Samstag den \L Juli \W — Nr. yv M W H ■<■■1111 FYTTTl I IraRiF s Die Pflastermeisterin. Roman von Alfred Bock. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Lina unterhielt den Gast in ihrer freundlich-gewinnenden Weise. Was im Bann der kleinen Wirtschaft geschah, war allerdings kaum der Rede wert. Ihr aber schien alles wichtig, was zu ihrem stillen Leben in Beziehung trat. Alles Vorlaute und Neugierige lag ihrem Wesen fern. Es befremdete sie wohl, daß Friedmar seine. häuslichen Verhältnisse nicht berührte, dennoch vermied sie es, sich danach zu erkundigen. Desto lebhafter war das Interesse, das der Meister für ihre eigene Person an den Tag legte, und sie erzählte harmlos und anschaulich, wie sich die Jahre her ihr Leben abgespielt hatte. Der Glanzpunkt ihrer ersten Jugendzeit war die Freundschaft mit Anna, der Pfarrerstochter. Die beiden Mädchen waren Altergenossinnen und unzertrennlich, seit sie gerade auf den Beinen stehen konnten. Weil sie den ganzen Tag im Pfarrhaus steckte und nicht viel mit den anderen Dorfkindern in Berührung kam, galt sie für hochmütig. Das war sie gewiß nicht. Nur daß sie sich nicht zerteilen konnte, denn die Anna gab sie nicht los. Der Pfarrer bildete seine Tochter selbst heran und litt es, daß Lina beim Unterricht öfters zugegen war. Da fiel manches Bröckchen für sie ab, was sie ja als Bauernmädchen nicht brauchte. Aber schön war's doch. Manchmal kam's ihr vor, als ob sie in einen Guckkasten schaute und vielerlei Bilder an ihr vorüber zögen. Nur zu schnell. Die Anna war grundgescheit. Die brachte wunderviel in ihren Kopf. Und der Pfarrer war doch noch streng und ranzte sie ganz gehörig an. Später wurde die Anna zu Verwandten in die Stadt gebracht, und die Herrlichkeit war ans. Jetzt war sie schon seit drei Jahren verheiratet, auch an einen Pfarrer, tut Nassauischen. Wenn sie die Eltern besuchen kam, war ihr erster Gang ins „Einhorn". Ja, das war wahr, sie hing heute noch an ihr, die Anna. Die vornehmen Mädchen hatten es freilich gut. Sie brauchten sich nicht weh zu tun, und die Eltern sorgten für alles. Sie selbst hatte, kaum erwachsen, tüchtig zugreifen müssen. Damals hatten sie noch viele Mecker, einen Stall voll Vieh und Knechte und Mägde. Der Vater stand sich gut. Das war im ganzen Ort und weiter herum bekannt. Sein Unglück war, daß er sich mit den Fruchthändlern eiitließ. Sie rechneten ihm gencut vor, was er verdienen könnte, wenn er in die Getreidehalle ginge und da 'n bißchen „wispelte". Der Vater war sonst ein verschlossener Mann und ließ nicht viel mit sich reden. Die Händler aber hatten's ihm angetan. Er setzte sich in den Kopf, er müsse über Nacht steinreich werden. Und machte Geschäfte über Geschäfte. Und verlor furchtbar viel. Ein Acker, ein Stück Vieh nach dem anderen ging fort. Zuletzt wäre man um alles gekommen, wenn sich nicht der Kaufmann Jakobi), ein braver Mann, ins Mittel gelegt hätte. Freilich war wenig genug übrig geblieben. Sie hatte den eisenharten Vater niemals weinen sehen. Das war schrecklich dazumal, wie er mit nassen Augen vor ihr stand und sagte: „Das winzig' Eigengut kann ich jetzt allein übersehen. Ich bin Übereinkommen mit deiner Mutter, du sollst in die Stadt und dich vermieten." — Lina hielt inne. Die schmerzliche Erinnerung an das häusliche Unglück übermannte sie. Ihre Erregung spiegelte sich in ihrem Gesicht. Um ihre Mundwinkel lief ein Zucken, und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Friedmar, der sonst so kaltblütig und am wenigsten für rührselige Geschichten empfänglich war, hing mit einer Spannung an dem Mund des Mädchens, als ob ihm das Evangelium. verkündigt würde. Lina aber fuhr fort: „Selbigmal bin ijch nach Frankfurt gemacht. Ja der Fährgass' ist ein Vermietburean. Da haben mich die Leut' hingeschickt. Und da war so'n Mensch mit roten Borsten. Der hat gesprochen: „Geh'n Sie mal gleich in die Obermainanlag' Nummer vierzig im zweiten Stock. Da wird ein Hausmädchen gesucht." Und wie ich hinkam, stand grab' der Herr Fellmann — so hieß die Herrschaft — am Korridor und hat mir gleich die Backen gedätschelt und hat gesagt: „Warten Sie mal, mein Herzchen." Und ist hingegangen und hat seine Frau gerufen. „Dora, die gefällt mir," hat er so seine Späß' gemacht. Und die Frau Fellmann wollt' mich annehmen für fünfzehn Mark den Monat. Ich hab' aber einen Grauen vor dem Herrn gekriegt und bin auf der Stell' fort. Wie ich wieder ins Vermietbureau kam, war da eilte freundliche junge Frau aus Hanau. Die hat mir zugesprochen, ich sollt' doch mitgehen, sie braucht' ein Mädchen für alles, und ich sollt'S gut bei ihr haben. Und der Mensch mit den roten Borsten hat mir zugebispert: „Feine Leut'!" Und ich hab' mich nicht lang besonnen und hab' den Mietpfennig von der jungen Frau genommen. Auf dem Bahnhof und in der Eisenbahn war sie ganz liebreich. Und hat mir sogar ein' Fastenbretzcl gekauft. Und hat von ihrem Mann gesprochen. Der wär' Baumeister. Und daß sie eilt Kind hätten. Und so allerlei. Dann sind wir nach Hanau gekommen. In den ersten paar Tagen hab' ich nichts auszusteh'n gehabt. Auf einmal hat die Madam andere Saiten aufgezogen. Da war ich ein ungelenker Banernklotz und könnt' ihr nichts recht machen. Wann ich als die schweren Wassereimer drei Treppen heraufgeschleppt halt', stellt' sie sich vor mich hin und sagt: „Was keuchst du denn so entsetzlich? Wenn du brustkrank bist, hättest du dich nicht vermieten sollen." Ich war ganz still. „Du mußt dich ducken," dacht' ich, „dazu bijst du in der Fremd'. Aber gelt, daß so Leut' kein Einsehen mit ihren Dienstboten haben und sie bis aufs Blut schinden, 's sind doch auch Menschen. No, ich tat meine Arbeit und ließ mich kujonieren. Der Herr Baumeister war nicht viel besser dran als ich. Der hat 'ne Engelsgeduld gehabt mit der Frau. Wann ich nur hätt' reden dürfen. Ich hätt' 438 Vie Gießen vsr MIchren Zu seiner erftenZeiinng kam. Von Stadtpfarrer D. Dr. Diehl in Darmstadt. Die folgenden Ausführungen stützen sich auf neueroings aufgefundene Akten/ die sich auf die Ber- handlungen des damaligen Verlegers mit der land-- gräflichen Kanzlei beziehen und von Oberbibliothekar Dr. Ebel teilweise in Nr. 4 bis 7 des Gießener Anzeigers vom Jahre 1900 veröffentlicht worden sind. I Mann hatte sie nicht mit Hätscheleien verwöhnt. Allein wenn er ihr abends gegenüber saß und seine Pfeif' raucbte ging etwas Warmes, Gemütliches von ihm aus. Ohne daß sie es aussprachen, fühlten sie, daß sie als gute Eheleute zueinander gehörten. Friedmar dagegen gab sich im Grund genau wie vordem als Obergesell. Noch mit keinem Wort hatte er auf sein Herren- und Meisterrecht gepocht. Förmlich und zurückhaltend begegnete er seiner Frau. Es war pust, als ob etwas zwischen ihnen lag, das man aus dem Weg raumen mußte. Sollte sie zuerst Hand anlegen? Sollte sie ihm den Bart streicheln? Nein! Es lag nur an ihm I daß man sich nicht näher kam. An den Werkt«aen mußte er sich seine Arbeit angelegen sein lassen. Das war sonnenklar. Aber Sonntags konnte er doch ein bißchen aus sich herausgehen. Der Herrgott hatte den Sonntag nicht bloß eingewtzt, daß man reine Wäsche anzog. Da sollte man beschaulich seine Gedanken ausspinnen, frohmntig fein oder lief) anssprechen, wenn einen der Schuh wo drückte. Wie tat der Friedmar am Feiertag? Vis in den hellichten Tag hinein stak er in beit Federn. Kam er dann in die Wohnstube, so machte er sich über die Geschäftsbücher, weil er darin nicht kapitelfest war und womöglich etwas profitieren wollte. Um zwölf Uhr aß man zu Mittag. Da stellte er seinen Mann. Und es freute sie, daß es ihm gut schmeckte. Spater ging man durch den Stadtwald ins Schützenhaus wo man Bekannte traf und ein Glas Bier trank. Den lieben langen Nachmittag saß der Friedmar neben ihr steif wie ein Stock, kaum daß ein Wort ans ihm herauszubringen war. Und die schmähsüchtige Verwandtschaft saß rechts und links und machte sich ihren Vers dazu. ' Was gtng ihm denn ab, daß er so vor sich hindusselte? Konnte er jetzt als Meister nicht schalten und walten, wie ec wollte? Und war vorher nur Gesell gewesen. Sie mochte beileibe keinen Dank hören, aber ein bißchen erkenntlicher in seiner Gebarung als Ehemann hätte er schon sein dürfen/ Die georatenen Tauben flogen heutzutag so leicht keinem in den Mund. Ja, wozu hatte sie sich überhaupt wieder ver- helratet, wenn ihr Mann stumpf und gleichgültig neben V.rUef? • ®te Eheschaft war gewiß nicht da, daß man sich ständig abkußte, aber man mußte doch merken, daß man vor Gott und den Menschen zusammengegeben war. Daß der Friedmar so aus der Männerart schlug. Schaffen, nichts als Schaffen. Ganz gut, allein man konnte ein, zwei Stunden lang sein Trachten doch einmal auf etwas anderes richten. Es hing ihm eben nach, daß er so in Dürftigkeit und Kümmernis groß geworden. Wo Wohlhabenheit war, gab man auch mehr auf Lebensart. Den Mädchen war er ausgeivichen. Ei gescheiter, er wär' in die Spinnstub' gegangen. Da hätten sie's ihm beigebracht, anstatt daß er jetzt als Ehegespons so vermustert und stoffelig auftrat. Sie hatte es wahrhaftig nicht aufs Karessieren abgesehen, aber daß er ihr Hand und Blick gönnte, das konnte sie doch verlangen. Wenn man auch von gewöhnlichen Leuten kam, man lebte doch nicht wie die Wilden. In der Ehe mit dem jüngeren, frischen Mann hatte die gereifte, ernste Frau sich das Leben leichter machen, sich ermuntern wollen. Nun fand fie sich getäuscht. Friedmar war nicht mehr und nicht weniger als ein guter Pflastergcsell'. Und sie hatte mehr von ihm gewollt als den rauhen Hamierer, der ihr Geschäft tri Ordnung hielt. Das dämmerte nach und nach in der Seele der einfachen, aber gemütvollen Fran auf. Mit einem Mal dünkte ihr, daß Friedmar gar beschränkt und eug- war. Er konnte nicht ans seiner Haut heraus. Oder stellte er sich nur so? Was konnte er im Hinterhalt haben? Um Gottes ivillen! Alles ertragen, Unebenheit und Uß.geschliffenheit, nur keine Falschheit und Gleißnerei!. Das hätte sie nicht verwinden können. Und sie grübelte und grübelte. Eine Bitterkeit durchdrang ihr Herz, die ihr die Tage vergällte und keine rechte Lebensfreude in ihr aufkommen ließ. (Fortsetzung folgt.) ihm gesagt: „Ei, muck' doch mal ordentlich auf, daß ihr die Regenwürmer aus dem Kopf gehen, anstatt daß du so verstört hinschleicht." Ich hab' mein Teil gedacht und mein' Mund gehalten. Am meisten hat mich das Kind gedauert, das in so 'nem Unfrieden aufwuchs. Ich bin aber auch hartköpfig. Ich wollt' nicht, daß es daheim hieß, die wechselt gleich ihren Dienst Und bin drei Jahr' geblieben bet's Baumeisters. Dann ist mein Vater bettlägerig geworden. Er hat den Schlag nicht verwinden können, daß ihm ras schöne Gut so aus den Händen geglitten war. Naasts hab' ich in Hanau eine Depesch' gekriegt. Ich sollt' gleia) kommen. Da bin ich mit dem ersten Zug weg. Ich hab' aber den Vater nicht mehr lebig getroffen. Himmelfahrt waren's zwei Jahr', daß er gestorben ist. Die Zeit vergeht. Ja, und jetzt bin ich hier und helft meiner Mutter. Man hat schon was erlebt. Und's setzt sich nichts in die Kleider. Dessentwegen bin ich doch nicht fürs Kopfhängen- lassen. Wann die Aprikosen und Pfirsich' erfroren sind, ästimiert man die Aepfel und Bim'. Und jung ist man auch. Ich kann mit trocken Brot auskommen, wann's sein muß. Ich seh' nicht stark ans. Aber ich bin fest auf den Fußen und kann schon was packen. Und zu tun aibt's alleweil bei uns." Friedmar war der Erzählung des Mädchens schweigend, aber nut leuchtenden Augen und bewegtem Gesichtsausdruck gefolgt. Was die gut „schwätzen" konnte. Das war ja gerade, als ob man oie Geschichte unten tut Kreisblatt las. Wo sie die Art her hatte? Vielleicht von der Pfarrerstochter? Da konnte man hinhvrchen und Arbeit und alles vergessen. Daß so ein zerbrechlich Persönchen unter fremden Leuten Magddienste hatte tun müssen, das war bitter. Noch dazu als Großbauerntochter. Ge- !wst/var sie nicht so stark, wie sie sich hinstellte. Die mußte sich arg quälen bei der Arbeit. Merkwürdia, daß sie noch keiner begehrt hatte. Oder war sie so schnippisch? Hier in der Einförmigkeit verkümmerte sie wie ein Blumenstock, ber teilt Wasser bekam. Die hielts auch nicht mehr lang tn dem verlassenen Wirtshaus aus. Oder wollte sie wirklich ihre jungen Tage verzotteln? Darüber hätte er sich gerne Gewißheit verschafft. „Du hast halt auch schon dein Kreuz, Lina," sagte er nach einer Weile teilnahmsvoll. ,,s' ist verkehrt cingericht' m der Welt. Die schlechten Menschen lecken mehrstens den Rahm ab. Sag', willst du dann nicht wieder fortmachen?" „Nein, Meister. Ich laß' die Mutter nicht im Stich. Die ist auch schon hinfällig. lind dann möcht' ich gar nimmer fort. Ich bin ja ein Stück heriimgekommen. Nur daß das Getös mehr draußen ist. Sonst läuft das Rad grad wie bei uns. Und's legt mir hier keiner nichts in den Weg." 1 Friedmar stand auf. „Daß nicht mehr Leut' aus dem Ort zu eitet) kommen, das geht mir nicht in mein' Kopf" । „Ei vielleicht, weil ich die Aufwartung hab'," scherzte i Lina, „'s heißt so schon, ich wär' schier verdreht." . „So? Und grab' wegeti dir müßten sie kommen," sagte Friedmar mit hervorbrechender Wärme. „Die dummen Häm- mel!" fügte er grollend hinzu und ging rasch hinaus. IV. «v. ihrer Wiederverheiratnng hatte sich im Leben der Meisterin nicht viel geändert. Bei Tagesanbruch erhob sie sich und kochte ihrem Mann den Kaffee. Dieser stürzte den braunen, stark mit Zichorie versetzten Trank hastig hin- iinter und ging seiner Arbeit nach. Tagüber war sie meist allein, und es blreb ihr für die Haus- und Garteiiarbeit Zelt im Ueberfluß. Gegen ihre frühere Gewohnheit gönnte sie sich jetzt zu Mittag mir ein paar Bissen, weit die Haupt- mahlzeit abends bei Friedmars Rückkunft gehalten tourbe Nach getanem Tagewerk verzehrte der Meister in der Regel schweigend fein reichliches Abendbrot. Dann sprach man noch ettte Weile über das Handwerk, über die Aufträge bie zu erwarten waren, und über das, was künftig unter» nommen werden sollte. Es ivar die kühle, geschäftsmäßige Unterhaltung zweier Handelsgenossen, die Verlust und Gewinn miteinander abwogen. Kein innerlicher, herzlicher Ton klang dazwischen. Bald nach neun Uhr ging Friedmar schlafen. Die Meisterin, die keine Neigung verspürte, sich so friihgeitig uiederzulegen, blieb noch ein Stündchen mit b/ul Sn-ickstrumpf sitzen und gab ihren Gedanken Raum. Daß der Friedmar sich nach wie vor so fleißig und tüchtig Zeigte, war nur lobenswert. Aber sie hatte sich das Zusammenleben Mit ihm anders vorgestellt. Ihr verstorbener te, aß ite n b )tt m- ar 'in lte m, ite n- ich oß ?.n er Sie W n- er en er te. nt ••f tt? 'ß is te !?, Sie er ie n c- n it it | i ; t r r i / r S) t t K t C t £ £ > 439 — Wahrend Dr. Ebel auf Mund des ihm zugänglich! ^weseneu Materials das Jahr 1749 als das Fahr angrbt, in dem die erste Unkundig u n g des Blattes "schien wird hier das Jahr 1748 angegeben und da» Erscheinen des Blattes am 6. Januar 1750 mit de'^ Egwrerigeu Verhandlungen der Regierung be- , interessantesten ist aber die Feststellung, daß tatsächlich ent Universitätsprofessor der Schriftleiter des Mattes gewesen ist, was Dr. Ebel allerdings auch schon aus den überlieferten Arbeiten des „Ver- . sas-ers" — wie er genannt wurde — geschlossM hatte, ohne seine hochwahrscheinliche Vermutung allerdings aitenmagig belegen zu können. D. Schriftltg I • Dw den gantzeu Jahrgang fordert der Verleger alhier im Ort 2 so daß alle halbe Jahr 1 ff. zum Voraus I ^ahlt Wirw. Auswärtige, die nach der Verhältnis ihrer j w'flni(lVuegen beS Porto mehrers zu erlegen haben, I finnrp« Postamt zu melden und gegen 1 daare Bezahlung sich aller Dienstfertigkeit zu gewertigeu." I , ö0^cit der Entwurf! Wir kommen zu bett Berhaud- qW' die aus Kriegers Eingabe hin eiugeleitet wurden. bm-iMP re'J9’ Negers Gesuch nach Gießen zurück, daß die deettge Regierung sich darüber gutächtlich äußere. Letzteres m einem „uuterthänigsten Berichte" vom 16. Januar Die Re g i eru ug z u Gie ß e u ist überzeugt, daß 's 0 Vorhaben, nach dem Beyspiel anderer, besonders der Komgl. Preußischen Landen, in allen Ständen seinen Nutzen habe und vieles gute dadurch gestiftet werde", und • s“! bci2\ Supplikanten „Wohl willfahret werden P^r'-,mt bem Beding, daß Er darinnen nicht anzügliches noch uu nützlich es mit einrücken lasse" Egierung zu Darm st a d t um ein ba| rtnt 11 Februar erstattet wurde. Auch sie halt das Unternehmen „au sich vor löblich", namentlich in einer Universitätsstadt, „welcher es mehreren Eelat mache. „Dieweilen es aber darauf ankomme daß ein tüchtiges Suchectum choisiert werde, welches der Sache gewachsen, und das Blättgen mit nützlichen Ausführungen Pl,2 und der andern Materien zu versehen im Stand ist deßgleichen damit gedachtes Blättgen stets mit gelehrten ungefüllet und, wann etlva hie ans- lge Correspondenzen zu gewisser Zeit ausblieben, solches mcht mir elendeni Zeug versehen werde, daß also ver- S?nl^ C ,t e N dazu verstehen möchten, welche immer ni-ce" Fortführung gedachten Blättgens parat hielten, so ist die Darmstadter Regierung „des ohnzielsetz- licpeu Davorhaltens", daß „der Krieger hierüber, und nkn zu seinem Een,or erwehlet, vernommen, aubey ihme auch zu erkennen gegeben werden fönte, die Frucht- und andern Preiße nicht in das Gekehrte Blättgen sondern iedesmahlen L' ^'''f" be .ouder^l Anhang zu bringen". Auch meinte.i die Darmstadter, es Ware ganz gut, wenn mau „die Correetur ®eta“ d°° p»»°!°«,chm u 5 d^se Vorschläge wurde als dritte Instanz nun noch die Universität gehört. Sie berichtete am 11. Aprik, ! ber dlrPeneh-Wissenfchafft, wie auch Geschichte, Uebersetzungen, Gedichte, Sathren u. d. g. in einer anae- nehmeik Abwechslung unter einander erscheinen. Alzuferne und über den Begrif der meisten Menschen erhabene Dinge werden hier keinen Platz finden, sondern bloß solche, die zur 1S111111'(. i. rc,. ...,,.,., ~ ei.. K , , ü , Jl 11 b zur ver- g?reich?n kömwn 0 aIkr ober doch der meisten Menschen „„„ H-Die alhier herrauskommende Schriften, Dissertatio- üeo, Programmata u. s. w. wie auch andere alte rare I "b22?'drige Bücher von gemeiner Mtzbarkeit sollen erzehlet I und von ihrem Inhalt znverläsige Nachricht erstattet werden. I f. . en hiesiger etabt und hochfürstl. Landen wohn- I [Otcn' aiÄ auswerlige Herrn Gelehrte, welche zu Be- fC;\- Gemeldeten Hehlsamen Eutzwecks sich ange- ! sehn lassen wollen, haben nicht nur die vollkommene I ^re Anmerckungen und schriftliche Aufsätze an den Verleger einzufenden: sondern werden auch um ihren FtirirhFfi» S1?' hierdurch geziemend ersucht. Man ver- keine weitläufige, sondern kurtze, keine alzu eohiwene,. sondern iiach dem gemeinen Begrif abgemessene, teme alzu bekante u. s. tu. sondern nach fcen vorher benaiuen Absichten eingerichtete Abhandlungen. des Verfassers Belieben hanget es übrigens ab, oh fetrt Nahnie oabey gesetzt werden soll oder nicht. i.t. Ferner was zur Polieeh gehörig, neue Veror^- 8,USliiSe ,0“e" w„dln, IV. was die Oeeonomie und Handlung angehet, soll augeztziget werden, als. Sachen so zu verkaufen, zu ver- m^k"' SU verganten, die vertohreu oder gefunden worden, Gelder so zu verlayhen oder zu lehhen sind u. s. w. < ■ a-etzlich sollen der Früchten, auch verschiedener Äderen Sauren Preise gemeldet werden, beliebst den übrigen wird' toaS tn hallenden Fällen zu wissen nöthig sehn, Hird die Aufsicht darüber einem hierzu geschickten Manne übertragen werden. J ; * S*,1 der Lmidgrasschaft Hessen-Darmstadt gab es vor «E Heine Zeitung. In diesem Jahre wurde Die erste hessische Zeitung dadurch gegründet, daß dem blCV ^tb^bl?Ickr E h r. Fort e r auf mehrmaliges Nachsuchen gestattet wurde, allwöchentlich ein „Blättchen" Herauszngeben, wie solche auch in anderen Städten der Ilmgegend , erschienen. Das „Blättchen" trug den Titel st?//?"a„b11fchrsFrag- und Anzeigunqs- blatt gen und ist der Vorläufer des heute noch ersckiei- ^?-^^2Ulstadtdr ragblatts. Eine zweite Zeitung wurde in Hessen-Darmstadt 1749 gegründet: sie erschien hum ersteiimal am 6 Januar 1750. Es ist die das Gießer e?16 r 13 hc r über dieses Blatt sestzu- stellen war, hat Oberbibliothekar Dr. Ebel in Nr. 4 bis 7 uev Jahrgangs 1900 des „Gießener Anzeiger" mitgeteilt. &xOn?.^m<^r0€-?-?t«enert interessanten Nachrichten werden durch einige Aktenstücke ergänzt, die ich kürzlich aufgefunden Mv". sämtlich mit der bisher ziemlich üiiklaieit Geschichte der Zeitungs g r ü n dun g. .... ~2.e Veranlassung dazu, daß Hessen zu seiner zweiten i?.mÄ'^n M ,ei„er erfteu Zeitung kam, gab der Gießener Umvwsitatsbuchhandler Johann Philipp Krieger. Im Dezember. 1748 reichte er bei Landgraf Ludwig VIII bsue Eingabe ein, die in Darmstadt am 16. dieses Monats " darin mit, daß „er gesonnen sei, mit dem Anfänge nachstkommeuden 1749len Jahres ein Wochenblat welches sowohl gelehrte, als auch in die Polieeh, Oeeonomie und überhaupt dem gemeinen Wesen einschlagende Sachen enthalren foile, wie solches ein beyliegender Entwurf mit Mehrerin zeigen werde, auf seine Kosten drucken zu la sen". Mr Aufnahme der Wissenschaften und überaus nnE ^^den des geitteineil Wesens abziehlende Vorhaben t'fy Landgrafen hohe und gnädigste Coneession zu Unternehmen nicht, vermöge", bittet Krieger den Land- „ziT' r