Montag den 4. Oktober EB@ My — Nr. 155 sWD ' • ।'r’• *"•^5*'**"'*’* MM^W ^@16 Rheinlandstöchter. Roman von Clara Kiebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) „Liebe Nelda, sei doch nicht gleich so heftig und brauche keine so groben Ausdrücke. Wenn du nicht über all das jdümme Zeug nachdächtest, wärst du viel vergnügter — Man kann die Welt doch! nicht ändern. Ach, wo nun mein Carlo sein mag? ! Wie wird er an mich denken! Nicht Wahr, du meinst doch- auch, er ist der schönste, der beste Und der bedeutendste von allen? Glaub' mir nur,, wenn ich auch nicht so bin wie du, lieben kann ich doch schrecklich. Ich müßte sterben, wenn ich meinen Carlo nicht bekäme. Nein, das ertrug* ich nicht!" Agnes weinte, der Gedanke wär schon schrecklich, die Tränen liefen ihr über die rosigen Bäckchen, leicht und flüssig wie einem Kinde; sie weinte, ohne das Gesicht zu verziehen, es' sah or&'entli^^ hübsch aus. „Ach, Nelda, mir ist das Herz heut so schwer!" Sie streckte die Arme nach der Freundin aus und schmiegte den Kopf an deren Brust, Nelda strich ihr über das wellige braune Haar, aber sprach nicht. So blieben sie eine ganze Weile. Es wurde dämmerig, die kleinere Gestalt auf dem Stuhl wär schon int Dunkel verschwommen; auf Neldas erhabnem Gesicht lag noch ein fahler Schein, sie starrte vor sich! hin. Ihre Augen erhielten einen verträumten Glanz, ihre Hand strich Nur noch mechanisch über das weiche Haar der Freundin. Sie dachte der großen Liebe nach-. Und wieder glitt durch das Dunkel die Gestalt ihres Tänzers vom letzten Ball. Sie bemitleidete ihn grenzenlos und- — ob sie wohl mal Mit Agnes von ihm sprechen sollte?!-- „Wo seid ihr? Nelda! Fräulein Agnes!" Die beiden Mädchen schreckten zusammen. . „Ja, Mama!" Nelda eilte zur Tür. „Wir sind hrer, sollen wir kommen?" „Der Wagen für Fräulein Agnes ist da!" zeterte die Rätin von unten. „Was, ihr seid noch im Dunkeln? Ent- schuldigen Sie nur, Fräulein Agnes, fallen Sie nicht aus der Treppe! Nelda, daß du nicht mal dran denkst, eine Lampe zu holen! Hier sind Ihre Sachen, liebes Fräulein Agnes, das Jäckchen und der Hut. Nein, wie reizend Ihnen der Rembrandt steht! Schade, daß Sie Ihr Herr Bräutigam jetzt nicht sieht!" Die kleine Braut seufzte und ließ- den Kopf hängen. „Ach ja, Sie goldenes Herz!" Frau Rätin umarmte die junge Dame liebevoll. „Sie haben so viel Gefühl, so die rechte Weiblichkeit. Möchte Nelda doch die von Ihnen lernen!" Nelda gab der Freundin das Geleit vor dre Haustur. Mit ihren kräftigen Armen hob sie die leichte Gestalt fast in den Wagen, dann schwang sie sich selbst auf's Trittbrett und drückte ihr, von einem plötzlichen Mutwillen ersaht, einen brennenden Kuß auf den Mund. „Bild' dir ein, dein Bräutigam war's," flüsterte sie lachend. ,/D wie du küssen kannst -1 mein Gott, Nelda!" „Ja, das liegt nun mal so drin. Adieu, Agnes!" Sie sprang zurück/ die Equipage rollte davon und verschwand bald in der Dämmerung.. * Nelda stand noch vor der Haustür; es war ihr nicht kalt, im Gegenteil, der Wind wehte lau vom Rhein her und spielte mit dem Haar an ihren Schläfen. Schattenhaft hoben sich die Berge vom Abendhimmel; noch waren die Büsche an ihrem Fuß ganz kahl, an den Chausseebänmen keine treibenden Blattknospen, und doch war schon Frühling in der Luft. Die Dämmerung hatte ein weicheres Grau, der Rhein rauschte, von geschmolzenem Eis und Schnee geschwellt. , Nelda hatte die Hände in ihre Schürze gewickelt und trat von einem Fuß auf den anderen. Sie mochte. noch nicht hineingehen, es hielt sie etwas hier draußen sesi -nie mit Klammern, eine unwiderstehliche Lust. Es kam ja auch kein Mensch vorbei, die Chaussee so still. Da — Schritte! Aus dem Grau löste sich eine Gestalt und kam näher, jetzt schimmerten goldene Uniformknöpfe. Nelda stutzte — wer war das? Eine jähe Hitze schlug ihr in's Gesicht. Der achtlos vorüber Schreitende blieb plötzlich stehen, ein leises: „Guten Wend-, Herr von Rainer," hatte sein Ohr getroffen. „Ah — mein gnädiges Fräulein!" Er faßte die ausgestreckte Hand des Mädchens und verbeugte sich: „Wie befinden Sie sich, gnädiges Fräulein? Ich habe zwar nicht gefehlt, mich bei Aylanders zu erkundigen, wie Ihnen der Ball bekommen ist — seitdem sind aber sechs Wochen vergangen. Ich hatte nicht den Borzug, Sie wieder zu sehen!" Also er hatte sich nach ihr erkundigt! „O, es geht mir gut. Und Ihnen?" Sie sah ihn forschend an, dabei lag eine so offne Freude auf ihrem Gesicht, daß er unwillkürlich lächeln musste. „Ich bin dem Geschick sehr dankbar, das mich jetzt hier über die Chaussee führte! Ich bin zu Xylanders geladen, soll den heutigen Abend dort verbringen. Gehen gnädiges Fräulein nicht auch- manchmal hin? Ich denke, Sie snid mit Frau Elisabeth befreundet?" Nelda gab keine Antwort auf die Frage, sie sagte tote aus einem Traum heraus: „Nein, tote ich mich freue, Sie zu sehen!" Er schwieg verdutzt, ihre Freimütigkeit war erstaunlich — aber mit einer alltäglichen Höflichkeitsphrase darauf antworten? Nein! So schwieg er. Sie gingen langsam wenige Schritte .auf und nieder. Er sah sie verstohlen von der Seite an; sie hatte doch etwas ungemein Frisches und Nettes, etwas so wohltuend Ungekünsteltes! Mit unwillkürlichem Bedauern glitt es ihm über die Lippen: t „Schade, daß Sie heute abend nicht bei Lylanders sind! Schade!" „O," — sie lachte fröhlich — „wenn ich will, kann ich herüber kommen! Bei Lylanders kann ich auch ungeladen erscheinen, sie haben mich oft genug dazu aufgefordert; ich tu' es nur selten, das ist's. Aber wenn's Ihnen angenehm ist — natürlich komme ich! Ich will es nur meiner Mutter sagen." Ein augenblickliches Bedenken ließ sie inne halten. „Ah was, sie muß es erlauben!" „Also auf Wiedersehn?" Er hielt ihr die §ottb hin, sie schlug ein. „Auf Wiedersehn!" Mit einem Nicken sprang sie in's Haus. * Während Ferdinand von Rainer mit einem gewissen angenehmen Gefühl der Erwartung die Schelle an Hauptmann Lylanders Tür zog, platzte Nelda in die Küche, wo Frau Rätin auf dein weißgescheuerten Tisch nnter'm Fenster Wäsche legte. „Mama, ich geh' heut abend zu Lylanders. Ja, laß misch! gehen?!" „Was füllt dir ein? Jetzt auf einmal zu Xylanders?! Nein, du mußt nachher mit mir die großen Stücke recken, die Laura hat keine Zeit; du weißt, morgen fängt der Hausputz oit, sie will sich vorher alles beiseite räumen!" „Aber ich — ach Mama, laß mich doch gehn! Ich bitte dich, liebe gute Mama, laß mich doch gehn!" Frau Dallmer war ganz erstannt. Ihre Nelda so bitten — ?! „Na meintewegen," sagte sie schwach. „Wenn ich nur wüßte, wie du auf einmal "die Idee ntit Xylanders kriegst! War einer direkt hier und hat dich aufgefordert? Das wäre was andres!" Es schwebte Nelda auf der Zunge, „Ja" zu sagen, aber sie schämte sich der Lüge. Eine ganze Lüge wär's zwar nicht gewesen, aber — so schüttelte sie den Kopf. „Es war keiner direkt hier, aber ich möchte doch gern — bitte, laß mich !" „Ach Gott, was soll ich machen?! — So--so greulich verzogen!" Die kleine Frau hatte eben ein großes Tischtuch vor und zerrte dran aus Leibeskräften. „Dem Papa wird's auch nicht angenehm sein, du solltest Ujirt heut abend vorlesen. Jet meinetwegen lauf' nur! Aber — Nelda, Nelda!" Die Tochter war schon z-ur Küche hinaus. „Binde deinen großen Spitzenkragen um, es könnte noch jemand da sein. Hörst du?!" Nelda stand vor dem schmalen Spiegel in ihrer Stube und legte den Spitzenkragen über ihr einfaches Kleid. Er stand ihr gut. Der Spiegel zeigte ihr gerötete Wangen und belebte. Augen; aus den Spitzen des Kragens hob sich der Hals schlank und weiß. Nelda starrte sich an — war sie das? Stand hier voc'm Spiegel und putzte sich, einem Manu zu gefallen?! Was taten die andern Mädchen denn Schliinmeres? „Nein!" Sie riß den Kragen vom Hals und schlenderte ihn in den Kommodenschnb, dann löschte sie hastig das Licht und rannte im Dunkeln die Treppe hinunter. Zu ihrem Mater guckte sie einen Augenblick herein, es brannte noch keine Lampe in der Stube." Der Rat war angegriffen und ruhte, dazu brauchte er kein Licht. „Sünde, das teure Petroleum so zu verkokeln," pflegte Frau Rätin zu sagen. „Papa, bist du böse, wenn ich zu Lylanders gehe?" „O bewahre, amüsiere dich, mein Kind!" Sie lief auf ihn zu und drückte ihre frischen Lippen auf seine heiße Stirn. „Mein guter Papa — du bist sehr warm — adieu> adieu!" Sie war so flüchtig, in Gedanken schon halb fort. * „Ah, Nelda! Welche Ueberraschung!" Fran Hauptmann lkylander öffnete selbst, eine Schüssel Heringssalat in der Hand, sie wollte eben damit ttt die Eß- stube gehn. „Ah!" Frau Elisabeth war aufrichtig erfreut, nur schoß ihr gleich ihnrch den Kopf: „Da reichen die Eier nicht, ich muß noch zwei kochen lasset:; Nelda hat guten Appetit." „Mer nun legen Sie ab! Das ist wirklich lieb von Ihnen! Wie oft habe ich schon umsonst gebeten! Nein, ich bin ganz erstaunt! So — herein mit Ihnen! Paul, Herr von Ramer, wen bringe ich da?" Die lebhafte Fräst drehte das Mädchen um und um. „Nun, sage, Paul, bist du nicht ganz verwundert?" Nelda war eigentümlich berührt — dieses Erstaunen?! Hatte Rainer sie nicht angemeldet? Nein! Hauptmann Lylander war ebenso überrascht wie seine Frau, nur betonte er's nicht so; er zeigte bloß seine Freude. „Wie hübsch, Fräulein Nelda, daß Sie uns das Vergnügen machen!" Er hielt ihre Hand etwas länger, als gewöhnlicher Brauch, und sah das Mädchen wohlgefällig an. „ Sie kommen so selten, verzeihen Sie daher unsere Ueberraschung!" Nelda lachte, aber ihr Lachen hatte etwas Gezwungenes — warum hatte Leutnant Rainer nichts von ihr gesagt? War ihm das unangenehm gewesen? Sie tnaß ihn mit einem eindringlichen Blick. Er machte eine tadellose Verbeugung. „Sehr erfreut, mein gnädiges. Fräulein! Habe lange nicht den Vorzug gehabt!" „Lange--?!" Es sprudelte in Nelda heftig auf, fast wider Willen fuhr es ihr heraus: „Es ist doch höchstens eine halbe Stunde her! Sie wußten ja, daß ich kommen würde, Herr von Ramer, warum haben Sie Lylanders nichts davon gesagt?!" Eine augenblickliche Stille folgte den Worten; das Ehepaar sah sich ganz, verwirrt an. Keiner antwortete. Eine verlegene Pause. Ueber des Mädchens Gesicht flog Röte tun Röte; sie zürnte Ramer, zürnte sich selbst — wie laut und häßlich waren eben die Worte im Zimmer verklungen! Wäre sie doch lieber nicht gekommen! Das eigene Benehmen schiest ihr plötzlich unpassend, verletzend; sie war dem fremden Menschen nachgelaufen, und er fand's nicht einmal der Mühe wert, ihrer zu erwähnen? Blitzschnell flog ihr Blick zu ihm hinüber, da stand er und kaute an seinem Schnurrbart; man sah ihm das Mißbehagen an, er war ganz blaß!. Nun begegneten sich ihre Augen. „Ich bitte um Entschuldigung," murmelte sie plötzlich und streckte ihre Hand nach ihm aus. Ihre Wirte fest ansehend, fuhr sie mit Hast fort: „Bor einer halben Stunde traf ich Herrn von Rainer vor unserer Tür, wir sprachen miteinander, er ging hierher; ücks hekam auch Lust, ich sagte, ich würde kommen, ich wollte gern. Es war sehr taktvoll von ihm, nichts zu erwähnen; ich habe mich taktlos benommen, ich bitte, verzeihen Sie!" Sie senkte'den Kopf. „Mein Gott, das ist ja urkomisch!" Frau Elisabeth lachte' und lachte in einem fort; sie wußte nicht recht, was sie. sagen sollte. (Fortsetzung folgt.) Zur Geschichte der Universität. Als im Jahre 1623 dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt die ganze „Marburger Erbschaft" von Kaiser Ferdinand II. zu- gesprochen worden war, ließ der Landgraf bekanntlich die Nni- versität Gießen aufheben. Um das Marburger Erbe entspann' sich in der an sich schon traurigen Zeit des 30 jährigen Krieges zwischen den beiden verwandten Staaten Hessen-Kassel und Hessen- Darmstadt ein Bruderkrieg, der erst mit dem westfälischen Frieden durch Vergleich geschlichtet wurde. Marburg fiel an Hessen-Kassel', Gießen an Hessen-Darmstadt. Landgraf Georg II. ließ nun int Jahre 1660 die Universität Gießen wieder eröffnen, und u. ä. wurde auch der Rat der Stadt Grünberg anfgefordert, einest Vertreter zu dem „rcstaurations akt" zu entsenden. 'SaS1 mit der Unterschrift des Landgrafen Georg versehene Einladungs^ ^reiben^ befindet sich 'im Archiv zu .Grünberg und hat folgenden! Abschrift. (Adresse:) „Denen Ersamen, Unfern liebest getreuen, Burger- nteister Und Rath der Statt Grünbergk." Von Gottes gnaden Georg, Landgraf zu Hessen, Graf zu Catzenelnbogen'/. Ecsame liebe getreue. Nachdem wir entschlossen seind. Unsere eiste Zeitlang suspendirt gewesene Universität zu Giessen, Gott zst ehren, sodast Unsernt Fürsteutnmb, Landen und Leuthen, Uno sonderlich der ststdirestdcn Jugend zum Besten, zwehtrünstigest — 619 - Tontag den 5. bevorstehenden Mohnäts Mah restauriren Und wider aufrichten Anlassen, befehlen wir Euch hirmit gnädig, daß iemands Eurer mittels Sambstags gegen Abend Zuvor, zeitlich daselbst Bit Giessen einkommen. Und berührten restaurations actni znit beywvhneN soll. Verlassens Uns;, Und scind Euch mit gnaden gewogen. Darmstadt, d. 24. Aprili e anno 1650 ://: (gez.) Geor g. Eine andere Urkunde aus dem Jahre 1653 gibt Ausschluß darüber, aus welchem Grunde die Stadt Grünberg gewürdigt wurde, zur Wiedererösfnungsfeier einen Vertreter entsenden zu dürfen. Tie Stadt leistete nämlich einen jährlichen Zuschuß zu den Unterhaltungskosten der Universität, und zwar hatte der Rat die sogenannten Biergelder dazu verwilligt. (Bon jedem! Gebräu Bier, das im städtischen Brauhause bereitet wurde, erhielt die Stadt eine vom Rat festgesetzte Abgabe.) Ta Grünberg mit noch anderen Städten in der Entrichtung des Beitrags an die Universität säumig war, forderte der Landgraf den damaligen Rentmeister auf, er möge den Rat veranlassen, die „Biergeldcr" noch auf wenigstens 3 Zähre zu verwilligen. Tas Schreiben, das wir in Abschrift folgen lassen, dürfte für weitere Kreise von Interesse sein. Es lautet: Bott gottes gnaden, Georg Landgraf Zu Hessen, Graf zu Catzenelnbogen. Lieber getreuer. Du erinnerst Dich, was wir wegen Ver- willigung der Biergelder noch Hf etwas dreh Jahr zu Behuf Unßerer Universität zu Gießen an dich rescribiret haben. Nun ist Unß Unterthünig reseriret worden, daß teils Unßerer Stätte sich llf solche 3 Jähr willfährig er Kläret, teils aber mit der Bewilligung anstehen sollen, worunter das auch Unßere Statt Grunberg begriffen'. Dieweil Unß nun Rector Tecani Und Profeßores besagter Unserer Universität abermahls Zu er Kennen gegeben, wen der Universität nicht geholfen würde, daß das Universität wesen ganh Zerfallen müsse, Und es also Umb solch 'tzerlich Kleinod des Landes geschehen sein werde, gestalt diehes eine solche Sache ich, die nicht nur Unß, sondern Unserem gaNtzen Lande Und heßen Einwohnern, Kirchen Und Schulen, Und sonderlich den Bürgern Und Einwohnern in Unseren Stätten Zu gutem Kombi, welche den großen nutzen daher selbst Unschwer Zu ermessen haben, daß Sie so Lang Besagte Unßere Universität Ufrecht stehe, ihre Kind in der nähe Zum studiren Und zur Schul füglich Und mit geringen Coslen halten können, wir Uns; auch wegen er Haltung her Kirchen Und dieser Unßerer Hohen Schul aus Unßeren eigenen1 Fürst!. Sichel- Und Cammergefällen schon dergestalt angegriffen haben, daß wir dardurch teils Unßerer Aembter gar nicht genießen Können. , , So Befehlen wir Dir Hiermit nochmahls m gnedugl. ernst, daß du Bürgermeister Und Rath Unßerer dir anvertrauten Statt solches beweglich zu gemüth führen, ihnen ernstlich Zn- sprechtztt Und' Sie zu Berwilligunz besagter Biergelder Uf 3 Jähr Vermögen, denenselbigen anch darbey andeuten sollest, was massen Wir erbietig sehen, ihnen noch ehe das auf die Eontinuation der Biergelder würcklicher anlag geschehe, linder Unßerer eigenen Fürstlichen subscription Und Siegelt einen schriftlichen.Schein Zurück Zu geben, dä.ß Kdachte Berwilligung denenfelben nach Ber- fließuNg der dreh Jähr, Zu Keiner consequentz gereichen falte, dannen Hero wir Uns Zu ihrer Umb so Viel desto mehr gehorsamen Willfahrung Versehen, Verlassens Uns, Und feind dir mit gnaden gewogen. Datum Tarmstatt den 28. Februar 1653. (Unterschrift.) Ahn Renthmcister Zu Grunberg Georg Lapin. Unsere Uervenkräfte. Wer mehr von seinen Nervenkräftcn ausgibt, als er ein« nimmt, der ist auf dem Weg angelangt, der zur Erntattung führt. Unser Nervensystem besteht aus dem Gehirn und aus dem Rücken- marck und die Nerven sind die Ausläufer. Den besten Begriff von Nervenkräften wird man bekommen, wenn man sie sich als Spannkräfte vorstellt. Wenn ein Mensch gut geschlafen hat, dann ist auch in seinem Nervensystem eine andere Spannung vorhanden, als zur Zeit, da er sich ermüdet zur Ruhe begebt. Die Tatsache, daß durch die Arbeit eine Spannkraft verloren wird, und daß die Spannkraft durch den Schlaf wiedergewonnen werden kann, ist von weittragender Bedeutung. So lange wir uns eines guten Schlafes erfreuen, können wir zufrieden fein. Leider aber betrachten viele Menschen, namentlich die Jugend, den Schlaf als ein notwendiges liebel, doch in der Tatsache, daß der Schlaf immer und immer kommt, und daß er imstande ist, die größte Willenskraft zu brechen, auch darin liegt eine große Bedeutung. Der Schlaf ist aber nicht das einzige Mittel, die Nervenkräfte zu erhöhen, es gibt noch ein Zwischcnstadium zwischen Arbeit und Schlaf, das ist die Erholung. Doch mancher, der im Jahre seine 14 Tage oder 4 Wochen Urlaub erhält, findet nicht die erwartete Erholung. Und warum nicht? Weil der Hebergang von Tätigkeit zur Ruhe ein zu rascher war. Wie die Sachen gehen, ist klar. Da muß erst dies und das noch erledigt werden, dann fährt man ab und gibt sich nun der Ruhe hin. Nur zu rasch kommt der letzte Urlaubstag heran; man tritt wieder ein nnd ein Berg von Arbeiten erwartet uns. Es heißt: „Sechs Tage sollst du arbeiten und am siebenten Tage ruhen." Damit ist die Sonntagsruhe gemeint, und die kleinen Schulden, die die Woche mit sich bringt, lassen sich auch viel eher am Ende derselben ausgleichen, als wenn wir ein ganzes Jähr warten. Es gibt noch eine Quelle, unsere Rervenkräfte zu vermehren. „Das ist die Hebung." Die Hebung ist eine wunderbare Einrichtung unseres Organismus, mit jeder Wiederholung wird eine Arbeit leichter und schließlich gewinnen wir eine Leistungsfähigkeit, welche wir gar nicht geahnt haben. Durch die Arbeit werden nicht nur die Muskeln kräftiger, sonderu auch die Bewegnngs- nerven und die höheren Nerven. Die Hebung ist die eigentliche Grundlage für die Erziehnngs- fähigkeit des Menschen, gerade bei der Erziehung unserer Jugend ist diese Fähigkeit vor allem zu beobachten. Die Hebung erstreckt sich weniger ans das Wissen, als auf gewisse Fertigkeiten. Wir können unser Gedächtnis Üben und uns Wissen aneignen. Das ist aber etwas ganz anderes, als wenn man meint, die Erziehung und Bildung bestehe darin, ein junges Gehirn mit einer Menge von Wissen in mechanischer Weise anzufüllen. Wie kommt es nun, daß in unserer Zeit so viele Nerven- übel existieren? Unsere Vorfahren haben auch ganze Nächte durch- wacht und sich ebenfalls oft sehr angestrengt, aber man hat von diesem Heer von Nervenübeln nicht gehört. Sind die Menschen leichtsinniger geworden? Nein, durchaus nicht! Biele kommen ohne ihr Verschulden durch die Verhältnisse zur Erschöpfung ihres Nervensystems. Schuld daran ist unsere Zeit, das ist die ungeheure Steigerung der Population, das Zusammenleben von so und so vielen Tausenden von Menschen in den Großstädten- die enormen Verkehrsverhältnisse, welche unbedingt notivendig sind, um diesen Menschenmässeu das Leben zu gestatten. Das ganze moderne Leben ist mit iNerveuausgaben verbunden, die Beziehungen zu anderen Menschen haben sich in den letzten Jahren mindestens verzehnfacht, jeder einzelne ist bedeutend mehr in Anspruch genommen, als früher. In diesen Verhältnissen liegt der Grund unserer heutigen Nervenübel. Da; Panoptikum. Tie Panoptiken oder Wachsfigurenkabinette, deren Anziehungskraft auf das große Publikum trotz der Zunahnte der neuen Kinernatographen-Theater noch immer recht erheblich ist, haben ihre Geschichte. An ihrer Entwicklung ist auch die Mechanik beteiligt: sie lieferte raffiniert ersonnene Automaten, denen die Wachsbossiererei, eilte uralte Sauft, das täuschend ähnliche „Fleisch" verlieh. Automaten sind bereits im Altertum so vollkommen gefertigt worden, daß Aristoteles ahnungsvoll die Zeit nahen sah, da die Räuchergefäße in den Zimmern und Tempeln von selbst einherrollen würden. Archytas, ein aiisgezeichneley Mathematiker aus der Schule des Pythagoras, fertigte eine kleine Taube, die, wie Plinius seu. erzählt, eine Weile fliegen konnte. Und Heron der Aeltere von Alexandria, der um 120 v. Ehr. gelebt hat, leistete sich die pneumatisch-hydrostatische Spielerei, einen künstlichen Vogel pfeifen zu lassen, so lange sich eine in dessen Nähe sitzende Eule wegwandte, und ihn verstummen zu lasfen, wenn diese sich umwaudte und ihn ansah. Mittelälter und Renaissance haben, je weiter die Kunst der Mechanik und llhr- macherei vorschritt, immer staunenswertere Automaten geliefert. Einer der genialsten Meister auf diesem Gebiete war der Italiener JNanelo TnrriaNo, Uhrmacher und Mechaniker Kaiser Karls V.. und nach des Kaisers Tode Ingenieur in Diensten Philipps II. von Spanien. Sein Ruhm ist begründet durch das sinnreich mit schwingenden Röhren konstruierte Hebewerk, mittels dessen er das Wasser des Tajo nach dem Alcazar von Toledo hob. Er soll eine Frau in einem Drittel natürlicher Größe gemacht haben, die, das Tambourin schlagend, auf einem Tische tanzte und nach der Ausgangsstelle ihres Tanzes zurückkehrte. Auch soll er in kleinen Figürchen Soldaten, die kämpften, Pferde, die sich bäumten, Musiker, die Trompeten bliesen, und Vögel, die flogen, gefertigt haben. Später, im 17. Jahrhundert, leistete Erstaunliches der Augsburger Wachsbvssierer Daniel Neuberger, ein Günstling Kaiser Ferdinands III. Sandrart erzählt von ihm, daß er angetleideten und beweglichen Wachsfiguren die höchste Lebenswahrheit gegeben habe. Besonders gelungen sei eine lebensgroße Figur des Kaisers gewesen, die sich vermöge xines in ihrem Innern angebrachten Uhrwerkes niedersetzen, wiedcr- aufstehen, das Haupt wenden und die Augen bewegen konnte. Der ungarische Kanzler und" Bischos von Neutra habe sich beim Betreten der Schatzkammer in der Burg zu Wien von dieser Figur derart täuschen lassen, daß er, in der Annahme, den Kaiser in Person vor sich zu sehen, erschreckt auf die Knie gefallen und lvegen des unverhofften Eintretens um Verzeihung gebeten habe. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts sah der Frankfurter Hfsenbach in Holland eine Nürnberger Puppe, die toreie'n, und einen' Automaten, der wie ein Mensch atmen u. eine Pfeife Tabak rauchen konnte. Der Kniff bei der Figur war einfach: die Brust barg einen Blasebalg mit einem Uhrwerk. Eben derselbe Repende sah m London bei einem reichen Sonderling zahlreiche lebensgroße, schon >- 620 — ko firmierte Wachsfiguren, Ne hervorrag'ende PersEn aus btifl Dramen Shakespeares barstellten. Später tauchten die Vaiican- foufdjm Automaten auf, an ihrer Spitze der Flötenspieler, sind die Hafer fressende und verdauende Ente, die Goethe 1805 bei dem wunderlichen Professor Beireis in! Helmstädt besichtigte. 25 Jahre früher — man schrieb 1780 — war in Paris bereits! das Tnssaudsche Wachsfigurenkabinett eröffnet Wörden. In großem Maßstabe angelegt, kann es mit Fug und Recht als das erst« Panoptikum bezeichnet werben. Seinen Inhalt bildeten in großer Menge Gestalten erotischen Charakters und BerühmheiteU der Geschichte, Bühne und Verbrecherwelt. Das höchste Ent- zücken der Pariser riesen eine Anzahl zwitschernder Kolibris!, eine atmende Venus unb ein jonglierender Chinese hervor. Sogar König Ludwig XVI. und Marie Antoinette besuchten das Tusfaudsche Kabinett. Fm Jahre 1802 verlegte Madame Tussaud ihr Institut nach London, wo es qn der Maryelebone-roab noch heute existiert unb sich ebenso wie seine erheblich jüngeren Kollegen, Canstans Panoptikum und Passages-Panoptikum in Berlin, großen Zulaufs erfreut. G. B. Vermischtes. * Der Nordpol und die Seherin. Wenn nicht alles trügt, ist Graf Zeppelin gänzlich frei von Aberglauben; er wird daher um so erstaunter fein, wenn er hört, daß seine geplante Nordpolfahrt per Luitschiff bereits im Jahre 1905 — angekündigt worden ist. Damals hat die speziell in Berlin ehemals sehr geschätzte „Seherin" Ferrism, die durch ihre Visionen über das Erdbeben auf Martinique, die Freilassung des Kapitäns Dreisus lt. a. viel von sich reden machte, ein Buch veröffentlicht unter dem Titel: Mein geistiges Schauen. Tarin sagt die „Seherin" über die Erreichung des Nordpols: „In dem dritten Gesicht, welches sehr deutlich war, sah ich zwei Luftschiffe, von denen! das eine lenkbar machende „Adlerflügel" unb eine innen mit Aluminium ausgeschlagene Gondel besitzen wirb, mit bestem Erfolg dem Pol zufliegen." Aber die Seherin laßt es dabei nicht bewenden; sie sieht auch die plötzliche Gründung einer deutschen Kolonie int höchsten Norden, nahe dem Pol, voraus, durch deren Besitz Deutschland der mächtigste Staat sein wird, „das Ganze wird ein politischer Schachzug sein," sagt sie. Gras Zeppelin w>rd nun wissen, wie er es zu machen hat, vorausgesetzt, daß die neueste Meldung vort der Erreichung des Nordpols durch Cook sich nicht bewahrheitet. Sollte diese indessen Tatsache sein, so scheint die Seherin iit ihrer Clairvohance nicht allzu klar gesehen zu haben. * Die Nationalhymne der Afghanen. Eine amüsante Kitchener-Anekdote wird in M. A. P. erzählt:. Lord Kitchener gehört- zü- den wenigen Sterblichen, die silch rühmen können, eine Nationalhymne geschaffen zu haben. Bei dem Besuche des Emirs von Afghanistan in Indien nämlich war von dem Generalstab in Simla der Befehl ausgegangen, daß her Emir bei allen festlichen Gelegenheiten von den Militärkapellen mit der Nationalhymne von Afghanistan begrüßt und geehrt werden sollte. Aber als man nach der Nationalhymne der Afghanen forschte, da geriet man in die größte Verlegenheit, denn niemand kannte etwas derartiges oder hatte je davon gehört. Zn dieser schwierigen Lage wandte man fidj an Lord Kitchener und der wußte rasch Rat. „Wozu erst soviel Geschichten machen?" sagte ler summarisch, „spielt einen Takt öder zwei von irgend etwas, das langsam und pomphaft klingt, unb damit ist's gut!" Da man aber meinte, daß „ein Takt oder zwei" für den Emir doch zu wenig sei, so spielte die erste Kapelle, die ihn begrüßte, einen Marsch aus einer deutschen Oper sehr langsam unb feierlich unb das ahmten bann alle Militärkapellen in Indien nach. Das Amüsanteste an bei:. Sache war, baß einige der indischen Zeitungen in begeisterten Artikeln das Lob von der „zauberhaft schönen Nationalhymne der Afghanen" sangen. * Der Pharos von Alexandria. Der alte Leuchtturm des antiken Alexandria, der zu den sieben Weltwundern, gezählt würde, ist seit altersher für den Bau von Leuchttürmen vorbildlich 'geworden: sein Name ist sogar zum Gattungsnamen für Leuchttürme überhaupt geworden. Aus dem lateinischen Pharus ist das portugiesische Pharo, das französische phare, das italienische Und spanische faro geworden. Nach zahlreichen Umbauten wurde der in der antiken Welt hochberühmte Pharos im Jahre 1317 zerstört. Der Name lebte weiter, aber seine Reste gerieten in Vergessenheit, und jahrhundertelang kannte man nicht einmal mehr den Standort des alten Leuchtturmes. Professor Thiersch Vermutet ihn in der Nähe des heutigen Forts Kaftbay und hat, wie er in der „Internationalen Wochenschrift" ausführt, die Absicht, das noch vorhandene Fundament zu durchforschen; zugleich gibt er eine interessante Rekonstruktion des alten Bauest Er erhob sich äüf der östlichen Spitze der kleinen Insel Pharos. Im Jahre 283 v. Chr. wurde er im Auftrag des Königs Ptolornäus' Philadelphns vollendet. Drei Stockwerke bildeten den Feuerturm. Das erste, im Grundriß ein Quadrat, war 60 Meter hoch, hatte auf der Südseite eine Eingangstür und war von kleinen Luken durchbrochen, die zur Beleuchtung der im Innern befindlichen Vorratskammern dienten. Dieses Hauptstockwerk wurde von einer Plattform abgeschlossen, die geschmückt war mit riesigen bronzenen, Muschelhörner blasenden Seekentauren. Es folgte ein 30 Meter hohes, rechteckiges Geschoß, das mieberüirt durch eine Plattform! abgeschlossen war. Das dritte Stockwerk war zylinderförmig Und Barg in seinem Kops das Leuchtfeuer. Darüber stand noch eine bronzene Riefenstatne, wahrscheinlich die des Poseidon. In seinen Tiefen enthielt der Pharos ein Trinkwasserreservoir. Ein list- artiger Auszug am Außenbau ermöglichte das Emporschasfen der notwendigen Materialien. Die Gesamthöhe des Pharos betrug nach 'Thiersch 120 Meter, eine auch für einen modernen Leucht- turirt respektable Höhe. * Das Bvrrücken des Ziesels. Volt der interessanten Tierwelt, die Deutschland in seiner Steppenzeit beherbergte, haben sich nur ganz wenige Arten bei uns gehalten, als das Klima sich änderte und die Steppe dein Walde Platze machen mußte. In jener Zeit lebten Springmäuse, mehrere Ziesel- unb Hamsterarten, das Steppenmurmeltier ober Bobak, bie rüsselartige Saiga- antilope, Wildpf erbe unb Wildesel bei uns. Sie alle wichen zurück, als ber Wald immer mehr Land bedeckte, bis' auf oeitz Hamster, der sich in Ost- und Mitteldeutschland hielt, und den Ziesel. Nach 'Albertus Magnus kam er früher noch bei Regensburg vor, ist aber dort schon lange verschwunden. Bei Wien, im südöstlichen Böhmen und in Schlesien behauptete er sich noch Und rückt seit einiger .Zeit, begünstigt durch 'bie Zunahme der Getreidesteppe, mehr nach bem Westen vor. So hat er bie nieb- rigen Sättel des östlichen Erzgebirges überschritten unb sich int Königreiche Sachsen zwischen Lauenstein unb Hellendors an- gesiebelt. Dieses zierliche, saubsarbige Zwerg Murmeltier lebt in Erdlöchern auf besseren Stoben, nährt sich von Wurzeln, Kräutern unb Insekten und kann, wo es massenhaft vorkommt, burch feilt Wühlen unter Umständen lästig werden. Für Deutschland ist das kaum zu befürchten, da das feuchte Klima seiner Vermehrung nicht günstig ist. * Trauergebräuche i m A1 ter tum. Schwarz ist seit einigen Jahrhunderten die Farbe, die zum Zeichen ber Trauer getragen wird; dies war aber nicht immer der Fall, sondern es waren und sind zum teil auch noch andere Farben zu biefent Zweck in Gebrauch. So kleideten sich die Aegypter beim Verlust eines Angehörigen in Gelb, die Acthiopier in Grau. In Rom unb in Sparta trügen bie Männer schwarze, bie Frauen bagegen weiße Farben. Bei beit Chinesen unb Siamesen ist noch jetzt Weiß, bei den Türken Türkisblau unb Violett bie herkömmliche Trauer- färbe. In allen diesen Füllen handelt es sich um Symbole. So soll das Gelb ber Aegypter an bie Zersetzung des menschlichen Körpers erinnern und das Grau ber Aetiopier den Staub versinnbildlichen, aus bem ber Mensch kommt und zu dem er wird. Violett dagegen bedeutet die Hoffnung auf bie Ewigkeit, Weiß ist die Farbe ber Unsterblichkeit. Außer den Farben aber gab und gibt es, abgesehen von ben Zeremonien, bei allen Völkern noch andere Abzeichen der Trauer, von betten das Giornale d'Antro- pologia in seiner letzten Nummer eine Zusammenstellung bringt. Orest schnitt sich am Grabe seines Vaters die Haare ab: dies ist ein uralter orientalischer Gebrauch, der noch heutzutage geübt wird. Die Römer dagegen ließen Kops- unb Barthaare wachsen. Die altert Juden zerrauften sich, wie die Bibel berichtet, Haar Und Bart, zerkratzten sich das Gesicht und bestreuten sich 'mit Äsche, eine Sitte, die in Polen noch heutzutage gattg unb gäbe ist. Die Zeit ber Trauer war bei den Römern auf 10 Monate festgesetzt; während dieser Zeit durste der zurückgebliebene Gatte nicht wieder heiraten. Für Kinder unter drei Jahren existierte keine festgesetzte Trauerzeit, für ältere dagegen betrug sie so viel Monate als der ober bie Verstorbene Jahre gezählt hatte. Beim Tod berühmter Männer.unb hei nationalen Katastrophen wurde! vorn Senat eine eigene Trauerzeit festgesetzt, so nach 'der unglücklichen Schlacht bei Cattrtä eine solche von 30 Tagen. Rösselsprung. Auflösung in nächster Nummer. ab weise je preise harten spart mensch die um ar Helsen bildet der gab dem des ber was teiib ein salS mühe treue heit bei schweiß sich die wissend galt schick ringt Auflösung des Ergänzungsrütsels in voriger Nummerr Vielen teile deine Freuden, Allen Munterkeit unb Scherz, Wenig Edlen deine Leiden, Auserwählten nur dein Herz l Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag ber Brühl'schen Universitäts-Buch- unb Steindruckerei, R. Lange, Gießen-