1909 Samstag -en M. ßebruar Auf Liebespfaden. Roinan bon H. Ehr Hardt. 'Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Die blonde Lisbeth triinnphierte. Nebenbei !vae auch sie doch schon etivas unruhig geworden, da sie durch Hans Hassingen eilten Brief ihres Walters erwartete, den Helene ihr hoffentlich diese Rächt mitbringen svürde. EndloS dehntcsr sich die Stunden, ehe cs Abend wurde. . ■ Im Hause ivar alles zur Hube gegangen, denn es. galt für alle die Regel: „Früh s, äsen gehen, früh aufstehen." Da schlich die kleine Helene, der das. Herz klopfte, daß sie es in der Stille zu hören meinte, auf Strümpfen die Treppe hinunter und tvagte znni erstenmal allein den Weg, den sie bis dahin mit Lisbeth gegangen. Heut beleuchtete der.Mond nicht ihre Schritte, aber eö war eine von jenen Höchst inmernächten, in denen es nie ganz dunkel wird, und tu denen kein kühlender Hauch die Glut des Tages ans- der Luft nimmt. 'Allmählich gewöhnten Helenens Augen sich an das graue Zwielicht, sie vermochte genau die Umrisse, ja die Farben der Blumen zu unterscheiden, sah die Latten des Garteu- zanns hi der Blattlücke erscheinen. Dicht daran in dem Stamns einer jungen Buche lehnte eine hohe dunkle Gestalt. Cs war Hans Hafsingen. Seine. Arme umfinge» das zitternde Mädchen, hoben es zu sich hinüber, drückten es an seine Brust. Heiße Lippen fanden, in schier endlosem, atemberaubendem Kusse Men jungen Mund. So hatte er sie noch nie geküßt. Sie war wie. betäubt. Die Kniee wankten ihr, als er sie. endlich freigab, sie aber noch immer mit dem rechten Arm an sich gedrückt dielt und nun tief ausatmend flüsterte: „Helene, liebe kleine Helene, endlich hab ich dich svieder, vh, daß es so dunkel ist, daß ich dein süßes Gesichtchen nicht deutlicher sehen kann, wie hab ich dich lieb — ach, wie sehr!" Und Svieder küßte er sie. Er war in einem Rausch, als habe er statt der Tasse Tee zum Abendbrot eine Flasche schweren, südlichen Weines getrunken. . and in diesem Rausch, der alles klare Denken übertönte, sagte er dem Mädchen, was er bis jetzt herrisch niedergezwnngen, daß seine Liebe so groß und stark sei, daß er den Kampf mit allem, was gegen ihre Vereinigung aufstand, wagen tvolle. Sie Nwllte» warten. •_ '„^ic gering erschien das dem jungen, liebenden Geswovt, das über dse Zeit des Glücks hinweg sonst immer schon schauernd in öde, graue, trübe Tage ohne Zier' und ohne Hoffnung M.even. Was Sveiß und ahnt junge Liebe von der Zeit, die ewigen Wechsel bringt, vom Kreislauf der Welt, die abstirbt und Renes schasst, die keinen Stillstand, fei» Dauern keirntl Die Hoffmmg sey Jugend hat starke Flügel, die über alle Hindernisse hinweg tragen. ,.Ha, ich will warte», mein lieber, lieber Hans, so lauge im es ■ willst. Ick bin so jung noch und du ja auch. Wie alt bist bu eigentlich ? Das weiß ich noch nicht einmal genau. 24 Jahre? Uitb schon fünf Jahre Leutnant, da dasserts gar nicht mehr so sehr lange bis zum Hauptmann —" So plauderte die kleine Helene, an der Brust des geliebten Mannes, so weit seine Küsse sie dazu kommen ließen, und span» nm sich und ihn ein schimmerndes Netz vo>t Hofsnuugsfäden und Glückssternen, das ihnen den klaren Blick in die rauhe Wirklichkeit verwehrte. Vergebens raunte der Nachtwind im Buchenlaub, als wolle er svarnen, nngehört verklang der Mahnruf des Mnzchens. Und Helene Falk Svar doch sonst so schreckhaft. „Was du für schönes, weiches Haar hast, mein Liebling !" flüsterte der junge Offizier heiß und zärtlich „Ich habe immer gedacht, nieine Frass müsse blond sein, und nun kann ich miv nicht mehr vorstellen, daß sie anders aussehen solle als du." „Dcisre Frau!" stammelte das Mädchen erzitternd. Und ihrs Hände faltete» sich wie zis einens Dankgebet. Hafsingen streichelte ihre Wange. „Und wensr du es nur werden konntest, issoeus ich desk Abschied nähme, Kind?" fragte er ernst, „Wenn ich mit in fremden? Stmbe eine Existenz suchte und dich weit, weit von hier fort-« führen wollte?" Sie schmeichelte ihr Gesicht in seine Handfläche. „Wo du hingehest, da will auch ich hingehen," sagte sie einfach, leise rrnd issnig. „Meins süße, kleine Helene!" Eine Weile hielten sie sich schweigend umfangen. In dem Moment war Hans von Hafsingen von dein ehr- liehen, festen Wollen ganz und ohne Einschränkung erfüllt, das Mädchen in seinen Armen nie zu verlassen. Nur sollte niemand, auch Lisbeth nicht, vorläufig erfahren, das- sie ihrer Liebe ein« Hoffnung gesetzt hatten. Sie wollten seicht, mit Fragen und Zweifeln gegnält werden, die Heimlichkeit ihres Glückes gab ihm noch eine besondere Süße. „Ich warte jeden Abend auf dich, mein Liebling," sagte Hassingen beim Abschiede,, da sie sich hielten, als könnten sie sich gar rsicht mehr lassen. „Wenn dss nicht kosmnst, dann sollst bit wenigstens um 11 Uhr, ehe du dein Köpfchen zum Schläfen bettest, „Gute Nacht, mein lieber Hans" sageis." ' „Ja, willst du?" Sie umschlang ihn mit Leidenschast. „Ja, ich will. Und nun, gute Nacht, mein lieber, eiuziger Hans." * Unvergeßlich schöne Tage folgten diesem Auseinandergehen, Tage, in denen Helene Falks schwarz bewimperte, graue Augen immer träumerischer sind zärtlicher wurden, und an die Hans von Hafsingen in späteren Tagen zurückdachte als an "eine Zeit, an deren Gtücksfüllc kein Maßstab zu legen war, die für ihn außerhalb jedem Vergleichs stand mit allem, was sein Leben ihm an irdischem Glück noch -geboten. Ei» seltsames Gemisch von mgerchheißer Leidenschaft und. keuscher Poesie, von weltensW» 98 Mildem Hvssm und u»eingek»udenem Bangen lag wie ein heiliger Schmier über ihnen, meint sie flüsternd dicht nebeneinander auf der Bank saßen, die Heleuens Schmerz gesehen, und der Buchenwald, dessen dörrendes Laub immer lauter zischelte, in dem als iherbstiiche Mahnung schon leise und matt die Blätter fielen, ihre Reine Welt tetr, die sie und ihre Liebe abschloß von dem lär- Wenden, hastenden Getriebe mit seinen nneMMche» Forderungen, seinen strengen Sitten und seinen scharfen Zungen. Hierher folgte ihnen nichts von alledem. Hier hatten sie nur ihre Hoffnungen And Wünsche, freundliche Sterne, von der Fackel ihrer jungen Liebe entzündet und vom Buchenwald treulich vor dem Verlöschen geschützt. Es 'war eine ungetrübte Glückszeit. Sie war kurz genug. Ter Sommer schwand. Schon wehte der Wind über kahle Stoppelfelder, und die Rächte wurden kühler. Längst hatte das Bataillon seine Schießplatzzeit hinter sich And rüstete zum Manöver. Leutnant Espach hatte keinen Urlaub genommen und Überstand, da er Lisbeth so nah wußte, und sich ihr nicht nähern durfte, nicht gerade gut gelaunt eine Harte Prnfungszeit, die Lisbeths Eltern dem jungen Paare auferlegt hatten. Frau Schäffer hatte ihrem Töchterchen wohl verziehen, aber sie halte sich geweigert, ihrem Manne durch eine Lüge die Erlaubnis abzuringen, Lisbeths Pensionszeit zu verkürzen, eine kleine Strafe sand sie für das ungehörige, unpassende Betragen im übrigen ganz angebracht. Tie blonde Lisbeth war viel zu vernünftig und ehrlich, um sich nicht tapfer dieser gerechten Strafe ju unterwerfen, mit ihrem sicheren Glück im Herzen überwand sie in lächelnder Ruhe die Trennung von ihrem Walter, der.trotz des elterlichen Berbots durch Helene Falk Briefchen mit kurzen, sehnsüchtigen Grüßen in die Hände seines „grausamen Liebs" gelangen ließ, die Lisbeth aber nie direkt beantwortete. Wer Hassingen berichtete dem Freunde getreulich alles, was Helene ihm von Lisbeths Freude beim Empfang dieser verbotenen Mebesgrüße zu erzählen wußte.. Und Espach teir so erfüllt von seinem eigenen Liebesglück und Leid, daß er nie mehr daran dachte, seine alte Warnung mtszusprechen, nur zuweilen etwas gezwungen, interessiert nach Kent Stande der Tinge fragte, so daß Hassingen ihn mit nichts- sagenden Antworten abspeisen konnte, ohne daß er dringlicher wurde. Er hatte ein schlechtes Gewissen, ohne sich selber klar darüber zu sein. Roch hielt das Glück den rosigen Schleier über die Wirklichkeit gebreitet. Der erste Riß klaffte, als an einem gewitterschwülen August- Abend, da ferner Donner grollte und Hassingen verstimmt ob des nahenden, störenden Unwetters an seinem Glückszaun stand, ein verstörtes, zitterndes Mädchen sich an seine Brust warf und Wirre Worte von Abschiednehmen und Abreise stammelte. „Helene, Liebling, beruhige dich doch! Was ist denn geschehen? Doch sicher noch nichts, was dich so verzweifelt und mutlos machen dürfte," beschwichtigte er mit der Ruhe des Mannes, 'der sich weiblicher Hilflosigkeit gegenüber als der starke Beschützer . fühlt, und Helene beruhigte sich auch, sobald sie seinen kräftigen Arm stützend um ihre Schultern fühlte und sagte mit einem tiefen, schluchzenden Aufatmen: „Run ist nrirs schon, als wäre alles gut, iveil ich bei dir bin, Liebster, als könnte mir gar nichts Schlimmes mehr passieren, ach, Hans, lieber Hans, verlaß mich bloß nicht, es wäre eine Grausamkeit, wenn du mich verließest, behalt mich bloß lieb!" Sie hatte die Arme fest um seinen Nacken gelegt, sie schluchzte ' And zitterte. Auch ihn "faßte eine tiefe Erregung. „Ich tverde dich immer lieb behalten, meine süße, kleine Helens." Ihre Lippen fanden sich. Er fühlte, daß ihr Gesicht von Träne» naß war, zu erkennen vermochte er es nicht, denn es Mr unheimlich sinster, und die schwüle Spannung in der Natur Verstärkte sich. „Was ist denn geschehen, Liebling?" „Ich muß fort. Papa hat heut geschrieben^ er ist nicht gesund, er soll nach Karlsbad und will nicht allein gehen, Kranke sind ja oft eigensinnig, ich soll mit ihm fahren, weil Mutter: nicht abkömmlich ist, meine ältere Schwester einen teuren Malkursus in Düsseldorf nimmt, meine jüngere int Haushalt unentbehrlich ist, in drei.Wochen mußte ich doch nach Hause, Papa denkt mir eine Inende zu machen, mein armer Papa, ach, Hans !" Sie fing an zu lveinen, ein leises, trostloses Weinen, das etwas .Aufrührerisches und Beklemmendes hatte für den Mann, der selber von diesem jähen Abschluß einer unvergeßlich schönen Glückszeit bis ins Herz getroffen Ivar. Roch immer nicht Herr solcher Situationen, bemächtigte sich seiner eine Unbeholfenheit, in der er Las Nächstliegende, aber auch das Prosaischste fragte, was', es in diesem Falle zu fragen gab: „Wann mußt du abreisen. Lieb?" „Nebermvrgen früh!" war die vor Weinen nndeutliche Aut- wort. „Morgen abend feiern sie mich fort — Hans —", ihrs: Stimme wurde lauter und leidenschaftlicher, „es ist unser letzter Tag heute, begreifst du, unser letzter , Ihre Tränen versiegten vor der UÄermacht dieser Borstellnng^ sie klammerte sich schwer atmend fester an ihn. In den Buchenwipfeln begann es zu. rauschen, der : ersts Blitzstrahl zerriß grell die Dunkelheit und beleuchtete, für einen kurzen Moment Hassingens finsteres, starres Gesicht. Aber seine Stimme war ruhig und fest. „Rein, nicht unser letzter Tilg, Liebling, auch hier im Harz nicht. Höre mich rasch, du mnßt ja sofort ins Haus zurück. Mit welchem Zuge fährst du übermorgen?" „Früh 10 Uhr nach Brannschiveig, dort hat mein Baten geschäftlich zu tun und will dort mit mir zusammcntrcffen." Was hatte er vor? Eine unbeschreiblich schöne Hoffnung flog einen Moment in dein sch merz du r chwü. hl te n Mädchenherzen auf, aber ihre Schwingen reichten nicht' Weit Sie sank zu Boden. „Telegraphiere, daß du. mit dem Abendzuge kämest!" klang Hassingens rasche Anweisung. „Passe gut auf, ich. fahre mit denv- selben Zuge, in H. mnßt du umsteigen, dort treffen wir zusammen, das weitere findet sich an Ort nud Stelle. Weißt di» Bescheid, Kind? Du bist doch einverstanden?" Sie sagte zu allem Ja. Was hätte sie auch nicht gewagt um ein letztes, ungestörtes Zusammensein mit ihrem Hans? Wis viel hatten sie stich noch z» sagen, lvie viel zn besprechen! Wieder durchleuchtete ein Blitz grell und goldfarben das! nächtliche Dunkel, der Donner krachte, di. ,v.n Tropfen sielen dumpf auf hartes Buchenlaub. Ein Kuß, glühend, verzweifelt, fast schmerzhaft. Dann nahmen zwei junge Menschen Abschied von iKrems" „Glückszann". (Fortsetzung folgt.) WeüenMm Mr Medsrchem. Bon O. Schell-Elberfeld. Tie gewaltige Bedeutung, welche das Wasser für de» großen Haushalt der Natur wie für das Menschenleben, insbesondere zu alten Zeiten "hatte, erhob dieses namentlich in, der Form von Quellen und Brnunen, schon früh zu einem lu; lstigen Element in der Religion der Menschen. Daher ist der Kultus der Quellen und Brunnen ein ganz allgemein-religiöser Zug des ganzen Menschengeschlechtes. Auch die Germaneit teilten diesen Quellenkultus, um so mehr, als sich ihre ganze Religion auf .Naturanschauungen ausbaute. Tie geheimnisvoll aus dem Erdiu- nern hervorbrechende Quelle mußte auf die sinnige Natur des Germanenvolkes einen ungemeinen Einfluß" ausüben. Daß heiß« Quellen bei dieser Verehrung eine besondere Auszeichnung er- suhreu, lag sehr nahe. Schon die Römer fanden diese Quellenverehrung bei unsern Altvordern vor. Erhöht wurde diese durch den göttlichen Ursprung, welcher vielen Quellen zugeschrieben wurde: Ter Blitz des Gottes zerreißt den Wolkenmantel, dis himmlischen Gewässer ergießen sich auf die Erde, dringen in sie ein — und wiederum spaltet der glänzende, göttliche Blitzstrahl den Erdboden, um den lebenspendenden, mit göttlichen Kräften versehenen Qnell hervorsprudeln zn lassen. Danar ist darum nach germanischer Mythe der Quellenspender nnd Wohl-» täten der Menschen. Noch int 9. Jahrhundert kannte man in der Umgegend! von Fulda einen „Doneres tonnte." An DonarS Stelle trat unter christlichem Einfluß dieser oder jener fromme Held, z. B. Karl der Große. Sein. Biograph Einhart erzählt von ihm in den Annalen des Jahres 77L, daß das Frankenheer nach der Eroberung nnd Zerstörung der Eresburg von qualvollem Durste geplagt wurde, iveil alle Brunnen iveit nnd breit versiegt waren. Als nun der König im Mittagsschlaf lag, brach durch göttliche Gnade aus einem nahen Berge eine mächtige Quelle hervor, sodaß die säst verschmachtenden Krieger ihren Durst löschen konnten. Nach Einhartö Bericht war Karl bei diesem Wunder untätig. Anders stellt sich jedoch die Bolkssage zu diesen« Ereignis. Sie bezeichnet den Quickborn bei Kartstein als Liess wunderbare Quelle, welche Karl mit seinem Schwert (dieses ist an die Stelle des göttlichen Blitzstrahles getreten) ans ton Bergs schlug. Verwandte Sagenzüge sind häufig. Ferner tritt in der segengeschichtlichen Entwicklung beim Ursprung der Quellen ein Kirchenheiliger auf. Auch hierfür besitzt der Niederrhein ein tresfliches Beispiel in der Legend« von Ge- »elin, dem frommen Schäfer, einem Laienbruder des Mosters Altenberg an der Dhünn. Auf ton Hofe Altenrath bd Schlebusch lebte er als Schäfer. Das Helle Wasser der Dhunn versiegte einst nnd immer mehr versengte das Gras von der glühenden Sonne. Die armen Tiere verschntachteten fast vor Durst nnd auch Gezelin litt entsetzlich. Ta wars et sich zur Erde und betete voll Jnnbrunstz Tann ergriff er seinen Stab und stieß ihn in den 99 Boden. Aber, v Wunder! Da sprang ein glänzender Quell aus der verbrennenden Erde empor, die fortan nimmer versiegte. Man erbaute später eine Kapelle darüber und jährlich bewegten sich Lis Vor wenigen Jähren) frouune Waller zur Quelle Ge- zelins. Noch heute schreibt die Umwohnende Landbevölkerung dem Wasser dieser Quelle Heilkraft zu, vor allen Dingen gegen Augen- Übel, gegen Krankheiten der Kinder-«sw. Kinder, welche mit diesen Nebeln behaftet find, werden in hehl Wässer' Mävek. Ae ckttelt Kleider des Kindes hängt man in den angrenzenden Büschen auf. (Lappenürünnen) und kleidet das Kind ganz neu. Ans des' frommen Gezelius Gebet zogen auch Wolken herauf, welche mit .ihrem Ratz den Erdboden befruchteten. So ist der Zusammenhang zwischen dem himmlischen und irdischen Wasser auch in dieser .Beziehung gewahrt. Eine weitere Umgestaltung hat der ursprüngliche Quellen- Mythus dadurch erfahren, dass au die Stelle der Menschen, welche die Quellen weckten, Tiere traten, namentlich das Roß, unter idem die gewitterschwangere Wolke zu verstehen ist. Tie heiße Quelle in Aachen soll das Roß Karls des Groszen aus der Erde geschlagen haben. Auf weitere Berkürpernngen des Wolkcnsym- vvls durch andere Tiere (Esel, Rind, Eber etc.) kann hier nicht eingegangen werden. Tas Geheimnis des himmlischen Ursprungs der Quellen legte die Folgerung nahe, daß dem Qnellivasser besondere Kräfte inne- wohnten. Tas sahen wir bereits bei der Gezelinquelle. Kranven- heilungen. aller Art gingen an der Quelle vor sich. Tiefsinniger ■; wird des Volkes Glaube, iveim er aus dem Quell (auch des vvu Gezelin) Kinder kommen läßt. An junge Eheleute richtet maii darum wohl die Scherzfrage: „Hast du in den Pätz (Quell) gelurt (gelauert)'?" Und zu einem kinderlosen Ehemann pflegt Man in der dortigen Gegend wohl zu sagen: „Du mußt mit Seiner Frau nach Gezelin gehen." Reiner in den ursprünglichen Zügen hat sich dieser Glaube bei den Nordgermnueu erhalten,' zum Beweise dessen fei nur an die berühmte Kirsten Niils-Quelle int Walde bei Kopenhagen erinnert. Nach altgermanischer Auffassung »ft em Quell der Urgrund alles Seins. Selbst chmir, der Urriese, entstammt dem Wasser. Es ist daher eine unmittelbare Tradition, ine tit Soßen, Sprichwörtern usw. unseres Volkes aus gcrmanisch- Heidinscher Zeit nachklingt, wenn man ans Quellen und Brunnen die Kinder kommen laßt. Als die christlichen Sendboten hei den Germanen Eingang zu gewinnen suchten, fanden sic zwar die ausgebildete Religion unserer Borfahren noch vor; aber das feste Gefüge früherer Zelten war schon ins Wanken. gekommen. Diesen beginnenden Auflösungsprozeß suchten sie zu fördern, uni leichter ihr Ziel W erreichen. Ter trotzige Sinn mancher Stämme und das starre Feirhalten an der Väter Religion und Sitte nötigte sie aber auch Hnd) zu andern Maßnahmen, zur direkten Anknüpfung des christ- 'M» Kultus an die heidnisch-germanischen Mythen, an den alte» Glauben und Brauch. Unter anderem war cs den christlichen Bekehrern zur ausdrücklichen Pflicht gemacht, die Kultorte ^r. Germanen mit Weihwasser zu besprengen und dadurch zu «Mstltchen Kulturstätten zu weihen. So kam cs, daß die heiligen und vielfach als wundertätig gedachten Quellen des germanischen Altertums oft unter den unmittelbaren Schutz der christlichen P^,"ü.en und Ncärtyrer gestellt wurden und so auch in christlicher Zeir ihr An,«Herr behaupteten. Ost wurde ihre Verehrung den Germanen untersagt, z. B. durch Karl den Großen int Jahre ?8o,Jw&X erhielt ,te sia; in vielfach kaum getrübter Form durch die Jahrhunderte, soday der Große Kurfürst von Brandenburg zwch nu Jahre 1669 feine berühmte Verfügung dagegen erlassen mußte, die von. Cleve am Niederrhein datiert ist. Untere heidnischen Vorfahren zündeten am Räude der Quellen Lichter an, verrichteten dort Gebete, legteit Gelübde ab und nahmen zu Quellen ihre Zuflucht in mancherlei Leibesnöten, brachten Opfer usw Man hofft dort Heilung leiblicher Schäden (wozu auch die Unfruchtbarkeit der Frau zu rechnen ist) und die Er- M'schttng der Zukunft zu finden. Als Mittel zum Zweck dienten «Waschungen, Gelübde, Opfer, Gebete Und Wachen. Leibliche Fehler Und Gebrechen traten bei den Germanen wie bei allen NatnrvölMt fast ausschließlich in den Vordergrund, wenn cs sich um die Einwirkungen der Götter und Göttinnett handelte. Daß aber die Heutige, wunderkräftitze Quelle auch als Orakelspenderin auf- gefaszt lvuroe, und dies bis zur Gegemvart herab, lag teilweise fchon in der Bitte um körperliche Heilung begründet. Heilquellen und heilige Quellen sind scharf zu sondern. Außer Gezelinquelle erwähnen wir als Heilquelle perwonbe o 1,1 Gerresheim, in der Tendenz jenem nahe -bct L^g^de nach durch einen apokryphen Heiligen s^rtkuch hervorgernkett. Ein heiliger Born l öitfccrein bci^ dem alten Grafrath mit feiner Ä' t” den uwren Duisburgs im Duisburger Seudbown pÄ %<-bl der Ruhestätte des christlichen imudelt Heilquelle ähnlich der Gezelinquelle- SÄ dkahe von Bonn, das sogenannte ^be^^t'ibis,=' M^c^OiBiitzchm genannt. Die Legende berichtet, r"L dldelhctdrs habe das Briinnlein aus der Erde guillen M1'*' Ä Mchaltende klirre Menschen und Vieh verschmachten IäL ^ivcnden gläubige Frauen das Wasser rnefes Quells gegen Augenübel re. an. M Quellen und Bnnmen- knüpfen sich auch am 'Niederrhein vielfach beachtenswerte mythische Sagen anderer Art. Es seien nur folgende angeführt: Die schwarzen Männer am Siebenkal? bei Langenberg; die Ncugründung des Klosters Altenberg, der Brmmen auf dem Isenberg bei Hattingen, in den die letzte Burg- sran ihre goldene Spindel versenkte, die Äöiveugrube an Neander- tal, das Johannisvpser an. der Agger, Kühlborn, Entstehung der Wupper, Ursprung des StriinderbnchS, diDbrei Jungfrauen am! i'Ä'fköMKvVMs *ei’ ' dck dcks-ZUjfhKW.. Spinnrad zu Wiitdeck und die Schlangenkönigiu zu Struttden. Unzählig ist auch die Zähl der Ortsname», welche unmittelbar au Quellen knüpfen, wie Sonuboru, Huckesivagen usw. Auch die tausendjährige Entwicklung der christlichen Kirch« hat es also am Niederrhein nicht vermocht, die heidnischen Ueber- reste des Qnellenkultus ganz zu verdrängen. Das heidnische Altertum unseres Volkes reicht noch in die unmittelbare Gegenwart hinein. . Was wir von uiederrheinischcn Quellen ausführten, ist meist nichts als, Ueberbleibscl uud christliche Umwandlungett des nralten, heidnisch-germanischen Qüellenkttltus. Neben dem Baum tritt so im heidnisch-germanischen Kultwald der Kultbrunnen in den Vordergrund. Er besaß heilende, belebende, verjüngende Kraft — ivar ein Brunnen des Lebens und der Verjüngung. Der arische Mythus von der lebenspendenden, verjüngenden Kraft der Quelle ist so den .Gerntauen vertraut gewesen in betl Zeit ihres Altertums st er hatte sich die Zeit des Mittelalters hindurch bis zur (Gegenwart int Bolksbewußtsein erhalten, wenn auch immer mehr abtassend. Ter mythische Brunnen der Fran .Holl« quillt durch alle Zeitalter unseres Volkes, auch im niederrheinisch«» Volksstamm, vielfach streng lokalisiert und ausgestattet mit Sagen und rumenhaftem Glauben. Ter Glauben an den Urquell des Lebens hat die verschiedensten Formen als Jungbrunnen, Quickborn usw. angenommen. Ta stder Johannistag, der.Höhepunkt in der Entwicklung des Jahres, gatcz besonders enge Beziehungen zuchl Quellen!,nst.einnahm, ist naheliegend. Ein. unvergleichliches Leben entfaltet sich noch heute an diesem Tage in dbr schon beilänW angeführten Kirsten-Piils-Quelle im Norden. Wir. .konnten ckstcr nur einen silhouettcuartigen Ausschnitt aus! dem Glauben unseres Volkes in seiner ursprünglichen Art geben, .Aber doch.kann dieser eng umgrenzte Ausschnitt dartun, wie sich tue Sckjwtngitngcn des GlanbcnslebenS in unserem Volke durch alle Glieder und Stämme fortpflanzen und abgeschwächt bis heute erhalten haben, wie sie aber nur eine mitschivingende Saite im Glauben der gesamten Menschheit bilden. „Der Kultus Heu Brunne» und Quellen geht als uralter Gottesdienst durch die Geschichte der Völker." Mlig E-uard als Redner. C. K. Der Besuch des britischen Herrschers in der Reichs- Hauptstadt hat uns Gelegenheit gegeben, die Redekunst König Eduards kennen zu lernen, die in seinem Heimcftlande von Eingeweihten und Kennern über alles gerühmt tvird. Denn in England gilt der König neben Lord Rosebery als eines der hervorragendsten Sprachkünstler und schon Gladstone pflegte von dein damaligen Prinzen von Wales zu sagen, daß c3 wmig Redner gebe, denen er mit größerem Genüsse lausche. „Seme Reden sind stets ein Muster von Klarheit, Knappheit, anmutigem Ausdruck und vorbildlicher Aussprache." Der König verfügt über das wichtigste Instrument eines öffentlichen Redners, über eine klare und ivohllattiende Stimme, die sich ohne Anstrengung selbst in den größten Räumen überall, deutlich zu Gehör bringt. Man hat dabei nie das Gefühl stimmlicher Anstrengung, und der natürliche Tonfall der Sprache gibt nie das Gefühl von der Einschaltung einer besonderen oratorifchen Tonart. Aber das, ivas jetzt als ein Geschenk der Natur amnutet, ist doch zum großen Teil auch die Frucht einer langen, zielbewussten rednerischen Selbst- erziehung. Ein englischer Beobachter erzählt, daß dem heutigen König in seinen Prinzenjahren keine der offiziellen Pflichten so verhaßt war, als die Notwendigkeit, bet allerlei Gelegenheiten Reden zu halten. Aber das Unabwendbar« mar nun einmal nicht zu vermeiden, und so faßte der Prinz schon früh den Entschluß, die mangelnde Vorliebe für di« Redekunst durch Studimn und Hebung zu ersetzen. Wenn er schon sprechen mußte, so wollte er wenigstens auch sicher verstanden werden. Sein Vater, selbst ein geübter und guter Sprecher, gab ihm die erste Anleitung und unter der Aufsicht eines Lehrers der Redekunst erlernte der Prinz dann jene klare und vorbildliche Aussprache, die das An- hören seiner Reden zu einem Genüsse macht. Der Prinz erprobte damals mit allem Eifer die Wirkung seiner Stimme und noch heute erzählt man in englischen Hofkreisen zahlreiche Anekdoten davon, wie der Prinz von Wales feine Geschwister an verschiedenen Punkten eines Saales aufflelltc tmd Reden 100 memorierte, um zu erproben, ob seine Stimme trüge,und ob olle Worte überall auch deutlich verständlich seien. Heute gibt der Röntg, wenn er ' spricht oder mit freundlicher Mmert- samkeit der Tischrede eines anderen folgt, den Eindruck eines völlig sicheren Mannes, der in feder Situation die Ruhe der Selbstverständlichkeit zeigt.: Mx der auhrMaMre.Mstz'. achter wird bald allerlei Anzeichen nervöser Erregung finden, ein flüchtiges Sichüberdenbartstreichen, das Spielen mit der Uhrkettr und dergleichen unwillkürliche kleine Bewegungen, die verraten, daß der König trotz aller Selbstbeherrschung nicht völlig über seine Nerven Herr ist. In seiner Prinzen- zeit wurden seine Reden anfangs sorglich ausgearbeitet, ab-- geschrieben und memoriert. Bei einer wichtigen Gelegenheit hatte der Prinz das Manuskript vergessen, und wenngleich er selten während des Sprechens zu dem Konzept seine Zuflucht zu nehmen brauchte, so beunruhigte ihn das Gefühl, im Notfälle' keine Stütze des Gedächtnisses zur Hand zu haben, aufs höchste. Aber es gab kein Zurück mehr, er muhte sich auf das Schicksal und auf seine Jurprovisations- gäbe verlassen, und so begann er das erste Mal ohne Manuskript zu reden. Tas Geschehnis wurde zu einem Wendepunkt in seiner Art des Sprechens, denn jene Rede wurde trotz aller Unruhe zu einem oratorischen Erfolge. Das Selbstvertrauen des Königs wurde damit gefestigt und er lernte es, sich künftig mehr auf sein Gedächtnis und auf die Inspiration zu verlassen. Seitdem werden die Reden des Königs nur mit wenigen Strichen in großen Unwissen vorher feft-- gclcgt. Der König vermeidet cs stets, in seinen Reden rur- gewöhnliche Wendungei; zu gebrauchen, mit Gesten zu agieren, oratorische Effekte auszubarien oder mit der Regu- lierung des Stimmklanges an das Gefühl zu appellieren. Er spricht langsam, mit deutlicher Betonung jedes Wortes, ohne Stocken, und jede Wendung ist ebenso sicher abgerundet wie fliessend gesprochen. Die Kürze gilt ihm als die Seele der Redekunst: seine Reden sind kurz, knapp und präzise, und dasselbe erwartet er auch von anderen. Sorgfältig vermeidet der König jedes Zitat, am meisten solche aus dem Reiche der Dichtung,' und ebenso geht er vornehm allen humoristischen Wirklingen aus dem Wege, obgleich er von Natur aus über einen scharfen, stets bereitcnWitz verfügt. Seine Haltung während des Sprechens ist völlig ungezwungen, die linke Hand ruht lässig auf desn Tisch, die rechte bleibt frei zu den spärlichen diskret abgemessenen Gesten, die hin und wieder einzelnen Pointen seiner Rede einen wohlabgewogenen Nachdruck verleihen. ______________ vermochte». * „Warum ich gern ein Engländer wäre". Man schreibt beu M. N, R. ans London: Der Dalli) MaiflKone- sportdent in Berlin hat dort den bekannteu. amernauischeu Humo- risten George Ade interviewt und von t(mr gehört, daß er „am liebsten Engländer, in zweiter Linie aber deutscher Offizier sein möchte". Der englische Journalist war über das .Konrpliment' für seine Nation, das er in diesem Wunsch erblickte, sehr erfreut, und bat den amerikanischen Vetter, seinE Wunsch.zu begründen'. Ter Vetter tat das, wie folgt: . ..Wenn ich sägte, ich nEchte am liebsten ein Engländer sei», so wollte ich damit nut indirekt meine feste Ueberzeugung ausdrücken, hast der Engländer das glücklichste Wesen in der Welt ist, iveil ihm niemals auch nur der leiseste Zweifel an seiner Neberlegenheit oder der seiner englischen Umgebung aufsteigt. Manche Leute reisen, nm zu lernen Werte, zu vergleichen. Ter Engländer reist, um seinen mrgeborenen Glauben zu bekräftigen, daß alles Nwbritische Notwendig inkorrekt, schlechte Form und döclassö ist. Er findet Überall bekräftigendes Beweismaterial. Das ist der Grund, warum sch ihn beneide. Ich wünscht«, ick könnte einen TwKd-ANz»g ait- irgend. eilten neumodischen Trick zur'Ückzu führen' ist, der zu ab- geseinrt ist, als daß ihn ein wahrer Sportsman« verstellen könnte. Ich beneide den Engländer, weil er selbst in seinent herzlichsten Momente alle anderen menschlichen Wesen patronisiert und gar kein Geheimnis daraus macht. Der 'deutsche Offizier hat in der. Kunst der Selbstschätzung vom Englärcher nicht viel zu lernen, DZ-Mich. flÄr KÄl sün, klner zu sein. Wie Mmch, stden. Marge«! airfzustehen .und zu wisse«, daß sich weitere 24 Stünden alle himmlische;» Gestirn« nm dieselbe alte erste Bersvn -SingulariÄ drehen werden. Der deutsche Offizier siebt in jedem Zivilisten ein Insekt. In dem fremden Zivilisten sieht er einen BazilluZ und der amerikanische ist zu atvmgleich, als daß er ihn über- Haupt sieht." C. K. D e r A st r a l m e n sch alsEhestö r e r. Aus Neivyork wird berichtet: Ein seltsamer Scheidungsprozeß beschäftigt jetzt die Gerichte von Philadelphia: ein in Amerika bekannter Dichter, W. E. Mountain hat nach bis vor kurzem glücklicher Ehe gegen seine Frau die Scheidungsklage erhoben. Valerie Mountain ist kürzlich tu den „Orden der Fünfzehn" eingetreten, eine jener amerikanischen Vereinigungen, in denen religiöse Gedanken vermengt mit altindischen Weisheitsfrüchten, gepflegt werden uns deren Praktiken gewöhnlich in Spiritismus und Geisterseherei ausmünden. Frau Mountain erklärt seitdem,' im direkten Ver- . kxhr mit Geistern zu stehen, und hat sich ihrem Manne.immer mehr entfremdet. Ter Stein kam ins Rollen, als sie kürzlich ihrem Gatten erklärte, sie habe jetzt einen astralen „Seclensreund gesunden, der aus einem anderen Vlanetcn wohne und der sie ost besuche. Ihrem Mann warf sie vor, er sei eben nur em „fleischliches Wesen", während sie ein „ätherischer Geist" sei, dessen erhabene Sehnsucht nach den hohen Sphären, des Uebersinnlichew durch die Gegenwart des allzmrdischeu Gatten nur gefesselt und geqriält werdet Mr. Mountain nahm sich diesen Borwurf zu .Herzen und der Erfolg ist die Scheidungsklage, die der Mann damit be* gründete, daß er „spiritistisch eifersüchtig" sei. Der Fall erregt in der amerikanischen Gesellschaft lebhaftes Aussehen, denn er wirft ein grelles Schlaglicht ans die Wirkungen der zahllosen spir-itsuicaen Gemeinschaften, die in den Bereinigten Staaten in den letzten Jahren in saft allen Städten erstanden sind. Der.„Orden der Fünfzehn" wurde ursprünglich von Studenten der Universität von Pennst:tvanieu begründet, und sand in anderen Universitätsstädten eifrige. Nachfolger. Tie Universitätsbehörden haben anknupfend- an diesen Fall jetzt eine genaue Untersuchung über dre zwecks und Praktiken dieses Ordens eingeleitet. und von allen Setten häufen sich nun die Anklagen gegen diese Geisterseliersette, die hier gewiß nicht zum'ersten Male ein häusliches Glück zerstört. Literarisches. — Ueber die Sonder--Ausft rllnng von H a »S v o » Mar6es, sie vor kurzem in der Münchener Sezession eröffnet ivorden ist, und die Ende Februar auch in Berlin gezeigt werden wird, bringt die Darmstädter .Kunstzeitschrist „Deutsche Kunst und Dekoration' kBerlagSanstalt Alexander Koch-Darmstadt! in ihrem Februarheft die erste, von zahlreichen Illustrationen begleitete Publikation. Allerorts beginnt man heute der Marsesschen Kunst näher zu treten, und wenn auch der Künstler selbst nicht mehr die Frück-e seiner aufopfernden, auf äußere Erfolge verzichtenden Arbeit ernten kann, haben doch seine Schüler wie Artur Volkmann und Tnatll.m, denen man heute schon die Palme reicht, die hohe Genugtuung, dem Meister das Verständnis und die Anerkennung entgegen-, gebracht zu sehen, die ihm während seines Wirkens versagt blieben. Bon Abbildungen seien u.a. erwähnt: „Ganymed" (Moraes letztes iiZild), das große Triptychon „Die Hesperiden". Außerdem enthält das Februarheft der „Deutschen Kunst und, Dekoration" einen aMüärli'chen, reich illustrierten Bericht über die Wiener Jnüll lMns Mvhnuugskmist-Ausstellung. Statut folgen Abhandlungen: „Boni Wesen der künstlerischen Begabung" von R. Klein, „Zur Acsthetik des Eßtisches" von Prof. K. Widmer. „Keramische Plastik" von Zimmermann, „Das.deutsche. Volk und seine Künstler von W. 'Michel (zu den Reichstagsbilderu von Angelo Janks. „Eine neue Perlen-Häkelei". Das .Heft beschließe» »>vei Seiten Illustrationen origineller BÜcherzeiche» und eine Seite moderner Monvgranime. haben, der am Halse eine Wulst und an den Knien » bildet, und doch der flohen Zuversicht sein, ich sei fein angezogen. Ich wünschte, ich könnte ganz fest überzeugt sein, daß der beste Sitz am.Fenster mnd alle Gepäckrerheu nach göttlichem Recht mir. gehöre». Weil» ich in irgend einem Spiel den Kürzere» .ziehe, möchte ich gar gern« meinen Stolz durch die Erwägung brsäitf' tigert können, daß.der.Sieg des Gegners , das Resultat eines ganz erstaunliche» Zufalls gewesen sein muß, oder daß er auf ErgifltMttKörMsesi V.. N.. i. ck e.. t . iea , . i. Sch .. d; W.. ii. r. g .. ei. t, T, a.' . n G. d.. d! s Auflösung in nächster Nummer. Auslösung bei» Zitalcn-Ratselö in voriger Nuunuer: Wer den Tod ?«rchtet, hat das Leben verlöreit> RedüktiyN! Tt, N e n r a t h, — NötgtfmrsdrM und Verlag der Prllhl'schen lkmversuÄks- Buch' rmd Steirrdruckerei, R. Lanze, Gießen.