MV MW W WWMilj TTNi'lrBSvf Wil M a®O Äü4»BWn^ ®OHi ? Spatinghof. Roman von K. v. d- Eide x*< (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ja! traf auf den niedergerissenen Festungswällen Rendsburgs einen alten Bekannten: Niels Sönkien aus Ramstedt. 1 Niels diente beim Train; er fühlte sich unbehaglich ur der ihm schlecht sitzenden Uniform und sehnte sich nach denr Laude. Seine Freude, endlich ein bekanntes Gesicht zu sehen, war ungekünstelt. „Mensch, ich freu' mich gräßlich, daß ich dich mal wieder- seh', rch hätte dich bald nicht erkannt!" „Ich erkannte dich an deinen langen Ohren und an dem Haar," sagte Jak. Niels lachte gutherzig. Er ivar noch immer der Alte. Er hatte noch immer den blonden Wuschelkopf und sein Gesicht ivar noch immer zu laug und schinal. Nur ctivas größer und kraftvoller war er geworderl. Sie sprachen über dieses und jenes. „Wie ist es denn mit dem Großknecht?" fragte Niels. Jak lachte verlegen. „Wir müfsen selbst Knecht spielen," entgegnete er. „Eine Deern könnten wir eher gebrauchen: aber mit der Altschen ist nichts anzufangen. Es ist nicht immer allens so, wie man denkt. " „Da hast du recht, Mensch," stimmte Niels bei. „Es herrscht viel Einbildung in der Welt." - ■ • Einige Wochen später, an einem Sonntagnach- mittag, suchte Jak Niels in der Kaserne auf. Niels hatte an diesem Sonntage auch Urlaub, war aber nicht fortgegangen. Dre Kameraden munkelten, daß er sich in der Küche etwas Fernes zurechtgeschmort habe und es jetzt oben verzehre. -so schien es auch, Als Jak auf den Gang kam, drang rhm ein verführerischer Duft entgegen. Neugierig trat er rn die Stube, da saß Niels, das Kinn in die behaarten. Hande gestützt, und starrte trübselig auf eine Schüs el, auf der etwas goldbraun Gebratenes lag. „Mensch, was machst du, was ißt du da?" fragte Jak nahertretend. In Niels blauen Augen standen Helle Tränen. „Es ivill nicht rutschen!" klagte er. „Ich dachte, es wurde gräßlich fein schmecken. Ein ganzes Stieg Eier habe ich dazu genommen und ein halbes Pfund Zucker, und in reiner, guter Butter habe ich es gebraten. Das habe ich mir alles wochenlang vom Munde abgespart, und nun, wo ich es fertig habe, da schmeckt es so widerlich, so fett und fest und süß, daß ich es beim besten Willen nicht hniunterwürgen kann." Jak lachte. „Ja, das Kochen will auch gelernt sein Komm mit, wir bummeln ein bißchen ans dem Jungfern- stleg herum und trinken nachher ein Seidel Bier zusammen." Niels stellte seinen verunglückten Eierkuchen in den «chrank und ging mit. „Es ist mtes Einbildung, alles Einbildung, tvas man KG denkt," sagte er, als sic eine Stunde später in der Eiderhalle bei einem Glase Bier saßen. . »Was macht die kleine Tine Kla en?" fragte Jak unvermittelt. „Oh, die ist nicht mehr klein, die ist 'ne große, schmucke Deern geworden, die schmuckste auf dem Ramstedtcr Deiche, Jt sinken. Ich habe es immer und immer wieder versucht. Ich bin ganz geichickt bei dieser Tätigkeit und besitze wie mancher meiner Bekannten einen gewissen Instinkt dafür, der von Zeit zu Zeit wieder auflebt. Aber hernach denke ich immer: besser luiir’S gewesen, du hättest nicht gesischt. Ich glaube uichl, daß ich mich dann irre. Es ist nur ein leises Ahnen, dem ersten Licht- Itreifert am Morgenhimmel zu vergleichen. Zweifellos lebt in . *) Alks „Walden" oder Leben in den Wäldern, Jena, E. Die- stichst Mir jener Instinkt, welcher den niederen Wesen der Schöpfung eigen ist lind- doch werde- ich von Jahr zu Jahr weniger Mäher, ohne mehr Mitgefühl oder Verstand- zu besitzen. Jetzt habe ich die „Fischerei gänzlich aufgegeben. Müßte ich indessen in einer Einöde leben, so würde ich aller Wahrscheinlichkeit nach wieder ent) echter Fischer oder Jäger Werbern Außerdem aber «astet dieser Nahrung und- jeder Fleischkost etwas wirklich Unreines an, und- allmählich lernte ich begreifen, wo die Hausarbeit anfängk, „woher der kostspielige Wunsch stammt, jeden Tag cin neues und- sauberes Aeußere zu zeigen, und das Haus gesund und frei von jedem üblen Geruch und- Anblick zu halten. Ta ich mein eigener Schlachter, Küchenjunge und- Koch und zugleich auch der Herr war, für den- alle Speisen anfgetragen wurden, w kann ich, aus ungewöhnlich großer Erfahrung sprechen. Der praktische Einwand- gegen animalische Nahrung- war in meinem Falle ihre Unreinlichfeit. Außerdem fühlte ich mich meistens durchaus nicht gesättigt, wenn ich meine Fische gefangen, gereinigt und gegessen hatte. Es kam mir vor wie etwas Unbedeutendes, Unnötiges, das so viel Mühe nicht verdiente. Einige Scheiben Brot oder, eilt' paar Kartoffeln hätten bei weniger Arbeit und Schmutz die gleichen Dienste geleistet. Wie manche meiner Zeitgenossen hatten viele Jahre laug kaum irgendwelche animalische Nahrung, auch nicht Tee, Kaffee oder dergleichen, genossen. Nicht weil diese Dinge irgendwelche unangenehme Wirkung bei mir hervorriefen, sondern weil sic meinem Gefühl, meiner Vorstellung nicht zusagten. Die Abneigung gegen animalische Nahrung remitiert nicht aus der Erfahrung, sondern wurzelt im Instinkt. Theoretisch hielt ich es für richtiger, bei einfacher Nahrung in mancher Hinsicht dürftig zu leben: und- wenn ich mich auch praktisch nicht dazu entschließen konnte, wünschte ich doch- meine Sinne zufrieden zu stellen. Ich glaube", daß gerade die Menschen, welche ernstlich Wert darauf legen, ihre edleren oder poetischen Fähigkeiten im besten Zustande zu erhalten, animalische Nahrung und größere „Nahrungsmengen in irgendwelcher Art überhaupt vermeiden. Es ift eine wichtige, von Entomologen festgestellte Tatsache — ich verweise auf Kirby uud- Spence ■—, daß „manche vollentwickelte Insekten, obwohl sie mit Freßwerkzengen ausgestattet sind, keinen Gebrauch davon machen". Sie behaupten ferner, es sei eine allgemeine Regel, daß fast alle Insekten in diesem Zustand- viel weniger fressen als im Larvenzitstand. „Die gefräßige Raupe, die sich in einen Schmetterling verwandelte" — „und die gierige- Made, welche zur Fliege wurde" —, sind- mit einem oder zwei Tropfen Honig oder mit irgendeiner anderen süßen Flüssigkeit zufrieden. Das Abdomen unter den Flügeln des Schmetterlings stellt noch immer die Larve vor. Das ist der Leckerbissen, der sein insektenfressendes Schicksal reizt. Wer viel isst, gleicht einem Menschen im Larvenzustand-. Es gibt ganze Nationen, die sich in diesem Zustande befinden, Nationen ohne Ideen, ohne Phantasie, Man kann sie an ihrem aufgetriebenen Abdomen erkennen. Der Erwerb "und- die- Zubereitung einer Diät, die so einfach und- zuträglich- ist, daß die Sinne nicht durch sie beleidigt werden, ist schwierig. Tie Sinne aber sollen meiner Ansicht nach zugleich mit dem Körper ernährt werden. Beide sollen von demselben Tische speisen. , Ist denn das unmöglich? Wenn wir Früchte in müßiger Weise genießen, so brauchen wir uns unseres Appetites nicht zu schämen, noch zu befürchten, unsere höchsten Ziele aus den Augen zu verlieren. Fügt man aber ein Extragewürz zu einem Gericht, so wird- es uns vergiften. Es lohnt sich sicherlich nicht, „seine Küche" zu führen. Den meisten Menschen würde es Peinlich sein, wenn man sie bei der eigenhändigen Zubereitung! jener „Mahlzeit überraschte, die sie sich täglich, fei es aus vegetabilischen, sei -es L«s animalischen Bestandteilen von anderen Herstellen lassen. Solange so etwas möglich ist, sind- wir nicht zivilisiert. Mögen wir uns auch- Herren und- Damen nennen, wir sind- trotzdem keine- echten Männer und Frauen. Dies beiltet sicherlich an, wo Wandel geschaffen werden muß. Warum die Sinne sich nicht mit Fleisch und Fett auszusöhnen vermögen, scheint mir eine nutzlose Frage zu sein. Mir genügt die Tatsache, daß es unmöglich ist. Der Mensch ein fleischfressendes Tier! Ist das lein' Vorwurf? Allerdings: er kann leben, er lebt zum großen Teil, indem er andere Tiere verzehrt. Doch ist es ein klägliches Unterfangen, und jeder, der "Kaninchen jagt oder Lämmer schlachtet, kann sich davon überzeugen. Wer aber lehrt, sich auf eine unschuldigere und zuträglichere Nahrung zu beschränken, der wirb als ein Wohltäter seines Volkes betrachtet werden. Ganz- abgesehen von meinem, persönlichen Standpunkt zu dieser Frage bezweifle ich nicht, das; in der"allmählichen Weiterentwickelung der Menschheit auch der Zeitpunkt kommen wird-, wo- Tiere nicht mehr verzehrt werden. Die Wilden haben aufgehört, sich untereinander aufzufressen, wenn sie mit zivilisierten Völkern in Berührung kamen. Wer aber auf die leisen-, beharrlichen und- sicherlich wahren' Ratschläge seines Genius horcht, der weiß nicht, bis zu welchen Extremen, ja bis' zu welchem Wahnsinn sie ihn führen mögen. Und- doch: wird- er mutiger, treuer, dann liegt sein Weg in dieser Richtung. „Ein noch so geringer aber berechtigter Einwand, beit ein gesunder Mann empfindet, wirb schließlich über alle Beweisgründe und Gebräuche „des Menschengeschlechtes triumphieren, Noch nie ist ein Mensch durch seinen Genins irre« geführt worden. Und- mag das Resultat auch bisweilen körper- 220 liche Schwäche fein, so kann doch Wohl niemand behaupten, daß man solche Folgen bedauern, müsse, beim gerade sie zeitigten ein Leben, das sich ans höheren Prinzipien harmonisch aufbaute. Wenn Tag und Nacht so ans uns wirken, daß wir sie mit Freuden begrüßen, wenn das Leben duftet wie Blumen oder balsamische Kräuter, wenn es elastischer, sternenreicher,. unsterblicher wird — ja dann wollen wir lieber von Erfolgen sprechen. Die ganze Natur beglückwünscht uns, und für einen Augenblick mögen wir uns getrost selig preisen. Die größten Reichtümer und Werte werden am wenigsten geschäht. Der Glaube an ihre Existenz ist gar leicht erschüttert. Wir vergessen sie schnell. Sie sind die höchste Realität. Vielleicht teilt nie ein Mensch dem anderen die staunenswertesten, realsten Dinge mit. Die wahre Ernte meines täglichen Lebens ist etwas so völlig Körperloses und Unbeschreibliches wie die Himmelsfarben am Morgen oder Abend. Ein wenig Sternenstaub, ein Stückchen Regenbogen, den ich umklammert hielt das ist meine Ernte . . . Ich persönlich war indessen nie besonders heikel. Ich konnte, wenn es nötig war, eine geschmorte Ratte mit Appetit verzehren. Ich bin aus dem gleichen Grunde froh, so lauge Zeit Wasser getrunken zu haben, als ich den natürlichen Himmel dem Paradiese des Opiumrauchers vorziehe. Ich möchte gern immer nüchtern bleiben, aber es gibt so unendlich viele Grade von Trunkenheit. Ich glaube, Wasser ist das einzige Getränk für einen verständigen Menschen. Wein ist keine solch edle Flüssigkeit. Wer aber möchte die Hoffnungen am Morgen mit einer Tasse heißen Kaffees, wer die Hoffnungen am Abend mit einer Sanne voll Tee vernichteü? O, wie tief falle ich, wenn' sie mich zu locken vermögen! Selbst Musik kann berauschend wirken. Solch scheinbar kleine Ursachen zerstörten Griechenland und Rom, sie werden auch England und Amerika zerstören. Kann man auf schönere Weise berauscht werden als durch die Luft, die man atmet? Ich bin zu der Ansicht gekommen, daß der schwerwiegende Vorwurf gegen grobe, llang andauernde Arbeit in der Tatsache liegt, daß sie mich zwingt, in gröberem Maße zu essen und zu trinken. Doch muß ich der Wahrheit gemäß gestehen, daß ich jetzt in dieser Hinsicht weniger heikel bin. Ich bringe nicht so viel Religion zu Tische mit und spreche kein Tischgebet, nicht weil ich verständiger bin als ich ivar, sondern weil ich mit den Jahren stumpfer und gleichgültiger geworden bin. Vielleicht beschäftigt man sich mit solchen Fragen nur während der Jugendzeit. Bei der Poesie ist diese Annahme ja ganz landläufig. Meine Theorie ist hier, meine Praxis ist nirgends. Trotzdem bin ich weit entfernt, mich für einen jener Auserwählten! zu halten, von denen es in den Veden heißt: „Wer wahren Glauben an das allgegenwärtige höchste Wesen hat, der mag essen, was existiert," das heißt, er braucht sich nicht darum zu bekümmern, woraus seine Nahrung besteht oder wer sie ihm zubereitet. Und selbst in diesem Falle — so sagt ein Hindukommentator — muß noch hinzugefügt werden, daß der Vedenausleger diesen Vorzug auf „Zeiten der Not" beschränkt. (Schluß folgt.) vermischtes. * A diese Fremdwörter. „Ja, so ein bißchen Fran- zoi,pch, das ist doch wunderschön — Tros aimable, trtzs aimable! — Mit n’ bißchen Französisch, da kann man nicht untergehn — Sagt schon Schnabel, sagt schon Schnabel" — Oder vielmehr er sagte es, vor fünfzig Jahren. Und der gute Kalisch, der die „Reise nach Paris" schrieb, ist schon lange tot. Aber sein Französisch ist geblieben in der Haupt- und Residenzstadt des preußischen Staates und Deutschen Reiches. Und hat gar Kinder gekriegt und Kindeskinder und vermehrt sich wie eine Kaninchenfamilie Ja, so'n bißchen Französisch — und wenn's nur ein falsches Firmenschild wäre! Ein ordentlicher Konditor, so schreibt die Voss Ztg., kann jetzt in Berlin mich nicht mehr leben, wenn er nicht in kühnem Schwung über seinen deutschen Anpreisungen auf der riesigen Ladenscheibe ein „Petit's fours" glänzen läßt Wie wenn die kleinen Kinder ans Paris kämen! Dadurch würden sie gewiß nicht frischer! Und wenn sie nur eine Nachahmung sind, wer'den ftc nicht besser. Aber es klingt so wunderschön. Und die Hälfte der Kundschaft, vielleicht die ganze, weiß nicht, was das ist — die Petits fours schadet aber auch nichtss. Wenn's in großen geschwmrgeneil Settern verlockend und „vornehm" auf denl Fenster glitzert, dann muß man's kaufen, um auf der Höhe zu sein. Tenn Kaffeekuchen — vieux jenx! Verzeihung, olle Kamellen, Vorväterkram, wie der Bartscheer seligen Andenkens ■xsa, der Bartscheer! Es sind schon mehr als fünfzig Jahre vergangen, seit der Bartscheer das Zeitliche segnete und dem Barbier Platz uiachte, und Kalisch brauchte den nicht erst aus Paris rnit- A'öringeu. SBir, hatten dem Barbier aber kaum eine deutsche Aussprache wie eine Zwangsjacke übergezogen, da verschwand auch < raitm^ dem Friseur und Raseur das Feld'. Darüber lächeln zwar die Franzosen. Denn sie gebrauchen diese Ansfuhr- ware selbst nicht. Und wenn sie von Raseurs reben; bereu es mich -bei. ihnen in Hülle und Fülle 'gibt, so meinen sie ganz Ederesals einen Bartscheer. Sie lächeln, oder vielmehr sre lächelten. Denn schließlich entdeckten auch wir, daß der Friseur abgestanden war. Und daß der feine Mann und die elegante Frau nur noch zum Coiffeur gehen können wie in Paris, ganz wie in Karis — tont com'me chez mx! 'Der Ehrgeiz war befriedigt! Wrr haben s erreicht. Wir stehen schließlich auf derselben Plattform. Gott ser Dank. Aber genügt das? Nein, voraus müssen wir, mutig in unbekannte Gegenden bringen, den Franzosen, die so lange im Haarkräuseln unsere Lehrmeister waren, den Weg zeigen! Und wirklich, so einen Pfadfinder habe ich. vorgestern entdeckt, in der L.....straße, mitten in Berlin, ^ch nenne ben Mann und die Straße nicht. Sonst denkt man, ich sei für die Reklame bezahlt. Aber besingen muß ich ihn doch. Denn es ist ein kühner Mann, ohne die geringsten sozialen und gesellschaftlichen Vorurteile, wie cs scheint. Und das ist in Berlin nicht gar zu häufig, hier, wo die Ordnung herrscht unb jeder unweigerlich in seine Klasseuschcichtel kommt. Also, unser Bartscheer und Haarkräusler war mal in Paris. Oder mich nicht Er weiß aber, daß jeder ordentliche Pariser Kollege hinter seinem' großen Salon einen kleinen „Salon pour dames" hat. Das war für ihn ein Fingerzeig, das schlvache Licht auf bcm Weg, der in die noch unbekannte Zukunft führt, und den er kühn beschritt. Denn er sagte sich: Mir ein kleiner Salon für Damen? Das ganze Geschäft muß ihnen geöffnet fein. Und so setzte er-energisch über seinen Laden in blendend weißen Settern auf schwarzem Grund: „Coiffeur'des Dames." Und freute sich seines Werkes. Ich aber danke ihm für die Minute unbändiger Heiterkeit, die er mir verschaffte, und verspreche ihm, alle Franzosen, deren ich habhaft werden kann, vor und in seinen Saben zu führen. Allerdings keine Französin, wenigstens keine, die ich nicht tödlich beleidigen will. Denn — ja, nun stocke ich. Wie soll ich's wenden, daß es, leidlich scheine? Wenn ich's auf französisch versuchte, ging's vielleicht sänftiglicher und schmerzloser ein. Doch — versteh's auch unser Bartscheer? Also sei es aus deutsch gesagt. Und da frage ich: Cioisfeur des Dames —- Coiffeur der Damen — aber lieber Bartscheer, welcher Damen, da du so bestimmt mit dem Artikel auf sie weisest, wie aus ein Regiment Soldaten? Der Damen! Du.ahnst wohl nicht, daß der Pariser dabei an die Damen denkt, dsie er galant wsie er ist, beschönigend „ees dames" nennt, und die nirgends in der Welt spröde find, wenn Geld und gute Worte winken? Oder weist du's doch? Bist bn, ein Mephisto ober nur ein armer Schüler, der schwarz auf weiß sein französisch Schildchen nach Hause, bringt, ohne beit tiefen Sinn der Worte zu erfassen? AM laß dir's gesagt sein: Auch die Damen wollen's nicht wahr haben, daß sie zu „res dames" gehören, wenn sie zu dir kommen, um sich für den Abend und die Nacht .misfrisieren zu lassen, damit der Fifchzug gut gelinge. Auch sie werden deinen Salon meiden, der sie bloßstellt. Und die anderen erst recht. Stoß affo das „s" ab), bas deinen guten Ruf zertrümmert, und nenn dich fortan Coiffeur de Dames, wie deine Pariser Vorbilder, wenn du es nicht vorziehst, dich gut deutsch — ja, wie gleich? — zu nennen! Literarisches. — Lessings Werke. Auf Grund der Hempelschen Ausgabe neu herausgegeben von Julius Petersen. Goldene .Klassikerbibliothek. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co. Eine Sessingsaiis- gabe ist auch jetzt in der Goldenen Klassiker-Bibliothek erschienen. Bei einem Preise, der auch dem Unbemittelten die Anschaffung ermöglicht, wird eine Ausstattung geboten, bereit sich keine Bibliothek zu schämen braucht: stattliches Format, großer Druck, holzfreies Papier sind die ausfallendsten Vorzüge. Außerdem sind die Bände mit guten Porträts und Handschriftproben, mit durchgehender Zeilen- und Berszählung, sowie mit Registern und alphabetischen Verzeichnissen reichlich versehen. Die Auswahl umfaßt diejenigen Werke, auf deren Kenntnis sjch der Gebildete beschranken darf. Ein Lebensbild, sowie Einleitungen und An- merhmgen zu den einzelnen Werken gestatten es jedem, sich in Die oft schwierigen Gebankengäuge Lessings unb in die fremd gewordenen Sebensbedingungen und Interessen seiner Zeit leicht und gründlich einzulesen. Arithmogriph. 1 2 3 4 8 Stab! in Westialen. 2 1 6 7 8 ein Baum. 3 2 5 biblischer Name. 4 5 4 7 Fluß in Deutschland. 5 4 3 4 8 eine Waffe 6 7 5 4 8 eine Auszeichnung. 7 2 8 nordische Gottheit. 8 t 7 6 römischer Kaiser. 1 2 3 4 5 6 7 8 ein Dichter. Auslösung in nächster Nummer.? Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummert Wir find geivohnt, daß die Menschen verhöhnen, Was sie nicht verstehn, Daß sie vor dem Guten und Schönen, Das ihnen ost beschwerlich ist,' murren. Goethe. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl 'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, Gießern