My BW fr* M W L Maria Hendrina von Goch. Novell« voll Luise Sch»lze-Brück. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Hendrina hau Eichert ging wie in einem Wchen Traum. Ihr, die nie ans Goch herausgekommen, !var alles Ivie ein Wunder. Mit halbem Ohr hörte sie auf das unablässige heitere Geschwätz der anderen. Neben ihr ging der junge Mann, den sie am Tage vorher scholl gesehen. Er sah ihr mit dreister Bewunderung ins Gesicht, ganz nahe. Seine schwarzen Augen glühten wie Kohlen, sein blasses schmales Gesicht mit dein kecken Schnurrbärtchen war seltsam beleuchtet in dem Dämmerlicht, in dein Schein., der vom Eise znrückstrahlte. Derselbe Schimmer ging auch über das Weist rind Rot ihrer Wangen und liest ihre sonst so stillen Augen höher aufglänzen. Sie batte a-iim Schlitz gegen die Kälte ein hellblaues Tuch um* geschlagen,, daö ihr die Hildegard noch schnell heilte mittag ausgesucht hatte. „Mau steht dir am scheetlst," hatte sie gesagt, „mit dem Duch um die Hvor uir bei Gesicht, do bischte wie & Bild. Der Ameriganer iS ichnilst ganz in dich verschlösse." „Wer?" „No, der Ameriganer! Der Tschortschie! Weestte, der hibsche, schwarze Bub, der heut' ulorge mit mir do euuff komme is! Des iS Eener! Der hot ü feurig .Herz' Do nimm dich vor in acht! Wann der dich verwischt, do kannschte's lerne, !vie es is, wann lner ä ff ui-, kriegt!" Sie kicherte leise in sich hinein. Hendrina sah sie imgewist alt. „No jo! Guck nor nit wie 6 nnschullig Kind! Uit a schccner Barsch iS das! Mei Geschmack iS er jo nett! Awwer ick» weest ii halb Dutzend Mädcrcher, die bis üwwer die Hoor- spitze in en. verliebt sin. Aw-ver ä is ä Ausgespitzter! Keilte kann cn festhalbe, ä wutscht en immer Widder weg. Un ä guhde Bardhie is er! In Rüdessenl wohnt er mit seiner Mudder ganz allein in ere feine Billa. Geld Hot er wie Heu und schmeistt nor so damit erunt. Schlaurpanjer drinke se als emal die ganze Nacht! Ae Wilder is das — ä Beeser." Nun ging der Wilde, Böse ganz zahm nebelt ihr und er- Zählte ihr, wie sehr er sic bewundert habe tags vorher. Aber das alles schwirrte eigentlich halb ungehört an ihrem Ohr vorüber. Zu viel wars, was auf sie einstürmte. Die fremde Gegend, die fremden Menschen, die so lustig waren, ihre rasche laute Sprache, ihr lebhaftes Gebühren, — dast cs so etwas überhaupt gab. — Wsiuu sie in Goch wäre, dann säste sie jetzt am Fenster mit der Häkelarbeit, und die Base ain anderen Fenster mit deut alten Goffine, aus dem sie das Gebet für den Silvcstertag vorlas. Und nachher, wenn sie ihr Abendbrot gegessen hatten, dann gingen sic dicht vermummt in die Silvcsterpredigt, durch die engen stillen Straßen des stillen Städtleius, wo das Leben seinen gelassenen Gang ging, einen Tag wie alle Tage. Hendrina atmete tief auf und schaut sich nur. Ihnen eni- gcgen auf dem schmalen Pfade kam ein Trupp übermütiger junger ptesellem Sie sangen nu Rheinlied, mit den Hals hatte' au einer Schlw-, eine Weinflasche gehängt, in der Hand trugen sch Lamprvns, die kn bee- beginnende» Dämmerung schon lustig bunt aufleuchdeten. Der Borderste hielt seinen Lampion dicht vor Hcui- driuas Gesicht rind blieb einen Augenblick verdutzt stehen: „Eine Nheinnixe," ries er bewundernd. „Prosit, holde Loreley." „Uttb cm Kobolds" lachte ein anderer, Hildegard mit Hutschwenken begrüstcud. „Bwstt, Prosit!" Sie waren schon vorüber, als Hendrinas Begleiter sich zornig umtvendete. Hildegard lachte laut. „Des sin die neue Techni', die sin erscht gestern komme, die hawwe gleich gut angefauge. Die komme do owwe her, do is nur de Wei «et gewöhnt, do hawwe se sich in Rüdessem gleich eine angeduselt! Gucke S« net so best drein, Herr Tschortschie, mer must annerc Leit nach' als emol & Spa st losse!" Sie war einen Moment zurückgebliebe», jetzt sprang sie Beert van Endert nach, der weiter gegangen war, und schäkerte weiter mit ihm. Beert war neben dem kleinen Geschöpf doppelt grast und stattliche Gr ging schweigsam neben ihr her, in seinen Sonntagskleidern sah er stattlich und gut ans. Der Amerikaner !var viel kleiner und schMächtiger, wie ein Kind erschien er neben' dem Beert. Aaumb dast er so grast !var wie Hendrina selber. Wenn er mit ihr sprach und sich zu ihr neigte, dann waren seine, Augen so nahe, bei ihr, und sie sah seinen merkwürdig roten Mund. Da waren noch ein paar fremde Gesichter, Mädchen und jungg Leute, alle lachend, rot von der Kälte, lustig, sich Scherzworte Wrufend i.md Anspielungen, die Hendrina gar nicht verstand. In Hendrina van Endert war eine sonderbare Unruhe. Rio« umls war sie mit jmrgen Leuleu zusammen gewesen, nie hatte sie rasch bette«, viele Eindrücke in sich aufnchmcn müssen. AlleK um sie und fn ihr war still gewesen, leise, wohl geordnet. Nun kam sie sich hilflos vor, wie ein Kind, das vom Gäugelbande K'K- gelassen, unsicher umherhappti So. fast sic auch ganz («eiwmmeu beim berühmten Drosselwirt in der gemütlicher^ Weinstulie. Der Rüdesheimer Wein funkelte golden in einem riescngwsten RömerglaS vor ihr, der Weg und die Kälte hatten ihr Durst gemacht, wie Feuer floß der erst« Schluck des schweren Weines durch ihre Kehlc. Ah, das schmeckte gut, das tat wohl. Um sie herum waren sie alle lustig. IW dem gvosteu Zimmer teere« alle Tische besetzt. Leichtlebiges, rheinisches Volk, das schon Wsamineugeströmt war, um über das Rhemeis gtt gehen. Hell klangen die Gläser zusammen, lauter schwirrten bk- Stimmen durcheinander, bläulicher Zigarrenrauch füllte die Luft, dast die Lampen einen Hellen Dunstkreis hatten. Dann fingen junge Leute an einem der Tische zu fingen an!> und alles fiel ein: „Strömt herbei, ihr Bölkerscharen", und als alle Strophen gesungen waren, sprang der junge Amerikaner! neben Hmdrina auf seinen Stuhl und schwang seiner Röuwr mch sthrmste mit einer bestrickenden Baritonstimme an: „Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald, D« nmchs«! unstre Reben, Grüß mein Lieb »m grünen Rhein, Grüß -mir meiner gvldnen Wein, Wr in DeutschlMtd, ja ntnr in Deutschland, D.a tvils ich ervig leben" —: .—~ — 23 »nd .äße -fielen iiibelnb ein: „Nur in WntWand,- ia nur in Dentschiemd, da will ich' ewig lebens" Und'es war. mMsHenWl in dem!, grotzm Raume, als bet' Am-eriKmer dann wieder anbob: „'s ist ein Land, das Heißt -Jstssts, ' . . Dxül. blüh'« -Orangen, und Zitrmien,. , , ■ - Singe —' sprach die Römerin, Und ich sang gen NordeK Mit — Nur in Deutschland, ja w« in Wütschlaich, Da fall -Wein Liebchen wohnen." - Und wieder gab's ein jubelndes.Echoch „Rur in Deu'rschland, Mir in Deutschland, da soll mein Liebchen wohnen." Der smrge Mensch neigte sich und stieß mit Hendrina van Endert an und sah ihr lies in die Augen. Und es war ein Jubeln in dem ganzen Raume und plötzlich rief einer: „Prosit Neujahr!" und lachend und scherzend rief sich alles ein vor- Nitiqes „Prosit Neujahr" zu. Hildegard Weingartner aber fuhr erschrocken auf. „Hcrrjehi S'is die heeschte Zeit ßsr heimzegehe! Surrst versäume mer bis Silvcsierandackk." Nun brach alles eilig auf. Der alte van Endert hatte schnell ein paar Schoppen hmnntergefchtittet, jetzt lachte er ganz, behaglich. „Eil doll Bolk, die Oberrheiner! So Watt keime it mir Meder- rhciner doch nur an Fasselabeud." Er nickte sogar n»Pwollend dem „Tschortschie" zu, als der Heudriuasorglich in ihren dicken Mantel half. Als sie ins Freie kamen, schien es ihnen allen, als ob die KAte noch schärfer geworden wäre. Aber so wundervoll war der Anblick, dstz man beit Frost gar nicht mehr, spürte.. Der Boll- Rvnd füllte mit gehehrmiKvvllem weißem Glanz, das ganze Rhein- tal. Drohend schwarz umgaben Rochusberg und Niederwald wie gewaltige Wände den gefrorenen Rhein. Oben nach dem Rheingau M, wo die Berge zurücktreten, der Rhein breit wird und die Auen sich zur Sommerszeit als smaragd-ne Inseln aus deut Rheine heben, füllte silberner Dunst h-rs Weite, daß es ein uferloser See schien. Aus Hendriuas Brust fcm eilt langer Seufzer des Entzückens. Sie fühlte nur halb, wie eine andere Hand ihre Hand faßt- und leise in einen Arm legte. Ans dem Griff dieser Hand strömte Wärme in die ihrige, sie wurde festgehaiten und geleitet. Der Weg über das Eis erschien jetzt schwarz, die kleinen Tannen- bäume zu beiden Seiten des Weges waren wie gespenstische kauernde Wesen. Rötlich trübe flackerten in all' dem Glanz die Lichter Bingens. Durch diese schier zauberhafte Herrlichkeit ging Hendrina van Kichert zagenden Schrittes. Reben ihr flüsterte jemand törichtes, tolles Zeug, ihr Arm wurde fest und fester gehalten, ihr wurde m seltsam zu Sinne, so traumhast. Ein Beben ging durch ihren Körper, die Ahnung eines Nieerlebten. Da kam durch die Lust ein voller Klang. — Langsam be- Mn, drüben in Bingen mit schweren Schlägen eine Glocke zu Knien. „O weh, — nun lckut's schun zum erschte Mol!" Hildegard Weingärtuer, die mit Beert van Endert eilt Stück voraus war, Am rasch zurück. ^Mach fix, Hendrina, tummel' dich. Sonst komme mer zu spät." , Der BmeriAner hatte Hendrinas Hand losgelasseu. Nun Kdigen sie alle nebeneinander. Hildegard Mingärmer luAg Vkappexnd, die andern stiller. Und Beert van Endert sah manchmal vechrina mit einem langen, unruhigen Blicke an. Als sie drüben ans Land kamen, läuteten die Glocken feier- sich zusammen. Durch die stille Kälte schien man förmlich stde vrtzvMsmrg zu spüren. In den Straßen war»s lebendig, lauter Kirchgänger, die mit stetigen Schritten durch die engen Straßen strebten. Die ganze Gesellschaft ging zur Kirche, auch der Amerikaner. „Sie, Herr Tschortschie, was kiimut Sie denn uff emol an?" Hildegard sagte es sehr verwundert. Mer der junge Mann Achte leichtherzig: „Warum nicht, wenn so schöne -Kirchgüngerinuen dabei sind." „DaS nützt Ihne Mr Nix! Sie müsse ja doch hinne stehe olerwe. i.n iwwerhaupt, Wege so was geht mer «et in die Kerrch!" Die kleine Hildegard wurde ganz ärgerlich. „Schäme Se sich Es! Am letzde Dag vnm Jahr, do macht Mer so M Dummheit--! Do schaad'S Ihne auch nix, wann Se mol weM sich selwer bei unse Herrgott gehe! Sie werre wvl gMAg ufs m Kerbholz hormoe, so 4 Wilder, wie Sie sm!" Er hörte schon nicht mchr auf sie. Er war wieder neben Hendrina, „Msfen Sie auch, daß -wir. M?« ichvü.. einen Naw-cu -gegeben haben?" . > „Einen NameN?"^ fragte HendriM - verwMt. „Ja, wiltzten doch nicht, wie Sie heißen. Mer, da Mir Sie ans das Schiff gehen sahen, haben, pir Ihnen.-den Namen des Schiffes gxgchen: „Maria Hendrina Am Goch'!". Und nun heißen Sie auch wirklich Hendrina?" „Maria HeiidriM von . Goch,"- wiederholte Hendrina träu» merisch. ,Hch heiße ja auch Maria Hendrina, wenn sie mich auch! XTUE HMdriwt nemiM. Rüd m Goch diu ich ja geboren." „Sie, wohirm sonst immer in Goch? ' lieber Heubrina van Enderts Gesicht ging ei« Scharten. „Ja," sagte sie zögernd, „immer. Ich bin noch nie heraus!- gekommen, nur als ich in Aachen im Kloster war." „Im Kloster?" „Sinn ja, in der Pensum. Bei derk RSnnchen. Zwei Jähre . war ich da." Sie sprach jetzt unwillkürlich wieder ihr PensionSdeutsch. Biel niederrheinisches war nberhrupt nicht in ihrer Sprache. „AH so! Ich dachte schon. Sie hätten selber Kloster stark werden wollen!" „Nonne!" Hendrina-lachte. „Ach nein! Vielleicht, wenn ich immer in Goch geblieben märe, nie heransgekommen. Aber so ! Nein, Norme werd' ich nimmer!" „Das wäre ja auch schrecklich! Em Mädchen wie Sie, eist Mädchen, das die Männer verrückt mache« 6mn!" Hendrina van Endert sah dem jungen Mann groß ins Gesichts /-Verrückt machen-" sagte sie. langsam. „Wie Sie nur sondere bar reden" E hatte wieder ihre Hemd ergrifsti?, Während sie durch eine enge djmkle Gasse gingen. „Ja, verrückt machen," wiederholte er leise. „Sie, Marie Hendrina- von Goch, Sie firch solch ein Mädchen j Einer würde es Ihnen ja lwch sagen-. bald genug. Darum will ich's Jhnest sagen jwemt Sie's noch nicht wissen. Verrückt,, verrückt !" Er drückte ihre Hand, daß sie schmerzte.- Sie riß sich los. Doch da waren sie ja schon au der Kirchentür. Sie stand weit offen, Lichterglanz quoll heraus, Menschen strömten hinein, eine laue dunstige Lust mit WeihrMchduft geschwängert schlug ihnen! schwer entgegen. Hastigen Schrittes drängte Henrina Hildegard nach! Hoch« aufattnend kniet« sie in dem alten Kirchenstuhl nieder. Die Orgel brauste, .Helle Kiicherstdmnen sangen. .Hendrina van Endert sucht sich zu fassen. Wenn das Schwester Milomela wüßte, die ihr immer gepredigt hatte, daß vor dem Haufe des Herrn jeder weltliches Gedanke zurückbleiben müsse. Sie betete angstvoll, sie zwang sich, mrf die Predigt zu hören, die der Geistliche mit ihr fremdem, oberrheinische« Dialekt hielt. Sie sah starr aus das Altarbild vor sich. „Saneta Hildegardis". Ja, das mar dis Schutzpatronin der Hildegard. Die Hildegard hatte einen so leichten Sinn, ein so leichtes Herz. Sie schielte seitwärts nach ihr hin. Tie kniete iw mit rotem Backen und lachenden Augen. Ob der auch schon einmal einer gesagt hatte, daß sie die Männer verrückt mache? O pfui doch, mir nicht daran denken. Sie hörte nichts von der Predigt. Erst «M. wieder Gesang erscholl, wachte sie ans ihren Träumereien auf. Tau» drängte alles ans. der Kirche. Sie wurde mitgerissen von dem Menschenstgom,. (Fortsetzung folgt.) vie Strafte von Meßina. Von Ernst Zeh. Rasch entfleucht der Gegenwart Freude und zu mancher Stunde möchte man sagen: „Verweile doch, du bist so schön". Aber eins .sinnende Trösterin, die Erinnerung laßt uns in einsamen Stunden oft all. das in ungetrübter, jü Verklärter Reinheit wieder durchkosten, was in früherer Zeit Herz und Geist and die Sinne beugte. So greife ich zuweilen zu meinen gesaumielten Reisebriefen und die darin enthaltenen Notizen zaudern Bild um Bild vor das geistige Auge, all die Bilder, die einst das Leibliche schaute. Aber wie wird danij diese Erinnerung plastischer und wie steigt urplötzlich das Bild in stnrer ganzen früher erschauten Deutlichkeit aus dem Lande der Vergessenheit «nipvr, iverm eS eine SchreckeuSkun.de ist, die und an das erinnert, was wir selbst einst geschaut, an ein Bild wieder zurückdenken läßt, bei dessen Anblick sich unser Auge erfreute, sich nicht satt trinken kannte voll Schönheit, Glanz und Licht, datz man an das schöne Sprüchlein sich hatten mußte: Trink, e Auge, was die Wimper hält Von dem. sourenen lieberfluß ser Welt. AuS denr von Naturkatastrophen so schwer heimgesnchtrir itaiieh Nischen Larch« bringt «ine Nachricht, welche wohl m jedem .Leser 23. ' welche durch Me Beden dem Larrd so unauSlüschbare tiefe Wunder« geschlagen. - Dunkle Wolken lagern schwer auf den Gipfeln der hohen H«rg-Mssen, imb finster droht die Insel, bis das reifend geregelte Messina uns freudiger flammt. Herrlich liegt es" in einem Garten von Agrumen, dunkelblau wallt das Meer zu den WKen dieser. Meeresürant, ein Name, den die Stadt in Anbetracht rhres^so gerühmten Hafens und ihrer prächtigen Lage gewiß verdiente. Durch die dunklen Wolken über den Mrgen im Sinter« gMilde WeM sich Mtweise ein stark gebwehencr Sonnenstrabl der mit 1 einem gelblichenLicht den zauberischen Effekt der Szenerie erheblich steigert und von dem es wie ein Bangen und ein Grausen ausgeht, das über den Bergen liegt. Zarte Nebel lagern über dem Strand und bedecken eine Farbenpracht, die hie und da in einem tiefen Ton« leuchtend, aber doch gedämpft hervorbricht. Neber dem Lande lagert jener Duft, der alle Gegenstands in der Entfernung so wundersam verklärt !vie ein in d-a-I Meer hineingezanbertes Land. .. Diese Eindrücke wird wohl kein für Naturschönheiten eniP- sanglicher Mensch vergessen; und nun ist über all diese Pracht der Me Tod und ein lähmendes Entsetzen hinweggestärmt, der Tod, der sich mchtS kümmert um blühendes Leben, Schönheit und Paradiesespracht. . Li» DMevftn. Erzählung von Gnstav Wied. Autorisierte llebersetzung von Ida Anders. . Und wären wir nicht vier Menschen gewesen, die ihn mit eigenen Augen sahen," schloß der Erzähler, „so hätte ich nie über die Geschichte gesprochen." ■V ' »Das. war ein Ditlevsen," sagte ein kleiner, fetter, lebendiges Herr auf dem Sitz gegenüber. „Ein richtiger Ditlevsen!" Und dann lachte er. »Kas Mr einer ?" fragte der Mann, der eben erzählt hatten „Ein Ditlevsen!" „Was ist das sirr 'n. Ding?" _ „Ja, nun sollen die Herren bloß lwren! Und es ist wahrhaftigen Gott wahr! Es war an dem Abend, als ich Laura cm- geladen Hatte." „Was für eine Laura?" fragte eilt Anderer. =§is> das tut nichts zur Sache. Sie hieß eben Laura.- Wir Uif;eit beim Destert. Knackmandeln und ein leichter Fraucn- zrmmerwein. Ich weiß nicht mehr was für einer. Das Zimmer, war festlich erleuchtet. Vor dem Spiegel brannten zwei Lichte und in den Lampeilen an der Decke drei. Wir saßen alle beide auf dem soia und knackten Mandeln; sie für mich, und ich tot sie. Denn sie war ein nettes Mädel. Da Topfte es an die Tür. Laura hielt mitten in einem Gelächter inne. Sie hatte versucht- zwei Knackmandeln in meinen Nasenlöchern zu. besestlaen. Denil sie war auch ein lustiges Mädchen. „Pst!" sagte ich. „Ich bin nicht zu Hause." „Nein, flüsterte sie. Und wir saßen mäuschenstill. Es klopfte wieder. ?l°8 wohl sein?" flüsterte Laura. „Ach, das ist ja ganz gleichgiltig," sagte ich, „sitze nur still." Es klopfte ium dritten Male. »Du wirst doch fragen müssen, wer da ist. Am End« . . ." „Nein, sagte ich, „laß ihn nur klopfen. Nun sitzen wir hier so gemütlich." Aber da begann es aus Leibeskräften an die Tür zu donnern, und Laura begann zu kichern. Denn das müssen ja die Frauenzimmer. „Ach, laß da§ sein, Laura," sagte ich. „Er kann es ja hören." 4 Und sie nahm ein Sofakiffen und hielt es sich vor das Milcht. Doch üas Wesen draußen mußte uns trotzdem gehört haben, denn letzt wurde es ganz wild. Es schlug mit Händen und Flitzen. »Ach, Gatt," sagte Laura. „Er ist betrunken." , „Ach, Unsinn, sagte ich. „Er ist wütend. Aber ich must doch fragen, wer es ist." Und ich erhob mich und ging zur Tür. „Wer ist da?" fragte ich. „Guten Abend," sagte eine Stimme. „Guten Abend," sagte ich. „Sind Sie nicht Herr Petersen?" „Jawohl." „Ich sollte grüße» rmd bitten. . ." . , "A'-ba"ke" sagte ich. „Wollen Sie freundlichst sagen, datz ich krank bin. . ." „Ich sollte von Ditlevsen grüßen und sagen,,." „Von wem?" „Von Ditlevsen?" „Ditlevsen?" »Ää — Ditlevsen aus Warnemünde." . "Nrm wird s bunt!" sagte ich und mußte lächeln, denn Lama ’ßff ganz flach vor Lachen aus dem Sofa. „Horen Sie mal," jagte ich und legte den Mund an do« Ocht nur dü§ tiefste MitgeffW aüslöftn muß, sonderft auch Ge- danken zeitigt, ivelche in dem Strome des sonst gleichmäßig dahin- ffießeuden täglichen Lebeüs '-ich nicht an die Oberfläche wagen. Kino gewaltige, durch das bloße 'Lesen gar nicht auszudenkende NaturkatastWphe hat die. Südspitze Italiens getroffen, in der Straße von Messina Verheerungen sondergleichen angerichtet, das .. Hlühende Messing und viel« andere Ortschaften dem Hrdbodey Hleichgemacht. - . ' . Und nun ziehen ,in greifbarer Deutlichkeit all die Mftwr lpieder vorüber, die mit ihrem- Zauber einen. nnaiislöschlichen Eindruck Hinterließen. Wohl n«ren es nur Eindrücke, ich möchte sagen ÄtpressionistWer Art, die ich bei einer Durchfahrt -durch die Straße von Messina auftiahm, aber doch so voll Kraft und bleibeit- her Dauer in der Seeke> daß sich heute das wiedergtzbe,-was ich-vor Jahren schaute. - Im Jahre 1906/07 brachte mich ein Dampfer der Hamburg- Mmerika-Linie auf dem üblichen stßeg« über Lissabon, Neapel, Port Said usw. nach Ostasien. Am 3. Dezember 1906 verließ das Schiff den Haken von Neapel. Pfeifend strönite der Wind, Mir leichten Regenböen vermischt, gegen di« Kabine, und summte wunderlich in den Ventilatoren. Ab und zu warf sich «ine Woge Mit Ungestüm auf das Schiss, daß es knisterte und knackte, bis der Wasserschwall abgelaufen war. Aber am 4. Dezember frit?} kräuselte sich das Meer nur üt leichten Wellen, die um den direkt Nus dem Meer emporsteigeuden Stromboli ihr Spiel trieben. Alm Himmel verlor sich der Blick in ein endloses Blau. Der Stromboli ist rat ständig tätiger Vulkan, über den die Rauch- wolken sich Misbreften, Schlacken und Asche werden zum Himmel m«porgeschleudert, glühend« Lava Mrzt von oben herab dem Meere zu, sengend und brennend. Und dennoch, gerade als wollte es sich, in den Schutz des gefährlichen,,seurigen Riesen begeben, ; liegt ein Dörflein hineingekauert zu feinen Füßen. Aber wie ein Mvdig brummender Alter im Kern gemütlich und gutartig ist, so M)etnt oiese Eharaktereigenschaft auch der Stromboli zu teilen, Da cs bei seiner ständigen, brummigen Laune zu keinem explosiven, gewalttätigen, urplötzlich leidenschaftlichen Jähzorn kommen kann. Der -«trvmboli gehört zu den liparischen Inseln, die alle vul- Dainschen Ursprungs sind mü» jäh aus dem Meer emporsteigen. Strombou, der einsame Rancher im Meere, wird Keiner und Neurer und unsere Amgen rvenden sich von ihm und blicken mit ©tnmninij auf ein ttt der Ferne blau auffchimmrrndes Land, das Naher mw näher kommt, Ealabrien und Sizilien. Zwischen hin- «rrcy muß unser Schiff, gerade wie in ein gewaltiges, riesengroßes Aw Mein, hindurch durch die Straße von Messina, und nun ^.tie ich gewünscht, einen iwppeiten Leib zu besitzen, um all das Neue aumehmen und verarbeiten zu fötnren, was mit magischer Gewalt hübm und drüben lockte. Di ist es doch etwas anderes, 'strande entlang fahren zu können, wo panoramaartig rai Fleckchen Erde vorüberzieht. Aber hier! Man muß sehen Md ’Ä1 -.iv^der sehen, bald rechts, bald links, ^tzkt,a!l -,-alt uns gleiche Pracht und «uhöuheit gefangen. Zur Linken grüßt Jtcftien mit einer wahren Fülle von Nalurschün- ^ftra, Mturimindcri', Raftlrgeheimnissen. Die schluchtenreiche Sudswtze Kalabriens, der steile Abfall des Asprvmoiitegebiraes Sv-ro toit der Mittagssonne getroffen und eine-unendlich reiche Faroeitskala wird M wundervollen AKorden gestimmt, hoch von Den dunklen Bergen im Hintergrund herab Über braune Felsen, Hrum Marten, weihe schinrmernde Häuslein, int Gegensatz dazu Mrabe dunkle Vegetation; hinüber zieht dann diese' Farbenwelt Abt rat denkelblan schillerndes Meerwasser zum jenseitigen strande, über den sich dunkel, ernst rmd feierlich das sizililch- Berg- Ämd empvrtrü-m-t. . Schlucht um die ander - gähnt uns. aus Calabriens Berg- «onuenblitze, dre hineinleuchten, scheinen uns ihre verdeckten ipehraiinisse erschließen zu wollen, lvährend wiederum ZchwarMNk^^atten liegende Klüfte uns etwas wie schaurige ^lden Men zerklüftete Klausen ahnen Tülsci!. Nicht gleichmäßig baut sich das Bergland auf, in birntester Unordnung türmen sich SchlmFen, Hohe MrgEra und in toer wei? ?bcr mlt grün bewachsene Plateaus ^rramnder. Auf den Platemis zittern dann die Somtenaeister ^r^i.e.Tl4Le ^'arf von der Umgebung ab, als wären sie bestimmst in ihrem SonnenglaiW den Göttern einen Festvlatz abzugeben ffllÄf *F- b?" Bergen und Abhängen, toprfLhmL sL ! y(i.br e Schluchten hinein, m kunterbuntester Ab- Wechselung ifte Wohnungen der Ealabrier. Scilla sprinat ans Festen erbaust gegen den tyrrhenischen Eingang Mlteü 2% ^ex d---kt da nicht an die Worte de? die ui mi rhr . 'm Scstttam, qm vult vitare Charybdim." Aber Unb nun wende brate Augen, den» auch drüben auf Sizilien« Urbenakkorde vom Himmel Mr ErL/ des Siziliens ist-tektonisch als eine Fortsetzung °* ^urnnenMges zu betrachten, und luese einst vmmrmhaugKchen Kebrrge Talübrckn» und SiMeÄ sind a, Z4 Schlüsselloch, „waS ist das fite ein Ditlevsen, von dem Sie da immer erzählen?" Nun begann Laura Lachkrämpfe zu kriege», de»» dte Frauen- zimmer können ja nie Maß halten. „Hör mal, Laura," tagte ich, ,,bii darfst wirklich Nichts Der ' Mann wird ja draußen ganz wild!" „Wo ist der Ditlevsen?" fragte ich. „In den „Dreihirschen" — — „So. Aber ich kenne ihn ,licht. . „Sind Sie denn nicht Herr James Peterien? ''Dann müssen Sie cs sein. Ich sollte grüße» und frage!?, ob Sie nicht mit Ihrer Schwester hinkommen und der tnm zu Abend esse» wollteir?" . , „Vielen Dank," sagte ich, „es ,st sehr liebenswürdig von Herrn Ditevsen, tvirkllich, aber —. —" „Er sagte, er hätte, durchaus mit Ihnen etwas Wichtiges zu besprechen." , , ,, , , „ „Ja. aber, lieber Freund, tagte ich, „ich kenne den Herrn eben nicht." „ ‘ „Sind Sic denn nicht Herr Janres Petersen?" „Ja, bei Gott dem Allmächtige»! Aber —' „In. dann sind Sie.es doch," ertönte, es »»verdroßen hinter "Es ist doch wohl besser, daß du aiifmachst," flüsterte Laura. „Ich kann mich ja verstecken." „Wo? Wetui ich fragen darf." „Im Klciderfchrauk —" , „Unsinn!" sagte ich. „Und ich fitze doch auch Nicht, allem hier und fresse Knackmandeln beim Schein von fünf Lichtern.' „Wann ist er denn angekommen?" fragte ich, wieder zur Tür gewandt. . , ' „Er ist gestern abend mit dem Gedferzng gekonimen. Es ist da etwas mit Ihrem Bruder." . , „Mit meinem Bruder? Sitz doch itiait immer da und grinse, Laura! Ich kann liicht verstehen, was der Meilsch sagt! —■ Mein Bruder?" , „Ja, Ihr Bruder aus Deutschland. Er ist wohl auch da! „Was sagen Sie, Mann? Er ist auch da!" „Ja, aber das sagte Ditlevsen, dürfte ich nicht verraten." „Hör mal, Laura, ich muß hin. . . Wollen Sie Herrn Ditlevsen grüßen und sagen, ich wurde gleich kommen." . „Jawohl — Gute Nacht!" „Gute Nächt!" „Haft du enteil Bruder in.Deutschland?" fragte Laura, als der Mann fort war. „Ja, gewiß. Aber ich kann's nicht begreifen. Mittwoch hatte ich von ihm einen Brief aus Libau. Na, aber, ich muß ja in die Treihirschen! Du kannst solange hier bleiben." „Neiii, ich trau' mich nicht! Ich trau' mich nicht, allein hier zu bleiben. Wenn nun deinem Bruder etwas passiert ist?" „Passiert?! Was ist das für'« Unsinn! WaS sollte ihm passiert fein!" sagte ich, denn manchmal kann ich auch wütend werden auf die Frauenzimmer, wenn sie mit ihrem Gewäsch kommen. „Na, ja, daun mußt du dich anziehen. Dann gehen wir zusammen hinunter." „Das ist ärgerlich! Nun hatten wir es so gemütlich!" seufzte Laura. Ja—a," sagte ich. „Aber beeil' dich jetzt bloß ein bischen." Wir machten uns beide straßenfertig, und Laura steckte eine .Handvoll Knackmandeln in die Tasche und blies die Lichte aus. Und dann gingen wir. Unten an der Ecke trennten wir uns, und ich machte mich eiligst ans den Weg zum Hotel. Als ich es erreicht hatte, bat ich den Portier, nur Ditlcvseus Zimmer anzugeben. „Nummer dreizehn, zweiter Stock," fagte er. Ich lief die Treppe hinauf und klopfte. Niemand aui-- wortete. Ich klopfte wieder. Kein . Laut. Ich öffnete die Tür. Alles dunkel. „Der Herr ist ausgegangen," sagte eine Stimme neben mir. Sic gehörte einem Zimmermädchen. „Er ist ausgegangen?" „Ja, vor einem Augenblick. Ist Ihnen der Herr nicht auf her Treppe begegnet?" „Nein. Heißt er Ditlevsen?" „Das weiß ich nicht. Das steht unten auf der Tafel." Ich wieder hinunter. Ganz richtig. Da stand: Nr. 13, Ditlevsen, Warnemünde. „Ist Ditlevsen ausgegangen?" fragte ich den Portier. „Das weiß ich nicht. Aber ich werde Carlsen fragen." Und damit verfchwand er in einem Loch unter der Treppe. „Ja," sagte er, als er eine» Augenblick später wieder auf- tauchte, „Herr Ditlevsen ist in diesem Augenblick fortgegangeu unt einem anderen Herrn. Er hat Bescheid hinterlasten, er ginge zu James Petersen. Haben Sie ihn nicht hier draußen getroffen?" „Nee," sagte ich, „bei Gott nicht!" Und dann eilte ich wieder nach Hause. Aber da war niemand. Zch ztzicheie W Lampe au und begann zu warten. Aber , es kam keiner.- Ich aß alle Knackmandeln und trank den Wein. Abep es kam immer noch keiner. . Es wurde elf und es wurde zwölf. Aber es kam immer und.immer noch keiner. Da ging ich zu Bett, wütend auf die ganze Welt. Nachts träumte ich, daß ein Schiff ans Warnemünde die Treppe hittaufgefegelt käme. Und die Gällionsfigur bildete Laura mit einem FisMchwcmz, Mandeln efsend. Und als ich am nächsten Morgen um acht Uhr ins Hotel kam, sagte man mir, Ditlevsen wäre, um sechs Uhr mit dein Dampfer nach Petersburg gefahren. „Und seitdem nenne ich so eine Geschichte, aus der lein Teufel klug werden kann, einest „Ditlevsen", schloß der Keine, fette, lebendige Herr seinen Bericht und lachte gluckernd, daß feilte Augen völlig im Fleisch verschwanden. VsvM??chLes. * L u L u s i n d e r Kl n d e r k l e i d u » g. Die Mode umgibt mit Luxus und Eleganz nicht nur die großen Damen und die jungen Mädchen, sondern sie sorgt auch schon für das Baby im SteckWen, überschüttet fein kleines Bettchen mit Spitzen und einer Fülle delimer Schleifchcn, tut in Häubchen und Hemdchen das Menschenmögliche. Die kleinen Fräuleins, die daS. Gehen noch nicht gelernt haben, müssen trotzdem schon so schöne Roben haben:. Eine Pariser Firma bringt diese Saison Tüllkleidchen für sechs.Monate alte Babys auf den Markt, die das Entzücken der jungen Mütter erregen. Die Miniatnrroben haben die moderne Empireform und eine überreiche Garnierung von Valenciennes-- spitzxn; von her Schiilter geht an dor linken Seite eine Girlande kleiner Rosen herunter, die an dein winzige» Tailleitabsckliiß sich in einer breiten Äaudschleift verliert. Ein großer Luxus wird auch in Kapotteu, Mützchen, Logues und Turbanen für die Kleinen entfaltet: die ganze nmnuigfaltige Welt der neuesten Dameuhut-> formen spiegelt sich hier im Kleinen in einer niedlich kolettcu Puppengröße wieder, und der breite Pelzbesatz fehlt ebenso wenig wie das zarte Cwldnetz. Die kleinen Mädchen habe» mich schau, mit sechs und zehn Jahren ihr richtiges Toilettenbudget. So erzählt eine französische Modezeitschrift von der kleinen zelm- jährigen Tochter eines reichen Fabrikanten, der das Jahr 24000 Franks zu ihrer Verfügung steht, die sie für ihre Kleidung und sonst nach ihrem Belieben ansgeben darf. Man mochte nun glauben, daß die kleine Dame sich davon schöne Puppen und Spiel- sacheit kauft, aber das ist nicht der Fall, Das Kind treibt vielmehr einen ganz raffinierten Modeluxus, tragt nur seidene Strüinpie, von denen ein Paar trotz ihrer Kleinheit 38 Franks kostet. Jijre Schuhe kosten 60 Franks. Jeden Monat muß sic ein paar neue. Hüte haben, da sie sich die alten sehr rasck „über"trägt. und solch ein Hut ist nicht unter 120 Franks hcrzustellen. Ihre Rooen haben all den Luxus von Pelz, Spitzen und Edelsteinen, den nur eine verwöhnte Modedame sich leisten kann. So kosten denn die billigeren Kleider schon 3—400 Franks. Kein Wunder, daß die kleine Verschwenderin mit ihren 24 000 Franks nur schwer aus- . kommt und sich noch manche Toilettenwünsche versagen muß. * Weiberrevolte g ege u d t e A u s h e b u u g z u m. Heeresdienst. In dem Municipium Sacramento im brasilianischen Staate Minas wollen die Frauen und Jungfrauen nicht dulden, daß ihre Söhne, und Brüder, Ehcmämier und Bräutigams zur Dienstleistung in der Ä-rmec Hera» gezogen werden. Als jüngst die Aushebnugskommission im Rathaus tagte, drangen zweihundert wütende Frauen in den Sitzungssaal, zerrissen die Papiere und Akten der Kommission, zertrümmerten das gesamte Mobiler und drangen auch in einen Nebensaal, wo sie die dort verwahrte Url sw für die Geschworenen, veniichteteu. Die städtische Polizei wagte nicht einzufchrcitcn und hielt sich in respektvoller Entfernung- Es find daher auswärtige Polizeikräfte nach Sacramento lx-ordert wordm, «m das AuShebmig.sge.sMft gut ermöglichen. Riitfel. Die ersten siebst in manchem Laden Zn bteier Zeit du ausgestellt. Sie bergen dich, ivenns deine Täten Verlangen, vor dem Äug' der Welt. Mit mehiem dritten kannst du nmchen Dem kleinen Kinde eine Freud. Wie wird es -dankbar dich anlacken, Wenn deine Hand die Gab' ihm beut. Und kommt nun gar ei» Freund gegangen, Der dich zum „Ganzen' abends holt, So färbt wohl höher deine Wangen Die Ahnung, wie heut nacht man tollt. Friedberg. A. S t e i n in üiler, Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer: Fa ust rech t. Ncdaknonr E, Anderson, --- Romlionsdruck und Berlag der Brühk'fchen UutverstkülSEuch» und Stemdruckeret, R, Langs, Gießen-