Samstag den 9 Januar My Ei MH' hluüii s WMU Ä-MiKsÄÄ MMMLb Maria Hendrina von Goch, dtovelle von Luise Schulze-Brück. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wer der Beert fing jetzt an zu sprechen. Der stille Mensch glühte ja ordentlich an. Nein, er wallte das nicht. Nie und nimmer. Er nähme die Hendrina. nur, trenn sie ihn wirklich gern hätte. Und das hätte sie jetzt nicht, oder es wäre nur ein Gernhaben wie zu einem Bruder. Die Hendrina, die sei ja überhaupt bis gestern noch ein pures Kind geivesen, das nichts gemuht hätte von der Welt und Menschen. Das immer lute geschlafen hätte da unten in dem stillen Haus in Goch bei der alten Bas, abgeschlossen von dem, was wirklich ist. Jetzt, jetzt sei sie wach geworden, er hätt's gemerkt, ordentlich gesehen gestern. Und jetzt wollte sie hinaus, wollte das Leben sehen, mit driimen fein, wollte auch wie andere Mädchen eine Jugend haben. Und wenn der Oehm klug wäre, dann liest er sie. Denn in der Hendrina, da sei tvas brüt, was sein Recht wolle, rind was man nicht tot Machen könne. Der Alte hörte ihm zn tvie halb betäubt. Nein, das konnte doch der Beert nicht sein, der stille Mensch, der da vor ihm stand, mit den Händen fuchtelte, mit glühenden Augen sprach, Tinge sagte, die seinen Plan umwarfen, den schönen ivvhlgefügten Bau zerstörten. Er tobte, nannte ihn einen Narren und Schwätzer, der sich sein eigen Glück um müstige Grillen verscherze. Aber Beert blieb fest. Das sei sein letztes Wort. Bon ihm habe der Oehm nichts @u hoffen. Und wenn die Hendrina sich nun in einen ander verliebe! In so einen oberrheinischen Windhund und Nichtsnutz? Wenn einer sie ihm vor der Nase wegschnappen will, tvas denn! Ein Narr ist er, der Beert, ein Träumer und ein Dummerjan. Beert ivar still geworden. Er zuckte wieder die Achseln. Dann konnte er's auch nidjt ändern. Dann mußte er damit fertig werden. Aber das stand fest, die Hendrina durfte nicht gezwungen, werden, und es war schon besser, tvenn der Oehm auf ihn hörte, jhm folgte, der Hendrina hier eine fröhliche Zeit gönnte. Aber der Alte fuhr wild auf. Nein und nochmals nein. Und zum dritten Mal nein. Und er stapfte die Treppe hinan, schwer und zornig und rüttelte ait Hendrmas Schraiiko'ett. „Steh auf! Gleich!" Und noch einmal: „Mach vorwärts, fix! Schlaffst in den hellen Morgen hinein." Durch das Gitterwerk fragte die Hendrina ganz verwundert: -„Was ist denn? Ist was passiert?" Er nahm sich zusammen. So ging das nicht. Bor seiner Tochter hatte er.nie seiner Heftigkeit freien Lauf gelassen, sie kannte ilm gar nicht so. „Nä, aber steh' auf. Die Hilvcgard wollt' ja heut' morgen kommen. Mach', et iS schon bald zehn Uhr." „Marjosepp! Ja, ich mach schon." Der Alte zog seine Mütze tiefer ins Gesicht und rannte über das Estmgbord an Land. Unruhig lief er mit kurzen Schritten auf und ab, immer die Augen auf das Schiff gerichtet. Und jeder- mal im Vorbeirennen las er halblaut von den dicken Goldbilchstaben ab: „Maria Hendrina von Goch" „Maria Hendrina von Goch--" Tann blieb er einen Augenblick stehen und schonte mit Hoisten Augen ans die schmucke Kajüte, das blanke Deck, wo der Schiffs- spitz auch mtruhig mrd blaffend auf und ab lief. „Maria Hendrina von Goch." Die 'Kälte beizte ihm das Gesicht. In seinem Bart fwrest winzige Eisnadeln. Er achtete nicht darauf. Er sah nur noch das Schiff an. Ein prächtiges Schiff. Schöner fuhr keins auf dem ganzen Rhein. Gröbere vielleicht, aber fein so gut gehaltenes, so schmuckes. Sem halbes Lebe:: lang hatte er sich samt seinem Bruder geplagt, geschunden, gearbeitet Tag und Nacht wie der geringste Schiffs knecht. Seiner Fran hatte er nichts gegönnt, wie sich selber nicht, und wenn die schöne lustige Mainzerin nicht ihren reichen Vater gehabt hätte, der ihr immer uns immer wieder zngestopft hätte, da wäre es wohl schlimm gewesen. Sie hatte es noch erlebt, das; die beiben Brüder van Endert das Schiff bauen liehen, und als sie starb, und schnell darauf ihr Vater, da, ja, ixt war das Erbe gerade zur rechten Zeit gehmmoa, um ihres Manius Anteil an der „Maria Hendrina" bezahl..: zu helfen. Der alte van Endert stand einen Augenblick still. Er sah vor sich das Grab seines Schwiegervaters neben dem noch frischen Grabe seiner Frau. Und er erinnerte sich ganz genau, wie ihn damals der Gedanke gepeinigt hatte, — da, vor dem offenen Grab, — der Mie hätte das Erbe verklausulieren können, so daß er's nicht in die Finger gekriegt hätte........Aber nein, so schlau war er nicht gewesen, der leichtherzige Mainzer, — van Endert bekam das Geld, in lauter guten Kassenscheinen, und der Vormund der Hendrina gab gern seine Zustimmung, daß es in das Schiff gesteckt wurde, — das war eine sichere Anlage. Zehn Jahre hauste er nun darauf als der Herr, — den st der Beert, der war nicht zu rechuen. und fein Bruder hatte dafür geforgt, daß er nicht viel zn sagen hatte, — und wenn er die Hendrina heiratete, bann blieb alles, tvie es war. Und nun sollte das alles vielleicht anders werden, — der Alte stampfte grimmig mit dem schweren Hvlzfchuh auf, nein, er war doch noch da, er hatte noch die Macht unb das Heft in der Hand. Er würde beit zweien schon zeigen, was sein muhte und sein sollte. An einem der Kajütenfensterchen verschob sich der meiste Bor- hattg ein wenig. Die Hendrina lugte hinaus. Die würde sich wohl schön wundern, da st ihr Baler hier im Schnee wie unsinnig bin und her stampfte. Er zwang sich zur Ruhe, zur Ueberlegung. Eigentlich tonnte er ja gar nichts machen. Wenn der Beert die Hendrina nicht heiraten wollte, — so ein Narr —- anfzwiugen konnte er sie ihm nicht. Und sie nach Goch zurückbringen, das konnte er auch nicht, zumal, wenn die Hendrina nicht wollte. Der Mingärtner würde einen .Heidenspektakel erheben und womöglich in Mainz eine große Geschichte daraus machen. Die Sette in Mainz, die einzige Schwester seiner verstorbenen Fran, lauerte ohnehin schon 18 längst darauf, ihn einmal ins' Gebet zu Nehmen, weil er die Heu- drina so zurückhiclt, auch nicht nach Mainz gehen ließ. Und mit der Tante Sette wollte er sich nicht erzürnen, von ihr erbte die Hendrina noch einmal einen schönen Batzen Geld. Er blieb stehen und schlug die Arme taktmästig übereinander, um sich jn erwärme». „Dnnnerliel, en verflucht Geschicht." Frau- leutskram, Deuwelskram! Das war doch immer so gewesen, und nun sollte er das auf seine alten Tage nochmal erfahren. — Er spähte nach dem Himmel, ob sich wohl noch kein Witterungs-. Umschlag airküttdige. Aber der war kristallblau, nur rings am Horizont hing's wie ein rosiger Schleier. Das war die Kälte. Tie Sonne stand wie eine strahlende Kugel noch kaum über dem Rheingau. Nein, es mürbe nicht wärmer. Er kannte das. Acht, zehn, wohl auch vierzehn Tage lagen sie hier fest. Hier in dem verfluchten Bingen, ivv die Leute in beit Tag hinein lebten, grab', als ob alle Tage Sonntag sei. Als ob man nichts aus der Welt N tun habe, als lustig zu fein. Wie hatte doch gestern abend der Wcingürtner gesagt: „Ach was! 's Zukünftige! Fürs Gewesene gibt der Jud' nix, un auch net fürs Zukünftige! Wann mer nor immer ans Zukünftige , denke, sollt', da braucht mer jo gar net usf der Welt zu sein! 'S Zukünftige, des is L Bett do owwe nff'm Friedhof! To will ich erscht noch emol waS vum Gegewärtige haivwe, eh' se mich do euuff schleife! Lustig gelebt un selig gestorwe - heisst 'm Deiwel sei Recht verdsrwe. Du. machscht 'n mierig Gesicht un dcnkscht ans Zukünftige, un ich. denk ans Gegewärtige und mach e fideles!" Und die Hildegard, die war natürlich ihres Vaters Tochter. Gerade so leichtherzig, so schwätzig, so obenhinaus wie der. Da kant sie ja auch schon den Hafenweg herauf mit schnellen Trippel- schrittchen, eine weihe Kapuze um das braune Gesichtchen. „Wie so'n Heidenntädchcn," dachte der Alte grimmig. „Und so'n Winohnns hat sie auch schon bei sich, morgens in der Herrgottsfrüh." War das nicht der junge Mensch, der gestern die Hendrina so angelacht hatte? Run ja, natürlich war er's. Der hatte schon alles mlsgeschiwppert, der war schon mit der Nase ans der Spur. — Jetzt blieb er stehen und verabschiedete sich. Die Zwei lachten und schäkerten. . Er drehte sich zornig um, er wollte nichts sehen. Wer die Hildegard kam schon eilig daher: „Oehm, Oehm," rief sie lustig. Nun mußte er sich doch umdrehen. „Du bist es?" „Gtihde Marge, Oehm! Ihr macht jo e ganz verkrumpelt Gesicht bei dem scheene Wetter! Gelle, wie schee kalt! Heut middag gehe mer all' nach Rüdessem!" „All'," sagte der Alte. „Wer all'?" Die Hildegard lachte leichtherzig. „Ei, e ganze Hengel! Und die Hendrina darf nach mit! Ter Beert geht sicher mit." Ihre Augen funkelten. „Die Hendrina! Die is nit für eso Sachen!" „Oehm! Oehm! Seid doch net so! Mer kann doch so e groß Medche net behandle wie ä klä Kind! Eimol must se doch nnner die Lent'! Ihr wollt ie doch net ihr ganz Lewe in Matt' in wickle! Die will doch nach emol ä Mann kriege!" „Das is wohl die Hauptsache" knurrte der Alte! „En Mann! Mein Dochter brauch' hinner. keinem Mann herzelaufm!" „Herzelaufe! No ja, das nit! Awwer freie must mer sich doch Eine! Un die Hendrina, die wirb nach Eine wolle! Ihr Mndder hat doch nach Ente genoturne!" : „Wenn du hinner Mannsleut' Erlaufen willst." „Ich !" Die Hildegard war gar nicht beleidigt. „Das hawwe ich nach net riehdig! Awwer Spaß, will ich hawwe! Oott, Oehm, duht doch.net so! Die Tante Sette sagt nach —" „Mas sagt die Tante Sette?" „Ei, sie sagt, wenn Ihr Euer Hendrina bäh- zu eine Manche niache, vo bäht sie nach wisse, was. sie däbt." Der Alte murrte grimmig. „Verdrehte FrauenÄeut —" Un sic sagt nach — —" die kleine Bingerin lstelt inne. „Mas sagt sie?" Jetzt stampste der Alte grimmig auf. Die Hildegard war einen Augenblick ein wenig verlegen. Dann aber lachte sie lvck. „Sie sagd, Ihr halt' Zeit Eures Lebens uff Eurem Geldsack Messe un Hütt' keinem was gegönnt, un so wollt Ihrs aach mit der Hendrina mache. Un das könnt ihr net passe, un do döht sie noch liewer ihr Geld Uff die anner Seil' vermache!" Ter Alte fühlte ordentlich, wie es ihm eilten Stich gab — durch und durch! Das war ja natürlich mir ein schlechter Spatz von der Sette, im Ernst dachte sie nicht daran, den Bertvandten ihres Vaters ihr Geld zu vermachen, — aber wenn die erst davon Wind bekamen, wer. weist, tote die dann bohrten Und stocherten. Und wenn sie ihnen auch nur einen Teil answarf, — nein, das bürste sie nicht, jeder Groschen gehört ja von Gott und Rechts-. Wegen der Hendrina! Tie Hildegard sah ihn schlau von der Seite an. Sie wollte ihn schon kriegen, ben alten Knasterbart, der seine Tochter ein« sperrte und von allein zurückhielt. „Jo, und wann der Rhein jetzt zu is, do kommt se sicher. ÄÄrig Jahr war se aach da! Do wäre mer allzesarmne itr Rüdestem. Un die Tante Sette, die hot sich ä klääne Spitz geholt! Di«! war emol sidel! Die hot's was gerne, wann mer sidel is!" Sie liest das ein paar Augenblicke auf den Alten Mitwirken, der sich ordentlich krümmte. Tann fing sie listig wieder an: Am näschde Mittwoch is aach Bali hie" — „Mas geht das mich an," brummte van Eu „G'rad Euch nix. Aber die Hendrina! Die Hendrina, dis soll mit uff de Ball! 's is jo ä Schänd', dast die noch nie dauzH war! Wo se schnnn achzeh' Johr alt is. No die Tante Sette, die wird schee gucke, wann ich er das verzehl." Jetzt fuhr der Alte zornig in die Höhe: „Watt iS datt für ein Geschwätz? Watt wils dn kalsakte.ru? Scham dich matt, du! Wenn du «ix Besseres weist',, dann bis' als ganz still! Das ist alles dummen Frauleutskram! Bon meinslvegen kann die Hendrina mitgehn! Auch ans den Ball!" Tie Hildegard hüpfte ordentlich in die Höhe: „Seht Ihr, Onkel Endert! Ich haivwe doch gleich gesagt, der is net so schlimm, wie se all mache! Des wär ja aach schun «ich ä Berricktheit, wann mer ä Mädchen däht insperre wie ii Kattarievogel in ft Käfig. — Rn must ich's awwer gleich der Hendrina sage." Sie lief hurtig wie eine Bachstelze über das! Gangbord. Der Alte sah ihr zornig brummend nach. Dast sie -nit der Tante Sette drohte, das hatte ihn mürbe gemacht. Mochte sie denn mitgehn, die Hendrina. Das dauerte ja nur ein paar Tage. Und er wollte schon aufpassen. Mürrisch und einsilbig stapfte er am Nachmittag neben Steuermann Weingärtner über das Rheiueis. Borans gingen die jungen Leute, ein ganzer Trupp. Die Hildegard wippte lustig über die glatten Schollen, Hendrina ging langsamer und ängstlich auf dem mit Äsche bestreuten, gebahnten Wege. Es wurde schon dämmerig, die Sonne stand am Bergessanm und stillte mit rötlichem Schimmer das weite Tal, lockte ans den übereinander getürmten Schollen herrlichen bläulichen und rosigen Widerschein. Der ganze, in Schlaftgenwindnugett ans andere User führende Weg war wie besät mit Menschen, die sich in der Ferne wie kribbelnde schwarze Punkte bewegten. Wenn man zurückblickte, lag Bingen in rosigem Dust, aus dem Schloß Klopp und die massigen Türme dunkel emporstiegen. Die Fenster der Rochus- kirche hoch oben auf dem Berge glühten rot, der meiste Rauch aus den Schornsteinen stieg kerzengrade auf. Bor ihnen, noch weit, lag Rüdesheim. Seine Häuser schienen in den Schnee versunken, gran und weit, ganz geduckt an den Berg. Der Mond kaut über den Rheingan herauf, sehr groß, ganz voll, aber noch blast. ES war herrlich, das Tal zu durchqueren, / die gekesselte«! Wasser zu schreiten. Die scharse stille Mite b?.ete das Gesicht, liest das Mut schneller kreisen. (Fortsetzung folgt.) ErddLbensüM. Die geheimrnsvolle Ursache und die furchtbare Wirkung der Erdbeben hat von jeher bi.. Phantast« der Menschen ans das Lebhafteste beschäftigt und bei primitiven Völkern tote bei den Menschen des Altertums maimig- sältigc sagenhafte Vorstellungen hervorgerufen, in denen naive ErMrnngsversuche mythologischer oder dichterischer Art enthalten waren. Als eine Strafe Gottes, der die Wohnstätten der slindigen Menschen in ihren lstrmtd festen erschüttert und die Vergänglichkeit, die Gebrechlichkeit alles Irdischen durch die Gewalt seines Zornes erkennen läßt, erscheinen die Erdbeben yt der Bibel. So heißt es im 60. Psalm: „Der du die Erde beweget und zerrissen hast, heile ihre Brüche, die so zerschellet ist." Und im 114.: „Die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe. Vor dem Antlitz des Herrn erbebte di« Erde." Die Chinesen schreiben noch heute alle Erdbeben dem Werke böser Geister zu, und nach jeder Erderschiitte- rung werden den erzürnten Dämonen große Opfer gebracht, um sie zu versöhnen und ihre Wut zu beschwichtigen. Aehuliche Vorstellungen von einer übernatürlichen Ursache der Erdbeben werden von verschiedenen primitiven Völkern berichtet. So glaubten die Indianer Perus, daß Gott sich zuweilen von seinem Himmelssitze erhebe, um die Zahl der Menschen zu zählen; bei jedem seiner Schritte erzittere dann die Erde und aus der Stärke des Geräusches, das dann zu ihm empordröhne, ivisse er die Zahl der Menschen zu — 19 schätzen. Sobald daher die Indianer die ersten Anzeichen eines Erdbebens verspürten, liefen sie ans ihren Hütten hervor und schrien, auf den Erdboden stampfend: „Hier, hier sind wir!" Auf solche Weise wollten sie denk himmlischen Vater das Geschäft der Zahlung erleichtern nnd ihn davon abhalten, sich erst durch sein furchtbares Dahinfchreiten selbst von ihrer Existenz zu überzeugen. Nach einem furchtbaren Erdbeben an der Küste von Guinea, so berichtet der holländische Kaufmann Eufchart, erklärte der König utm Dahomey, es sei der Geist seines Vaters, der die Erde erschüttert habe, lveil die alten Gebräuche nicht mehr befolgt würden. Es wurden daher drei kriegsgefangene Häuptlinge geopfert, die denk Geiste des Verstorbenen melden sollten/ man werde fortan sich strenger an die altheiligen. Gesetze halten. Selbst auf der tiefsten Kulturstufe stehende Stämme, wie das Volk der Andamanen-Jnfeln, kennen einen Dämonen der Wälder Eromahangala, zu dem sie zitternd und schreckerfüllt flehen, wenn der Boden unter ihren Füßen erzittert. Auch die griechische Mythologie kennt solche Erdbebensagen. Obwohl die Natnrphilofophen schon früh den. Ursachen der Erdbeben wissenschaftlich uachforschten, und Aristoteles, wie Rudolf Hoernes in seinem großen Werke über Erdbebenkunde ausführt, die.. Grundlage für alle späteren vulkanischen Theorien schuf, so haben sich doch daneben populäre Vorstellungen erhalten, die dem Sinne des ae- meineu Mannes mehr zusagteu als alle gelehrten natür- ivispenschaftlichen Erklärungen. Als der „Erderschütterer" erschien den Griechen der Meeresgott Poseidon, wohl weil mau allgemein, wie Thales von Milet es ansqefiihrt, an- nahnr, daß die Erde vom Wasser bewegt und ■ erschüttert werde. Dre Lakehämonier z. B. stimmten beim Beginn eines Erdbebens einen Lobgefang auf Poseidon an; bei AristophaneS findet sich die volkstümliche Verwünschung: Poseidon, der die Erde erschüttert, möge dem Feinde alle ferne Wohnungen umwerfen! Daneben, werden aber auch den unter der Erde eiugekerkerten Giganten und Dämonen Kräfte zugeschrieben, durch die sie vulkanische Ausbrüche und Erdbeben Hervorrufen. Unter dem Vulkan der Insel Ischia lag schon nach Homer der Riese Typhoeus begraben; in Ovids Metamorphosen speit er aus dem Aetna Flammen und Useae aus. Hesrod schildert ein vulkanisches Erdbeben folgendermaßen : „Jedes Titanenbanpt sprühte Feuer und Flamme; zedes einen anderen. Laut ausstoßenb, erschreckliches Geräusch, bald wie Stöhnen eines Rieseuochsen oder wie das Gebrüll des gereizten Löwen, bald dein Gebell emer Koppel Hunde gleich. Solche Schreckenstone stiegen aus dem Innern des Gebirges auf." Nach dem Glauben der Romer war es die Erdgöttin Tellus, deren Zorn sich im Erdbeben äußerte; doch waren sich die römischen Priester nicht immer darüber klar, ob sie die Erde nicht auf Geheiß einer anderen Gottheit erschüttere, und hüteten sich daher, bei ihren. Opferfeierlichkeiteu überhaupt den Rauten einer bestimmten Gottheit zu nennen, weil sie fürchteten, die .Unrichtige auzurufen. In der nordischen Mythologie ivird <'vu, der Feuergott, mit den Erschütterungen de, Erde in Zusammenhang gebracht. Er ist in einer Höhle gefesselt- über ihm liegt ein scheußlicher Wurm, der ihm Gift ins Angesicht träufelt,, zwar hält Lokis Weib durch eine unter gehaltene Mchaie das Gift von ihm fern, aber wenn sie ganz angefiillt rst Utid geleert werde» muß, fällt ein Tropfen ■ft'i krüsn iit sich vor Schmerz'Uiid dann bebt und wmdet sich die Erde. Nach einer anderen germa- ^6^ nmwmdet Lokis Tochrer, die riesige Midgard- schfangi, den Erdball-mit ihrem Leibe und preßt sie bisweilen • I? >fttg, dap sie erschüttert wird. Aehnliche Ansichten stmen sich bei wilden Völkern. S) glaubten die Einwohner sudameritas, beim Erdboden schwimme eiir Walfisch durch ^.e'Japaner nennen da eine riesige ^'hbtr5Le M'ch.ckw' der Erschütterung. Wahrscheinlich hat das - wellenförmige Fortschreiten der Erdbeben au die P.^bung von Schlangen oder anderen Tieren erinnert. hAJÄ der Ehrwürdige führt die Meinung an. daß ifm, beE, die Eiche umfaßt hält, zuweilen, wenn rhm r.e Sonne auf dem Schwänz brennt, im Zorn danach schnappt und so die Erde erbeben läßt. Jedenfalls herrsch- mnicmc? ^chso bis ui die moderne Zeit hinein die phau-- doni Entstehen der Erdbeben, und V i,J .- l faßz in seinem'1582 I erschimp jum Tro!tat die Unklarheit der Ansichten vortreff- kL.öu^"nmen, wenn er sagt: „Ob aber in dem erdreich Sarmnen, als am Himel oder in küssten, die Hitz oder kelt Miteinander streiten, dadurch ein solch greulich erschröcklich Ken, schupffen, Hupffen, zittern, werffen, sollen, saußen pfuausen anrichten wie der donner und plitz, so kommt von kelt und Hitz. Oder, ob der Wind wider'das wasser oder das Wasser wider den wind, oder ein wind wider den andern, oder ein Wasser wider das andere, unter und gegen einander sich setzen, anstoßen und jrren. Oder, ob vielleicht ein Wassergang verfallen, verschoppet oder ob etwa iit der erd eilt gewölb eilige gangen seh, oder daß die Erdgeister und Bergmännlein streiten oder daß der meerfisch Celebrant — sich recke und strecke, die erd also unmäßig rüre und bewege, die auf ihm liege und ruhe, oder ivas doch ursacher sonst seh, dadurch und iveß wegen der Erdboden also geblökt, getruckt, getrengt, und gehebt wird — — das ist bei allen gelehrtesten, berühmtesten Naturforschern noch unerörtert. Dis Phstsgraphie eines VMankiisbrLchs. Die schwierige Aufgabe, einen Vulkan während des Ausbruchs zu photographieren, hat Frank Davey gelöst, indem er unter höchst gefährlichen Umständen von dem Ausbruch des Vulkans Makuawcoweo auf der Insel Havai mehrere Ausnahmen machte. Er gibt im Wide World Magazine von dieser kühnen Tat eine lebendig anschauliche Schilderung. Der Vulkan Maknaweoweo liegt auf dem Gipfel des Mauua-Loa-Kraters, einer vulkanischen Bergmasse, die sich 13 675 Fuß hoch erhebt. Als die Kunde von einem furchtbaren Ausbruch des Vulkans kam, unternahm Davey mit dem Geologen Professor Jugalls und vier anderen Begleitern, geleitet von drei Führern den Aufstieg. Als man sich dem „Gebiet des ewigen Feuers" näherte, tat sich vor dem Blick ein unendliches Lavameer auf, eilt Chaos auf- und ab- wogcnder Linien mit .zerklüfteten Schluchten und messerscharf emporragenden Klippen, in dem die Pferde nnd Maultiere nicht mehr vorwärts kamen. Inmitten dieses tran- rigen Labyrinths lag der große Krater des Mäkuaweoweo, m dessen Tiefe die Bergsteiger mit Schaudern blickten. Ein See von flüssigem Feuer brandete da unten in einigem Ansrühr und ewigem Wechsel. Bald schoß feurige Gischt daraus hervor in einem blendenden Farbenspiel, bald glühte die Tiefe in. rauchumdunkeltem, unheimlich brennendem Schimmer. Von hier aus konnte man einen Neberblick über die einzelnen. Kegel gewinnen, die zum größeren Teil sckion wieder „tot" waren und in majestätischer Ruhe dalegen, während rings um sie das furchtbare Werk ihrer Zerstörung ausgebreitet war. Einige rauchten noch, aber nur ein einziger war noch in voller Tätigkeit, und seine düster gen. Himmel lohei.de Fenerfäule leuchtete nun den Forschern E ersehntes Ziel entgegen. Wie eine Fontäne der Hölle lieg der, Vulkan gewaltige Strahlen rotglühender Lava . empor pyietzeu; ein dumpfes Grollen wie von vielen fernen Kanonenschüssen begleitete das wundersame, in alle Farben des Regenbogens getauchte Schauspiel. „Es ist unmöglich, die Großartigkeit dieses Ausbruchs zu schildern. Einige der emporgeschleuderten Massen hatten die Größe eines Pcerdes lind waren weißglühend, als sie emporgeschlendert Sie flogen so hoch, daß sie sich während der Zeit ab.uh.,en und als schwarze erstarrte Klumpen herabstürzten. Der Rauch wurde glücklicherweise von dem Wind nach der entgegengesetzten Seite hiugetriebeu, so daß wir nach einem Marsch von neun Stünden endlich so nahe an dem Vulkan standen, wie es die furchtbare Hitze erlaubte. Ich machte mehrere photographische Aufnahmen. Die Groß- artrgtn t der Szene wuchs noch, als die Sonne sank und am Himmel einen brennenden Hintergrund schuf. Als wir uns zum Rückweg rüsteten, änderte sich plötzlich die Windrichtung, und zu unserem Entsetzen sahen wir eine Schwefelwolke ficy über unseren Weg hinwälzen. Diese Dampftnassen sind mit Schwefel und giftigen Gasen so ganz erfüllt, daß es für Lebewesen unmöglich ist, darin, zu existieren. Ein Hin- durchdrsngen bedeutete also den Tod und wir versuchten daher nach der anderen Seite hin vorwärts zu kommen, fanden aber die Lava, zu heiß. Sie gab unter den Füßen nach und ließ eine unerträgliche Hitze- hervordringen, so daß ivir den Erstickungstod einem langsamen Verbrennen vor- zogen. und uns zu der furchtbaren Maner voll Giftdampf zuruckwandten. Wir versü ßten mehrere Male hiudvrmzu- druigen, aber schauderten, fast erstickt, immer wieder zurück. Vor uns der Schwefel, hinter uns das Feuer! Da im gefähr- ttchsten Moment sah ich plötzlich in dem Schwefelrauch durch den Wind eine Oefftmug gebildet, hinter der reine Luft 20 blaute. Ich machte die anderen aufmerksam, und wir rannten über die siedend heißen Lava, so schnell uns unsere Füße trugen, um unser Leben. Glücklich kamen wir durch biege» schmalen Hoffnungsbogen in der Dampfmauer hindurch; dann wälzte der Wind wieder eine giftig dunkle Masse darüber hin. Wir atmeten beglückt neuen Lebensmut mit der reinen Luft ein unb waren der furchtbaren Hölle von Feuer und Rauch entflohen. Ich hatte meine Camera auf unserer wilden Flucht verloren, aber glücklicherweise die Platten mit ben Aufnahmen gerettet." Verinsßchtes. * Der strenge Frost der lebten Tage hat Sem und Flüsse mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Warn»! aber findet sich das Eis nur an der Oberfläche und bildet hier eine elastische Decke? Der Grund ist die merkwürdige"Veränderung der Dichte des Wassers bei TempLraturschivankungen; die größte Dichte und damit die größte spezifische Schwere des Maklers liegt nicht beim Erstarrungspunkt. Hiervon kann man sich leicht überzeugen, wann man ein Röhrchen mit Master füllt und diesen einfachen Apparat allmählich abkühlt, ivobci die Temperatur sorgfältig mit dem Thermometer zu kontrollieren ist. Zunächst zieht sich das Wasser bei Abkühlung zusammen; bei einer Temperatur ,von Plus vier Grad erreicht es jedoch seine größte Dicke und bei neuerer Abkühlung dehnt es sich wieder aus. Allerdings wird die Eisschicht an der Oberfläche immer dicker, und »Venn starker Frost fahr lange auhält, kann das Gefrieren doch, wenigstens bei flachen Gewässern, bis zum Grunde gehen. Mitunter freilich kann sich Eis doch am Grunde des Wassers selbst bilden, während die Oberfläche flüssig bleibt. Jedoch tritt diese Erscheinung nie bei Teichen oder stehenden Gewässern ein, sondern nur bei fließenden. Bei starker Strömung verhindert die Bewegung die Eisbildung an der Oberfläche, und die ganze Flüsfigkeit nimmt allmählich eine Temperatur an, die dem Gefrierpunkt nahekommt. Nun tritt die Eisbildung zuerst an deu ruhigsten Stellen ein, also am Boden und es bilden sich Eisklümpchen, die au Pflanzen und Steinen festhaften, bis sie, wenn sic größer geworden sind, durch den Auftrieb losgerissen und- an die Oberfläche geführt werden. * Wenn Könige reise n. Als König Friedrich Wilhelm III. um 1830 eine Reise durch Brandenburg machte, wurden in einem Städtchen, wo er übernachten wollte, zu seinem festlichen Empfang große Vorbereitungen getroffen. Zumal der Bürgermeister, von dem die Rede ging, daß er kein großer Sprecher sei, war in großer Aufregung, und der Ratsdiener verriet unter dem Siegel der Verschwiegenheit, daß er schon zweimal den Papierborv, gefüllt mit angefangenen Begrüßungsreden, geleert habe. So kam der feierliche Tag heran. Die Honoratioren standen an der Ehrenpforte, als der Reisewagen des Königs verfuhr. Der König stieg aus, der Bürgermeister trocknete noch einmal den Schweiß von seinem glühenden Antlitz, verbeugte sich und begann dann: „Zu Dionys, dem Tyrannen, — Schlich Moros, den Dolch int Gewände —, Ihn schlugen die Häscher in Bande. . So deklamierte er, das L cheln des Königs und das Staunen der Umstehenden als Ermunterung betrachtend, die ganze „Bürgschaft", um am Schlüsse mit einem aufatmenden Seufzer zu schließen: Ich sei, gewährt mir die Bitte, — Hoch lebe Friedrich Wilhelm der Dritte. Also um dieses Schlußreims willen die ganze lange Ballade Schillers! Zu dem heiteren Beifall, den diese sonderbare Begrüßungsrede weckte, gab der König das erste Zeichen. — Friedrich Wilhelm, durch die Erfahrung gewitzigt, unterbrach bald darauf, als in einer anderen Stadt der Bürgermeister zu einer langen Siebe mit den Worten ansetzte: „Als Hannioal über die Alpen zog . . den Redner: „Da hatte er keinen so großen Hunger rote ich!", das Oberhaupt unter den Arm faßte und gemütlich sagte: „Kommen Sie, Herr Bürgermeister, »vir wollen zum Frühstück gehen!" _■* Ter Hund von — Pilsen. In den Weihnachtstagen ereignete sich in Pilsen eine Geschichte, die eine wundervolle Bereicherung Bramscher Tiergeschichten bilden würde. Das zwei- cinhalbjährigc Kind einer Dame, die gewöhnlich Nachmittags mit ihrem Hunde in derselben Konditorei -erschien, war gegen drei Uhi aus dem Fenster gestürzt und glücklicherweise unverletzt auf dem Hofe liegen geblieben, obgleich der Sturz, ans einer Höhe von dh'^i Stockwerken -geschah. Zufälligerweise war an diesem Tage die Dame ohne ihren Hund ausgegangen. Sie befand sich gerne wie üblich in der Konditorei, als plötzlich, ihr Hund triefend vor Nässe und mit Zeichen höchster Aufregung erschien und seiner Herrin zu verstehen zu geben versuchte, ihm zu folgen. Verwundert willfahrte die Dame dem Begehren ihres Hundes und dieser führte sie nach ihrem Wohnhause und auf den Hof, wo das .Kind noch minier auf einem Sandhaufen lag und sich, wohl die Folge des Schreckens, ganz ruhig verhielt. Tas merkwürdigste aber war, daß der Huno, der sonst mit seiner Herrin den alltäglichen Weg nach der Konditorei über eine Brücke znrücklegen mußte, ins Wasser gesprungen war und den Fluß durchschwommen, hatte, wodurch er seinen Weg um mindestens zehit Minuten abgekürzt hatte. Das kalte Bad im Winter hat dem Hund, der sich ganz wohl befindet, nicht int geringsten geschadet. * Der sicherste Raum auf Erden. Einen intet» essanten Transport konnte man kürzlich in Newyork beobachten; die National City Bank bezog ihre netten Geschäftsräume, und bei dem Umzug wurden nicht weniger als 60 Millionen Dollar gemünztes Geld unb annähernd 500 Millionen Dollar Wertpapiere in ben neuen gewaltigen Kassenschrank überführt, den die Bank in ihrem neuen Hanse errichtet hat. Hunderte von Privatdetektivs waren engagiert, um den Transport zu begleiten und gegen den Handstreich von Einbrechern zu sichern; nun, darbet Schatz in dem neuen „Kassenschrank" ruht, mögen die Direktoren erleichtert aufatmen, beim wohl keine Schatzkammer der Welt ist gegen die Gefahren einer Feuersbrunst ober gegen bie Finbigkeit kühner Einbrecher besser unb umsichtiger geschützt als dieser neue „Safe". Da es in ben Vereinigten Staaten schon mehrfach vorgekommeil ist, baß selbst breifach gepanzerte Kassengewölbe von Einbrechern gesprengt wurden, die die Mühe nicht scheuten, das ganze Grundstück zu unter- minieren unb so durch einen Tunnel sich einen Zugang zu den Schätzen zu schaffen, hat man fürsorglich bicsen neuen Kassenschrank nicht etwa in bie Fundamente des Hanfes verlegt; er ruht auf großen Siiitfen frei in einer gewaltigen Halle unb ist so von ben Wänben völlig isoliert. Die Panzerplatten haben eine Dicke von einem halben Meter. Sie sind mit einem System dünner Drähte umgeben, die mit Elektrizität geladen sind und bei ber geringsten Berührung sofort tausende von elektrischen Läutewerken im ganzen Hause in Bewegung setzen. Eine weitere Vorrichtung ermöglicht es, durch ben Druck auf einen Hebel ben Kassenschrank sofort mit einer bichten Wolke heißen Wasserbampfs zu umhüllen. So haben denn bie Einbrecher alle Aussichten, sich an biajetn neuen Safe buchstäblich oie Finger zu verbrennen. * Von Wilhelm Busch. In der Zeitschrift des Allgemeinen Teutscheri Sprachvereins wird auf prächtige Aussprüche des Max- und Dioritz-Dichters über die deutfa-e Sprache aufmerksam gemacht, die sich in dem Büchlein „Wilhelm Busch an Maria Anderson" (Rostock bei Volckmann) finden. So schreibt er: „Unk eine Sprache von Herzen sein eigen zu neunen, muß man, glaub' ich, etwas brüt erlebt haben, etwas sehr Wichtiges — nämlich bie Kindheit. In diesem Sinne hab' ich zwei Sprachen: Hochdeutsch und Plattdeutsch. Nur was in diesen Sprachen, in den Sprachen meines Paradieses, geschrieben ist, kann mich rühren; d. h. in innerster Seele rühren; denn ich weiß wohl, daß es ein „Paradise lost" gibt, welches hinter der ganzen Menschheit liegt. — Mathematiker, Physiker, Zoologen — die mögen in fremden Sprachen schreiben, — wer znm Nerzen dringen will, der schreibe seine Muttersprache". — Ebenso wahr und schön ist der folgende Gedanke: „Mas herzig, lieb und drollig ist in einer Sprache, das kann man nur empfinden und begreifen, wenn man's mit Nachbars Hänschen tm Korn und mit Nachbars Gretchen über den Zaun gesprochen hat", und ein Vierteljahr später nochmals ähnlich: „Um das, was drollig, schelmisch, heimtückisch in einer Sprach« ist, um das Mienenspiel einer Sprache zu verstehen, muß man in dieser Sprache geboren und erzogen sein." Gharads. Wenn die erste dich bedroht, Alag dich wohl die zweite schüheu; Bringt daS Ganze dich in Not, Wird dir mehr die erste nützen; Wei!» die erste die zweite hak, Findet geivis; das Ganze statt; Ais die zweite die erste bezwang, Fand das Ganze den Untergang. hb. Auflösung m nächster Nummer. Auflösung des Zahlenrätsels tu voriger Nummer; Bruno, Reseda, Andern, Nriula, Newa, Siegiried, ßeöer, Hcrodes, Wolke, Elster, Isis, ' Gans. Braunschwei g> Redaktion: E, Anderson. — Rotationsdruck und Verlag ber Brühl'scheu Universitäts-Buch- und SlStudrucker«, R» Lange, Gießen.