Samstag den 4. September WM NR h»-l ^Mk ÄW IlSdi Peter Nockler. Die Geschichte eines Schneiders von Wilhelm Holzamer. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Sie waren wieder hinunter in die Wohnstube gegangen !und sahen dem Michel nach, wie er im Nachbarhaus fernen Besuch machte. ._ „Er bringt's aber fertig!" sagte der Peter, „s rs en Spitzbub, das." Die Elise war still. Nach einer Weile fragte sie: „Hast du's gemacht, Peter? „Ja," sagte er. „Und hast du mir gar nichts gesagt?" , „Es sollt ja grad eine Ueberraschung für dich werden. Und 's wär doch mir der halbe Spaß für den Michel gewesen, wenrr du's gemerkt hättest. Ich hab so schon geglaubt , Lange sah ihn die Elise an. Eine Rote flog rhr ms Gesicht. „Peter!" sagte sie. Er nahm ihre Hand. Dann weinte sie bitterlich. * Die Frau Sieben hatte den Peter gefragt, ob er mit der Elise gesprochen habe wegen der Fahrt zu den Eltern im Odenwald. „ ,,, , .. . Er habe es getan, aber sie wollte rncht- Und sie konnte auch nicht. Das Frühjahr greife sie zu sehr an. Da sei aber erst recht die Luftveränderung gut. Ja, aber sie tu es doch nicht. Er habe den Eltern geschrieben, daß sie mal kommen sollten. Der Doktor halte ja auch das nicht für gut, es rege sie zu viel auf. Ob's denn so schlimm mit rhr stehe? Ja, der Doktor hab ihm gar kerne gute Hoffnung gemacht^ Qrme ^u! So jung — und könnt's doch so mit hawwe auf der Welt!" . Da ging der Peter. Das Herz krampfte rhm rm Lerbe. Er ging in die Werkstatt und nahm ferne Arbeit. Er nähte flink drauf zu. Zentnerschwer lag es auf rhm. So vielen ging's schlecht in der Welt - so viele waren überflüssig — rind sie mußte dazu ausgesucht, werden. Auch die Freude an der Fastnacht hatte nichts geholfen. Das war mal ein Dag gewesen. Umsomehr hatte sre nachher 9CU Tlrtb nun war sie immer weniger geworden. Nun das Gras frisch kam und die Bäume trieben, welkte sre. Gott, er fühlte es ja: sie mußte sterben. Aber ,re war ja noch so jung. Das Leben lag ja noch vor rhr, das, Leben hatte ihr ja noch so viel zu geben. Nern - er webrte sich — nein, sre durfte nicht sterben. Und schwer fiel's auf ihn - er würde ihr nicht helfen können. Wider den Tod ist kein Kräutlein gewachsen. „Wie arnr ist der Mensch," dachte er. „Wie schwach!" Die Hände waren ihm in den Schoß gesunken. Er faß lange so. Und immer tiefer sank er zusammen. Plötzlich wachte er aus seinem Träumen auf. Er sah die lange Kirchhofsmauer da vor sich und den dunklen Zypressenstand unten. Hinterm Neuberg sank schon die Sonne. Ihr letzter Schein lag auf der langen, weißen Mauer. Und zwischen den schwarzen Zypressen schwamm s wie rotes Gold. . . , Aus denr Kirchhoftor trat eine Frau, «re ging sehr langsam den Weg herauf. Ihr schmaler, großer Schatten ging an der Mauer mit ihr. Der Peter sah lange hin. Er starrte. Eo überlief tf)n Unheimlich war das. Eine Angst packte ihn, als ob ein Gespenst da heraufwandelte — als ob hinter einem Menschen der Tod ginge. Seine Frau war's. Er war unfähig, aufzustehen. Er mußte nur Hinsehen. „Ihr Schatten", sagte er sich. Ev war ja etwas ganz Natürliches. Aber er brachte den unheimlichen Eindruck doch nicht weg. , • Immer langsamer war seine Frau letzt gegangen. Sre konnte nicht mehr. Sie trat an den Wegstein, sich da niederzusetzen. Ihr Schatten war zusammengekauert und hielt still Da sprang er auf. Er zog seinen Rock an und ging ihr entgegen. Er lief geradezu. Ganz erschöpft fand er sie. „Was ist dir, Elise?" . . ar+_ Sie konnte kaum sprechen. Sre war ganz auyer Atem. Sie wäre auf dem Kirchhof gewesen, am Grab der kleinen Anna-Maria. Sie hält noch einmal da hingehen müssen, bevor sie ganz hinkäme. Das werde ja doch bald geschehen. Und sie Hab einmal die Reihen gezahlt, lute weit sie von ihrem Kinde wegkäme. Sie solle sich doch nicht mit so schweren, trüben Gedanken quälen, meinte der Peter. Er brauche sie nicht zu trösten — sie wisse, wie es ihr fei; s"^Dann fingen sie zusammen heim. Die Sonneivar unter- gegangen. Aengstlich schaute der Peter einmal um Der Schatten ging nicht mehr mit. Er atmete erleichtert auf. Die Elise mußte zu Bett geheii. Sie war ganz schwach Ihr Herz schlug kaum noch. , . 1x5 Der Peter saß bet ihr am Bett. Er solle mal ein wenig bei ihr bleiben, dann könne er den Doktor noch immer rufen. Es nütze ja doch nichts. Er solle also mal da sitzen bleiben. Der Peter tat's also. , Ewige Augenblicke war's mäuscheiistill in der Krankenstube Der Peter hielt ordentlich den Atem an. Ganz matt waren die Atemzüge seiner Frau. Er mußte sie förmlich -erlauschen. iv. . Die Elise strich sich über die Stirn. c . „Siehst du, Peter," sagte sie, „das ist nun das End 550 von all dem. Und ich bin froh drum. Ich will so gern mein Ruh haben. Es ist mir gar so schwer gewesen all die Zeit." Der Peter wagte nichts zu sagen. jetzt am End ist nichts mehr zu verschweigen. Ich will dir alles sagen; du warst so gut, du hast's verdient, daß du's weißt. Guck, von selbigem Tag an war's aus. Da hat's auf mir gelegen wie ein Stein. Ich hab ihn immer getragen. Und ich hab mich immer geschämt vor dir und allen Menschen. Ich hab's nit weggebracht, 's hat immer auf mir gelegen. Und wenn ich's einmal vergessen Wollt, hat mich der Michel dran erinnert. Du hast dich ja meiner erbarmt, Peter — ich hab dir immer still gedankt. Aber du hättstfs halt doch nit tun sollen. Du hältst mich fortjagen sollen. Ich hab's ja freilich nit vorausgewußt. Ich hab gemeint, das heilt auch. Aber 's ist nit geheilt. So war mir das Leben verdorben — und dir mußt's auch verdorben sein. Wenn du's auch nit gesagt hast, wenn ich's auch ein paarmal nit gemeint hab es hat dir doch was fehlen müssen. So das, was ich damals mir eingebild hab, was die Lieb wär, — so etivas, das einen gang. Halt', so wie ein Feuer im Wald, das alles frißt. Mich hat's gefressen, du hast's nit erlebt. Du warst nur immer gut und hast mir's nit vorgeworfen, aber ich hab's ja damit grab so schwer gebüßt, so schwer getragen, Und ich dank dir doch — " „Aber daß du das gar nit hast vergessen können, Elise!" „Vergessen, das ist's grad, Peter. Ich hab die ganze Zeit das Wort gesucht, ich hab's gar nit finden können. Ja, vergessen — du hast's auch nit vergessen, drum hast du bien immer so gehütet, warst so vorsichtig unb so besorgt. Und ich — ich hab dir's gar oft schlecht gebankt — da inne drin — sch hab manchmal an den andern gedacht, ich hab manchmal den Adam in dir gesucht — 's ist ja eine himmelweite Welt — und du bist ja hundertmal besser als der — und doch, und doch — und ich hab's ja daun immer gebüßt und hab mir's vorgeworfen . . . Gelt, verzeih mir's Peter, daß ich so schlecht war! Wenn dir der Herrgott wenigstens dein Kind gelassen hätt. Aber weil du so gut warft, hat er dir das andere gegeben, daß du's behalten sollst unb sollst ihm das Wilde nehmen von seinem Vater. Und mir hat er's gelassen, daß ich dran verbluten soll. Du weißt alles, Peter. Jcb forder nichts für mich. Tn mir die letzte Lieb, drück mir Sie Augen zu, wann ich tot bin, und denk nichts Böses dabei und hab keinen Haß, daß ich wenigstens mein Ruh im Tod hab — im Leben hatt ich sie ja gar nie." Sie reichte ihm die Hand. Er seufzte, er fand kein Wort. Es war die wunderbare Stille, in der sich zwei Seelen ganz enthüllen. Sie sahen einander an. Es stand nichts mehr zwischen ihnen. „Es war uns so bestimmt, Elise," sagte der Peter. „Du hast schwer getragen dran — icb hab's ja nie so gedacht." „'s ist vorbei, Peter. Ich bin ganz getrost, weil du mir gut bist," Ein Lächeln ging über ihr Antlitz. „Ich hab's so verdient, Peter, drum hab ich's so tragen können." Sie entzog ihm die Hand. Dem Peter gingen die Gedanken im Meise herum. Er mußte an den Weg denken an jenem Julisountag in der hellen Frühe — und dieses düstere Bild des Schattens an der Mrchhosmauer stand vor ihm. Im Zimmer war's dunkel geworden. Nur vom Fenster fiel noch ein ganz matter, Heller Schein auf die Kranke. Nur blasser wurde ihr Antlitz dadurch, und alle Linien, waren verschwommen. Es schien dem Peter so gut und friedlich. Er verhielt sich ganz still. Er dachte gar nicht mehr an den Doktor. Er wollte sie jetzt nicht verlassen — jetzt, wo sie sterben würde. Er zuckte zusammen. Würde sie denn wirklich sterben? Würde sie denn, nicht noch leben können? Wär's nicht nur eine starke, krankhafte Einbildung von ihr? Könnte Glicht alles wieder gut werden. Könnten sie nicht von vorn anfangen, — noch einmal, nicht mit dem Verschweigen von dem „andern", mit seinem Wissen und mit ihm rechnend, ganz offen und ohne Scheu. Denn was einmal war im Leben, das ist immer, das wußte er nun. Das Leben gibt niemals etwas her von dem, was einmal sein Ivar. Er hatte das früher nicht gemußt. Er hatte sich ja selbst betrogen. Aber in ihr war dieser Betrug nicht möglich gewesen. SV hatte sie's ihn jetzt gelehrt — auf ihrem Todesvette, Er schrak auf. „Elise!" rief er. Es blieb still. „Elise!" Es klang dumpf, — in einem tiefen, unheimlichen Ton. Da wußte er, daß sie tot war. Er beugte sich über ihr Antlitz. Es ging kein Atem mehr. Er legte das Ohr auf die Brust. Ihr Herz fchlug nicht mehr. Er ging in die Küche und holte die Lampe. Ihre Augen standen weit offen. Der Peter drückte mit sanftem Finger die Lider herab und ließ die Hände eine Weile darauf ruhen. -Als er seine Hände wieder aufhob, blieben die Augen geschlossen. „Ausgelitten!" sagte er. .„Arme Elise!" Er ging unb holte den Michel. Der war noch in der Werkstatt. Er führte ihn ganz sachte in die Stube. „Du hast jetzt keine Mutter mehr, Michel," sagte der Peter. Verständnislos starrte das Kind auf die Leiche. „Sie ist tot, Michel." Da klammerte sich das Kind fest an ihn. Ihm war, als sei es ihm zum zweitenmal zur Hut gegeben. Und er nahm sich vor, ihm gut zu sein und zu sorgen dafür, als ob's ganz sein eignes wäre. * Der Schneidermeister Peter Nockler ist jetzt ein altes, graues Männchen. Den sechzigsten Geburtstag hat er hinter sich. Wir haben ihn zusammen gefeiert, denn ich war zufällig zu Hanse damals. Er ist nach dem Tode seiner Frau noch stiller geworden, als er früher war. Es ist beides in ihm lebendig geblieben, was ihr Leben war und was ihr Sterben ihm wurde. Er hat ihren Verlust ertragen und hat sich auch danach wieder mit dem Leben zusammengefunden. So war ihm, was er erlitten und verrungen hat, recht eigentlich zum bessern Inhalt des Lebens geworden, und sein Alter hat diese Weisheit, die ihn den Sinn seines Lebens verstehen lehrte. Ich habe mich immer gern mit ihm unterhalten. Es sprach ein Reichtum aus ihm, es sprach eine reiche Erfahrung, die ihn manches gelehrt hat, was die Schulweisheit niemals ahnen durfte. Nein, der Peter Nockler war nur ein Schneider. Er batte.manches Wort geprägt, das ich mir die Jahre all sestgehalten habe, und manches ist in mir aufgeklungen, wenn ich sonst nichts mehr finden konnte, was mir Halt unb Trost gewesen wäre. „Guck, Alter," sagt ich mir bann, „da hat der Peter? Nockler wieder recht!" Sie haben denn auch den Nockler schon vor Jahren zum . Gemeinderat gemacht — denn auch so ein stiller Mensch findet zuletzt doch seinen Wert, auch bei der Menge. Unb ist in der Sitzung ein schwerer Fall, und gehen die Mei- intngcn gar zu wild hin und her, dann sagt der Bürgermeister: „Nun, was meint Ihr dazu, Nockler?" Dann nimmt der Nockler das Wort unb trägt kürz unb schlicht seine Meinung vor — und da auf der Linken ist bald ein Nicken und da auf der Rechten, und. schließlich meinen alle, ei genau so hätten sie auch gemeint, und das sei von vornherein ihre Meinung gewesen, und sie hätten das ja auch gesagt. Da setzt sich der Peter Nockler wieder und läßt still lächelnd allen ihren Sieg, der doch der seine ist. Da wir an feinem sechzigsten Geburtstag beisammen saßen, da plauderte er über dies und das. Er erzählte fo, manches, was durch sein Leben gegangen war. „Aber ich bin ja nur ein Schneider," schloß der Nockler seine Rede, „und 's ist nicht allzuviel zu geben auf das, was ich sage. Und ich sag's auch mehr für mich als für die andern. Wer ich mein doch auch nit, daß es grob falsch wär." Wir gingen nach! dem Abendessen zum Konrad Müller, der zapfte einen seinen Roten. Wir faßen lang unS „petzten" ein paar Schoppen. Am Nachbartisch hatte es einen kleinen Disput gegeben. Schließlich legte sich einer ins Mittel. „Ich will euch was sagen," sagte der, „mer fein halt all Mensche," sagt der SchneiSer Nockler." Da sah ich den Nockler an. Er schmunzelte. Ich nahm mein Glas. „Prosit!" sagte ich, „das ist ein gutes Wort." Wir tranken. Ich glaube, das ist das Beste, was der Peter Nockler einmal hinterläßt. Vielleicht wird's meinem Dorf ein Segen sein. Man sollt's dem Nockler auf den Grabstein schreiben. ____________ 651 — schulhygiene in Hessen. Die hessischen Volksschulen marschieren mit an der Spitze des deutschen Schulwesens. Seit jeher stand bei uns die Ausbildung der Lehrpersonen auf einer hohen Stufe und der gesunde Sinn der Bevölkerung unterstützte das mühsame Amt der Lehrer aus der Erkenntnis heraus, daß Wissen zu allen Zeiten „Macht' bedeutet. So hat sich die hessische Volksschule auch all den neueren Fortschritten auf ihrem Gebiete nicht verschlossen, sondern sich diese zu eigen gemacht. Dazu gehört auch das Kapitel: „Schulhygiene". Sie wird in deutschen und ausländischen Schulen je mehr und mehr gefördert unter besonderer Berücksichtigung der Alkoholfrage und der sexuellen Belehrung. Man ist mit Recht stolz auf die schon errungenen Fortschritte und sieht sich in erfreulicher Weise dem Ziele immer näher gerückt. Für viele Gegenden des deutschen Vaterlandes war die Bewegung neu. Nur unser Hessenlaud hat den Vorzug, auch auf diesem Zweig des Schulwesens schon in früher Zeit bahnbrechend gewesen zu sein, wie Professor Dr. Phil. Karl Roller, Oberlehrer in Darmstadt, in seinem soeben bei B. G. Teubner in Leipzig erschienenen Buche, betitelt: „Der Gesundheitskatechismus Dr. Bernhard Christoph Fausts, ein Beitrag zur Geschichte des Unterrichtswesens in Deutschland um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts" nachweist. Wir entnehmen dem interessanten Werke Folgendes: „Mit Sicherheit können wir zunächst die Tatsache feststellen, daß ein solcher Unterricht (Hygiene-Unterricht) in einer ganzen Anzahl hessischer Schulen auitlich cingeführt ivar Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts und an der Hand von Lehrbüchern erteilt wurde. In der Schulordnung für die Stadtschulen in Darmstadt vom Jahre 1802 heißt es unter § 21 (Naturlehre und Gesundheitslehre) : „Mit dieser Lektion (Naturlehre) ist abwechselnd Gesulidheitslehce, doch hauptsächlich nur in diätischer Rücksicht, zu verbinden, ivobei der Lehrer Faust's Gesundheitskatechismus und andere nützliche Bücher dieser Art zu Rate ziehen kann. Nach den verschiedenen Jahreszeiten, und bei besonderen Veranlassungen, wird er das Nötige auch außer bei; Reihe seiner Lehrbücher vorzunehmen wissen, z. B. im Sommer von Baden, und der Vorsicht dabei, gegen den Monat August vor der Verkältung, bei großer Kälte von den Vorsichtsmaßregeln gegen das Erfrieren der Glieder, und von den Mitteln zu deren Wiederherstellung :c. reden, auch muß er in jedem halben Jahre die Wiederbclebungsmittel der Ertrunkenen, Erstickten und anderer Scheintoten vortragen und sind dazu Struve's Tabellen aus dem Schulfonds anzuschaffen und aufzuhängen. Außerdem wird sich der Lehrer zur angelegenen Pflicht machen, die Jugend für dem Glauben an Scharfrichter, Quacksalber und Marktschreier, überhaupt für der Torheit derjenigen zu verwahren, die in Krankheiten immer ihr Vertrauen am liebsten auf solche Personen setzen, die am wenigsten Beruf dazu haben." Was den Gesuudheitsunterricht in den hessischen Landschulen anlangt, so scheint er mit Sicherheit in folgenden Gemeinden erteilt worden zu sein: Heegheim, Selters, Ober* sorg, Salz, Bermuthshain, Grebenhain, Münster, Auleu- diebach, Eckartsborn, Sprendlingen i. Rh., Groß-Gerau, Wallersiädten, Eckelsheim und Mörfelden. Diese Gemeinden allein schon sind es nämlich, die dem von Pfarrer Dr. Diehl in Darmstadt begründeten hessischen Schulmuseum Schullehrbücher für den Gesundheitsunterricht, die zwischen 1800 und 1830 in ihren Schulen eingeführt waren, zur Verfügung gestellt haben. Dazu kommen sicher noch zahlreiche Gemeinden, bei denen diese Lehrbücher abhanden gekoimyen sind. Wenn man nun weiter berücksichtigt, daß in Lauterbach, einem verhältnismäßig kleinen Städtchen Hessens, das verbreitetste aller Gesundheitslehrbücher um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts, der Gesundheitskatechismus Fausts, 1799 verlegt wurde, so wird die Zahl der hessischen Gemeinden, in deren Schulen Hygieneunterricht erteilt wurde, noch erheblich höher gegriffen werden dürfen. Daß der Gesundheitsunterricht auch an höheren Schulen ringeführt war, beweisen die Aktenstücke zur Gießener Pädagoge-Reform von 1801—1804. Aus ihnen ist ersichtlich, daß am Gießener Pädagog (dem jetzigen humanistischen Gymnasium) in Tertia, also in einer ganz bestimmten Klasse, Gesuudheitslchre nach Fausts Gesundheitskatechismus erteilt wurde, und zwar muß er von einem Lehrer erteilt worden sein. Es ist weiter anzuuehmen, daß auch in den Lateinschulen Oberhessens zu Butzbach, Grünberg, Schotten, Nidda, Biedenkopf, Alsfeld und Echzell ein gleicher Unterricht bestanden hat. Interessant ist es auch, zu erfahren, daß sich der evangelische Pfarrer Wagner in Gräfenhausen bei Darmstadt am 25. Januar 1833 an den Oberschulrat zu Darmstadt mit der Bitte richtete, die Gesundheitslehre zu einem ständigen Unterrichtsgegenstand in den Landschulen zu machen. Auf diese Eingabe antwortete der Oberschulrat folgendes: „Auf Ihre schriftliche Eingabe vom 25. ds. Alic. ■. .m wir Ihnen, daß wir dafür besorgt sein werden, dag oic Lehrer den Unterricht in der Gesundheitspflege in verständiger Weise erteilen" rc. Daraus erhellt, daß wir in unseren hessischen Schulen schon lange einen Unterrichtszweig pflegten, der erst viel später in anderen deutschen Schulen eingesührt wurde, für viele sogar heute noch eine Neuheit bedeutet. Vermachtes. * Die Presse der Schweiz. Die Schweiz , ’t beit im Zeitungswesen fortgeschrittensten Ländern. Die Z. dort erscheinenden Zeitungen' und Zeitschriften beträgt zurzei. demj neuesten „Jahrbuch der Schweizer Presse" nicht weniger als 1332. Davon erscheinen in Zürich 182, in Bern 158, in Genf 128, in Lausanne 90, in Basel 72, in Luzern 33, in Nenchatel 22, int Freiburg 18, in St. Gallen und Aarau je 17. In francksiischey Sprache erscheinen 429 Blätter (also knapp ein DritN Gesamtzahl), in italienischer 43, in englischer 3 (Davos .ux, Neuchatel), in rhätoromanischer 2 (Samaden, Tisentis-,. ,.mer 2 in Esperanto (Genf), ein polnisches in Zürich und ein armenisches in Genf. * Wetterberichte von ho her S e e. Die für die Schiffahrt nnd Landwirtschaft so wichtigen' Wetterberichte tverdeN in den großen See- und Wasserwarten aus vielen Einzclmelduugen von bei! verschiedensten Gegenden her zusammengcstclit. Auch die Meldungen der Schiffe, besonders der großen Schnelldampfer, über die unterwegs getroffenen Wetterzustände werden' dabei sorgfältig berücksichtigt. Leider kommen sie zum Teil zu spät, nm für die Berechnung der allgemeinen Wetterlage noch verwertet werden zN können. — Einen Weg, sie schneller nutzbar zu machen, scheint es in' der drahtlosen Telegraphie zu geben. Die amerikanischen und englischen Großstationen können ja reichlich 3000 Kilometer weit über das Meer telegraphieren. Leider sind ihre Nachrichten den entsprechend eingerichteten Schiffen wohl verständlich, können aber von ihnen nicht erwidert werden, nnd gerade hierauf kommt es an. Die besten Funkeneinrichtnngeni der modernen Dampfer trauen nicht über 500 Seemeilen (etwa 900 Kilometer). Ter Direktor des Meteorologischen Institutes in Aachen hat aber ein Mittel gezeigt, das bei allgemeiner Aw> Wendung auch diese Schwierigkeit beheben würde. Er machte nach vorheriger Vereinbarung mit den wichtig; n Landstationen und größeren Dampfern der nordatlantischen 1 eine Studienreise auf der „Kaiserin Auguste Viktoria" über c itlantic und zurück. Auf der Ausreise tauschte er mit anderen Schiffen 25, auf der Rückreise 19 drahtlose Depeschen über Wetterbericht« aus. Er selbst erhielt aus Aachen unter Vermittlung der Küstenstationen tägliche Wetterberichte bis auf 2000 Seemeilen von der irischen Küste. Sodann empfing er die Prognosen des Wetterbureaus in Washington auf dem entgegengesetzten Wege. Er ließ umgekehrt seine Beobachtungen täglich durch Funkspruch hinausgehen und hatte die Genugtuung, sie durch andere unsichtbare Schiffe sofort weitergegeben zu sehen, bis sie die Küste erreichten. Zuweilen! dauerte das nur einige Stunden, zuweilen recht lange. Aber jedenfalls ist so doch ein Mittel gefunden, die Wetterberichte der Ozeane für die Wissenschaft rasch nutzbar zu machen, und die internationale Verständigung über einen geregelten „drahtlosen" Wetterdienst zur See dürfte nicht mehr lange auf sich warten lasten. * Goethe als Verkäufer von Da m en g ar de rob e. Sehr amüsant, aber so gut wie gar nicht bekannt ist, daß Goethe sich einmal auch als Kaufmann, und zwar auf dem Gebiete der Tamengarderobe betätigt hat. Der „Herr Geheimbde Rath" hatte von einer armen Drosdnerin gehört, die sich durch Anfertigung von Strickereien und ganzen Butzgrgenständen forthalf und übernahm es, für sie Produkte ihrer Arbeit zu verkaufen. Er lud zu einer Matinee ein', wobei die Arbeiten m sgestellt waren, und wurde viel los. In der Abrechnung, di« er ausstellte, heißt es U a: „Gräfin von Henkel: Nr. 11, Eine Haube mit flaiizo- fischeu Spitzen, 9 Tha'ler; Ein Korsett mit Spitztzst 4 -Ujaler,. 652 Frau Hofrätin Schopenhauer: Nr. 17, 7i/2 Elle Ottomane 5 Thaler 22 Sgr." Zuletzt schrieb er der DaMje, die sich bei ihm für die Dresdenerin verwendet hatte, er hoffe alles zu verkaufen, wenn sie billiger würde. „Man findet die Sachen sehr schön, aber die Preise zu hoch, von Berlin kann man dieselben Stickereien viel wohlfeiler bekommen." * Ein Museunr der modernen Weltliteratur. Die Tatsache, daß es zwar eine Menge Sammlungen gibt, in denen die hervorragendsten Werke alter und neuer Kunst vereinigt sind, aber noch kein einziges Museum, das die besten literarischen Erscheinungen unserer Zeit aufuimmt, hat einen amerikanischen Bücherfreund, James Carleton Uoung in Minneapolis, auf eine sehr originelle und interessante Idee gebracht. Es wurden von ihm seit etwa fünfzehn Jahren systematisch all die Bücher jeder Literaturgattung gesammelt, die für ihre Länder und Fächer als „die besten" gelten konnten. Dadurch unterscheidet sich das „Museum" des Amerikaners von den großen Bibliotheken, die ohne Auswahl alles aufnehmen! und nur den Ehrgeiz der Quantität besitzen. Um aber „die besten" Bücher herauszufinden, brauchte und gewann Ioung die Mitwirkung vieler Kritiker aller Länder, überdies hielt er in Europa Agenten, die für ihn tätig waren!... Bomig erreichte außerdem, daß fast sämtliche Autoren, soweit sie noch lebten, ihre Namen oder einige handschriftliche Zeilen in ihre Bücher eintrugen, wodurch der Wert der einzigartigen Sammlung erheblich gesteigert wurde. Tie Vorbereitungen des Unternehmens erforderten einen ganzen Beamtenapparat von Steuo- araphen, Uebersetzern, Katalogisten, Bibliothekaren, Buchhaltern uuv.; jetzt ist es so weit dem Abschlüsse nahe, daß mit der Er- richtnng eines feuersicheren Museumsgebäudes demnächst begonnen und alsdann das Ganze der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. * Ein Jubiläum des Petroleumhandels. Am 12. August dieses Jahres war ein halbes Jahrhundert verflossen, seit die Quelle eines Milliardenstromes in Amerika entdeckt wurde: am genannten Tage des Jahres 1859 wurde in Titusville im Bezirk Venango in Peunshlvanien die erste Oclquelle erbohrt, und seitdeni ist Amerika das Hauptgebiet der Petroleumproduktion geworden, der mehrere Milliardäre der Vereinigten Staaten ihre unermeßlichen Schätze verdanken, vor allem Rockefeller. Bei dem Versuch, einen artesischen Brunnen zu graben, stieß, man vor 50 Jahren in einer Tiefe von 22 Metern auf eine Oelquelle, die viele Wochen laug täglich etwa 1000 Gallons Erdöl lieferte. Schnell verbreitete sich die Kunde davon in ganz Amerika, und in Strömen eilten die Abenteurer und Glücksritter, aber auch die arbeitsfreudigen und unternehmungstüchtigen Amerikaner der neuen Goldquelle zu. Ein wahres „Oelfieber" bemächtigte sich der spekulativen Köpfe Amerikas, ein Fieber, dessen Hitzegrad weit jenes Goldfieber übertraf, das bei der Entdeckung der Goldgruben von Amerika entstand, und an allen Ecken und Enden bohrte man die Erde an, um neue Ströme des kostbaren Nasses fließen zu lassen. Im Laufe von kaum anderthalb Jahren waren etwa zweitausend Bohrlöcher abgcteuft. Die Zustände im Bereiche dieser Petroleum- guellen waren anfangs beispiellos. Die Gier nach Gewinnen hatte eine Anarchie entstehen lassen, bei der ein Teil des Gewinns verloren ging. Denn infolge der planlosen Bearbeitung der Quellen, der völligen Unkenntnis über ihre Ergiebigkeit floß das Petroleum in Strömen dahin, ohne daß man diesen Reichtum immer und überall bergen konnte. Es entstanden fürchterliche Brände, durch Selbstentzündung sowohl wie durch Unachtsamkeit der Arbeiter usw., uud nicht nur, daß Rieseuquantitäten des kostbaren Petroleums verloren gingen, luutben auch sonst noch namenlose Verwüstungen angerichtct. So dauerte es ein paar Jahre, ehe man die neue Industrie in geregelte Bahnen zu lenken vermochte; dann aber entstanden in den vorher noch wüsten Gegenden blühende Städte, in denen Handel und Gewerbe gedieh, denn eine Industrie zieht die andere nach sich. Es waren noch nicht fünf Jahre verflossen, so nahm das Petroleum die drittwichtigste Stelle der Ausfuhrartikel von Amerika ein, wie denn auch heute noch Amerika am meisten Petroleum produziert. * Flugrekord eines K i n d«r ball-o n s. Ein bekannter Berliner Physiker ließ dieser Tage einen kleinen Reklameballon, der den ganzen Tag im Zimmer gewesen war und schon etwas Gas verloren hatte, gegen 8 Uhr abends vom! Balkon seiner Wohnung in Wilmersdorf ans aufsteigen. An dem Ballon hatte er eine Postkarte befestigt mit seiner Adresse und der Bitte, von dem etwaigen Fundort des Ballons Mitteilung zu machen. Nach wenigen Tagen kam die Nachricht, daß der Ballon in Rehberg im Böhmerwoldc, Bezirk Schutterhofen, schon am nächsten Morgen um 4 Uhr aufgefunden worden sei. Der Ballon hatte also eine Entsernung von etwa 400 Kilometer Luftlinie in 8 Stunden zurückgelcgt; dabei ist noch zu berücksichtigen, daß beim Ausstieg Ostwind herrschte, der Ballon also zunächst nach Osten abgetrieben wurde, und daß der Ballon um 4 Uhr gefunden wurde, also unter Umständen schon vor langer Zeit gelandet sein konnte, ferner daß der Fundort etwa 900 Meter, Berlin dagegen nur etwa 30 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Allem Anschein nach ist der Ballon nicht niedergegangcn, sondern an das dort bis 1200 Meter hohe böhmische Gebirge angetrieben, welche Vermutung auch dadurch bestätigt wird, daß sich der Ballott nach Entfernung tzs Karte noch erhob und noch zlvei Tage an der Decke deEHAiseK des Feldhüters stand, welcher ihn gefunden hatte, bis' Er durch eine Gasexplosion sein Globetvotterdasein beendigte. * Der Kuß in der Philologie. Man scheint bei den Slawen sich auf das Küssen besser zu verstehen, als bei Germanen und Romanen. Die Tentschen kennen in der Schriftsprache nur das Wort „Kuß", andere Bezeichnungen wie „Busserl", „Säulen" usw. sind nur mundartlicher Natur. Die Römer hatten demgegenüber drei Bezeichnungen: osculum, suavium und basium. Die Italiener haben nur den dritten, niedrigsten Ausdruck adoptiert und ihr „bacio" daraus gebildet. Die Spanier sagen beso, die Portugiesen bejo und oseulo. Die Franzosen verwenden das Zeitwort Kaiser gar nicht, sondern drücken „küssen" durch „cm» brasser" aus. Die Engländer haben nur kiß und das unschöne smack. Dagegen sind die slawischen Sprachen an Bezeichnungen für das Wort Kuß sehr reich. Tie Wenden haben mindestens fünf, die Polen vier und die Illyrier sogar zehn, von denen eine — „poljubljenje" — so lang ist, daß sie eigentlich nur für den berühmten amerikanischen „Selenkuß" gebraucht werdeu dürfte. * Volkstümliche Umbeu tun gelt. Daß der Fremdwörtermißbrauch in geradem Gegensätze zu dem natürlichen Sprachempfinden steht, zeigt u. a. auch die sogenannte Volksetymologie So nennt man in der Wissenschaft das Bestreben des 'Volkes, unverstandene Wörter so umzumodeln, daß sich irgend etwas dabei denken läßt. Alan sieht eben in den Worten mehr als einem leeren Schallman will bestimmte Vorstellungen damit verbinden. So machte man im Mittelalter aus dem lat. arcubalista, verkürzt arbalista (= Wiusüögeumaschine) das deutsche Wort Armbrust, dabei etwa an eine Waffe denkend, die man auf die Brust aufsetzt und mit dem Arm hält. So deutete mau später die ©in» flut (= große, allgemeine Ueberschwemmuug), weil man das auch in „Singrün" — „Immergrün" enthaltene sin (= allgemein, immer) nicht mehr verstand, in eine Süudflnt um. Andere Beispiele solcher Volksetymologien sind: Hängematte nach dem hoklän- discheu hanemat, das aus hamaka, ein Wort der Urbewohner von Haiti, zurückgeht. — Friedhof, von feiten = schonen, hegen, also: der eingefriedete Raum um eine Kirche. — Wetterleuchten, eigentlich Wetterleich, d. h. Wetterspiel, -tanz (das zuckende Spiel entfernter Blitze). — Maulwurf, eigentlich Moltwurf, d. h. das die Erde (molt = Staub, Erde; vgl. Müll oder mundartlich Mölm, Melnt == Steaßcnstaub) aaswerfende Tier. — Felleisen aus französischem valise = Mantelsack. — Eine Kette Hühner von „Kütte, Kitte", althochdeutsch kutti = Herde, Schar. Zu guter Letzt, eigentlich zu guter Letze; dieses Letze — verletzen ist verwandt damit — heißt zunächst Ende, daun Abschied, endlich! Andenken zum Abschied oder Abschiedsschmans; ebenso letzen = zum Abschied mit Speise und Trank erquicken, später überhaupt = erquicken, so in Goethes Hermann und Dorothea: „Alle waren geletzt und lobten das herrliche Wasser". „Einem etwas zur Letze d. h. als Andenken bieten" ist eine besonders in deutschen Volksliedern häufig vorkoinrnende Formel. Auch der Ausdruck „zu guter Letze" findet sich oft, so noch bei Wieland: „Wie sie zn guter! Letze den goldenen Becher mir bot". Als Man das Wort nicht mehr verstand, trat eine Vermengung mit „letzt" ein, ahd. lezzist. eig. --- der Lässigste, Säumigste. Man sagte nun „M guter Letzt" in dem Sinne „äittn guten Schlüsse", ohne sich dabei der alten Sitte des Abschiedsschmanses zu erinnern. * Kleines Mißver ständnis. Richter: „Der Angeklagte soll auch derjenige sein, der dem Herrn Amtmann das Wort „Rindvieh" zugerufen hat; ist -er dasl mm wirklich? Heraus mit der Sprache!" — Zeuge (zögernd): „Na, der G'scheit'ste ist er g'rad' nicht, Herr Amtsrichter!" Anagramm. Aus je zwei der nachfolgenden Wörter soll durch Umstellung der Zeichen ein neues Wort gebildet werden. Sind alle Bedeutungen richtig gefunben, so ergeben die Anfangsbuchstaben der neuen Wörter ein Sprichwort: den — esche, eine Stadt, sein — dich, schlechte Eigenschaft, csel — dich, findet man am Wagen, er — die, ein Fluß. ale — gern, militärische Rangstufe, nun — arg, ein Land, tau — bern, eine Frucht, rad — nase, männlicher Vorname, nil — sabos, eine Stadt, bilse — the, weiblicher Vorname, see — deich, ein Tier, ruhe — schwach, ein Handwerker, Hund — steige, hohes Gut, wag — unrein, berühmter Wein, an — Hute, Göttergeschlecht. Auflösung in nächster Nummer r Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: N o t macht erfinderisch. Redaktion: I V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lange. Gießen.