Zamsiag -en 20. Zebruar to.. Bi 1 W \ selben Scharfblick bewiesen." Ehe er recht wußte, wie er sich weiter ausdr'ücken sollte, um sie nicht etiua zu beleidigeir, verriet ihr aufleüch-tender Blick, daß sie ihn verstanden. Unterdes war die schöne Schwarzhaarige mit ihrer Postkarte fertig geworden und wandte sich mit einem etwas unsicheren Blick auf ihre Gefährtin zum Ausgange, von Meisenberg, auf dessen Hageren Wangen rote Flecke glühten, begleitet. Es war nur selbstverständlich, dast Hassingen und seine Dame folgten. Während er die Tür sesthielt, um ihre schlanke Gestalt an sich worüber zn lassen, ging ihm plötzlich der. Gedanke durch den Sinn, ob sie vielleicht d-en abendlichen Maskenball besuchte. Als er. neben ihr die schlüpfrigen Steinstufen hinabschritt, fragte er ans seinen Gedanken heraus ganz unvermittelt: „Gehen Sie hent abend auf den Maskenball im Kurhäuser meine Gnädigste?" Da begann sie unbändig zu lachen, so daß sic sich ein Taschentuch vor den Mund Hielt, um ihre Heiterkeit zn ersticken, und dazwischen stieß sie Hervor: „Erinnern Sie. mich bloß nicht an die Maskenbälle int Kurhanse ! Vor vierzehn Tagen bin ich gewesen. Es war der erste, zu dem ich mich allein wagte, ich war frisch hierher importiert und sehr uuiernehmungKlnssig. Wissen Sie, Wiesbaden und rheinischen.' Karneval — das steigt allen zn Kopfe. Ich wollte mal ein bißchen, ein ganz kleines ütßchxn über die Stränge schlagen. Und was meinen Sie, ivas mir passiert«? Hängt sich so ein gräßlicher Kerl an mich, und ich kann ihn nicht loswerden, und einen anderen find sch. auch nichts Die netten Herren, die sind ja meist vorher vergeben, oder sie werden von solchen gleich mit Beschlag belegt, die den Rummel schon aus dem sf kennen. Ich bin ja nicht auf den Mund gefallen, aber so jeden anpacken, wie' ich das von anderen sah, das bring ich nicht fertig. Wici ich nun merkte, daß der Ekel cs partout aus mich abgesehen hatte, bat ich ihn, mir aus dem oberen Sache einen Fächer- zu. holen, den ich. liegen gelassen haben wollte, natürlich war6 nur eine Finte, beim kaum war er fort, ich Hals über Kopf in die Garderobe, meinen Mantel um und heidi nach Hause. War ich froh, als ich in meinem Beile lag. Na, und erst zwei Tage später, da war ich noch viel froher, denn da entdeckte ich mehren ■ Kavalier als Zuschneider in dem Herrenschiteideratelicr nttt der Wilhelmstraste, Ich bin nicht hochmütig, ich tanze auch mal mit einem Schneider, aber als Kavalier für eine ganze Ballnacht und noch dazu für eine im Karnevals puh, das ist doch zu viel verlangt, nicht wahr'?" Ihre lachenden Auge» waren zu Hassingen empmgeriHtct, der ganz entzückt ihrem lebhaften, impulsiven Geplauder gefolgt war und nun Herzlich in ihre Heiterkeit. mit einstimwte. . : „Ein Schneider als Kavalier für Sie? Tas ist eine Prosanation." • ■: Sie nickte. „Das meine ich auch. Und deshalb bringen mich keine zehn Pferde mehr aus einen Kiirhauswaskenball." „Aber vielleicht ich?" warf Hassingen rasch ein. Sie bog kokett den Kopf zur -Seite und blinzelte ihn au. „Oh! Sie? Wer sagt mir denn, daß, Sie nicht auch ein ehrsames Schneiderlein sind - Die setzen mir nämlich ganz so ans!" vollendete.sie, verschmitzt läch-elnd. „Dürr wie ein Zwirnsfaden imd im Wappenring am kleinen Finger sicher einen Fingere Hut." ' „Es wird ipohl so sein!" meinte er gleichmütig. „Aocp vielleicht bin ich wenigstens! kein übler Vertreter dieser Zunft/ versuchen 'Sies doch mal mit mir, bitte, kommen Sie auf den Maskenball!" Sie sperrte sich noch ein wenig, aber er fühlte, daß er ausiug, Macht über sie zn gewinnen. „Ich kann doch nicht. Mit einem fremden Herrn?" „Aber das Hat ja gerade seinen Reiz, das gehört zlnn Karnsval, das Geheimnisvolle und. Versteckte — ich würde mich Ihnen vvrstellen, cS wäre meine Pflicht, aber ich tue es nicht, absichtlich nicht, weil sich massieren zur Tagesordnung gehört." (Fortsetzung folgt.) ' Die geistige Ardeit der Krau. Tie Erfahrung hat gelehrt, daß die ernstlichere geistige Aus» bildnng der Fran weder ihre Weiblichkeit schädigt, noch ihre lMo- liche Tüchtigkeit verringert, noch ihre Gesundheit schädigt. Ma« dars die dahingehenden Einwände gegen eine bessere rzräneubildnng als durch die Tatsachen hinreichend widerlegt anseheu, und dauur ist zugleich die Behauptung gefallen, daß,die geistigen, Fvwb leiten der Fran minderwertig seien. Gewitz ist di»', geistige und namentlich die Gemütseigenart der Frau etwas anderes als st des Mannes, aber sie ist gleichlMsig, Wh» IM HM .WWK" 115 kam- behaupten, daß deshalb die geistige AuÄildnnü mütberhfttliij bleiben müsse. Tie öfscntlichc Meinung hat denn anch in dieser Hinsicht schon sehr ihre Richtung gelindert. Eine Hauptstütze für die Gegner einer Lefjere» geistigeir Schu- tnng der Frauen war die Tatsache, dass es so viel nervöse Frauen gibt, und das; sehr zahlreiche Lehrerinnen und Erzieherinnen teils gleich nach dem Examen, teils im Berns zusmnmenvrechen. Diese Beobachtungen sind ernst genug, um eine gründliche Besprechung zu erfahren. Ob es mehr nervöse Frauen als Männer gibt, , ist nicht zu entscheiden: wir haben keine Zählung der Nervösen und werden bei der verschiedenen Bewertung nervöser Erscheinungen wohl nie zu einer verwendbaren Statistik gelangen. Jedenfalls gibt es bei Leiden Geschlechtern viel zu viel Nervöse, und die Verstopfung jeder Quelle dieser quälenden Erkrankungen ist dringend nötig. Tie nervenärztliche Erfahrung lehrt aber, das; unter den Frauen durchaus nicht die Gebildeten eine« größeren Prozentsatz zur Nervosität liefern als die weniger Gebildeten und bic tiugeb ld.tcn. Im Gegenteil- man findet gerade die schwersten Formen der Nervenschwäche sehr ost unter den Tienstmädchcii und Arbeiterinnen, in der Stadt wie aus dein' Laude. Es wirst nur unter den Gebildeten und unter den Wohlhabenden mehr Wesen von der Erkrankung gemacht, teils weil sie mehr die Kenntnis und die Gelegenheit haben, von ihrer Krankheit zu sprechen und etwas dagegen zu tun, teils weit die schwierigeren Leistungen der Ge- bildeten noch mehr unter der Nervenschwäche zu leiden haben. Und wenn, man die nervenleidenden Frauen der gebildeten Stände genauer ins Ange faßt, so zeigt sich alsbald, daß.Vmchans nicht hie überwiegen, die mir meisten gelernt haben. Mail wirst im allgemeinen nicht durch Lernen und Arbeiten nervenschwach, sondern durch Gemütsbewegungen, durch ungenügende geistige und körperliche/ Ausrüstung für den Kamps des Lebens, durch inangelhaste Fürsorge für die lörperliche und geistige Gesuichh.nl. Bis in die neueste Zeit hinein geschah bei uns so gut wie nichts für die Erziehung wirklich gesunder und widerstandsfähiger Mädchen.. Tie unentbehrlichen körperlichen Hebungen galten für unnötig, vielfach sogar für 'nnweiblrch: das Turnen, das Schlittschuhlanien, das Radfahren mußte erstZangsam Unst/mühsam dem weiblichen Geschlecht erkämpft werden. Wenn auch das Heranwachsende Geschlecht in dieser Hinsicht viel freier^ist und immer mehr zu körperlicher Leistungsfähigkeit herangezogen wird, so leidet. es doch zum großen Teil noch unter der Schwäche, die seinen Müttern, durch Pernachlösfigniig der Körpergefundheit in der Jugend an- 'haftet. Es find ja auch vorzugsweise die jungen Mlistchen der vorigen Generation gewesen, die dem Beruf der Lehrerin und der Erzieherin und dem Lehrerinnenexamen den üblen Ruf besonderer Gesupdhritsgesährlichkeit angehestet haben. Sie kamen in zu jungen Jahren und in ungenügender Gesundheitskraft, vielfach auch mit nu- zureichenster Vorbildung in die Seminare hinein und die Prüfung tat mit ihren übertriebenen Auforsterungen an das Gedächtnis ein übriges, um die Nerven ;n erschöpfen. Ter Beruf der Erzieherin war außerdem bis vor kurzem vielfach sehr unbefriedig nst. Die herkömmliche Verachtung der geistigen Leistungen d-r Frau nust die Auffassung, daß die Ausbildung der Töchter mehr Spielerei als Ernst sei. gaben den Erzieherinnen im Privathanse eine Zmitter- .stellung zwischen Herrschaft nust Dienstboten, die niit beständigen Kränkungen und Gemütsbewegungen verbunden war. Es ist einer der rühmüchjleu Fortschritte unserer Zeit, daß hier mehr und mehr ein Wandel zum besseren eingelreten ist! Tie. Hygiene der geistigen Arbeit der Fran erfordert eine gesundheitsmäßige Erziehung von Kind ans. Pst dieser Hinsicht können wir auf das Hinweisen, was Tr. niest. Tornblnth in seiner im Deutschen Verlag für Bolkswohlsahrt erschienenen „Hygiene der geistigen Arbeit" ,in den Abschnitten „Erziehung zur geistigen Gesundheit im Kindesalter" und „Hygiene des Geistes int Schulalter" ausführlich dargelegt Hat, es gilt für beide 'Geschlechter. Ter Grundsatz muß noch viel mehr Äeltung gewinnen, daß das Mädchen nicht so ausschließlich, wie es lange üblich ivar, auf Anmut und Schönheit hin erzogen werden muß, sondern genau wie der Knabe auch zur Gesundheit nust Kraft! Tas Backfischideal der Schönheit: blaß und interessant anszusehen, nicht ordentlich essen zu. können ■ und an Migräne und mtbtreen Beschwerden zu leisten, muß dein, wahren Ideal weichen: Anmut, Schönheit, Gesundheit und Kraft! Die körperlichen Ucbungen sind für die Mädchen ebenso Unentbehrlich wie für die Shtobeu: auch das weibliche Geschlecht braucht Turnen und Jugendspielc und gesunden Sport, vor allem Radfahren, Schwimme», Schlittschuhlaufen, daneben auch Tennis usw. Handarbeiten und Klavierspiel, die so oft die Zeit zu körperlicher Ausarbeitung wegnehmen, dürfen überhaupt nur getrieben werde», iveiut neben der Körperübnng noch Zeit dazu da ist! _ Und das alles gilt nichts nur für die Schuljahre, foridern auch, für die ,spätere Zeit. Es ist gar kein übler Gedanke, tvenn von vielen «eiten ein weibliches Ticnstjahr gefordert wirst, das die Heranwachsenden Mädchen in erneut Kräitkenhaine oster tonst wie tm öffcnllrcheii Dienst verbringen sollen, um selbständig zn werden mist gründliche nitd regelmäßige Arbeit unter Fremden zu lernen. Aber so lange das nicht eingeführt ist, müssen Eltern tot« Erzreher dahin streben, in den häuslichen Be.rhältuisscn oder m erneut Pciisiousjahr außer,dem Hanse ähnliches zu erreichen. Vor allem wirst dadurch die hctrübeudc Erscheinmtg verschivin- W/ däst viele junge Hraycu M»u gegenWe den. §snfaMn Aufgaben des klebte« Haushaltes versagen, unter jeder wirklichen Schwierigkeit des Lebens aber ganz zusammenbrechen. Haben die jungen Frauen selbst gelernt, etwas zn leisten, so stellen sie auch keilte übertriebenen oder ungerechten Anforderungen att die Dienst- boten und halten diese unermüdlichen Arbeiter auch ihres Lohnes imd guter Behandlung wert: die große Tienstbotenfrage wäre damit 8iim größten Teil aus der Welt geschasst! Es wird dann aber auch eine gerechtere Beurteilung der Hanssrauenarhcit geltend werden, die heute meist sehr unterschätzt wird. Auch für die Hausfrau muß an die Stelle unausgesetzter, den. ganzen Tag anhaltender Arbeit eine richtige Einteilung zwischen Arbeit und Erholung eintreten, auch sic muß ihr Teil an körperlicher Ausarbeitung in freier Erholung erhalten, und sie ivttb dabei frisch und gesund und fröhlich bleiben! Man hört von Hänsfrauen so ost, sie müßten den ganzen Tag arbeiten, das ginge nicht anders, vor allem nicht in einem Haushalt mit Kindern. Und doch läßt cs sich in den meisten Füllen anders einrichten, ohne daß die Kinder darüber zn kurz kommend Bor allem muß eine richtige Arbeitseinteilung vorgenommen iver» den. Viel Zeit wird im allgemeine» verschwendet, durch ein planloses Herilmarbesten in den Zimmern, wobei sich Hausfra» und Dienstboten gegenseitig stören. , Ditz Hausfrau muß auch, lernen, daß Arbeitspattsen nötig sind- sowohl für sie wie für die Dienstboten, daß beide Teile Zeit, nust Ruhe für das zweite Frühstück oster für das Vesper ebensogut brauchen wie für die anderen Mahlzeiten. Man arbeitet ja so viel schneller und besser, wenn man ausgeruht ist! Dis Dienstboten! finden in der. Arbeit hier nnst da eine Erleichterung und Erholung in einer leichteren, mechanischen und ohne geistige Anstrengung zu verrichtenden Tätigkeit, und diese soll man ihnen, gönnen: Die Hausfrau selbst muß aber auch daran denken, nach anstrengendercr Arbeit und Geistestätigkeit sich solche Erholmigs- aÄ eiten zn schaffen oder von Zeil zu Zeit wirkliche Pausen cinzu schalten, damit nicht erst die schwer zu -beseitigende Ermüdung oder gar eine, nachhaltige Erschöpfung, eintritl! Ohne, rechtzeitiges und genügendes Ausruhen ist. keine gesunde Arbeit möglich!. Lheleben W\ den Deren. E. K Heber bic Stellung des Weibchens in der Tier- ivelt, übet feine GleichbereHtiguug oder Unterwerfung in dem Verhältnis z-mn Männchen plaudert Henri Coupin in einem äinüsanteu Aufsatz, den er unter dem Titel „Fcmi uiSnuiS bei beit Tieren" in stet Revue veröffentlicht. Er beginnt feine Wanderung durch das Tierreich mit den Vögeln.' Die Weihchc», die über das Herz ihres Ehegatten durch das ganze Leben hin herrschen, sind selten, sehr fettem Man kamt höchstens die Sittiche und die Papageie» als Beispiele ehelicher Treue an sichre» .nstb nur die Jnsoparablcs schivmgen sich zu einer so aufopfernden Liebe empor, daß sie aus Verzweiflung sterben, wenn sie den Genossen ihrer 'Ehe verlieren. Aber bei den meisten Vögeln ist die Ehe nur eine flüchtige, jedes Jahr mit einem anderen Weibchen, sich erneuernde Episode. Man heiratet sich im Frühjahr, hat Kinder im Sommer und scheidet sich int Herbst, und im folgende» Jahr,stritt ein allgemeiner Wechsel der Ehegatten ein. Selbst die Taube, die doch für einen Engel au Reinheit gilt, ist tit Wirklichkeit ein Ungeheuer an Treulosigkeit nust gewährt bald diesem, bald jenem Täuberich ihre Liebe. Anderes Federvieh hat ganz muselmännische Eiiirichlmtge», u»d groß ist der Harem der Hühner, unter denen der Hahn als gravitätischer Pascha sichs wohl seih läßt. Tas Liebes- und Ehcleben der meisten Vögel vollzieht sich in den stets gleichen Formen einer ersten Zeit der Werbung, in der die Reize des Weibchens das liebegirreuds Männchcu ganz in Fesseln schlage», bann folgt die Periode der Flitterwochen, i» der die beiden Liebenden in gleichen Entzückung schwelgen und alle Arbeit teilen, mstem iic beide, das Nest, die künftige Wiege ihrer Kinder, erbauen. Ja bisweilen nimmt sogar der männliche Teil die ganze Arbeit des Nestbaues ans sich, doch meistens, herrscht hier der Jdealzustaud gleicher Rechte und Pflichte», den unsere Fratjenrechtlerinnett erstrebe». Und diese schöne Harmoiill: bleibt auch noch während der Brutzeit bestehe». Eutwcdtv brütet das Weibchen allein die Eier aus und das Männchen sorgt für die Nahrung oder beide brüten abwechselnd »nd mühen sich abwechselnd ums tägliche Brot. Auch ivenii die Junge» komme», nehme» sie zunächst noch beide sich ihrer an, aber die Liebe mist das Juleresse des Männchens ver- stniudÄt sich/schon immer mehr: es kommt viel seltener zum Nest rind das Weibchen Innh allein zu Hause bleibe». o Redaktion: K. Neurath, — Rotationsdruck and Verlag der Brtthl'schcü Universitäts-Buch« und Sttzlndruckerei, 8k, Lange- Gießem lHU die Kinder zu füttern und für den Kampf ums Dasein W erziehen. Endlich verschwindet der männliche Teil itt cffc Winde 'und das Weibchen bleibt allein mit den Kleinen zurück als eilt Musterbild hoher Pflichterfüllung, der sie sich als Brut, als Gattin und Mutter mit all ihren Kräften geweiht hat. Unter den Säugetieren findet sich die ideale Ehe, in der Manu und Frau alle Freuden und alle Pflichten treu und liebend miteinander teilen, eigentlich nur bei den Menschenaffen, den Gorillas, den Schimpansen und den Sraiigntan'gs, die eine Ehe für das ganze Leben schliesse,l tuch gemeinsam ihre Kräfte der Auferziehung ihrer Jungen widmen. Gatten-Und Elternliebe sind bei ihnen zu einem sehr hohen Grade entwickelt, bei feindlichen Angriffen rettet sich das Weibchen mit den Jungen, während der Mann mutig dem Feinde entgegentritt. Ist das Weibchen allein, so schützt es die Kleinen mit seinem Körper und kämpft für sie bis zum Tode. Auch die Löwen führen ein recht gesittetes Eheleben, das aber hinter der lebenslänglichen Ge meist- schäft der Menschenaffen darin zurücksteht, daß es nur eine begrenzte Zeit dauert. Unter den Fleischfressern ist der : Lbive der einzige, der solch ein wirkliches Eheleben führt. Bevor sie die Geliebte erringen, bestehen die Könige des Tierreichs harte Kämpfe untereinander. Wenn aber die Löwin erst einmal sich ihren Gatten gewählt hat, dann fügen sich die anderen Bewerber mit Würde in ihr Schicksal und das Paar lebt eine Zeit lang treu vereint, ivobei die Königin gehorsam dem Löwen folgt, bisweilen selbst aus die Jagd. So galant soll der Löwe sein, daß er sogar der Fran das erste und beste Stück der Bente überläßt und nicht selbst essen würde, bevor sie gesättigt ist. Ist die Ehe mit Nachkommenschaft gesegnet, dann entfalten beide Eltern eine abgöttische Liebe nm die Kleinen. Die Mutter liebkost und leckt sie, spielt mit ihnen und läßt sich alles von ihnen gefallen, damit sie vergnügt sind; der Vater sucht ihnen die lectersteu und reichlichsten Mahlzeiten zu bereiten. In den meisten Fällen benehmen sich die übrigen Säugetiere nicht so „menschlich". Die Zeit der Ehe dauert höchstens ein paar Tage, vielleicht sogar nur ein paar Stunden; dann geht jedes seiner Wege. Die Weibchen genießen so völlige Freiheit, bis ihnen die Sorge für die Auferziehung der Jungen erivächst. Dann allerdings geraten sie unter eine noch schlimmere Herrschaft als die des Mannes, nämlich tztnter die der Kinder. Bei dem anderen, nicht minder zahlreichen Teil der Säugetiere hat jedes Männchen mehrere Weibchen und herrscht, über sie als unumschränkter Tyrann. Man denke z. B» an die Paviane, bei denen der Affen-Päpä seine Frauen schindet und mißhandelt und ihnen ein bedauernswertes Schicksal bereifet. Bei anderen wieder, z. B. bei den wilden Äiderkäncrn, Hirschen,. Renniieren usw., winkt ihnen ein besseres Los. Ein Männchen lebt mit mehreren Weibchen zusammen, aber diese sind ganz frei, dürfen tun iinb lassen, was sie wollen, und leben friedlich unter einander: der Eheherr wird nur ungemütlich, wenn sic sich etloa mit einem anderen Verehrer einlassen wollen. Dann achtet der Mann nicht mehr die ungeschriebenen Rechte seiner Fran, sondern stösst und schlägt sie recht tüchtig und dann herrscht iviedrr Rühe und Eintracht. Bei den Reptilien herrscht so ziemlich Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, aber ein engeres Verhältnis läßt sich bei diesen stumpfen Tieren überhaupt nicht feftstelleu. Bei den Fischen aber kann sich die Stetlnng zwischen Mann und Frau völlig verschieben: das Weibchen amüsiert sich und das Männchen muß bei den Kindern zu Hanse bleiben. Ein Beweis dafür ist das Liebesleben des Stichlings, der alle Lasten der Ehe und alle Sorgen des Familienlebens auf sich nehmen muß. In seinem schönen roten Hochzeitskleid Laut er ein kugelförmiges Nest aus Wasserpflanzen und das Weibchen hat nichts weiter zu tun, als hier ihre Eier abzulegen, worauf dann der wackere männliche Stichling mit höchster Sorgfalt die Befruchtung vornimmt, das Ans schlupfen. der Jungen überwacht und. sie aüfziehl. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Ariihmogriphs in voriger Nummer: Dollar, Adler, Soda, Gras, Rad, Oder, Sago, Zola, Erlz, Lord, Die, Olga, Saale; Das g voste Loo s. Vermischte». C. K. Zunahme der Geburten in Frankreich. Die cheben veröffentlichte» amtlichen Mitteilungen über die Ge- bnrts- und Sterbeziffern in Frankreich, zeigen ein tvestmtlicheS Anwachsen der Geburten. Die Statistik erstreckt sich auf die ersten sechs Monate des Jahres 1.908, und der Vergleich mit der entsprechenden Zeit des vorhergehenden Jahres'gibt ein anschauliches Bild über diese von den französischen Soziologen so lang ersehnte Wendung zum Besseren. Im ersten Halbjahr 1907 überstieg Hie Sterbeziffer die Geburtenzahl nm 55 007 Fälle, so daß bei einer Fortdauer dieses Verhältnisses das AuSsterbeu des' französischen Volkes unausbleiblich schien. Das vergangen« Jahr hat diese trübe Aussicht zerstört. In beit ersten sechs Monaten ist ein Gebtirteunberschust von 11'066 festgestellt worden. Diese Tendern »a erklärt sich keineswegs nur aus einem Ab- nehmen der Sterbeziffer, die von den 457 000 des Jahres 1907. ans 390000 des Jahres 1908 zufückgegaugen ist, sondern auch in einer absoluten Zunahme der Geburten von 402 000 auf 411000. * Chinesisches erzählt ein Hamburger Kaufmann tm Februarhefte der „Welt des Kaufmanns" (Herausgeber Johannes Buschmann, Verlag von Georg D. W, Callweh in München). Wir geben von den ergötzlichen Äeschichtchen eine hier wieder: Die chinesischen Provinzial-Regierungen besitzen eine große Reihe von Pulverfabriken, die auch wirklich Pulver machen köinieu. Und zwar so viel Pulver, daß. man von ganzen Pulverbergen sprach, die harmlos in unmittelbarer Nachbarschaft volksreicher Städte lagerten. Es handelte sich wohl meistens nm Schwarzpulver, dcun sonst wäre es kaum möglich, .daß sich zwei Fälle ereigneten, die ich kurz erzählen möchte: Eine Pekinger RegierungS- Kommijfiou hatte beschlossen. Die. Erzeugnisse eines Provin- zialarsenals zn besichtigen. Die Besichtigung wurde natürlich mit dem in China üblichen Pomp und einer Feicr- lichkeit, die bei uns lächerlich wirken würde, in Szene, gesetzt. Tie Geschütze, Die int Arsenal nach deutschen Modellen liederlich nachgeahmt worden sind, werden umständlich' vorgeführt und finden den Beifall der Kommission, Die von Geschützen nichts weiter weiß, als daß man mit ihnen schießen kann. Die Kanonen werden mit den im Arsenal gefertigten Patronen geladen, gerichtet und abgeschossen. Leider versagt der erste Schuß. Es wäre auch das erstemal gewesen, daß altes gleich klappt. Da die Chinesen das wissen, wird der unbedeutende Fall mit bewundernswürdiger Ruhe, hin genommen und vorläufig nicht nach der Ursache geforscht. Als aber von 24 Patronen 24 Patronen nicht abgingen, und die Teestunde heranrückte, faßte man den bedeutsamen Entschluß, nach der Ursache des merkwürdigen Verhaltens zu suchen, und. da entdeckte man, daß man vergessen hatte, ■ — Pulver hineinzutnu. * 'Na ja! „Denke» Sic, Baron, eine halbe Million habe ich bei der gtftrigen Ziehung gewarnten; ist das nicht ein riesiges Glück?" „Meine Gnädigste, ein doppeltes Gluck, denn jetzt haben Sie mich noch dazu gewonnen!" . * Sein Glück. „Na. wie gehts,, Joanm i — „„«»Ywcht gehts. Wenns Schmerzensgeld fürs Anschießen net wär, nnw* der könnt' tun» verhungern Bilderrätsel. ,CY