Donnerstag den 7. Januar v MM StÄas W MMM?W Otto KWU.! iK'irtWge' Maria Hendrina von Coch. Novelle von Luise S ch u l z e -- B r ü rF. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Hildegard Weingartner hatte sich in Hendrinas Arm einge- häkelt und zog sie eifrig mit sich fort. Sie mußte heute noch mit ihr bereden, daß sie mit zum Balle ginge. Der Beert natürlich auch. Ihre Augen gingen bewundernd über den schönen, großen Burschen. Tänzer genug hätten sie. So viel „Techni" und auch Binger Bursche, als sie nur wollten. Gott, Hendrina, wann kl) mir vorstell', wie schee du im Weiße Kleid aussehe wirscht!" — Zum Ball in einem weißen Kleid! — Hendrmas Herz besann Gnruhig zu klopfen. Aber sie war ja noch nie auf einem Ball gewesen. Und das litte ihr Batcr auch nicht! Ein Kleid hatte sie auch nicht! „Awwer Aanze kannschte doch?" - Tanzen! Ja Tanzstunde hatte sie gehabt im letzten Winter, als sie in Goch bei den Nönnchen in die Klosterschule ging. Natürlich nur Mädchen untereinander. Mit einem jungen Marrn hatte sie noch nie getanzt. Die Hildegard sah sie erstaunt an. Noch nie getanzt?! Und dann zog sie plötzlich die Hendrina an sich und wisperte eindringlich fragend: „Du, haschte aach noch nie eine geküßt? Sag', Hendrina, Noch nie?" Hendrina von Endcrt stand plötzlich still. Ein feuriges Rot lief über ihr Gesicht, bis unter die Haarwurzeln. Und unsicher ging ihr Blick über die Hildegard, die sie so sonderbar ansah. „Geküßt? Ich? O, Hildegard." Und da sing die kleine Bingerin an zu lachen, ganz laut. Sie lachte, daß ihr die Tränen in die Augen Fantett. Und zwischen dem Lacheit brachte sie nur mühsam heraus: „Nei, awwer so was! Hendrina, mer follt's nct glaawe! Noch nie eine geküßt!" Dann plötzlich war sie still. Und noch einmal wiederholte sie: „Keine? Aach de Beert net?" „Beert? Aber das ist ja mein Vetter." „Dei Detter? No ja! Awwer deswege tauscht 'n doch küsse!" Sie sah Hendrina -erwartungsvoll an. Aber die schüttelte heftig den Kopf. „Nie!" „Was bischt du for ä Mädche? Mer meint, bn wärscht in em Kloster gewese bis geschtern odder bis heut'. Hinnern Beert misse mer uns steche. Der muß es dorchsetze bei dci'm Vatt.er, daß ihr mitgeht uff'n Ball. Ae Kleid kriegschte aach gemacht. Dei Vatter hot 's jo derzti! Was macht'I denn atts, wenn du du entöl ä weiß Kleedche kriegscht!" Als am Abend dieses TageS Hendrina van Endert in ihrem Schr-ankbette lag, öffnete sie noch einmal die kleine Luke. Es war heller Mondschein, vom Rheineis schien ein weißer Schimmer auszugehen und das ganze Tal ztt erfüllen. Der Hafenweg lag breit uttd kveiß wie verzuckert, die laublosen Aeste der KastantM ftachett schwarz in den helfen Himmel. Hendrina van Endertz sah lange hinaus. Zwischen zwei Kashanienbäumen staitd eine einsame Bank. Da siel ihr ein, lvas Hildegard heute erzählt hatte. Und während sie so lag ititb seltsame Gedanken durch ihrett Kopf gingen, Hörte sie drattßen den schweren Schritt des Matthes, der die letzte Runde um das Schiff machte. Und schnell schloß sie die Luke. Und dann dachte sie an Beert. Sonderbar, daß sie sich bis heute niemals vorgestellt hatte, wie es wohl sein möchte. wenn der Beert sie küßte. Und wie die Hildegard gelacht hatte über sie. Ja die, das ivar eine! Die wußte andere Dinge als sie, die hroch fast ein halbes Jahr älter war. — Nebenan in der kleinen Stube richtete jetzt ihr Vater sein Nachtlager her. Der Beert schlief jetzt unter Deck. Sie war gut beivacht, die. schöne Hendrina vait Endert. Mer sie fühlte etwas wie eine Furcht im Herzen. Bor lvas? Sie hätte es nicht zu sagen gewußt. Ein Schauer lief über ihrelt Körper, sie hatte weinen mögen. Und doch war ihr tvohl zumute, fast >vie einem Kinde, das mit bangem Entzücken einen Blick in die Weihnachtsstube wirft. Die schöne Hendrina van Endert lvußte nickt, daß sie schmierte vor dent ersten Mick, beit sie getan hatte in ein unbekanntes Land. Später schlief sie ein. Und im Traum saß sie ans der Ban? zwischen den Kastanien. III. Der Silvesternwrgen war klar und kält. Der Schnee war ganz ttzocken vor Külte, er knirschte und kreuschte unter jedem, Fußtritt, das Rheineis schimmerte und glitzerte bläulich. Aus den kleinen Schornsteinen der Kajüten int Winterhafen wirbelte der Rauch emsig in die Kälte, kerzengerade aufwärts. Jedes Geräusch tat durch die klare Lust so deutlich herüber, daß das- ganze Tal erfüllt schien von einem Klingen und Klirren. Die Ebnung des Weges über den Rhein war jetzt so weit gediehen^ daß die beiden Parteien, die von Bingen und die von Rüdesheirn, beinahe auf der Mitte des Eises znsammentrafeit. Man hörte das Aufschlagen f.fcr Eispickel, in das sich Glockengeläut tont Rochusb erg von Bingen und Rüdesheim so wunderlich mit anderen Tönen mischte, mit Hämmern und Klopfen auf der? Schiffen, mit Geschwätz und Gesang und all dem Geräusch das täglichen Lebens. Hendrina hörte es von ihrem Bett aus. Sie hatte die Luke geöffnet und sah hinunter auf die glitzernde Eismasse. - Sie schaute und horchte angestrengt. Es war ihr, als höre und sehe sie Dinge, die sie früher nie gesehen und gehört hatte. Ein Rabe strich krächzend mit schwerem Flügclscklag dicht an dem Schiff vorbei,, setzte sich auf das Eis nieder und fraß gierig etwas, was ihm von einem der Schiffe zugeworfen wurde. Wie ev drollig auf- und «»'.'spazierte und sein metallisch glänzendes Gefieder aufsträubt?. Ihr Vater rief sie. Aber fie wollte noch nicht aufstehdit. Es war so schön zu liegen und feinen Gedanken nackzuhängen, krausen, queren Gedanken. Sie nahm ihren dicken Zopf auf und betrachtete ihn, Wie hatte, die Heldegqrd ihr Haar bewundert. 14 — Sie steckte es sonst ganz einfach sestgeflochten um den Kops, weil es ihr ordentlich lästig war, sich viel damit M beschäftigen : heute Wollte sie es einmal sehr schön und lose flechten und ordnen. Aus den Ball wollte sie gehen. Ihr Vater muffte cs zugeben. Warum sollte sie nicht haben, was alle anderen Mädchen hatten?. Ein schönes weißes Kleid ivolltc sie haben, das schönste, waS zu haben war. Warum auch nicht? Sie wußte genau, daß sie ein wohlhabendes Mädchen war. Das schönste, feinste Kleid wollte sie aiiziehen, niit blauen Bändern dazu, weit blau ihr am besten stand. Der alte van Endert stampste ungeduldig draußen umher. Er ging in die niedrige dunstige UnterdecksLrjüte, wo Beert vor dem kleinen gllisendcn Kanonenöfchen saß und nachdenklich vor sich hinstarrte. Unmutig sah er den schönen großen Menschen an. Da saß er nun und simulierte und wußte nicht, was er wollte. Keine Ader schien ihin Holser zu schlagen der Hndrina halber. Sah er denn nicht, daß das nickst ging, daß ihm der Aufenthalt hier einen dicken Strich durch die Rechnung machen konnte, durch die Rechnung, die zwar zuerst seine, des alten van Endert Rechnung war, mit der aber der fnngL der Beert, lwch einverstanüen war, einverstanden sein mußte. Denn das stand fest, keilt anderer durfte die Hendrina heiraten, und keine andere auch der Beert. Das Bermgöen mußte zufmnmenbleiben, und kein fremder Mensch durfte auf der „Maria Hendrina" etwas zu befehlen haben als er, der Alte selber. Der Beert lvar ein totff amet, weicher Mensch, der sich ganz ivohl fühlte unter des Alten Regiment. So blieb die „Maria Hendrina" galt) in seiner Gewalt, fast wie in feinem alleinigen Besitz, «nd er brauchte das Mutterteil der Hendrina, das fast ganz in denr Schiff steckte, nicht herauszuzahlen. Das hxn alles schon seit Jahren fest beschlossen und geordnet. Er Harn darum auch diesnial die Hendrina mitgenommen, voeil es ihm geschienen hatte, als wäre es ganz, gut, lvenn die zwei, der Wert und die Hendrina, einnral eine Zeit viel zusannncn wären, so daß sich die Verlobung machte. Er hätte ja freilich nur der Hendrina Lipp und klar Bescheid sagen können, und das wäre wohl auch das beste gewesen, lvenn er voraus gesehen hätte, waS kömmen konnre Aber die Base hatte gemeint, so ganz dürr und geradezu ginge nicht, und er solle auch vorsichtig feilt, denn man könne nicht lvissen, loie die Hendrina das aufnehmen würde. Er war durnm genug gewesen, sich auf das Gesalbader einzulassen, und nun saß er hier fest, und der Teufel nHißte sie gerade hierher vor Anker legen. Es war vielleicht daS beste, die Hendrina zu nehvneii und sich mit ihr in die Bahn zir setzen und nach Goch zu fahren, wenn der Beert jetzt nicht voran machte. Denn hier ivars nicht geheuer. Hatte nicht gestern schon, kaum daß die Hendrina einmal aus der Kajüte kam, der freche Mensch mit ihr geliebäugelt. Und der Weingärtner, der alte Schwätzer, das Großmaul, der würde wohl auch nichts Eiligeres zu tun haben, als ausznposaunen, wieviel Mitgift und Mutterteil die Hendrina haue. Und womöglich noch etwas dazuzulügen. Die Hildegard setzte der Hendrina auch noch einen Floh ins Ohr, schwatzte ihr vor von einfältigem Kram, daß die bunnnc Gedanken kriegte. Hub derweil saß der Beert hiev in der Kajüte und starrte den Ofen an. Der Eifer ging mit dem Alten durch, daß ev alles vor Beert auskramte. Der hörte scheinbar gelassen zu. Wenn der Alte auf ihn acht gegeben hätte, dann hätte er wohl sehen können, wie Ger Junge blaß und unruhig -aussah. Aber als der Alte ihm ansann, daß er nun mit der Hendrina einig werde,: sollte, da schüttelte der Junge den Kopf. Der Alte kannte das. Das hatte auch sein Bruder, Beerts Vater, schon gehabt, das war auch so ern Stiller gewesen. Der Alte fuhr hitzig und zornig auf. „Nem! Warum nich! Watt soll denn datt heißen?" Beert van Endert jagte nichts. Er zuckte nur die Achseln. »Watt soll datt heißen? Js dir die Hindrina vielleicht nich genug? Datt iS doch alles schon fest gemach! Datt wird jetzt nich geändert." Beert sah den Alten an. „Mir is cs schm recht! §lbcr ich fürcht', her Hendrina W es bett nich!" „©er Hendrina! Die Hendrina hat Kix zu sagen. Tie hat M wlgen. Ich mach die neue Mode nich mit, datt die Kinder ihren eigenen Willen haben." glaube itiTr, Oehm, datt wird Euch nich viel nützen. Ich glaube, Ihr habt bis heute die Hendrina nicht recht gekannt! Ich i »och nichEr setzte daS letzte halb leise hinzu . »Watt soll Mt' heißen? Ich verstehe dich nich! Walt iS datt für Gefchwätz?" „Datt soll heißer:, datt die Hendrina auf einmal merkt, datt fe en jung Mädclren is: Datt sie nich irrt Kloster gehn will. und nich wie in em Kloster leben will.. Datt sie auch entöl wait abkriegei: will von Pläsier und vor: — von..." Er schwieg und starrte in die Glut. Der Alte iah ihn verblüfft arr. Dann sagte er unsicher: „Watt sch -.tzt du nur. Datt eS doch ganz einfach, dr: versprichst dich mit der Hendrina, und Ostern is Hochzeit." „Ne, Oehm, datt geht nich zu machen! Datt geht nich. Die Hendrina will nich." „Die Hendrina will nich? Da soll doch der Kuckuck einschlagen! Ich werd' ihr die Mucken austreiben. Datt wüt’ noch schöner, wenn so'n Ding--", Er riß die Wjütentür auf, um aus Deck zu gehen. Aber! Beert war aufgesprungen und hielt ihn fest. „Oehm, laßt mir. Datt nützt nix. Glaubt Ihr dann, ich wollt' en Frau, die mir so angehetrat't ivürd'! Und wenn ich schon wollt', Nie Hendrina, die läßt sich von Euch nicht befehlen. Die har ihr'rr Kopp für sich, und watt dadrin vvrUcht, datt wissen >vir all« zwei nich — Ihr nich un ich nich" „Watt in Frauleuts Koppen vorgelst, datt iS dummen Kram," sagt cd er Alte hart Sein Mund drückte sich fest zusammen, er sah fast grausam aus. „Ich lasse mir nich in meine Sach rein rebeit. Datt wärk noch schöner, w-ann da eso en Kind mir en Strich dnrchmachen! tat. Und du sollst dich watt schämen, daß bu dich wie so'n Waschlappen läßt von der Hendrina crumzichen. Datt sagen ich dir, datt gab auch en schlechten Spaß für dich, meint die Hendrina en andern nahm, und du dich auch noch müßt mit ent fremden Menschen hier auf dem Schiff erumzanken, der da.eruA kumandievev ivollt'!" Beert Zuckte wieder mit den Achseln. „Och, Oehm, datt wär' noch et wenigst." .■'. Der Alte sah ihn aufmerksam an, dann lachte er plötzlich listig. ,/$e> et is nich ;e glauben. IS den Jung in die Hendrina! verliebt bis über dcie Ohren und läßt se aus den Ungern, weil er nich eso kühn is, so en Mädchen fest anzupacken. Und läßt sich beschwätzen und Flausen vormachen von so ent dummen Dingen. Ich habe:: gemeint. Du dätst Dir nix aus ihr machen. Nu sehn ich, wie die Fisch schwimmen." „Oehm--" „Ja, Oehm! Nu sag', watt soll denn nu datt ganz Angestells! heißen?" Er stcnch dicht vor Beert, die Hände in den Hosentaschen- versenkt, baS listige, schon wieder ganz befriedigte Gesicht von der Flamme des kleinen Oefthens rot geglüht. Mit der Hendrina! ihren Mucken wurde er schon fertig. Die nahm et nicht ernst. Auch seine Frau hatte Mucken gehabt, er hatte sie ihr aber gründlich ausgetriebein Und die Hendrina, die so gelassen dahinlcbte, träg' in den Tag hinein, was würde er groß Arbeit mit der haben, die ihm folgen mußte. (Fortsetzung folgt.) In Goethes Gartenhaus. Bon Wilhelm B o d e. Im Schloß Par! zu Weimar steht, epheuumrankt, das Gartenhaus Goethes, die Stätte, an die sich unzählige' Erinnerungen an den großen Dichter knüpfen, an der er geweilt, als er, jung und erfrischend wie Lenzes hauch, in das thüringische Hofftadtcheri eingezogen war, und die ihm 56 Jahre lang bis zu seinem Lebensabend willkommene Rash bot nach einem unruhevollen Dasein von schweren Kämpfen, tätigem Schaffen und ungeahnten Erfolgen. Von diesem ehrwürdigen Zeugen aus unserer klassischen Literaturepoche! berichtet Wilhelm Bode, der bekannte Forscher Gvethischer Lebenswerke und -werte, in feinem neuen anziehenden Buchej „Goethes Leben im Garten am Stent", das jetzt bei E. S. Mittler u. Sohn in Berlin erscheinen wird. Erne Goethe- biographie in einer völlig neuen Fassung, die Schilderung des Lebenslaufes unseres größten Dichters von einem Standpunkte ans, der der: Mick immer wieder auf das stille Haus tm Jlmtale lenkt, und eine reizvolle Gabe vornehmlich ans dem Grunde, weil He mit bewundernswertem Geschick und zartestem Verständnis boS Seelenleben Goethes mit der Natur in Verbindung bringt, aus der er m der stimmungsvollen Umgebung seines Häuschens so oft und fe stark die Kräfte zog für seine eigene Entwicklung. Innerhalb der Stadtmauer Weimars konnten in der! Zeit, als Goethe in die thüringische Residenz kam, nur ein paar Hausbesitzer durch ihre Hinterpforte in einen Garten treten, fast nur diejenigen, deren Besitz an die Stadtmauer! grenzte. Wer vor den Toren waren viele große und kleine Gärten, die teils zu Wohnungen gehörten, teils nur Be- 15 suchSgKrten waren, lvvrin der Besitzer vielleicht ein Lusthaus oder eine verschließbare Laube sich erbaut hatte. So hatte sich auch Wieland uins Jahr 1775 am Eselswege vor eem Frauentor einen Garten gekauft, und er schwärmte nun in seiner enthusiastischen Art von den vielen Säumen, die er pflanzen, von den herrlichen Blumen, mit denen er die Freunde beschenken wolle. Und. auch Bertuch hatte sich einen Garten erworben, der junge Literat, kaum zwei Jahre älter alZ Goethe und erst kürzlich vorn Herzog als Ge- heimschreiber angestellt. Da konnte es Goethe wohl auf die Seele fallen, daß ihm kein Fleckchen noch zu eigen gehöre. Fast alle Menschen, mit denen er verkehrte, hatten entweder ein eigenes Haus in der Stadt, oder sie hatten draußen im Laude ein Rittergut oder ein Gütchen. An einen großen Besitz konnte er nun zwar nicht denken, aber so ein Garten, wie Bertuch jetzt erfaßt hatte, reizte auch ihn. Dieser Garten lag am Rosenberge, vor dem Besitz eines Geheimen Refereudarius Schmidt, gleich am „Steril". Der „Stern" ober war eine herrschaftliche Promenade. Bertuch War also Garten nachbar der Hofpromenade geworden. „Ja, iver's auch so haben kömlte!" meinte Goethe zum Herzog, als die Rede darauf karn. Und der Herzog ritt zu Bertuch hinaus, als er ihn im neuen Besitz vermuten konnte. „Höre Bertuch, du mußt mir den Fleck lassen! Ich brauch! Ihn." „Wer gnädigster Herr, ich hab' ihn kaum erworben und habe kein größeres Vergnügen in der Welt, als so ein Stück Wildnis in Ordnung und Kultur zu bringen." „Ich weiß, ich weiß", erwiderte der Herzog, „und dann Willst du mit deiner Sleevogtin im Garten Kaffee trinken. Denkst du, ich will dir diese Freude nehmen? Ich will dir ja für diesen Fleck einen viel besseren schenken. Du sollst dafür den Baumgarten haben". Das war in der Tat ein vorteilhafter Tausch. Der Baumgarten war wohl nicht so angenehm gelegen, aber er war viel größer, konnte viel fruchtbarer gemacht und besser ausgenutzt werden. Und so schenkte denn Herzog Karl August seinem Freunde beit Garten, den Goethes Sorgfalt im Laufe der Jahre zu einem lieblichen Fleckchen Erde mngestaltete, auf dem sich so viele bedeutsame Episoden seines reichen Lebens abrollen sollten. Biel Arbeit aber war zu verrichten, ehe das Verfalleile Häuschen des Gartens in wohnlichem Zustande sich befand. Im ersten Jahre gleich ließ Goethe, eine ganze Schar von Arbeitern um sich herum, den Garten und das Haus unt- Ibilden. Zu reichlichem Pflanzen kam es noch nicht. Unten im Hause waren die Wirtschaftsräume, namentlich die Küche und ein kühles Speisezimmer. Oben trat man aus dem Vorsaal, der die Treppe umgab, zuerst in das Empfangszimmer, darauf folgte das Arbeitszimmer, das Bücherzimmer und das Schlafzimmer. Wle diese Stuben waren klein und niedrig. An Möbeln War schon am Ende des ersten Sommers recht viel da. Die gange innere Einrichtung kostete 354 Taler 4 Groschen und 11 Pfennige. Das Grundstück hatte 600 Taler gekostet; über 300 Taler gingen auf die erste Ausbesserung von Haus und Garten drauf. Im ganzen hatte der Herzog für das Sleschenk an seinen Freund 1294 Taler und 16 .Groschen zu bezahlen. Dabei wurbeii einige Geschenke an Tafelsilber u. dgl. nicht gerechnet. Goethe war auch mit Tischwäsche und anderem nötigen schon so wohl Versehen, daß er einige Freunde zu Tische einladen konnte. Es ging jetzt, wie sein ganzes Leben hindurch, abwechselnd knapp und reichlich bei ihm zu. Er verbrauchte int Jahre 1776 schon 1411 Taler. Auch seine Dienerschaft vermehrte er allmählich, mit Philipp Seidel aus Frankfurt hatte er angefangen, hinzir traten Christoph Sutor, der 18 Taler Lohn und 8 Taler Biergeld im Jahre bekam, und der siebzehnjährige Paul Götze aus Weimar, außerdem die Köchin Dorothee, die außer Weihnachts- und Jahrmarkts- geschenken 10 Taler Lohn und 6 Taler Biergeld erhielt. So war Goethe täglich mit Hausvatergedanken beladen, oft auch mit der Sorge für Bewirtung und Unterhal- timg der Freunde. Er selber folgte vor wie nach recht häufig Pen Einladungen von Freunden: des Herzogs, der Herzogin-Mutter, Wielands, Kalbs, der Frau v. Stein, oder lud sich selber bei ihnen ein. Mer jetzt kamen sie auch zu ihm, zuweilen zum Mittagessen, öfters zum Kaffeetrinken, vder zum Abendbrot, oder auch nur zum Spazieren und Herumtollen in seinem Garten. „Nach Tisch geftirstenkindert, Jagd im Garten" schreibt er einmal ins Tagebuch. War der Nachmittag schön, ko zog man vom Garten aus das Zumta! aufwärts nach Belvedere oder in die Dörfer. Wber die wahrhaft festlichen Stunden verlebte er doch für sich allein, weint er nämlich über der Natur oder der Kunst sich und allen Aerger der Welt vergaß. Manchmal lockte ihn der nahe Fluß zum Baden, obwohl er nicht schwimmen konnte. „Nachts halb Elf, der Mondschein war so göttlich, ich lief noch ins Wasser", schreibt er am 1. Juli. Oder er warf die Flinte über und schoß eine Ente, oder dachte auch nicht ans Schießen und streifte nur so herum. Schön War es auch, wenn er den fernen Waldhornbläsern oder nahen Klarinettisten lauschte, die er sich bestellt hatte. Ms Goethe sich in den Sommermonaten Garten und Häuschen einrichtete, halfen die Freunde mit Beifall und Anteil. Als er aber Miene machte, auch im Winter draußen zu bleiben, staunten sie, nannten es Grille und Unverstand. Ein solches Msondern von den Sitten seiner Umgebung! Um so anstößiger erschien dies Draußen-Hausen, als Goethe noch eine Wohnung in der Stadt hatte und auch in der Folge beibehielt. Auch Charlotte v. Stein machte ihm Vorwürfe, daß er so weit ab von ihrer Wohnung den Minter verbringen wolle. Charlotte wohnte am Ersitrter Tore und 20 Minuten brauchte Goethe von seinem Garteu- hause zu ihrer Wohnung. Das erinnert uns daran, wie schlecht, umständlich und gefährlich damals der Weg war, den man heute in 15 Minuten bequem und sicher durchmißt. Schon im August war Goethe einmal, als er von der Freundin abends heimging, von Vagabunden attackiert worden. Im Oktober rannte er auf dem gleichen nächtlichen Heimgang gegen einen Schlagbaum und stürzte. Er mußte allemal ein paar Brücken passieren, die durch Gattertüren verschlossen waren, die er also erst auf- und zuschließeu mutzte. Und wenn er glücklich im Hause war, da galt es den Kampf gegen Wind und Wetter, Frost und Schnee zu führen. Mit großem Fleiße aber fuhr er fort, Garten und Häuschen zu verbessern; in ihnen sah er doch bereits seine eigentliche Heimat. Und nach vielen Plackereien wurde es immer gemütlicher und traulicher in dem Hause. Es war ein anheimelndes und wie Wieland sagte, „liebes" Plätzchen geworden, dieses Gartenhaus am Stern. ZchreSensbilder aus dem zerstörten Reggio. Auch aus Reggio treffen jetzt die Schilderungen von Augeik- zengen der furchtbaren Verwüstung ein, die ein grauenvolles Bild von dem Jammer entwerfen, der den unglücklichen Rest der Bevölkerung heimsucht. Die meisten Bewohner sind der Wucht der Elernentarkatastrophe zum Opfer gefallen: unter denen, die die furchtbare Nacht überlebten, schwingt jetzt der Hunger seine surcht- bare Geißel, und diesem neuen erbarmungslosen Feinde stehen einstweilen selbst die gerbet geeilten Retter ohnmächtig gegenüber. Die Militärbehörden verteilen Gutscheine unter die Verzweifelten, aber nur für einen Bruchteil der Leidenden reichen die Vorrat« aus. Ein Regierungsassessor hatte die schwere Aufgabe übernommen, die wenigen Vorräte an Schiffszwieback und rohem Fleisch au die Hungernden zu verteilen. Furchtoare Szenen spielten sich dabei ab. Die Truppen waren außer Stande, die verzweifelte Gier der Halbverhungerten im Zaume zu halten. Sie stürmten die Austeiluugsstation; dem Assessor würbe dabei ein Arm gebrochen. Die Soldaten hatten die wenigen überlebenden Tiere, ein paar Ochsen, Pferde und Esel, arme verwundete Kreaturen, die meist ohnehin schon im Sterben lagen, requiriert und auf der Stelle getötet. Mit dem Bajonett wurden sie zerlegt, während Truppen mit scharfgeladenen Gewehren die hungernde Menge zurücktrieben. Blutig und qoch dampfend wurden die Fleisch- stücke dann verteilt; da rissen sich zehn gierig gekrümmte Hönde um ein Keines Stück noch dampfenden Eselsfleisches, da sah man Leute, die sich auf die Erde warfen, um ans dem Staube herab- gesalleue Bluttropfen aufzusaugeu. Als ein höheren Beamte eintrifft, gellt ihm ein wilder Verzweiflungsschrei der Menge entgegen: „Ihr, die Ihr die Macht habt, sorgt dafür, daß man uns ton hier fortschasst oder laßt uns alte auf der Stelle uiederschießeu, um die Qual zu verkürzen." Aber nicht der Hunger allein martert die Unglücklichen. Furchtbar wütet der Sturm und nirgends finden die geschwächten Körper eine Zufluchtsstätte ober einen Unterschlupf. Nur im Statwnsgebände sind einige Räume erhalten, in denen Verwundete und Verzweifelte sich zusammendrängen. In der Nacht wecken einige leichte Erdstöße neues Entsetzen, und mit gellenden Schreien verläßt die Schar auch diesen letzten Schutz vor der Wut des Sturmes. Durch das Dunkel klingen knatternde Schüsse: Die Truppen schießen aus jeden, der in der Nacht ini den Ruinen umherschleicht. Grauenvolle Szenen spielen sich ab. Aus den Trümmern klingt jammerndes Stöhnen, das sich mit dem Nahen der Dunkelheit zu gellenden Hilferufen steigert. Sufannuen mit den Feuerwehrleuten eilen die Bürger herbei. Zwischen beit! Trümmern eines halb zerfallenen Hanfes sieht man einen Menschen, der stöhnend um Hilfe steht. Die Bürger wollen ihn retten: aber schon treten die Feuerwehrmänner dazwischen, es ist zu gefährlich, in der Dunkelheit an den geborstenen Mauern au rühren; — 16 her Unglückliche mutz Weiten iw er iM vielleicht, test tat am Morgen ihm helfen kaun. Aus der Mchbarschaft tont schaurig das Klagegeschrei eines anderen Halbverschiillcten; es scheint leicht, tim zu retten, man versucht ihn herwrzuKichm, ein furchtbarer Schmerzensschrei hallt durch die Luft, die Mauern geben die zerschmetterten Beine nicht frei. Auch er wird auf den .Koggen vertröstet, lleberall sieht man so diese Unglücklichen, die das härteste Los aller betroffen hat: sie leben noch, ooch man muß sie sterben lassen, den» es ist unmöglich, sie zu retten, ohne größeres Hebet damit anzurichten. Hier fleht ein hilfloser Greis um Rettung: stumm, mit Uisammengeprchten Lippen schreiten dce Feuerwehrleute weiter, Hilfe ist unmöglich: er muß sterben. Ae grausame Notlveirdigkeit kennt fein Erbarmen, man geht so weit, diese it Unglücklichen keine Nahrung zu. geben, um ihren Todeskampf Nicht unnütz zu verlängern. Auf dem Marktplatz, iverben einige Männer bewacht, die verdächtig sind, Leicheuränberet getrieben Zu haben: mir wenige Indizien und sie sind der Kugel sicher. Mit unerbittlicher Streiige wird das Kriegsgericht durchgeführt. Mer arößte Teil der Sträflinge aus den Gefängnissen ist entwichen, aber Mann um Mann kehren sie wieder, um sich dem erst besten Carabinieri auszuliefern, denn was nutzt die Freiheit, wenn sie nichts bedeutet als ein langsames Dahinsterben durch den Hunger. Furchtbare Bilder auf allen Seiten. Hier hängt halb zerschmettert Zwischen ten Gitterstäbcn eines kleinen Fensters die blutige, schon halb verweste Lerche einer Frau: dort aus dem Sckmtt ragt der Körper einer anderen, die Mutterfreuden entgegen- ging und die Leichen von zwei kleinen Kindern, im Tode noch angstvoll an die Brust preßt. Bon einem Balkon herab hängt snit dem Kopf nach unten der Leichnam eines jungen Mädchens; in der Verzweiflung wollte sie herabspringen, der Rock verwickelte sich tot Gitter; so hängt sie seit vier Tagen, ein grauenerregender Anblick, halbnackt, die schwarzen Haare im Sturme, flattern . . . Eine andere Frau wird von herabfalleuden Mauern in den Winkel ihres Hauses gepreßt; drei Tage lang steckt sie hier hilflos Wir im Grabe, unfähig die geringste Bewegung zu machen. Ihr Gatte und ihre Kinder waren tut y immer, das über dem ihren lag. Hilflos eingepfercht in ihrem Versteck spürt die noch Lebende, wie durch die geborstenen Manerreste über ihr warme Tropfen auf sie. herinederrinnen, eilte weiche schleimige Masse, die ihr über Kopf, Arme und Brust läuft, dann gerinnt und kalt und Zäh Wird. 'ES ist Blut, das Blut ihres Gatten und ihrer Kinder, die wenige Steter über ihr von den Steinen zerquetscht sterben. ®ie Unglückliche wurde.später gerettet. Sie Hat den Verstand verloren, ihren Namen vergessen, und in ihrem verwirrten Geiste lebt nur noch die Erinnerung an jenen grausigen Regen tont Blute ihrer Liebsten. Ein gräßlicher Verwesiingshauch liegt über der Stadt. Es ist unmöglich, die Tausende von Leichen zu bestatten, und nun ist es, als rächten die Toten sich an d-en Lebenden dafür, daß niemand ihnen eine letzte Ruhestätte bietet. Als der englische Dampfer Ophir endlich im Hafen eintraf, erreichte die Verzweiflung ter Neberlebenden' ihren Höhepunkt. Der Landweg war ihnen ab- heschintteu, die Flucht über die See die einzige Rettung; nun lag das Schiff da draußen und der wütende Sturm machte es unmöglich. an Bord zu kommen. Alles drängte zum Hafen, Männer schleppten ihre verwundeten Frauen auf dem Rücken, aber die Wut der Wogen kannte fein Erbarmen und stundenlang irrte die Menge am Ufer umher, den Blick auf das Schiff gerichtet. Als endlich das erste Boot zum Lande kommt, entspinnt sich ein ivilder Kampf, es gelingt den Seeleuten kaum, das Fahrzeug zu retten, und als endlich die ersten vom Ufer abstoßen, kennt die ohnmächtige Wut ter Zurückbleibenden keine Grenzen. vermachtes. * Einenh r für 80 Pfennig. Der Uhrmacher Daniel Drawüaugh in Eberlys Mill will eine Uhr erfunden haben, deren Herstellungskosten sich auf noch nicht ganz 50 Pfennig belaufen und die von den Zwischenhändlern mit ganz gutem Nutzen für 80 Pfg. verkauft werden soll. Die Uhr soll ebenso gut und richtig gehen, wie irgend ein teueres Fabrikat, und Draivbaugh übernimmt für diese eine dreijährige Garantie. Es dürfte bald jedermann, in der Lage sein, sich eine Taschenuhr beizulegen. * Kinderreich tum in Frankreich. Obgleich die Bevölkerung Frankreichs seit Jahren auf dem gleichen Niveau bleibt, so gibt es doch in diesem Lande Gegenden und Ortschaften, wo Kinderreichtum nicht eine Ausnahme, sondern eine Regel ist. Am bezeichnendsten dafür ist die kleine Ortschaft Verrieres tu der unmittelbaren Nähe der Schweizer Grenze. ES ist ein überaus pittoreskes Dörfchen, wo durchwegs Familien mit zehn bis zwölf Kindern anzntreffen sind. Vorige Woche feierte dort ein Bauer seine goldene Hochzeit in Anwesenheit von 42 Enkeln und Kindern. Eine Fran Botte hatte dort 26 Kindern daS Leben geschenkt, während der Steuereinnehmer Crelier glüMcher VaterDon 25 Ändern ist. Ein anderer Großbauer, Hamard, hat 20 Kinder und eine Schivester hat ihren Gatten mit 19 Kindern beschenkt. * Tolstois Gesundheitsregeln. Zehn Vorschriften,' für eine vollkommene Hygiene hat der greife Tolstoi unlängst in russischen Blättern veröffentlicht, nach denen sie im Grmlois föte gendennaßcn wiedergegeven werden: 1. Tag und Nackt in frischer Luft leben. 2. Alltäglich Uebungen in freier Luft machen, arbeiten oder spazieren gehen. 3. Mäßig und einfach frinfni und essen. Milch statt des Alkohols. 4. Sich gegen Kälte abhärten, inteast man sich mit eiskaltem Wasser wäscht. Montags ein warmes Bad. 5. Leichte und weite Kleider tragen. 6. Ein trockenes ge* räumiges und sonniges Haus bewohnen, dessen Besitzer man ist. 7. Strengste Sauberkeit, auch in moralischer Hinsicht,, ein Heilmittel gegen die Epidemien. 8. Regelmäßige und intensive Arbeit- Tröster uit Unglück, Frendenkur, Vorbeugnngsmittel gegen die Krankheiten des Körpers und des Geistes. 9. Nach der Arbeit lärmende Zerstreuungen vermeiden, Muße in der Familie. NachtÄ schlafen. 10. Um sich gut zu befinden, arbeiten und gute Taten tun. Und Tolstoi fügt hinzu: „Es hängt nur von den Leuten ab, sich dasselbe Glück zu erobern." * Der vierbeinige Detektiv. Von einem Hündchest wurde eilt Gelegenheitsdieb in der AugusteMiktoriastraßc zu Wilmersdorf entlarvt. Einige Arbeiter hatten dort aus einem Berliner Geschäfte Waren abzuliefern, und unterdessen hatte die Frau des Hanfes, ohne es zu wissen, auf kurze Zeit ihr Portemonnaie auf dem Tische liegen lassen. Bei ihrer Rückkehr „stellte" ilch Hündchen einen der Arbeiter und ließ ihn nicht mehr lvs. Ist der Frau stieg ein Verdacht auf, und bald entdeckte sie, daß aus ihrem Portemonnaie ein Zehnmarkstück fehlte. Da der Mann be-> stritt, es genommen zu haben, tourte die Polizei geholt. Eins Leibesvisitation blieb erfolglos, ebenso eine Durchsuchung des Raumes, Als aber endlich auf Geheiß ter Polizei der tot- dächtige Mann seinen Mund öffnen mußte, da der kleine Detektiv nicht locker ließ, kam das Zehnmarkstück zum Vorschein. Der Dich hatte es mit zwei Zehnpfennigstücken unter ter Zunge verborgen. Der Entlarvte, ein Arbeiter Karl Schön, umrte darauf der Kriminalpolizei und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. * Das strengste Hntverbot der Welt, bedeutungsvoll durch ten amtlichen Charakter, den es trägt, ist soeben ist Rio de Janeiro erlassen worden. Zu diesem Gesetz entschloß sich nach längerer Sitzung soeben der dortige Gemeinderat, intenü er ein Verbot erließ, das gesetzliche Kraft hat. In allen Theatern, groß und klein, auf allen Plätzen, sind die Hüte in jeder Form verboten, und Artikel 1 des Verbotes besagt, daß alle Theater voitz NUN ab Kästen haben sollen, in denen die Hüte aufbe'wahrt werden. Artikel 2 besagt, daß diese Borschirift innerhalb von drei Monaten nach Bekanntwerten des Gesetzes in Kraft tritt, uitti Artikel 3 ist der strengste, indem er kund gibt, daß alle Pächter u. Theatereigentümer int Zutoiterhandlungssall mit 500 Mk. Strafe belegt werden, im Wiederholungsfall wird das Theater geschlossen. Literarisches» — Die Grenzboten haben sich den Ruf erworben^ daß sie die beste und vornehmste deutsche Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst sind. Sie dürfen diesen Ruf auch mit vollem Recht für sich in Anspruch nehmen/ denn der vergangene Jahrgang brachte ivieder eine Füll« wertvoller und bedeutender Beiträge. — Reben allen den vielen auftauchenden und wieder verschwindenden Wochen- schriften dieser Art haben sich die Grenzboten stets auf der Höhe gehalten und durch 67 Jahre hindurch ihre Jugendfrische bewahrt. ' Zahlenrätfel» Die Zahlen sind burct) Buchstaben zu ersetzen, so daß Wörter der nebenstehenden Bedeutung sich ergeben. Die Buchsta'.en 1 —12, also die Amnngsbuchstaben, bezeichnen einen Bundesstaat dcS deutschen Reiches: 1 2 4 5 13 männlicher Vorname,, 2 10 6 10 14 3 Blume, 3 4 b 15 10 2 5 Leckerbissen, 4 2 6 4 16 3 weiblicher Vorname. 5 10 6 3 russischer Fluß, 6 11 10 12 17 2 11 10 14 Held, 7 10 14 10 2 Baum, 8 10 2 13 14 10 6 König, 9 13 16 18 10 Naturgebilde, 10 16 6 15 10 2 deutscher Fluß, 11 6 11 6 ägyptische Gottheit, 12 3 5 6 Vogel. M>> Auflösung in nächster Nummer r Auflösung der Charade in voriger Nummer: - M ast bäum. Redaktion; E» Anderson. - Rotationsdruck und Verla, tei Brühl'schev UMorchlLtü-Buetz- und Strmdruckeret, N. Lang«. Gieße».