Donnerstag den 6. Ma! BEB ■faiptofer-.aufg. H.'Noii. Giesse. Tk ahfl W W & IWBfiS B» Bffl HH.B Spätinghof. ßu von K. v. d- Eidern (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Tine senkte schuldbewußt den Kopf. Auch sie hatte ihr gutes Essen und Trinken; was wollte sie noch? Warum konnte sie nicht ruhig und zufrieden leben? Der Kaffee war fertig, und Schane schnitt den frischen Stuten an. Tine dachte nur an die Karten, hie sie oben auf dem Bord liegen sah. Draußen auf der Lehmdiele ertönte lautes Schreien, es wurde gegen die Wand gestoßen, als wenn sich ein paar Jungen prügelten. Dann wurde die Stubentür plötzlich aufgerissen, und rn Knabe lugte herein, ein großer, blasser Junge mit länglichem Gesicht und blondem Wuschelkopf. „Ohe!" rief er — dann hielt er inne. „Niels," flüsterte Tine; die Erinnerungen der Kindheit überwältigten sie. Schane hatte das Wort gehört. „Ja, Niels," seufzte sie, „der besucht seine Großmutter bloß alle Jubeljahr mal. Der sitzt in Dithmarschen in einem Fettpott. Dies hier ist Peter, der Aelteste von meinen Tochterkindern." 9hnt steckte auch der Zweite seinen Kopf zur Tür hinein und Tine mußte unwillkürlich lachen. Die Wuschelköpfe und die langen Gesichter schienen in der Sönksenschen Fa- mrlie erblich zu sein. Die Jungen bekamen jeder ein dickes Stück Rosinenstnten krollten sich. Schane drehte die Haspel, und Tine hatte vre Hande rn dem Schoß und blickte ab und zu verstohlen nach dem Bord, wo die Lampe stand. Der Wind wehte feine Sandkörner gegen das Fenster, tat Ofen summte der Kessel; die Karten kamen noch immer nicht auf den Tisch. „Ich muß bald gehen," sagte Tine leise. „Was für Eile!" brummte Schane mechanisch. Tine faßte all ihren Mut zusammen. - „Legt Ihr noch immer Karten, Ode?" fragte sie mit bebender Stimme. „Biel nicht mehr, mein Deern. Die Gedanken wollen nrcht mehr, man wird alt. Du machst dir wohl auch nichts mehr daraus, was? Besser, als du es jetzt hast, kannst du es nicht kriegen." 1 Tine zitterte bei, dem Gedanken, daß sie vielleicht tat* Verrtchteter Sache wieder fortgehen müßte. „Ach, so zum Spaß möchte ich mir wohl mal die Karten legen lassen. Ja, Ode," setzte sie kühner hinzu, „leg sie mtr tnal — bloß aus Spaß." 01 _ „Bloß aus Spaß?" wiederholte die Alte mit einem schelmischen Augettzwinkern. Sie langte aber doch die Karten vom Bord und schob das Spinnrad beiseite. Sie mischte die Karten, ließ Tine abheben und machte Daumen und Zeigefinger an der Zunge feucht. „Eins, zwei, drei", zählte sie. „Es ist ja wohl noch hell genug, drei, vier — die Abende werden kurz, fünf, 'sechs, sieben, acht — das bist du. Paß auf, du mußt deine Gedanken dabei haben." Tine hatte ihre Gedanken dabei. Ihr Herz pochte, ihre Augen glühten, während sie auf den bunten Bildern hafteten. Noch nach Jahren besann sie sich auf jede Einzelheit. Die Gedanken der Alten verloren sich in der Betrachtung. Jetzt war sie in ihrem Reiche; die Karten waren für sie Lebensbilder, die ihr eines Menschenkindes wechselvolles Schicksal erzählten. „Du bist nicht glücklich", fing sie an. „Aber nimm dtr's nicht zu Herzen", fuhr sie fort, als sie sah, wie Tine zusammenzuckte. „Du lieber Gott, was nennt der Mensch Glück; das Leben ist doch kein Hopphei. — Da liegt em Brief — es ist kein Trauerbrief, aber auch kein herzlicher. Er liegt dicht bei dir. Hinter dem Brief kommt eine weite Reise über einen großeit Weg. Der geht aber nicht zurück. Bei dir liegt ein KinH — ach, das war es wohl, was du wissen wolltest?" Tine wurde dunkelrot. „Das Kind wird dir viel Freude machen," fuhr Schane fort, „und" — aber dann, wie aus einem Traume erwachend, raffte sie die Karten zusammen, und lachend, in einem ganz anderen, Tone, rief sie: „Nein, die dwatschen Karten, die fallen bei dir noch immer so wunderlich wie früher. Mußt dir nichts dabei denken, mein Deern. Früher dachte ich auch, wunder was dir noch alles Passieren würde, und was ist passiert? Gar nichts Besonderes. Du hast 'ne feine Partie gemacht. Bist Bauersfrau in der Marsch geworden und lachst uns alle was aus. Ja, die dösigen Karten; du kannst darvhne fertig werden." Jetzt zwang sich mich Tine zu einem Lachen, das in threm Herzen keinen Widerhall fand. Sie nahm hastigen kurzen Abschied von Schatte und trat den Heimweg an. Sie blickte den Weg entlang, den tätigen, einsamen Weg. Es dämmerte bereits, aber sie sah doch ihren Schatten, der riesengroß ihr Vvrausstrebte. Sie war die einzige, die den Weg ging. Der Wind wehte ihre Röcke ztir Seite, ihre Schritte hallten durch die Stille. Rascher schritt sie vorwärts, als wollte sie dein Schicksal entgehen, das ihr durch die Karten enthüllt worden war. Aber sie konnte die Gedanken daran nicht los werden, sie verfolgten sie, setzten sich in ihrem Kopfe fest und quälten sie. „Fort muß ich, fort", stöhnte sie. „Ach du mein Gott, wo soll ich hin? Ich will ja gern alles tun, was in den Karten steht, wenn tch bloß wüßte, wie ich es anfangen soll. Fort! Ach, ich will ja so gern fort; ich habe ja kemen Menschen hier, der mich gern hat. Ich bin ja nie warm geworden in der kalten Marsch. Ach, wüßte ich bloß, wohin ich mich verkriechen könnte !" „Die Mutter? Nein, sie hat mich nicht lieb; ich würde mein Kind viel lieber haben. Sie fragt mcht nach mrr. Sie hat einen anderen Mann geheiratet und bekommt andere Kinder. Sie würde mich schelten, daß ich so dumm und so wunderlich bin." t Eine Katze huschte über deu Weg, dicht vor Trnes Fußen. „Ach, nun gibt es ganz gewiß etwas Schlimmes", seufzte sie „Vielleicht sitzen sie schon beim Abendbrot, und die chroßdeern ist böse, weil ich so spät komme, und Jan guckt über mich hinweg, als wäre ich gar nicht da, und dre Binnerdeern fragt mich neugierig, wo ich geweserr Bin. > Sie malte sich alles ganz deutlich aus; sie lief mehr, als sie ging. Schneller, als es sonst ihre Art war, trat sie in die Wohnstube; sie war ganz außer Atem. Jan ivar allein in der Stube, er saß an der Lampe und, schrieb; bei Tines Eintritt sprang er hastig auf und räumte die Sachen fort. r o r „Was kommst du hereingestürmt, als ob es brennt? fuhr er sie an. Es war Tine etwas Neues, daß Jan sre anfuhr. Schuldbewußt senkte sie den Kopf. Mochte er nur weiter schelten. Das tat wohl, viel wohler, als wenn er sie nicht beachtete. Aber Jan kümmerte sich nicht weiter um- sie; er verschloß etwas in die Schatulle und ging hinaus. Scheu hatte Tine ihn beobachtet. J5ie hatte eine Verlegenheit an ihm wahrgenommen, die sie sonst nicht kannte. Auf der Tischdecke ivar ein Tintenfleck. Au wen hatte er geschrieben? Das war doch sonst nicht seine Art, Briefe zu schreiben, die er verschloß. Au wen war der Brief gerichtet? Wenn sie dies doch in Erfahrung bringen konnte. Vielleicht war der Brief an die Mutter geschrieben, vielleicht beklagte er sich über seine Frau und fragte Aun- dortjen um Rat. Oder sollte er an eine andere gerichtet! sein — an Frauke Steffens? — Ja, Frauke hatte er gern; er hatte es ihr einmal selbst gestanden, daß sie seine Frau geworden wäre, wenn er nicht Tine geheiratet hätte. Ob die beiden sich liebten? Ob sie sich Briefe schrieben? Ach, wenn sie doch bloß den Schlüssel hätte! Die Binnerdeern deckte den Tisch und brachte die gebratenen Klöße und Kartoffeln. Man setzte sich mit dem Gesinde zu Tisch und aß. Sie waren noch nicht mit dem Abendbrot fertig, da kam der Nachbar vom Bäkhof. Er wollte Jan abholen in den Krug. „Da sind ein paar Pferdehändler aus Flensburg", sagte er. „Du sprachst doch neulich davon, daß du deu braunen Wallach verkaufen wolltest." „Ja." Jan war sofort bereit. Er zog seinen Sonu- tagsrock an, nahm die Tuchmütze und suchte den Stammbaum des Wallachs aus der Schatulle hervor. Dann gingen die Männer. „Was ist das?" dachte Tine. „Weshalb will er den Wallach jetzt verkaufen? Das sollte doch erst zum Frühjahr geschehen. Was hat er vor?" Unruhevoll stützte sie den Kopf in die Hand und grübelte. Die Binnerdeern räumte geräuschvoll und ungeschickt den Tisch ab. Tine blieb allein mit ihren Gedanken. Sie hörte die Mädchen in der Küche lachen, sie hörte das Klappern des Geschirrs; mechanisch langte sie nach dem Strickstrumpf. Da fiel ihr Blick aus die Schatulle, sie sprang auf und traute ihren Augen nicht: der Schlüssel steckte drin. Jan hatte ihn, als er den Stammbaum des Wallachs herausnahm, stecken gelassen. Mit klopfendem Herzen drehte Tine den Schlüssel um: was würde sie finden? Dort in dem untersten Fach in der Ecke pflegte Jan das Sparkassenbuch und Quittungen aufzubewahren. Noch niemals hatte sie in diesen Fächern nachgestöbert. Jetzt tat sie es mit fiebernder Hast, als fürchtete sie, daß er zurückkommen und sie überraschen würde. Jetzt hatte sie den Brief gefunden, er war unverschlossen. An wen ivar der Brief? Sie trat mit dem Schreiben zur Lampe. Und plötzlich war es ihr, als müßte sie lachen, laut und hell lachen: Der Brief war ja an sie selbst gerichtet. Sie las, und während sie las, fingen ihre Knie an zu zittern. Sie mußte sich setzen; schwer ließ sie sich in den ledergepolsterten Stuhl nieder und las und las. Immer wieder, immer von vorn las sie ihn. — Der Brief lautete: „Meine liebe Tine! Wenn dieser Brief in Deine Hände gelangt, bin ich weit von Dir entfernt. Du denkst wohl, ich bin böse auf Dich, aber das biu ich nicht. Ich bin bloß traurig, daß eine Frau so was von ihrem eigenen Mann denken kann. Nicht wegen Jak habe ich Dich geheiratet, sondern weil ich Mitleid mit Dir hatte. Erst wollte ich es nicht, ich dachte, es wäre genug, wenn ich für Dich sorgte, aber Du verstandest mich falsch, und da mochte ich Dich nicht von mir stoßen, wenn ich gleich eine andere lieb hatte, so wollte ich doch nicht, daß Du Dir ein Leid tätest. Du, liebe Tine, hast mich ja auch nicht aus Liebe geheiratet. Du tatest es, weil Du Dich vor der Schande fürchtetest. Nun ist das alles vorbei, und das beste ist, wir gehen wieder voneinander. Ich kann mit dem besten Willen nicht mit einer Frau zusammen leben, die mich für einen Mörder angesehen hat, ich müßte verrückt werden, wenn ich noch länger mit Dir zusammen leben müßte. Aber ich jage Dich nicht davon, das kann und ivill ich nicht. Bleib Du hier und lebe in Frieden. Der Hof bringt, genug ein, daß Du gut davon leben kannst. Was ich für den Wallach und die Schweine bekomme, laß ich Dir hier. Ich nehme das Geld von der Sparkasse und ivandere aus nach Amerika, und der liebe Gott wird mir schon vorwärts helfen. Aber noch einmal muß ich Dir sagen: Ich bin kein Mörder, so wahr mir Gott helfe, ich habe niemals" . . . Damit brach der Brief ab. Der Schluß fehlte. Als er das geschrieben hatte: „Ich bin kein Mörder, so wahr mir Gott helfe," da war Tine hereiugekommen und hatte ihn gestört. Deshalb seine Verlegenheit, deshalb versteckte er das Schreiben; sie sollte es erst viel, viel später, vielleicht erst nach Wochen erhalten, wenn er alles geordnet hatte und abgereist war. Immer wieder las Tine: „Wenn dieser Brief in deine Hände gelangt" . . . Während sie mit dem Brief in der Hand dasaß und in die Lampe starrte, ward ihr plötzlich alles klar vor Angen; deutlich sah sie den Weg vor sich, den sie gehen mußte. Amerika! Nicht er mußte gehen, sondern sie. Er ivar schuldlos. Hatte sie sich nicht an ihn geklammert mit beiden Händen damals, als er gütig und liebevoll zu ihr war, als sie sich das Leben nehmen wollte. Nie war ihr der Gedanke gekommen, daß sie seine Worte falsch gedeutet hatte. Jetzt ivar ihr alles klar: seine Zurückhaltung, sein ernstes, stilles Wesen. Er liebte ja eine andere, Frauke Steffens, die war es gewiß, die er liebte. Ach, warum war sie nicht so wie Frauke Steffens, so zart und hell, so frei und stolz. „Ich bin man eine arme Dienstdeern," flüsterte sic. Es war sehr gut von Jan gehandelt, daß er sie zur Frau nahm, sie, die niedrige Dienstmagd. Sollte er nun! ihretwegen den Hof, der schon seinen Vorfahren gehörte, auf dem er groß geworden, der sein eigen war, verlassen? Nein, das wäre ja Sünde und Schande! Sollte sie noch länger das Brot des Mannes essen, dem sie sich als eine Klette angehängt, den sie so schwer gekränkt hatte. Rein, das wäre Schmach! Sie mußte gehen. Jetzt wußte sie den Weg; willig wollte sie ihn gehen, das sollte ihre Buße sein. Irgendein Geräusch im Hanse, das Herunterfallen eines Gegenstandes, ließ Tine auffahren. Sie legte den Brief rasch in die Schatulle zurück, ivo er gelegen, dann saß sie noch eine ganze Weile allein und suchte ihre Gedanken zu sammeln. Nach einer kleinen Weile kamen die Mädchen mit ihren Strickstrümpfen herein, und der Knecht setzte sich auf die Ofenbank und rauchte seine Pfeife. Das waren für Trug ein paar qualvolle Stunden, ]ie schlichen langsam vorüber. Um neun Uhr kam der Hausherr zurück, da begab sich das Gesinde zur Ruhe. Auch Tine suchte ihr Bett auf. Jan stopfte sich noch eine Pfeife und hielt noch einmal im Hause Nachschau. Vorher zog er den Schlüssel der Schatulle ab. Als er nach einer Viertelstunde ivieder hereinkam, schlief Tine anscheinend fest, und ohne Gutenachtgruß suchte auch er sein Lager auf. (Fortsetzung folgt.) Alexander von Humboldt und Goethe. (Zu Humboldts 50. Todestag,, 6. M a i.) In mehr als einem Sinne darf Alexander von Humboldt, dessen 50. Todestag die Erinnerung an diesen weitgebietenden Herrscher inr Reich! der Geister wieder wachrust, der Schüler uno Nachfolger Goethes genannt werden. Jenes allumfassende SiE versenken in die Natur, die denr forschenden Blick auch zugleich em Abbild der: geistigen Entwicklung der Menschheit darbictet, lener große Zug einer alles in das Reich der Betrachtung' ziehenden unn 283 ne ht id re ich in H ich or as nn ich 'n, ier ib in, ich as ka, >er hv lls er rstj • nd ne )er iar icn ils ike cht ies iar nie Siir um :fe, n? em nkt lig aes 'sch ine In. een die ins »er. ms >an nse ab1, lief uch ldt, deiE tnbf W eilt ner ni- versalität war in einer wissenschaftlich klaren Form zuerst von dem Weimarer Großen versucht worden, und sein vorbildliches Schaffen gab dem! Jüngeren Mut, auf solcher Bahn mit der Tatkraft unb dem Glücke des Genies fortzuschreiten. So fühlte sich Humboldt als ein Fortsetzer und Vollender der Ideen, die, der Meister int persönlichen Verkehr ausgesprochen und in feinen Werken, bald in dichterischer Verklärung, bald in strenger Wissenschaft dargelegt hatte. Und unter den zahlreichen Männern, die Goethe zum Wirken und Streben angeregt, war Alexander von Humboldt der einzige, der sich zur höchsten Höhe des Gelingens erhob und einen Weltruhm erlangte, der dem des Olympiers von Weimar nichts nachgab. Nach Goethes Tode ist er dann der Erbe seines Alters- fürsteuruhms geworden; er war Nicht nur der berühmteste Deutsche seiner Zeit, sondern unumschränkter Gebieter in den weiten Sphären der Wissenschaft und Kultur; «in Empfehlungsschreiben von ihm genügte, um dem Ueberbringer bis weit nach Südamerika und Asien hinein freundliche Ausnahme 411 sichern. In den Gestalten Goethes und Alexander von Humboldts vollendete sich wirklich in einem gewaltigen Symbol eine Epoche des höchsten univer- salen Strebens, die einst in Deutschland von Herder begonnen worden und nun in zwei Deutschen den Höhepunkt erreichte. Das Verhältnis beider Männer zueinander tritt uns klar entgegen in der neuesten vermehrten Sammlung ihres Briefwechsels, den Ludwig Geiger vor kurzem zusammen mit dem! Briefwechsel Goethes mit Wilhelm von Humboldt herausgegeben hat. Alexander von Humboldt ist 1794 zuerst mit Goethe in nähere Berührung getreten. Obwohl damals erst 25 Jahre alt, hatte er schon weite Reisen durch Europa unternommen, war dann in den preußischen Staatsdienst getreten und lebte als Oberbergrat in Bayreuth. Goethe erwähnt seinen ersten Besuch in feinen Tag- und Jahreshesten mit den Worten: „Alexander von Humboldt, längst erwartet, von Baireuth ankommend, nöttjigte uns ins Allgemeinere der Naturwissenschaft." Der Dichter nahm mit ihm die eine Zeit lang vernachlässigten Naturstudien wieder ans und fühlte sich mächtig von ihm angeregt. 1795 heißt es in den Annalen: „Alexander von Humboldts Einwirkungen verlangen besonders behandelt zu werden. Seine Gegenwart in Jena fördert die vergleichende Anatomie; er und sein älterer Bruder bewegen 'mich, das noch vorhandene allgemeine Schema zu diktieren. Bei seinem Aufenthalt in Baireuth ist mein briefliches Verhältnis zu ihm sehr interessant." Neben geologischen Themen müssen also damals hauptsächlich anatomische Fragen berührt worden! sein, denn auf Alexanders Veranlassung entstand jener „erste Entwurf einer allgemeinen Einleitung in die Anatomie", der erst 1820 in den Beiträgen „Zur Morphologie" veröffentlicht wurde. Der sich anspinnende briefliche Verkehr wird von Humboldt am 21. Mai 1795 begonnen mit einem herzlichen Dank für die reiche Anregung, die Humboldt durch Goethe erhalten. Am 19. April, zu Ostern 1799 ist Alexander wieder bei Goethe zu Gast; sie machen gemeinschaftlich galvanische Versuche, besuchen zusammen das Ilmenauer Bergwerk unb sind sich einig in der Ablehnung alles mystischen Naturphilosophierens und in der Freude am gelungenen, die Gesetze des Geschehens erklärenden Experiment, lieber diese Tage meldet Goethe an Schiller: „Mit Humboldt habe ich die Zeit sehr angenehm und nützlich zugebracht, Meine natnrhistorischeu Arbeiten sind 'durch seine Gegenwart wieder aus ihrem' Winterschlafe geweckt worden, wenn sie nur nicht bald wieder in einen Frühlingsschlaf verfallen!" Als Alexander sich dann im Jahre 1799 zu seiner großen Reise nach Südamerika rüstet, die ihn fast fünf Jahre von Europa fernhalten sollte, begleitet Goethe sein Unternehmen mit den besten Segenswünschen: „Bei seinem Genie, seinem Talent, seiner Tätigkeit," schreibt er an den Bruder Wilhelm, „ist der Vorteil seiner Reise für die Wissenschaften ganz inkalkulabel, ja man kann behaupten, daß er über die Schätze, deren Gewinnst ihm bevorsteht, künftig dereinst selbst erstaunen wird . . . Ich darf ihn wohl in seiner Art einzig Nennen, denn ich habe niemanden gekannt, der mit einer so bestimmt gerichteten Tätigkeit eine solche Vielseitigkeit des Geistes verbände." Für diese erste entscheidende Förderung, die Humboldt in den 90 er Jahren durch Goethe erhielt, ist er ihm immer dankbar geblieben. Immer wieder dankt er dem Dichter als deni, „deut ich die glücklichsten Stunden meines Lebens verdanke, der Sie mich (längst vor meiner Reise) in meiner Jugend mit so unaussprechlicher Güte behandelt haben." „Beide Humboldte," bekennt er ein andermal, „gehören. Ihnen an, und der Stolz ihres Lebens war es, Ihren Beifall sich erworben zu haben." Als er daran ging, die Ergebnisse seiner Reise in einem erschöpfenden vielbändigen Prachtwerk hernuszugeben, widmete er den. ersten Teil, der den Titel „Einleitung über Ideen zu einer Geographie der Pflanzen" führte, Goethe und schrieb ihm am 6. Februar 1806: „In den einsamen Wäldern am Amazonenflusse erfreute mich oft der Gedanke, Ihnen die Erstlinge dieser Reise widmen zu dürfen. Ich habe diesen fünfjährigen Entschluß auszuführen gewagt. Der erste Teil meiner Reisebeschreibung, das Natnrgernälde der Tropeu- welt, ist Ihnen zugeeignet. Mein Freund Thorwaldseu in Rom, ein ebenso großer Zeichner als Bildhauer, hat mir eine Vignette erttoorfen, welche auf die iminberfantc Eigentümlichkeit Ihres meistes, .auf, die in Ihnen vollbrachte Vereinigung von Dichtkunst, Philosophie und Naturkunde anspielt," Diese „Zueignung" Zeigt in einem allegorischem Bilde den lvrbeerbekränzten Delphischen .Apoll, der in der Linken die Leier hält und mit der Rechten den Schleier von einer Bildsäule der Isis hinweghebt, zu bereu Fußen ein Buch liegt mit der Aufschrift: „Metamorphose der Pflanzen". Unter dem Bilde stehen die Worte: „An Goethe". Goethe dankt für diese Ehrung öffentlich, in dem „Anders Freundlichkeiten" betitelten Abschnitt seiner Beiträge „Zur Morphologie", in dem er dem schmeichelhaften Bilde die Deutung! gibt, „daß es der Poesie auch wohl gelingen könne, bett Schleier der Natur aufzuheben." Deut Spender dankte er durch die Tat; er machte sich nämlich sogleich au die Durcharbeitung des Werkes. „Ich habe den Baud," schreibt er am 3. April 1807, „schon mehrmals mit großer Aufmerksamkeit durchgelesen, und sogleich, in! Ermangelung des versprochenen großen Durchschnitts, selbst eine Landschaft phantasiert, wo nach einer an der Seite aufgetragenen Skala von 4000 Seifen (Armspanne gleich sechs Fuß) die Höhen der europäischen und amerikanischen Berge gegeneinander gestellt sind, so wie auch, die Schneelinien in Vegetationshöhen bezeichnet sind." Dieser „halb im Scherz, halb im Ernst versuchte. Entwurf", der die Berghöhen der alten unb neuen Welt in ein vergleichendes landschaftliches Bild bringt, ist 1813 von Goethe veröffentlicht worden; er erhielt eine Widmung „Herrn A. von Humboldt", die auf einen: im Vordergrund liegenden Felsblock angebracht war. In seinem Daukörief bittet Goethe auch Humboldt um eine „kleine Skizze Ihres Lebens, Ihrer Bildung, Ihrer Schriften, Ihrer Tätigkeit und Ihrer Reisen". Humboldt wurde ihm immer mehr zu einer schon historischen upd durch seine Genialität merkwürdigen Persönlichkeit; mit einem stillen Neide sah er dem Walten und Wirken dieses Mannes zu, der sich in der Weltstadt Paris so recht im Zentrum des Lebens und Schaffens! befand und von dem „die unglaublichsten sozialen Einwirkungen ausgingen." Das Gegensätzliche in der Naturauffassung Goethes und Humboldts hat der naturforscheiidc Dichter in seinem ersten Brief ort den Gelehrten schon fein bezeichnet: „Da Ihre Beobachtungen vom Element, die mehligen von der Gestalt 'ausgehen, so können! wir nicht genug eilen, uns in der Mitte zu begegnen." Goethe! ging in seinen naturwissenschaftlichen Arbeiten ja ganz von der sinnlichen Beobachtung und von den physikalischen Erscheinungen aus, während ihm die chemische Untersuchung unb Zerlegung der Dinge fremd blieb. Humboldt aber schritt von einer kritischen Scheidung der NaturfvrMen in ihre Grundelemente vorwärts Und suchte, das Einzelne bis in die letzten Gründe zu verfolgen! und vom Detail zur Erfassung des Ganzen durchzudringen. In dieser verschiedenen Form der Forschung liegt der Gegensatz der beiden beschlossen, der sich allmählich auf entern Lieblingsgebiet Goethes, der Geologie, zum! offenen Widerstreit zuspitzen sollte. Alexander von Humboldt trat als eifrigster Verfechter der neuen Theorien des Plutonismus auf, dem zufolge die Gebirge durch den Druck des feurig flüssigen Erdinnern plötzlich emporgehoben wurden, während Goethe mit Heftigkeit auf den Standpunkt des Neptuuis- mus, der Lehre von der Einwirkung des Wassers auf die Gebirgsformat io neu, beharrte. In seinem Aerger über diese Verschiedenheit der Anschauungen 'läßt sich Goethe, besonders in seinen Briefen an Zelter, zu einer gewissen.Geringschätzung Humboldts hinreißen, kveun ‘er %. B. 'meint: „Dieser Freund hat eigentlich nie höhere Methode gehabt; bloß vielen gesnnden Verstand, viel Eifer unb viel Beharrlichkeit." Mer in schöner Selbstüberwindung beugt sich doch auch hier Goethe vor der Bedeutung Humboldts; in der Beurteilung von Humboldts Schrift „lieber den Bau und die Wirkungsart der Vulkane", die die plutonistische Lehre konsequent vortrug, bekennt er," auch durch die Erkenntnis dieser ihm' wider- strebenden Anschauung gefördert zu sein, „Ist es eine Pflicht, auch manchmal denken zu Wunen, wie artbere, so wird es diesmal höchst angenehm; was kann erfreulicher sein, denken zu lernen toje ein Manu, der mit Augen gesehen hat, was wenige, der mit seltener Geisteskraft gesondert, vereinigt, geschildert und bärge» stellt hat, mit welchem zu leben, zu beobachten, zu schließen und! zu folgern wir schon längst gewöhnt sind. Unk der aufs neue uns hervorruft, an seinen Ueberzeugungen teilzunehmen. Haben wir das vollbracht, so wird es uns nicht beschämen, vielmehr zur Ehre gereichen, wenn wir unsere Sinnesänderung öffentlich bekennen und unser neues Kredo einem so trefflichen und vieljährig geprüften Freunde zutraulich in die Hände legen." So bleibt das gute Verhältnis im ganzen ungetrübt. Stets weiß Alexander durch freundliche Sendungen den Alten „in dis weit unb breite Welt zu rufen." „Stoff genug zu stiller Betrachtung" zu geben und Goethes Lob ist ihm der höchste Lohn. Er gesteht, „daß ein öffentliches Wort von Ihnen, eine Note, eine! simple Bezeignng Ihrer Zufriedenheit mit meinen Arbeiten, eine Erwähnung meines Namens in einer Ihrer Schriften mich auf das kindlichste erfreuen würben. Dieser Wunsch (nicht der Eitelkeit, nein des edleren Stolzes) hat, seitdem sch Jena verließ, mich über Meer unb Land begleitet. Das Beste am Menschen ist, was man rein aussprechen darf, und so gereut es mich auch nicht, Mich- so vvr Sie gestellt zu haben." Goethe erweist sich freundlich: Er letzt Humboldts Namen Ottilie in den Wahlverwandth schäften in den Mund und verfolgt seine zahlreichen Publikationen mit Aufmerksamkeit, lieber den Schmerz nach dem Tode Christia- nens hilft ihm eilt langerwartetes und gerade damals äuge- 284 kmüneneS Werk Hmnboldts, die Verteilung der PflÄttzengestaltrn Mts dem Erdboden, hinweg und er antwortet ihm mit den Versen: „An Trauer tag en Gelangte zu mir Dein herrliche Heft! Cs schien zn sagen: Ermanne Dich zn fröhlichem Geschäft! Die Welt in allen Zonen grünt und blüht Nach ewigen beweglichen Gesetzen; Das wußtest Du ja sonst zu schätzen, Erheit're so durch mich Dein schwer bedrängt Gemüt." 1826 erscheint Humboldt im Dezember zu einem flüchtigen! Besuch bei Goethe und sie tauschen ihre Erfahrungen und geistigen Schätze mt§. Wie Goethe in Alexander von Humboldt ein seltenes und geniales, geistiges Phänomen verehrte, das hat er damals am schönsten zu Eckermann ausgesprochen: „Was ist das für ein Mann! Ich kenne ihn so lange und doch bin ich von neuem1 über ihn in Erstaunen. Man kann sagen, er hat an Kenntnissen und lebendigem Wissen nicht seinesgleichen. Und eine Vielseitigkeit, wie sie mir gleichfalls noch nicht vorgekommeir ist! Wohin man rührt, er ist überall zu Hause und überschüttet uns mit geistiges Schätzen. Er gleicht einem Brunnen mit vielen Röhren, wo man überall nur Gefäße unterzuhalten braucht und so es uns immer erguicklich und unerschöpflich entgegenströmt. Er wird einige Tage hier bleiben, und ich sichle schon, es wird mir sein, als hätte ich Jahre verlebt. C. W. Vernaschtes. * Ueber die'Charakterdeutung aus der Handschrift äußert sich der bekannte Kriminalanthropologe Geh. Medizinalrat Dr. Näcke tHubevtusburg) im neuesten Heft von Gvoß' Archiv (Verlag F. C. W. Vogel, Leipzig) in bemerkenswerter Weise. Er schreibt: Es war sicher eine große Entdeckung Preyers, daß jeder Mensch stets seinen eigenen Duktus der Schristführung besitzt, und zwar nicht nur in den Fingern, sondern auch in den Hand-, Arm-, Schultermuskeln, -Gelenken usw. Damit ist aber für die Deutung, für die Charakterologie wenig gewonnien. Zu- gestanden mag sein, daß sich .Affekte aller Art in der Schrift kundgeben können. Hier aber treffen wir schon auf die Schwierigkeit, daß Affekt in der Definition sehr objektiv ist, folglich immer bloß die stärksten Grade indiskutabel bleiben. Viel schlimme« steht es mit den Eigenschaften, dem Charakter des Menschen. Was ist Charakter, was eine bestimmte Eigenschaft? Jede Definition schwankt und ist nur ein grobes Gerüst, Skelett, nur ein getvisser Orientierungspunkt, dessen Ausfüllung und 'Ausdehnung je nach dem Alter, Geschlecht, Beruf, Bildungs- und Fntelligenzgrade usw. des Beftagten in weiten Grenzen hin und her schwankt. Nur über die krassen Grade herrscht wohl Uebereinstimmung. Angenommen nun, es gelänge, absolut sichere Kriterien für die einzelnen Eigenschaften festzustellen, so kommt eine weitere fast unüberwindliche Schwierigkeit dazu. Wer kennt den sogenannten Charakter seines Nebenmenschen gut genug, um ihn mit Sicherheit zeichnen zu können? Der Mann kennt nie seine Frau aus und umgekehrt, die Mutter nie ganz ihre Kinder und umgekehrt, wieviel weniger geschieht dies in außerfamiliären Verhältnissen? Und bei derartigen Umständen will man mit.positiver Sicherheit dem oder jenem diese oder jene Eigenschaft' als spezifisch anrechnen? Ist es nicht vielmehr meist oder sehr ost nur ein! Andichten? Mehr wie eine gewisse Annäherung an die Wahrheit kann man nicht erreichen Trotz dieses schwankenden Bodens soll nun jede Eigenschaft ihr eigenes Zeichen in der Schrift haben? Dies anzunehmen, dazu gehört beinahe ein Köhlerglaube. Wie sollte auch irgend eine Eigenschaft, selbst wenn sie ganz fest definiert und sicher bei einer Person zu konstatieren ist, durch ein Zeichen eindeutig ausgedrückt werden können? Die vieldeutigen Wurzeln der meisten sogenannten Eigenschaften sind' eine weitere, kauni zu überwindende Schwierigkeit für die Graphologie als Charakterdeutung. Ein Zeichen füv eine bestimmte Eigenschaft zu finden, ginge daher kaum an, es müßten eben mehrere! ,Zeichen da sein. Dieselbe Eigenschaft kann ober endlich auch zu verschiedenen Zeiten aus verschiedenen Motiven bei einer und derselben Person auftreten. Und wer will die Abotive sicher auffinden, wenn der ernste, sich genau prüfende Psychologe meist nicht mit Sicherheit entscheiden kann, welches Döotiv — oder vielmehr welche, da es gewöhnlich komplizierte sind- — ihn zu einer bestimmten Tat bewogen. Dagegen ist wohl zstzugeben, daß gewisse Willensgrade: starker, schwacher Wille in der Schrift sich ausdrucken können, ebenso, wie Liederlichkeit, Unregelmäßigkeit der Schrift usw. manche Rückschlüsse bei nötiger Vorsicht erlauben. In das eigentliche Getriebe aber des Innern wird man wohl nie dringen, und das wäre doch die Hauptsache! Ich halte also, so überschlägt Näcke, die Graphologie als Charakterdeutung für eine psychologische Unmöglichkeit und bedauere nur die Zeit, Mühe und den Scharssiirn, die darauf verwendet wurden. Ja, wenn die Sache doch wahr wäre, Würbe ich sie geradezu für ein soziales Unglück halten, da die notwendige Aufrechterhaltung der Maske int gegenseitigen Verkehr dadurch schwer geschädigt, ja unmöglich werden würde und den Mann wider die Frau, die Kinder wider die Eltern usw. Hetzen würde. Wer über die Möglichkeit der eigentlichen Graphologie sprechen und schreiben will, hat erst ihre physiv- und psychologische Grundlage zu beweisen, was meiner und anderer Ansicht nach unmöglich ist. • Ein Schauspielerleben. Franz Tewele, an dessen 50 jähriges Schauspielerjubiläum wir bereits erinnert haben, verzeichnet in seinen Memoiren tausend Roll« n, die et während eines halben Jahrhunderts in 8718 Vorstellungen gespielt hat. Und jedesmal hat er in seinem Gedeukbuche das bemerkenswerteste Ereignis des Abends in sehr drolliger Art festgehalten. Da findet man: Hinauswürfe von der Bühne. . 742 mal Heiraten ......... 2519 „ die Treue anderen gebrochen. . 1186 „ mir die Treue gebrochen . . . 1445 „ Kaiser Joses gewesen..... 89 „ König gewesen....... 1 „ Prinz gewesen ....... 46 „ Gras gewesen ....... 259 „ Baron gewesen....... 483 „ Bankier gewesen ...... 717 „ Frauen besaß Teivele auf der Bühne nach seinem Geständnis ntehr als sämtliche Sultane auf der Welt zusammen, und roeitn er die Zahl seiner Kinder zusammenzählen würbe, die man ihm in der Wett der Jlltision schenkte, so müßten einige Legionen heraus- fommeit. In den Tod gegangen ist Teivele nur 39 mal. Diese Katastrophen datieren in seine Lehr- und Wanderjahre zurück, als er den Ton Carlos, den Ferdinand in „Kabale und Liebe" uub andere Schandtaten verüble. König ist er bloß ein einziges Mal gewesen: anno 1860 in Preßburg. Man spielte im dortigen Theater eine Tragödie der Birch-Pfeiffer, betitelt „Purpur und Trauer." Tewele raunte den ungarischen König Bela den Blinden. In einer Szene bemerkte er, daß sich der Schleier der Königin in den Zieraten des Thronsessels vernestelte. Sie hohe Frau machte Anstrengungen, das Gewebe loszulösen, tvas ihr nicht gelang. Galant wie Tewel« immer war, griff er selbst zu. Im selben Moment drang der Bierbaß des Regisseurs aus den Kulissen hervor: „Sie Trottel, was tun's beim, Sie scm ja blind!" Und mit die Tragödie uub der Stimmung des Publikums war'- novnHpr. ,* Airf d em Bastle. Tie beleidigte Mutter: „Na hähr u Se, Herr Krause, scheen is das niet) gonpe von Sa, nid) e enz'gess Mal mit unf'rer Adele .ze tanzen, am längsten Ham mer nu del Seefe bei Sie gekooft!" . * Dros chk e nf u t s ch e r « n t er sich. „Was ist denn mit deinem! Schimmel, der läßt ja so den Kopp hängen?" — „Ich weiß nicht, was bemi heute fehlt, aber seitdem die Automobile so überhandnehmen, wird er mir sehr nachdeukeud." Literarisches. Die „Süddeutschen Monatshefte" bieten in ihrem Maiheft wieder eine Fülle wertvollem Lesestoffs: Hans Pfitzners große Abhandlung „Zur Grundfrage der Operudichtung", einen grundlegenden Aufsatz des Konservators des Basler Museums Prof. Dr. Paul Ganz „Hans Holbeins Jtalienfahrt", ein neues Kapitel aus den ßefc en gerinne rangen Ludwig Ganghofers, aus denen wiv kürzliche einen Teil abdruckten, die Fortsetzung des neuen Romans der Grazia Teledda, einen Aufsatz von Hofmiller über Gerhart .Haupinmnns „Griselda", einen Dialog von Friedrich Naumann über Steuerfragen, einen Brief von Friedrich Th. Vischer, Zahlreiche andere Beiträge vervollständigen das Heft der tüchtig geleiteten Zeitschrift) die sich ständig wachsender Beliebtheit erfreut. Silbenrätsel. art, da, ei, gart, gar, gen, hel, low, rai, pert, rog, rü, see, feit, la, roci, will Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt iverden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von» unten nach oben aelesen ein Sprichwort ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Stadt m Böhmen. 2. Ein Mineral. 3. Insel in der Ostsee. 4. Schausvieler und Lustspieldichter, 5. Irländische Hafenstadt. 6. Gebirgssee in Oberitalien. 7. Russische Hafenstadt. Auflösung in nächster Rümmer. Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummert p A U L A v R A U R A N L A N G Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitats-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.