MM I El ■ Die Pflastermeisterin. Roman von Alfred Bock. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Sobald Friedmar frühmorgens das Haus verlassen hatte, begab sich die Meisterin in ihren Garten, lieber dem Gelände lag schon der erste Hauch des Herbstes. Hier Und da spielte das Grün der Blätter ins Gelbrot hinüber. Die Teerosen an ihren schlanken Zweigen strömten noch ihren feinen Wohlgeruch aus, aber ihr Kolorit war stark verblaßt. Nur die Moosrosen und Zentifolien standen in Unverminderter Pracht. Für jeden ihrer Lieblinge hatte die Meisterin einen innigen Blick. Unwillkürlich glätteten sich die Falten auf ihrer Stirn, und der Mißklang löste sich auf, der ihr die Brust zerschnitt. Langsam schritt sie! Rose um Rose ab. Wie lange währte es noch, da bog man behutsam die zarten Stämmchen um und bedeckte die Kronen mit Erde und Laub., Unter der warmen Hülle hielten sie ihren Winterschlaf, bis sie im Frühjahr zu neuem Blütenschmuck erstanden. Die Rosen schliefen nur, sie kannten kern Sterben. Aber die Menschen, die man in die Erde versenkte, wenn ihr Winter gekommen war, machte kein Frühling lebendig. Die gingen hin auf Nimmerwiedersehen. Nein, nicht auf Nimmerwiedersehen. Das war sündhaft zu denken. Es gab ein Himmelreich. Freilich, genmt wußte man nicht, wie's kam. Einmal hatte der Schreiner Mobrus darüber im „Liederkranz" etwas gesungen. Wunderschön, daß einem ganz weich zu Mut wurde. Das Lied klang ihr immer noch im Ohr: „Hab' schon öfter sagen hören, Daß man dort sich wiedersieht, Aber niemand kann's beschwören. Keiner weiß, was dort geschieht. Wenn es fest und sicher stände, Daß man da sich wiederfände, Wär' in jenen lichten Höh'n Wohl das schönste Wiedersehn!" . Wenn dermaleinst ihre Stunde schlug und sie ins Jenseits einging, traf sie ihren seligen Mann. Wie sie ihn kannte, nahm er kein Blatt vor den Mund: „Hatt'st du ma;t als Witfrau dein gut Brot? Was brauchst du den Friedmar zu nehmen? Guck nur herunter. Der sitzt jetzt im Speck und lacht sich ins Fäustchen." „Laß den Friedmar Kusammenschrapp-en, soviel er will," antwortete sie dann, „die Freud' währt nicht ewig. Von drunten nimmt keiner nichts mit." Wenn ihr seliger Mann, kam ihr plötzlich der Gedanke, und der Friedmar sich droben einmal „kappel- ten", und sie stand daneben. Herrgott, sie als Schlichterin zwischen ihren beiden Männern. Darüber durfte man nicht spintisieren. Das konnte einen aus dem Häuschen bringen. Wie um sich von dieser beunruhigenden Vorstellung zu befreien, griff die Meisterin zu Schippe und Rechen und arbeitete so angestrengt, daß sie erst nach einer guten halben Stunde schweißtriefend und erschöpft innehielt. Am Staket, das die Grundstücke der Meisterin und des Nachbars Kip- ping voneinander trennte, erschien der Schlossermeister. „No, junge Frau, wie tut's?" Sie wandte ihr erhitztes Gesicht dem Alten zu und sagte nicht eben freundlich: „'s tut so." Der Schlosser sah sie scharf an. „Was siehst du dann so verknittert aus?" „Ich wiißt' nicht." „Habt ihr euch karbatscht, du und der Friedmar?" „Dumm Gewäsch." Kipping ließ nicht locker. „Vor mir brauchst du dich nicht zu versteckeln. Wo fehlt's?" „Nirgendwo." „'s klappt was nicht bei euch. Ich kenn' mich aus." „Schwätz' du dir nur was vor." ^„Wie kann man nur so störrig sein. Mach' dir doch Die Meisterin schwieg. Der Alte aber, der sich halb und halb als Stifter der neuen Ehe betrachtete, salbaderte weiter. „Seit ein Paar Wochen läufst du mit einer Visage herum, als wollt'st du die Pfalz vergiften. Hat der Friedmar was pexieri?!' „Nein." „Ist er daun nicht auf seinem Posten? " „Doch." „Blitz, Donner und Hagel, was willst du dann mehr?" „Ei gar nix." _ „Meisterin, ein Querschelkopf warst du immer. Jetzt fei gescheit. Wann man verheirat' ist, heißt's Kordel uach- lassen. Du hast's doch schon einmal durchgemacht. Wir sind all' keine Engel. Der Friedmar hat seine Naupen. Und du auch. Eins muß sich ins andere schicken. Sonst gibt's Krakeel." ” „Hat er dir was gesagt, der Friedmar?" „Kein Wort hat er gesagt." „Das ist's eben, daß er alles in sich hineinfrißt." „Was ein echter Kerl ist, der trägt das Herz nicht itnmetf auf der Zung'." „Ist das daun ein Selten ?" gab die Meisterin, sich vergessend, ihrem Unmut Ausdruck. „Ich hätt' noch das erste freundliche Wort von ihm zu hör'n. Und wann er heim- kommt, ein Brüten und Drucksen. Nur daß er bei mir in der Kost steht und mir nachts was vorschnarcht, sonst wiißt' ich weiß Gott, nicht, daß ich verheirat' bin." Der Schlosser deutete sich der Meisterin Mißstimmung auf seine rüde Weise. „Aha," dachte er, „der Friedmar gibt nicht genug Feuer. So sind die Weibsleut'. No, sie wird ihn schon in Trab bringen. Da hab' ich keine Sorg'." Und er lachte gemütlich: „Der Friedmar ist kein unrechter Mensch, nur ’n bißchen — 442 — lappig. In die Verliebtheit muß man sich erst hineinge- wvhnen. Ich Ivar auch ein latschiger Kerl.. Und meine Gret' hat mir's beigebracht. O je, o je!" „Wie du dir das wieder auslegst, du abscheulicher Mensch. Man kann sich's sparen, mit dir ein vernünftig' Wort zu sprechen." Die Meisterin warf dem Alten einen wütenden Blick zN und ging rasch davon. An ihrer Hanstüre traf sie mit dem Pfarrer zusammen, der eben bei ihr vorsprechen wollte. Der würdige alte Herr waltete seit beinah' dreißig Jahren m Städtchen seines geistlichen Amts. Aus einer der ange- eyensten Familien des Landes stammend, war ihm in verhältnismäßig jugendlichem Alter eine Predigerstelle in der Residenz übertragen worden. Hier lockte seine große Rednergabe allsonntäglich eine zahlreiche Versanrmlung vor seine Kanzel. Dem gebildeten Teile der Zuhörerschaft entging nicht, daß der junge Geistliche, obzwar er sich vorsichtig aus- drückte, für eine freiere Stellung zu altkirchlichen Bekennt- urssen und für das Recht der freien christlichen Persönlichkeit eintrat. Zu derselben Zeit erregte eine anonyme Schrift „Der Niedergang des Liberalismus in unserem Kirchen- tum" in der Hauptstadt, ja im ganzen Lande gewaltiges Aufsehen. Man erfuhr bald, daß der junge Pfarrer die Schrift verfaßt hatte. Es war ein geharnischter Protest gegen die Reaktion und ein warmer Appell an die liberalen Laienelemente in der Kirchengemeinschaft, sich zur Wahrung bedrohter Rechte zusammenzutun. Die Einsetzung offiziell anerkannter liberaler Pfarrstellen sei eine dringende Forderung der Zeit. Den Predigern gegenüber, die zur yeschicht- llchen und naturwissenschaftlichen Forschung eine tendenziös schiefe Stellung einnähmen, müßten auch Geistliche zum Wort gelangen, die das Recht der freien Forschung, das Recht der Wahrheit in kirchlichen Dingen gewahrt wissen wollten. Abhilfe sei nur zu erwarten, wenn liberale Geist- nche und liberale Laien Hand in Hand gingen und gemeinsam die Grundlage für einen vernunftgemäßen, vertieften Klauben gewönnen. Das Konsistorium entbot den Pfarrer vor seine Schranken. Dort bekannte er sich freimütig zur Autorschaft der ihm zur Last gelegten Schrift. Man überlegte hin und her, wre man gegen ihn vorgehen sollte. Mit einem einfachen -Verweis konnte man sich nicht begnügen. Der Fall war zu kraß. Es mußte ein Exempel statuiert iverden. Ein Teck der geistlichen Räte drang auf sofortig« Amtsent- ,Hebung. Dagegen erhoben sich die Stimmen einflußreicher Manner, die der Familie des Beschuldigten nahe standen. Endlich kam man überein, den Pfarrer in das entlegene Provinzstädtchen mit der Maßgabe zu versetzen, daß er sich künftig m Wort und Schrift seiner aufwieglerischen Tätigkeit zu enthalten habe. Der junge Theologe hatte eben feinen Hausstand begründet. Bei der entgegengesetzten Stellung seiner nächsten Angehörigen aller Hilfsmittel beraubt, geriet er in einen Konflikt, der seine Gesundheit schwer erschütterte. Er nahm längeren Urlaub. Als er sich wieder züm Dienst meldete, war er eilt gefügiger Mann. Mit seiner Frau und einem vier Wochen alten Bübchen siedelte er in das Landstädtchen über. Hier begegnete er unter leinen Gemeindekindern weder Kritikern noch Zweiflern die Gleichgültigen bildeten die Mehrheit. Der neue Pfarrer dachte nicht daran, ein strengeres Kirchenregiment einzu- fuhren. Er ließ jeglichen seinen Weg gehen. ' Wer nicht M ihm kam, den rief er nicht. Die Bevölkerung wußte ihm dafür Dank, und seine Beliebtheit wuchs, als man sah, daß er sich warmherzig der Unglücklichen und Armen in seinem Pfarrbezlrk annahm. Wvhltun war ihm innerstes Bedürfnis. Er hatte einen Armen-Vereiu und mancherlei Wohltätigkeits-Anstalten ins Leben gerufen und war stetig am Werk, das Los der „Enterbten" lindern zu helfen. Jahrzehnt um Jahrzehnt verstrich. Kinder und Kindeskinder scharten sich Um den alten Herrn. Aus bei» jugendlichen Kämpfer war em duldsamer Greis geworden. Mit mildem Lächeln sah er aus werter Ferne, wie die Dinge in der Welt ihren Lauf nahmen. Auch die Tatsache, daß unter seinen Amtsbrüdern das politische Eiben mehr und mehr zunahm, verinochte seinen Gleichmut und sein Patriarchentum nicht zu stören. . ^Meisterin geleitete den Pfarrer in die Wohnstube Kchüwe ^ahb ' *)cit rhlu anbot, zuvor mit der „Ich komme mit einer Bitte," sagte der ehrwürdige „ !e ia immer ein Herz für die Armen gehabt." ,, "N, geb' gern, Herr Pfarrer. Ich mein’, das ist jedem seine Schuldigkeit." _ ,/>Wer gern gibt, Meisterin, gibt doppelt. Sie haben vielleicht davon gehört. Der Spengler Neidhart ist auf und davon." 1 „'s ist erzählt worden." „Der gewissenlose Mensch hat feine Frau mit vier unerzogenen Kindern in der größten 'Not zurückgelassen." „Das ist eine große Schlechtigkeit." ., „Der Armenverein ist gleich beigesprungen, aber das reicht nicht hin. Wenn mau die beklagenswerte Fran mit Kleinen nicht verhungern lassen will, muß man ihr täglich das Essen schicken. Einige Familien haben sich dazu bereit gefunden. Ich habe den Sonntag noch zu vergeben Wenn Sie so gut sein wollten, Meisterin —" „Ei gewiß, Herr Pfarrer. Und wann ich vielleicht sonst noch was tun kann —" 1 '• „Es fehlt an Wäsche und Kleidern für die Kinder. Da werden Sie wohl nichts —" „Nein, Herr Pfarrer," sagte die Meisterin, leicht errötend. „Aber 's wird sich schon was finden, was ich hergeben kann." 7 „Ich danke Ihnen, Meisterin. Wie geht's denn sonst?" „'s geht so, Herr Pfarrer." „Ihr Mann ist fleißig." „O ja, Herr Pfarrer." „Und das Geschäft blüht." „No, man muß zufrieden sein." „Was man so hört von der 'Tüchtigkeit Ihres Mannes Hi da kann man Ihnen wirklich gratulieren.?' , „3a, ja, Herr Pfarrer, Sie haben doch meinen Manu sellg gekannt?" „Ob ^ch ihn gekannt habe." „Da ift mir heut was durch den Kopf gegangen." „Mrs haben Sie denn V „Wir wollen doch all' einmal vor Gottes Thron besteh'«,^Herr Pfarrer." „So Hoffen wir." „Das bringt mich jetzt ganz durcheinander, 's kommt doch vor, daß ein Mann oder 'ne Frau mehrmalig sich ver- herrat'. Wie wird dann das hernach im Himmelreich?" Der Pfarrer rieb sich lächelnd das glatt rasierte Kinn. „Was Sie mich dg fragen, Meisterin, das haben, wen» auch in anderer Absicht, schon die Sadduzäer unseren Herrn und Heiland geftagt. Und er aniwortete ihnen: „Die Kinder dieser Welt freien und lassen sich freien. Welche aber würdig sein werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die iverden weder freien noch sich freien lassen."" Die Meisterin atmete erleichtert auf. „So ist das, Herr Pfarrer. Ich dank' auch vielmals." „'Aber sagen Sie, liebe Frau, was plagen Sie sich da Mit Bedenken?" „Wie man auf so was verfällt, Herr Pfarrer. Ich muß alsfort an mein' Mann selig denken." . "Es steht uns wohl an, unsere Toten zu ehren, aber wir follen darum der Lebenden nicht vergessen. Sie habe» letzt neue Pflichten übernommen, Meisterin." „Ach ja, Herr Pfarrer." „Oder ist etwa nicht alles so, wie's sein sollte?" ) Die Meisterin seufzte tief. . „Sprechen Sie sich nur frei aus," ermutigte sie der Geistliche. Da faßte die Meisterin sich ein Herz Und offenbarte! dem würdigen Herrn die Kümmernis, die auf ilfr' lastete. Sre habe den Friedmar nicht bloß wegen des Geschäfts genommen. Sie habe etwas für ihn übrig gehabt. In der ersten Zeit nach der .Hochzeit bereits sei's kein Beisammen- ern gewesen, tpie es sich für Eheleute gezieme. Daran er einzig der Friedmar schuld. Der tue ganz fremd gegen re, feine leibhafte Frau. Gehe aus und ein wie ein gewinnsüchtiger Geschäftshelfer, nicht wie ein angehöriger Mann. Sie werde nicht llug aus ihm. Zuerst habe sie geglaubt, es sei Eigendünkel von ihm, jetzt meine sie immer, 'r habe Hintergedanken etwelcher Art. „Der Friedmar," chloß ste, „stammt aus einer bösen Gegend. Bon Fischbach droben. Das schleppt er sein Leben lang mit sich herum," (Fortsetzung folgt.) Eine Heerschau -er Heilsarmee. Von Dr. Fr. Kraft. Die Heilsarmee in Gießen! Der „Kriegsruf" wandert von Hans zu Haus, und der „Rekrut", der ihn austrägt, hofft, an der Spitze der nächsten „Soldaten-Wetteiferliste", sein eingerahmt, mit der Höchstziffcr verkaufter Kriegsrufe zu prangen. Ta wandern die Gedanken ein Jahrfünft zurück, und ich krame aus alten „Londoner Briefen in die Heimat" einen, datiert London, 25. Juni 1904, hervor. Und wie ich ihn seit so langer Zeit zum ersten Male wieder überlese, kommt es mir vor, als könnte er einen größeren Kreis interessieren und, gleich den auf- klärenden Zeilen tiou L. F. in Nr. 149 des Gieß. Anz., ein wenig beitragen zur richtigeren Beurteilung der merkwürdigen Bewegung der Heilsarmee. Vor 5 Jahren also schrieb ich: ' „Ich will versuchen, von dem Erlebnis des heutigen Nachmittags zu berichten. Tas ist nicht leicht; denn von dem mancherlei Seltsamen, das mir im Leben begegnet, ist's vielleicht das Seltsamste gewesen. Nie vielleicht haben mich als bloßen Zuschauer und Beobachter so widerstreitende Empfindungen bewegt, nie habe ich so völlig die Wahrheit des Dichterworts empfunden, daß vom Erhabenen zum Lächerlichen nur ein Scyntt ist. । Ich habe der Eröffnung des internationalen Kongresses der Heilsarmee beigewohnt. Wer verzieht nicht beim Gedanken an diese „groteske" Bewegung den Mund trotz der wohlbekannten großartigen Hilss- tätigkeit, die diese Leute entialten, trotz der „Rettung" die sie saktisch Tausenden bringen, sei's, daß sie sie dem Trunk, sei's, daß !'e fte schlimmeren Lastern entreißen? Nuii, das Kopfschütteln und die Neigung zu lächeln einerseits, die Hochachtung andrerseits muß inan sich ins Ungeheure gesteigert denken, inan muß eine tüchtige Portion echter Rührung hinzufügen — dann hat man so etwa meine wunderliche Stimmung in den 3 Stunden, in denen ich der Gast der „Salvation Army" war in ihrer eigens errichteten, 6000 Menschen fassenden Riescnhalle am Londoner „Strano". Ich betrat den übervollen Räum in dem Augenblick, wo ein ganz ausgezeichneter Bläserchor') das Eingangslied anstimmte. Dw Kapelle, m äußerst schmucker Uniform mit prachtvollen, silber- tzlanzenden Instrumenten, nahm die Mitte des gewaltigen Podiums mn, auf dem Hunderte von hohen Würdenträgern und Abordnungen der ausfallendsten Exoten in ihren Nationaltrachten Platz ge- Nommen hatteii. Tas war nun der reine Mummenschanz — und ntfln wäre wohl geneigt geivesen, an Verkleidung zu denken, hätten Nicht die Gestalten und Gesichter dieser Chinesen, Singhalesen, Birmaner, Mahratti, West- und Ostindier, Bengalen, Armenier, Wlaska-^ndianer, und was da oben all herumwimmelte, so verzweifelt echt ausgesehen. Es waren durchweg würdige Fiauren, vom beinrbanten, weißbärtigen Inder, dem „Scheikh" der Ktnder- traume, bis zur „Oberstin" Nurani mit bent feinen Gesicht und den dunkeln Augen.-) Und geradezu erstaunt war ich, wie viele Ungewöhnlichen und intelligente Köpfe sich darunter befanden. .Aber die Mone von diesen Köpfen war doch der des Mannes, der die Heerschau abhielt über die von ihm in 34 Jahren aus dem Boden gestampfte Armee. — Die letzten Klänge des „Ein- zngvmarschs" waren verhallt, als eine schmetternde Stimme rief: „Ter General!" Da brach ein Jubel aus, ein Tücherwehen besann, eine Begeisterung herrschte, als er aus die Rednertribüne an sich^M?^rwältigend, mitreißend. — Was die hagere Gestalt des 7üjahrlgen bewegen mag, der da inmitten der jcmchzen- — r h m ziyauchzenden — Massen vergeblich abwinkt? Ob der stolz auf sein Werk wirklich überwunden wird von dem demütigen Gefühl, nur das Werkzeug eines Größeren zu fein? aBic dein auch fei, glücklich muß ihn der Augenblick machen! Nun kommt er endlich zu Wort. Es ist nur ein Dank und die Aufforderung, cm Lied zu fingen, das ihm besonders lieb I«. lst nicht leicht zu verstehen. Tie Sprache ist dialektisch gefärbt, die Sätze werden heransgestoßen, er folgt sichtlich nur der Eingebung des Augenblicks. Schon die Eingangsworte ent» halten einen Scherz, den ich nicht erfasse, der aber größte unbl allgemeinste Heiterkeit erregt. — Nun beginnt das Lied. Ter General ist mit Leib unb Seele dabei. Er dirigiert mit beiden Armen — die Bläser müssen seinem lebhaften Tempo nachgeben, Tie zweite Strophe wird wiederholt. In der dritten ober vierten o “s Sßort „blood" vor — Christi erlösendes Blut — das Mi Kultus bei* Heilsarmee eine besondere Stelle einnimmt: die Zeile wird 4—o mal gesungen, zuletzt, nach dem Vorgang des Generals, Mit erhobener rechter Hand. Und dann läßt er die ganze Strophe noch einmal mit aller Wucht singen mit der Begründung (ja, das war doch das sonderbarste): „because it is such a lovely day . , 3)| ! Begreiflicherweise mu^te ich an einen be- ~ 'X Wie eine Zusammenstellimg in dem damals erschienenen Fest-Kriegsruf zeigte, verfugte die Heilsarmee 1904 über 17 273 Vvclifuet! 1 .....<.2J Wgebildet, >vie die meisten Führer der Bewegung, in der erwähnten Festnummer. . 8) Weil so ein reizeiMr Tag ist, 443 — rühmten Kneipwart unserer Arminia denken, der durch ähnliche Scherze in der Fidulität die „Macht des Gesanges" zu erhöhen pflegte. Es sollte jedoch noch ganz anders kommen. Aber zunächst kommandierte der General irgend einen Kommissar zum Gebet. Alles sinkt ans die Knie, während der Auserlesene (er scheint nicht vorher bestimmt zu fein) tu einfachen, recht ansprechenden Worten Gott für diesen Tag dantt. In ähnlicher Weise wechselt noch mehrfach Lied unb Gebet. Besonders inbrünstig ist das der stürmisch begrüßten Tochter des Generals/ der mit dem Gatten das Oberkommando in der Schweiz anvertraut rst. Dann gibt William B o o t h den im Programm versprochenen Abriß der Geschichte seiner Armee — auf Wunsch und „mit Hilfe" seiner Offiziere, tote er sagt. Tie haben ihm Blätter mit Namen und Taten als Unterlage gegeben, aber davon >oill er wenig wissen, das beschränkt und beengt ihn. So schweift er denn fortwährend ab und ruft bald laute Beteuerungen, ja Tränen hervor, bald stürmische Heiterkeit. Tas Sprutighafte bezeichnet seine Rede, ihre Wirkung beruht wesentlich auf bem Kontrast. Ten Schluß bilden die Zusanimenstellungen: vov 20 Jahren — vor 10 Jahren — heute. Abgesehen von der riesigen Ausdehnung der Bewegung, besonders in Amerika und Indien, interessieren die erstaunlichen sozialen Leistungen, über die der General mit berechtigtem Stolz einen Ueberblick gibt. Nach bem General sprach einer seiner Schwiegersöhne, ber Kommanbenr ber Vereinigten Staaten, Booth-Tucker. Welches Leben in den geistvollen Zügen, wenn der durch und durch gebildete Mann spricht! Ein vollendeter Redner, und im Gegensatz zum Schwiegervater ber feilte Humorist, Wie er sich eine spaßhafte Anekdote (die wohlbekannte vom „auch, ausgegangenen Feuer") zu Stutze zu machen wußte, das war wundervoll. Man begreife bte Erfolge in den Vereinigten Staaten, wenn man biefen Mann gesehen und gehört hat. — Den Typus bes Fanatikers stellte ihm gegenüber der Vertreter von Austral-Asien, Mc. Sie, bar. Wahrhaftig, man glaubte ihm, wenn er blitzenden Anges und mit lebhaften Gesten bent General und ber heiligen Sache Treue schwur bis zum Tode, wenn er verlangte, man solle ihm härtere Proben auferlegen. Am Schlüsse ber Ansprache ließ er etwa 20 seiner! Gefährten breistimmig ein „neues Lied" fingen. Und nun war es hochinteressant zu sehen, wie sich die Versammlung dieses neue Lieb unter der Leitung des Generals aneignete. Ter Text berl ersten Strophe wurde, nachdem das Lied zweimal Sorge]ungen war, von dem Mann mit der Stentorstimme vorgelcsen, bann das, Mitsingen versucht. Bald nahm eine Trompete die Melodie auf/ bann alle Bläser. So wurde es mit ber 2. unb 3. Strophe gemacht, imb dann Händeklatschen dazu kommandiert. Ter — übrigens recht nichtssagende — Text mit der gar nicht üblen Weise war bem Liederschatz der Armee einverleibt. Ich glaube, nun kam die deutsche Vertreterin, Mrs. Oliphant, eine recht sympathische Erscheinung. Sie legte in fesselnder Weise dar, wie die Heilsarmee die. Frauenfrage angepackt unb gelöst habe, und erzählte vom großen Frauentag in Berlin („Wir waren nicht cingelaben, aber wir kamen doch!"), wo matt ihr gesagt habe: Ihr von der Heilsarmee seid vorgegangcn, wir andern sind alle erst „nachgekrabbelt". Das machte sie äußerst komisch mit den Ringern nach und erzielte unbändige Heiterkeit damit. Uebrigens versprach sie, daß Deutschland noch eins der „besten" Länder süri die Heilsarmee werden würde. Nicht so lebhaft wie sie, die offenbar eine bem Kongreß wohlbekannte Vorkämpferin war, wurde ber Vertreter ber lateinischen Nationen, Cosanbry, begrüßt. Dieser Belgier sprach mit so starkem Akzent, baß der General ihn französisch sprechen hieß und einen Offizier an seine Seite kommandierte, der Satz für Satz erstaunlich flott und durchweg glücklich englisch wiedergab. Dasselbe gc- scyah später beim japanischen Vertreter, bem, glaub ich, der Polyglott Booth-Tucker assistierte. — Ter Romane hatte eine echt romanische Demonstration mit Fahnen und Bannern, eine Huldigung für den General, vorbereitet; der schien aber mehr für den Gesang übrig zu haben, denn er bat die blonden Skanbinaveiß. ihm bas „schöne Sieb, bas er bei seinen Besuchen öfters gehört", zu fingen. Tas war nun wirklich die schönste Melodie von allen/ unb ber General geriet ordentlich in Extase. Er fuchtelte noch mehr wie sonst mit den Armen, er ließ jede Strophe viermal fingen/ dazu in die Hände klatschen, erst einen, dann beide Arme hochheben, und schließlich wußte er einen Haupt- und Knalleffekt: zu den letzten drei Worten des Kehrreims sollte gestampft werden! Ich' traute meinen Ohren nicht — aber ich hatte richtig verstanden: ein donnerndes Getös erschütterte die hölzernen Dielen — und ich hab! laut lachend mitgestampft. Aus das natürlich vorwiegend englische Publikum übkeN die beiden letzten „Nummern" besondere Anziehungskraft! aus: ein Inder und der bereits erwähnte Japaner.! Ter erstere erzählte ziemlich langweilig, aber in fließendem Englisch, tote er gerettet wurde., — Mit dem Japaner gabs einen komischen Zwiscyeusall. Sobald er Vvm russisch-japanischen Krieg') an fing, drohte ihm der General mit dem Finger, spendete aber lebhaften Beifall, als jener versicherte, morgens bete er erst immer für bje Japaner Und dann für die Russen. Endlich aber muß er etwas 4) Es trat deutlich! zu Tage, daß auch die Sympathien dieser VerM.Wl.uug durMus .auf Seiten Japans sparen. 444 gesagt haben, was dem General gar nicht gefiel: dieser spazierte nämlich ohne Umstände zur Rednertribüne, holte den Sprecher luitb seinen Dolmetsch herunter, gab beiden einen Klaps und schickte sie auf ihre Plätze. — Riesige Heiterkeit und donnernden Applaus. Und das war der Schluß. Ein paar Ankündigungen noch —■ der Kongreß dauert 14 Tage! — ein prachtvoller Posaunenchoral, besser -marsch, und in schönster Ordnung marschieren die Truppen der Heilsarmee, im vornehmen. Strand mit Achtung begrüßt, ihren Quartieren zu." .— Vermischtes. * Intimes von Nelson. Eine intime Schilderung des Seehelden von Trafalgar und der Lady Hamilton findet sich in den Tagebuchaufzeichnungen einer irischen Dame, die John Fyvie in einem soeben erscheinenden Werk „Wits, Beaux and Beauties of the Georgian Era" veröffentlicht. Die schöne Frau, bereit Leben hier in mannigfachen Spiegelungen Kultur und Sitten ihrer Zeit erhellt, war eine Irin, Melesina Chevenix, die zunächst mit einem der mächtigsten Adeligen Irlands, dem Obersten St. George verheiratet war und nach dessen Tode ihre Heimat verließ, stm mannigfache Erfahrungen in London und auf dem Festlande zii machen. In der reifen Fülle ihrer Schönheit, mit glänzendem Geschmack gekleidet, erschien sie an den deutschen Höfen und erregte allgemeines Aufsehen. .In Hannover verliebte sich der Regent, ein Sohn König Georgs II., sterblich in sie, doch ihre Tugend widerstand seinen leidenschaftlichen Bewerbungen. In Berlin wurden ihre Toiletten besonders bewundert und die Gattin des Staatsministers von Haugwitz bat sie, doch ihrem Schneider dm Schnitt des wundervollen Gewandes zu geben, das sie während eines Hofempfanges getragen. In ihren scharf beobachtenden und scharf zeichnenden Tagebuchblättern finden sich so interessante Schilderungen der von ihr besuchten Höfe. In Dresden traf sie mit Nelson, der damals im Zenith seines Kriegsruhms stand, und mit der berühmten Lady Hamilton zusammen. Von der schönen Landsmännin schreibt sie: „Sie ist keck, unverschämt, anmaßend Und eitel. Ihre Figur ist kolossal, aber mit Ausnahme der häß- lidjen Füße wohl gebildet. Ihre Knochen sind stark und sie hat ein ausgesprochenes Embonpoint. Sie ähnelt der Büste der Ariadne: alle ihre Züge und die Form ihres Kopfes sind fein, besonders ihre Ohren: ihre Zähne sind etwas unregelmäßig aber ziemlich weiß: ihre Augen lichtblau, mit einem braunen Fleck in dem einen, der aber nichts von der Schönheit und dem Ausdruck beeinträchtigt. Ihre Augenbrauen und ihre Haare sind dunkel. Ihre Bewegungen sind im gewöhnlichen Leben ungrazivs; ihre Stimme laut, aber nicht unnngeneljm. Lord Nelson ist ein kleiner Mann ohne jede Würde. Die Hamilton nimmt völlig Besitz von ihm und er ist ein williger Gefangener, der unterwürfigste und ergebenste, den ich je gesehen. Nach dem Essen sang Lady Hamilton mehrere Lieder zu Ehren Nelsons. Sie bläst ihm den Weihrauch voll ins Gesicht, aber er empfängt ihn mit Vergnügen und schnupft ihn mit Leidenschaft." Dann gibt Lady Hamilton einer jener berühmten Vorstellungen ihrer plastischen Tanz- und Darstellungskunst. „Sie führt ihre Stellungen und Drapierungen mit größter Leichtigkeit, Feinheit und Akkuratesse aus. Einige indische Shawls, ein Stuhl, ein Paar antike Vasen, eine Rosengirlande, ein Tamburin und ein Paar Kinder sind ihr ganzer Apparat. Sie steht am Ende des Zimmers, während alle Fenster geschlossen sind und nur von links starkes Licht aus sie fällt. Ihr Haar, das nebenbei bemerkt niemals sauber ist, trägt sie kurz, antik frisiert, und ihr Gewand ist ein einfaches, sehr leichtes Kalikohemd mit weiten Aermelu. Mit ihren Shawls drapiert sie sich leicht, rasch Und geschickt als Griechin oder Türkin, bald mit einem Turban, bald mit einem Schleier. Ihre Hauptdarstelluitgeu sind aus der Antike. Merkwürdig ist es, wie graziös und schön sie sich während dieser Vorführungen bewegt, obgleich sie für gewöhnlich plump und steif ist. Sonderbar ist es auch, wie fein .lind zart sie sich dis Draperien zu legen, weiß, während sie doch sonst geschmacklos, gewöhnlich, überladen und unkleidsam angezogen ist. Ihre Hauptleidenschaften scheinen mir eine tolle Eitelkeit, Habsucht und Liebe für die Tafelfreuden zu sein. Sie zeigt eine große Begier nach Geschenken und hat sich in Dresden mit ihrem ewigen Bewundern und Verlangen mancherlei ergattert." Die Szene artet dann nachher zu einer Orgie aus, Lady Hamilton trinkt so viel Champagner, daß die Irin ganz entsetzt ist: Nelson bleibt nicht hinter ihr zurück und beide fingen gewöhnliche Lieder, benehmen sich überhaupt so ausgelasseu, daß die Gastgeberin ihnen keinen Champagner mehr zu trinken gibt. Nelson wird erst wieder ein anderer, als er an Bord seines Schiffes ist; da rafft er sich aus seiner unwürdigen Lage auf, während Lady Hamilton jetzt alles Tanzen und Singen beiseite läßt und sich so benimmt „wie Heggarths Schauspielerinnen, die sich in einer Scheune anziehen". * Tiere mit Glasaugen. Die zärtlichen Damen, die ihre Liebe und ihre Obhut ihren kleinen Lieblingshunden schenken, legen auf die Toilette und die Gesundheit ihrer Schoßtiere keinen geringeren Wert, als auf die Eleganz ihrer eigenen Erscheinung. Wenn das blinde Schicksal den verhätschelten Terrier oder den kleinen kostbaren Blenham-Spaniel mit grausamer Tücke zum Opfer eines Unfalles macht, dann muß ärztliche Kunst ihr Aeußerstes versuchen, nicht allein um das Leben zu erhalten, sondern auch um die äußere Erscheinung des Lieblings zu retten. So gibt es viele Hunde, die von ihren sorgenden Gebieterinnen auch zum Augenarzt geführt werden, mit der Kunst des Optikers Bekanntschaft machen und bisweilen auch sich dazu bequemen müssen, an Stelle eines verlorenen Auges ein künstliches Ange, ein Glasauge zu tragen. In London, so erzählt eine englische Zeitschrift, ist die Einsetzung von Glasaugen bei Hunden keine Seltenheit und gerne opfern die Damen die 40 oder 60 Mark für den Liebling, die diese Operation kostet. Ein Arzt, der diese Tätigkeit zur Spezialität ausgebildet hat, hat im vergangenen Jahre nicht weniger als 200 Hunden Glasaugen eingesetzt. Aber nicht immer sind es so harmlose Patienten, die die Behandlung des Augenarztes erfahren. Auch gefährlichen großen Raubtieren werden bisweilen künstliche Augen eingesetzt; als vor kurzem dem Besitzer einer großen englischen Menagerie sein kostbarer Löwe in einem Kampfe l'-.'urd) den Verlust eines Auges entstellt wurde, nahm er auch die Kunst des Arztes in Anspruch; der einstige König der Wüste trägt heute sein Glasauge und nur wenige Besucher bemerken das. Auch bei Pferden ist die Operation nicht selten. Erst kürzlich wurde einem bekannten amerikanischen Rennpferd ein künstliches Auge eingesetzt; der edle Renner protestierte anfangs energisch gegen diesen Täuschungsversuch und rieb den Kopf zornig an der Stallmauer, um den Fremdkörper zu entfernen. Aber mit der Zeit fand es sich mit seinem Schicksal ab und trägt heute sein Glasauge mit gelassener Würde. Unter allen Tieren sind augenscheinlich die Pferde Zahnleiden am meisten ausgesetzt und in England und Amerika zählt der Pferdedentist zu den einträglichsten Berufen. Ein Newyorker Tierzahnarzt verdient jährlich rund 40 000 Mk. durch die Einsetzung falscher Gebisse für Pferde, Hunde und Katzen. Eine bekannte Dame der Londoner Gesellschaft hat vor kurzem ihrem kostbaren Schoßhund, der eine Reihe von Ehrenpreisen gewonnen hat, ein künstliches Gebiß einsetzen lassen, das die Herrin rund 500 Mk. gekostet hat. Im Pariser Zoologischen Garten litt einer der Elefanten durch einen hohlen Backenzahn so heftige Schmerzen, daß das Tier in einen Zustand vou Raserei verfiel und gefährlich wurde. Der Tierarzt des Gartens beschloß, den schmerzenden Zahn zu entfernen; aber der Vorsatz war nicht so leicht auszuführen, wie der Arzt gedacht hatte; der Zahn widerstand, und schließlich beschloß man, ihn zu plombieren. Die Operation gelang vollkommen. Der Elefant erduldete die Arbeit des Hämmerns und Bohrens an seinem Gebisse mit gelehriger Standhaftigkeit, und seitdem er jetzt feine) Porzellanplombe hat, ist der Schmerz verflogen und der „Sohn der Wildnis" wieder bei bester Laune. Im Newyorker Zoologischen Garten wurde sogar kürzlich ein Haifisch operiert; der Fisch war durch den roten Regeuschirnr einer Dame so wütend geworden, daß er mit einem wilden Sprunge aus seinem Bassin schnellte und so heftig gegen das Eisengitter anprallte, daß eine Kmu- terrenfung eintrat. Der Arzt wurde gerufen, der Hai durch ein kompliziertes Gewinde aus dem Wasser gezogen, nercfielt und bann behandelt. Mit verbundenem Kinn wurde er dann unter mannigfachen Schwierigkeiten in das Wasser zuriickgelaym; auch diese Operation war von Erfolg gekrönt. humoristischer. * Heimatskläuge. Vemmchen (ber im Dusel ist und in der Dunkelheit eine Ohrfeige erhalt): „Eiherjesses, sollte ich schon derheme sein?" * B e i in Heiratsvermittler. „Ich muß bemerken, baß ich bas dreißigste Jahr bereits zurückgelegt habe!" — „va- mein Fräulein, wenn Sie sonst nichts zurückgelegt haben, baiui wird's wohl schwer halten!" * Eine t o l l e S a ch e. Er (zu seiner bösen Frau, die von einem Hunde gebissen wurde): „Der Hund muß toll gewesen sein!" Sie (ängstlich): „Wieso?" Er: „Hätte er denn sonst bei dir angebissen?" . . * Boshafte Auslegung. Junggeselle: „Gnädige Fran fragen, warum ich nicht schon längst geheiratet habe? Einfach nur, weil alle Frauen heutzutage so anspruchsvoll sind!" /Dame: „Na, trösten Sie sich nur, Sie werden schon auch noch einer ge- nuyvii ; , . * Partikularismus. Dorspolizist (als sich unter Die Neugierigen, die den Laudesfürsten erwarten, auch ein Stromer postiert): „Machst, daß d' weiterkimmst! Sonst denkt Durchlaucht gar, du bist a Einheimischer!" Dechiffrir-Aufgave. Vzr eqdrrdm mbbgs ehd jqzdgdm! Vzr rdgdm mbbgs ondsdm! Vzr rbgvzsydm mbbgs adsqtmjmd! Vzr sgtm mbbgs ltdry’fd vdhadq! Auslösung in nächster Nummer: Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Das Herz. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießern