M9 — M. HO -I WWW Nerven. Novelle von Georg Freiherr von Omptedü. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ich Hütte bei dem Sprunge Morsums Gesicht beobachtet und meinte,' einen Zug verbissenen Entsetzens aus seinen Lippen zu sehen. Diese hohl liegenden Augen, aus denen die größte Energie und trotzdem etwas wie em Zu- rückzucken vor der Gefahr des Fallens lag, werde tch nre vergessen. Fritz Morsum hatte sein Pferd abgegeben. Er war noch immer in einem Zustande gewisser Aufregung. Und als ich seinen Rock abklopfte, um den Sand zu entfernen, merkte ich, daß er am ganzen Leibe zitterte. Er brach schnell ab und wollte ins Kasino gehen. Es war beinahe, als möchte er sich dem nicht aussetzen, aus- aeforscht zu werden. Er sprach nicht mehr über das Vorkommnis. „, , . Nun saßen wir bei einem Glase Sherry und entern Butterbrot. Es waren nur noch zwei andre Herren anwesend. Der Kommandeur hatte sein Pferd bestellt, aber es verzögerte sich nod) einen Augenblick, bis es kam. Und da fing er über den Fall, der ihm eben vorgekommen, zu sprechen an, über das Pferd, wie man es korrtgreren solle, Und hatte dabei ein freundliches Lob für den jungen Retter, das Morsum, purpurrot werdend, hinnahm. Der Kommandeur sagte: Ja, ja, meine Herren, fallen müssen wir Kavalleristen lernen, obgleich es natürlich nicht immer angenehm ist. Ich erinnere tnich aus meiner Praxis mancher alten Reiterseele, die Pech gehübt hatte und viel und unglücklich gefallen war und dann schließlich die Nerven verloren hatte. Wir wußten, welche Nerven unser Oberst besaß, und Unwillkürlich machte ich mir den Schlußreim darauf: es kommt auch daraus an, was für einen Menschen es trifft. Dentt bei diesem Manne hier uns gegenüber, dem and) schon Silberfaden das Haar durchzogen, hatten wir etwas von „Nerven" noch nie bemerkt. Der Kommandeur fuhr fort: . — Wer keine Nerven hat, hat eben Gluck entwickelt. Ich bin immer glücklich, gefallen. Ich. kann ja von mir selber sagen, mir ist jedes Hindernis wurst. Mtr P es auch immer wurst gewesen. Ich hübe kein Verständnis dafür, daß es einem Kavalleristen anders gehen komtte. Meine Herren, das klingt wie Renommieren . . . — O, §err Oberst! — Ach, Herr Oberst! — klang es von 'bett andern. — Nein, nein, es ist mein vollkommener Ernst, Sehen Sie mal, warum soll ntan nicht zugestchen, daß man Nerven hat, weiin man sie hat? Ich kann Ihnen sagen, — es ist ja bei einer andern Gelegenheit gewesen — aber tch habe doch einmal in meinem Leben so etwas gemerkt, was Nerven sind. Ich' glaube, daß es falsch ist, vou Nerven verächtlich zu reden. Es gibt ja Leute, die stellen das auf einett ähir- lichen Standpunkt wie etwa die Feigheit. Aber Feigheit ist etwas andres. Das können Sie mir glauben. Feigheit nenne ich, toemt jemand Nerven hat und sie nicht bändigt, sondern sie zeigt, und, wenn's brenzlig wird, vor der Gefahr davonläuft. Nerven an und für sich kann man sehr wohl haben, und eine Schande ist's so lange nicht, wie man sie beherrscht, so lange wie man über den inneren Schweinehund im Menschen Sieger bleibt. Derjenige, der vermöge seiner Konstitution nie an eine Gefahr denkt —, meine Herren, seien Sie mal ehrlich! — dessen Verdienst ist es doch gar nicht, wenn er im Augenblick der Gefahr sich „tapfer" zeigt, weil er sich vielleicht höchst mollig fühlt. Wenn dagegen der andre, dem in Augenblicken, wo es bald Matthäi am letzten ist, wirklich die Nerven ausgehen, sich doch beherrscht und mit keiner Miene zuckt: das nenne ich wirklich Mut. — Ich kann Ihnen aus meiner eignen Praxis etwas erzählen. Vom Jahre 1870. Ich führte damals die Schwadron, und toir standen bei — ja, weiß der Teufel, ich glaube Bezons — aber nicht das bei Paris — west das Nest, Ein Stück von mir entfernt hielt noch eine Schwadron Kürassiere. Wir hatten den Befehl bekommm, dort zu stehen. Wir warett nämlich, wie es damals noch jedesmal besonders angeordnet wurde, Artilleriebedeckung. Da hielten wir denn abgesesseu und warteten. Dies Warten im Felde ist eine verfluchte Geschichte manchmal. Wenn man was zu tun hat, Herumreiten kamt, den Platz wechseln, das ist ganz was anderes. Aber so gemütlich halten bleiben und sich beschießen lassen! Na, Gott, es gibt ja schließlich was Netteres, offen gestanden! Ich reite lieber eine Jagd. Kurzum, jetzt waren uns gegenüber offenbar französische Batterien aufgefahreit und fingen zu feuern an. Wir standen nämlick) sehr dumm, man konnte uns sehen von drüben. Aber Gott, wir hatten Befehl, dort zu sein. Na, da blieben wir eben da. Und nu* fingen die Franzosen an Bum! Bum! zu machen. Da kamen denn die niedlichen Spielzeuge von den Kerls da drüben durch die Luft gesaust Und flogen pfeifend und zischend, daß man sie förmlich! sah oder tventgstens ahnte, über unsre Köpfe weg. Hinter uns lvühlteti fte sich ihren Trichter in den Boden und krepierten. Bum! Bum! Es war zu weit, als daß uns die Sprengstücke getroffen hätten. Das war bis dahin nicht weiter unan- genehm. Man mußte sich ja Jagen, wenn sie etwas nied- riger schössen, risse es mts vielleicht die Helmspitze weg. Aber sie schossen eben nicht niedrig. Und schließlich, wir wären ja auch ohne Helmspitze weiter geritten. Aber da fielen plötzlich die nächsten Schüsse weit vor uns, daß wir deutlich sahen, wie Dreck, Erde und Dampf sich mischten. Ich hielt ein Stück vor der Schwadron mit meinem Trompeter. Da plötzlich saß der nächste Schuß 558 wieder hinter uns, aber schon verflucht nahe, so daß unsre Gäule doch mit den Köpfen zusammenzuckten. Und der übernächste Schuß wieder vor uns, eigentlich bedenklich nahe. Da wurde mir's klar, die Kerls da drüben schießen sich einfach auf uns ein. Sie schießen zuerst die sogenannte große Gabel, wie das der Artillerist nennt, — nicht wahr, meine Herren? und dann schießen sie die kleine Gabel, und dann schmeißen sie uns so ein Ding mitten in die Schwadron hinein. Und das wäre soeben die kleine Gabel gewesen. Also, wir wußten ja nun, was wir zu erwarten hatten. Ta kommt noch ein Schuß. Der saß beinahe in der Schwadron. Und ein Sprengstück riß mir meinen Trompeter neben mir aus dem Sattel, daß er sofort auf das Gesicht fiel und sich nicht mehr rührte. Nun mußte der nächste Schuß kommen — da sie jetzt recht hübsch eingeschossen waren, so hatten sic vielleicht gar keine große Eile damit — der traf die Schwadron ja ziemlich sicher. Sehen Sie, meine Herren, da hatte ich so 'was wie Nerven. Ich wußte, jetzt kommt's, und dem entgehen wir nicht. Ich habe mir's natürlich nicht merken lassen. Aber ich kann Ihnen sagen, diese Einschießerei war mir höllisch unangenehm, ganz höllisch! Das kann man ja ruhig zugeben. Ich glaube, wenn die Leutnants und die Leute bei meiner Schwadron ehrlich waren, hätten sic mir Wohl auch gesagt, daß das nicht .zu den Annehmlichkeiten des Lebens zählt. Da entschloß ich mich kürz imb ritt hinüber zu dem andern Rittmeister von der Kürassierschwadron. Der kam mir schon auf halbem Wege entgegen. Und beinahe zu gleicher Zeit fragten wir einander, ob's denn nicht besser iväre, den Platz zu räumen, da wir doch hier offenbar als Bersuchskärnickel von den Herren Franzosen ange- seherr mürben. Nachdem wir unfern Entschluß gefaßt hatten, hinter den Hügel zu gehen und uns etwas seitwärts von der Batterie aufzustellen, die wir bewachen sollten, um nicht gerade Kugelfang abzugeben, kamen schnell die Kommandos. Wir saßen im Sattel und, weiß der Teufel, beinahe hätte ich die Bewegung im Galopp ausführen lassen. Aber ich hatte so ein Gefühl wie: nein, du wirst dich doch vor den Kürassieren nicht lumpen lassen. Und da die nur Trab ritten, ritten wir auch Trab. Na, wir kamen noch mit 'nem blauen Auge davon. Eine halbe Minute später sauste so ein Ding von da drüben herüber und krepierte gerade dort, wo etwa der Zugführer meines dritten Zuges gehalten hatte. Illso mit meiner Schwadron wär es wohl Essig gewesen für den weiteren Feldzug. Nun will ich aber zu dem zurückkommen, weshalb ich Ihnen das erzähle, meine Herren. Sehen Sie, mir war scheußlich zu Mute! Bor allen Dingen, als mein alter, braver Trompeter da lag, die halbe Schulter weg — ach, das war nicht schön! Und ich hätte ja längst den Platz geräumt, aber vor dem verfluchten Kürassierrittmeister drüben hatte ich Angst. Wenn die Kürassiere es aushielten, daß die Kerls sich auf sie einschossen, na, dann konnten's die Dragoner auch. Und als wir nachher Platz gewechselt hatten, kann ich Sie versichern, meine Herren, und ich schäme mich dessen gar nicht, mir war, weiß Gott, das Hemd naß auf dem ganzen Buckel. Ter Oberst stand auf. Sein Pferd war gemeldet, und er sagte noch im Gehen: — Wissen Sie aber, was das Ulkige dabei war? Nachher, als wir in Sicherheit hielten, gestand mir der Kürassier, es wäre ihm auch sehr ungemütlich da gewesen. Er wäre gern fortgeritten mit seiner Schwadron, aber er hätte sich geschämt, es zu gestehen, und vor den Dragonern wollte er sich doch nicht lumpen lassen! Der Oberst grüßte und verschwand. Als ich nachher mit Fritz Morsum nach Hause ging, sagte er mir ein paar Worte der Anerkennung, fast der Liebe gegen unfern Koinmandeur. Das wäre doch ein großartiger Mann, und die letzte Geschichte, die er erzählt, sei ihm wie aus der Seele gesprochen. Ich fragte ihn noch, was ihm denn eigentlich geschehen wäre, er hätte so blaß ausgesehen. Aber da meinte er sofort: — Nein, nein, das ist vielleicht vom Sturz gewesen. Blaß? O nein! . . . Aber er war doch blaß gewesen. * Das Jahr darauf — ich hatte ch seitdem nicht wieder gesehen — war er abermals eingezogen. Es war Regi- mentsrennen. Unser Rittmeister hatte ein Pferd, das wohl kaum Siegesaussichten hatte. Er wollte es selbst reiten. Doch seine Frau, die gerade erwartete, geriet anßer stch über diesen Gedanken, sie barmte, er könne das Gen st: brechen, ein verheirateter Mann — das ginge doch nicht. Der Rittmeister war empört. Er, von dem jeder Mensch wnßte, daß er das Herz durchaus auf beut richtigen Fleck hatte, mochte nicht, baß es hieße, er ritte nicht, weil cs bie liebe Gattin nicht wünschte. Aber wegen bes Zustandes seiner Fran, um des ehelichen Friedens willen, gab er nach. Gerade in dem Rennen, in dem das Pferd genannt war, starteten nur wenig andere Tiere. Weil das Feld so klein war, hatte der Kommandeur gebeten, um den Gästen, die gekommen waren, das Regimentsrennen mit anzusehen, doch etwas zu bieten, möglichst viele Herren möchten in den Dattel steigen. Deshalb kam kurz vor dem Rennen unser Rittmeister zu Fritz Morsum und sagte: — Sie sind ein so geschickter Reiter. Wollen Sie mir nicht einen Gefallen tun? Ich reite nicht. Wollen Sie das Tier für mich reiten? Morsum konnte beit Ritt kaum ausschlagen. Er hatte kein Pferd genannt. Wenn fei» eigner Rittmeister ihm, bent Reserveoffizier, fein Pferb anvertraute, so wäre es wirklich fast unmöglich gewesen, anszuschlagen. Morsum war l.icht, bas Gewicht sprach also auch nicht mit. Infolgedessen antwortete er: — Es ist mir eine große Ehre, daß der Herr Rittmeister bas Vertrauen zu mir haben. Ich werde reiten. Das Tier, um das es sich handelte, war — und darin bestand der eigentliche Grund, weshalb die Dame durchaus nicht ihren Mann darauf im Sattel sehen wollte —, wie sich unser Adjutant ausdrückte, „die reine.Fallmaschine". Vielleicht wnßte das Morsum gar nicht. Aber als ich ihn vor dem Rennen traf und er eben daran ging, sich abwiegcn zu lassen, sagte ihm plötzlich ein anderer Herr des Regiments: — Na, Morsum, ich wette, beim ersten Hindernis liegen Sie! Ein Ulan ans einer Nachbargarnison meinte lächelnd: — Wenn Sie nicht beim ersten liegen, wette ich, beim zweiten. Aber die größte Wette will ich darauf abschließen, daß Sie jedenfalls nicht durchs Ziel gehen. Ich habe näin- lich das Tier bis zum Herbst im Stall gehabt. Morsum war, wie ich bemerkte, wieder bleich geworden. Er trat auf die Wage, um das Gewicht fcstzu?, stellen. Als er, die Reitpeitsche in der Hand, neben mir standj zog er mich abseits. Ich merkte, daß er sehr aufgeregt war. Er fragte mich mit merkwürdig unsicherer Stimme eine Menge Sachen hintereinander, ohne überhaupt die Antwort abzuwarten, woraus ich entnahm, daß er bloß das Bedürfnis hatte, irgend etwas zu sprechen, ttm die Zeit bis zu Beginn des Rennens hinzubringen. Er wollte wissen, ob er seine eigne Zäumung anflegen dürfe, ob es nicht besser sei, das Tier auf Kandare zit reiten. Dann kam er auf den Gedanken, ein Martingal wäre notwendig. Er fragte, ob der Gaul zum Ausbrechen neige, ob man ihn scharf beim Kopfe nehmen müsse wegen des Falles. Ich machte ihm Mut: •» — Ach, weißt du, die reden bloß so! Warum sollst du gleich daliegen? J°ch glaube es nicht. Aber du siehst schlecht aus! Ist dir nicht wohl? — O ja, ich wüßte nicht! — Aber du bist blaß, du hast mir doch mal gesagt/ du hättest mit dem Magen zu tun. — Ja, aber der ist jetzt ganz in Ordnung. — Ueberlege dir's doch, du kannst ja den Ritt noch! immer ansschlagen. Ich glaube, so furchtbar böse wird der Rittmeister nicht sein. Und ein Rennen sollte man nur reiten, trenn man gesund ist. Aber er wollte nichts davon wissen. Ich konnte ihn, da ich. selbst mitritt, nicht weiter beobachten, denn ich mußte mich um mein eignes Pferd kümmern, das ich auch bloß fteuerte; um das Feld zu füllen. Gewinnausfichten hatte ich nicht. (Fortsetzung folgt.) üöv — öilder aus Siebenbürgen. Vvn Leo Greifer. S i e b e n b ü r g i s ch e S a g e n. STytn je ein Land einen besonders günstigen Nährboden für die Entstehung zahlreicher Sagen abgegeben hat, so gewiß, das Land Siebenbürgen. Zwei Quellen insbesondere sind es, aus denen der bunte Strom der Sage sich speist: Natur und Geschichte, jene zum Mythos, diese zur historischen Sage führend, oder, beide gemischt, zu jener Art halbmythischer Vorstellungen, in denen die Historie znm Mythos abgeblaß,t, der Mensch der Vorzeit, in ein halb göttliches Wesen verwandelt, in das Reich der Natur zurückgesunken scheint. Nun sind Länder, in denen die Natur sich gewissermaßen von Anfang an mit dem Menschen verbündete, sich ihm als Freundin erwies, und das in ihm leicht zu Wedenbe Mißtrauen durch Milde und Fruchtbarkeit säuftigte, der Sagenbildung nicht entfernt so günstig wie jene anderen, in denen die Schrecken des Pan größer sind als seine Fürsorge und die Furcht vor den Elementen, die phantastische Verlockung durch geheimnisvolle Orte und Erscheinungen gewaltiger als die Tauk- barleit für den Segen, mit dem ein karger Gott die Felder der sich mühenden Menschen beschenkte. Denn, schon der Roheste empfindet Angst vor dem ihn umgebenden Bösen, aber Dankbarkeit für das Gute stellt sich erst spät bei den fortgeschritteneren Völkern ein. Nicht anders geht es mit der Geschichte. Je ruHiger,^heller die Entwicklung war, desto geringer die. Ausbeute an Sagen. Milde, Weisheit und Sittlichkeit mythisch zu einem Lichihelden zu verschmelzen —- dazu bedarf es eines Grades positiver Frömmigkeit, der schon ein Merkmal innerer Kiiltur ist, dagegen führen Wildheit, elementare Kraft und Grausamkeit der geschichtlichen Personen um vieles früher und leichter zu deren Mythisierung. Dem Frieden und seinen stillen Taten gebricht es an Farbe, Geheimnis und Sinnlichkeit, an denen der Volksgeist sich dcch- terisch entzünden könnte. Kriege, Wirren und Unordnung aber reizen zu Träumen, Deutungen und Phantasien, werfen bte Menschen in Abenteuer, deren Ausschmückung die wunderbarsten -Verstrickungen zuläßt, und bieten Bilder des Heldenmutes, rührender Treue, verworrener Schicksale, an denen die triebhafte Fabulrer- lust des Volkes sich rasch ergötzen lernt. . In Siebenbürgen trug das Reich der Natur wie das der Geschichte von je den Charakter des Elementaren, Unberechenbaren und Geheimnisvollen. Nicht allein daß die Besonderheit der siebenbürgischen Landschaft, in der der ungebrochene, meilentiefe Wald vorherrschte und anm großen Teile heute noch vorherrscht, im allgemeinen aufs Unübersichtliche gestellt war, so daß der Mensch bei jedem seiner vordringenden Schritte auf etwas Unerwartetes gefaßt sein mußte, das hinter der nächsten Biegung seines Weges hervorbrechen konnte, sondern der Gott drefes^Landes hatte auch noch außerdem für ein ganzes Arsenal örtlicher schrecken gesorgt: hier stiegen tödliche Gase aus dem Boden, dort sprudelte ein höllischer Morast, Höhlen öffneten da und dort ihre,unergründlichen Hallen, Seen lagen eingesenkt in die verwachsenen Kessel des Gebirges, sonnenlose, feuchte Felsenspalte, wie mit »tiefen* keilen in den Berg getrieben, schienen ins Innere der Erde htnetn- zuführeu. So wimmelte es von Objekten, an denen die phantastische Naturwissenschaft der Urzeit sich üben, deren Geheimnis sie auf ihre Weise und nicht viel anders tote bte Naturwifsen- schaft von heute, „erklären" konnte. Denn der Hammer des Riesen ist als Erklärung eines Blitzes um nichts schlechter tote unsere modernen Theorien. Kein Wunder also, daß sich.an iede Oertlichkeit, wo sich eine Berghöhle, ein See, eut seltsam geformter Felsen befindet, eine Sage knüpft, bte zuweilen nur allgemein mythischer Natur, doch häufig auch mcl)r_ uavellisttsch- anekdotischer Art ist. Schlangen, Drachen und Geister bewohnen jene Orte, und diese Fabeltiere und Spukwesen sind es, die dem Menschen, der sich den nächtlichen Städten nähert, Verderben bereiten. Drachen und Nattern erregen den Sturm im St. Annensee, einem einsamen Mecerauge auf den Höhenj des Czomcil- oder -luS- nader-Gebjrges. In der Höhle von Almesch wohnr eine nackte gratt die in jeder Neujahrsnacht aus dem Berge kommt, um die Wäsche abzuholen, die die Bewohner des nahen Dorfes zu dm Begütigung in der Vornacht bereitgelegt haben Jene Almescher Höhle aber ist dieselbe, durch die dereinst der Rattenfänger von Hameln mit den hunderiunddreißig aus Westfalen! entführten Kindern wieder zum Vorschein (am, und jene Kinder wieder sind dieselben, die später die sächsische Nation in Siebenbürgen begründeten. Der Retezatn, ein hoher Berg im Hatszeger Gebirge, führt seinen Namen (retezatü — der Abgeschnittenes daher, daß ihn eine Königstochter, die ihren um die Schönheit feines Sanb« Besitzes beneideten Bruder töten wollte, von dem gegenüberliegenden Gebirge her mit einer Pflugschar traf und so ein großes Stück des Berges sortschnitt, währenb ihr Bruder, der auf dem Gipfel stand, unverletzt blieb. Im Feketeto (schwarzen See) aber, erzählt man, stand der Palast des Feenkönigs, um den ewige Fmsterms ivor. ®odj bic (beliebte1 beA Eömgs begehrte nncl) Licht, unb so warb auf dem Felsenturme über bem See ein Kür- fuitkelstein aufgestellt, der wie die Sonne leuchtete. Als die Geliebte aber ihrem Herrn die Treue brach, erlosch das Licht des wunderbaren Edelsteins und toieber herrschte Finsternis ringsum. Doch heNte noch irrt die Treulose, in Wahnsinn verfallen, in tzeN stürmenden Wäldern des Gebirges umher und klagt. Solche und ähnliche Naturmythen sind in Siebenbürgen Legion. Neben ihnen finden sich zahllose sagenhafte Ueberlieferungen, die auf dunkle Ereignisse der siebenbürgischen Urgeschichte zurückzugehen scheinen. Bekanntlich sind Landgebiete, die nicht mehr von einem Urvolke, sondern von dem ihm nachfolgenden Eroberervolke bewohnt werden, ungemein sagenreich, denn die neuen Besitzer bewahren jenen Urkampf, der zur Vertreibung der früheren Bewohner des Landes und zur Errichtung ihrer eigenen Herrschaft geführt hat, getreu im Gleichnis und bilden daraus, wenn auch nur selten, ein zusammenhängendes und organisches, so doch trümmerhaftes mythisches Heldenepos, in dem der verjagte Feind in übermenschlicher Vergrößerung als ein Geschlecht von Titanen oder Riesen zu erscheinen pflegt. Nun bildet der häufige Wechsel der Völker, in deren Händen sich die Macht befindet, just in Siebenbürgen ein besonders charakterisierendes Moment der halb im Dunkel verschwindenden Urgeschichte des Landes, so daß auch dem Mythos, der aus dem Schatze der historischen Erinnerungen gestaltet zrt werden pflegt, ein schier unübersehbares Feld eröffnet war.. llnd wirtlich gibt es kaum eine Burg im Lande, mag sie nun in Trümmern liegen oder nur noch die Stätte gezeigt werden, wo sie gestanden haben soll, die nicht als von Riesen erbaut gedacht würde. Unzählig sind die Hügel, die für Hunnengräber gehalten werden und von vielen Orten, wird berichtet, es Habs daselbst einst ein Götzentempel, das Gotteshaus längst spurlos verschwundener Naturreligionen gestanden. Aber auch im Kreise Der eigentlichen Geschichte bot sich der dichterischen Kraft des Volkes ein ungewöhnlicher Reichtum an poetischem Rohstoff bar: abenteuernde Fürstengestalten, Kriege, Raubzüge und Seuchen gaben Spielraum zur Erfindung heroischer oder rührender Anekdoten, und da die Unsicherheit des Lebens, .die Verworrenheit der politischen Verhültnifse, die die Phantasie zu entzünden pflegen, in diesem Lande bis tief in das neunzehnte Jahrhundert hineiureichteu, io erlischt die sagenbildende Kraft des Volkes nach dieser Richtung erst spät, ja bei zweien der sieben- bürgischen Völker, ben Walachen unb Zigeunern, scheint sie heute noch in voller Blüte zu stehen. Bon den Fürsten ist es insbesondere die neronische Gestalt Gabriel aus dem Haufe Bathori, um die die Sage ihr Raukemoerk schlang. Pest- und Braudmärchen aus der Zeit der Tartareneinfälle und Türkenkriege gibt es mancherlei, Frauenraub, Gefangenschaft, Trennung von Ehegatten und rührendes Wiedersinden bieten Anlaß zu den phantastischsten Variationen. Interessant ist es, wie vereinzelte Ausläufer des großen deutschen Sagenstromes von dem Geiste des siebenbürgischen Sachsenvolkes ausgenommen und amalgamiert werden. Klingsor wird aus Siebenbürgen berufen, um den Sängerstreit auf der Wartburg zu schlichten. Doktor Faust hat sich u. a. auch lange Zeit in Hermannstadt aufgehalten. Daselbst habe er auf dem großen Ring mir mächtigen Steinkugeln Kegel gespielt, die sich im Rollen in Menschenschädel verwandelten, habe sich, in der Gestalt des damaligen Hermaimstädter Pfarrers, promenierend auf dem Kirchendach gezeigt und sich schließlich auf dem Turmknopf auf den Kopf gestellt, und was dergleichen wunderbare Streiche mehr sind. Auch gilt der gelehrte Magier als der Erbauer jener unübertrefflichen Landstraßen, die aus der Römerzeit noch erhalten sind und bereit Festigkeit den int Straßenbau wenig erfahrenen Nachkommen als eine Wirkung übermenschlicher Kräfte erscheinen mußte. Einen besonderen Kreis für sich bildet die siebenbürgische Schatzsage. In ben Zeiten der Wirren und räuberischen Feldzüge, die jahrhundertelang das Land überschwemmten, mag es wohl mehr als einmal .vorgekommen sein, daß die geängstigten Ansiedler tatsächlich ihr Geld vor dem nahenden Feinde vergruben, und wirklich mag auch da und dort ein Glücklicher aus späterem Geschlecht einen Topf voll Goldes beim Erdschaufeln zu Tage gefördert haben. Begierig ergriff der Volksgeist den Zipfel Wirklichkeit; ungeheuerliche Träume suchten ihn heim. Ter Schatzstätten, die unter der Hut des Teufels stehen, gibt es zahllose im Lande, aber nur wenigen ist es bestimmt, solch einen Hort zu heben. Einmal im Jahre „blüht das Geld": in den Vormittagsstunden, mitten im Sonnenlicht, wird aus der Erde heranf- schießend eine gelbe oder weiße Flamme sichtbar, die gelbe deutet auf Gold, die weiße auf Silber. Dreimal steigt das Feuer, dreimal sinkt es. Ehe es jedoch gänzlich schwindet, hat es die Ausstoßung eines einzelnen Gold- ober Silberstückes bewirkt, das noch heiß von der vulkanischen Erdkraft einige Zeit auf dem Boden liegen bleibt, ehe es in den Abgrund zurückfinkt. Nun muß man sich schleunigst die Stelle bezeichnen, wo das Goldstück liegt, gewöhnlich liegen Zäune und Gräben zwischen dem Beobachter und der Schatzstätte, aber man muß über sie hinweg- setzcn, auch wenn der Teufel unsichtbar den Eilenden stolpern und stürzen läßt. In der Nacht ist dann die Zeit des Grabens. Es darf weder auf dem Hin- noch auf dem Rückwege, noch während der Arbeit gesprochen oder geraucht werden. Wer schweigt und auf ben Genuß des Tabaks verzichtet, gilt als sündenrein, und nur einem solchen ist es gegönnt, den Schatz zu heben. Aber zumeist vermag der Grabende das Grausen nicht zu überdauern, mit dem ihm das höllische Blendwerk des wachenden Teufels zusetzt; keine Drachen und Untiere erscheinen, aber alles geschieht zu ungewöhnlicher Zeit, die Büffelherde, die sonst erst morgens zur Weide zieht, kommt plötzlich im Mondschein über den Berg oder — 560 — das Husarenregiment, das in der Gemeinde stationiert ist, läßt unerwartet um Mitternacht das Getrappel seiner Rosse im freien Felde vernehmen. 'Da entflieht der Schatzgräber, von Grauen geschüttelt, und sein Leben lang klingt ihm der metallische Ton tnt Ohre nach, den seine Schaufel bereits beim Anstoßen an den! Verborgenen Schatz in der geöffneten Erde erzeugt hatte. . . Em Schwalbennest. An dem neugebaüten Hause in Warnemünde, wohin ich' aus Berlin übergesiedelt bin, hatten sich, ehe ich kam, schon Schwalben ttNgesiedelt. Ich fnnb ihr Nest über dem Balkon vor dem Zimmer, das mein Arbeitszimmer gewdrden ist. Schade, daß ich es nicht habe ansehen können, wie sie das Nest bauten. Ich bemerk, daß ich nicht Besitzer des Hauses bin, in dem' ich jetzt wohne, sondern nur Mieter, aber einziger Mieter. Als solcher komme ich doch endlich zum vollen Bewußtsein dessen, Mas ein eigenes Heim ist. Ich sage zu mir, was ich so oft iN Berlin gedacht habe, Wenn ich über mir ein Klavier erklingen Hörte oder nebenan Nägel in die Wand geschlagen wurden, pder Menn ich auf der Treppe '6eint Ausgehen fremden Leuten begegnet: Es ist doch hitr ein Notbehelf, mit andern' Familien Vder Parteien, wie man ja auch sagt, in demselben Hause zu wohnen. Aber Nein, ganz allein wähne ich jetzt doch nicht in dem Hause, es wohnt ja ein Schwalbenpaar bei mir, und bald werden da die Schwälbchen zweiter Brut über den Nestrand gucken, d. h. so sage ich, während meine Schwalben, wenn sie auf dem Telegraphendraht sitzend mit andern sich unterhalten, vielleicht sagen werden: „Jetzt haben wir auch Mitbewohner: es sind auch bei Uns Menschen eingezogen. Tas ist noch nicht lange her, und wir können deshalb noch nicht fegen, wie sie sind. Hoffentlich sind eS gute Menschen." Das Schwalbennest^ über das ich mich jetzt freue', erinnert mich an mein Elternhaus. An diesem, einem der alten Giebel- Nuser Mitten in der Stadt Danzig, hatten auch Schwalben .ein Nest, nicht vorn nach der Straße, sondern hinten auf dem Hof, wo ein fließender Brunnen sich befand. Diese Mithausbewohner 'Über haben wir dort, groß und klein, als solche sehr hoch geschätzt. Nachher hat sich in einem Frühjahr einmal an einem der neuen! Mietshäuser, in denen ich während meines Aufenthalts in Berlin gewohnt habe, ein Schwalbenpaar angebaut. Aber nicht lauge bestand das Nest, denn bald schon hat es der Hauswirt, der die Schwalbe für einen unsauberen Bogel und ihr Nisten für eine Belästigung der Mieter hielt, herunterreißen und zerstören lassen. Jetzt aber habe ich ein eigenes Heim erworben mit einem Schwalbennest, und meine Freude darüber ist groß. Denn abgesehen von dem Vergnügen, das es macht, diese zierlichen und klugen Vöglein $it beobachten, ist es ja doch allbekannt, daß Schwalben Glück bringen. Nun wird ja als Glück von verschiedenen sehr Verschiedenes angesehen, Wenn ich aber zurück- denke an das alte Giebelhaus mit dem Schwalbennest auf hem Hof und an die dort verlebten Kinderjahre, so glaube ich doch ziemlich genau zu wissen, was wirklich Glück ist. Nun sei der Schwalbensegen, den ich einmal schon aug» gesprochen habe, wiederholt. Er lautet: „O Himmel, schirm das Schwalbennest Vor Katzenlist, vor frecher Hand Des Buben, vor des Sperlings Tück; Schütz' es vor Sturm und Flut und Brand !" Hinzugefügt noch sei der Schluß meines alten Schwalb-e!N- gedichtchens, des Wortlauts: „Wem an dem Hause Schwalben bau'N, Der freu' fich und sei wohlgemut! Vom Segen, der das Nestchen schützt, Kommt auch dem Haus ein Teil zugut." Warnemünde. Johannes Trojan. Vevmrschter. * Wer Rückgang der Tuberkulose. Während in den deutschen Großstädten mit mehr als 209 000 Einwohnern die Sterblichkeit an Tuberkulose, auf 1000 Einwohner berechnet, im Jahre 1897 2,7 betrug, ist sie vis zum Jahre 1907 auf 2,0, also um 0,7 pro Mille, gesunken. In den Städten mit 100 000 bis 200 000 Einwohnern sank sie von 2,2 pro Mille irrt Jahre 1897 stuf 1,5 im Jahre 1907, also auch um 0,7. In den Städten mit 50 000 bis 100000 'Einwohnern betrug sie im Jahre 1897 2,3 Pro Mille, im Jahre 1907 1,6 pro Milw, also ebenfalls Um 0,7 weniger. In der Gesamtzeit dieser Städte ist sie von 2,5 auf 1,8 gesunken. * Der „dicke Herr" im Dschungel. 'Die wunderlichen Nachrichten und Schilderungen der kühnen Heldentat, die Roose- veit im Urwald des schwarzen Erdteils.ohne Wimperzucken wnlbringt, füllen in allen amerikanischen Blättern lange Spalten. Kerne Jagdexpedition ist je mit solcher Liebe und Ausführlichkeit behandelt worden. In allen Blättern wird Roosevelt nur noch »Bwana Tumbo" genannt, mit dem Namen, die die eingeborenen Träger ihrem neuen Herrn gegeben haben und der bedeutet „der dicke Herr". Violen pattiotischen Amerikanern War es ein herbÄ Schlag, z'u sehen, daß Mr. Roosevelts Leibesfülle den Afrikanern' das bedeutsamste! Kennzeichen des Exchräsidenten war; wenn immer jetzt amerikanische Witzblätter um einen Scherz verlegen sind, nehmen sie unfehlbar in irgend einer Weise zu BwancmTnmbV ihr« Zuflucht. Die Berichte von Roosevelts Kampf er8ä6fat, daß Bwana Tumbo einen' afrikanischen Löwenrekord aufgestelst hat: in einer Woche hat er sechs Löwen getötet. Seine Schützen- fertigkeit erfüllt die Neger mit schrankenlosem Staunen. Ank ersten Tage der Löwenjagd erlegte Bwana Tumbo mit drei KUgdln drei Löwen. Einen änderen Löwen streckte er zu Boden, als das riesige Raubtier bereits auf ihn lossprang. Bei einer anderen Gelegenheit erlegte er ein wütendes Rhinozeros mit einem Schüsse. Enn anderes Nashorn wurde verwundet und dann von Roosevelt zu Pferd in das Dickicht verfolgt, wo er es erlegte. Fast die Hälfte aller gefährlichen Bestien, die Roosevelts Kugeln zu Boden streckte, wurde just in dem Augenblick -erlegt, da sie irgend ein Mitglied der Expedition in unmittelbare Todesgefahr gebracht hatte, so daß Bwana Tumbo nicht nur ein große« Nimrod ist, sondern auch ein Lebensretter, dein bald Dutzend« von Menschen ihr Dasein danken werden. Ein nicht minder wackerer Held als sein Vater ist der junge Kermit Roosevelt. Ares einer! -Entfernung von sechs Schritt tötete er einen Panther, als die blutgierige Katze bereits einen Träger niedergeschlagen hatte, und ihm gebührt auch der Ruhm, den größten Löwen erlegt zu haben/ der bisher der Expedition begegnete. Ein geheimnisvolles Problem jedoch harrt noch der Aufklärung. Es handelt sich um di« Gattung jenes „merkwürdigen, bisher unbekannten Tieres", das Roosevelt gefangen hat und das „ein Mittelding zwischen Giraffe Und Zebra" fein soll. Niemand in Amerika weiß zu sagen, waI für ein Tier das sein soll, Und unter den Zoologen sind heftig« Auseinandersetzungen -entbrannt in dem Bestreben, diese zoologische Merkwürdigkeit zu klassifizieren. Die einen! behaupten, cs müsse sich Um ein Okapi handeln, die anderen dagegen vermuten in der fett) amen Bestie ein interessantes Reklametier, das in der Naturgeschichte Amerikas einen Platz für sich erhalten sollte.... * „Insbesondere." Aergern Sie sich leicht? — „Ja. Insbesondere wenn man mich ..." — Schnarchen Sie? „Ja. Insbesondere beim Schlafen." — Bilde!« Sie einen Satz übe« „barmherzige Schwestern". — „Barmherzige Schwestern liebest ihre Mitmenschen, insbesondere wenn sie krank sind." — Schön. Nun muß ich Ihnen zweierlei sagen. Einmal, man muß nickst immer „insbesondere" sagen, wenn man mit „besonders" aus'- kommt. Zweitens: der Gott, der den dritten und vierten Fall regiert, ist ein eifriger Gott. Es kann ihm nicht Wohlgefallen', wenn Sie sich insbesondere ärgern, insbesondere schnarchest oder wenn barmherzige Schwestern ihre Mitmenschen ins besam» dere dann lieben, wenn sie krank sind. Der Kasusgott wird danst in seinem unter die Füße getretenen Sprachgefühl geradezu unangenehm, redet dich voll Grimm in der zweiten Person pst und spricht: Du sollst, wie gesagt, mit dem Umstandswort „insbesondere" keinen Mißbrauch treiben. „Besonders" tut's auch. Willst du aber deiner Redeweise -einest besonderen Atemzug durch! die Beifügung des Vorworts „in" verleihen, so denke daran, daß im besonderen dies Wörtchest Nur dann die Neigung hat, den vierten Fall zu fordern, wenn die Richtung deiner Bewegung oder deiner, Tätigkeit ihn verlangt. Sonst will es den dritten. DU gehst ins Feld. Und du faßt eine Sache ins Auge. Aber dst ärgerst dich, schnarchst vder liebst „im besonderen" vder, wie Man w'ohl kürzer und um döm schrecklichen „insbesondere" gleichgewappnet gegenüberzustehen, schreiben darf: imbesonderen. Denn du sollst „imbejvuderen" dem liebest Vorwörtchen „in" feine Vorherrschaft über einen immer noch als hauptwörtlich! cinp- fundenen irachgeordneten Satzbestandteil nicht rauben, sondern sie stärken. — „Aber, Verehrter! Sie sind ein schrecklicher Schulmeister." — Keineswegs. Klingeln Sie nur beim heiligen Wustmann in Leipzig an. Der wird's Ihnen noch kräftiger sagen. , * Ein großer Unterschied. „Run, Männchen, wie findest du meine Küche im Verhältnis zur RestaUrativnskocherei?" — „Weißt du, Schatz, früher trieb's der Hunger hinunter und jetzt — die Liebe!" * Streng. Fremde Dame: „Mein lieber Mann, köstnÄt Sie mir nicht sagen..." — Frau Zangerl: „Gar nichts sagst du, Louis! Du hast einzig unb allein mein lieber Manul zu sein!" » * Auf dem Zollamt. Beamter: ,^Fhre Gnädige! läßt sich m eine Unmenge Schönheitsmittel aus Paris' schickest?" r-< Zofe: „Ja, die bezieht ihre Jugend in Postpaketen." ' Ergänzrmgsrätsel. W. n . . e.. m . an . g. sch . h., .a. .ei.' e. a.b.rn .hu., E. g.. ge . ie.. n w. h., U.. g..ge .en'..'n ..11 Auflösung in nächster Nummer- Auflösung des ScheNzvätsels in voriger Nummer: Die S ch e e r e. Redaktion: I. V - E. Heß. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch, und Steindrnckerei, R. Lange, Gießen. foii Um UN pll Cip Fr nic etn B-e V0! sin nel adi Fv dal Da Un- bei ein De tat U,n rul die ers Mi Hii Fr bei toä au toi Sui wu Hel