PA Zs kiMS :MZZ' PiU- W ««Alvsch den 4. August MM VWMW 11 UMMMSMM ®Si W L- >- L '-L Die Pflastermeisterin. Roman von Alfred Bock. ! (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Dem Beispiel Dietkirchens folgend, lieft auch die Nachbargemeinde Ortenbach ihre Hauptverkehrsstraße mit Pflastersteinen belegen. Die Arbeit, die man Friedmar übertragen hatte, nahm bei der günstigen Witterung so raschen Fortgang, daß am vierten Advent nur noch eine kleine Wegstrecke zu pflastern blieb. Friedmar entließ die Hälfte seiner Leute und erachtete drei Gesellen und zwei Handlanger für hinreichend, das Pflasterwerk zu vollenden. Während er nun hinter Schloß und Riegel saß, mußte man sich ohne seine Anweisung und Leitung behelfen. Statt seiner erschien der Straßenaufseher tagtäglich auf dem Platz, und auch der Ortsvorsteher schnupperte mißtrauisch unter den .Gesellen herum. Diese waren durchaus zuverlässig und taten ihre Pflicht und Schuldigkeit. Es war Frühstückspause. Im Freien, etwas abseits von der 'Arbeitsstätte, verzehrten die Leute ihr Bauernbrot mit Käse oder Wurst. Dabei ging die Schnapsflasche um. Die wenigen Worte, die gewechselt wurden, galten dem Meister, den man wieder erwartete. „Wann ist er dann losgekommen?" „Gestern, schätz' ich." „Er muß im Augenblick da sein." „Wie wird's dann geh dl mit ihm?" „Er soll mir von Dietkirchen wegbleiben." „Warum?" „Ei, weil sie ihn kurz und klein verhau'n drüben." „Schlechtkopf, als tät der sich fürchten." „No, das ist doch auch keine Art und Weis', er mag die Muckel im Einhorn in Ruh' lassen." „Eben. Für was hat er dann seine Frau?" „Gestern ist der Polizei-Schmidt von drüben hier durch." „No, und was sagt er?" „Das Einhorn ist alleweil jeden Abend gestopft voll." „Da kann die Roth ja lachen." . '/Und der Schmidt spricht, da sitzen die Neuntöter auf einem Klumpen und sticheln und gaffen das Mädchen wie verrückt an. „Die Neidsäck'." „Sonst sind sie wie Hund' und Katzen aufeinander. Aber wann ihnen ein Auswärtiger ins Geheg kommt, halten sie zusammen." „Geb' acht, der Meister lackt sich da bös herein." „Laßt doch euer Geschnepper. Ihr seid hier seine Arbeitslent'." „Und dessentwegen sollen wir das Maul nicht auftun? Hä?" Plötzlich verstummten sie. Am entgegengesetzten Ende der Dorfstraße tauchte der Meister auf. Hier und da die Arbeit prüfend, schritt er langsam die Masterbahn entlang. Nun kam er näher nnd bot seinen Gesellen die Zeit. Er erkundigte sich, ob in seiner Abwesenheit nichts Besonderes vorgefallen sei. Man verneinte. Er sah noch einmal flüchtig über die Arbeitsstätte hin und ging dann in der Richtung nach Dietkirchen weiter. Sobald er, Ortenbach im Rücken, die Landstraße erreicht hatte, setzte er über den Chausseegraben und schlug einen kürzeren, über die Dietkirchener Höhe führenden Waldpfad ein. Er ivar noch keine zweihundert Schritte voran gekommen, als er von fern eine Frauengestalt talab schreiten sah. Er strengte seine Augen an. War's möglich? Wahrhaftig! Das war die Lina! Er klomm so rasch bergan, daß er den Atem verlor. Zwei Minuten später hielt er die Geliebte im Arm. Er zog sie ins Tannendunkel. Sie überließ ihren Mund seinen brennenden Küssen, aber da er sie auf den Schoß nehmen wollte, litt sie es nicht, sondern setzte sich neben ihn auf einen gefällten Baumstamm nieder. „Gottlob, daß du wieder da bist!" sagte sie ohne aufzublicken. „Wie ist dir's dann gegangen?" „Soweit ganz gut," erwiderte er, „aber ich möcht' doch nicht mehr ins Gefängnis." „Das glaub' ich dir gern." „Eine Sort' Menschen sitzt da, du kannst's nicht ausdenken." „Warst dn dann mitten drunter?" „Nur am Tag, wann ich mit ihnen geschafft hab'. Die Redensarten hätt'st du hör'n sollen. Gott behüt' ein’ vor der Gesellschaft." Sie dachte daran, daß er um ihretwillen die harte Strafe auf sich genommen, und sah mit feuchten Augen zu ihm auf. „Guck, Lina," sagte er, ihre Hand ergreifend, „wann man so abends im Stockhaus sitzt und kein Schlaf kriegen kann, kommt man auf Sachen, wo man früher gar keine Gedanken drauf gehabt hat. Ich mein' als, ich wär' die Zeit her so hingedorzelt. Alleweil schanzen und die paar Pfennig' zusammenrapschen. Und in die Heirat hineinstürzen. So 'ne Dummheit. Und die Leut' laufen um ein' herum und wollen gar nicht, daß man wach wird aus seinem Dormel. Ich bin aber halt wach geworden und lass' mich nicht mehr einpflastern. Mag die Meisterin widerborstig und störrig sein, mag uns' Pfarrer sprechen, 's wär' wider die Gesetzlichkeit, daß wir zwei uns zusammentun: wann du nur fest bleibst, Lina. Das paßt mir schon grab’ nicht, daß wir bei Nacht und Nebel zueinander schleichen sollen, wo die Hintersprecher um ein' herum- lugsen. Wozu dann? Ich weiß !vo 'naus. Wir machen fort —" „Wohin dann?" fragte sie gespannt. „'s sind Leut' aus Fischbach in Amerika drüben. Buffalo schreibt sich der Ort. Da kommen als Brief' von denen, wo man sich erstaunt, was die für Geld verdienen. M wollen wir hin." 478 *~ „Und du m-efnff, da langt die Meisterin mit ihrem Anspruch nicht hin?" „Da müßt' sie barbarische Arm' haben." „Siehst du, Friedmar, du kennst nichts Von der Welt. Heutzutag' kann sich kein's mehr verstecken. Die Meisterin rührt sich noch nicht vom Fleck. Und auf der Post drücken sie auf 'nen Knopf. Und greifen dickst Und wanns äus dem Mond wär'." Ihm war das nicht ganz klar, und er sah sic zweifelnd an. Sie aber sprach weiter: „So geht's halt nicht, Friedmar. Hör' an. Ich hab' die Zeit, Gott weiß was, ausgestanden. Die Mutter hat mich angespauzt, und das ganze Dorf hat mich vermischen. Ich hab' dessentwegen keine Angst. Was geschehen ist, mach' ich mit mir ans. Da hat sich keins hereinzumischen. Du bist mir der Liebst'. Dich wollt' ich. Das sag' ich vor aller Welt. So herrlich war's, wie wir Bekanntschaft miteinander gemacht haben. Weißt's noch? Selbigmal hab' ich mir kein Wörtchen zu sprechen getraut. .So verschrocken war ich über dich. Kurios! Hernach hab' ich doch alles herausschwätzen müssen. Du hast ums Leben nichts gefragt, hast nur gehorcht und mich angeguckt. Ich war dir gleich gut. Ich chatt' kein Hehl vor dir. Und gefreut hab' ich mich — unbändig, wann du als gekommen bist. Ich hab' fein Obacht gehabt, was um mich gedutschelt worden ist. Ich geb' nichts auf das Geträtsch der Leut'. Dich Hütt' keins ans meinem Sinn gebracht. Und dann, Friedmar — wie du damals gekommen bist —, abends vom Bürgermeister — ich bin schier erstickt. Und hab' doch gemeint, 's müßt 'so bleiben in alle Ewigkeit. Gott, so überkäppisch zu sein? 's mußt ja ein End' nehmen. Dann du hast deine Frau —" „Ich mag nichts von ihr wissen," schrie Friedmar auf und stampfte wütend mit dem Fuß den Boden. , »Sei gescheit," besänftigte ihn Lina, „sie ist doch mal deine Frau. Darüber kannst du nicht weg. Mir ist's arg genug. Aber 's Batt' nichts, wir müssen voneinander." „Wer spricht denn von müssen?" fragte Friedmar mit vor Erregung heiserer Stimme. „'s steckt keins hinter mir," sagte Lina aufrichtig, „ich sprech' nur aus mir. Wir müssen voneinander, Friedmar. Ich bitt' dich, bleib' künftig fort." „Mein, wann dir's drum zu tun ist." „Geh', Friedmar, sei nicht schlecht." Er schwieg verletzt. Da legte sie sanft die Hand auf seine .Schulter und stammelte erglühend: „Ich muß dir was erzählen, Friedmar. Ich hab' auch ein Andenken von dir. Das macht mich mutterselig!" Er fuhr in die Höhe und stand mit schlotternden Knien vor ihr. „Sei ruhig," sagte sie leise, „die Mutter weiß es und behält mich im Haus." Er brachte kein Wort heraus. Sie erhob sich und gab ihm schlicht die Hand. „Ich muß heirn, Friedmar. Bleib stät. Und jetzt leb' wohl!" Sie ging. Aber nach ein paar Schritten wandle sie sich um und sah ihn noch einmal mit dem innigen Blick der Liebe an. Uno die Tränen stürzten ihr aus den Augen. Gleich darauf war sie hinter den Päumen verschwunden. Friedmar taumelte vorwärts, als wollte er ihr folgen. Plötzlich glitt er zu Boden und blieb von wildem Schmerz zerrissen auf der nackten Erde liegen. Erst gegen Mittag kam er nach Ortenbach zurück. Er mied die Arbeitsstätte und kehrte in der Dorfschenke ein. Da trank er Bier und Branntwein im Uebermaß. Bei sinkendem Tag war er sinnlos betrunken. Man rief seine Gesellen herbei. Diese sähen gleich, daß man nicht daran denken konnte, den Berauschten heimzuschassen. So gingen sie den Wirt um Unterkunft für ihren Meister an und brachten ihn mühsam zu Bett. XI. Eine schwere Zeit brach für die Meisterin herein. Das .Geschäft, das ihr ganzer Stolz gewesen war, das unter Friedmars kraftvoller Führung einen bedeutenden Aufschwung genommen hätte, ging mit einem Male zurück. Die Pflasterarbeit in Ortenbach war zwar unbeanstandet von der Gemeinde- und Staatsbehörde abgenommen worden, allein die Aufträge aus der Stadt und der Umgegend blieben danach aus. Friedmar gab sich nicht die aeringste Mühe, neue Bestellungen zu erlangen. Lässig und teil- nahmlos schlenderte er Umher. Ging er über Land, so kehrte er angetrunken zurück. Auch in den Bier- und Schnapskneiften der Stadt war er ständiger Gast. Der alte K'ipping erhob seine warnende Stimme. Friedmar ivar vollkommen gleichgültig dagegen. Aber auch die Meisterin schenrte dem Nachbar kein Gehör. .Hatte sich schon früher die Ueberzeugung in ihr festgewurzelt, der Himmel werde die Missetat Friedmars ahnden, so erblickte sie jetzt in der Trunksucht und Erschlaffung ihres Mannes den Vollzug des göttlichen Strafgerichts. Ueberstand er die „Krankheit," die über ihn verhängt ivar, so galt ihr das als sicheres Zeichen, daß der höchste Richter ihm verziehen hatte, daß er sich wieder zu friedvoller Gemeinschaft" mit ihr bekehrte. Erlag er seinem bösen Hang, so war's eine Schickung Gottes, darein sie sich zu fügen hatte. Den Abwärtsgleitenden ließ sie ruhig gewähren und verhielt sich ihm gegenüber zuwartend und beobachtend. Bei mangelnder Beschäftigung sagte ein Geselle nach den: anderen Fried- mar den^ Dienst auf. Zu Beginn des Frühjahrs lag das einst blühende Geschäft ganz darnieder. Auch jetzt tat die Meisterin nichts, in dieser bedenklichen Lage Wandel zu schaffen. Sie klammerte sich an ihren unerschütterlichen Glauben, daß die himmlische Vorsorge selbst hier eingreifen werde. Die Ehegatten sprachen nur das Allernötigste miteinander. Ihr trauriges Verhältnis lvar längst stadtkundig geworden. Hämisch und frohlockend sahen die Verwandten des verstorbenen Pflastermeisters die Dinge ihren Lauf nehmen. Da sie ein großes Interesse daran hatten, daß es zwischen Friedmar und seiner Frau zur endgültigen Auseinandersetzung kam, so steckten sie sich hinter allerlei Leute, die der Weisteriu zusetzten, sie solle int Hinblick auf die Verkommenheit Friedmars und den Zustand der Wirtstochter in Dietkirchen die Ehescheidungsklage gegen ihren Mann anstrengen. Die Meisterin ließ sich nicht aus der Fassung bringen und antivortete den Zwischenträgern: „Ihr sprecht grat)’, als wärt ihr abgeschickt. No, mir ist's gleich. Ich sag' nur soviel, spart euer Redensarten. Ich lass' mir von keinem nichts kommandieren. Unser Herrgott oben führt mich mein' Weg. Und !vas Gott tut, das ist wohl getan. Und sein eingebor'ncr Sohn hat's den Menschen gepredigt: „Was denn Gott zusamengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden." Daran hall' ich mich. Also ein für allemal: ich tu’ in der Sach' kein' Schrill. Der Friedmar ist und bleibt mein Mann!"----— (Schluß folgt ) Bilder aus Siebenbürgen: Von Lev Grei ner. Die C s ä n g 6 s. Wer sind die Csängös? Auf keiner ethnographischen Landkarte Europas, in keinem ethnologischen Werke dürfte Auskunft über sie zu finden sein. Und selbst in ihrem Heimatland« Siebenbürgen, in dem dieses Volk einen engen Winkel am Fuße der süde östlichen Grenzgebirge zwischen dem TSmöser Und Alt-Schanger Passe bewohnt, ist die Literatur, die sich mit ihnen beschäftigt, kaum nennenswert: man ist fast ganz auf ungarische Quellen angewiesen, deren chauvinistische Färbung mehr zum Amüsement als zur Orientierung des Forschenden dient, und da dieser kleine, unbekannte' und verschollene Volksstamm sprachlich zn den Magyaren gehört, doch durch die örtliche Nähe seiner Ansiedlungen! zu bestimmten, ausschließlich von Deutschen beherrschten Gegenden! mit diesen in einem unaufhörlichen und wenig erquicklichen Konnexe stand, so sind auch die Erfahrmtgen, die man etwa mündlich über die Csangös sammeln mag, nicht eben zuverlässig und durch die jahrhundertelangen nationalen! Streitigkeiten bald zu ihren' GUn.sten, bald zu ihren Ungnnsteu rosig oder rabenschwarz getönt. Zu Füßen der mit ungeheuren Wäldern bedeckten Zwischengebirge, die in den südöstlichen Karpathen den Peatra mare und den Csukäs miteinander verbinden, dehnen sich, streng dem Zuge der Berge folgend, langgestreckt und schmal die sogen. Siebendörfer ans, ein Komplex von sieben Ansiedlungen', von denen vier unmittelbar ineinander übergehen, so daß ihre Grenzen kaum' den Einheimischen bekannt sind, während die drei übrigen iw einer Entfernung von etwa einer Meile unter den WaldhügcM nahe beisammen sitzen. Auffällig ist insbesondere bei dcN Vier- dörfeni das Mißverhältnis zwischen Längens Und Breitenaus- dehniina: fast nur eine einzige endlose Gasse, zu deren Durch- wanderuug mau Stunden benötigt, macht mit ihren eng zusammen!- gebanten, schmalfrvntigen Häuschen di« vier aneinandergereihten Jofstr aus, indes di« SeitengäßcheN nur kurz und bucklig etit Stückchen den Berghang oder die Schlucht hinanklimmeN. dw Bevofternng dicht, der Raum karg ist, ist die Bildung von Platzen, dre etwas Ätemweite in das unendlich glcWnäßtgk, 479 bedrückend eintönige Bild dieser Wohl gespannten HSuscrfchstur Kk bringen vermöchten, vermieden; nur für die Kirchen ist zumeist eilt Ehren raum gelassen, gern auch eine sichtbare Stelle auf dem S>ügel gewühlt. Und dieser Kirchen sind zahllose auf dem kleinen Raume der Vierdörfer: ihre Bewohner sind durch eine wahrhaft groteske konfessionelle Zersplitterung gespalten, und alle geistlichen Kirchen des Abend- und Morgenlandes, Katholiken, Lutheraner, Calvinisten, Unitarier und Orthodoxe, sind in der Gemarkung dieser seltsamen Gemeinden versammelt. Dazu kommt, daß selbst die Gleichgläubigen oft noch in den einzelnen Dörfern in zwei selbständige Kirchengemeinschaften zerfallen, so daß der blinkenden, hohen rind kleinen, kuppligen ustd spitzen Türme kein Ende ist, die sich mit ihren silbrigen Dächern von dem schwächlichen Hintergründe der Waldberge mannigfaltig genug abheben. Die Häuser sind klein, doch meist aus Steinen, selten aus Holz errichtet, und in ihrer Bauart offenbar vom Stile in den Nahen sächsischen Gemeinden beeinflußt, ebenso nüchtern wie in diesen, nur durch ihre prächtigen hölzernen Tore vor ihnen' ausgezeichnet, die mit ihren allerliebsten geschnitzten Bekrönungen und Dächlein in den wechselndsten Mustern und Ornamenten das Individuelle in der sonst überall herrschenden Gleichmäßigkeit auf das reizendste vertreten. Auch die hölzernen Schattendächer, von zwei dünnen Stämmen gehalten, vor den Häusern, mit Bänken oder Sitztruhen darunter, sind von lieblichster Einfachheit, und ein Weib, das Nm Sonnenuntergang, den Säugling an der Brust, unter einem von ihnen ausruhend sitzt, vermöchte man für eine holde Muttergottes zu halten, wie manche von den alten Meistern sie ge- Lüdet haben. Auch das Innere der besseren Häuser, die neben der verräucherten Küche rind dem Wohnraum mit einer „guten Stube" prunken, die man so gut wie nie betritt, wirkt mit seinen bunt Und phantastisch benralten Truhen und dem Stolze seines Besitzers, dem Prnnkbett, auf deut gleich mehrere Strohsäcke auf- geschichtet liegen, die sichtbare Außenseite mit roten, blauen und schwarzen Stickereien auf das herrlichste geziert, sehr lieb und freundlich. Die Bettkissen, schön bestickt, stehen aufrecht zur Schau lind zeugen Dom Meiste der Töchter. Ihr Fehlen glaubt der Hauswirt seinem Gaste gegenüber sofort entschuldigen zu müssen, indem er beklagt, daß er keine weiblichen Kinder habe, die sein Haus ebenso fein zu schmücken verstünden, tote .das des Nachbars. Das Prnnkbett ist nur für den Gast bestimmt, jedoch trotz einer Truhe, die davor gestellt ist, um dem so Geehrten -das Hin- aufklcttern zu erleichtern, Nur mit Mühe zu erklimmen: es gilt, sich mit einem kühnen Ansatz wie auf einen' Heuwagcn hinaufzuschwingen, will man den Lohn der Mühe, in einer schier bodenlosen Flaumenweichheit zu versinken, nicht fahren lassen. So erhebt in den Siebendörfern am Rande der großen Wälder Und rauschenden Wildnisse mit Recht das Bett den Anspruch, als einziger und letzter Luxus der Kultur, als Brennpunkt aller überschüssigen, über die tägliche Notdurft hinausteichenden Bedürfnisse dieser einsamen Ansiedler zu gelten. Und in einer rührend-kindlichen Weise verknüpfen sich mit ihm die Vorstellungen von Reichtum und Uebersluß bei den Bewohnern der Siebendörfer, die eben jene Csängös sind. Ueber den Ursprung des Csängostammes ist nichts bekannt. Fest steht, daß sich seine Ausbreitung ausschließlich auf die Siebendörfer beschränkt; nur einige versprengte Familien finden sich in der Bukowina, ohne daß es erfindlich wäre, durch welche Schicksale sie dahin geraten sein könnten. Manche halten die Csängös für Mischlinge' von Magyaren und Walachen, doch spricht gegeir diese Annahme die Tatsache, daß die beiden Völkerschaften, obgleich in denselben Dörfern beieinander wohnend, fast jede gemeinsame Berührung vermeiden und es in historischer Zeit niemals vorgekommen ist, daß Csängojünglinge walachische Mädchen geheiratet hätten oder Umgekehrt. Andere wieder behaupten, die Csängös seien Nachkommen jener wilden Hordenvölker, die Jahrhunderte lang das siebenbürgische Laitd beunruhigten, der Kumanen rind Petschenegen, doch sind die aufgebrachten Beweise nur vor der patriotisch verdunkelten Vernunft magyarischer Gelehrter haltbar, die eine Ehre darein setzen, alle ungarisch sprechenden Stämme von möglichst schreckenerregenden und durch ihren Blutdurst imponierenden Völkerschaften herzuleiten. Denn daß Europa dereinst vor diesen Völkern gezittert, scheint ihnen auch stuf die Enkel ein Lichtlein des Ruhms zu werfen, so daß man! füglich sagen kann, sie fühlten sich nie behaglicher, als wenn sie von ihren „ wirklichen oder vermeintlichen Vätern recht saftige Und unnatürliche Scheußlichkeiten berichten können, denn die er- hohen die „Gloire" des Enkelstammes. Allein wie dem auch sei, jedenfalls unterscheiden sich die Csängös bedeutend von den vielen sie umgebenden Völkerschaften, sowohl was Eigentümlichkeit der Sprache und Kleidung, als was Sitten und Charakter anbelangt. , Im allgemeinen gelten die Csängös als ein VolksstamM, dessen reiche tätige Kräfte, Fleiß, Bedürfnislosigkeit und Ausdauer leicht toon der hitzigen Endzündlichkeit ihres Temperaments überholt werden. Der Mangel an Ackerland wies die Csängös früh von der Landwirtschaft fort auf andere Erwerbszweige: ehe es Bahnen gab, waren sie die berühmtesten Fuhrleute Siebenbürgens und führ leit Waren bis tief hinab in den Orient und hinauf Nach Budapest und Wien. Ihre örtliche Nähe zu Rumänien und ihre Verbindung mit Händlern und Kaufleuten brachten einen lebhaften Schmuggel nach den Donaufürstentümern in Schwang, der die dem Csängö uachgesagte List und Verschlagenheit und die bis dnf den heutigen Tag währende Unsicherheit der öffentlichen Verhältnisse nicht wenig förderte. Die Siebendörfer sind bei den Nachbarn wohl bekannt dafür, daß Mord und Totschlag auf offener Straße dort nicht eben zu den Seltenheiten gehören, und insbesondere ist es die Ungebrochenheit der erotischen Leidenschaften, die dem Csängö nur zu leicht das geschliffene Messer in die Hand drückt. Das Liebesleben des Volkes ist noch vollständig frei, und man erzählt, daß von Eltern, die sich gegen die nächtlichen Besuche des Liebhabers bei ihrer Tochter sträuben, der Zutritt durch diesen und eine Schar ihm behilflicher Freunde mit Gewalt erzwungen zu werden pflegt. Bei der Arbeit jedoch ist der Csängö ruhig, tüchtig und kennt keine Klage. Das gefährliche Gewerbe des Holzfällers betreibt er mit bewunderungswürdiger Zähigkeit: nur mit Speck, Zwiebeln und Brot versehen, bringt er damit oft Wochen ununterbrochen in den großen Wäldern zu', auf der nackten Erde beim Fichteufeuer schlafend. Als Holzverkäufer wiederum hat er seine Schliche: bringt er die Scheite nach der Stadt zuNt Verkauf, so hat er ein besonderes geschicktes Verfahren, sie so zu schichten, daß er den Käufer über die Menge des Holzes täuscht, und die „Csängöklaster" im Gegensatz zü einer vollen ist daher int. Lande weit und breit int übelsten! Verruf. Seltsam ist das Verhältnis der Csängös zu dem benachbarten Rumänien. Da es ihnen auch an Weideplätzen fehlt, die fast sämtlich int, Besitze der Umliegenden sächsischen Gemeinden sind, so halten viele von ihnen die gewaltigen Riitderherden, die den! einzigen Reichtum dieses Volksstammes ausmachen, jenseits der Grenze auf rumänischem Boden, wo sie den ganzen Sommer verbringen. Für den ärmeren Teil der Bevölkerung bildet Rumänien das Dorado, aus deut immer wieder goldene Früchte zu holen sind, wenn die Kargheit der heimatlichen Verhältnisse mit Not und Elend droht. Dann wandert der Csängö oft mit der ganzen Familie für einige Monate oder Jahre nach Rumänien aus, erarbeitet sich dort Geld und Gut und kehrt erst, wenn ec seinen Zweck erreicht hat, in fein Heimathäuschen zurück, wo er. den Faden seines früheren Lebens unbeirrt dort aufnimmt, toto er ihn fallen gelassen, obgleich er nun so lange in großen Städten, bei Herrschafleil und Adligen unter fremdartigen Verhältnissen gehaust. Merkwürdig ist in den Siebendörfern der Eindruck jener verödeten und verrammelten Häuser, die den Ausgewanderten! gehören und nun, höchstens von einem alten, sonst unterkunft- losen Müttercheir besorgt, der Rückkunft ihres für lange ver- Ken eit Besitzers harren. Insbesondere sind es verlobte Paare, Venn es an Geld zünt Heiraten fehlt, vorerst ein oder mehrere Jahre sich nach Bukarest ober eine andere von den größeren! rumänischen Städten als Mägde und Knechte verdingen, um erst nach ihrer Rückkehr mit den zusamrnengesparten Löhnen den selbst erarbeiteten Hausstand zu begründen. Die alten Trachten und Sitten der Csängös befinden sich, wohl Unter dem Einfluß dieser Verhältnisse, die sie die ttordische, aufs forciert Westeuropäische zugeschnittene Art des rumänischen Städters kennen lehren, bereits im Verfall. Selten Nur noch sieht man einen alten Csängö mit dem charakteristischen starren', um die Ohren zurückgestrichenen, am Nacken flach zugeschmttcnen Haar in weißer Wollhose, deren oberen Teil das außen getragene Hemd verdeckt, gestickter Jacke und riesigem schneeweißen Leder- mnittet, der innen mit LaMmssell gefüttert ist, in den Gassen der Siebendörfer schreiten. Selten auch hört man noch von einem' jener altertümlichen Volksfeste, die die Csängös in reicher Anzahl besaßen; wie das Nahuensest, bei dem die Knaben mit Pfeil! und Bogen nach einem an einem Pflock festgebundeuen Hahne schossen, oder die „borieza", ein wilder Faschingszüg von deutlich asiatischem Ursprung, bei dem die Burschen, das Haupt mit buntbebänderten, schwarzen Lammfellen bekleidet, und unter ihnen! die vier „Kuka", mit gräßlichen Holzmasken versehene Harlekine, unter Sporenklirren und Peitschenschlag roh und bacchantisch durch die Dörfer rasten. Und nur jene mildere Ostersitte, durch zier-i liche symbolische Malereien, die auf den gefärbten Ostereiern airgebracht werden, künstliche Zeichen zwischen Liebenden' hin- und! herzuschicken, hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Die meschuggene Snie. Ein Büchlein, das seinem Leser wirkliche Freude macht, ist unter obiger Ueberschrift im Verlag Georg Müller in München erschienen. 200 Eulen, die im Blatterwalde deutscher Zeitungen unfreiwillig ausgebrütet worden sind, in Freiheit dressiert und vorgeführt von Felix S ch l o e m p, mit einem Bor- und Räch' wort von Otto Julins Bier bäum. Mit lustigen Zeiclp- nungen und komischem Umschlag von dein bekannten Simpli-- zissimilszeichuer C. O. Petersen. — Es ist da eine sehr stattliche Zahl von „Stilblüten", Setzkastenteufeleien und änderest Früchten unwiderstehlicher, unfreiwilliger Komik zufammengetra- gen, daß man bis zum Ende ans dem Lachen nicht mehr heraus- kommt, wenn man einmal zu lesen begonnen hat, Einige Probest dürsten das beweisen. Die Mosaik bilder in der Kuppelhalle des neuen Doms in Berlin. „Nach Westen hin wird dargestellt über der Ministerloge der Spruch: „Selig ssird, die da Leid tragen", auf.der anderen 480 Seite oberhalb der Diplomatenloge: „Selig sind, die da geistig arm sind." Berliner Neueste Nachrichten 1903, Nr. 290. (Doch tvohl etwas zu derber Architektenscherz.) Schönheit»- A b e n d. „Der Wend wird also danach angetan sein, jedem etwas zu bringen: .... den Verehrern eines slotten Tanzvergnügens ein legeres, von j c d e m T o i l e t t e n z w a n g entblößtes K r ä n z ch e n." Franzensbader Tagblatt 1902, Nr. 70. (Es lebe die Nackt-Kultur!) London i m H u r r a m a r s ch. „Die Pferde tragen Rosetten in den Landesfarben an Kopf und Geschirr und — Schwänze n. Jeder- nt an n i st n hnli ch geschmückt." Breslauer General-Anzeiger 0. 11. Mürz 1900. (In London scheinen noch Affenmenschen herumzulaufen, die Geschirre tragen.) Die M a s s e n - B a l l o n f a h r t. „Ein Luftschiffer stieg am Dienstag nachmittag in Stegen bei Bruneck mit seinem Ballon, an einem Trapez hängend, auf. Tausende von Menschen folgten diesem Beispiel." ßeiber Anzeiger v. 6 Nov. 1904. (Das muß eilt großartiges Bild gewesen sein.) Das Schlammbad. „Bürgervorsteher Graefe legt den Kollegien den Dreck in der Ostertorstraße warnt ans Herz." Vcrdener Anzeigenblatt Nr. 5682. Der entfettete Zeppelin. „Es wird erwartet, daß Graf Zeppelin infolge der schlankeren F o r m und größeren Länge eine bedeutend größere Geschwindigkeit entwickeln wird." Königshütter Tagblatt Nr. 245, 1908. (Graf Zeppelin scheint demnach eine Entfettungskur durchgemacht zu haben.) „Lotte Bach auf dem T a u z st u u d e n b a l l". „Hastig entkleidete sie sich in der Garderobe und trat neben der Geheimrätin in den Saal." Rebe Bekenntnisse von E. Georgp, 1902. (Lotte Bach scheint an einem Ball teilgenommen zu haben, der pou durch Artzibaschews „Ssauin" verdorbenen Gymnasiasten arrangiert worden ist.) । Aus: „M inatte von S ö h l e n t h a l". „Heute abend muß sie (die Königin) hinten und vorn lächeln, ich kenne das und weiß, wie sehr es ermüdet," Hamburger Nachr. Nr. 591, 1907. (Selbst einer Königin wird es schwer und ermüdend sein, hinten zu lächeln.) Aus: „Die W aldmühle". „In der Kammer auf dem Bett lag ein gebrochenes M u t t e r h e r z und f l ü st e r t e n n a u f h ü r - lich den Namen Karl vor sich hin." Treffurter Nachrichten 1906, Nr. 120. (Wenn das Herz, nachdem es gebrochen loar, noch geflüstert hat, so wird es sich wohl auf dem Bette hoffentlich erholen.) Verlockend. „Freie Religionsgemeinde, Grünstraße 14 bis 16. Erbauung : Sonntag, den 10. April, vormittags 9^2 Prcd. Tschira-Thema: „Gehet hin, ihr Verfluchten, ins ewige Feuer!" Eintritt frei." Breslauer Morgenzeituug v. 9. Mai 1907. M ö b e l i n s er a „Wollen Sie heiraten oder sonst ein schönes Stück Möbel um billigen Preis kaufen, so besuchen Sie Moosbruggers Betten- und Möbellager," Härtsfeldcr Boten, Nr. 144. (Eine Frau ist doch kein schönes Stück Möbel.) , , Erotik der Eiszeit. „Fabrikbesitzer Krause hielt einen sehr interessanten Vortrag über die Natur und die Heimat der in der Gegend vom Bodensee vorkommenden erotischen Geschiebe der Eis z e it." Neue Augsburger Zeitung 1908, Nr. 202. (Daß der Vortrag sehr interessant war, ist dem Titel nach leicht zu erraten.) Vielversprechend. „Ter ausgezeichnete Flötist Herr Schling wird die d ank- baren V a r i a t i o n e n über „Heute Nacht, du mein herziges Kind" blasen, und ist auch schon aus dem Gesagten zu ersehen, daß ein genußreicher Abend bevorsteht." Salzburger Tageblatt 1903, Nr. 135. (Ten „dankbaren Variationen" des eigenartigen Gedichtes nach muß ein recht zweifelhafter Abend bevorstehen.) Eine „I n t i m e" T h e a t e r - A u f f ü h r u n g. „Es kam ein Schwank zur Aufführung. Tie Titelrolle wurde von Frl. M. . . . ganz brillant verkörpert. Die Zivilund Militärhosenrollen lagen ihr ausgezeichnet, bei der ersteren hätte sie ein klein wenig zugeknöpfter sein dürfen." General-Anzeiger für Nürnberg-Fürth, 25. Febr. 1901. (Und bei den letzteren . . .?) Vermischtes. * Der „verrückte" Stead. „Viel Feind, viel Ehr" kann man von dem eigenartigen englischen Autodidakten, Schriftsteller, Journalisten und Volksfreund William Thomas Stead sagen, der am 5. Juli seinen 60. Geburtstag feierte. Stead gehört zu den interessantesten Individualitäten und originellsten Aposteln unserer Zeit. Er istj der edelste Typus dessen, was der amerikanische Psycholog und Ethiker Flower den Menschen des 20. Jahrhunderts nennt. Auf dem Kontinent sind seine Marotten viel bekannter als seine ebenso zahlreichen wie außerordentlichen Vorzüge und Verdienste. Wie die letzteren zu Hoher Anerkennung, haben jene ihm zu einer ausgedehnten Gegnerschaft verholfeu. Stead würde in Howdon-on-Tyne 1849 geboren und gehörte erst etwa ein Jahrzehnt lang der Redaktion der „Pall Mall Gazette" an, ehe er sich in der von ihm 1890 begründeten „Review of Reviews" sein eigenes großes publizistisches Unternehmen schuf. Als ich ihn 18Q8 kennen lernte, sagte er nur: „In England halten sehr viele mich für verrückt nnd ich bin stolz darauf." Als seine Hauptverdrehtheiten dürfen uns erscheinen seine Vorliebe für Geistergeschichten: sein fester Glaube an Geisterhandschriften: seine — des Äntichauvinisten — Bewunderung für seinen verstorbenen Freund Cecil Rhodes, den berühmten Chauvinisten und Milliardär: seine Art, sich in die russischen Verhältnisse zu mischen: die sonderbare Weise, in der er als Erzpazifist den Weltfriedens^ gedanken durch die Unterstützung des britischen „Zweimächte- standards" zu fördern sucht nsw. Aber all diese Fehler verschwinden gegenüber seinen blendenden Lichtseiten: Energie, Selbstlosigkeit, Feuereifer, zähe Ausdauer int Verfechten edler Menschheitsin- teressen, enorme Ueberzeugungstrene und Gefiummgstüchtigkeit, hinreißende Rednergabe und Schreibweise, unentwegtes Eintreten für Recht nnd Wahrheit, Förderung aller philanthropischen Bestrebungen. Ist es verwunderlich, wenn eine so starke Natur ihre Ecken und Kanten hat? Wie jeder bedeutende Mensch, besitzt auch Stead die Fehler seiner Vorzüge. Man konnte ihn fast einen sonderbaren Kauz, einen wunderlichen Heiligen nennen. Als Ethiker hat er ein ureigenes, scharf ausgeprägtes Wesen, als dessen Gnmdzug mir ein ungemein vielseitiges, zielbewußtes, tiefgründiges Streben nach Annäherung und Verbrüderung der Völker und der Einzelnen erscheint. Daher seine großzügige Tätigkeit int Interesse der Friedenssache (Friedenskreuzzüge, Aus- tanschbesuche zwischen England und Deutschland, schwere Opfer für die Idee der internationalen Schiedsgerichte nsw.), sein Eiip- treten für die Buren gegen die Engländer auf Kosten seiner materiellen Existenz während des berüchtigten Feldzuges, sein Arbeiten für das Züstandekommen der Vereinigten Staaten von Europa. Ein glänzendes Verdienst erwarb er sich vor 25 Jahren durch seine mit Erfolg auf die Verbesserung der Kinderschutzgesetzgebung abzieleude Sensationsschrift „Der Jungferntribnt int modernen Babylon", die ihm drei Monate Gefängnis einbrachte nnd in allen Sprachen übersetzt wurde. Ganz besonders bezeichnend für ihn ist sein Leitspruch: „Bereinigung aller Liebenden im Dienste aller Leidenden." — »t * Anch ein Kompromiß. „Leih mir bitte, zwanzig Mark!" — „Ich werde dir zehn Mark leihen, da verliert jeder die Hälfte!" * Monolog eines M ü n ch e n er s. „Es regnet nun schon drei Tage, was herunter will . . . Wasser scheint selbst int Himmel nicht beliebt zu sein!" * D aher. „Es ist wirklich ein Jammer mit meinem Mann: jeden Abend muß ich ihn aus der Weinkneipe holen!" — „Ja ja, recht traurig: Sie kriegen auch schon eine rote Nase!" * Kleines Mißverständnis. „Sehnen Sie sich Nicht nach einem eigenen Herd, Herr Knebbchen?" — „Ach nee, ich koche auf Spiritus!" * Wer den Augenblick erfaßt. Gast: „Der Koni schmeckt aber recht nach Wasser!" — Wirt: „Ja, ich führe nur noch alkoholfreie Getränke!" Charade. EinZ-zwei verkündet dir einen Strom, An dessen Ufer liegt mancher Dom, Die Drei ist ein Ort, der im Elsaß liegt. Wo Deutsche einst die Franzosen besiegt. Den Rätsels Lösung, ein dreisilbig Wort, Ist ein an der Eins-zwei gelegener Ort. Auflösung tu nächster Nummer.' Auflösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer: Das Spiel d e s L e b e u s s i e h t s i ch heiter an. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universtläts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.