My Samstag den 3. Juli kJ Der arme Lukas. Eine Geschichte in der Dämmerung von Wilhelm Holzamer. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.), 11. Kapitel. ®er urme Luka? hatte sich in die dunkelste Ecke feines Stübchens gestellt, als wollte er sich verbergen. Ich sah ihn nun auch wirklich nicht mehr, ich hörte nur "seine Stimme. Fast wie ein Frösteln überliess mich. Es klang alles wie aus einem Grabe, alles so traurig und doch so hart und anklagend., Ich zitterte, es war mir unheimlich. Eine Angst lag auf mir, als ob einer eine bleierne Hand aus meinen Kops gelegt hätte. Ich war ja noch jung, ich nahm das Leben so leicht. Nun schien mir auf einmal das Leben etwas Schweres und Grausames zu sein, etwas so Großes, Forderndes, Niederstampfendes. Mir war -ganz, als fei es hinter mich getreten, gepanzert, hoch aufgerichtet, und seine Eisenfanst ruhe ans mir. Ich zitterte, und ich duckte mich und hörte dem alten Mann zu wie aus einem Bersteck. Er sprach nun lauter als vorher. Es war, als ob er seine Stimme hören nwllte, jedes Wort noch einmal hören, seine Bitterkeit auskosten wollte. Es war, als wollte er sich mit feilten eigenen Gedanken peitschen. ,, Leben war vor- mir abgefallen," sagte er. „Ich lerne aber weiter. Ich weiß zwar nicht, warum man das • ?och lebt, ivenn's keinen Wert mehr hat. Es gehört wrr.liai Mut dazu, iiicht mehr zu leben. Das ist ein wunder Punkt» m mir. Ich war immer ein Schwächling, un& wie sehr ich einig mit mir geworden bin mit den Jahren, mich gesunden und mich mit dem' Leben zusainmengefunden habe, dieser ivunde Punkt blieb, und vielleicht erzähl' ich alles mm wegen diesem einen. Vielleicht will ich alles jetzt noch einmal Vvr mir sehen und erleben, um darüber hinauszu-i kommen. Ich hofse fast, es tvird mir diese Ruhe werden, die ich mir nun noch ersehne. Nicht von Schuld red' ich lind Schicksal, nur von dieser Willenlosigkeit, von diesem Kraftmangel, daß ich tmS. letzte nie vollbringen konnte. Ich b.iii nun ein alter Mann, und mein Alter tut mir nicht weh. So will ich mir selbst die Schwäche meiner Jugend an» klagen, laut und erbarmungslos, daß sie still wird-, diese Anklage, denn unser Leben ist eine Kette, da darf kein Glied fehlen. Ich will auch dieses letzte Glied mir einsetzen. Es gehört nun einmal dazu." Er schwieg. Es ivar eine erdrückend schwere Pause. Dann wiederholte er geradezu feierlich: „Es gehört nun einmal dazu!" Und nun war mir's wie eine Erlösung, ich fühlte mich erleichtert, ich hob den Kopf wieder und hörte ihm freier zu. Und auch in ihm mußte sich etwas befreit haben, er sprach wieder tote früher, zag und halb flüsternd: „Sie verstehen das ja nicht, junger Freund, aber Sie lernen's einmal verstehen, sicher, Sie leruen's auch einmal. Aenßerlich scheint ja unser Leben so verschieden, aber tuet tiefer sehen kann, der weiß, wie ähnlich es trotzdem ist. Sre glaubeu's gar nicht, wie ähnlich das Leben in uns allen ift Es ändert nur sein Aeußeres, und damit will's uns vor- einander täuschen, will's uns verstecken voreinander. . . Das Leben war von mir abgefallen. Ich ging hinaus m dre schwarze Nacht. Hinter mir fühlte ich das Licht, das Licht aus der Stube, wo ich mit meiner Mutter oft geweint hatte. Es schien jetzt meiner zweiten Mutter, die lächeln durfte. Sie hatte den Kampf gewonnen. Wäre ich innerlich kräftig gewesen, wäre ich jetzt über die Trümmer gestiegen und wäre höher gegangen und höher gekommen, als ich vorher hätte wollen, nur hätte ahnen können. Aber ich war eine zu weiche, tatlose Natur. Ich hatte all meine Jahre nur hingeträumt. Ich gehörte zu denen, die sich dem Leben hingeben, daß es mit ihnen tue nach seinem' Sinn und Willen, daß es spiele mit ihnen. Ich gehörte zu denen, die sich keinen Weg machen, die aber hoch kommen können, wenn eine starke Hand sie-faßt, wenn sie einer führt, der die Verhältnisse um sich beherrscht, daß der Weg nicht zu sehr erschwert werde. Zu denen gehörte ich, von denen man sagt, daß sie „Glück" im Leben haben müssen, und dieses „Glück" gewährte mir das Leben nicht. Nun hatte es auch seinen letzten Trieb in mir vernichtet. Da fiel ich, da sank ich, da verlor ich mich. Da ging ich tastend wie ein Minder, da blieb ich am Wege liegen wie ein Lahmer. Ich ging nicht mehr nach München. Ich hatte kein Ziel mehr. Es war alles in mir ausgelöscht. Ich hatte keine Fordernngeil mehr ans Leben, keine mehr an mich. Wte ich noch leben könnte, ich weiß selbst nicht mehr. Es rst eine tote Zeit in meinem Gedächtnis. Ich habe keine klare Bewugtheit von ihr. Ich habe wohl kein klares Be» wußtsein in ihr gehabt. o Ich lief durch die Welt ohne Zweck und Ziel und Willen. Ich sank von Stufe zu Stufe. Es ist unglaublich, wie rasch das beim Menschen geht. Das ist ein Schrittchen, und er ist unten, offenkundig unten, gleich für jedermann, Es ist, als sei ihm ein Mal ausgebrannt worden. Ganz sicher, etwas ist, das zeichnet einen; das ist unverdeckbar. Nicht Kleider, nicht Manieren verdecken das, und der fiinpelste Mensch hat ein Ange dafür. Am liebsten hielt ich mich noch bei den Bauern auf, weil ich da in der freien Natur fein konnte. Und weil es da für einen, wie ich war, am sichersten ist. Der Bauer hat feine eigene Welt fest begrenzt, er läßt nichts ein und ans und hält alles fertig und ganz. Da verliert man das ewige Hangen und Bangen, da reckt und streckt man sich nicht mehr, da lebt man sich ein ins Kleine, das ein ganzes Stück bleibt. Immer ein ganzes. Ich verkehrte freilich mit keinem Menschen. Ich erzählte nichts, ich fragte nichts, nur mit den Tieren sprach ich und mit den Pflanzen. Da war das Unkraut, das ich ausjäten hals. Warum war's Unkraut? Und nebenan wuchs die Nutzpflanze! Wa- 406 rum wuchs cs auf dem Acker und nicht am Wege, am Rain, wo es stehen konnte, von Menschenhand unberührt, bis seine Zeit gekommen wäre? Da war der Baum, den die Scharmaus vernichtete, da war der andere, dem der Sturm in der Blütezeit die Krone knickte. Waren sie nicht alle Leidensgefährten, Schicksalsgenossen von mir? Ich lernte die Pflanzen und die Tiere verstehen. Ich verstand ihre Schmerzen und Leiben, ihre Krankheiten er« kannte ich und heilte sie. Heilen wollte ich. Ich fand alte Heilmittel für sie, und ich pflegte sie, wie man Kinder pflegt. Sie sollten leben, aber nicht ungeheilt wie ich. Sie sollten nicht hinsiechen. Ich fühlte die großen Bestimmungen in der Natur, im Leben und in allem Sein. Ich fühlte mich ganz eins mit allen, mit Baum und Blume, mit dem Nnkraut am Wege und dein Getreide aus dem fetten Boden, lind Sonne und Wind und Regen und Unwetter, sie kamen ihnen wie den Menschen zu Schaden und Heil, oft nicht deutlich und sichtbar für den Augenblick, und doch zu erkennen, wenn man die Augen aufhalten wollte, wenn man nicht nur das Eine sah und das Heute, sondern das All und das Morgen. Es ist merkwürdig, wo da-? Leben aufstehen will, muh es Leben aufsaugen und vernichten. Aber auch das vernichtete Leben war notwendig, und es lebt int neuen, anders wohl, aber es lebt. Vielleicht bin ich auch nicht vergeblich vom Leben zertreten worden, tröstete ich mich oft. Vielleicht wollte das Leben ein anderes Samenkorn in mich werfen, daß ich ihm Nahrung werde. Ich weiß nicht recht, warum ich überhaupt arbeitete. Um zu vergessen, nicht denken zu müssen, nicht mein Empfinden Herr über mich werden zu lassen, und oft aus Hunger. Ich hielt's wohl nirgends lange aus; nach einiger Zeit packte mich die Unruhe, ich mußte wandern. Alles Leben- versenken, alles Trosteinreden, all das Gründesuchen und Sicheinschalten, es Ivar auf einmal wie weggeblasen; es war mir, als müßte ich mir selbst entfliehen. Ich wanderte und wanderte ohne Ziel. Was ich da an Schwerem erlebt habe, habe ich vergessen. Meine Wanderzeit war wie eine Traum- zcit. Ich ging wie in einem fremden Baun. Entfliehen wollte ich. Ich war ohne Eindrucksfähigkeit und Beziehung zu den Dingen, die von außen an mich herantraten. Tann verlor sich's plötzlich. Es wurde ganz ruhig in mir. Tann blieb ich irgendwo und arbeitete. Was vor mich tarn, arbeitete ich; es war mir alles recht, es war mir nichts zu gering, und ich gewann mancherlei Kenntnisse. Die Jahre hatten viel ausgeglichen in mir. Zuletzt war ich in einem großen, mechanischen Theater. Ich zog mit von Stadt zu Stadt. Ja, Lieber, ich bin so mein Teil herumgeköiunten, und ich habe manches gesehen, was traurig war. Ich habe mich da so unter der Hand gewissermaßen zum geschickten Mechaniker und Uhrmacher ausgebildet. Es war mir eine besondere Befriedigung, das Räderwerk, ob's nun das gröbste oder das feinste war, so zu konstruieren, daß nichts versagte. Ich habe oft im stillen auch ans Leben dabei gedacht; ich habe oft gewünscht, es möchte sein wie so ein Uhrwerk. Und schließlich ist's auch eines. Aber der Uhrmacher ist unbarmherzig, ein Rädchen, dem nur ein Zahn fehlt, das wirft er weg. Wir hatten eine große „Weltuhr". Ich habe jahrelang beständig an ihr verbessert; ich habe die zwölf Apostel geschnitzt und habe das Werk eingesetzt, daß sie erscheinen konnten. Ich habe jede Stunde einem Apostel geweiht, der mitten in der Uhr über diese Stunde wachte, und um zwölf Uhr erschienen sie alle im Kreise, gingen um Christus, der in ihrer Mitte stand, und verneigten sich vor ihm. Aber nicht bloß das, auch das Astronomische habe ich studiert und dem Werk vieles eingefügt, ivas nicht Spielerei, war, sondern wissenschaftlich wertvoll und genau berechnet. In dieser Zeit hatte ich zürn erstenmal wieder Pinsel und Farben in der Hand, und ich machte reichlich Gebrauch davon. Auch die übrigen mechanischen Wunderwerke, die wir zeigten, verdankten vielfach ihr Aussehen meiner Hand. Die Männer mit den beweglichen Lippen, die lachenden Kinder, die beweglichen Augen schöner Frauen stammten alle von mir. Ich wurde von dem Besitzer des Theaters gehütet wie ein Edelstein. Es war ihm freilich nicht schwer, denn ich hatte gar keine Ansprüche; ich zog meine Uhren auf und setzte mich still in eilte Ecke, ohne noch weiter hinzusehen. Ich. wußte, es ging alles von selbst, so wie die ganze Schöpfung läuft, ohne daß der Herr der Welt sein Auge auftut oder seinen Finger rührt. Tann „bosselte" ich wieder in meiner Werkstatt, dachte mir allerhand Schönes und Bewegliches aus und lebte so ein paar Jahre beschaulich, ruhig uiib zufrieden, vielleicht glücklich. Es war mir ein ganz schöner Lohn versprochen. Aber ich habe nie ausgerechnet, ob ich den ganz bekommen habe, ich hatte ja kein Geld nötig. Nur wenn ich Kleider brauchte und Schuhe und Strümpfe, ließ ich mir Geld geben, wie viel, das zählte ich nicht, so viel, als ich gerade nötig hatte. Verlumpen, auch äußerlich, wie ein Bettler aussehen, das wollte ich nicht, und so hielt ich mich ganz passabel, nur ans ein bißchen mehr oder weniger alt kam mir's nicht an. Fast pries ich schon das Schicksal, daß ich doch noch so einen Hafen gefunden hatte. Ta kamen wir nach Mainz. Nach so vielen Jahren wieder in die Heimat, und so ganz und gar ein anderer. Zerbrochen alles, was damals, als ich auszog, Schmuck und Stütze, Wunsch und Ziel gewesen -war. Heimlich oft der Wunsch, nie wieder int Leben den Boden zu betreten, dein mein Leben entsprossen war, und doch wieder, heimlich viel und manchmal laut, die Sehnsucht nach der Heimat. Das liegt bei uns so im Blut, wir kommen nie los davon. Gerade wie wir nie ganz unsere Sprache aufgeben; so lange wir auch fort fein' mögen, so weit auch, man hort's uns immer an. Und daun der Rhein! Es ist etwas Eigenes, das wird man nicht los, das ist überall der Maßstab. Dem Rhein vergleichen wir hält alles, und dem Rhein hält kaum etwas stand in der Welt. Wie leichtfertig und oberflächlich geradezu wir auch daheim an bett Dingen Vorbeigehen mögen, dranßen in der Fremde werden sie uns alle wichtig und wert, und dann packt es uns doppelt stark, wenn wir den Heiiüatbodeu wieder betreten. So war's mir nun. Ich schlich herum wie ein Ster-, bender. Es war alles wieder aufgebrvchen in mir; es stand alles wieder lebendig vor mir, was mir lieb war, was mir leid war. All das Aeußerc, all das Innere, und ich hielt'S nicht mehr aus, ich mußte mein Dorf wird n. Mein Torf! Die Wiesen, den Bach, die Wingerte an den Bergen rings, unser Häuschen, die Mühle im Tal, die Pappel am Wehr, den Friedhof! Die weiße Landstraße mit der Allee, die durch die grünen Wiesen schnitt, die Dörfer oben auf den Höhen, die herablugteu wie wach-s same Kriegsknechte! Tas stand mir jeden Augenblick von der Seele, das malte sich mir wunderbar aus. Das quälte mich. Diese Sehnsucht: noch einmal all das sehen, noch! einmal all das in sich aufnehmen! Im Sonnenschein, in der Dämmerung, in der Stille des Abends, wenn die Glocken der Dörfer auf den Höhen den Feierabend läuteten, am Morgen in der Frühe, wenn die ersten Hunde bellten und der erste Rauch aus den Schornsteinen aufstieg. Diese Sehnsucht! Und diese Angst, das alles anders zu finden, nicht mehr so ansehen zu können, nicht mehr mit den weiten, genießenden Augen, nicht mehr mit dem vollen Herzen. Und das andere, das sich vielleicht in diesen Bildern versteckte, das ich nicht zu denken, mir nicht zu gei stehen wagte, und das doch das mächtigste war in mir, das in mir brannte wie Feuer, mich durstig machte zum Verschmachten: Sie! Sie! Ihren Namen wagte ich mir nicht zu sagen. Was sie mir war, was sie mir sein könnte, wagte ich nicht im leisesten zu denken. Nicht zu denken wagte ich, daß eS mich zu ihr trieb. Meine Heimat wollte ich noch einmal sehen, mein Torf, dem meine Jugend gehört hatte, das mir gehört hatte, da das Leben noch vor mir lag wie ein Gärten, darin wir nur zu wandeln brauchen, im Sonnenschein, zwischen! Blumen und geschmückten Beeten, und int kühlen Schatten,- und so glücklich sind ... So trieb mich's heim. (Fortsetzung folgt.) Trunksüchtige Tiere. Die betrunkenen Ratten von Rochester haben unlängst in der Presse viel von sich reden gemacht. In Rochester war ein großes Whiskhlager in Braud geraten, und an den aus- laufenden Schnapsbächen hatten sich die Hafen- und Kanalratten der Gegend derart die Bäuche vollgesofsen, daß man sie an den folgenden Tagen zu Tausenden in vollkommen bezechtem Zustand auf den Straßen und öffentlichen Plätzen in der Nähe der Brandstätte herumtorkeln sah. Natürlich wurde von der Gafsenjugend sogleich eine große Razzia — 407 Vermischtes. * Anfiingc der Luftschifsahrt. Bei den großen Fortschritten, die die Luftschiffahrt in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, ist es wohl von allgemeinem Interesse, etwas über die Erfindung und die Anfänge dieser Wissenschaft zu hören. Die Luftschiffahrt ist nicht etwa ein Erzeugnis der Neuzeit. Scho-, im Jahre 1670 gab der Pater Francisco Lona ein Werk heraus, in bcm er von großen luftverdünuten Hohlkugeln spricht, mittels derer man sich in die Lust zu erheben vermöge. Etwa 40 Jahre später, am 8. August 1709 erhob sich in Lissabon der Pater Bartholomeo Luren^o de Gusman in einem mit warmer Lust gefüllten Ballone bis zu einer । habe zwar noch nie ein beschwipstes Huhn gesehen, aber I wer Jahren erzählte Brinkmann in einer naturwissen- | Pchuftllchen Zeitschrift ein artiges Geschichtchen von einem ! sockel, der allemal, wenn er geschnapstes Fiitter erhalten hatte, durch unaufhörliches Krähen, Fliigelschlagen und ein I sehr herausforderndes Benehmen seinen Rivalen gegenüber I hoolllch zu erkennen gab, wovon ihm der Kamin so ge- I Mobilen war. er ober in nüchternem Zustand weder an I "eibeskrasten noch an Mut den Nachbarsleuthähnen ne» I wachsen war, während doch der Beobachter und feine Brüder 'hren Ltolz darein setzten, daß ihr Hahn sich den Nachbargockels überlegen zeigte, so gaben ihm die Knaben auf den Rar eures wohlwollenden Freundes in Form von geweichten Brottugelchen eine Dosis Alkohol ei». Tann rannte er allemal wieder dein Kampfplatze zu und hatte Wirt ivie ein I Hermles, auch wenn ihm noch so viele Feder>r ausgerupft j wurden. Einmal verlor er sogar ein Auge in der Schlacht Trotzdem kämpfte er weiter — und.siegte. Aber ein ander» mal hatten die Knabe» das Quantum doch zu stark deine sen- I pw ?wlgc war, daß der Gockel das Gleichgewicht verlor, sich slugelschlagend und schreiend auf die Seite legte und bis I zum nächsten Tag total betrunken war. Zum Alköhol- I gegner hat ihn das Erlebnis aber doch nicht gemacht: er I !.9nWc ruhig weiter. Auch von gezähmten Krähen habe ich I ähnliches schon gelesen. I Bon den ausgemachten Süffeln, die es unter Stu- I deuten- und Wirtshunden gibt, soll erst gar nicht gesprochen I werden. Ter Alkoholgenuß pflegt ja bei diese». Tieren, wenn er erst zur Gewohnheit geworben ist, nur allzu oft I bep recht bösen Folgen zu enden, indem das berauschende Gift mit der Zeit auf das Nervensystem recht schädlich ein» wirkt, den Körper zerrüttet, die natürliche» Instinkte verwirrt und den Charakter der Tiere total verdirbt. Hunde, die anhänglich und gutmütig waren, verwandeln sich in | bösartige, launische, zänkische Geschöpfe, vor deren gelegen!» 110)0» Tobsuchtsanfällen schließlich nicht einmal ihr Herr mehr sicher ist. Zuletzt kriegen sie regelrecht das Delirium und gehe», sich selbst überlassen, langsani daran ein. | . Auch Pferde, Ziegen, Schafe, Ririder, Schweine. Ele- saute», Bären, Affen nud Katze,i sind .als Gelegenheitsliebhaber von Alkohol oder alkoholhaltigen Substanzen, wenn sw nur eine sonst für sie schmackhafte Form habe», bekannt iind lassen sich, je nach individueller Beranlagnng, leichter oder widerstrebender an seinen dauernden Genuß gewöhnen -- lehnen ihn aber auch unter Umständen nach der ersten Probe für alle Zukunft hartnäckig ab. Die größte» individuellen Verschiedenheiten scheinen i» dieser Hinsicht bei Katzen zu bestehen, während Mäuse gar nicht erst der menschliche» Anleitung bedürfen, um einen Tropfe» Wein oder Krrfch recht schmackhaft zu finden. So berichtet Zell nach einer andere» Quelle, lute ei»e Dame einst beim Betreten ihres Kellers ein eigenartiges, singendes Piepsen vernahm, als dessen Urheberin schließlich eine Waldmaus ermittelt wurde, die neben einer Flasche Malaga saß und nicht im entferntesten aus Davonlaufen dachte. „Die Dame holte Hilfe und mit Heeresmacht wurde in de» Keller gezogen." Die Maus war mit ihrem Liedchen noch nicht fertig, blieb jtpen und wurde schließlich mit einer Zange gefaßt. Bei näherem Zusehen stellte sich heraus, daß die Malagaflasche auslief, daß bie Maus tüchtig angetmselt war, und daß rrngs um die Sickerstelle ein ganzer Kranz von Mäusemist lag; der verhaftete Triinkenbold hat also hier schon länger em Gelage gefeiert. Aehnliche Geschichtchen finden sich noch einige in der Literatur erzählt. Die Ratten von Rochester stehen also keineswegs vereinzelt da. Sie haben nur getan was Mäuse gemeinhin scheinen nicht lassen zu können ___ A. K. ftuf die Trunkenbolde veranstaltet, und mancher kam in seinem Rausche elend um. Anschließcud hieran bringen die „M. N. N." eine nette Abhandlung von A. K., die wir nachstehend wiedergeben: Bekannte von mir haben sich gemindert, zu hören, daß auch die Ratten zu den entschiedenen Alkoholfreunde» gehören sollen, die es da und dort im Tierreiche gibt. Sie meinten, von Natur aus verabscheue wohl jedes Geschöpf das. Berauschende, so ungewohnt riechende Gifte, und es sei immer erst der Mensch, der die Tiere auf Schleichwege» au den Alkohol gewöhnen müsse, um ihnen seinen Genuß schließlich als begehrenswert erscheinen zu lassen. Tas ist aber nicht richtig. In der Gelegenheitsliteratur, die es über diesen Gegenstand gibt, finden sich zahlreiche Beobach- tungeil verzeichnet, die von allem eher zu erzählen wisse», als von einer natürlichen Gegnerschaft der Tierheit gegen berauschende und betäubende Getränke. Schon bei den Insekten fängt die Freude an einem guten, süßduftenden Schnäpschen an. Wenn wir in unseren .Gymnasiasteniahreii seltene Nachtfalter auf bequeme Weise sangen wollten, rührten wir in einem Schusselchen ei» paar Wei voll Quitten- oder Johannisbeergelee mit einem Klemen schnapsgläschen voll Apfeläther an und bestrichen damit an Waldrändern, in Blumengärten und Wiesenqrün- deil etliche freistehende Bäume. Am ander» Tage lagen crt,l!t~..Ur Schmetterlinge, oft zu Dutzenden, betrunken auf den Tilchern, die Wir rund um de» Stamm am Boden hmgebreitet hatten. Ich emfimte mich auch, daß wir einst, um der Insassen eines Hornissennestes, das sich i» einem hoh e» Birnbaum unseres Obstgartens angesiedelt hatte ; habhaft zu werden und mit den Arbeitern zugleich auch die Königin zu erwische», eine mit Sirup gefüllte Schale I i» der Nahe des Flugloches aufhingen. Als sich die Tiere dann au einen regelmäßigen Besuch dieses Futternapfes gewohnt yatten, inischten wir dem Sirup eine Dosis Alkohol I unb träufelten^eine spur davon an den Eingang zum lchgr stunden später lag die ganze Horuisseii- ge,ellschaft mitsamt der Königin schwer berauscht in einem unter der Schale aufgespannten Tuch oder hing betrunken I m ber Nahe an den Zweigen.und ani Boden auf den Grcis- palmen herum. Einige lagen mich tot oder halbtot mitten in der fufjen Pfütze. Wespen und Bienen fallen ebenso e.7 olnemgirteii schnapsigeii Sä ft le in zum Opfer. Wer Halle nicht schon im Herbst gelegentlich einmal eines dieser j Lrere ans einem Obst- oder Tranbentresterhaufen gefunden: I bon Dem gegorenen Safte so beschwipst, daß es kaum mehr s» kriechen imstande war, geschweige denn noch fliegen | foiitue. schwerkrank liegen sie umher, fallen bei ihren I unbeholfeneii Krabbelversuchen bald auf den Rücken, bald aus die Seite und würgen unter Umftnnbcn auch den tücki- wieder heraus. Je nach der Schwere des Rausches erholen sie sich aber dann nach zwei bis sechs I ^^der sind jedoch, wie der Däne Petersen (glaub' Wea Pnicht mehr imstande, de» ö» ihrein Reste oder Stock zurückziifinden. Alle Ge- ps'Ap^s'bi.der, mit deren Hilfe sie sich zu orientieren pflegen I fc'1 ^luiiicritngenjinb ausgelöscht, und wenn man bi? | Ein Biene!,vm/^bw Heim znrückbringt, sind sie verloren. I Zlenenvolk, das an einen neuen Ort versetzt werden I unb die al.e Heimat vergessen soll, braucht deswegen nur betäubt zu werben; nach dein Erwachen aus dem Rausche | " Nch die Insekten an ihrem neuen Standplatz in berjeWon .ibciie ein, wie sie s beim ersten Ausflug au dem I m ^Zten und bleiben bestimmt. Das offenbare Unwohlsein, das dem ersten Rausch zu folgen pflegt, hält I übrigens? eine Biene oder Wespe nicht ab, sich ein zweites I Jtal öu betrinken; sie fallt immer wieder auf de» „vor- I ä1äme»!iförd™i! muß er f» halb , systematischen Versuche» würde sich wahrscheinlich I urf; mancher biedere Feld- und Wiesenbürger aus dem weiten Reiche der Gliederfüßler als Alkoholliebhaber ent» S,CP ^buke da besonders an die »aschigen Ameisen- I itbftafei arten; vielleicht liegen sogar schon diesbezügliche I lw- Jur heilte möchte ich nur noch ein paar Worte über Vogel nnb Säugetiere sagen. Man hört in Süddentschland zuweilen die Redensart: h'chww 'me ein Huhn". Aber man sollte die Worte mit K°-ficht gebrauchen. Es gibt eben Hühner von allerhand nii .,no Darunter auch solche, die in Schnaps geweichtes I -orot sicher ebenso gern fressen wie trockenes Brot. Ich | 408 Höhe von 200 Fuß. Den zweiten derartigen Versuch unternahmen am 5. Juni 1783 zu Annonay die Brüder Stephan und Joseph Montgolfier, mit beni nach ihnen „Montgolfisre" genannten Ballon. Einen Monat daraus ließ auf dem Marselde zu Paris Prof. Charles einen mit Wasserstoff gefüllten Ballon steigen. Dadurch wurde natürlich das Interesse von ganz Frankreich erregt und als am 7. Januar 1785 Blanchard und Dr. Jeffries (Kanada) gar eine überseeische Fahrt (Dover—Calais) unternahmen, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Doch diese Begeisterung legte sich bald wieder, als man bei der Lenkbarkeit ungeheure Schwierigkeiten vorfand, llnb erst wieder in neuerer Zeit ist man an dieses Problem, das Graf Zeppelin so großartig gelöst hat, herangetreten, da das (lenkbare) Luftschiff für wissenschaftliche wie militärische Zwecke von äußerst großer Wichtigkeit ist. * Napoleons A b s ch i e d von Josephine. In dem Leben Napoleons ist die Trennung von Josephine eine der ergreifendsten menschlichen Augenblicke, die der große Kaiser erleben mußte. Zum ersten Male werden jetzt die Erinnerungen Constants, des treuen Kammerdieners «Napoleons, bekannt, der beit letzten Abend, den Napoleon mit Josephine vor der Trennung verlebte, schildert. Den ganzen Tag über hatte hie Kaiserin geweint; um ihre Blässe und die geröteten Augen zu verbergen, hatte sie einen großen weißen Hut aufgesetzt, der mit einer Schleife unter dem Kinn befestigt war. Beim Mahle hielt der Kaiser die Augen gesenkt; man bemerkte aber, die konvulsivischen Zuckungen, die immer iviederkehrend sein Gesicht durchbebten. Wenn er den Blick erhob, schaute er auf Josephine und in seinen Augen spiegelte sich 'tiefer Schmerz. Die Speisen wurden eigentlich nur zum Schein serviert, denn beide genossen kaum etwas; schweig- sam verlief die Zeit, man hörte nichts als tote das eintönige Klirren der auf den Tisch gestellten und wieder fortgenommeneck Teller, das Kommen und Gehen der Diener, und das leise nervöse Klappern, mit dem.Napoleon mechanisch mit dem Messer gegen sein Glas schlug. Ms der Kaffee gereicht wurde, bot der Diener wie gewöhnlich der Kaiserin das Tablett, damit sie dem Kaiser Kaffee und Likör einschenke; aber der Kaiser nahm den Likör selbst, schenkte sich selbst den Kaffee ein, nahm Zucker; seine Blicke waren dabei unausgesetzt auf Josephine gerichtet. .Daun leerte er die Tasse. Schließlich gab er ein kurzes ungeduldiges Zeichen, daß die Dienerschaft sich zurückziehen solle. „Nach wenigen Mi-- itueeit", so berichtet Constant, „hörte ich Schreie: erschreckt eilte ich in den Saal, wo der Kaiser und die Kaiserin allein zurückgeblieben waren. Plötzlich öffnete Napoleon die Tür. Die Kaiserin lag auf dec Erde hingestreckt, sie weinte und schrie mit einer halb erstickten Stimme, die jedes Herz erschüttern müßte: „Neiri, nein, Ihr werdet das nicht tun, Ihr könnt nicht wollen, daß ich sterbe." ; * Ist es ratsam, Kindern geistige Getränke zll geben oder nicht? Darüber besteht immer noch bei vielen Eltern und sonstigen Erziehern Unklarheit. Eine maßgebende und wissenschaftlich zuverlässige Stelle, die niemand Parteilichkeit nach der einen oder nach der anderen Seite vorwerfen wird, hat darüber neuestens klar und bündig ihr Gutachten abgegeben, das Reichs- Gesundheitsamt in seinem „Gesnnoheitsbttchlein", das einen längeren Abschnitt über die alkoholischen Getränke enthält (neueste Auflage von 1908): „Für Kinder ist der Alkohol ein schlimmes Gift; Bier, Wein und namentlich Branntwein sollte statt Kindern bis zum Ablauf der Entwickelungszeit (14. bis 16. Lebensjahr) überhaupt nicht geben." Sehr beachtenswert ist auch die unmittelbar vorangehende Stelle: „Besonders verhängnisvoll ist es, daß Trunksucht der Eltern nur allzu häufig eilte schwächliche, geistig wie körperlich minderwertige Nachkommenschaft zur Folge hat, deren Entwickelung oft noch durch Vernachlässigung der Pflege und Erziehung ungünstig beeinflußt wird." * „p. f." usw. In dem von der Kaiserlichen Ober-Post- direktion zu Berlin herausgegebenen „Postbuch für Berlin und Umgegend" heißt es auf S. 221 f. unter „Drucksachen": „Weitere Zusätze oder Aenderungen als die nachstehend unter 1—15 bezeichneten sind nicht zulässig: 1. auf gedruckte» Visitenkarten, sowie auf Weihnachts- und Neujahrskarten die Adresse des Absenders, seinen Titel sowie mit höchstens 5 Worten oder mittels der üblichen Anfangsbuchstaben („U. G. z. w.", „p. f." usw.), gute Wünsche, Glückwünsche, Danksagungen, Beileidsbezeigungen oder andere Höflichkeitssvrmeln handschriftlich hinzuzufügen." Und in Kalendern und ähnlichen für die breiten Massen berechneten Lchriften steht noch immer zu lesen, daß man für Besuche die oemmiten französischen oder auch deutschen Mkürztmgeu auf die Karte schreibe. Sollen wir da nicht entschieden Einspruch dagegen erheben, daß wir ans französisch unseren gesellschaftlichen Ver- psttchtnugen genügen, und nur berechtigt sein sollen, „ober auch deutsche' Abkürzungen zu wählen? Wir behaupten vielmehr das Recht und die Pflicht zu haben, nur. deutsch unser Beileid zu äußern, Glück zu wünschen, Abschied zu nehmen und dergleichen mehr. Dabei macht es uns gar nichts aus, daß die Reich-wob sich ebenfalls auf p. f. einläßt. Sie muß eben — schlimm genugi — -dem bestehenden Zustande Rechnung tragen. An uns liegt es allein, diesen Zopf längst überwundener Geschmacksverirrung endlich einmal gründlich zu beseitigen. Aber Hand aufs Herz! Nicht wahr, int Laden „Besuchskarten" ober noch besser „Namenskartcn" zu bestellen, dazu gehört mehr, als der Durchschnittsdeutsche gewöhnlich bei solcher Gelegenheit besitzt, nämlich der Mut bet Aufrichtigkeit! Wie peinlich auch, wenn Labenfräulein ober -männ- lein verständnisinnig erwidert: „Ach, Sie meinen Visitenkarten'" — Und nun nehmen wir das p. c. einmal etwas ernstlicher vor Angeblich, nein, vorgeblich, heißt es pour „condoler". Ja, aber lieber deutscher Michel, eilt Zeitwort „condoler" gibts ja int Französischen gar nicht! Aus dem lateinischen condolere ist wohl durch Ableitung condoleance entstanden, s. z. B. com- pliment de condoleance = Beileidsbezeigung, lettre de c. = Beileidsschreiben, faire sa visite de c. --- seinen Beileidsbesuch machen n. ä. m.: aber das eigentliche Zeitwort lautet condouloir, nur gebräuchlich in der Nennformweudung: se condouloir avec q. sur qc. = jemand fein Beileid über etwas bezeigen. — Also Französisch gebrauchen, das gar .feilt Französisch ist, ähnlich wie auch bei unseren schönen Ausdrücken Parterre, Restauration u. dgl. m. ? Es ist und bleibt die alte leidige Sucht nach beut Fremden in uns wach und lebendig, und sie überwuchert gar zu leicht die zarten und doch so gesunden und lebensberechtigteil Regungen bet kämpfenden Volksseele. * B ü h n e n scherze. Eine französische Zeitschrift weiß mancherlei von Scherzen zu erzählen, die sich Schauspieler selbst in den .heiligen Hallen bet Comödie Frantzaise erlauben. DaS Opfer solcher Scherze war in früheren Jahren gewöhnlich der alte Lauaier. Eines Abends spielte et in Dumas „Fraueillon" bett Marquis von River-olles. Im dritten Akt schließt seine Szene mit Henri de Shmeux mit folgenden Worten: Herr von Symenx, sind Sie Jäger?" — „Natürlich." — „Wollen Sie eine Treibjagd in Rivervlkes mitmachen?" — „Mit Vergnügen." — „Wir können schon morgen abreisen." Nun geschah es aber, daß, als .Laugier die Frage stellte: „Herr von Shmeux, sind (sie Jäger?" sein Partner nicht erwiderte: „Natürlich", sondern wider Erwarten „Leider nicht!" Laugier tvar ganz erschrocken, faßte sich aber sofort und improvisierte: „Dann sind Sie wohl ein Freund des Angelsports?" — „Leider auch nicht!" rat« gegnete unerschütterlich bet boshafte Henri de Shmeux. Laugier standen die Haare zu .Berge, aber er mußte mit Gewalt und nm jeden Preis die Situation retten, und et war geistvoll genug-, dem grausamen Spiel ein Ende zu machen, indem er leichthin' sagte: „Mit Ihnen ist wirklich nichts anzufangen, mein Lieber. Kommen Sic aber trotzdem nach Riverolles, man wird Sie schon auf irgend eine Weise zu unterhalten suchen." * Polizei W a ch e. Bor dem Rathause eines deutschen Städtchens — und sicherlich ist es nicht das einzige, wo solches vorkommt — steht eine Tafel mit der Aufschrift: Polizei Wache. „Nach diesem Muster wird man — so sagt die Fachzeitschrift „Werkstatt-Plauderei" — wohl auch bald schreiben Kirsch Baum, Sprach Lehrer, Kleister Topf. — Wie man so Wörter sinnlos aus- eiitanderreißt, so leimt man sie auch zusammen. Es steht an einer Straßenecke geschrieben: Neuerwall." Wenn die genannte Zeitschrift, die sich bisher auch durch sprachliche Tüchtigkeit auK gezeichnet hat, diesen Beispielen in reizendem Wechsel —- beult variatio delectat — folgen wollte, so würde in Zukunft auf ihrem Titelblatt stehen: „Werkstatt Plauderei, Fach Zeit Schrift für die Holz Industrie", und die Ueberschrift für einen der nächsten Aufsätze würde lauten: „Neuermöbelstil". Aber Scherz beiseite! Es ist sehr zü bedauern, daß das gute Beispiel, baS1 die Berliner Stadtverwaltung und einige andere geben, nicht auch für alle anderen deutschen Städte maßgebend ist. Es ist schon schlinmi genug, wenn Geschäftsinhaber die sprachliche Form ober die Schreibung ihrer Firmenschilder der Willkür von Malern und Lackierern überlassen: Gemeindebeamte sollten eine Ehre darein setzen, daß die.Aufschriften an öffentlichen Gebäuden und die Straßennamen sprachlich wichtig seien. Treffend. „Hatte der Dallesheim es denn nötig, eine' so alte Frau zu Heiraten?" — „Wer einle alte Frau heiratet, hat es immer nötig!" * In der Rag e. „Die Müller grüßt mich nicht einmal.. Ja, glaubt denn die dumme Gans, sie ist etwas anderes als ich? Geographisches Werschiebrütfel. Mexiko, Cuba, Habana, Haiiti, Florida, Jamaica. Vorstehende Namen sollen derart untereinander geschoben werden, das; eine Buchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, den Namen einer Insel ergibt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Hobel, Zobel. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiudruckerei, N. Lange, Gies-ew