt auf Verlangen der türkischen Regierung sofort Widder in ihr Hetmatlauo zurückgesandt. Denn Wie fortschrittlich und reformatorisch das neue Regime auch gesinnt ist, in Bezug auf die Frauen ist die alte türkische Tradition noch nicht erloschen und ungern! sdhenes die Mohammedaner, daß eine Fran ihr Heimatland verläßt, und in der Fremde lebt. Tie jungtürkische Regierung hat mit ' großem Eifer die Aufgabs übernommen, für die Frauen zu sorgen, die einst im Harem des Padischah gelebt haben. Die Verwandten wurden angehalten, für die freigewordenen Haremsdamen zu sorgen und ihnen ein Heim zu bieten, andere Frauen haben srch mit Beamten des neuen Regimes verheiratet, für die Waisen und Vereinsamten hat die Regierung Wohnstätten bereitet itnb Pensionen ausgesetzt. Nur jene Harenesdamen, die damals in ihrer übereilten Flucht London zum Reiseziele wählten, sind in die Heimat nicht zurückgekehrt, denn die englische Regierung! lehnte es ab, dem Antrag aus Konstantinopel stattzugeben, der die zwangsweise Rücksendung der Haremsfrauen erbat. Eine ganze Reihe einstiger Gattinnen Abdul Hamids, so wird in einem! amerikanischen Blatt ausgeführt, lebt noch heule in London, wohnen in der vornehmsten Gegend des Londoner Äesteiid und genießen die ungewohnte Freiheit. Sie verkehren in Gesellschaft, find von dem Leben der europäischen Damen entzückt und haben sich rasch den westlichen Sitten angepasst Sie tragen europäische Kleidung, sie empfangen Besuche, sie nehmen Einladungen w, und manchs von ihnen machen svyar ein Haus, in dem GesÄh» schaft und Feste gegeben werden-, tote in dem Heim einer eleganto -mrvpäischen Hausfrau. Eine gute Erziehung haben sie alle ge- uosfeu, sie sprechet! fließend Französisch, manche von ihnen auch' Englisch, und Mit der Ablegung des Schleiers und dem Ende, ihrer! AvangSweisrn Abgeschlossenheit von der Well, ist auch ihre Befangenheit geschwunden. An "den eleganten Frauen, die heute iit geschmackvoller Robe lüchelitd ihre Gäste empfangen, verrät nichts' Mehr die Haremsvergangenheit, die hinter ihnen liegt. * In der Instruktionsstunde. Feldwebel: „Woran unterscheidet man den Feldwebel vom Unteroffizier?" — Rekrut: „An der Troddel." — Feldwebel: „Merken Sie sich, vonl Feldwebel aufwärts gibt's keine Troddel mehr, sondern nur mehr Portepee." * Wink. Herr: „Fräulein, beißt Ihr Hund auch nicht?" -— Fräulein: „Nein, nur wenn mich einer küssen will. . . ich möchte ihm doch lieber den Maulkorb anlegen!" * O weh! „Sehe ich meiner Mutter wirklich so ähnlich, Herr Meier?" — „Ja, zum Verwechseln!" Dechiffrier-Arrfgabr. Zqadhsrszfd Unkk qtdrshfdq okzfd Rhmc chd adrsdm Uum zkkdn edrsdm. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Königsproinenade in voriger Nummer: Es ist ein Segen für jedes Hans, Und tiefen Studiums wert, Daß man das beste von dem sucht heraus, Was einem das Schicksal beschert. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der BrÄhl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gietzem