Msntag den 13. ZepremSLk ? y ME I KW« Nerven. Novelle von Georg Freiherr von O in P t e d a. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.! 'Arn nächsten Morgen erschien int Hotel ein Herr, sehr anständig aussehend, der irgendwo da unten ein Schloß besaß. 'Das kam später heraus. Er sollte eine Forderung überbringen. Es ging dabei nicht gerade so streng zu, wie es nach, unfern Begriffen nötig ist. Der Serbe, auf bessert Karte „S. D. Petrowitsch" stand, war ganz vernünftig, nur in einem Punkt nicht ernst zu nehmen, nämlich daß er immerfort behauptete, seine Landsleute wären von mir beleidigt worden und zwar auf die schwerste Art, denn das Wort „Halbasiaten", auf serbische Untertanen angewendet, wäre eine Beschimpfung, wie sie schlimmer nicht gedacht werden könnte. Ziefow stellte ihm vor,, seine Landsleute hätten schon angefangen zu behaupten, sie wären beleidigt, als wir ihre Anwesenheit noch gar nicht bemerkt hätten, dann aber anzügliche Redensarten losgelassen. Wenn ich also scharf geantwortet, so hätten sie es doch wirklich nur sich selbst Auzuschreiben; die Herren wäret! außerdem zweifellos angesäuselt gewesen. In diesem Zustande mache man aus einer Mücke einen Elefanten. Es würde durchaus genügen, wenn ich erklärte, daß ich nicht die Absicht gehabt hätte, das serbische Volk zu beleidigen, und wenn die Herren ihrerseits erklärten, daß sie die provozierenden, in fchnar- rendem Ton gesprochenen deutschen Worte bedauerten, da sie sich in etwas lustiger Dinerftimumng befunden hätten. Herr Petrowitsch meinte, gewiß würden seine Lands- leitte bereit sein, ihre, wie er selbst fand, wenig geschmackvollen Zurufe zurückzunehmen. Aber die Beletdtgung i'oit meiner Seite bliebe. . Ziefow wollte ihm weiter zureden. Doch das sah betnahe aus, ald beabsichtigte ich einer Begegnung mit den Waffen aus dem Wege zu gehen. Ich hatte das Gefühl, gerade tch und leider ich, wäre vielleicht der einzige Mann, der so etwas nicht beiseite schieben durfte. Glaubst du, daß ein Duell mit diesen Leuten mir nicht nahe ginge? Ich kann dir sagen, den Gedanken daran werde ich überhaupt nicht wieder los. Nicht, daß ich mich davor fürchtete, „daß mir einer dieser Kerls eine Kugel durch den Kopf schösse! Ach Gott, das dauert bloß einen Augenblick, und dann ist es ans. Nein, die fürchterliche Angst beherrscht mich jetzt, wie ich mich benehmen würde bei allem, was vorhergeht. Ich könnte schwach werden, könnte meine Selbstbeherrschung verlieren, könnte in der furchtbaren Aufregung, in der ich mich sicher befinden werde — denn ich bin schon jetzt erregt — vielleicht irgend eine Dummheit begehen, vor dem Kommando schießen, ober etwas dergleichen. Und diese Ungewißheit, die mein Herz schlagen laßt, mein Gehirn quält, mich in ben Träumen verfolgt, dte mir auf den Magen gefallen ist, daß ich nicht mehr iiecht verdaue, diese fortwährend drohende Gefahr, die über mich hereinbrechen wird, ich weiß nicht wann — denn sie bricht herein, sie kommt bestimmt — das kamt einen ja wahnsinnig machen! . ...... , 4 Fritz war immer erregter geworden, und ich sah letzt, wie seine Hand zitterte, während sie nervös mit einem Falzbein auf dem Tische spielte. Er zog das Taschentuchs um sich beit Schweiß von der Stirn zu tupfen. Ich redete ihm zu, es läge doch gar keine Veranlassung vor, sich mit ein paar Rowdies zu schlagen. Mer Fritz sagte, davon fei gar teilte Siebe. Die Leute wären Stu- deuten au der Universität Wien, entstammten guten, serbischen Familien, und es läge nicht der geringste Grund vor, eine Forderung abzulehnen. Dann zog er ein paap Briefe atrs der Tasche: die Korrespondenz, die in der An.-, gelegenheit geführt worden war. Schließlich bat er mich, sein Sekundant fein zu wolletk. Nun sahen wir einen der Briefe nach dem ändert- durch, die Ziefow mit den Leuten gewechselt, vor allem mit Herrn von Petrowitsch, aber auch noch mit andern, die. die Vertreter der übrigen drei Herren zu sein schienen. Offenbar bestand kein Zweifel — ich sagte das Fritz nicht, um ihn nicht aufzuregen, aber ans der Lektüre das Briefwechsels ging es hervor — daß diese Gerbet« sich tote ein Manu gegen ihn wenden wollten. Erlag er nicht der ersten Kugel des Herrn „Stojan Protitsch", so mußte er sich der Pistole des zweiten stellen, und ging er aus diesem Kampfe glatt hervor, jo trat der dritte ein und endlich der vierte. , _ Ja, bei diesen rabiaten Menschen schien es durchaus nicht ausgeschlossen, daß es damit noch gar nicht erledigt sein würde. Gelang es keinem dieser vier, den Grafen! Morsum zur Strecke zu bringen, so verwandelte sich aM Ende der liebenswürdige Herr Petrowitsch in einen neuen Grauer, und ging Fritz dem aus dem Wege, wer stand dafür, daß sie ihn nicht irgendwo insultierten auf der Straße im Theater, Gott weiß tvo! Er hatte das Na- tionalgefühl dieser Leute verletzt, mm trat einer nach dem andern in die Bresche. Darüber war ja gar kein Zweifel, daß diese Aeußerung überHalbasiaten" für diese bildungsdurstigen Leute, die als Volleuropäer gelten wollen, eine Beleidigung bedeutete. Sie hatten — und darin konnte man doch nur den guten Elementen des jungen Balkanstaaies beistimmen — die Absicht sich von asiatischen Zuständen freizuinachen. Sie wollten Europäer sein, ' an allem teilnehmen, was die Kultur bot. Man wußte es ja durch die Zeitungen: am Sviel in Monte Carlo, wie an den Freuden von Parts, aber ebensogut am Ehrpunkte der Europäer wie an ihrer. Bildung, ihrem Wissen und ihren Einrichtungen. Bei diesen jungen Studertten war gerade diese Emst-! findlichkeit besonders ausgeprägt. . So schien mir, als wäre der Sache allerdings nicht - 670 — 2us dein Wege zu gehen. Ich war aber entschlossen, wenigstens des Freundes Interesse zu wahren uno nahm die Vertrauensstellung, die er mir zugedacht, an. Vielleicht gelang es mir, günstige Bedingungen Hernuszudrücken. Ich würde Fritz, der schon über diesen Gedanken nervös geworden wäre, gar nichts davon sagen, aber ich kannte meine Pflicht. Jedenfalls mußte es meine Sorge sein, daß der Kainpf einen regelmäßigen Verlauf nahm. Ich versuchte Fritz, so gut ich konnte, zu beruhigen; es gelang allerdings nicht. Er nahm meine Hand und sagte, als wir uns an diesem Abend trennten : — Tn mir bloß einen Gefällen und beschleunige die Angelegenheit. Nach unseren Begriffen müßte es binnen vierundzwanzig Stunden erledigt sein. Da dauert die Qual nicht lange. Vierundzwanzig Stunden halten die Nerven ain Ende durch. Aber diese fortwährenden Unterhandlungen! Die Leute sind wieder in ihrer .Heimat, und ich konnte doch auch nicht in Wien bleiben. Ziesow bietet alles auf, um die Sache zu Hintertreiben, und jetzt sind drei Wochen vergangen, und wir sind noch zu keinem Ergebnis gekommen! — Weißt du, was so entnervt? Diese fort!nährende Erwartung, daß nun das Telegramm kommen könnte, das alles entscheidet. Ich bitte dich jetzt eins: reise nach Wien. Dort ist die Sache geschehen, dort werden wir sie auskämpfen. Es ist. üicl, besser, wenn es nicht in Deutschland geschieht. Wien ist von nit3 gleich weit entfernt. Die kommen aus Serbien, ich aus Deutschland: ivir sind auf neutralem Boden. Aljv hi mir eine Liebe, fahre gleich hin, beschleunige die Sache, so sehr du kannst, mache die schärfsten Bedingungen ans, daß die Leute sehen, Ivie wir nicht mit nns spaßen lassen, und daß sie vor allen Dingen nicht glauben 't— nur das nicht, nur das nicht, sonst meinetwegen alles! daß ich Furcht hätte. 3. Tie Sache ging schneller ihren Lauf, als ich gedacht hatte. Als ich in Wien eintraf, war die Angelegenheit bereits so weit fortgeschritten, daß sich neben Herrn Petrowitsch noch ein zweiter Vertreter der Gegenpartei znr Stelle befand. Ich. kannte Herrn von Ziesow von früher, wenn auch nicht näher, und ich fand in ihm, wie Fritz gesagt, einen ruhigen, sicheren Menschen, der sich nicht einschüchtern ließ. Nachdem wir kaum eine Viertelstunde über unsere gemeinsame Sendung gesprochen hatten, setzte er mir klipp und klar seinen Standpunkt auseinander: ihm sei es darum zu tun, dieser Albernheit, wie er cs nannte, aus dem Wege zu gehen und im Interesse unseres gemeinsamen Freundes die Sache beizulegen. Ich konnte keine Meinung äußern, weil ich noch zu svenig wußte, wie die Dinge lagen. Im Innern war ich über der Ueberzeugung, daß es zur Schlichtung zu spät sei. . Wir wohnten im Hotel „Meißl und Schadn", und obgleich wir erst angekommen waren, die beiden andern sich jedoch schon in Wien befanden, so hatten die Serben doch die Liebenswürdigkeit, uns aufzusuchen. Ich erinnere mich noch, als wäre cs erst gestern geschehen, des Augenblicks, als die beiden Herren eintraten. Herrn Petrowitsch fand ich genau so, wie er mir beschrieben worden und wie ich ihn mir vorgestellt: sehr elegant gekleidet, in einem langen Gehrock mit mächtiger, modischer Krawatte, perlgrauen Handschuhen und einem tadellosen Zylinder. Er hatte nach österreichischer Art einen kleinen Backenbart, der sich mit einer Biegung nach vorn ziemlich weit an der Wange hernnterzog, war äußerlich durchaus Oesterreicher, und sprach auch sehr gutes Deutsch, mit leichtem österreichischen Akzent, der sich jedoch mehr iit der Betonung als etwa in besonderen Worten geltend machte. Sein Begleiter, Herr Boschanowitsch, war ein großer, schlanker, bedeutend jüngerer Mann, der weit mehr dem Bilde, das wir uns von einem Serben machen, entsprach. Er hatte gelben Teint, außerordentlich dichtes, etwas struppiges, kurzgeschnittenes schwarzes Haar, schwarze Augen und, was mir tut Laufe unserer Unterhaltung besonders aufsiel, an beiden Händen ticfgelb gefärbte Fingerspitzen von der unvermeidlichen Zigarette. Diese Zigaretten spielen überhaupt eine große Rolle. Trotz des Ernstes der Lage wurden sie uns sofort angeboten, und aus den früheren Verhandlnngen schien Herr von Ziesow zu wissen, daß ein Frühstück nötig sei. Es wurde den Herren vorgesetzt, und Herr Petrowitsch saate in liebenswürdigem Ton: — Meine Herren, wenn Sie gestatten, wollen wir erst einmal ganz in gesellschaftlicher Art sprechen und uns rein als reine Privatleute gegenüberstehen. Ich denke, Sie werden nichts dagegen haben. Nachdem können wir auf den Gegenstand unserer Erörterung kommen. . Es wurde angenommen, und wir waren also jetzt „reine Privatleute". Die Serben entwickelten dabei eine sehr große Liebenswürdigkeit. Wir sprachen von ihrem Vaterland, während gefrühstückt wurde. Ich erfuhr einiges über Sitten und Gebräuche, über die Bauern, den Adel, das Volk, den Klerus, bis Landschaft. Aus allem ging das Bestreben hervor, uns den Begriff beizubringen, daß wir es mit einem uns ganz gleichstehenden Kulturvolle zu tun hätten. Herr Petrowitsch drückte sein Bedauern über die Angelegenheit aus, die uns hier zusammenführt, und da wir nun also als Privatleute, wie die Serben es gewünscht, sprachen, so konnte ich mich nicht enthalten, zu sagen: — Sic erlauben wohl, daß ich auch rein als Privatmann rede, es behandelt freilich den Gegenstand, weswegen wir uns hier treffen. Ich bin der Ansicht, daß die Beleidigung wirklich nicht so groß ist, als daß es nötig wäre, ihr einen blutigen Ausgang zn geben. Doch da stieß ich bei unseren liebenswürdigen Gegnern auf, Widerspruch. Sie meinten, eine Kränkung ihrer Nationalität würden sie von keinem Menschen auf der Welt dulden. Es sei ja zu bedauern, daß Graf Morsum gereizt worden sei, ober das Wort wäre nun einmal gefallen. Wir wußten also, woran wir waren. Ich machte infolgedessen keinen Versuch, in unserem Gespräch als „Privatmann" der Sache noch Erwähnung zn tun, und wir traten bald in die Verhandlungen ein. Dabei war es äußerst komisch, wie sich die beiden Serben plötzlich eine ganz andere Haltung gaben. Sie bekamen etwas Gesetzteres, Würdevolleres und Ernsteres. Wir nahmen am Tische Platz. Ziesow und ich nebeneinander, die beiden anderen uns gegenüber. Herr Petrowitsch sagte: -- Ich glaube, wir können die Angelegenheit ziemlich schnell erledigen. Es handelt sich darum — wie den Herren ja bekannt ist! —, daß durch das Wort „Halbasiaten", das der Herr Graf Morsum auf meinen Mandaten, Herrn Stojan Protitsch, angewendet hat, eine tatsächliche Beleidigung vorliegt. Diese Beleidigung ist um so schwerer, als sie in entern öffentlichen Lokal stattgefunden hat. Herr Protitsch hat uns beauftragt, seine Ehre zu wahren, und ich tue dies, indem ich zugleich im Namen meines Kollegen, des Herrn Boschanowitsch, eine Forderung auf Pistolen überbringe. Er verneigte sich dabei, und ich antwortete: — Gestatten Sie, daß ich auf etwas aufmerksam mache. Ich möchte bemerken, daß zuerst die Beleidigung festgestcllt werden muß, und daß sich die Wahl der Waffen erst im Laufe unserer Verhandlungen Herausstellen wird. Wir sind das wenigstens so gewöhnt. Ich weiß nicht, wie die Herren darüber denken. Herr Petrowitsch — der jüngere Serbe, sprach kein Wort, sondern überließ die Verhandlungen dem älteren Kollegen — verneigte sich mit sauersüßem Lächeln: — Gewiß, da haben Sie vollkommen recht. Aber nicht wahr, es ist doch Brauch, daß dem Beleidigten die Wahl der Waffen zusteht, und nach unserer Ansicht ist Herr Protitsch der Beleidigte. Ziesow entgegnete ganz ruhig: — Also, ivir wollen zugeben, daß Ihr Mandat, Herr Protitsch, der Beleidigte ist. Es würde ihm somit allerdings Die Wahl der Waffen zustehen. Die beiden Serben verbeugten sich. Es folgten nähere Auseinandersetzungen, wobei wir uns eigentlich immer int Kreise herumdrehten. Wir suchten die Serben zu überzeugen, daß Herr Protitsch sich durch? aus nichts vergebe, wenn er eine Entschuldigung an- net)nie. Andrerseits wieder wären wir der Ansicht, daß Graf Morsum mit größter Gemütsruhe um Entschuldigung bitten könnte. Wir schlugen vor, Morsum sollte in einem Schreiben sagen, es täte ihm von Herzen leid, in der Erregung einen Ausdruck gebraucht zn haben, der HM National-! gefühl der Herren hätte kränken müssen,. (Fortsetzung folgt.) ~ - «» 571 Der Eisenbahnrönkg Harriman. lieber die Persönlichkeit Harrimans, dessen Hinscheiden Juir nm Freitag mitteilten, wird uns geschrieben: Ein schmächtiges Männchen, in dem Gesicht dominierend ein buschiger überhängender dunkler Schnurrbart und zwei mächtige Brillengläser, darüber eine hochgewölbte Stirn und nach unten abschließend ein schmales Kinn — so erschien auf den ersten Blick Mr. Harriman, der amerikanische „Eisen- bahnkönig", dessen Ringen mit dem Tode wochenlang die Weltbörse in Atem hielt und dessen Ableben nunmehr schwerwiegende Erschütterungen hervorruft. Sah man freilich näher zu, so verkündeten der Blick der scharfen Augen und der energische Mund die Eroberernatur, die in diesem kleinen Körper wohnte und die ihn zu einer ausschlaggebenden Macht im Wirtschaftsleben seines Landes werden ließ. Er war zweifellos der stärkste persönliche Faktor in den Vereinigten Staaten. Rockefeller, der Petroleumkönig, ist reicher, Morgan ist gefeierter als Finanzmann; aber auch diese beiden gebieten nicht über so gewaltige Interessen wie Harriman sie unter seinem Szepter vereinigte, von keinem der beiden ist das Wohlergehen von so zahlreichen Personen, von so vielen Riesenunternehmungen abhängig, wie es bei ihm 'der Fall war. Er war der Herr von über 25 000 englischen Meilen Schienenwegen, mit einem Kapital von 1200 Millionen, und die Schar der direkt unter seinem Befehl Stehenden war größer, als das Heer der Vereinigten Staaten. Die „Union Pacific", die „Southern Pacific", die „Oregon short line", die „Oregon Railway and Navigation", die „Illinois Central" und andere Gesellschaften standen unter seiner Leitung, und in einer Reihe anderer großer Eisenbahnen hatte er eine entscheidende Stimme. Dabei ist auch er, wie so viele der heutigen amerikanischen Finanzkönige aus den einfachsten. Verhältnissen zu seiner jetzigen Stellung emporgestiegen. Er war im Jahre 1848 als Sohn eines protestantischen Geist-, liehen, der ein Einkommen von etwa 1000 Mart im Jahre und eine Familie von fünf Köpfen hatte, in New-Jersey geboren. Jung-Harriman hatte täglich fünf Kilometer zu seiner Schule zu laufen und war ein außerordentlich streitsüchtiger Bursche, der „schlimmste kleine Teufel in seiner Klasse", aber immer an der Spitze seiner Kameraden. Mit vierzehn Jahren trat er als Lehrling bei einem Makler in Wall-Street ein, mit achtzehn wurde er Teilhaber in einem Maklergeschäft und mit 22 machte er sich selbständig und wurde Mitglied der Fondsbörse. Aber bis zu seinem vierzigsten Lebensjahre war er kaum etwas anderes, als eilt gutbekännter und erfolgreicher Newyorker Börsenmakler. Der Aufschwung in seiner Laufbahn setzte im Jahre 1883 ein, als er ein Direktor der Jllinois-Eentral- Raitroad wurde, zu deren Präsidenten er sich 1887 aufschwang. Im Jahre 1898 gehörte er dann zu dem Syndikat, das die „Union Paeifie Railroad" von der Regierung der Bereinigten Staaten kaufte, und seit diesem „Geschäft" stieg Harriman wie ein glänzendes Meteor am amerikanischen Finanzhimmel auf. Harrimans Geschick, die gewaltigen Kapitalien zusammenzubringen, die zur Ausführung solcher Finanzoperationen Nötig waren, ist viel bewundert worden; Wichtiger jedoch war die Art, wie er die durch das Geld erlangte Macht zu immer größerem Ausbau seiner Unter- uelnnungen zu verwenden wußte. Er hat unmoderne, ge- fährliche und schlechtbediente Linien übernommen und hat sie zu vorbildlich ausgestatteten und geleiteten gemacht. Er selbst hat sich einmal einem Franzosen gegenüber, der sich über die geringe „Schönheit" der amerikanischen Etsen- bahnlinien beklagte, da man nicht genügend Rücksicht nähme ans landschaftliche Ausblicke und eindrucksvollen Außenbau, über die Prinzipien, die ihn leiteten, ausgesprochen: „Es ist wahr, unsere Eisenbahnen ermangeln vielleicht des künstlerischen Anblicks, doch das ist eine Sache, um die man sich in kleinen Ländern wie Frankreich und England kümmern kann; wir werden erst später an die Verschönerung denken können, in 100 oder 200 Jahren . . . Für die Amerikaner gibt es etwas wichtigeres als die Schönheit: die Leichtigkeit des Reifens. Und deshalb sehen wir auf Schnelligkeit, auf Komfort und auf ein möglichst dichtes Schienennetz bei unseren Eisenbahnen. Die Eisenbahnen sind bei -yt3 ja 'noch in ihrer Kindheit. In 20 Jährens Werden wir statt her 80 Millionen Seelen 200 Millionen int Lande haben, und so werden wir in 20 Jahren auch noch ein», mal so viel Eisenbahnen zur Verfügung stellen, müssen. Wir haben so ein großes Stück Arbeit zu vollenden: für jedes Kind, das geboren wird, müssen wir eine Schiene legen. . ." Solchen Grundsätzen entsprechend hat Harriman auch gehandelt. Tas wichtigste war ihm die Z e iter s p arnis: um für den Reisenden eine Fahrt um ein oder zwei Stunden abzukürzen, hat er bereitwilligst Millionen geopfert, wie er es bei der Eisenbahn über den großen Salzsee bewiesen hat. Wenn man heute in weniger als drei Tagen von Chicago nach San Franzisko reisen kann, so ist dies Harrimans Verdienst. Der Zug ist elektrisch erleuchtet; er führt einen Aussichtswagen mit großen Spiegelscheiben und bequemer Ausstattung, in dem auch Zeitschriften und eine Bibliothek für den Reisenden ausliegen; er hat ferner einen großen Wagen für.Raucher mit Schreibtischen, mit einer Bar und anderen Bequemlichkeiten. Das Geheimnis seiner Erfolge war die genaueste Kenntnis der Einzelheiten. Unermüdlich beschäftigte er sich auch mit den geringsten Kleinigkeiten; ständig war er auf Reisen, um ausfindig zu machen, ivas auf seinen Linien nötig war und wie feine Anordnungen ausgeführt wurden. Auch in der Verwaltung kümmerte er sich um jede Einzelheit. Dabei gelang es ihm, die Geschäfte außerordentlich zu erhöhen; bei Linien, die vor der Uebernahme keine Dividenden gezahlt hatten, wußte er den Ertrag so zu steigern, daß sie bald stündig steigende Dividenden verteilen konnten. In seinem Privatleben mürben dem Eisenbahnkönig viele liebenswürdige Züge nachgesagt. Wie die anderen großen Finanzmänner der Vereinigten Staaten so hat auch er hohe Summen für wohltätige Zwecke ausgegeben. Er hat in Newyork das größte Klubhaus für junge Männer gebaut, das eine Million kostete und dessen Unterhaltung er weiter bestritt. Besonders zu Weihnachten hat er vielen Armen alljährlich glückliche Tage verschafft. Als die Katastrophe über San Franzisko hereinbrach, war er einer der ersten, der sich an der Hilfsaktion mit einer gewaltigen Summe beteiligte. Ein Besuch bei Aonrad Kerdinand Meyer. Konrad Ferdinand Meyer ist mit Bekenntnissen über die Art seines Schaffens und den langen Prozeß der dichterischen Arbeit, aus der seine Werke in so vollendeter Formung hervorgingen, nur selten hervorgetreten. In den zwei dicken Bänden seines jüngst veröffentlichten Briefwechsels finden wir nur selten ein Wort von dieser inneren Geschichte seines Wesens: nur den Nächsten gegenüber, so vor allem seiner Schwester Betsy, erschloß er sich aanz rückhaltlos. Da gewinnt um so höhere Bedeutung die Schilderung eines Besuches, bei dem er einem Fremden wichtige Offenbarungen über seine Produktion machte. Dieser Fremde war ihm allerdings brieflich bereits lange nahe getreten unb hatte sich als ein treuer unb verständnisvoller Verehrer seiner Dtchtnngen erwiesen. Es war der bekannte Historiker und Politiker Dr. Hans Blum, der in dem Augustheft der „Deutschen Revue" (Deutschs Verlagsanstalt, Stuttgart) seine einzige Begegnung mit dem Scköpfer des „Jürg Jenatsch" erzählt. Als er in Meyers Wohnsitz, Kilchberg bei Zürich, ankommt, fragt er die ihm Begegnenden vergeblich nach einem Dr. Konrad Ferdinand Meyer. Niemand kann ihm Auskunft geben, der Prophet scheint nichts in seinem Vaterlande zu gelten. Ta kommt er auf den Einfall, den Dichter nach alter Schweizer Sitte mit seinem eigenen unb dem Namen seiner Frau zu benennen. Er fragt nach dem Dr. Meyer-Ziegler und den kennen nun die biederen Kilchberger alle. Freundlich empfängt ihn Meyer in seinem schön eingerichteten Salon, von dessen einer Wand Böcklins „Toteninsel" grüßt, von der Meyer erzählte, er habe dies düster ergreifende Bild während feiner schweren Krankheit gar nickt anschauen können. Eine hohe vornehme Gestalt war der Dichter. „Tie von der Brille beschatteten Augen traten etwas hervor. Anmutiges, feines Lächeln belebte seine Züge, namentlich wenn er etwas Schalkhaftes sagte oder sann" Er war von einem schweren Leiden, das ihn seit 1887 gepeinigt hatte, wieder glücklich genesen und hatte sich gerade mt Sommer 1889, da ihn Blum besuchte, mit neugeborener Ge- staltiingskrast der Dichtung zugewendet. „Ich war anfangs geneigt, eine langgehegte Sehnsucht nach dramatischem Lchasfen zu befriedigen. Etwas aus der deutschen Kaiserge,chichte schwebte -mir vor," begann er, ließ aber keinen Zweifel, daß sein Drang zu dramatischem Schaffen vorläufig wieder erkaltet sei. Er dachte nun an einen großen Roman ans der Schweizer Vergangenheit, der den Titel „Der Tyrann von Toggenburg" führen sollte und von dem er so lebhaft in allen Einzelheiten sprach, daß Blum die bestimmte, leider vergebliche Hoffnung hegte, das bedeutende Werk werde fick nach seinem Tode druckreif vorlinden. Aber nur die Novelle „Angela Borgia" war noch in den zwei Zähren seines Lebensrestes in langsamer Ausgestaltung herangereift. Meyer gab seinem Besucher einige interessante Beispiele für das Auftauchen der ersten poetischen Ideen in ferner Seele, für die Umbildung und geistige Durchdringung der historüchen Stotze, lieber die Entstehung der schönen Novelle „Gustav Adolfs Page erzählte er: „Ich lös Goethes „Egmont" und vertiefte Mich m 572 bett Gedanken, es lohnte wohl, ein Weib zu zeichnen, das ohne' Sttngabe, ja ohne daß der Held nur eine Ahnung ümt ihrem Geschlecht bat, einem hohen Helden in verschwiegener Liebe folgt und für ihn in den Tod geht. Der .Held müßte freilich sehr kurzsichtig fein, um nicht zu erkennen, daß sein Freund ein Weib ist. Gustav Adols war hochgradig kurzsichtig. Ich mache seinen Pagen Leufelfing zu einen; Mädchen!" Als er die prachtvolle Erzählung von der „Versuchung des Peseara" schaffen wollte, suchte er lange nach einer psychologischen Motivierung der auch von den Historikern nie aufgeklärten Gründe, aus denen der große Feldherr Karls V. die ihm von den Italienern angeboteue Krone von Neapel und die Führerschaft Italiens gegen den Kaiser abgelehnt hatte. Da kamen 1887 die unheilverkündenden Nachrichten über bett Zustand des deutschen Kronprinzen, des späteren Kaiser Friedrich, und nun stieg in des Dichters Geist ein fruchtbarer Gedanke auf: „Wie, wenn der kaiserliche Dulder selbst die Wahrheit wüßte, die man dem Volke noch nicht kundtun zu dürfen glaubt; die Wahrheit: daß der Bezwinger alles Irdischen, der Tod, ihm, dem Kaisersohn, versage, seine hohe Bestimmung zu erfüllen? Wie, wenn aus diesem zwingendsten aller Gründe auch Peseara alle Hoffnungen seines Volkes täuschte, aller Begeisterung, Inbrunst und Verlockung Italiens widerstand? 'Denn auch Peseara trug ja seit der Schlacht von Pavia in seiner Speerwunde den Tod im Herzen, und kein Geschichtslehrer vermag zu sagen, welcher Art „das Fieber" tvar, an dem die Augenzeugen und Chronisten den Helden plötzlich, noch im Jahre feinet: ruhmreichsten Schlacht, in den Tod sinken lassen. So hat „Die Versuchung des Peseara" ihre jetzige Gestalt gewonnen, aus ursprünglich ganz anderer Anlage der Erzählung. Meyer betonte bann seine deutsche Gesinnung: „Ich glaube ein guter Schweizer zu fein," sagte er, „wenn ich auch den meisten meiner Landsleute zu konservativ erscheine, aber die größte Freude meines Lebens war doch das Entstehen der italienischen und deutschen Einheit." Mit hoher Anerkennung sprach er von seinem Landsmann Gottfried Keller und gab für den Gegensatz ihrer beiderseitigen Naturen und Gesellschaftsformen den Beweis durch eine köstliche kleine Geschichte, die kurz zuvor passiert war. Keller wie Meyer hielten streng darauf, daß nur angemeldete und als willkommen bezeichnete Besuche vorgelassen wurden. Nun war Meyer der Besuch eines bekannten Berliner Schriftstellers angekündigt worden, aber statt des erwarteten einen Herrn traten deren zwei ein, da der Berliner gleich einen Freund mitgebracht hatte. Meyers Antlitz zeigte seine nicht sehr angenehme Ueberraschung und der Angemeldete stammelte nun ängstlich: „Sie entschuldigen doch, Herr Doktor, daß ich meinen Freund N. mitgebracht habe?" Vornehm erwiderte Meyer: „Diese Frage ist für mich erledigt, seit Sie beide meine Schwelle überschritten haben." Da rief der Berliner, von schwerer Sorge befreit aufatmend, aus: „Ach, Herr Doktor, ich muß Ihnen sehr danken, daß Sie uns beide so liebenswürdig empfangen. Bei Gottfried Keller ist es uns viel böser ergangen. Denn als ich diesem heut unvermutet meinen Freund zuführen wollte, schrie er mich an: „Use, use, Ihr sid e Lugner!" (Hinaus, hinaus, Ihr seid ein Lügner!) VermischisS. * Die Ausgrabung eines koptischen Klosters. Die! Ruinen einer großen koptischen Klosteranlage auf dem Plateau von Sakkarah in Aegypten, die bereits seit 25 Jahren Aufmerksamkeit und Interesse der Archäologen erregt haben, sind seit dem Jahre 1906 in drei Wintern von dem englischen -Oberinspektor der Pyramiden Guibell ausgegraben worden und werden jetzt von Maspero in einem Aufsatz des Journal des Dsbats einer eingehenden Würdigung unterzogen. Zwar sind die Forschungen noch nicht ganz beendet Und im Osten und Südosten des sehr umfangreichen Klosterbezirkes harren noch manche Funde der Ent- deckimg; aber im ganzen sind doch die wichtigsten Bauten frei» gelegt, die Kirche, die Zellen, die Küchen, auch das Hauptportal nach Sndwesten. Eine Anzahl der schönsten und wichtigsten' Architekturstucke hat bereits im Museum von Kairo Aufstellung ge- funbeit. Tas Kloster wurde sehr wahrscheinlich in der ersten Halste des fünften Jahrhunderts n. Ehr. erbaut, wurde gegen Ende des zehnten Jahrhunderts teilweise zerstört und dann in sehr schlechter Weise wieder hergestellt. Die künstlerisch wertvollsten Stücke stammen alle aus dem fünften Jahrhundert, wo die koptische Kunst, von christlichem Geiste belebt Und Noch wohlvertraut 'mit dem ästhetisch feinen Sinn der früheren heidnischen Periode, einen Höhepunkt ihrer Entwickelung erreicht hatte. Tie ganze Anlage zieht sich in einem Rechteck von Osten nach Westen: das Haupt- lor am östlichen Flügel der Südfront ist von großen steinernen! Wasserreservoiren flankiert, aus denen die Tiere der ankommenden Karawanen getränkt wurden. Tie Kirche war breit und tief, Uber niedrig: sie hat am meisten unter der schlechten Wiederherstellung gelitten: nur die Kapitäle der Säulen zeugen noch von der alten Herrlichkeit. Viele von ihnen haben sogar ihre Farben bewahrt und leuchten in .einem überraschend starken Glanz; alle sind mit einem erlesenen Geschmack ziseliert Und keine unter den fünfzig, die man ans Licht förderte, hat die gleichen Motive wie die anderen, sondern' alle zeigen' verschiedene Darstellungen, tote fie.jtur big byzantinische Kunst in ihrer reifen Zeit aufweist. Viele dieser Stücke stehen den besten Arbeiten alt den Kirchen! von Ravenna und Konstantinopel nicht nach, und wenn sie auch als kleine Ornamente einer kleinen Basilika nicht so reich und großartig ausgeführt wurden, so sind sie doch reife Früchte von dem Stamm der gleichen Kunstübimg. Oberhalb der Kirche dehnt sich ein gewaltiger Saal, der wahrscheinlich von beit Mönchen als Versammlungsort benutzt wurde. Tie Säulen, die sein Dach trugen, und auch andere Bauglieder, waren äugen» schemlich älteren ägyptischen Tempeln entnommen: alte Grabdenkmäler erhoben sich hier mit koptischen Inschriften und in der Mitte stand ein steinerner Sessel, von dem! aus wohl feierliche Gebete verlesen wurden. An Festtagen mögen die Mönche auch in diesem Kapitelsaal gegessen haben, beim er ist mit der Bäckerei und der Küche verbunden, ebenso mit den Mönchzellen, aus beiten die Brüder zu ihren täglichen Andachten dahinkamen. Auch die Zellen sind noch gut erhalten; sie zeigen die steinerne Bank, auf der die Bewohner schliefen, die Vertiefung in der Wand, in die die Lampen gestellt wurden, wohl auch noch roh aufgemalte Andachtbilder. In diesen engen, kaum erhellten, dumpsen Räumen muß besonders bei sommerlicher Hitze eine erstickende Luft geherrscht haben. Unter dem Boden einer dieser Zellen fand mait noch drei Goldstücke aus der Zeit der byzantinischen Herrschaft, die ein den zeitlichen Dingen noch nicht ganz entfremdeter Mönch .hier versteckt hatte. Zahlreich sind die Malereien, mit. denen die Wände der verschiedenen Klostergebände geschmückt wurden. Sie machen in ihrer dekorativen Gesamtwirkung einen frischen und beruhigenden Eindruck, zeigen eilt angenehmes Kolorit und geschickte Zeichnung, kurz das Nachklingen einer alten Kultur, die wohl ans den Ueberlieferungen der alexandrinischen Kunst noch lebendig war: aber in ihrer starren, steifen Art, in den lau.gr-, gezogenen verknöcherten Figuren lassen sie doch schon einen starken Verfall der antiken Malerei ernennen. Die ganze Anlage ist ein sehr wichtiges und merkwürdiges Beispiel für die früheste christliche Kunstübung an den Ufern des Nils, die zwar ihren be- stimmenden Einfluß durch griechisch-römische Vorbilder erhielt, aber durch die eingeborene künstlerische Kraft und die alte Tradition stark genug war, den Formen der byzantinischen Architektur, Skulptur und Malerei einen besonderen Charakter zu verleihen, ein eigenes Leben einzuhauchen. NmorWfthes. * Paßt. Junger Manu, welcher um die Hand der Tochter bei einem! Herrn anhAt: „Nur muß ich bemerken... ich habe allerdings von der Universität her noch Schulden!" — Der Bäte«: „So, da schickt sich es ja wunderschön! . . . Meine Tochter hat auch von der Universität her noch — Schulden!" * Ausgleich. „Wie bist du denn zu den geschwollenes Backen' gekommen?" — „Die eine Ohrfeige bekam ich vom neuen Dienstmädchen, als ich ihr einen Kuß rauben wollte, die andere — von meiner Frau, als sie gerade dazu kam!" * Abgeblitzt. „Fräulein Emma, dars ich Ihre Frau Mama zur Schwiegermutter machen?" — „Warum nicht, wenn Sie einen Manu für mich wissen, der mir gefallt!" * Weitblicken d. „Warum hast du dir eigentlich eine so häßliche Fran genommen?" — „Weißt du, der Mensch verändert sich doch mit der Zeit zum N a cf; teil, und da sagte ich mir, die kann sich nur zum Vorteil verändern!" * H ei r a t s g e su ch. „Junger Mann von ungewöhnlicher Tiefe des Gemüts sucht eine Frau mit entsprechender Höhe der Mitgift." ____________ Vilderrätfel Auflösung in nächster Nummer. sSk V-, Auflösung des Geographischen Verschiebrätsels in vor. Nr.» Türkei Deiitsehland Rußland Griechenland England Kreta Europa T h u r g a u. Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen, Redaktion: I V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen