1909 — M. 70 äSrvj. J ffiKT iifn uhosL Spätinghof. Roman von K. v. d- Eider. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 11. Tine wurde krank. Eine Rippenfellentzündung warf fie aufs Krankenlager. Da ihr Organismus schon faitge unter Unrast und Appetitlosigkeit gelitten hatte, griff die Krankheit sie mit doppelter Gewalt an. Sie hatte hohes Fieber und stechende Schmerzen in der Seite. „Ich must sterben," dachte Tine. „Jak holt mich nach sich. Jak, ach Jak! — Bloß Gewißheit muß ich haben, ob Jan schuld ist an Jaks Tode. Sonst kann ich nicht ruhig sterben, sonst habe ich auch keine Ruhe im Grabe und muß hier nach meinem Tode umgehen." Ihre Wangen glühten im Fieber, sie zitterte vor Todesgrauen. „Ich nruß sterben," wiederholte sie, „und das ist gut, ich würde sonst noch ein Kind bekommen, ein liebes kleines Wesen." Tränen traten in Tines Augen. „Es würde wieder denselben Weg gehen. Nein, es ist besser, es kommt mit mir ins Grab, ehe es geboren wird." Als Jan abends ans Bett trat, war das Fieber gestiegen. Der Doktor hatte Pflaster auf den Rücken verordnet, die ihr große Schmerzen bereiteten. Ihre Gedanken drehten sich unablässig um das eine: „Ich muß sterben!" Mit glühenden Augen sah sie Jan an, mit Augen, die ihn zu durchbohren schienen, die aus dem Grund seiner Seele lesen wollten. Wie sie so dalag in den rotbaumwollenen Kissen, mit heißen Wangen und fieberglänzenden Augen, sah sie unheimlich schön aus. Sie richtete sich ein wenig auf, ihre Blicke irrten umher. „Jan, sind wir allein?" Jan nickte und trat näher ans Bett. „Jan," flüsterte die Kranke mit heiserer Stimme, „ich muß sterben." „Nein, nicht doch," beruhigte er sie. Und doch erschrak er selbst bis ins Innerste. Wie, wenn sie jetzt stürbe, jetzt, da er angefangen hatte, sie zu lieben, jetzt, da Fraukes Bild in seinem Herzen zu erblassen begann? Nein, sie durfte nicht sterben) sie war Zu jung, zu schön — sie war ihm lieb geworden. Tines brennende Augen bohrten sich in die seinigen. „Ich muß sterben," fuhr sie fort. „Er holt mich nach srch. Aber vorher muß ich dich noch um etwas fragen, was mir keine Ruhe gelassen hat all die Jahre hindurch. Ich sterbe ja doch — ich sage es ja keiner Menschenseele. Nicht wahr, du sagst mir die Wahrheit, damit ich ruhig sterben kann?" „Was denn, Kind?" Jan stand fast das Herz still. Sollte er jetzt endlich den Schlüssel erhalten zu ihrem seltsamen Wesen? Sollte endlich greifbar werden, was jahrelang wie ein dunkler Schatten zwischen ihnen gestanden hatte? Das war gut; einen Feind, den er kannte, würde er auch bekämpfen können. „Du mußt noch näher hcrankommen!" bat Tine. Er neigte sich über sie, so dicht, daß Tine seinen Atem spürte, daß sie jede Miene seines Gesichtes sehen konnte. „Jan," tönte es jetzt in fast feierlichem Tone von ihren Lippen, „sage mir/woran ist Jak gestorben? Haft du ihm das Gift eingegeben? Ja oder nein?" Starr, sprachlos vor Entsetzen fuhr der Mann in die Höhe, doch die Kranke fpr^,weiter, dringend, flehend; „Sage nur ein Wort, sage ja — sag es, damit ich Ruhe im Grabe habe." „Nein!" tönte cs laut und hart Pon seinen Lippen. So laut, wie die stille Stube noch keinen Ton gehört hatte. Dies Nein hörten die Mädchen in der Küche und der Knecht im Stalle. Zitternd richtete sich Tine auf. Ihre Augen hingen an dein Mann, der flammend vor Empörung an ihrem Bette stand. Wie schön, wie groß, ivic stark er war. War das Jan Thomsen? War es nicht Jak? Jan sah sie finster an. Sprach sie in Fieberphantasien? War sie verrückt geworden? Nein, sie wußte ganz genau, was sie sagte, es war alles wohlüberlegt. „Kannst du es beschwören?" fragte die zitternde Stimme; in ängstlicher Spannung hing ihr Blick an seinen Lippen. Den Mann erfaßte ein Zorn, wie er ihn vorher und nachher in seinen« Leben nicht empfunden hatte; aber er vergaß nicht, daß er eine Kranke, vielleicht eine Sterbende vor sich hatte. Er richtete sich hoch auf. Frei und stolz sah er ihr ins Auge. Er hob die Hand und sprach mit lauter Stimme: „Ich 'schwöre bei dem allmächtigen Gott, bei meiner Seelen Seligkeit, ich bin kein Mörder. Ich habe nicht einmal den Gedanken gehabt, Jak umzubringen." So sprach Jan Thomsen. Dann ging er, ohne sich noch einmal umzusehen, aus der Tür. Tine hatte jedes Wort in sich ausgenommen. „Gott sei Dank!" Wie ein erlösender Seufzer Üang es von ihren Lippen. Dann legte sie den Kopf zur Seite und schloß die. Augen. Sie war erschöpft und müde; als die Binnerdeern, von Jan geschickt, ins Zimmer trat, war sie bereits fesh eingeschlafen. In Jans Herzen stritten sich Zorn und Entsetzen. Er hielt es picht im Hause aus. Mechanisch nippte er an seiner Kaffeetasse, die auf dem Küchentisch für ihn einge- schenkt stand. Dann nahm er die Mütze vom Haken im§ ging durch die Stalltür hinaus ins Freie. Es war ein klarer, kühler Herbstnachmittag. Die frische Luft kühlte angenehm die heiße Stirn des erregten Mannes. Er wünschte nur, daß es schon dunkel wäre, damit ihn niemand sähe, damit er seinen Gram und seine Scham verbergen konnte. Jan Thomsen ging die Trift entlang hinten ums Dors — 278 — herum, wo man die Häuser von hinten sah, wo die grauen Weiden in den Sielzug hingen. Hier würde ihm niemand begegnen, bpn er Rede stehen müßte; hier war er mit sich allein. . Er kam an des Kantors Garten vorbei. Ein frischer,, säuerlicher Duft wie von reifem Obst wehte zu ihm herüber. Er stand still. Ob er hineinginge, ob er Frauke alles sagte und sich von ihr Rat holte-? Aber was sollte er ihr sagen? Daß sein eigenes Weib ihn für den Mörder hielt? Er ging weiter. Er drückte die Mütze in die Stirn und schlug den Rockkragen hoch. Allmählich wurde sein Blnt ruhiger; seine Schritte mäßigten sich. „Also das war es", dachte er-voll Trauer und Ingrimm. „Deshalb ihr scheues Wesen, ihr Ausweichen, ihr Erschauern, wenn ich sie in den Armen hielt. Das. Ivar es, was uns jahrelang trennte, über das keine Brücke hinüberführte. Für einen Mörder hielt sie mich, mich, der ich keinem Tier ein Leid tun kann. Jahrelang hat dieser Gedanke sich in ihr festgesetzt. Sie hat ihn gehabt Tag und Nacht. Wird das künftig anders sein? Nein! Wenn der Gedanke auch auf Augenblicke gebannt ist, er wird wiederkehren; er loird sich nie ganz verscheuchen lassen. Sie wird mich stets als den Mörder meines Bruders ansehen." Er.stöhnte auf. Tiefer drückte -er sich die Mütze in die Stirn. Ihm war es, als ob er schon als Mörder öffentlich gebrandmarkt wäre, als sähe es ihm jedermann an, daß er ein — aber nein, er war ja kein Brudermörder, es war ja alles nur die Ausgeburt der Phantasie eines Weibes. Aber dies Weib war sein eigen, war sein Weib! Würde er ihr jemals wieder in die Augen sehen können, in die quälenden, forschenden Augen? Würde er sie jemals wieder in die Arme schließen können? Nein, nein, nein! schrie es in ihm. Weiter, immer weiter ging er. Ein schwarzweißer Kiebitz flog vor ihm auf. Seine Blicke folgten dem Fluge des Vogels, und als der Vogel in der Ferne verschwand, flogen die Blicke weiter. Am Horizonte winkte mit weißem Tuche die Ferne. „Sie winkt — ich komme," flüsterte Jan. Er stand still, schob die Mütze aus der Stirn und atmete tief auf. In der Ferne hörte er eine Kuh brüllen. Das Brüllen Kang herüber von Spätinghof. „Die vermaledeiten Kühe!" entfuhr es ihm. Ein Ekel vor dem bisherigen Leben überkam ihn. Er hätte die Kühe und den Hof und Tine dazu, alles von sich werfen mögen, weit, weit weg. Und dann ein neues Leben beginnen, ein freies Leben. Die Ferne winkte, und Jan Thomsen gab sich selber das Versprechen, dem Winke zu folgen. In dieser Nacht floh der Schlaf seine Augen. Tausend .Gedanken und Pläne durchkreuzten sein Hirn. Tine dagegen schlief wie jemand, dem eine schwere Last vom Herzen genommen war. Sie hatte ieit langem nicht so fest und sanft geschlafen. Als sie aufwachte, war bereits heller Tag, und der Doktor stand mit zufriedenem, lachendem Gesicht an ihrem Bette und sagte: „Na, nun bleiben Sie hübsch brav, dann können Sie in acht Tagen wieder aufstehen und Mehlbeutel essen." Tine genas. Sie wunderte sich selbst darüber, daß sie sich so wohl fühlte, daß ihr Appetit sich regte und Jie wieder aufstehen und im Hanse einhergehen konnte. Ihr war's, als hätte der Tod sie vergessen, als müsse er noch kommen und sie holen. Aber sie fühlte sich mit jedem Tag frischer und kräftiger, und sie sing an, sich des neugeschenkten Lebens zu freuen. Sie blühte aus und ward schöner und rosiger als früher. Erst nach und nach kam ihr zum Bewußtsein, was sie Jan angetan hatte. Er ließ sich seit ihrer Genesung nur noch bei den Mahlzeiten sehen, und auch dann vermied er es, ihren Augen zu begegnen und sie anznreden. Den ganzen Tag über war er draußen ans der Tenne oder im Stalle; begegnete er ihr aber einmal unerwartet, so sah er au ihr vorbei, als wäre sie gar nicht da. Jetzt siel es Tine mit einem Male schwer aus die Seele, wie sie ihn durch ihre Worte, durch ihre Fragen gekränkt und mehr noch, wie sie ihm jahrelang in Ge- b anfeit unrecht getan hatte. Wie war sie nur aus den furchtbaren Gedanke,- gekommen, daß Jan schuld an des Bruders Tod haben jönnte? „Ich war rein verdreht," dachte Tine, und sie fügte hinzu: „Wie mache ich es bloß gut?" Unablässig beschäftigte fie diese Frage, und doch war ’ie viel zu scheu, um sich Jan gegenüber auszusprechen. Einmal versuchte sie es, sich ihm zu nähern. Er saß am Tisch und guckte in die Zeitung, als sie hereinkam. Sie ging auf ihn zu, faßte ihn ein wenig an der Hand und -ragte: „Bist du böse auf mich, Jan?" „Nein," sagte er kurz, entzog ihr seine Hand und ging rasch hinaus. Tine aber batte ein Gefühl, als verlöre ie ihren Mann auf Nimmerwiedersehen. „Was mach' ich bloß?" dachte sie immer wieder, und ihre Blicke folgten Jan unruhevoll forschend. Er sühlte es, wie ihre großen, dunklen Augen an seinem Gesicht hingen. „Jetzt sieht sie mich wieder als Mörder an," dachte er, rind er schob seinen Teller zurück, stand vom Tische ans und ging hinaus. „Ich halte es nicht mehr ans!" sprach er zu sich selbst. „Einer von uns muß gehen." Er sügte. hinzu: „Ich muß gehen. Ich bin ja der Mann; ich werde schon in der Welt vorwärtskommeu." Tine rang oft die Hände, iveim sie., allein war. Was sollte das werden? Von Tag zu Tag entzog sich Jan ihrem Einfluß mehr. „Den du heiratest, den behältst du nicht!" tönte es ihr durch den Sinn. „Was soll ich tun? Was soll ich tun?" jammerte sie. Schane! antwortete eine Stimme in ihrem- Innern. Schaue! An diesen Gedanken klammerte sie sich in ihrer Not. Schane, die allein konnte ihr helfen. Die Karten würden ihr die Zukunft enthüllen. Und wenn sie erst den Weg wußte, dann würde sie ihn auch gehen; denn die Karten sagten wahr. Immer mehr vertiefte fie sich in ihre Gedanken. Schane war seit Jahren nicht mehr hierhergekommen, Schreiben oder ihr Bescheid schicken konnte sie nicht, nein, sie mußte zu ihr gehen. Sie mußte einen Ausweg finden. Unter dem Vorwande, eine alte Schulfreundin zu besuchen, machte sie sich nach Ramstedt auf. Sie packte in einen kleinen Handkorb einen Kopf Butter und ein Stieg Eier, dazu einen selbstgebackemm Rosinenstuten! Es war schon recht kalt draußen; der Spätherbst setzte ein. Tine schritt rasch vorwärts, als fürchtete sie, nicht schnell genug zu ihrem Ziele zu kommen. Der wette Weg, das rasche Gehen war ihr ungewohnt. Sie hatte glutrote Wangen, als fie bei Schane eintrat; einen Augenblick später jedoch waren sie weiß wie die gekalkte Wand in Schaues Stube. Ach je!" rief Schane. „Nun fällt sie wohl gar in Amid am! Setz dich auf den Lehnstuhl, Kind! Du wirst doch wohl nicht? Na, nun kommt die Kulör ja schon wieder. Verpuste dich man. Ist wohl was in Uneben bet bit * ' Tine erholte sich. „Ach, ich wollte schon lange mal." Sie suchte nach Worten. „Mutter hat sich doch wieder verheiratet, sie sagte vorher immer: „Ich will doch mal Schane adjö sagen,"' aber sie kam nicht dazu. Ich sagte: „Mutter, ich werd' es bestellen," und dann wurde ich krank, und dann" — Tine war purpurrot geworden; das Lügen siel ihr gewaltig schwer. Die Mutter hatte ganz anders gesprochen; aber wie sollte sie sonst ihr Kommen motivieren. c ... Schane hörte ruhig zu und ging dabet hm und her, um eine Tasse Kaffee zu bereiten. „Ja, ja," meinte sie, „ich hätte es nie gedacht, daß Anndortjen ans ihre alten Tage, noch mal freien würde; sie saß doch ganz gut aus Spätinghof. Sie hatte ihr gutes Essen unb Trinken, was will der Mensch mehr?" (Fortsetzung folgt.) Vie Ausstellung der Berliner Sezession. E r st e E i u d r ü ck e. Die Ausstellung der Berliner Sezession, die am Samstag feierlich eröffnet wurde, bedeutet zugleich einen besonderen historischen Markstein in der Entwicklung des Berliner Kunstlebens, denn mit ihr kann die Sezession ihr zehnjähriges Bestehen feiern. Und zugleich wird einem so recht deutlich, wie dte,e Künstlet»er einiguug bereits zu etwas geschichtlichem geworden ist, wie t n Bedeutung heute so gar nicht mehr im ungestümen Sturm Drang der Jugend, sondern in der gereiften Metsterschasr in . auf der Höhe des Schaffens stehenden Mitglieder beruht. Zeiten sind vorbei, in denen jede Ausstellung der Sezession et 279 Sturm der Entrüstung entfesselte und ganz neue Offenbarungen des modernsten Ktmststils dem erstaunten Auge darbot. Was heute diesen Ausstellungen ihre Schönheit und das höchste Interesse verleiht, ist nichts" Ueberraschendes, sondern die nie versagende Krast und die immer freier sich entfaltende Sicherheit ihrer besten Maler; nur schüchtern und zaghaft können sich daneben die Jungen! und Jüngsten heroorlvagen, denen, wie stets, freudige Aufnahme gewährt wird. Wie in den letzten Jahren, so liegt auch diesmal der reichste Gewinn der Ausstellung nicht in den Versuchen eines spärlichen Nachwuchses, sondern in den Werken bereits bekannter Meister, die von Thoma bis zu Brandenburg, von Liebermann bis zu Beckmann, von Trübner zu Slevogt, alle wieder ihr Bestes gegeben haben. Ein Akt der Pietät und der schmerzlichen Rückerinnerung erfüllt die Sezession mit einer Gedächtnisausstellung zu Ehren des im Vorjahre verstorbenen Walter Leistikow. Dieser Leistikow-Sanl gibt das schönste Abbild seiner feinen zarten Kunst, das wohl je dargeboten wurde; er ist der stillste, der feierlichste Ort, wo Friede und Verklärung herrscht, während ringsum in den Sälen gegenwärtiges Leben wogt und lärmt. In den erlesensten Werken seiner so selten ganz vollendeten Kunst tritt die ,Entwicklung dieses echten deutschen Landschafters vor uns, anhebend mit dem prächtigen Werke der Dresdener Galerie, in dem. noch manches voll der Art Andreas Achenbachs anklingt, die warm-roten Dächer der Ziegeleien so freundlich in der stillen Stadtsilhouette sich verlieren und das liebevolle Versenken in alle Einzelheiten der Natur durch das reichbelebte Bild hindurch waltet. Mit den stilisierten, scharf abgeschnittenen Schiffen, deren marineblaue Schatten sich in dem von Abendsonne grellgelb gefärbten Wasser spiegeln, beginnt Leistikoiv jene schwerwiegende Wandlung seiner Kunst, die zu einer immer stärkeren ornamentalen Umformung des Natureindrucks führt und in seinen bildhaft geschlossenen, starkfarbigen, teilt dekorativ wirkenden Grunewaldseen ihren .Höhepunkt erreicht. Doch zwischen diesen forcierten, bisweilen monotonen Werken, von denen hier die stolzesten und gelungensten Exemplare zu setzen sind, lebt und webt das lyrisch-musikalische Naturfühlen Leistikows in Landschaftsausschnitten von blühender Wärme nnd sanfter Helle, in gelösten Dämmerungsstimmnngen und weichen Lichtern verklingend, bis es in den Bildern der allerletzten Zeit, besonders in der wundervollen „Liebesinsel", zu geläuterter Harmonie sich ansschivingt. Neben dem toten Leistikow stehen in aller fortschreitenden Frische die lebenden Geführten, die einst mit ihm zusammen kämpften. Auf der Bahn der Entwicklung, die der Tod bei ihm so jäh abbrach,,schreiten sie rüstig weiter fort. Vor allem Liebermann. In seinem Bildnis des Geheimrats Rathcuau fügt er seinen Meisterporträts ein neues hinzu. In einem hohen Zimmer gegen eine rauhe, farbig reich belebte Wjand sitzt der alte Herr frei im Raum, einen Zirkel in der Hand, ganz seelische Anspannung in gesanrmelter Energie und Arbeitskraft, die Figur oi- brierend von Leben. Durch das hohe Fenster schimmert das bunte Treiben der Straße mit lebhaften Tönen hereinfallend in die Stille und sich sortsetzend in den grünroten Lichtern des Teppichs, die den farbigen Grundton des Gemäldes bilden. Das zweite Porträt Liebermanns ist glatter und weniger tief, von delikater Farbenharmonie in dem Zusammenstimmen der gelben Weste und blauen Krawatte mit dem Anzug. Noch berückender erscheint der sich immer reicher entfaltende Reiz seiner Kunst in beut großen Straßenbild, in dem Liebermann oft von ihm behandelte Lieblings Motive zu einer einheitlichen Komposition zusammenfaßt. Es ist ein Gemüsemarkt im Judenviertel von Amsterdam, ein wundervolles Bukett zartester Farbenklänge, die in ruhiger Komposition allseitig verteilt klar und schön in deut gleichmäßig alles umspielenden Licht zusammenfließen. Auch Kalkreuth gibt außer einem in dämmerndes Licht gebetteten Interieur ein großes Porträt, auf dem im Vordergrund, von einem bunten Vorhang und Schirmständer umrahmt, eine Frau steht in dem hellen kalten Licht eines Wintertages, das aus einem Hinter- zimmer hereinfällt. Ein prächtiges Freilichtbild von Uhde, eine tieffarbige stimlnungsrciche Landschaft mit einer edel sinnenden Frauengestalt von Thoma sind ebenfalls Zeugnisse reifsten Könnens und hoher künstlerischer Vollendung. Trübner erscheint mit einem feinfarbigen Teilakt, wohl aus einer frühen Zeit, wo von grauem Fond blühendes Fleisch sich mattleuchtend abhebt, mit einem seiner breitgemalten Reiterbildnisse und prachtvollen Landschaften. Ein Fest bietet auch Auge und Sinn eine weit gedehnte harmonisch gegliederte Landschaft von Theodor Hagen. Zu den anerläunten Meistern der Berliner Sezession darf man wohl auch schon « le v o g t und Cor int h rechnen; sie sind beide W recht günstig vertreten; Slevogt mit einem Damenbildnis in Gelb, das bei aller flotten Eleganz doch etwas Unsicheres, nichts Bezwingendes hat, Corinth mit drei fleischfrohen, biblisch und mythologisch betitelten Bildern, in denen die alte Kraft mit dem alten derben Draufgängertum streitet. Man darf seine schweren vollen Akte nur mit den in der Nähe hängenden, blühenden Frauenleibern Zorns vergleichen, um den Abstand eines wirklich großen Malers von einem geschickten Virtuosen zu erkennen. Unter den Malern, die diesen Realisten gegenüber eine mehr Realisierende nnd monumentale Richtung vertreten, steht diesmal Hodler an erster Stelle. Es berührt wohltuend, ast den Wänden, an denen noch vor kurzem die gewaltigen Kompositionen von Hans von Marses hingen, die großgeschauten Gestalten eines Meisters zu erblicken, der auf eigenem. Wege ähnlichen Zielen einer reinen Formgestaltung zustrebt. Sein „Aufbruch der Jenenser Studenten zum Freiheitskampf 1813", mit dem in einen gewaltigen Marschrhythmus gegebenen Fries der vorwärts- schreiteudeu Jägerkolonnen und der herrlichen Komposition der zum Aufbruch Rüstenden darunter, mit den großen Bewegungen der Jünglinge und den stolzen Körpern der Pferde ist ein Beispiel wirklicher monumentaler Malerei, dem nichts anderes heut in Deutschland an die Seite gestellt werden kann. Groß und doch keusch ist auch seine Versinnbildlichung der Liebe mit den inbrünstig innigen und schmerzvoll sich bäumenden Gestalten; schlicht und frei sind seine von reiner Höhenlust durchwehten Landschaften. Interessantes bietet Martin Branden bürg, besonders in seinem Bild der Nacht, dessen bläulich-zartes Sternenweben Symbole der Romantik, wie sie etwa Runge gestaltet, mit reicherem Können aufnimmt, während seine Versuchung des Antonius in einer blaß -mystischen Nachahmung Gustave Moreaus stecken bleibt. Strathmaun zeigt seine alten, in ihrer linienscharfen Sorgfalt amüsanten Frauenakte, die diesmal Danas und Salambo betitelt sind; Ludwig von Hofmann scheint nach seinen neuesten Werken in eine glücklichere Phase seiner seit einigen Jahren stagnierenden Kirnst einzutreten; feine Bilder sind wieder farbig kraftvoller und natürlicher, wenngleich ihm eine koloristische Harmonie in der Verwendung dieser starken Töne noch nicht gelingt. In ausgeglichenster Schönheit ornamentaler Flächeubehaudlung und farbiger Feinheit aber bietet sich ein Tantenporträt Klimts dar. Unter den Jüngeren interessieren vor allem Baluscheck und Beckmann. Ter Maler des Proletariats drängt in einem grausig- sachlichen und tief ergreifenden Bild zweier schlafender „Tippel- schicksen" das beste zusammen, was er zu geben vermag, erscheint aber in einer Schilderung von Insassen der „vierten Klasse" genre- Haft-banal. In Beckmann, dein jugendlichsten und zukunftsreichsten der Sezession, hat sich das Chaos seines gestaltenden Uebet- schwaugs immer noch nicht zu reiner Form geklärt. Trotzdem ist seine „Auferstehung" ein Werk von außerordentlicher Kraft und einer gewissen Größe. Bei dem jetzt so modernen Spanier Greco scheint er sich die Anregung zu dieser in Form und Beleuchtung ganz nach Aufwärts strebenden Vision geholt zu haben: eine empor- und herunterwirbelnde Flut nackter .Körper dunkel sich ballend, oben in Licht versinkend und darunter Gruppen ist moderner Kleidung, nachdenklich, erstaunt, verzweifelt. Eine düster schwere Stimmung liegt auch in den Akten seiner „Sintflut", während die Szene aus dem Untergang von Messina trotz, aller improvisatorischen Verve etwas vom Schauerpauorama hat. Mit guten Porträts sind Pau ko kund Kar do r ff vertreten. Vortrefflich sind Stilleben von C. Herr nt a n n , Heinrich H ü b n e r, Mos- son. Im ganzen überwiegt unter den jüngeren Künstlern der französische Einfluß, wie er jetzt besonders von Cäzaune und Denis ausgeht. Daneben tritt die bisher herrschende Vorliebe für die Pointillisten und van Gogh mehr zurück. Von ausländischen Künstlern sind Cezanue mit einem in den Gestalten nur angedeuteteü, aber in der Landschaft zu herrlichster Tonschöuheit gediehenen Werke und V u i l l a r d mit ausgezeichneten Werken vertreten. Israels hat zwei vorzügliche Gemälde da. Ein in Deutschland bisher völlig unbekannter Meister von außerordentlicher Feinheit und innerlicher Charakterisiernngs- kunst ist der 1906 gestorbene Schwede Ernst Josephson, mit dessen Kunst wir uns noch später eingehender beschäftigen müssen. Die P l a st i k wird durch sehr schöne Leistungen repräsentiert, die besonders im Porträt Vorzügliches geben; am stärksten wirkt Georg Kolbe. Heber diese Werke und die Leistungen der jüngeren Maler wird ebenfalls in einem späteren Aufsatz ausführliche!; zu sprechen sein. Dr. P. L. Der Harem der Suttons. Am härtesten betroffen durch den Sturz des Sultans Abdul Hamid, am meisten aus'ihrem bisherigen Leben heransge- schlendert, sind sicher die tscherkessischen, georgischen, griechischen und rumelischeit Mädchen, die Frauen, Töchter und Sklavinnen des Sultans, die alle, zusammen den Palast int nordöstlichen Winkel des Jildis bewohnten. Alan weiß nicht, was ans ihnen geworden ist, weiß nicht, was aus ihnen werden wird. Wohl hieß cs, daß der Harem des Sultans Abdul Hamid aufgelöst, seine Insassinnen fortgeschafft worden seien, wohin sie aber gebracht wurden, wie diese Frauen den tragischen Sturz ihres Gebieters und die Veränderung des eigenen Geschickes ausgenommen haben — das wissest wir noch nicht, werden es vielleicht überhaupt nie erfahren. Von 8 seiner Frauen soll nach den neuesten Depeschen der Sultan in seiner Verbannung begleitet fein. Vieles ist über den Harem geschrieben worden, wenig davon ist ivahr, und das Wenige gibt ein Bild in Umrissen, eine Skizze nur. Da ist vor allem die Frage nach der Anzahl der Harems- frauen, auf die schwerlich ein Westeuropäer die richtige Antwort geben kann. Allerdings, fragt man einen offiziösen Muselmann, wie viele Frauen der Sultan habe, so bekommt man die Antwort: „Sieben Kadyn hat der Sultan." Selbstverständlich — mehr 280 darf der Sultan nach Manch imb Gesetz nicht haben. Nicht mehr Gemahlinnen, von den Sklavinnen und Dienerinnen dieser Ge- maUinnen ist Nirgends die Rede, und kein Gesetz verbietet dem Sultan, hundert oder zweihundert ober dreihundert Frauen, die nicht Kadyns sind, zu lieben. Tatsächlich ist die Organisation des ganzen „Dar ul Sendet", so heißt der Harem des Sultans offiziell, folgende: Die Mutter und die Schwestern des Sultans suchen für ihn im Verein mit einem kleinen Heer von Beamten nach schönen TscherkessinneN und Georgierinnen, die sich noch im zartesten Kindesalter befinden müssen. Denn bevor sie dem Sultan vorgeführt werden, müssen sie in den Häusern vornehmer türkischer Familien erzogen und Unterrichtet werden. Eine freigeborene Turkin darf niemals dem Harem einverleibt werden, da ja jede Haremsfrau zur Sklavip wird. Die Glückliche, die dem Sultan den ersten Sohn gebiert, wird die offizielle Gemahlin des Sultans und genießt die höchsten Ehren. Sie ist aber keine Sultanin, da diesen Titel nur die Mütter, Schwestern und Töchter des Sultans haben. Außer den Küdynen bewohnen die „Gediklik" bett Harem, Frauen, die den Sultan persönlich bedienen. Alle übrigen weiblichen Wesen des Harems heißen Odalik, was im westlichen Europa fälschlich zu Ddaliske verwandelt wurde. Diese Odaliks spielen eilte sehr eigentümliche und pikante Rolle int Harem. Unberührt betreten sie den Palast und harren des freundlichen Winkes des Sultans, der aber oft Jahre verstreichen laßt, bevor er — winkt. Ist es aber so wseit, so wird aus der Odalik, die bis dalhin titil zutunliches Kätzchen, ein Spielzeug für die anderen Frauen, eine Puppe, die auf Wunsch, sang, sprang unb tanzte, war, eine Herrin, die ihre eigenen Sklavinnen und Eunuchen erhält. Sie darf sich aber dem Sultan nur nahen, wenn er es ausdrücklich verlangt. Und es soll vorgekommen sein, daß er an die eine oder die andere der Odaliks ganz und gar vergessen Hat. Eine Stufe höher als sie stehen die Chassekis, das sind die Fmuen, die einem Prinzen das Leben geschenkt haben. Jede von ihnen bekommt aus der Staatskasse 25 000 Piaster jährlich. Wenn man nun bedenkt, daß der Kaja-Ehatun, der Hasnadan- Kadyn und vor allem der Sultan Walide, der Machthaber des Harems, enorme Gehälter bekamen, so kann man ermessen, welch ungeheure Last dieser kaiserliche Harem für das türkische Volk war. Es scheint, daß sich der Harem unter Abdul Hamid bereits in auffallender Dekadenz befand. Dies ’itmr schon äußerlich zu bemerken. Die feenhaften Säle, die man sich nach dein Vorbild der Paläste aus Tausendundeiner Nacht vorzustellen pflegt, hatten in ihrer Pracht sehr gelitten, denn allerlei Moderner Bric-a-Brae war eingedrungen und verwischte den rein orientalischen Charakter. Im ganzen war das Serail ein schwüles Gefängnis, und von den blutigen Tragödien, die sich darin abgespielt haben, hat die Außenwelt keine Ahnung. Jugend, Schönheit unb Liebe haben hier niemals die türkischen Herrscher behindert, ihre Grausamkeiten zu betätigen. Auch Abdul Hamid hat manches junge, lebensvolle Weib und manchen Eunuchen in den Fluten des Bosporus versenken lassen. Ihn plagte ja immer das Mißtrauen wie ein Gespenst. Es wich auch, in den Mauern des Harems nicht von ihm. Man erzählt sich, daß er einmal eine Sklavin auf der Stelle niedergeschossen hat, nur hoeil .eine Bewegung von ihr ihm verdächtig brüsk vvrkam. Eine rührende Geschichte von zwei Odalisken wird berichtet, die mit leidenschaftlicher Liebe aneinanderhingen. Eine von ihnen zog sich den Verdacht des Hochverrats zu und war eines Tages spurlos aus dem Palast verschwunden. Ihre Genossin sah sie nicht mehr, aber sie wagte nicht einmal ihren Namen auszusprechen, um nach ihr zu fragen. Von Schmerz und Sehnsucht ergriffen, welkte sie dahin und starb kurze "Seit nachher. Die Erdrosselungen, die Ertränkungen im Bosporus, die Folterungen, die für unsere Zeit ganz unwahrscheinlich sind, kamen im Serail des Padischah öfter vor, als man denkt. Eines Tages hatte der Sultan aus Versehen einen seiner winzigen Revolver, von denen er sich niemals trennte, liegen gelassen. Ein Mädchen von zwölf Fahren, eine kleine Sklavin, nahm die Waffe in die Hand, vielleicht ohne zu wissen, was sie fei, vielleicht int Glauben, sie habe ein nenes Spielzeug gefunden. In diesem Augenblick kehrte Abdul Hamid zurück. Sofort schoß ihm der Verdacht eines Attentats durch das ^krankhafte Gehirn. Das Mädchen bemerkte das entsetzte Gesicht des Großherrn und brach in Tränen aus. Aber gerade dieser unschuldige Gefühlsausbruch schien dem Sultan ein Beweis des Verbrechens zu sein. Er ließ die kleine Sklavin verhaften und „verhören", was int Jildiz gewöhnlich mit Martern verbunden war. Man stach ihr glühende Nadeln unter die Finger- vägel. Als das Mädchen aber fortgesetzt nur schluchzte, gewann vmn beit Eindruck, daß es wirklich nichts zu bekennen habe. Und dtese kleine Märthrerin kam zwar als Krüppel, aber doch mit dem Leben davon. . !Wie viele Opfer jedoch stießen hier ihre letzten Schreie Und Dodesseufzer aus! Tod und Liebe wohnten in dem Serail immer schon nebeneinander. Vermischter. * Eskimvs Heimweh. Als im Fahre 1896 Kommandeur Perry von seiner großen Forschungsreise aus Grönland zurückkehrte, brachte er aus dem Gebiete des Humboldt-Gletschers einen Eskimojungen Mene mit nach Amerika. Vor einigen Tagen verschwand der Jüngling plötzlich aus Newhork. Man glaubte erst an einen Unglücksfall; doch ist jetzt, wie gemeldet wird, in Newhork ein Brief eingetroffen, in dem der Eskimo seine Llbsicht ankündet, zu seinem Volke znrückzukehren. Das Schreiben lautet: „Wenn dieser Brief Sie erreicht, werde ich ein gutes Stück unterwegs sein, da er erst nach drei Tagen zur Post gegeben wird.. Kümmern Sie sich nicht darum, wo ich bin: ich strebe einfach nach dem Norden. Ich habe Heimweh und bin enttäuscht, und als der Kommandeur Perry mir erklärte, er habe keinen Platz für mich auf seinem Schiffe, verlor ich die Hoffnung. Und als dann der Professor Bumpus vom Museum der Naturgeschichte sich weigerte, mir die Leiche meines Vaters ausznliesern, aus daß ich sie bestatten könnte, und sich auch weigerte, mir meinen Schlitten und mein Gewehr zu geben, da kam ich zu bet Ansicht, daß Euer christlicher Glaube nicht für einen armen Eskimvjnngen bestimmt ist. Schließlich sind meine eigenen Stammesgenossen menschlicher und zuvorkommender, und ich kehre heim. Eure Zivilisationi hat mir und meinem Volke nur Schaden gebracht. Lebt wohl!" * Im medizinischen Examen. Examinator: „Wie lange kann ein Mensch ohne Gehirn leben?" — Kandidat: „Entschuldigen Sie, Herr Professor, wie alt sind Sie?" Literatur. — Anton Springer, Handbuch der Kunstgeschichte. II. Das Mittelalter, 8. Aufl. Bearb. von Prof. Dr. I. Neu- wirth. V. Das 19. Jahrhundert. 5. Aufl. Bearb. von Dr. M. Osborn. Verlag von E. A. Seemann in Leipzig. Die lebendigste von allen Geschichtswissenschaften ist unstreitig die Kunstgeschichte. Die unablässige Forschung bringt fortwährend neues Material an das Tageslicht, und die Beurteilung deh zeitgenössischen Werke wird immer noch von mehrfach wechselnden Gesetzen bestimmt. Es ist daher das erste Erfordernis eines Lehrbuches der Kunstgeschichte, daß es auf der Höhe dieser Forschung wandelt und den veränderten Ergebnissen der Kunstkritik 'ständig Rechnung trägt. Dieser beiden Vorzüge darf sich das weitbekannte Handbuch der Kunstgeschichte von An ton Springer rühmen, dessen neue Auflagen den Ereignissen auf bem Kunstgebiete textlich immer auf dem Fuße folgen, während sie bildlich die Zeugnisse einer aufs höchste gesteigerten Abbildungskunst barbieten. So haben wir in den beiden neu erschienenen Bänden über das Mittelalter und das 19. Jahrhundert zwei Werke vor uns, die an Fülle unb Zuverlässigkeit des Inhaltes und an Reichhaltigkeit des Jllnstrationsmaterials schlechterdings nicht zu überbieten sein werden. Den Band über das Mittelalter hat der Wiener Kunsthistoriker Professor Dr. Josef Neuwirth wieder einer durchgreifenden Neubearbeitung unterzogen, die sich durch zweckentsprechende Angliederung der inzwischen gesicherten Forschungsergebnisse, sowie durch die immer vollkommener gestaltete Abrundung und Uebersichtlichkeit des Ganzen auszeichnet. Der Inhalt wurde um 100 Textseiten vermehrt, und die Anzahl der Abbildungen ist von 559 auf 708 gestiegen. Dieselbe Vervollkommnung hat aber auch die von Dr. Max Osborn vor zwei Jahren durchgeführte Neugestaltung des V. Bandes über das 19. Jahrhundert erfahren, die sich solch großer Zugkraft erfreuen durfte, daß sie innerhalb dieser kurzen Zeit nunmehr schon im dritten Neudruck vovliegt. Daß sich auch hier,bie Neubearbeitung nicht auf eine bloße Durchsicht beschränkt hat, beweist die Vermehrung des Buches um zwei Bogen, um 45 Abbildungen und drei neue Farbeudrucktafeln. Osborns Behandlung der Kunst des 19. Jahrhunderts ist überaus fesselnd und trotz der großen Fülle des zu berücksichtigenden Materiales überall klar und übersichtlich. Sein Werk ist somit ein vortrefflicher Führer durch die moderne Kunst. Tas Springersche Handbuch gehört in dieser Neuesten Gestalt erst recht zu den besten Hilfsmitteln der Belehrung Mer das große Kunstgebiet, von den ältesten, Zeiten bis auf 'die jüngste Gegenwart. Magisches Quadrat. In die Felder nebeiistehenden Quadrats sind die Buchstaben AAAAADGLLNNPR R U ü derart einzutragen, daß die wagrechten u. senkrecht.Rechen gieichlaukend iolgendes bedeuten t 1. Männlichen Vornamen. 2. Stadt in Spanien. 3. Seltenes Metall. 4. Ein Eigenschaftswort. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: Schach — China — Heine — Ameise — Unna — Main — Wahnsinn — Eisen — Ischia — Rachen; S cfi a u in wein. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.