My Nr. 72 SägJ.o Spätinghof. Roman von K. v. d. Eide r. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 12. , In den nun folgenden Tagen entwickelte Tine im geheimen eine rastlose Tätigkeit. Sie ging auf den Boden und stöberte in der alten Lade herum, die noch ihre Sachen! uus den Dienstjahren enthielt, sie packte, ordnete und stu- drerte den Fahrplan der Königlichen Eisenbahn, der allwöchentlich in der Zeitung stand. Sie interessierte sich auch mit einem Male für die Milch- kunoschaft und: maß oft ein, trotz des Stirnrunzelns der Großdeern. Me fragte Heistersche nebenbei, wie es ihrer Mue m Amerika ginge, und wie die Mile es gemacht hätte, hrnuberzukommen. Sie wurde nicht müde, den weitläufigen Bericht der Alten anzuhören. Einmal holte sie in Jans Abwesenheit das Schreib- geschirr hervor und schrieb mit ungeübter Hand einige Zeilen. Helle Tränen rannen über ihre Wangen, während sie schrieb. Aber sie ermüdete nicht in ihrem Beginnen; der eine Gedanke leitete sie: Jan in seinem Vorhaben zuvorzukommen. Eines beruhigte sie: Jan hatte die Schweine noch nicht verkauft. Sie wußte, er war viel zu gewissenhaft, um Ivrtzureisen, ehe er dies, besorgt hatte. ' Sonst hatte er alles in Haus und Hof geordnet. Der Wallach war verkauft, die Kühe waren im Stall. Die Vorratskammer, Boden und Keller waren versorgt. Viel gab es nicht mehr rn Ordnung zu bringen. Als Jan eines Tages sagte: „Donnerstag fahre ich nach Husum, um die Schweine zu verkaufen," stand es bei Tine fest: jetzt war die Stunde gekommen. „Dann kann ich wohl mitfahren," sagte Tine mit erzwungenem Gleichmut, „ich wollte Mutter gern mal besuchen." ... „Meinetwegen," entgegnete Jan kurz. Die Großdeern gönnerhaft hinzu: „Ja, uns Frau, Sie können ruhig mrtfahren. Drei können leicht auf die Wagenbank sitzen: ®en Vutterkorb nehme ich auf den Schoß." ■[CV auf. Es ging besser, als sie gedacht hatte. r'j.ay, ^opite keinen Verdacht. Weshalb sollte eine Tochter nrcht ihre Mutter besuchen? Aber Tine dachte nicht daran. Rem, dre Mucker konnte ihr nicht helfen, die würde sie nicht ernmal verstehen. ... Ure Zachen waren gepackt. Einen Reisckoffer besaß sie Nicht ^o hatte sie sich denn ein Bündel zurechtqemacht, tote es die Dtenstdeerns beim Antritt mitbrachten.' Einen Arbeitsrock, etwas Wäsche, Schnhe und Strümpfe hatte sie hrnerngepackt. Auch ein kleines Paket hatte sie sich bereit gelegt. Es war ihr beim Ordnen in die Hände gefallen: kleine Hemd- Ken, Jäckchen und Windeln befanden sich darin. „Das muß ich gebrauchen," dachte Tine und legte es zu dem anderen. Den Ueberschuß voll ihrem Milchgelde, das ja ihr Haus- haltungs- und Taschengeld war, wollte sie mitnehmen. Es' waren fast zweihundert Mark. Den größten Teil des Geldes nähte sie in ihren Unterrock. So packte und kramte sie. Manchmal hielt sie inne und dachte: „Wozu dies alles? Wäre es nicht besser, ich stürbe?" Aber die Lust 51111t Sterben war ihr vergangen, frischer Lebensmut durchströmte ihre Adern. Sie hatte alles mit größter Vorsicht und Heimlichkeit betrieben, niemand hatte: etwas Außergewöhnliches an ihrem Packen gefunden. Sie ivollte ja zu ihrer Mutter verreisen Jan kam ihre Reise sehr gelegen, sie hatte es wohl gemerkt. Geiviß wollte er die Zeit benutzen, um seinen Plan auszuführen. Was er wohl sagen würde, wenn sie ihm zuvorgekommen war. Dann konnte er sie nicht mehr als eine Klette betrachten, die sich an ihn gehängt hatte, dann war er frei. Alles war zur Abreise fertig; nur eines fehlte noch: Tine wußte von ihrer Dienstzeit her, daß sie ein Ab- zugsattest haben mußte. Dieses zu erlangen, war ihre einzigste Sorge. Am Mittwochnachmittag machte sie sich auf nach dem Hofe des Lehnsmannes Klaas Bartels. Sie nahin einen Korb über den Arm, nur auf dem Rückivege etwas bei Tieß Höcker einzukaufen. Auf diese Weise ivar ihr Gang weniger auffällig. < Sie traf den Lehnsmann zu Hanse an und brachte ihr Anliegen vor. Der gutmütige, etwas wichtigtuendc Mann ivar wie aus den Wolken gefallen. „Ein Abzugsattest, Abmeldung, ja, ivas ich sagen wollte — hm — jawohl. Wohin denn? —. Nach Amerika? —\ Was ich sagen ivollte — hm — hin — also nach Amerika? — Das ist aber hellisch iveit! Hm -- ivas ich sagen ivollte — haben Sie denn da jemand? Hin — allein wollen Sie dahin, das sollten Sie sich doch man überlegen." Klaas Bartels zögerte noch, seine Feder in Tinte zu tauchen; er sparte gern an geschriebenen Worten. „Hm, ja — ivas ich sagen ivollte, wenn Sie cs absolut verlangen, muß ich eins ausschreiben." „Also, Frau Katharine Thomsen, geborene Klasen. Hm, was ich sagen wollte — ist denn Ihr Mann damit einverstanden? — Was Sie sagen! Ihr Buch haben Sie auch mit? Ja — hm — wollen Sie denn in Amerika dienen? —> Hm, was ich sagen ivollte — das ist aber — na — hier ist das Attest. Nein, kosten tut es nichts." „Viel Glück denn, Frau Thomsen. Aber ivas ich sagen wollte — Sie sollten doch mair lieber hierbleiben!" Tine hielt den Schein in ihren Händen. Das ivar besser gegangen, als sie dachte. Der Lehnsmann dachte gar nicht daran, sie auszuforfchen, ein Kopfnicken, eine abwehrende Handbewegung ihrerseits genügte ihm. Aber eins hatte sie itoch auf dem Herzen. 286 „Ich möchte doch den Herrn Lehnsmann recht sehr bitten, keinem Menschen was davon zn sagen," bat sie schüchtern. Der Herr Lehnsmann warf sich in die Brust. „I bewahre," sagte er mit der wichtigsten Amtsmiene, die ihm zu Gebote stand. „Das ist ja ein Amtsgeheimnis. Ich werde doch nicht meine eigenen Paragraphen umstoßen. Nein, keine Besorgnis. Adjüs, Frau Thomsen — was ich noch sagen wollte — grüßen Sie zu Hanse und besuchen Sie mich bald mal wieder." Run stand Tine draußen. Der erste selbständige Schritt war getan, und ermutigt wie ein Kind, lvelches das Laufen lernt, ging sie Schritt für Schritt weiter. Sie nahm den Weg über den Kirchhof. Einen Augenblick blieb sie an Jaks Grabe stehen; sie nahm Abschied. Ihr war's, als würde sie nun eher von dem Einfluß befreit, den er noch nach feinem Tode auf sie ausgeübt hatte. Mit schwerem Herzen stand sie am Grabe. Der Wind wehte ihre Röcke, der Frost schüttelte ihren Körper. Keine Träne kam in ihre Augen; kein anderes Gefühl als das des Verlassenseins quoll in ihrem Herzen auf. An der Kirchhofspforte warf sie noch einen letzten Blick zurück. Es war das letztemal, daß sie diesen Weg ging. Auf der Straße begegnete ihr Frauke _ Steffens, die mit freundlichem Kopfnicken an ihr vorbeischritt. Etwas wie Neid regte sich in Tines Herzens. „Warum bin ich nicht wie diese," dachte die Unglückliche, „so frisch, so fröhlich und klug. Frauke hat es gar nicht gut, ihre Mutter ist krank und quesig und der Vater alt und wunderlich; sie selbst wird schon zu den alten Jungfern gerechnet und sie ist doch allezeit freundlich und heiter. Ich vber, die ich es so gut haben könnte, war all mein lebelang traurig und unglücklich. Warum muß ich immer denken und grübeln über Dinge, die ich doch nicht verstehe?" So fragte sich Tine Thomsen und wußte sich keine Antwort zu geben. ... Ziemlich früh am nächsten Morgen ging die Fahrt vor sich. Netzen dem Bauern saß breit und stattlich die Großdeern mit dem Butterkorb, auf den Knien. Hinter ihnen in einem großen Kasten grunzten die Schweine. Ungeduldig knallte Fan mit der Peitsche, da trat Tine heraus, einen letzten scheuen Blick tvarf sie auf das alte Bauernhaus, dann kletterte sie mühsam hinauf und schob ihr Bündel unter die Bank. Jetzt rollte der Leiterwagen die Trift entlang, die Straße" hinauf. Es rüttelte und stieß, daß die Frauen aus der Bank hochhopften. Mit leerem Mick sah Tine um sich. Nein, sie ließ hier nichts zurück, kein Herz, das um sie trauerte, kein Auge, das ihr Fortgehen beweinte. Es kam ihr vor, als hätte sie jahrelang an einem warmen Ofen gesessen und dabei gefroren. Schweigend fuhren sie durch die stille Marsch, und Tine blickte geradeaus, der Zukunft entgegen. In der Ferne ward der Kirchturm von Husum sichtbar. Jan trieb die Pferde an. .Die Großdeern faßte ihren Korb fester. „Ob es heute wohl sechzehn Groschen für das Kopf Butter lohnt?" fragte sie. Sie erhielt keine Antwort, die beiden, welche stumm netzen ihr saßen, hatten ganz andere Gedanken. Der Wind wehte scharf vorn Meere herüber. Tine band §te Kapuze fester. Sie trug einen wolligen, cremefarbigen chal, den ihr die Mutter früher einmal aus der Stadt mitgebracht hatte. Diese Kopfbedeckung war eigentlich dazu bestimmt gewesen, einer städtischen Schönen das wohlfrisierte Haar zu umhüllen, wenn sie zum Balle ging. Die junge Bäuerin benutzte es als Kopftuch, fest unter das Kinn zu- 'sammengeknotet. Nur einzelne widerspenstige Locken guckten hervor und Zmrahmten das noch immer schöne Antlitz. Immer mehr Locken pustete der Wind heraus. Er rötete Tines Wangen und machte ihre Augen klar und glänzend. Als der Wagen endlich hielt und Jan abstieg, sah er seine Frau an nnd war betroffen über ihr liebliches Aussehen. Der Wagen hielt bei der Wirtschaft von Boy Abraham, weil hier auch der Postwagen von Ostrup vorfuhr, mit dem Tine nach Jans Meinung zu ihrer Mutter fahren würde. Tine und die Großdeern stiegen hier ab, Jan fuhr weiter, dem Schwetnemarkt zu. Tine legte ihr Bündel nieder, mit einem Male sprang sie auf und lief dem langsam davonrollenden Wagen nach; ihr. war eingefallen, daß sie das Paket aus dem Wagen liegen gelassen hatte, das Paket mit den kleinen Sachen, die von ihrem verstorbenen Kinde stammten. „Jan," rief sie atemlos, „Jan!" Jan hielt und drehte sich nur. Tine kam heran, stieg auf eine Speiche des Rades und langte das Paket herunter. „Ich hatte es vergessen," murmelte sie. Dann ergriff sie Jans Hand, die sich ihr keineswegs geboten hatte. „Adjö, Jan," sagte sie innig. Er sah sie an, und er mochte wohl auch den Gedanken haben, daß er sie vielleicht jetzt zum letzten Male sähe. „Adjö, Tine," antwortete er ebenso. Sie hatten sich in ihrem ganzen Leben nicht so lange und freundlich angesehen wie jetzt. Jan fuhr weiter. Noch einmal wandte er sick) um und sah sie mitten cntf dem Fahrdamm stehen. Wie eine Blume der Straße erschien sie ihm, das liebliche, blühende Gesichtchen von einer duftigen toeißen Wolke umhüllt. Sie sah dem Wagen nach, es war beinahe, als ob sie tvinkte; dann kani plötzlich ein Wagen raschen Trabes daher, und sie eilte davori wie ein fortgejagter Hund. Allmählich, als sie wieder bei dem Gasthof anlangte, verlangsamte sie ihren Schritt. Die Großdeern war bereits fortgegangen, da lag noch das Bündel in der Ecke. Tine nahm es auf und sah nach der Uhr. Es währte noch reichlich eine Stunde bis zum Abgang des Zuges. Der Bahnhof war in zehn Minuten vom Gasthof ans zu erreichen, so hatte sie noch viel Zeit. Sie ging hinein und trank eine Tasse Kaffee. Die Zeit erschien ihr endlos lang. Die Wirtin setzte sich zu ihr und fragte nach ihren Reiseplänen. Dann kamen andere Frauen, die sie in ein Gespräch zu ziehen suchten. Verlegen und vertvirrt gab Tine Antwort. Endlich schien es ihr an der Zeit, zu gehen. In einer halben Stunde fuhr der Zug nach Hamburg. Sie nahm ihr Bündel und machte sich auf den Weg. „Ich denke, Sie wollten mit der Post nach Ostrup", meinte die Wirtin. „Ja, ich habe noch etwas zu besorgen," sagte Tine, „ich steige unterwegs ein." Nun war sie draußen. Sie hielt sich seitwärts unter den Bäumen; sie hatte Angst,' einem Bekannten zu begegnen. Unbehelligt kam sie auf dem Bahnhof au. Sie wartete, bis der Platz vor dem Schalter leer war; dann trat sie heran und forderte schüchtern ein Billett nach Amerika. Der Beamte fragte noch einmal, er glaubte, sich verhört zu haben. „Nach Amerika", wiederholte sie. „Rach Amerika, über das Wasser?" Der Beamte lächelte. „Ja, das geht nicht. Nehmen Sie nur erst ein Billett bis Hamburg. Dort erkundigen Sie sich nur weiter auf dem Auswanderungsbureau." Tine nahm die Fahrkarte, zählte umständlich den Fahrpreis auf und ging auf den Perron. Hier stand sie an die Mauer gedrtickt, bis ihr Zug kam. (Fortsetzung folgt.) Die ttraftwagenfahrt quer durch AM«, die der Berichterstatter des „Tag", Oberleutnant a. D. Graetz von Daressalam nach Swakopmnnd durchgeMrt hat, haben wir in Nr. 104 schon kurz berichtet. Am! 10. August 1907 erfolgte der Ausbruch vvn Daressalam, von wo die Fahrt zunächst auf der alten Karawanenstraße nach dem' 225 Kilometer entfernten Morogvro ging. Schon nach 90 Kilometer erwies sich die Belastung des Automobils als zu schwer, und man mußte sich nach langen BemüHungen, das' Fahr- ?feug aus einem Morast, in den es versunken war, wieder zu befreien, dazu entschließen, den Oberbau und fast die gesamte Abrüstung zurückzulassen. Jin September 1907 wurde Puga erreicht, in dessen Nähe sich die erste schwere Panne ereignete. Em Zylinderbruch in der Steppe Nakata machte die Hertzeisch«sfung von Ersatzteilen aus Europa nötig, die eine lange Fahrtuntel- brechung zur Folge hatte. Endlich, am 28. November, tonnte biß Reise fortgesetzt werden, die zu einer scharfen Prüfung für Wagen! und Lenker wurde. Galt es doch, steile Berge, fortwährende Schlaugenwindungen des Weges, zerfallene Brücken nnd.tiefern- geschnittene Wasserläufe zu überwinden. Der. November hätte fast der Fahrt ein vorzeitiges Ende bereitet. Das Auwmobil rutschte infolge Rachgebens eines nur wenig mehr als meterbreiten Stern- dammes ab und wäre unfehlbar in einen Abgrund gestnrzr, wenn es nicht an einem vorspringenden Felsen hängen gebucveu wäre. Eine zufällig des Weges kommende Karawane befreite den Wagen aus seiner schlimmen Lage und bracht« ihn, zerHUN zwar und mit verbogener Achse, aber doch leidlich heil in «laM heil. Den Weg nach Mpapua maßten erst Tynamitsprengiwgen — 287 — durch lwchanstrevende Felsen bahnen. Dazu ging den Reisenden das Wasser aus, was nm so gefährlicher war, al§' sie sich inmitten einer weitausgedehnten Durststrecke befanden. Diesmal waren drei Männer vom Stamme der Wagogo die Retter, die bereitwillig ihren eigenen knappen Wasservorrat an die Europäer nbtratcn. Von Mpapua fuhr man am 7. Dezember ab- und gelangte über Kili- matinde und Tabora zum Tanganjikasee,» der von Udjidi aus mit dein Dampfboot „Hedwig von Wißmann," Überguert ivurde. In Kituta gingen die Reisenden wieder an Land, um die Reise, die bisher nur deutsche Gebiete durchquert hatte, auf englischem Boden fortzufetzen. Jetzt setzte die Regenzeit ein, die den kühnen Fahrern viele Schwierigkeiten machte. Dazu kam, daß. der bis- herige Chauffeur die Weiterfahrt verweigerte, so daß. Oberleutnant Graetz sich nach einem anderen Fahrer umsehen mußte. Er "fand ihn in einem Farmer, Herrn Kühne, der diese Gelegenheit benutzen wollte, um eine Reise nach Deutschland zu unternehmen. Der Sambesistrom wurde, da tragfähige Boote nicht aufzutreiben waren, auf einem aus Schilfbündeln zusammengeschnürten Floß Merschritten, und dann ging es durch jungfräulichen Urwald Und grundlosen Sumpf. Arg erschöpft kämen die Teilnehmer der Fahrt am 4. April in Mpikä an. Mus der Weiterreise machte sich besonders die Schwierigkeit der Hernnschaffung von Benzin bemerkbar. Wochenlang mußte man aus diesen Brennstoff warten, s-o daß die Fahrt nur langsam weiterging. Am 6. August kreuzte das Automobil die nach Kapstadt führende Eisenbahn, und angesichts der Möglichkeit, seine Reise bequemer beenden zu können, weigerte Kühne die Weiterfahrt, und so mußte Graetz mit nur einem Begleiter die Fahrt nach Livingstone fortsetzen, das uach mancherlei Fährnissen asm 7. September erreicht wurde. Hier traf ein neuer! Chauffeur, ein Engländer namens Ivo Locke, mit Ersatzteilen eins und setzte den Motor, der alle ihm zugemuteten Anstrengungen vorzüglich überstanden hatte, wieder ganz instand, so daß die Weiterreise mit großer Zuversicht angetreten werden konnte. Aus ihr entging das Fahrzeug einmal nur mit knapper Not dem Verbrennen, dann brach ein Hinterrad völlig nieder und mußte durch ein altes, viel geflicktes ersetzt, werden. Endlich gelangte man 'nach. Bulawayo. Von jetzt ab- vollzog sich die Weiterreise ziemlich rasch. Die gefährliche Kalahariwüste wurde in nur 62 Tagen durchquert, dann Gobebis erreicht, und nach kurzem Aufenthalt in Windhuk hat der kühne Automobilist das schwierige Unternehmen jetzt zu einem glücklichen Ende geführt. ttunstgeschichtttcher Unterricht. Der Oberlehrer am Gymnasium und Leiter des Museums in Düren Prof. Tr. Schoop hat bei Ferd. Hirt in Breslau eine kleine Schrift D i e b i l d e n d e K u n st i n d e r h ö h e r n S ch u l e herausgegeben, in der er zu dieser wichtigen und vielumstrittenen Frage in bemerkenswerter Weise Stellung nimmt. Während man aus der einen Seite es mit Recht tief beklagt, daß- aus den höheren Schulen die Kunstgeschichte völlig vernachlässigt wird, dabei aber in den Resormwünschen manchmal zu weit geht, wird von philologischer Seite aus das Bedenkliche hingewiesen, daß damit wieder einmal die Stosfmenge des Unterrichts gesteigert werde. Man hat nun in vermittelnder Weise daran gedacht, den kunstgeschichtlichen Unterricht entweder mit dem Zeichenunterricht oder aber mit dem Geschichtsunterricht zu verbinden. Schoop lehnt mit guten Gründen den Unterricht durch den Zeichenlehrer ab, und- verweist ihn in die Geschichtsstnnde unter der Voraussetzung, daß die Geschichtslehrer dazu besonders befähigt seien, bzw. wie in Bayern' ein besonderes knustgeschichtliches Examen ablegen. Die Kenntnis der Kunstgeschichte ist ihm ein ganz wesentliches Element der Kenntnis der Geschichte eines Volkes. Es darf dabei natürlich nicht wieder schwerfällig mit Auswendiglernen gearbeitet werden oder mit einer zu großen Stosfan Häufung. Das Beisp iel, das wir bei Schoop finden, daß ein Freund des kunstgeschichtlichen Unterrichts. in Vorschlag bringt, man solle dieses mit der Geschichte der germanischen Altertümer beginnen, ist bezeichnend genug. Es hat mit nationaler Gesinnung nichts zu tun, wenn man behauptet, daß die Kenntnis der germanischen Altertümer eines der letzten Dinge sind, deren ein Gebildeter aus der Kunstgeschichte bedarf, wenn es auch ganz hübsch ist, daß er davon einige Kenntnis gewinnt. Ganz richtig verlegt Schoop den Anfangsunterricht aus das Gebiet -der griechischen und römischen Antike, und ebenso- berechtigt ist es, daß er das Hauptgewicht dabei aus die Architektur legt, und dre 'Plastik etwas flüchtiger behandelt. Dabei gereicht es uns zur besonderen Genugtuung, daß endlich einmal ein Schulmann die Ansicht ausspricht, Lessings L a o ko o n f e i einefchädliche Schnllektüre, die ferugehalten werden müsse. Der Verfasser erörtert dann in dem Schlußkapitel, dem wichtigsten des Buches, seine eigene Methode Und feine praktischen Erfahrungen. Dabei wird ein wesentliches Gewicht' auf ein Lehrbuch gelegt, das gute Abbildungen enthält, die der Schüler auch jederzeit zu Hause Nachsehen kann, wahrend in der Schule zur Ansicht herumgereichte Bildertafeln Wege» des flüchtigen Eindrucks - nur wenig Nutzen haben. Erfreulicherweise legt er auch bei der Erörterung des Mittelalters großen Wert auf die Erklärung der alten Bauwerke, möglichst verbunden mit Schülerausflügen. Es ist geradezu schmachvoll, welche Unkenntnis und welcher mangelnde Sinn in vermeintlich hochgebildeten Kreisen in bezug auf die Baudenkmäler Unserer Vergangenheit herrschen. Bestenfalls bleibt cs da bei leeren ästhetischen Phrasen, und auch das gefällt uns an Schoop, so. schreibt die „Köln. Ztg.", daß er ausdrücklich davor! warnt, den Schülern, statt sie die Anschauung selbst bearbeiten zu lassen, mit schönen ästhetischen Redensarten zu kommen. Große Schwierigkeiten ergeben sich- bei der Behandlung der Malerei, ob- wohl eigentlich diese im allgemeinen das meiste Interesse findet. Die Schwierigkeit liegt darin, dem Schüler gute farbige Nach!- bildungen zu geben, da man ihn doch, nur in seltenen Fällen vor Originale führen kann, um ihn überhaupt für die Schätzung von Farbenwerten fähig zu machen- Jeder andere Versuch, über Malerei zu unterrichten, ist verfehlt und erzielt nur Verwirrung. Schoop hofft, daß das Unternehmen farbiger Nachbildungen alter Meister von Fischer und Francke in Berlin über Schwierigkeiten hinweghelfen werde. Gerade dieser kunstgeschichtliche Unterricht nach Schoopscher Methode erzielt auch etwas aus allgemein pädagogischen Gründen Hocherstrebenswertes, eine innigere persönliche Beziehung, ein geistiges Zusammenleben- zwischen Lehrer und Schüler. _____________ Merkwürdige englische Steuern. Die Politiker, die jetzt bei uns so eifrig am Werke sind, neue Steuern zu erfüllten, würden vielleicht Mancherlei Anregungen,' schöpfen können aus den eigenartigen Steuern, mit deren Hilfe der,große William Pitt sein Vaterland aus der Finanznot rettete, in die es die amerikanischen Kriege, die Aufstände in Irland und die Kämpfe mit Frankreich gestürzt hatten. Gleich manchen modernen Steuererfindern mußte auch, Pitt freilich zuweilen die Enttäuschung erleben, diesen oder jenen schönen Steuer- plan vereitelt zu sehen. So- erging es ihm, wie eine englische Zeitschrift erzählt, mit der P u d c r st e u e r, die er in stiller Stunde ersonnen hatte und die dazu dienen sollte, aus dem tveißen! Puder der Menschlichen Eitelkeit schwarzes Pulver für britische Kanonen zu schaffen. Jene gute alte Zeit hatte die Perücke bereits glücklich überwunden, aber die -Erinnerung an die vergangene Herrlichkeit spukte in der Mode fort, und die Dandys schürzten ihr Haar hoch empor, puderten cs sorgsam in lichtes Weiß und trugen, so „echte" Perücken. Pitt schlug -vor, diese männliche- Eitelkeit zu besteuern, und zwar sollten die Herren, die nicht davon ablassen wollten, ihr Haar zu pudern, dafür jährlich 20 Mr. bezahlen. Nur wenige Ausnahmen waren vorgesehen, so Geistliche mit weniger als- 2000 Mk. Jahreseinkommen, die jüngeren! Offiziere der Armee und Marine und die Väter zweier verheirateter Töchter; diesen letzteren war das Recht eingeräumt, die drei Familien als eine zu rechnen. Von der sonderbaren Pudersteuer erwartete man einen Ertrag von vier Millionen Mark für das Jahr. Aber der schöne Plan scheiterte; eine Anzahl altenglischer Aristokraten, unter ihnen der Herzog von Bedford und Lord Jersey, versaminelreil sich in der Woburn-Abtei zn einer feierlichen Beratung; das Ergebnis war, daß die tonangebenden Herren sich alle die große Fisur abschneiden ließen und durch ungepuderte, gewellte Locken ersetzten. Diese neue Mode wurde überall ausgenommen und machte die Pudersteuer gegenstandslos. Auch Pitts Plan, alle Ladenbesitzer mit einer Gewinnsteuer! von fünfzig Pfennig bis zwei Mark zu belegen, scheiterte. Besseren Erfolg hatte die D i e n st b o t e n st e u e r; für jeden weiblichen Dienstboten mußten 2,50 Mk. Steuern,_ für drei Dienstboten 10 Mk. Jahressteuer entrichtet werden. Die A u k t i o n s st e u e r die Pitt einführte, hatte eilt amüsantes Ende. Ursprünglich betrug sie 100 Mk. pro Jahr. Später wurde sie auf 200 Mk. pro Jahr erhöht, und Mit dieser Erschwerung des Auktionshandels verknüpfte Man auf der anderen Seite eine Erleichterung, die bald mißbraucht wurde: Die Auktionatoren wurden von der Vorschrift befreit, beim Verkauf von Spirituosen von Fall zu Fall vorher Erlaubnis einzuholen. Daraus entwickelte sich nun ein schwunghafter und sehr rentabler Schnapshandel, so- daß Pitt schließlich das Privileg aufheben mußte. Vor Pitts Zeiten wurden in England sogar Geburt, Tod und Heirat zum- Gegenstände der Besteuerung gemacht. Der ^Herzog, der eine Gattin erwählte, mußte für dieses Privileg dem Staate 1004 Mk. Steuer bezahlen; beschenkte die Gemahlin ihn mit feinem Erben, so verlangte das Schatzamt 602 Mk. und für jeden weiteren Sohn hatte der glückliche Vater 502 Mk. zu bezahlen',. Bei dem! Tode der Gattin flössen in die Staatskasse 1004 Mk. und auch bei entfernteren! Verwandten mußten entsprechend kleinere Todessteuern entrichtet werden, sind diese Steuer galt, natürlich mit angemessener Ermäßigung, auch für den kleinen Bürger; der bekehrte Junggeselle der kaum 1000 Mk. Jahreseinkommen besaß, mußte für feine Braut 2,50 Mk. Steuer entrichten und später im glücklichen Ehestände für jeden Sohn 2 Mk. Die gleiche Summe mußte an dick Staatskasse entrichtet werden, wenn das Schicksal dem Familienoberhaupt cs auferlegte, seine Frau oder eines seiner Kinder zu! Grabe zu tragen. Selbst die Studenten durften das Glück ihres Junggesellentum'es nicht ungesteuert genießen. Von 1695 bis 1706 -Mußten alle Männer über 25 Jahre, die sich der soziale«! Pflicht der Verehelichung entzogen, je nach ihrem Range eine Steuer bezahlen, die zwischen fünf Schilling und 250 Mk. schwankte. Diese I u u g g efel l en ste u e r brachte dem Staate jährlich 1040 000 Mk. ein. Wilhelm III. kam dann auf den Gedanken, das P a p i e r zu bestcuÄm; eine zeitlang mußten -sogar 560 Mk. für jede Tonne Papier bezahlt werdeup Wie hart diese .©teuer 288 auf dem Buchhandel lastete, zeigt sich darin, daß Charles Knight 1830 nicht weniger als 400 000 Mk. Steuer für das Papier bezahlen mußte, auf bcnt seine „Peirnh Cyclopaedia" gedruckt wurde. Königin Anna ging noch weiter und besteuerte jeden Bogen Zeitungspapier mit einem Pence; später wurde dieser . Satz sogar auf vier Pence, also rund 32 Pfennig für den Bogen erhöht. Aber damit noch nicht genug führte man. auch eine I n s e r a t e n st e u e r ein: für jede Anzeige, gleichviel wie klein, . Muhten 3,50 Mk. Steuern bezahlt werden. Selbst das frei- flutende Tageslicht wurde für die Staatskasse ein Besteuerungsmittel: zurzeit Wilhelms III. mußte für jedes Fenster eine Steuer entrichtet werden. Die Taxe war so hoch, daß Hunderte und Tausende von Fenstern Mit Brettern vernagelt wurden, um das Tageslicht nicht einzulassen. Bei Neubauten wurde die ■ Fensterzahl- zum Schaden der Gesundheit aufs größte beschränkt, und noch heute kann man [in den alteren Teilen von London; an den ans jener Zeit erhaltenen Häusern die gemalten Fenster sehen, die der Shmmletrie wegen an die Wände gemalt.wurden. Hochzeitsgeschenke. lieber eine gute Sitte beim Schenken, über die wir- in Nr. 150 der Familienblätter vom vorigen Jahre unter demselben Titel Een ^Originalaufsah brachten, spricht das 2. Aprilheft 1909 des Kunstworts. Wir drucken den Aussatz — wenig gekürzt — hier ab. Wer hat den JainMer heutiger Hochzeitsgeschenke noch nicht mit angesehen? Ein sorgsam zusammengewühltcr Hausrat wird zumeist gerade durch das verballhornt, was aus dieses i das Tüpfelchen When sollte: bunte Terrakottenplastik, vorweltliche Töpfereien, schlechte Bilder, überladenes Silberzeug, „Hausgreuel" aller Art orangen sich in ein abgestimmtes Ganzes, dessen Ersinnen reinste Freude des Brautltandes war, dessen Benutzung die harmonische volle der ptngeil Ehe sein sollte. Unabweisbar denn auch - zarte Rüchichten können unbarmherzig zwingen. Und ferner: nutzloch Dinge tauchen halbdutzendweis auf, doch notwendige fehlen. Die Wände könnten mit den verschiedensten Bildern bepflastert werden. Natürlich siuds Reproduktionen: nnb doch hat der künftige Ehemann vielleicht seinen besonderen Geschmack, er freut sich, wenige Originale von den Wänden wirken zu lassen. Der jungen Fran aber ist die Malerei noch fremd, sie liebt die Bücher; allein niemand 'denkt an die ersehnte Vervollständigung ihrer Bibliothek. 77 Am schlimmsten ist aber der Mißstand dort, wo die Geschenke eine erwartete, eine notwendige Ergänzung für die Aus- ' stattung wenig bemittelter Hochzeitsleute bedeutet. Eine Geschmack- wflgkeit haftet dann, fast unausrottbar und weiter Ivirkend, iil der neuen Familie. Jede Unnötigkeit ist zugleich eine Entbehrung des Notigen. Wie kann geholfen werden? In der Schweiz — jedenfalls in Manchen Städten der Nord- schiveiz - besteht folgende Sitte: Braut und Bräutigam stellen in einer Liste zusammen, was sie bedürfen. Die nächsten Freunde von ihm, die vertrautesten Freundinnen Äon ihr werden beige- : zogen und erhalten die Liste eingehändigt; man verständigt sie über Plan und Geist der künftigen Einrichtung, gibt Winke über die Lieferanten, die Muster, wohl auch über die Eigenheiten vermutlicher Scheukgeber; kurz, man entwirft den Feldzugsplan. _ ^te Freunde schreiten zur Ausführung; sie geben bekannt, daß Man sich an sie zu wenden habe, sie erteilen Auskunft und Rat und 'vermitteln in besonderen Fällen zwischen Schenkern und künftig Bescheiikten. Die Listen wandern von Hand zu Hand. Der eilte streicht ein Teeservice au und schreibt seinen Namen dahinter; es wird dem Haushalt nicht fehlen. Der andere merkt vor, daß er ein Dutzend silberne Gabeln Modell 63 bei Müller u. -schnitze) übernehme; ein Dritter will die entsprechenden Messer dazu spenden. Eine besondere Beitragsliste läuft um für das Kuwler, das leider aus der Aüsslattunqssunime nicht mehr zu befchtisfen war. Und so fort, bis zur wohlvolleudeten Einrichtung. Selbst dort, Mo die Geschicklichkeit der Freunde nicht allzu groß ift, bleibt doch der Erfolg schließlich dem blindwirkenden Zufall weitaus überlegen. — — m . Will man's mit dieser Sitte nicht auch einmal bei uns im Reiche versuchen? Georg D. W. Callwey. vermischter. * Ein r i e f e n Hafter tier ft ei netter B a u in ist rn einer Kohlenmine iit Südengland entdeckt und in einer Sitzung der Gesellschaft für Geologie und Bergbau in Man- aiefter beschrieben worden. Der Baumstamm zeichnet sich durch seine Länge ans-, die nach dem Urteil -der Sach- verstandigen überhaupt alles übertrifft, was man bisher bon Resten der Pflanzenwelt ans der Steinkohlenzeit 3av tage gefordert hat. Der Abdruck des Stammes zeigte sich rik einer Tiefe von rund 250 Metern und konnte auf eine -ange von rund 35 Metern verfolgt werden. Es nes; fach erkennen, daß er der ansgestorbeiren Gattung Leptdodendron -angehörte, die in den Wäldern der Stein« Viedaktion: K> Neurath, — Rotationsdruck und Verlag der Brü kohlenzeit mit die größte Rolle gespielt Hai. Der Stamm lag nicht in einem Kohlenflöz selbst, aber nur ein Meter darüber in den auflagernden Schiefern. Die Rinde des Stammes zeigte sich wohl erhalteii, während die holzigen Teile des Jnilern verschwunden waren. Der Baum muß nn Vergleich zu seiner Größe von ungewöhnlich schlanker Gestalt -gewesen fein, sein Durchmesser betrug in einem Abstand von etwa vier Metern über der Wurzel nur rund 70 Zentimeter. * Für praktische Hausfrauen. In der neuesten Nummer des Guckkast -e n gibt Tante Eufemia (Paul Keller) wieder einige sathrische Ratschläge für praktische Haus, freuten, die den leider so sehr Verbreiteten Unfug der Verwendung alter, wertloser Gegenstände famos verulken. Gebrauchte Krage n. Komme ich da neulich zu meiner Nichte und sehe sechs gebrauchte Herrenkragen im Gemülle liegen. Das Herz im Leibe wollte mir zerspringen über solche Verschwendung. Sechs Kragen! Es ist wahr, sie nmren stark abgenutzt und an den Rändern ausgefranzt; aber sie hatten einmal 4,50 Mark gekostet. O, ihr jungen Hausfrauen, wann werdet ihr lernen, sparsam zu wirtschaften? Natürlich -nahm -ich die Kragen an mich, rollte sie zu einem Kreise von 51/4 cm Durchmesser, umnähte sie mit zwei Lagen von weißer Seide und bestickte sie kunstvoll mit dem Monogramm meiner Nichte in lichtgrüner Farbe. Nachdem ich noch die Ränder mit hellblauem, breitem Bande versehen hatte, schenkte ich die sechs Röllchen der jungen Fran zum Geburtstage. Die Ueberraschuttg! Sie wußte zunächst nichts damit anzufangen, sie ist ja noch so jung! Serviettenringe! Natürlich hatte ihr gerade ein halbes Dutzend gefehlt. Wer ich. hatte Mühe, daß sie die zier« liehen Gebilde auch wirklich in Gebrauch nahm. Sie schienen ihr zu kostbar, dem guten Kinde. Mein Gatte trägt mit Rücksicht auf die spätere Aeu- deruug nur hohe Stehkragen, obgleich sie ihn. oft wund scheuern. Wenn er zwei Dutzend abgetragen haben wird, will er wieder zu den bequemeren Umlegekragen zurückkehren, für die ich -auch schon eine Verwendung habe. Gebräuchte Stulpen. Mau stärke die Stulpen recht steif, leime nach Be-. lieben 2—4 aufeinander und beschneide sie rechteckig. Das gibt einfache Schnittentablettchen, die man nach Talent und Geschmack mit zierlicher Malerei, zarten Blümchen oder Vögelchen bemalt. Allerdings müssen diese Brettchen bei jeder Wäsche neu geleimt, beschnitten und bemalt werden, aber das braucht nicht so oft zu geschehen, wenn man sie bei Gebrauch sorgsam in Pergamentpapier ein« schlägt. Und welche .Hausfrau wird die kleine Mühe scheuen, wenn es die Verschönerung der gedeckten Tafel gilt! T ante Eufami a. Humoristisches. * In M ar i e nbad. Kurgast (eine Händlerin beim Verdünnen der Milch überraschend): „Aber, liebe Fran, was wachen Sie denn da?" — Händlerin: „Dasselbe wie Sie — eine Entfettungskur!" * Vorahnung. Mann: „Was gibt's denn heute zu Mittag?" — Frau: „Ich glaube, einen kleinen Krach," * I ntcressa n t c s H a u s. Fritzchen (begeistert): „Bei uns ist immer was los: Vorige Woche hat der Vater 'n. AM gebrochen, gestern hat es in der Waschküche gebrannt, und Sonntag singt meine Schwester Meta in der Kirche." Zitaten-Rätsel. Aus jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich em neues Zitat ergiebt: 1. Der Feige droht, nur, wo er sicher ist. 2. Des Menschen Wille, das ist sein Glück. 3. Was? Der Blitz! Das ist ja die Gnstel aus Blasewitz. 4. Tie schmale Kost und der Arbeit Last, Mag sich nur ein And'rer erwählen. 5. Es ist so schwer, den falschen Weg zu meiden. 6. Tas eben ist der Fluch der bösen Tat, Daß sie sorizeugend immer Böses muß gebären. 7. Dasein ist Pflicht, und ivärs ein Augenblick. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: Weipert — Eisen - Rüge« — Wilhelmi - Arklow — Gardasee — Taganrog; Wer iv a g t, gewinnt. l'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R, Lange, Gießen.