1909 Mittwoch den 6. Oktober nr äTjfalW Kl WM SHS ' Rheinlandstöchter. Roman von Clara Vie big. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Der Hauptmann, dessen Augen einen scharf beobachtenden Blick angenommen hatten, faßte des Mädchens .Hand Und schüttelte sie herzlich. Auf seinen Zügen lag etwas, das an Bewunderung grenzte. „Bravo, Fräulein Nelda, das ist ehrlich, das ist recht! Immer mit der Wahrheit heraus, wenn's auch manchmal komisch aussieht! Da, Elisabeth," — er schob seine Frau näher heran — „küsse unsre ehrliche junge Freundin, ich darf's ja leider nicht!" Mit einer komischen Geberde wischte er sich den Mund. Nelda sah ihn dankbar an und erwiderte den Kuß der Frau Hauptmann. „Oh, ich bin so froh," sagte sie dann aufatmend, .,so froh!" Ihr Blick flog leuchtend durch's Zimmer. „Und nun zu Tisch, meine Herrschaften, en avant! Die lukullischsten Genüsse warten unser: Heringssalat, Eier, Schinken, etwas undefinierbares Kaltes vom Mittag und ein famoser Edamer, den ich selbst erstanden habe. Was will man mehr? Also, darf ich bitten?" Xylander reichte, fröhlich lachend, Nclda den Arm; die beiden anderen folgten in's Nebenzimmer. Die kleine Hängelampe warf ein mildes Licht über den runden Tisch, Frau Elisabeth goß Tee ein; es war sehr- gemütlich. Wilhelm war als Aeltester bevorzugt worden, an der „Gosellschaft", wie Lollo und Bicky sagten, ieilzu- nehinen. Die beiden Schwestern waren darob sehr gekränkt, lagen in den Betten und schliefen nicht;, man hörte ihr Geheul schwach bis hierher. Der Junge war merkwürdig artig, er aß schweigend, und seine großen runden Kinder- augeu folgten jedem Bissen, den Nelda in den Mund steckte. „Wie sie heulen," jagte er plötzlich veräch lich und legte sein Butterbrot hin. „Heulst du auch manchmal?" Er starrte Nelda fragend an. Sie schüttelte den Kopf. „Nein, nie!" totir sich' bewußt, daß jie log, denn im selben Augenolm schoß es ihr feucht in die Augen. Was war das nur? ! Ihr war heute abend ganz seltsam zu Mut, so erregt, so traurig, so glücklich! Es kam ihr so schön hier vor — bet weiße Tisch, die milde Lampe, die geschäftige Frau, die roten Kinderwangen, das gute Freundesgesicht ihr zur Rechten! Und jene anderen Augen! Sie fühlte, daß sie oft aus ihr ruhten mit einem verstohlenen langen Blick. Es durchschauerte sie. „Du lügst!" kreischte Wilhelm und strampelte vor Vergnügen mit den Beinen. „Du hast ja was Nasses in dem einen Äug' — und nu haste's auch im andern! Du heulst doch, du heulst doch!" „Junge, Ruhe!" Des Vaters Hand klopfte derb auf den übermütigen Mund. Frau Elisabeth war ganz starr über die ungewohnte Energie ihres Mannes; Wilhelm gab keinen Laut mehr von sich, nur die runden Augen wurden noch runder. — Man unterhielt sich gut, wie man sich eben nur bei kleinen freundschaftlichen Zusammenkünften zu unterhalten Pflegt. Die beiden Herren erzählten mancherlei von ihrem früheren Beisammensein, das heißt, Xylander erzählte, und auf sein: „Wie war's doch, weißt du noch?" gab der andere Bescheid. Ferdinand von Ramer war kein gesprächiger Mensch: er hatte eine Art, die Lippen zusammen zu pressen, als seien die Worte kostbar tvie Gold. Was er sagte, war nicht oberflächlich, mit einem kleinen Hauch an's manieriert Resignierte streifend; er hatte sich das so angewöhnt. Nelda gefiel eö. Es mahnte sie wie eine geheime Klage; sie dachte immerfort an daö Gespräch auf der Brücke in jener Ballnacht. Der arme Mann! Ihr Herz war weit offen, wie eine freie Halde, über die der Wind streichen kann von Ost und West; ein gefährliches Mitleid setzte sich darinnen fest. Mit vorgebengtem Kopf und geröteten Wangen lauschte sie. „Wie unrecht man dein Mädchen doch tut," dachte Xylander, „die ist nicht kalt! Nein!" Mit einer gewissen liebevollen Besorgnis sah er auf ihren blonden Kopf. Sie hatte ihn halb zu Ramer ge- wendet, der eben sprach. Nun hob sie die gesenkten Lider, ein Blick traf den Sprecher, ein Blick von einer Intensität/ von einer rückhaltlosen Anteilnahme, daß sich der Hauptmann auf die Lippen biß. Halt, aufgepaßt! Er schaute zu seiner Frau hinüber — ob die was merkte? Nein, die saß arglos, rosig, zufrieden hinter ihrer Teekanne; die dachte nur an ihre Kinder, an ihren Mann, an sich Damit hatte sie genug zu tun. Xylander räusperte sich Tie beiden neben ihm waren ganz vertieft. „Ich denke, wir haben jetzt die Tafel beendet. Kommen Sie, Fräulein Nelda!" „Ah so!" Sie fuhr auf. „Gesegnete Mahlzeit!" „Gesegnete Mahlzeit!" Man schüttelte sich die Hände; Xylander fühlte, Witz kalt deS Mädchens Finger waren, dabei glühten ihre Wangen. „Lisabeth, nicht wahr, wenn du jetzt Wilhelm fort- führst, nimmst du Fräulein Nelda mal mit zu den Kindern? Sie muß doch unsere schlafenden Rangen bewundern! Ich' rauche mit Rainer eine Zigarre nebenan." * „So, mein Junge, mut setze dich behaglich. Hier hast du Zigarren — zehn Pfennig das Stück — extrafeine rauche ich tticht, bekontmen auch gar nicht. So!" Der Hauptmann schob dem Freund Zigarrenkasten und Feuerzeug hin, dann setzte er sich ihm gegenüber an den 622 kleinen Tisch und drehte die Lumpe höher, daß der volle Schein auf den andern fiel. „Rauchst du beim nicht, Paul?" „Nein, banke!" „Nicht? Dann hätte ich's auch lassen sollen, wir wären bei den Damen geblieben!" „Oh — — —! Meine Frau muß den Jungen in's Bett bringen, sie tut das immer persönlich, und Nelda hat die Kinder sehr gern. Uebrigens, nettes Mädchen — nicht wahr?" Paul Lylander hätte über sich selbst lachen mögen, er saß da wie ein Fischer und lauerte auf den Fisch, der ihm in's Garn gehen sollte. Leutnant Romer hatte mit seiner Zigarre zu schaffen. „Nettes Mädchen, was?" wiederholte der .Hauptmann. Ramer rauchte eifrig weiter. Keine Antwort. „Ich dachte, sie würde dir sehr gefallen — so frisch, so natürlich! Nicht war?" „Hm!" Der Gefragte verzog keine Miene, seine tiefliegenden, in sich gekehrten Augen folgten starr den duftigen Ringen, die er blies. Xylander nahm einen mächtigen Anlauf. „Also sie gefällt dir nicht?" sagte er kühn. „Da habe ich mich aber mal getäuscht! Auf dem Ball im Ka/ino glaubte ich, du machtest ihr den Hof." „Ich — den Hof? !" Rainer legte plötzlich die Zigarre hin. „Ich mache nie den Hof. Du weißt, bei meinen Aussichten, in meiner Lage, wäre das geradezu ein Verbrechen." „Mein Gott, ein Verbrechen? ! Nimm's nicht so pathetisch, alter Junge! Man kann doch einem netten Mädchen den Hof machen, schließlich —" „Aber nicht der da," unterbrach der andere heftig. „Fräulein Dallmer ist zu schade dazu!" Er seufzte. „Viel zn schade!" „Da hast du recht!" Lylander wurde plötzlich ernst, lehnte sich in den Stuhl zurück und schlug die Beine übereinander. „Ich will dir mal was sogen, Ferdinand, ich bin neugierig, was aus ihr wird! Vermögen hot sie keius; wenn der Vater die Augen zutut, wird nicht viel da sein. Schwieriger Charakter ist sie, weder schlechtweg schön, noch liebenswürdig, so leicht wird sie sich nicht verheiraten. „Kein gangbares Artikelchen, fein gangbares Artikelchen", wie Siegbert Hirsch auf der Firmung sagt. Ich mache mir manchmal direkt Sorge um sie!" „Du scheinst dich ja sehr für sie zu interessieren? !" „Du etwa nicht?" Beide Freunde starrten sich einen Augenblick an, dann fegte der Jüngere die ausgestreckte Haud auf den Tisch. „Schlag' ein, Paul, du bist doch noch der alte, gut, liebenswürdig, besorgt! Denkst du, ich hätte es nicht gemerkt, worauf deine Reden zielen? Sei ohne Sorge, da Wird nichts zwischen Fräulein Dallmer nnd mir." Er scheuchte mit der §onb durch die Lust. „Wenn mein Unglück auch nicht wäre! Solch eine Leutuantsverlobung ohne dos nötige Kommißvermögen ist das gräßlichste unter der Sonne! Nebenbei," — er lachte bitter — „für mich ist ja selbst diese aussichtslose Quälerei noch ein zu hohes Glück. Alles, aus!" Er stützte den Arm ans den Tisch und beschattete die Augen mit der Hand. Eine Weile wor's ganz still im Zimmer; Lylander schwieg, was sollte er sagen? Es tat ihm leid, aber doch fiel es ihm tote ein Stein von der Seele. Da war nichts zwischen beiden, Gott sei Dank! Romers verbohrte Idee von der eigenen Ehrlosigkeit wor eine gute Woud vor dem Herzen — und Nelda? ! Nun, die war ein verständiges Mädchen; der gab man einen zarten Wink, das genügte, und die Sache hatte ein Ende, noch ehe sie recht angefangen. „Hör' mal, Ferdinand, du mußt es ihr sagen, so deine Ansichten klar machen — hübsch verblümt natürlich — sie ist klug, sie versteht schon. Es toäre ein Jammer, wenn die Feuer singe und es wäre nachher nichts!" „Ja, das hcche ich mir auch schon gesagt. Natürlich werde ich Ähr meine Ansichten auseinandersetzen. Merkwürdig, daß sie gerade an mir Geschmack finden sollte! Merkwürdig, aber es ist so!" Das letzte murmelte Ferdin and von Ramer vor sich bin und zwirbelte zerstreut seinen Schnurrbart. Es tont nicht gerade geschmeichelte Eitelkeit, die in ihm aufstieg, aber doch ein nah verwandtes Gefühl. Warum konnte nicht alles anders sein? ! Er ließ die Hand so schwer ans den Tisch fallen, daß der andere zusammeufuhr. „Bist du nervös, Paul? Haha, ja dos Leben ist dazu angetan, einen nervös zu machen! Du kannst ja nicht mitreden, ober unsereiner — ha!" Er zog die Schultern in die Höhe und dehnte sich, als ob er den Brustkasten sprengen wollte. „Dos beste iuöre, mon schösse sich eine Kugel durch den Kopf, dann hätte bet verfluchte Name Ruh', tmb alles was brunt und brau hängt!" „Aber ich bitte dich, Ferdinand, tote —" Rainer fuhr auf. „Still, Paul, sage mir nichts! Du mußt biet) nicht selbst belügen; würbest au meiner Stelle jo ebenso fühlen, denkst nur: nmß bem armen Kerl, dem Ramer, boch gut zureben, am Eube bildet er sich bann ein, bie Welt hält seinen Batet für einen Ehrenmann, fein Mensch sieht beit Flecken auf seinem Wappenschild. Donner und Doria, ich will euer Mitleid nicht! Es ist mir verhaßt! Laßt mich boch in meiner dunklen Ecke, was quält ihr mich?" ' Er sprang auf und stieß unwirsch beit Stuhl zurück. „Kein Mensch quält bich, btt quälst bich selber! Aber jetzt ruhig; bie Damen kommen! St! Aho, meine Damen, endlich!" Die Tür hatte sich geöffnet, hinter Frau Elisabeth erschien Nelda, beide mit erhitzten Gesichtern; das Mädchen ganz zerzaust. „Nein, hot bie mit bett Stubern getollt," rief bie Frau Hauptmann noch ganz atemlos, „das war was für die Wildfänge! Wie sie Nelba zugerichtet haben — schrecklich !" Sie zupfte an dem Mädchen herum und steckte beit halbgelösteu Haarknoten fester. „Verzeihen Sie nur, Kind, aber Sie waren selbst brau schulb!" „Es hot mir Freube gemocht," lachte Nelda und nickte den Herren mit strahlenden Augen zu. „Es war himmlisch! Frau Hauptmann, Sie sind zu beueiben! Sie auch, Herr Hauptmann! Was gäb' ich brunt, wenn ich zu Haus so ein zappelndes kleines weißes Ding hätte! Ich würde den ganzen Tag verspielen!" Ihr Gesicht glühte; mit bem wirren Haar intb ben halbgeöffneten roten Lippen sah sie sehr hübsch aus. „Es war zit lieb, bie Strampelbeinchen fest zn halten unb bie warnten Bäckchen zu küssen. Mögen Sie auch gern Kinder leiden, Herr von Ramer?" „Nein — v jawohl, sehr, gewiß — wie Sie befehlen, gnädiges Fräulein!" Er hatte ihre Frage gar nicht richtig verstanden, seine Gedanken schweiften weit ab — da stand das Mädchen mit wirrem Haar, roten Wangen, solch kleines, weißes, zappelndes Ding auf dem Arm —--- schade, die hätte einen glücklich machen können! Ein grenzenloses Mitleid mit sich selbst überkam ihn. „Ach, schon zehn Uhr? !" Die Kuckucksuhr im Nebenzimmer rief zehn helle Schläge, Nelda sprang erschrocken ans. „Do muß ich nach Haus!" „Wenn Sie gestatten," — Leutnant von Ramer erhob sich eilig — „begleite ich Sie, gnädiges Fräulein!" „Bleib du doch noch," rief Xylander. „Ich bringe Fräulein Dallmer die paar Schritte und bin gleich wieder zurück !" „Nein, nein, für mich ist's auch Zeit! Laß mich doch," flüsterte Ramer dem Freund zu, „es ist ganz gut, ich werde ihr die Situation klar legen!" — (Fortsetzung folgt.) Ludwig Knaus. (Zum 80. Geburtstag. 5. Oktober.) Tic Kunst kennt keine Moden. Wohl aber die Kunstgeschichte. Sie hat sich mit den verschiedensten Formen des „Schönen", ch beschäftigen Und muß versuchen, sie alle an dem einen einzigen! Schönheitsbegriff der KNnst abzumessen. Denn auch in ihrem Reiche gibt es viele Wohnungen, Und viele Wege führen zu dem' von allen! erstrebten Ziel. Es gab eine Zeit — sie liegt noch kein Bierteljahrhimdert zurück —, da toter Knaus so „klassisch" wie heute Liebermann. Ta erblickte die ästhetische Theorie, bie ein Ausdruck der jeweiligen Mode ist, in seinen Werken die Vol- lendnNg ihres Ideals, die höchste Meisterschaft der Technik Ww -- 623 die Harmonie von nationaler Bodenständigkeit und allgemeiner Verständlichkeit. IN Knaus war nach einer Meinung der heimatlichen Kunst eine Persönlichkeit erstanden, die der spezifisch deutschen, aus dein nationalen Voltsboden hervvrgewachsenen Gattung, dein Sittenbilde, die Welt eroberte, das versunkene Ansehen der bildenden Kunst int Ausland mit einem Schlage wieder herstellte, gleichsam eilt Befreier und Erretter der deutschen Malerei. Diese überragende Stellung, die dem Meister damals in der Kunstgeschichte angewiesen wurde, erscheint uns heutigen, die wir dem Achtzigjährigen mit allem Respekt Unseren Glückwunsch darbringeu, wohl übertrieben. Aber die historische Bedeutung von Knaus bleibt doch bestehen. Seit langer Zeit war er der erste Deutsche, dem die Franzosen zujubelten und von dem sie lernten — erst Leibi ist wieder ein ähnlicher, doch weniger begeisterter Empfang in Paris bereitet worden — ein wahrhaft internationaler Ruhm ward ihm zu teil. Tie Akademien von Madrid bis Christiania, selbst die wählerische Londoner Akademie, der noch heute wohl nur ganz wenige deutsche Maler angehören, b-eeifertcn sich, ihn zum Mitglied zu ernennen, lind auch in materieller Hinsicht nahm er rasch eine Ausnahmestellung ein. Preise wurden für seine Werke gezahlt, wie sie damals in dem bescheidenen, sparsamen Deutschland unerhört waren. Solch ein Ungewöhnlich starker Erfolg kann nur einer ungewöhnlich faszinierenden Persönlichkeit beschiedcn sein. Aus hem. Zeitgeschmack allein läßt sich das nicht erklären. Von Anfang an wohnte Knaus eine bezwingende Kraft der Ausdrucksfähigkeit inne, ein mächtiger innerer Drang des Gestaltens, der sein Leben und sein Schaffen bestimmte. Er wurde in W i e s b a d e n als Zeines armerr Mechanikers Sohn am 5. Oktober 1829 geboren. Schon als Kind begann er, ohne jede Anregung, zu zeichnen. Zufällig bemerkte ein Maler diese staunenswerte Veranlagung und gibt ihm zu seinem Vergnügen Unterricht. Aber der Lehrer verläßt Wiesbaden wieder und der Junge muß mit 14 Jahren, als er aus der Schule kommt, zum Vater in die Lehre. Und von neuem will es der Zufall, daß der Maler — Albrecht war fein Name — zum Besuch nach Wiesbaden kommt, den begabten Knaben in der Werkstätte wiederfmdet und nun den Eltern so lange zusetzt, bis sie Ludwig zu einem „Hofmaler" als Lehrling schicken. Er lernt zwar bei dem Meister nicht viel, aber spart sich während der zweijährigen Lehrzeit eine kleine Summe, mit der er mutig sein Glück auf der berühmten Düsseldorfer Malschule versucht. Aber da kommt er schlecht an. Der allmächtige Direktor, Wilhelm von Schadow, wittert in dein flinken wirklichkeitsfrohen Malschüler so etwas wie den Erzfeind der „hohen Kunst", der er sich seit seiner Jugend geweiht, und versagt die Unterstützung mit der Begründung, so etwas werde nur begabten Schülern gewährt. Ter Jüngling kehrt tief gekränkt der Akademie den Rücken und läßt sich int Sturmjahr 1848 in dem hessischen Dorf Willingshausen nieder, wo er nach alten Bauern und uiedlichen Kindern frische Studien lustig drauflos zeichnet und malt. Der tüchtige Frankfurter Maler Tielmann, einer der feinfühligen Eigenbrödler, an denen die deutsche Kunst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts so reich war, weist ihm die Wege. Mit 20 Jahren tritt er als ein fertiger Meister auf den Plan; mit einem „hessischeu Kirnt est anz" und einem lustigen, noch in Düsseldorf frisch nach dem Leben sestgehaltenen Bild, das das bunte Treiben der Martinsfeier schildert, erringt er seine ersten Erfolge, die sich bald bis zur allgemeinen Begeisterung und Popularität steigern. Was den Maler über den breit behaglichen Ton emporhob, was das Geheimnis seiner Wirkung ausmachte, das war die dramatische in ihren Bann zwingende Kraft seiner Motive; die scharf pointierte, streng konzentrierte Komposition. Auf engstem Ramu werden hier spannende Tragödien und Komödien mit größter Ausführlichkeit erzählt; die Charakteristik der Personen ist in all ihrer einseitigen Betonung eines Moments auf die Spitze getrieben. Tas Kolorit war noch ziemlich dunkel; der Hauptakzent lag in der Zeichnung. Ten blühend reichen, harmonisch feinen Ton erhielten seine Bilder erst in Paris. Doch auch hier ließ sich Knaus durch die „kalte Großheit" des Franzosen nicht in seinem eigenwilligen Streben beirren. 1853 stellte er uu Salon ein Bild aus, das den Morgen nach einer Bauernkirmes darstellte. Mit dieser komisch grotesken Szenerie erhielt er die goldene Medaille und fand sogar Coutures.Anerkennung. . Acht Jahre blieb er in Paris, und in dieser Zeit entwickelte er sich malerisch zur Höhe. In feinsten Nuancen der Farbe wußte er nun eine koloristische Stimmung zu einem einzigen Akkord zu- sammenzustiminen; nm reinsten in den Bildern, in denen er nicht erzählte, das Fernsein von den Vorbildern des heimischen Bauerntums machte sich nachteilig geltend. Seine aus deutscher Enge geborenen Gestalten bekamen etwas von Pariserischer Eleganz. Dagegen glückten ihm hier ein paar wundervolle Porträts, in betten mit einfachsten Mitteln eine lebendige Charakteristik erreicht war. , _ ,,v t Als ein Triumphator kehrte er aus Paris nach Deutschland zurück, das Urbild geistiger und körperlicher Lebenskraft. Als ein Revolutionär erschien er. Bon der Banerngeschichte hatte. er sich damals mit der Mode abgewendet. Er bevorzugte exotische und romantische Stoffe, Zigeuner, Taschenspieler, Akrobaten, wie sie auch im damaligen Roman Beifall fanden. Der Witz, der glückliche Einfall 'überwiegen, und dem paßt sich auch eine auf eleganten Schmiß berechnete Technik an. Doch selbst in diesen reinen Genrebildern blieb er unerreicht. Keiner feiner zahllosen Nachahmer konnte mit solcher Sicherheit eine Situation hinstellen, die sogleich im anschaulichsten Bilde zu dem Betrachter sprichst. Als er 1874 an die Berliner Akademie als Professor berufen wurde, gab er das unstete Wanderleben endgültig auf, entfaltete eine reiche Tätigkeit als Porträtist und schuf jahraus jahrein sehr viele hübsche Werke, die aber feilt Stoffgebiet nicht erweiterten und ihn von Feiner neuen Seite zeigten. Vorher jedoch lebte er noch einige Jahre in Düsseldorf und dort sind ^einige Bilder aus dem Dorfleben entstanden, die seine malerische Schön- heitund erzählerische Darstellungskraft im herrlichen Verein zeigen. Tas ergreifendste unter diesen Werken ist das „H e s s i s ck) e Leichenbegängnis". Wer vor diesem Werke stand, fühlte, daß der Genremaler Knaus ein großer erschütternder Künstler sein konnte. Tr. P. L. Dar Thoma-Museum. Die dreitägige Feier, die dem siebzigjährigen Meister Thomä in der badischen Residenz bereitet wurde, nahm diesen Samstag mit der Einweihung des neuen Thoma-Museums ihren würdigen Anfang. Tank der Freundlichkeit des greifen Künstlers und unter seiner persönlichen Führung durste ich die Räume, die der Oefsent- lichkeit erst vom 3. Oktober an zugänglich sein werden, schon einige Tage vorher in Augenschein nehmen. Zu ihrer Aufnahme hat man einen besonderen Anbau an die — unter Thomas Leitung stehende — großherzogliche Gemäldegalerie errichtet: dieser Uiuschließt in gerader Flucht drei Säle, von bereu mittlerem ein paar Stufen in den tiefer gelegenen vierten führen. Die vorderen Säle enthalten eine große Anzahl von Gemälden, teils solchen, die sich bereits im Besitze der Galerie befanden, teils vielen bisher unbekännteu aus des Meisters Privatbesitz. Unter anderem findet man hier eine Kollektion von etlichen vierzig Oelgemälden und Studien kleineren Formats, die sämtlich nur aus den Jahren 1861 und 1862 stammen und schon durch ihre Zahl und ihre frühe Entstehungszeit, mehr aber noch durch die sorgfältige Durchbildung bet Details ein bewundernswertes Zeugnis für den wahrhaft eisernen Kunstfleiß «biegen, mit dem damals schon der Zweiundzwanzigjährige an sich gearbeitet haben muß. Tas eigentliche Sanktuarium des Museums aber und, wie mir scheinen will, von Thomas Leibenswerk überhaupt, umschließt der nach Süden gelegene vierte Raum, ein Hoher auadratischer Oberlichtsaal mit abgeschrägten Ecken. Man betritt ihn durch einen schmalen, kapellenartigen Vorraum, dessen Wandflächen mit farbig leuchtenden Majoliken nach Thomas Entwürfen bekleidet sind, und steht sofort im Banne einer ungewöhnlich harmonischen und einheitlichen Raumkomposition. Tie Wände bestehen durchweg aus braunem Eichenholzgetäfel mit in Flachrelief geschnitzten Medaillons. In diese Holzvertäfelung sind die Bilder derart eingelassen, daß sie von den freibleibenden Täfelungen umrahmt, aber nicht überragt werden und so mit ihnen eine einzige Wandfläche bilden. Was die Gemälde selbst — durchweg Neuschöpfungen aus der jüngsten Zeit — veranschaulichen, ist eine großartig schlichte Symbolisierung des Menschenlebens im Spiegel einer frei aufgefaßten bildlichen Evangelienharmonie. Tie ganze linke Wand füllt das — aus einem früheren kleineren Entwürfe m Reproduktionen schon bekannte, hier aber ganz neu geschaffene — Weihnachts-Triptychon, dessen Mittel bild die heilige Nacht in Bethlehem darstellt, während links die Verkündigung, rechts die heiligen drei Könige sich anschließen. Wundervoll klingt hier die nächtliche Beleuchtung der beiden Seitenbilder mit dein bräunlich-goldenen Farben ton des Krippenbildes zusammen, ans dein alles Licht von dem neugeborenen Heilandskinde ausstrahlt und beit dunklest kleinen Stall verklärend erhellt. Tie große Mittelwand mit den beiderseits anstoßenden schrägstehenden Schmalwänden umschließt in fünf — je etwa zwei auf vier Meter großen — Bildern die weiteren Lebenssta tjoneu Christi: Rast der heiligen Familie auf der Flucht, Christus und der Versucher, Christus als Lehrer und Prediger, der Oelberg und Golgatha, alles in einer jedes dogmatischen und historischen Zwanges ledigen Auffassung; die diesen Lebensweg des Gekreuzigten als den Leidensweg des Menschen überhaupt versinnbildlicht. Aie rechte Wand füllt wieder ein Triptychon als Gegenstück zu dem Weihnachtsbilde: in der Mitte Christi Himmelfahrt, rechts die Seligen (eine leuchtende ideale Frühlnigslandschafi mit weißgekleideten und singenden Jünglingsgestalten), links bie Verdammten (eine grau in grau komponierte Szene aus der Unterwelt mit züngelnden Flaminen und rotglühenden üwltennstru- malten). Tas Himmelfahrtsbild selbst ist ohne Zweitel der künstlerische Höhepunkt des ganzen Raumes und von einer em- prägsamen Symbolik, die sich nicht wieder vergißt. Von einer ganz mit Schlüsselblumen übersäten Bergkuppe schwebt der Heiland — Hans Thomas blauäugiger und blonder Christus —, senkrecht nach oben, den Blick emporgewandt, in der Rechnen die Kreuzesfahne, deren rotes Tuch wie zufällig einen Baloachin über seinem Haupte bildet. Unten im Vordergründe »oraontal1 ausgestreckt ruht der entseelt zurückgebliebene Lew als Skelett, zilin Teil noch in das Leichentuch gehüllt: eine fiir die Phantalie 624 — des siebzigjährigen Künstlers überraschend kühne imd boit aller Tradition abweichende Anffassiuig der EntmatertaltsatMU. Seinen Abschluß erhält dieser von aller Innigkeit emes deutschen KlinstlergemiW beseelte Zyklus durch die vierte Wand, in deren Mitte sich der niedrige Eingang befindet. In zwei übereinander angeordneten kleineren Mlderzyklen ist hier ent Eizes Kalendarium! verlebendigt: oben die zwölf Monate (darüber ttt Schnitzwerk die zwölf Zeichen des Tierkreises), unten die sieben Wochentage. Während die Monate nach ihrem Naturcharakter allegorisiert sind — z. B. der Februar durch Frau Polle im. Schneegestöber, der November durch ein paar Jünglinge, die ans den Wolken Regenfässer gießen — waren für die Darstellung der Wochentage deren Namen bestimmend: Sonne und Mond für Samt- und Montag, Mars oder Thiu für den Dienstag, Merkur, Donar, Freia, Saturn — alle in Brusthöhe gemalt — für die übrigen. Eine liebenswürdige Idee ist hier volkstümlich im besten Sinne gestaltet, ititb inan darf schon jetzt wünschst, diese Bilder in Form eines „Thoma-Kalenders" dem großen Publikum bald zugänglich gemacht zu sehen. Diese ganze, so groß wie einfach geichafsene Verwirklichung eines künstlerischen Schöpfungsgedankens trägt durchaus den Charakter einer persönlichen Offenbarung, wirkt wie die Krönung eines langen und reichen Lebenswerkes. Man niag tu ihr so etivas wie .Hans Thomas Neunte Sinfonie erblicken, womit aber beileibe nickt gesagt sein soll, daß der allen Jungeil zum Trotz twch arbeitsfrohe Meister damit schon dem AbsaKlß semes Schaffens nahe sei. Vermischtes. * Zum 3 0 0. Geburtstage von Paul Flemming. Am 5. Oktober 1609 wurde in Hartenstein an der Mulde der Pfarrerssohn Paul Flemming geboren, eine der sympathischsten Erscheinungen in der Oede der deutschen Literatur des 17. Jahrhunderts. Thomasschüler, Student der Medizin in Leipzig und Magister waren die Stufen in der Entwicklung des jungen Flemming. In Schlesien lernte er Opitz kennen und schon der 23 jährige wurde kaiserlicher Poeta laureatus. Da floh er vor den Kriegs- läuften nach Holstein, und hier schloß er sich jener merkwürdigen prunkvollen sechsjährigen Gesandtschaft an, die Herzog Friedrich von Holstein-Gottorp über Moskau nach Persien schickte. Auf der Rückkehr verlobte er sich in Reval und wollte sich hier als Arzt niederlassen. Da erkrankte er in Hamburg, starb schon nm 2. Avril 1640 und liegt in der dortige« Katharinenkirche begraben. Sein frisches poetisches Talent führte ihn hinaus über die Regelhastigkeit des Opitz. Treuherzig feierte er Freundschaft und Liebe, und die Not der Zeit gibt seiner Poesie einen an- mutigeu elegischen Einschlag. Durch die Floskeln der Rhetorik des 17. Jahrhunderts bricht überall bei ihm lebensvolle Empfjn- dung, Kraft des Ausdruckes, ja bisweilen ein sprachlicher Wohllaut, der dann hundert Jahre deutschen Versen mangelte. * Die Tochter Viktor Hugos. Die Franzosen beschäftigen sich mit dem Privatleben ihrer großen Dichter und allem, was damit zusammeuhängt, nur sehr wenig, und so ist eZ auch nur recht wenig, und am wenigsten vielleicht in Frankreich selbst bekannt, daß Viktor Hugos'Tochter Adele noch am Leben ist. Hochbetagt — sie hat 78 Jahre bereits überschritten — wohnt sie in Suresnes in einer kleinen Villa, begraben von Vergessenheit und Schweigen. Sie hat ein tragisches Schicksal hinter sich. Als sie noch mit ihrem berühmten Vater in der Verbannung auf der Insel Persey lebte, verliebte sie sich sterblich in einen jungen englischen Artillerieoffizier. Viktor Hugo gab seine Einwilligung zur Heirat nicht, da er den Offizier iubezug auf Charakter und Geist für sehr unbedeutend hielt; dieser entführte die Geliebte erst nach England, hierauf nach Singa- pore, wo er in Garnison stand. Die schöne junge Frau wurde hier bald sehr unglücklich. Ihr Gatte hatte nichts als seinen Sold, den er zum großen Teil vertrank; er erwies sich bald so Ivie Viktor Hugo ihn beurteilt hatte: als roh, ungebildet und streitsüchtig. Zwei Kinder, die aus der Ehe hervorgingen, starben bald — aus Mangel am Nötigsten, und der Offizier erschoß sich in einem Anfall von Delirium tremens. All dies Schlag auf Schlag hereinbrechende Unglück verwirrte Adeles Sinne; beinahe geistesgestört wurde |ie schließlich einige Wochen nach dem Tode ihres Mannes int Eingeborenenviertel von Singapore gefunden. Die Familie eines englischen Kaufmanns nahm sie auf und benachrichtigte Viktor Hugo, der sie zu sich kommen ließ und in eine. Heilanstalt bei Vincennes verbrachte, ivo sie lange Jahre geblieben ist. * Einer, der vom Nordpol ui ch t s w i s s e n will, ist der kleine Harry Pear y, der Sohn des großen Peary, des Nordpolentdeckers. Der Enthusiasmus und das Interesse, mit dem die ganze Welt die Entdeckung des Pols Redaktion: St. Neuen! h. — Rotationsdruck und Vctlaa und den Streit zwischen Cook und Peary verfolgt, findet bei ihm keinen Widerhall. Mit seinen sechs Jahren ist er über das alles erhaben. Obwohl er die allerueuesten Nachrichten habe,! könnte und einen von viele,t beneideten Platz mitten im Lager der Peary-Freunde hat, ist ihm nichts unangenehmer, als vom Pol zu hören. Seit die Nachricht von des Vaters Siege kam, ist's aus mit den schönen Märchengeschichten, die die Mutter erzählte in aller Ruhe und Behag- lichkeit. Die Journalisten belagern das Haus imb belästigen ihn. Deshalb wurde Harry auch einem Interviewer gegenüber ganz energisch und sagte: „Könnte man denn nicht endlich ,nal von etwas anderem sprechen?" * Vermögen in Parfüms, lieber die Kostbarkeit und Feinheit der neuesten Parfüms hat ein bekannter Londoner Parfümfabrikaut interessante Mitteilungen gemacht, die zeigen, daß das Herstellen von Düften zu einer schwierigen Kunst geworden ist. Die Damen sind heute in der Wahl des Geruchs, mit dem sie sich umgeben, außerordentlich verwöhnt und subtil. Des Geruchs einer einzigen Blume sind sie überdrüssig geworden, sie wollen seltene Mischungen, zarteste Nuancen. So müssen denn ganz neue Parfüms geschaffen werden, in denen sich eine zarte Skala ätherisch leiser Düfte zu einer seelischen Harmonie znsammeu- fügt. Denn die Kunst des Parfümfabrikäuteu unterscheidet sich nicht viel von der des Malers und des Musikers, mit den reichsten Akkorden fein zusammengestimmter Düfte mutz er auf die ©time wirken; muß eine Atmosphäre des Wohlgeruchs schaffen, die herrliche Phantasien und Entzücken hervorruft wie nur irgend ein Kunstwerk. Große Summen werden schon bei den vorbereitenden Arbeiten im Laboratorium ausgegeben, wenn zahlreiche Versuche unternommen werden und gleichsam der Grundton des Parfüms fest- gestellt wird. Eine halbe Tonne Veilchen gibt nur ein winziges zwei Zoll hohes Fläschchen, in dem die berauschenden Duftivellen seiner Blüten zusammengedrängt, der Geruch zur Essenz kondensiert ist. Solch ein Fläschchen kostet 800 ML. Wer man "experimentiert nicht nur mit Veilchen, sondern auch mit Jasmin, Rosen, Orangeblüten und Cassien, aus denen Essenzen hergestellt werden. Hinzu kommen dann noch Gerüche, die von anderen Pflanzen, von Moschus, Vanille usw. gewonnen werden. Sind solche Essenzen in besonderen Laboratorien hergestellt und ihre verschiedenen Mischungen erprobt und beobachtet, dann bleiben noch die Düfte übrig, die von Tieren gewonnen werden, so der natürliche' Moschus vom Moschusochsen, Ambergris vom Walfisch und das Bibergeil vom Biber. Eine besondere Kunst erfordert auch das Färben des Parfüms, denn bcr Parfümkult wird von den Damen soweit getrieben, daß eine Dame für ein rosafarbenes Kleid nicht nur ein Parfüm vou rosigem Duft, sondern auch mit rosa Farbe verlangt und für eine violette Robe ein violettes Parfüm." * Tadeln b e r Kinder. Auch Kinder haben ihr Ehrgefühl; haben sie solches nicht, so sind meistens die Eltern selbst schuld. Kommt Besuch, so soll sich das Kind im beste«, Lichte zeigen, wird nun aber in dessen Gegenwart das Kind rechtschaffen ausgescholten, wenn etwas nicht ordnungsgemäß ist, so wandert es sich in seinem kleinen Verstand, daß Dinge gerügt werden, die sonst niemals von bösen Folgen begleitet waren. Ist der Besuch dann fort, so ist das Kind zerknirscht und tückisch zugleich. Dies Tadeln vor Fremden ist ein heikler Punkt; es gibt Ausnahme- sälle, wo es angebracht ist, im allgemeinen aber ist es vont lieber. Unter vier Augen wird die Mutter eine weit bessere Wirkung verspüren, auch wenn es sich um eilte körperliche Züchtigung handelt. Wer das Kind nicht gelehrt hat, wie es sich in der eigene« Familie zu benehmen hat, kann nicht erwarten, daß es sich unter Fremden auszeichnet. Es dann aber tadeln, ist kcines- ivegs angebracht; das Bloßstelle« kleiner Schwächen einer Kinderseele vor Fremden mindert die Liebe des Kindes und raubt Demselben das schöne hingebende Vertrauen, welches zwischen Eltern imd Kindern bestehen soll. Logogriph. Mit „B" als Fluß int deutschen Land, Mit „M" als Herrscherin bekannt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummert Die Mühe ringt dem harten Felsen ab Was je um Schmeiß ein Gott der Menschheit gab. Die Treue spart des Schicksals Preise, Arbeitend, wissend bildet sich der Weise. L. Schalding. der Brühl'scheu llniversitats-Buch- und Stcindruckerei, R. Lange, Gießen.