Donnerstag den P. Februar 1909 — Nr, 28 70™ MM WH HHTi o»i. G »^SSg,n MM Auf Liebespfaden. Sfommt von H. Ehrhardt. 'Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) ■ 7. Es war ein halbes Jahr später, lieber Wiesbaden, die vielgepriesene Taunusstadt, senkte sich die fahle Dämmerung eines scheidenden, unfreundlichen Märztages. Es regnete nicht, aber die Luft war von feinem erkältenden Wasserstaub erfüllt, und das breite Trottoir der Wilhelmstraße glänzte schlüpfrig. Unr die hier und da schon entzündeten Laternen bildeten sich regenbogenfarbige Lichtkreise. Vereinzelt tauchte ein ängstlich geöffneter Regenschirm auf, der Nachmittagskorso war weniger besucht als sonst. ES iwn der schlechteste Monat und das ungünstigste Wetter für solche, die in Wiesbaden Genesung, nicht nur Vergnügen srichten. Ein Herr ging langsam, einen Stock als Stütze benutzend, die Wilhelmstraße entlang. Groß, schlank und blond. Ein anderer kam ihm entgegen. Ein ebenfalls sehr großer Mensch mit einem feigeren, über dem dunklen Pelzkragen seines Mantels leuchtend blassen Gesicht und nervösen, tiefliegenden^ Augen. Sichtlich überrascht machte er vor dem schlanken Blonden Halt. „Donnerwetter, Hassingeu, sie hier'?" sagte er lebhaft. „Was machen sie denn für Geschichten?" Er schüttelte ihm die Hand nud sah ans den derben Krückstock, den der andere erst hatte in die Linke nehmen müssen. „Am Stocke? Ich denke, ich sehe nicht recht. Als ich mein Kommando kriegte, im Oktober, Iva reit sie doch kreuzfidel, die Kniegeschichte anscheinend ganz ausgeheilt, kam sie denn wieder oder haben sie sich im Manöver bloß Rheumatismus geholt? Ich kann ihnen sagen, meinen Knacks habe ich Mich !veg. Pfui Teufel, waren das in diesem Jahre Biwaks, gaben 90 Prozent Gichtbrüchige, behaupte ich." HauS von Hassingeu, der noch immer das Rotwerden nicht verlernt hatte, war von der Begegnung mit dein W.'er Ulanen- Oberleutnant nicht sonderlich entzückt, aber kameradschaftliche Rücksicht gebot ihm, das nicht merken zu lasse». „Die nassen Biwaks sind mir ausgezeichnet bekvmnren, Meisenberg, aber wen« der Mensch Pech haben soll, geben kleine Ursachen^ auch große Wirkungen. Sie wissen doch, daß ich zum Reitkursus bei ihrem Regiment kommandiert wurde, das war ja damals schon bestimmt, als wir uns beim Abschiedsdiner ihres Kommandeurs zum letztenmal sahen — die Sache ging recht glatt, habe ja schon mtf dem Gute meines Onkels oft genug auf einem Gaul gesessen ■— natürlich zum Schluß, acht Tage vor Weihnachten, fährt der Teufel in das Biest von Rappen, der bis dahin wenig Schwierigkeiten gemacht hatte, will und will nicht über die Hürde — bricht immer vorher aus — wie ich ihn endlich so weit hatte und deitke, nun geht er zum zweitenmal im glatten Anlauf drüber, tut er'S Wohl, überschlägt sich aber auf der anderen Seite, und ich komme ausgerechnet mit meinem kaum gehnltest Bein unter ihil zu liegen. Das Resultat: eine Quetschung, Wasseransammlung in der Kniescheibe, gräßliche Kliniktage, wo sie mich zöpfteu und schröpften, elektrisierteir und massierten, noch gräßlichere in meiner einsamen Stube in B., wie ich sie ja schon ein* mal durchgemacht hätte, und als letzte Rettung: Wiesbaden." Sein abgemagertes Gesicht hatte sich bei seiner Erzählung so verdüstert, daß der hagere Oberleutnant mit wirklicher Herzlichkeit meinte: „Donnerwetter, das tut mir aber leid, Hassingeu, hat denn ihre Kur hier wenigstens den gewünschten Erfolg?" Eine abwehrende Handbewegung. Der blonde Offizier lächelte etwas bitter. „Sie sehen ja, wie brillant ich vorwärts komme, Meisenberg!" Sie tvareü miteinander weiter gegangen, und es war allerdings ein langsames Wander». „Die vier Wochen in der „Heilmühle" haben gar nichts genützt, trotzdem sie mich natürlich dort auch mit Röntgenstrahle» durchleuchtet haben und mich noch jetzt abwechselnd baden, massieren und elektrisiere». Seit fünf Tage» wohne ich privat für teures Geld." Der andere antwortete nicht sofort, er ließ die nervöseck Augen beständig über die Vorübergehenden, besonders die Damen wandern. Er gehörte zu jener Sorte von Damenfrcundeu, bereit; Geschmack Hans Hassingeu von jeher unbegreiflich gewesen war. „Ja, ist eilt höllisch teures Pflaster, das liebe Wiesbaden, besonders, wenn mau all seine Vorzüge genießen ivill," meinte er daun mit einem vielsagenden Lächeln. „Ich wohne natürlich auch erst meine vier Woche» in der „Heilmühle", man muß seine Groschen zusammenhalten, geht mir auch nicht anders wie ihnen, lieber Hassingeu." Dafür hatte dieser nur ein direkt amüsiertes Lächeln, beit«, er wußte, daß der hagere, nervöse Ulan über eilte» recht wohl- begüterten Baier verfügte. Wenn er dagegen au seine Lage dachte! Genuß, er konnte hoffen, daß ihm vom Generalkommando ein Beitrag zu den Kurkosten bewilligt Werben würde, aber im Moment waren es doch die. Ersparnisse, deren Anfänge bis in die Kinderzeit zurückreichten, die unaufhaltsam durch seine zögernden Finger glitten, ohud daß er Genesung fand oder sonst etwas Schönes dafür ciit-t getauscht hätte. lind mit welch großartigen Vorstellungen war er hierher gegangen! Wiesbaden! Das Wort hätte für seinen von Krankheit und schweren, inneren Kämpfen niedergedrückten Sinn einen eigenen belebenden, aufrührerischen Klang gehabt. Als ob dort, in einer Welt voll Genuß und Leichtsinn, voll Reichtum und Luxus M ihn Vergessen und Glück sich finde» müßte. Manches um ihn und in ihm hatte sich verändert, seit er an dem sonnigen Herbsttage von Helene Falk Abschied genommen. Die Schwingen seiner Hoffnung, das geliebte Mädchen einst zu seiner Frau machen zu könne», tonte» längst gebrochen, aber er schleppte sie dock noch mit sich Weiter, weil er de» Mut nicht fand, sich ganz und gar von dieser Hoffnung zu lösen. Immer noch kamen Zeiten, in denen das Wort vom geduldigen Wartest 110 tröstend in ihm aüfklang, in denen er sich den Kspf zergMelte, nach welcher Richtung hin sich ihm eine Existenz eröffnen könnte, durch die er der Liebe zu Helene zu ihrem Recht'verhelfen durste, ahne heilige Sohuespflichten zu vergessen. Er hatte, angeblich im, Interesse eines Freundes, an seinen Bruder geschrieben, ihn mit die Aussichten eines Fortkommens im fremden Lande befragt, aber was dieser ihm geantwortet, hatte ihn erschüttert und angeekelt zugleich.. Ten Weg der Ent-- behnmgen und Demütigungen, der schweren körperlichen Arbeit und der skrupellosen Ehrbegriffe, den der Bruder gegangen, ehe er ein Ziel gefunden, in dem noch jetzt seine Frau und seine Kinder, falls er erkrankte oder starb, mittellos und bitterer Rot preisgegeben dastchen mussten, diesen Weg konnte ein Mensch von Hans Haisingens Wesen und Art nicht gehen. Er hatte ein stark ausgeprägtes Pflichtgefühl und ein festes Wollen, sobald er einem sicheren, erreichbaren Ziel znstrebcn konnte, aber ihm fehlte die aus starkem Selbstbewutztsein entspringende Energie, die das Ungewisse in raschem Entschlüsse wagt, und für di« Hindernisse nur da sind, um sie in kühnem Sprunge zu nehmen. In seinen Gefühlen war er ein Zweiseelenmensch. Er loderte nicht rasch und feurig auf, aber wenn ein Gefühl ihn erfaßt hatte, ging es in die Tiefe und war von einer ruhigen Beständigkeit und Treue, er vergast über dem einen nie völlig das andere, noch heute kannte er mit dankbarer Zärtlichkeit des kleinen, blonden' Bürgermädchens tu S. gedenken, eine Liebe, über die viele andere im Erinnern nur lächeln und spotten würden, aber andernfalls! wieder gestattete er diesen Gefühlen keinen zu breiten Raum in seinem Leben. Ein Etwas in ihm lehnte sich auf gegen ihre Macht, die ihm die Zügel seines Schicksals, so weit er sie zu führen vermochte, zu entreißen drohte. Er liebte Helene Falk mit einer starken, ehrlichen und treuen Liebe, aber er konnte auf die -Tauer weder so leidenschaftlich noch so sentimental rieben, um fein Leben, feine Zukunft für wertlos zu halten, wenn er Helene Nicht erringen könnte. Neber Staudesvorurteile der Seinen wäre er hinweggeschritten, nachdem er die eigenen überwunden, aber die gemeine Not ums tägliche Brot, die ihre Tage verbitterte, die durch Leid und Kummer zu verschärfen, das brachte er nicht fertig. Wie angstvoll klangen noch jetzt die Briefe des Vaters! Nie deutlich a usgesprochen und doch aus jedem Wort schreiend: Was wird ans dir, wenn dein Leiden dich dienstuntauglich macht? Und die besorgten Zeilen der Mutter, die nur das körperliche Wohl des Sohnes im Auge hatte, ihm mühsam vom Wirtschaftsgeld abgesparte Stärkungsmittel sandte, die kurzen Kartenmitteilungen des in Sorge und Arbeit alternden Onkels, der vom unbedingt nötigen Verkaufen schrieb und dem Neffen 100 Mark schickte, damit er das „Wiesbadener Theater sorglos und ohne Skrupel geniesten könnte". Und dazwischen Helenens häufige, bald leidenschaftlich hoffende, bald herzzerreißend traurige Mädchenbriefe, die ihn jedesmal wieder für Stunde» in eine „Gefühlsduselei" hineinrissen, die ihm innerlich widerstrebte, die ihn mehr und mehr zu bedrücken begann. Er sehnte sich nach einer Ablenkung, nach einem seis noch so flüchtigen Interesse fiir eine andere Frau, wobei das Herz ja gar nicht beteiligt zu sein brauchte. Aber aus all den blitzenden, kecken Augen, die ihn, mehr noch als seinen blassen Begleiter, wohlgefällig musterten, sprang kein zündender Funken zu ihm herüber. Helene Falks scheuer Liebreiz siegte. „Haben Sie sich Hier wenigstens schon gut amüsiert, Has- singeu?" erkundigte sich der Ulan, indem er fröstelnd den Pelzkragen hochschlug und den schwarzen, steifen Filzhut tiefer in die Stirn drückte. „Nach Ihrem Geschmack wohl gar nicht, Meisenberg, und nach dem meinen, offen gestanden, auch sehr mäßig. War viel im Theater und schwanke hent zum erstenmal in einer Anwandlung von KarnevalSleichtsinn zwischen „Hoffmanns Erzählungen" und dem letzten Maskenball im Kurhause." „So so!" Ter Ulan wurde plötzlich zerstreut und sehr unruhig und blickte scharf geradeaus. Dann sagte er: „In Wiesbaden darf man nicht so lange bedenken und zögern, muß immer gleich die Gelegenheit zu einem kleinen oder großen Amüsement beim Schopfe fassen. Ich bin erst seit gestern abend hier, aber wenn Sie jetzt mitkommen, will ich Ihnen garantieren, daß Sie ein kleines, pikantes Abenteuer erleben." tzasfingen wollte nicht gern philisterhaft ablehnen, obgleich et zu Meisenbergs Führertalent recht wenig Vertrauen hatte. Er sah seinen starren, nach vorn gerichteten Blick. „Wen haben sie denn eigentlich gespürt, Meisenberg?" Der packte ihn vertraulich am Arm. „Sehen sie die beiden Damen vor uns? Ach was, die jungen Muse da nicht —", dos galt zwei kurzbevockten Backfischen, deren eine seit einigen Tagen mit Hassingen ein harmloses Augenspiel begonnen, und die sich eben wieder den blonden Kopf nach ihm verdrehte. „Tort die beiden schlanken Figuren in bett blauen Kostümen — ja, nun haben sie richtiges Visier — von der, Schwarzen Hand weg, der laufe ich schon seit heute früh nach — die Blonde nehmen sie mir ans alter Freundschaft ab, Hassingen." „Wollen sehen!" meinte dieser etwas phlegmatisch, denn vor- läufig tonnte er nach der Rückansicht der Damen das Entzücken Meisenbergs nicht teilen, „aber rennen sie nicht so wild, da kann! ich beim besten Wille» nicht mit." „Ich verlier sie doch fönst aus den Augen, mein Lieber." Hassingen zuckte seelenruhig die Achseln. Tie Aufregung des Anderen amüsierte ihn. Tie hellblauen Augen desselben flackerten förmlich in dem blassen, hageren Gesicht, eilte nervöse Unruhe umzuckte die schmalen Lippen unter dem spärlichen, hellbranuen Bärtchen. Plötzlich atmete er befreit aus. „Ihr Glück, Kamerad. Sie gehen ins Cafe Blum, kommen Sie, da wird ihre Elesantenvolle bequemer." Ta ließ Hassingen sich gutinillig mitschleppen. (Fortsetzung folgt.) Ans Briefen Napoleons I. über Vorgänge und Zustände im Königreich Westfalen. (Vor hundert Jahren/ Schluß. Als ans Hessen-Kassel und den angrenzenden Gebieten das Königreich Westfalen geschaffen wurde, und des Kaisers Bruder Jöröme dort als König eingezogen war, wurde Lagrange Kriegsminister. Aber seine Ministerherrkichkeit. dauerte nur acht T v-ther eine bescheidenere Auswahl noch genügen konnte. Ein« . , Firma Unter den Linden hat allein in den letzten Wochen für I nicht weniger als anderthalb Millionen Perlen verkauft. Darunter dksand sich ein einziges Perlenhalsband im Werte von einer halben V«lwn, das ein Berliner Geschäftsmann für seine Frau kaufte. Und nicht geringer als die Summen, die für Kleidung und Schmuck ausgegeben werden, stich die Beträge, die man für den Luxus mner erlesenen wasel anfwendet. Obgleich erst in letzter Zeit in Berlin drei große Luxushotels eröffnet wurden, machen die zahllosen neuen Restaurants und Tafts glänzende Geschäfte. Leute, die ehedem mit einem leichten Souper für 5 Mark zufrieden waren uue die dazu eine oder zwei Flaschen billigen Tischwein tranken, essen heute neben bis zehn Gänge, trinken teure Jahrgänge! und zahlen am Abend 25—40 Mark für ein Couvert. Zigarren $u * -Mark werden ost verlangt, in Privathäuseru und in Klubs erreichen dte verspielten Summen schwindelhafte Höhen, zu Hun- derten durchsausen elegante Luxusaiitomobile die Straßen und täglich werden Vermögen für kostbare Blumen ausgegeben. Das Verlangen, Geld auszugeben, beherrscht alle und alles strebt nach einer glänzenden repräsentativen Lebens- f ütz r u n g. Wesentlich anders liest sich die Schilderung des anderen Briten, den ein launischer Zufall zu gleicher Zeit iml -Taily Expreß" seine Berliner Eindrücke beschreiben lässt und der. M so ganz anderen Ergebnissen kommt als sein Kollege. „Die Deutschen-, so schreibt dieser zweite Beurteiler, „legen offenbar «ein G e w f ch t auf die änße r e E r s ch e i n n n g, erregen wird. Verläufen Sie Ihre Möbel, Ihre Schmncksacheu und bezahlen Sie Ihre Schulden, geht über alles. Man wird Ihnen wenig wenn Sie nicht Ihre Schulden bezahlen, wenn An Jerome Malewr König von Westsalm!■ c i 1809 ein Schreiben', in dem er JärSmes Lebensführung und ■ , . -käri», den 4. Januar 1808. I Regierungsweise aufs schärfste verurteilt. Das Schreiben tontet* . empfing Ihren Brief vom 28. Dezember, aus dem ich Ich empfing Ihren Bries vom 22. Herr Otto hat mir davon ersehe, daß Sie mit dem Gchanken umgehen, die Herrschaft I in einem Schreiben vvm 28. mitgeteilt Ich billige durchaus Fürstenstei n mit 40000 Livres Rente dem Herrn Lecanms daß Sie das Regiment „Berg" scharf im Auge habens ljedenftcklS zu verleihen. Ich kann mir nichts Nnsmmgeres denken, als einen ein verdächtiges Regiment bei dem Aufstand), ich iverbe ihm schritt, der Ihren Interessen zuwider ist, verhängnisvoll Befehl zugehen, lassen, zu kommen; aber achten Sie auf dasselbe für den Staat, und auch verhängnisvoll für sie selbst. Was hat I wenn es notwendig ist. Sie können sich ja die Division kommen' dieser Herr Leocutms getan? Er hat dem Vater laude I lassen, die in Hamburg steht, wenn es auch holländische Truppen keinen Dien st getan; er hat nur Ihrer Person sind. Ich befehle Kellermrmn, sich nach Mainz zu begeben; er gedient. Ist das eme Aiierkeiinmig, die den Diensten entipricht, wird Ihnen, wenn es die Umstände und seine Mittel eAaubcii die er Ihnen geleistet hat? Seit meiner ganzen Regierung ist I die nötige Hilfe gewähren. jnir eine ähnliche Willkür noch nicht vvrgekommen. Ich habe Ihr Königreich ist ohne Polizei ohne Finaw- mehr denn 10 Leute, die mir mein Leben gerettet haben, denen ich I zen, o h n e Orggnisativn. Mit u n m Ä ßi g e m Luxus uitr .600 Franks Pension gebe. Ich habe Marschälle, die mir gründet man keine Monarchien Das was Ihnen! 10 Schlachten gewonnen haben und oft verwundet wurden, die nun passiert ist, habe ich kommen sehen Ich wün-- lucht den klingenden Lohn gefunden, den Sie dem Herrn Lecamus I sche, daß es Sie bessert Nehmen «je Bitten1 und «eben . . . Wenn Herr Lecamns 40000 Livres Rente erhält, was Gewohnheiteir au, die denen des Landes eutspre- foil ich den Marchallen Berthier Laimes und Bernadotte und chen, das Sie regieren. Dann werden Sie auch noch anderen 20 Pevfonen geben, die Ihnen mit schweren Ihre Einwohner.für sich gewinnen durch die Ach- Wuttden deu Thron erkauft haben? . . . (Leeestre210). Hing, die nur erreicht wird, durch Sittenstrenge Wiederholt ermahnte Napoleon feinen Bruder JSrome zu und Einfachheit. Nebrigeusistjetztui ch tdieZe it, größerer Sparsamkeit. Bon diesen zahlreichen ernsten Vor- Strafpredigten zu halten. Statuieren Sie ein ftellnngeit fet nur nachstehender Brief erwähnt: I strenges Exempel! "(Seceftre 441) 9lu Föröme Napoläon, König von Westfalen! Die Ermahnung des kaiserlichen Bruders, sich ernstlich zu Bayomie, den 16. IM 1808. | bessern, verfehlten bei Jströiwe jede Wirkung. Es wurde im alten Geiste weiter gewirtschaftet. • Selbst wenn auch hierin eine Aeude- rung eingetreten wäre, so waren doch die Spuren der seitherigen, westfälischen Mißwirtschaft zu einschneidend, als daß das auf Gewalt und Ungerechtigkeit 'gegründete Königreich sich auf die Dauer hätte halten können. Stoch ehe das Glück der Waffen! Napoleons Geschick bei Leipzig entschied, war der morsche Bau des Königreichs Westfalen znsammengebrocheu. Die Saat war reif zur Ernte. —z 112 ziehenden und ja bisweilen ab »)T fifi.'ntrtt ftitjlA Darauf zu feilt# daß unter dieici wenig an ziehenden und ja bisweilen abstoßenden Hülle,sich^dte ausdauerndste Rasse von Europa verbirgt. Ter Teütone suhlt, daß er aus fast allen Gebieten des Lebens Triumphe erringt: Warum sollte er sich bemühen, seinen Mangel an persönlicher Anmut unter schonen Kleidern zu verbergen? Tie Durchschmitsdeutsthen beider Geschlechter scheinen die Gewohnheit, sich gut zu kleiden, eher jur etwa« Frivoles und Leichtfertiges anzusehen, das mit dem Ernst des deutschen Charakters nicht ganz überemstnmnt. Das^allgemeine Keblen von Eleganz ist eines der charakteristischstrn ,uerk nialc Berlins und die Berliner kleiden sich wohl Mit weniger Geschmack als die Bewohner irgend einer anderen Hauptstadt der zivilisierten Welt. Wo eine Gesellschaft M Berlin sich znsanmlenjindet, sei es nun auf den o Bezauberndes leistet. Ein Blick in die Logen der Berliner Theater enthüllt nicht nur unzählige Ungeschicklichkeiten imd .Faßlichkeiten der Stlev bitng, sondern zeigt auch Dutzende von weiblichen Vogelscheuchen. Und der wenig galante Sohn Albions fahrt in seiner freimütigen Kritik fort: „Tie Berliner Damen haben keine Bedenken, a»> den besten Plätzen eines Theaters in Flanellblusen oder m seltsamen Kostümen aus groben Stoffen zu erscheinen. Dze Emtomg keit dieser schäbigen Kleidung wird nur hm und wieder unterbrochen durch allerlei Exzentrizitäten, die sich der Ausinerkmnikelt de« fremden Beschauers mifcritngen und ihm Nicht selten einen völlig falschen Begriff mit nach Hause nehmen laßt von dem Kulturgrade, den das deutsche Volk in Wirklichkeit erklommen hat." Der Engländer kritisiert daiiN die Sitte der Herren, oft schon am Vormittag und überhaupt am Tage den Frack anzulegen, den der Engländer bekanntlich nur am Abend tragt und er erzählt Volt Berliner Geschäftsleuten, die ost schon am Morgen im Gesellschaftsanzug ins Kontor gehen, dort den Tag verbringen und dann am Abend mit zerdrücktem Frack und oft mast mehr tadellos gesteiftem Oberhemde in die Gesellschaft eilen, weil sie keine Leit haben oder zu bcgnem sind, sich erst am Abend umzuzietzen, „Die Berliner Danien haben eine besondere Vorliebe für ausgeschnittene Kleider und auch am Tage erscheinen sie bei alten möglichen gesellschaftlicheii Anlässen in ansgeschmttenen Rolien. Aber mit dieser seltsamen Vorliebe für den Frack und für das Decolletö sind die Exzentrizitäten der Beriilier Kleiduiig nicht erschöpft. Ein Blick auf die Straßen Berlins genügt, um dm oberflächlichen Beobachter zu überzeugen, daß die Schneiderei hier eine verlorene Kunst ist. Eine Dame, die wirklich elegant und annmtig gekleidet durch Berlin geht, setzt sich nur allerlei Verdacht aus. Es ist eine ständige Redensart in Berlin, daß gut» gekleidete Damen auf der Straße cntiDcber Ausländerinnen fuid oder Frauen von zweifelhaftem Rufe." Schließlich räumt der Engländer ein, daß die jüngere Generation Deutschlands, deren Blick durch Reisen im Ausland sich geschärft hat, sich von der „Schäbigkeit" der älteren abwenden und ihre Zuflucht zu Wiener und Londoner Schneidern nehmen, aus Stil in der Kleidung größeren Wert legen und so eine Umwälzung anbahnen, die sich vielteicht litt schon wenigen Jahrzehnten vollendet habm wird. Vermischtes. * Rodel — der, die, das? Da das mit diesem Wort gekennzeichnete Schneevergniigen immer weitere Kreise in seinen Bann zielst, ist folgende Zuschrift an die Mitteilungen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins der Beachtung wert: „In Wintersportskreisen wird jetzt allgemein das Wort Rodel sächlich, Mitunter auch männlich gebraucht. Beides ist falsch. Ueberall da, wo dieses Fahrzeug schon von allersher Rodel genannt wirb, z. B. in ganz Tirol, sagen die Einheimischen die Rodel, Mehrzahl: die Rodeln. Es liegt gar kein Grund vor, das Geschlecht des Wortes zu ändern. Leuten, die diesen Sport schon vor 25 und mehr Jahren betrieben haben, muß es geradezu in den Ohren loch tun, wenn sie jetzt überall das Rodel imd der Rodel, in der Mehrzahl die Rodel, hören und lesen." — Den Anlaß für das Rodel dürfte die irrtümliche Voraussetzung einer Verkleinerungsform, Ivie in Mädel, Liebel, gegeben haben. Da sich aber in denjenigen Teilen des deutschen Sprachgebiets, wo das Wort nicht bodenlvüchsig ist Höic in Tirol, ein fester Sprachgebrauch noch nicht gebildet hat, wird man gut tun, die hier mitgeteilte Vorschrift zu befolgen. Zu wünschen lväre, daß ein Sprachkundiger, dem die Rodel M Sache und als Wort von Jugend an geläufig ist, den Ursprung dieser Bemmnung denken könnte. Nahe liegt der Gedanke an die Wurzel, die in reuten und roden steckt und auf die auch das Zeih' wort rütteln, mundartlich roteln, zurückgeführt wird, indem eÄ wahrscheinlich zunächst von der Tätigkeit des Rodens gebraucht worden ist. Rüttelstuhl tväre keine üble Deutung, wenn man sich die Rodelbahn nicht außergewöhnlich glatt vvrstellt. UebrigmK kommt ein sehr ähnliches Wort dbmsalls in drei Geschlechtern! vor; neben das Rudel findet sich auch der und die Rudel. * Bohßmiens. „Hast du meinen Brief erhalten?" —< „Meinst du den, wo du von den mir gelieluiien hundert Franken sprichst?" — „Ganz recht." — „Rein, — den habe ich nickst bekommen." ■ ,. , , ., * Bekehrt. Vegetarianer: „Sapperment, letzt l>ab ich eine Fliege verschluckt! — Na, nu ist's doch mal alle mit dech Vegetarismus. Fritz, bringen Sie mir ein Eisbein!" Literari-ches. - Das Bauernhaus des OdenwaldeS und des siidivestlichen Deutschland von Professor K. HenkeI- manu, BenSbelm. Verlag Zedler u. Vogel, Darmstadt. In längeren Ausführungen verbreitet sich der Verfasser über cie Le- siedelnng des OdenwaldeS, über die Entstehimg u. f. w. der Ortsnamen imd gibt einen Abriß zur Geschichte des Bauernhauses uu Odemvald und int südwestlichen Deutschland. , Em besonderes Kapitel, ist dem Faclnvcrkban gewibmel. Zahlreiche mit Erlauler- mtgen versehene Bilder und Grimdriße erhöhen den Wert deS Buche«, das von großer Sachkenntnis und Liebe getragen ist. ..... Dr O Böckel, Dorfbilder ans Hessen und der Mark. Verlag von Emil Roth in Gießen. In seinem neuesten Buche verbreitet sich der bekannte und beliebte Verfasser über die unheilvollen Wirktingen der fortgesetzten Aufsaugung des Landes und seiner Bevölkerung durch die großen stabte. sind ergreifende Beiträge zu dem hochinteressanten Thema, tvie. die Natur von der Kultur überwältigt wird, wie auch die Laiw- bevolkerung unter dem Einflüsse dieses „Kulturfortschrittes , besser gesagt, dieses materialistischen Zeitgeistes, nicht mehr bte alte bleibt, wie all die Tugenden, welche unser Volk stark und groß gemacht haben, der neuen Tugend des Gelderwerben? weichM der Verlag in ""'"Die Reihenfolge der einzelnen Bilder ist »ach dem Laufe der Tageszeiten geordnet. In malerischen Schilderungen entfaltet sich vor unserem Auge die Herrlichkeit des märkischen Klcstrn- waldes mit seinem schwellenden Moose und üppigen oarren- kräutern, oder des ttüchtlichen Sternenhimmels, oder des wogeiiden Kornfeldes, ober ber schönen Sommerszeit "iit blühenden Rohn und fiugenben Vögeln. Wir empfinden den Zander des allen Kirchleins abseits ton der großen Landstraße, des wohtgepflegteu Friedhofes, der rauschenden Dorflmde, der friedlichen Ubcmd glocke, des lättdlichen sonntags. „ x . „Der alte Bauernstand ist wie ein aller Hochivald. ul'- aebolzt ist er bald, aber ob er jemals wieder wachst, das ist sehr zweifelhaft. Wie dem verschwinden der Wälder die Wirbelstürmeso folgen der Zerstörung des Bauetmstandes die Erschüttemngm der sozialen Umwälzung." ,, Aus diesem Geiste heraus ist das Buch geschrieben, das voll edler Begeisterung und herzlicher Liebe für das Land und feine Bewohner ist, und gern wird jeder die lieben Geschichten lesen, dir. einer gut lesbaren und ansprechenden Ausstattung heransgegebm hat. Arithmogriph, 1 6 9 9 2 5 fremdländische Münze. 3 1 9 8 5 ein Raubvogel. 3 6 12 Mineral. 4 5 2 3 Futtermittel. 5 2 1 Teil eines Wagens. 6 18 5 ein Flnß. 3 2 4 6 Nahrungsmittel, 7 2 8 2 nngarischeS Komiiat. 8 5 9 8 einen Baum, 9 6 5 1 Titel. 6 9 8 spanischer Tanz. 6 9 4 2 weiblicher Vorname. 3 2 2 9 8 Nebenfluß der Elbe. , Die Anfangsbuchstabe« der gefundenen Wörter bezeichnen Wunsch zahlreicher Sterblicher. Die Erfüllung desselben geri aber nicht selten zmn Unglück. Auflösung in nächster Nnmnicr.f Auflösttng der Scherz-Eharade in voriger diuininerr M a § k c n f r c i h e i t. Redaktion: K. Neurath. — NotasionSdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruechrei, R. Lange, Gießen-