Zamstag den 2. Oüober W ms Rhemlandstöchter. Roman von Clara Bi ebig. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Es zog furchtbar auf der Schiffsbrücke. Die dunklen Wellen des Stroms wurden vom Wind gepeitscht; am Himmel jagten sich Wolken, für Augenblicke schimmerte ein klägliches Monolicht vor, aber es wurde gleich wieder verdeckt von neuen schwarzen Ballen. Vereinzelte Regentropfen klatschten gegen die Scheiben der flackernden Laternen. Frau Rätin Dallmer ließ sich von Hauptmann Xylander führen; die Chausseenachbarn hatten sich nach Schluß des Balles zusammengefunden. Acngstlich klammerte sic sich an den stützenden Arm, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen; sie sah und hörte nicht. An ihrer andern Seite stapfte mutig Frau Elisabeth; sie hatte großmütig auf den Arm ihres' Mannes verzichtet, Ivar trotz des schlechten Wetters bester Stimmung und plauderte munter von Toiletten, Cour- machereien und allem möglichen. Hinterher wanderten noch zwei Gestalten; Nelda und ihr Tänzer vom heutigen Abend, Leutnant von Rainer. Er hatte um den Vorzug gebeten, sich den Damen anschließen zu dürfen, er wohnte auch drüben, unweit der Brücke. Drunten auf der Straße, entfernt vom Ballgetriebe und Späherblicken, war Fran Rätin gnädiger; schließlich warS doch immer nett, wenn die Tochter verehrt wurde, und angenehm, den Heimweg unter doppeltem Schutz zu machen- Es war schon spät — zwei Uhr — das Leben vollständig erloschen. In der Häuserreihe längs des Rheins, selbst in den großen Hotels am Landungsplatz, keine Beleuchtung mehr; oben auf dem Ehrenbrettstein noch ein einsames Acht, wie ein schwach schimmernder Stern glomm es nieder. Daniel schaukelte die Rheinflnt; die zwei, drei Laternen au den Pfühlen warfen zitternde Kringel drüber hin. Ein Sausen war in der Luft, ein Rauschen im Wasser, die Brückenbohlen schlitterten leicht. r „Wenn wir jetzt versänken," sagte Nelda plötzlich. „Um Sie wäre es schade, um mich nicht!" Rainers Stimme hatte einen bitteren Toiifall., Sie blieben beide stehen, lehnten sich über's Geländer und schauten hinab. DaS Wasser ging hoch. Eine bange Kühle stieg von nuten herauf und machte Neida erschauern; sie hatte den Mantel gelockert, damit er den kleinen .Kamelienstrauß an ihrer Brust nicht zerdrücke, nun zog sie ihn fester nm sich. „Geht cs Ihnen auch so wie mir?" fragte die Stimme ihres Begleiters. „Wenn Sie am Wasser stehen und hinein sehen, packt Sie da nicht auch die Lust, hinab zu springen und sich int Untergehen willenlos treiben zu lassen, Gott weiß wohin?" „Nein, das kenne ich nicht," — Ite wandte ihm das Gesicht zu — „da müßte ich sehr unglücklich sein. So unglücklich, wie ich es mir jetzt gar nicht denken kann. Ich will nicht nntergehen ohne Kampf, ich würde mich wehren, ja, bis zum Letzten. Nur nicht so kraftlos versinken! Ach" — sie lockerte den Mantel wieder und warf den Kopf zurück, mit geblähten Nasenflügeln sog sie die frische Luft ein — „so unglücklich ist niemand, daß er ganz und gar die Courage zu verlieren braucht!" „So — meinen Sie?--> — Ich bin so unglücklich!" Heraus to'ar'd. Er hätte das Wort gern zurückgerufen, laut- gesprochen kam's ihm übertrieben vor; lächerlich, einem jungen wildfremden Mädchen seine Gefühle auzuverteauen! Es war gegen jede Form. Sie sah ihn an, ein grenzenloses Mitleid übertam )ic; ein Mitleid mit Unverstandenem, mit ihm, mit der ganzen Welt. Ihr Herz klopfte rascher, ohne Bedenken streckte sie die Hand aus dem Mantel und faßte nach der seinen. „Sie dürfen nicht so unglücklich sein — nein, nein!" Gesteigerte Erregung klang aus ihrer Stimme; der Tanz', die Musik, die ciirfame Nacht, die Uebermüdnng machten sich geltend, sie wußte selbst nicht, was ihr so unbedacht: über die Lippen glitt: „Ich kaitn's nicht gut anhören!" . Er führte ihre Hand an seinen Mund, dann ließ er sie fallen.---— „Nelda, Nelda! Herr von Rainer! Schneller, schneller! Wie ein Trompetenstoß klang die helle Stimme der Fran Haupt mann durch die Nacht. Die beiden Nachzügler setzten sich in Trab, stillschweigend liefen sie nebeneinander her, am Brückenende holten sie die andern ein. _ „Nicht so langsam," slüstcrte Paul Xylander verstohlen an Neldas Seite, „die Mama ist ärgerlich!" Lächelnd zwinkerte das Mädchen t>em guten Freund zu, ein Wort war nicht möglich, denn Fran Rätin faßte jetzt ziemlich energisch das Handgelenk ihrer Tochter: „Komm hierher, Nelda!"" Sie war wieder ungnädig. Die schmutzige Chaussee patschte unter den Füßen; es wurde wenig mehr gesprochen, jeder hatte zu achten, wohin er trat. Endlich war die Tür des Dallmerschen Hauses erreicht. „Mein Gott, der Papa ist noch wach?" Nelda Ivies hinauf zum Zimmer des Vaters, wo noch Licht jcrjtm» inerte. „Der gute Papa, er wacht für mich!" , Sie klingelten, das Licht im Fenster verschwand, durch die 'stille hörte man innen die S iege knarren. Mtte Nacht, "gute Nacht, meine Herrschaften, lassen Sie sich's wohl bekommen!" , m r, „Gleichfalls! Gute Nackt, gnädige Frau! Gute Nacht, Fräulein Nelda, lassen Sic sich bald bei uns sehen — gemütlich, ohne ansagenl" Allgemeines Händeschütteln tuib Empfehlen. „Gute Nacht", sagte Nelda, und ihre Hand ruhte einen Augenblick länger in der des jungen Mannes. ' „Nettes klngeS Mädchen," dachte Leutnant von Ramer, als er allein die Chaussee nach Ehrenbreitstein zuruck- 614 fcf)ritt. „Wer selbst wenn sie mir noch tausendmal besser bastele, als sie mir gefällt — für mich ist ja alles ausgeschlossen — für immer!" * Regierungsrat Dallmer hatte lange auf seine Damen gewartet; blaß und übernächtig stand er im Flur vor ihnen, die Lampe in der wachsbleichen Hand mit den vor- tretcnden blauen Wern. Er hüstelte. „Nun, mein Kind, wie war's?" . Statt der Tochter antwortete die Mutter, sie brach in enteil Strom von Klagen aus. Alle hätten es gesagt — ganz abscheulich, der Mutter zum Trotz! Ein Kreuz, mit Neida auf den Ball Zu gehen! Und so weiter, und so weiter. Nelda stand in Mantel und Kapuze und ließ alles ruhig über sich ergehen, sie horte gar nicht, was da gesagt wurde. ^etzt trat sie auf den Baier zu und schlang beide Arme um feinen Hals. , "Papa, diesmal ist's doch ein Fortschritt," lachte sie fröhlich, „ich habe zwei Kvtillonbnketts, das eine von Xylander, das andere — riech mal!" Sie nahm das kleine Sträußchen, eine rote Kamelie und wenige Veilchen, von der Brust und hielt es ihm entgegen. „Schön, nicht wahr! Und nun gut' Nacht, ich bin todmüde!" Sie küßte den Vater wiederholt und strich der Mutter über die Wange. „Solch eine gräßliche Tochter! Arme Mama!" Mit Lachen sprang sie die Treppe hinan, vom obersten Flur tonteWald ihr hüpfender Schritt. ."Sie ist vergnügt," sagte Dallmer zufrieden und lauschte. mein Gott," seufzte die Frau, „ich- möchte wissen, warum? Wieder gar keine Aussichten! Aber sie ist selbst schuld daran, ein Mädchen ohne Vermögen muß doppelt entgegenk.nnnend sein. DaS arme Kind!" Mit diesem Seufzer schritt die Rätin ihrem Mann voraus in die Schlafstube. V. . Zwischen Nelda Dallmer und Agnes Röder hatte sich eine Freundschaft entwickelt. Zu anderen Zeiten wäre Nelda mchl so dafür geneigt gewesen, jetzt war sie weicher und erschauerte zuweilen in einem Gefühl großer innerer Einsamkeit. Rätin wär glückselig über den Verkehr der beiden Mädchen; sie geriet ganz in Verzückung über „Agnes, das süße Geschöpf". „Ach, wenn unsere Nelda nur Viertels so Ware", seufzte sie ihrem Mann vor. Auch der kränkelnde müde Rat lächelte, wenn die zierliche Gestalt der kleinen Roder in der Tür auftauchte, ihr Plaudern glitt wie Vogelgezwitscher an seinem Ohr vorbei. lind Nelda? Nicht daß sie gerade tief-innere Berührungspunkte mit Agnes gehabt hätte — wo sollten sie auf einmal Herkommen? — sie war nur gern mit ihr zusammen und war nicht unzufrieden, daß ein sehr vorteilhaftes Kommando Herrn von Osten nach der Residenz berief, infolgedessen die Hochzeit erst zu Ostern sein konnte. Der Brautrgam war geradezu außer sich über den Aufschub. „Du glaubst nicht, wie er mich geküßt hat," flüsterte Agnes, als sie bei Nelda in deren einfachem Giebelstübchen saß. Osten War am Morgen abgereist, mit verweinten Augen hatte sich die verlassene Braut zur Freundin gefluchtet. „Oh, wie hat er mich geküßt!" Eine tiefe Röte breitete sich über ihre Wangen, sie schlug die Augen nieder und hielt beide Hände auf die unruhig atmende Brust gedrückt. „Ich muß es dir sagen, einem Menschen muß ich's lagen, vor meiner Mama schäm' ich mich. Siehst du, so hat er mich geküßt!" Sie näherte ihre Weichen Kinderlippen Neldas Mund ünd druckte sie darauf. „Nein, noch nicht loslassen — so — so — — — o Nelda, Nelda!" . Sie brach in Tränen aus und kauerte vor der Freundin nieder, beide Arme um deren Leib schlingend. „Ich muß immer dran denken, lda, ich fühl's immer hier auf den Lippen. So hat er mich; früher nie geküßt! Sag', was war das? Bleibt's nun immer so? Wird er mich immer so küsien?" Ihre Augen fragten ängstlich. „Nelda, ach es ist so was Schreckliches drin und doch eine Seligkeit!" Sie' i schauerte zusammen. „Du bist zwei Fahr älter als ich ™ vrel klüger, sag' mir doch glaubst du, daß man einen Menschen lieb haben kann, so — so — so zum Vergehen weißt du? Es drängt einen zu ihm hin, man möchte ach Gott, man schämt sich ordentlich vor sich selber!" Sie loste die Arme vom Leib der Freundin und hielt sich die Hände vor's Gesicht. ' ' ; e „Ich schäme mich" sagte sie leise. Nelda sah zu der Knieenden nieder, ihr Blick hatte etwas Zerstreutes; wie eine Vision glitt auf einmal Leutnant Rainers Gesicht an ihr vorüber, ihr Herz begann zu klopfen „Warum schämst du dich?" fragte sie langsam. „In der Liebe darf das nicht sein. Wenn man liebt — pah — da gibt man eben alles hin. Ich wurde es tun, ohüe mit der Wimper zu zucken. Ich will dir was sagen, Agnes, ou bist noch sehr jung, erst achtzehn, und ich schon einund- zwanzig. Du bist immer so behütet gewesen, du denkst gleich, es ist was Unrechtes, Wenn dein Herz mal nicht so wohlerzogen klopft, wie es gewöhnlich unter sämtliches Korsetts höherer Töchter tut. Freu' dich doch, daß du empfinden kannst! Ah, ich würde stolz sein, wenn ich so sehr liebte, daß ich alles drüber vergessen könnte! Weißt du — 9teii>a sprang vom Stuhl auf und reckte ihre kräftige Gestatt, sie stand gerade vor'in Fenster und das scheidende Tageslicht umgab ihren Kopf mit einem hellen Schimmer, — „sch beneide dich! Ich beneide alle, die lieben! Neulich gingen wir unten am Rhein, da saß ein Mann auf einem Stein und hatte ein Mädchen auf dem Schoß; sie waren ^artlich miteinander. „Pfui," sagte Mama, „es ist wirklich greulich! Küssen sich da am hellichten Tag auf der Straße find vielleicht noch gar nicht mal verheiratet!" Herrieh, ich fand's nicht so schrecklich! Ich möcht' mich- nicht grab' auf der Straße küssen, aber es ist doch nichts Unrechtes, wenn sich zwei Menschen lieb haben? !" - "Ich verstehe/dich gar nicht." Agnes hatte sich von den Knieen erhoben und saß nun auf dem Stuhl, sah sehr erstaunt aus und ein klein wenig scheu. „Mein Gott, wie du so redest! Ich habe immer geglaubt, du machst dir nichts aus den Herren; du bist so gar nicht entgegenkommend, und du spottest immer über die anderen Mädchen. Sei mir nicht böse," setzte sie schüchtern hinzu „aber die denken vielleicht auch so und wollen sich gern verheiraten!" „Ja, verheiraten — das ist's eben! Heiraten, um sich zu versorgen, um die beste Partie zu machen! Was stellen sie nicht alles drum an — ba, es ist eklig! Heiraten —i ja! Wer lieben, lieben — — ? ! Frag mal die zehnte, ob sie den Mann liebt, dem sie am Hals hängt! Was ich lieben nenne, sicher nicht!" „Wer, Nelda, es gibt doch so viel nette Mädchen!" „Ach, sei mir nur still mit den Frauenzimmern, die sich wie eine Ware ausstellen lassen! Den ersten besten nehmen sie und sind zufrieden. Weißt du, das ist gemein. Ha, ich bin manchmal ganz wütend!" . Sie stampfte mit dem Fuß und heißes Rot war ihr in die Wangen gestiegen. • »Aber Nelda" — die kleine Braut schüttelte immerfort den Kopf — „ich begreife gar nicht, wie du dich so ereifern kannst! Bon so was spricht man doch überhaupt gar nicht, es ist doch nun mal so; wenn man es nicht mitmacht, wird man eben eine alte Jungfer, das ist doch unangenehm! Mein Carlo sagt — nein, nein, ich will nichts hören" sie hielt sich mit beiden Händen die Ohren zu, als die andere erwidern wollte — „sei nur still!" „Ich bin schon still." Nelda zog die Brauen zusammen, am liebsten hätte sie ungeduldig „Schaf" gesagt, aber sie bezwang sich. Die braunen Augen der kleinen Braut sahen sie bittend an, (Fortsetzung folgt.) Kina. Erzählung von Paul Glase napp. ,Der alte, ehrwürdige Pfarrer diente mir in liebenswürdigster , llc,f "tieferer bei Besichtigung der altertümlichen Kirche des oberschlesischen Grenzdorscs. Ich studierte eingehend mit Jn- terepe dieses prächtige Denkmal gotischen Baustils, lieber dem' Eingang fiel nur ein großer Quaderstein auf, in den ein Fraueu- ropi eingemeißclt war. Die Augen starrten groß und fragend m da^> Weite. Das aufgelöste offene Haar fiel in laugen Strähnen 615 über die entblößte Brust. Ich konnte einen Ausruf des Erstaunens nicht unterdrücken und sagte zu dem Pfarrer: „Ein Meisterwerk!" Nur hätte ich es niemals über dem Eingang einer Kirche gesucht!" Er lächelte wehmütig. „Dieses Bilduis hat seine Geschichte. Wenn es Sie interessiert, so kommen Sie!" Ich folgte natürlich mit Freuden der freundlichen Einladung und wir schritten dem Pfärrhause zu. Er setzte mir ein Glas leichten österreichischen Landwcines vor und begann: „Sie sehen dort drüben das kleine Zaus mit dem Heckenzaun davor. Dort wohnte vor vielen Jahrzehnten der Küster. Er heiratete ein schmuckes Mädchen aus dem Oester- reichischen. Doch ihre Ehe war nur von kurzer Dauer. Seine Frau starb bei der Geburt eines Töchterleins. Er gab das kleine Wesen für die ersten beiden Lebensjahre! seiner verheiratetes Schwester zur Pflege. Dann nahm er es wieder zu sich in sein einsames Haus. Ihm galt die ganze Liebe seines treuen Vaterherzens. So wuchs Rina auf — sie hatte nach ihrer Mutter diesen Namen — wie eine Priesterin, unberührt von der Welt, dem Vater in der Ausübung seines Dienstes zur Hand gehend. Sie war mit achtzehn Jahren eine wunderliebliche Knospe, so hold und schön wie die Morgensonne. Vater und Tochter lebten in stiller Liebe bei einander. Ein Tag verlief wie der andere in Ausübung der Pflichten, die der Beruf des Vaters und die Führung des kleinen Haushaltes bedingten. Die Welt blieb ihr fremd. Sie kannte nur sich und ihren Vater. Die Dorsbewohner verehrten sie wie eine Heilige. Eines Tages betrat der reiche Rittergutsbesitzer, der Patron der Kirche, das Küsterhaus. Sein Sohn war aus dem Kriege schwer verwundet heimgekehrt und er hatte Rina als Pflegerin ausersehen, weil sie eine weiche Hand hätte und ein zartes Gemüt besäße, wie er sich ausdrückte. Als er dem Vater seinen Wunsch in kurzen Worten zu verstehen gegeben hatte, machte dieser eine devote Verbeugung über die andere, wartete auch nicht erst den Entschluß Rinas ab, sondern gab seine Einwilligung. Georg, der Sohu des Patrons, war nun nach ihrem Vater der zweite Mann, mit.dem sie näher in Berührung kam. Still und ernst waltete sie ihres Amtes. Wenn der Verwundete bei ihren Handreichungen nach ihrer Hand suchte, sah sie ihn fragend an und ließ ihn gewähren. In seinem leicht empfänglichen Herzen entbrannte eine heiße, ungestüme Leidenschaft zu ihr. Oft streckte er verlangend die Arme nach ihr aus, um sie an sich zu ziehen, doch ihr heilig-stilles Wesen flößte ihm Scheu und Ehrfurcht ein. Dank ihrer hingebenden Pflege war er bald soweit hergestellt, daß er im Lehnstuhl sitzen konnte. Er erzählte ihr von dem kriegerischen Leben da draußen in der tosenden Welt und sie lauschte seinen Worten mit kindlicher Neugier und malte sich im Geiste aus, was er ihr schilderte. Auch von Liebe sprach er zu ihr, doch sie wußte nur, daß sie ihren Vater liebte. Ms er ihr ahnungsloses Herz erkannt, schwieg er, obwohl ihm oftmals ein Wort des Geständnisses ans den Lippen brannte. Und doch — eines Tages war es über ihn gekommen und er hatte ihr leidenschaftlich in das Ohr geslüstert, daß er sie lieb habe. Sie hatte ihn verwundert angeschaut wie das Reh den einsamen Wanderer int Walde und hatte seine Umarmung geduldet wie ein Kind,— ohne Erschrecken, ohne Zagen. ■— Der Rest der Pslegezeit ging dahin. Mit hellen Augen betrat sie das Vaterhaus, und hielt ihrem Vater den Mund zum Kusse hin, den heimlich ein anderer geküßt. Zum ersten Male klopfte ihr Herz in Bangigkeit. — Monate vergingen. Die Dorfbewohner steckten die Köpfe zusammen; denn im Küsterhause waren die Vorhänge vorgezogen. Rina gab einem Mägdelein das Leben. Sie freute sich kindlich der Gabe, als einem Geschenk des Himmels. Der Vater verbarg vor ihr seinen heimlichen Schmerz und freute sich mit ihr. Um dieselbe Zeit starb der alte Patron und Georg trat sein Erbe an. Doch ließ er es sich angelegen sein, nach der Trauerfeierlichkeit und Uebergabe des Gutes an einen Administrator dem Dorfe den Rücken zu kehren. Und das war gut so. Die kleine Sophie wuchs auf zur Freude der Mutter und des Großvaters. Bald lernte, sie laufen und spielte vor der Tür des Wsterhauses im Sande. Da kamen Bauleute in das Dorf, um die altersschwache Kirche zu renovieren. Der Letter der Arbeiten war ein junger Baumeister. Und der war der dritte Mann, mit dem Rina näher bekannt wurde. Ta fand sich so manchmal Gelegenheit, mit ihm zusammenzntreffen. Er ließ sich von den Dorfbewohnern von Rina erzählen und schüttelte verwundert den Kopf, als man ihm auch von der Geburt der kleinen Sophie berichtete. Täglich kam er mit der Küsterfamilie zusammen und immer tiefer senkte sich in sein Herz die Liebe zu Rina. Vergebens widerstrebte er mit Gründen der Vernunft. Er beobachtete sie und suchte ihr Wesen zu ergründen, doch so konnte eilt Weib nicht lügen! So heuchlerisch konnte ein Weib nicht sein! und wenn er ihr in ihre treuen Kinderaugen geschaut oder sie ihm ohne Scheu Sophie auf den Armen zutrug, daß er mit ihr scherzte, dann schwanden alle Bedenken und doch stand er vor einem Rätsel, das er nicht zu lösen vermochte. Rina verbarg ihm nicht ihre aufkeimende Liebe. Sie suchte seine Nähe öfter, als ein Geschäft sie dazu genötigt hätte. Ein banges Gefühl und unbessimmtc Sehnsucht und Wehmut be- schlichetr sie; sie wär bald heiter, bald traurig. Kurz — so, wie einer Liebenden zumute ist. Eines Abends saß sie in der Weinlaube. Der Vater läutete die Feierabendglocke. Da kam der Baumeister zu ihr und er-. zählte ihr mancherlei, sprach von Treue und Glauben, von Freundschaft und Liebe. .Er kleidete seine Ausführungen in Beispiels aus dem Leben und sie lauschte seinen Worten mit off eitern Munde uni> starrte ihn an und vernahm mit Staunen die neue, unbekannte Erkenntnis. Plötzlich senkte sie sich mit einem sehnenden Aufschrei an seine Brust und preßte erbebend die Worte hervor: „So hab' ich dich lieb! Die Liebe zog mich zu dir, die Liebe zu dir machte mein Herz tieftraurig und froh zugleich. Ich habe dich lieb, Fritz, ganz so, wie du mir erzähltest!" Da küßte er sie und. sie erzitterte unter seinem Kusse und seinen Liebkosungen. Schonend und liebevoll fragte er sie nach ihrem Schicksal und langsam schwand das Dunkel, das undurchdringlich sie um- geben hatte. Doch die lichte Dämmerung brachte ihr zu der Wahrheit ein schreckliches Erwachen zu Scham und Leid. Eines. Tages säuberte Rina die Gänge des Friedhofes. Der Baumeister ging zu dem Küster und bat ihn um die Hand seiner Tochter.^ Er weinte still und sagte: „Ich habe es kommen sehen. Wenn nur der tiefe, tiefe Fall nicht gewesen wäre!" Er schaute dabei bitterböse nach dem Schloß hinüber. Dann ergriff er des Baumeisters beide Hände und schüttelte sie herzlich und sagte: „Mach' meine Rina glücklich. Sie ist noch ein Kind. Ich habe öfter gewünscht, sie wäre es nie gewesen." Der Baumeister beruhigte ihn und lud ihn zu einem Glase Wein ein. Sie schritten beide hinüber zum Dorfkrug. „Wie wohl das tut, einmal herauszukommen aus all dem Alltagskram! Bin Jahr und Tag nicht im Wirtshaus gewesen", sagte der Küster und sie tranken in froher Gemeinschaft auf ihr Wohl und das der Kinder und saßen lange beieinander.^ Tann läuteten die Glocken. Der Küster fuhr auf. „Feierabend? Schon gut, Rina läutet", sagte er mit schwerer Zunge. Er erhob sich. Des Weintrinkens ungewohnt, hatte er die Herrschaft über seine Glieder verloren. Schwankend ging er zur Tür hinaus, während der Baumeister die Zeche beglich. Die Gutsleute kamen von der Arbeit und schüttelten verwundert die Köpfe, als er vorüberging. Er betrat die Kirche, um die Sakristei zu schließen. Doch er blieb wie gebannt stehen, als aus den Bank- reihen sich eine Gestalt löste und auf ihn zukam. Georg war es, der ans mancherlei anderen Gründen, doch nicht um zu beten, das Gotteshaus aufgesucht hatte. Der Küster lachte höhnisch auf: „Suchst' die Rina? Glaub's wohl! Hat dir gefallen! Doch du kommst zu spät, ein anderer wird sie zu Ehren bringen." Georg musterte den Küster mit verächtlichen Blicken und sagte: „Was kümmert's dich! Die Kirche ist frei für jeden. Dir scheint der heutige Tag eine weihevolle Dienststimmung beschwert zu haben. Wer hat dich denn so fleißig trattiert? Der neue Schwiegersohn? O, ich weiß mehr, als■ du denkst! Alter, Alker! Betrunken kommst du in die Kirche, schändest diesen heiligen Ort durch deinen stinkenden Atem?" Er wandte sich, ohne ihn eines.Grußes zu würdigen und schritt hinaus. Der Küster .sah ihm stieren Blickes nach. — An einem der kommenden Tage traf Georg mit Rina zusammen. Als sie ihn sah, blieb sie stehen und stteckie beide Hände abwehrend gegen ihn aus. „Woher diese Abneigung, Rina? Hast du die schone Zett so schnell vergessen? Gestern früh kam ich zurück aus der Großstadt. Keine sah ich, die so schön ist wie du", sprach er und um-. faßte ihre schlanke Gestalt mit Blicken voll aufsteigender Glut, „Schweig!" rief sie, „du bist mir fein Rätsel mehr, tote ich mir selber keines mehr bin." . Er trat an sie heran und sagte leise: „Ich habe dich noch immer lieb, Rina. Du wirst nie des andern Weib werden! Hörst bu Sie erschauerte vor dieser unerbittlichen, rohen Leidenschaft und entgegnete: „Was du mir geraubt, wußtest dui damals und weißt es noch jetzt. Ich liebte dich nie, liebe dich auch jetzt nicht. Wenn mein Haß dir genügt —. Doch laß mich letzt gehen!" Da vertrat er ihr den Weg unb sagte: „Ich gebe dir Frist bis morgen abend. Komm bann zu mir und bring nur Antwort. Die Gartentür steht offen. Du weißt boch, daß dein Vater betrunken das Gotteshaus betrat?" Er grüßte leichthin Utti> „Damit er dich mit Verachtung vorn Hofe jagen laßt! 616 Heute abend kannst du mir Antwort geben, was du mir anrätst. Ich will jetzt gehen. Sprich nicht zu Vater darüber!" Sie hatte mit Todesruhe zu ihm gesprochen und war gegangen. Am Abend trafen sie sich. Sie sagte gelassen: „Ich gehe zu ihm!" Er wich entsetzt zurück, doch sie lächelte und sagte: „Ich weiß, was ich tue. Befürchte nichts!" Sein Flehen war umsonst. Als die Abendschatteu sich tiefer herniedersenkten und das. Dorf still und friedlich dalag, küßte sie ihr Kind inbrünstig und feierlich und schlich hinaus. Am frühen Morgen stand sie bleichen Antlitzes an der Kirch- hofmauer und wartete auf Fritz. Er eilte auf sie zu, sie in seine Arme zu schließen, doch sie hielt ihn zurück und rief: „Rühre mich nicht an!" „Du warst bei ihm?" Sie stand da starr und unbeweglich und sagte: „Ich war bei ihm. Mit diesen Händen habe ich ihn erdrosselt, als er mich umfangen wollte. Der Schwächling! Der Haß gab mir Kraft, mein Werk zu tun. Bist du zufrieden mit mir? He, he!" Sie lachte grell auf. Er bedeckte erschauernd sein Gesicht. Als er den Blick hob, sah er sie zwischen den Hecken verschwinden und vernahm ihr irres Lachen. Der Fieberwahn packte sie und warf sie auf das Krankenlager. Wenige Tage darauf war sie Jot. — Daß jenes Bildnis über dem Eingang Rina darstellen soll, hervorgegangen aus des Baumeisters Hand, werden Sie erraten." Der Pfarrer schwieg. Das Geflüster des Abendwindes fuhr lispelnd durch das Weinlaub, das an dem offenen Fenster emporrankte. Draußen ertönte die Feierabeudglocke und ich träumte mich in jene Zeit zurück und schaute lange schweigend zum Küsterhause hinüber. ____________ Vermischtes. * Ein Vorläufer Fultons. Nachdem die Hudson- Fülton-Feier vorüber ist, sei daran erinnert, daß schon hundert Jahre vor Fulton der Physiker Denis Papin, geboren 1647 in Blois, auf der Fulda bei Kassel Versuche mit einem kleinen Boote gemacht hat, das sehr wahrscheinlich das Modell eines Raddampfers gewesen ist. Der Landgraf Karl von Hessen, der sich stark mit Naturwissenschaften und besonders mit Physik beschäftigte, hatte den genialen Mann in seine Dienste genommen und ihm zur Ausführung gewisser Plane ein Laboratorium zur Verfügung gestellt. Aber wie jo vielen hervorragenden Erfindern erging es auch Papin: er fand bei seinen Zeitgenossen kein Verständnis. Wie wenig ihm am Hofe zu Kassel. das _ Glück lächelte, erfahren wir von dem Frankfurter Patrizier Conrad Zacharias von Uffenbach, der gerade von 200 Jahren, im Spätherbst 1709, sich einige Tage in der hessischen Hauptstadt aus- hielt. Im Anschluß au eine Unterhaltung mit einigen Hos- ravalieren und Gelehrten berichtet Uffenbach: „Nachdem kamen wir auf den Herrn Papin zu reden, über beit ich mich sonderlich wegen seiner Erfindungen erkundigte. Ich mußte aber mit Verwunderung vernehmen, daß er mit schlechtem Kredit von hier hinweg gekommen. Er wurde beschrieben als ein Schwätzer und kühner Unternehmer, der Hunderterlei teils zu Schaden und Gefahr Ihrs Durchlaucht und seiner seibsten, ohne Erfahrung, aus puren Spekulationen vorgenommen. Seine zwo letzten Unternehmungen, die ihn auch von hier gebracht, sind diese: Erstlich, daß er sich unterstanden, mit einem Schiff ohne Ruder, sondern nur mit Rädern, auch ohne esegel allein zu schiffen, ivelches ihm auf der Fulda, zu geschweigen auf dem großen Meere, darauf er nach England schiffen wollen, bald sein Leben gekostet hätte. Das andere und größte ist, daß, da er mit Wasser, w-ie mit Pulver, zu schießen unternommen, er leichtlich großes Unglück augerichtet hätte: denn indem die dazu bereiteten Ma- schiuen gesprungen, haben sie nicht allein das Laboratorium guten wHeils über einen Haussen geworfen, verschiedene Menschen tobt« lief; verwundet, und einem unter anderm den Kinnbacken hinweg- geschmissen, sondern es hätte auch Ihrs Durchlaucht selbsten treffen, und als einen sehr curiösen Herrn, der alles gar genau in Augenschein nehmen will, das Leben kosten können, wenn nicht von ungefähr Jhro Durchlaucht, von Geschäften abgehackten, etwas später gekommen wären, weßwegen er dann auch seinen Abschied bekommen." An Papins Aufenthalt in Kassel erinnert eine an der kl-rent des Naturalien-Museums angebrachte Marmortafel mit der Inschrift: „Denis Papin, dec Erfinder der Dampfmaschine, hat nur diesem Platze in Gegenwart des Landgrafen Karl von Hcsicn int Juni 1706 die größeren ersten Versuche mit An- ivc.-ibm.m der Tampskrast erfolgreich ausgeführt." Rach Verlust seiner Stellung beim Landgrafen Karl wandte sich 'Papin nach Marburr, wo er 1710 gestorben ist. * D i e Metamorphose des Laubes. Es ist ein Schauspiel von melanchöliskher Schönheit, wenn die Blätter fallen und auch iiirfit sichr sentimentale. Gemüter sehen gern zu, wenn s.e tu arujiüsrn Spiralen zur Erde, sinlen. Warum falle» sie? Die Psiauzeuphysiologie belehrt darüber. Wenn der Herbst naht. dann verwandelt sich der flüssige Saft im Zellgewebe des Baumes iik festes Stärkemehl. Bliebe er flüssig, so würde er beim ersten Frost das Zellengewebe sprengen. Die Stärkeinchlkörnchen bilden die Reserve für das nächste Jahr. Im Frühling werden sie wieder flüssig und strömen in die.Blatt- und Blütenknospeu. An diesem Sparen sind nun die Blätter beteiligt. Vor ihrem Ab- sterben gaben sie die Säfte, die sie im Frühling und Sommer empfangen haben, deut Baume, der sie ihnen lieferte, zurück. Der von ihnen bereits in Stärkemehl verwandelte Saft verflüssigt sich dazu wieder und strömt durch den Blattstiel, der durch eine Art Gelenk mit dem Zweige verbunden ist, zurück. Dem Blatte oder von dem Blatte bleibt nichts übrig, als das dürre Skelett und die vertrockneten Hüllen der Clorophyllkörnchen, denen cS seine grüne Farbe verdankte. Tie sind nun vergilbt und geben dem herbstlichen Laube die charakteristische gelbe und rote Farbe. Zuletzt schrumpft auch das Blattgelenk ein und nun genügt ein Windstoß, um es vom Zweige zu trennen. De r G r ä b c r kn l t e i n e s o z i a l e F r a g e. Ter Ahnen- und damit der Gräberkultus ist bekanntlich der wichtigste Hauptbestandteil der chinesischen Religion. „Was für einen Lebenden das Leben, das bedeuten für einen Toten die Knochen," sagt das chinesische Gesetz. Es ist daher eine der größten Sünden und auch juristisch ein schweres Verbrechen, die Gebeine der Toten nicht zu schonen. Selbst wenn sie durch irgend ein Ereignis auf die Oberfläche des Erdbodens gelangen, ist es Pflicht, sie wieder aufs Feierlichste eiuzngraben. Dies gilt nicht nur für die Ueberreste der letzten Geschlechter, sondern für alle, gleichgültig ob sie hundert oder tausend ■ Jähre schon in der Erde geruht haben. Diese Tradition ist, wie A. F. Wohlgemuth int „Ostasiatischen Lloyd" berichtet, der Grund, daß die Gräber Chinas ein ungeheuerlich großes Terrain einnehmen, das die Lebenden auf allen Seitz u und allerorts eineugt und daß somit die Gräberfrage sich tatsächlich für China zu einer sozialen Frage auswächst. Manche Städte sind von Grabfeldern umgeben, die iueit größer sind als das Stadtgebiet. Die Berge um: die Millionenstadt Canton stellen einen Riesenfriedhof dar, wie man ihn überhaupt nicht wieder findet. Wenn das oben zitierte Gesetz, die Gräber unzerstört zu erhalten, nicht einige Male von neu aufkommenden Dynastien dadurch gebrochen worden wäre, daß sie, um das Andenken an die vorhergegangene Herrscherfamilie auszurotten, alle zu ihrer Zeit angelegten Gräber zerstörten, so wären alle Graber der letzten 3000 Jahre.noch erhalten und es wäre damit kein Platz mehr für die Lebenden. Je länger nun eine Dynastie die Gewalt tune hat, nm so zahlreicher nehmen die Gräber zu. Seit der letzten großen! Gräberzerstörung (1388) sind 500 Jahre verflossen; die Anhäufung der Gräber macht sich jetzt schon auch dadurch bemerkbar, daß die Plätze dafür immer teurer werden. Die Toten beginnest die Lebenden zu bedrängen, würden wir sagest, aber der in Verehrung der Ahnen aufgewachsene Chinese spricht und legt diese Tatsache anders aus. Er sagt, wenn es so weit sei, daß man sich in den großen Städten schon um die Bestattung der Toten streite, sei es höchste Zeit, daß ein Wechsel der Dynastie cintrete. Nur aus diesem Grunde sollen viele Chinesen den Sturz der jetzigen; Dynastie wünschen. Eine Massenbeseitignng der Gräber bringt, wie Wohlgemuth weiter berichtet, überhaupt eilte völlige Umwälzung der jeweiligen zeitgenössischen Geschichte Chinas mit sich: Sie reinigt zugleich die von dem Toten- und Gräberdienst stark belastete geistige Atmosphäre des Volkes wie ein plötzlich herein!- gebrochener Taifun. Es fragt sich nun, wie die jetzige Dynast iü sich zu der ganzen aktuellen Frage stellt. Zn einer Masseubesei- figuitg wird sie sich kaum entschließen können, andererseits sind aber die angestrebten Reformen noch nicht so vorangcschritteist daß eine Verjährung der Gräber festgesetzt und dadurch beit Lebenden mehr Recht als den Tote» gegeben werden könnte. * Liebe Jugend! Im Münchener Künstlertheater wird der „Sommernachtstraum" aufgeführt. Im ersten Rang sitzen Fran v. G. und Frau L., die sehr entzückt den Vorgängen aus der Bühne folgen. Fran L. ist besonders befriedigt von der Mendels- sohnschen Musik, unter deren Begleitung sich die Märchenszeneit abspielen. Sie beugt sich zu ihrer Nachbarin hinüber: „Hörest Se nur die scheene Musik, Frau v. G.!" Frau v. G. zuckt nber- legeu die Achsel und meint: „Kunststück — Shakespeare!" (Fug.) * Ganz richtig. Sie: „Ach, Adolf, schön wars schon ist Italien; dieser ewig blaue Himmel!" — Er: „Ja, wenn mast auch nur ewig blaue Lappen dazu hätte!" Ergäirzurrgsrätsel. V . e. e. t. i.. d. i. e .r.ub.tt, . l.. u M . u.. r.ei. n.. S.. e. z, W.. i. E . l. n d . i. e .. id . tt, .us. r . ä .. t.u .u. b.t. .e.z! Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Nrithuwgriphs ;it voriger Nummer: Achat — Celle — Eiche — Tahiti — Mela — Lea — Elle — 9iii — Lille - Jli — Chinin — Helene — Tinte: Ace! t; len - Li eh t. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stcindruckerei, R. Lange, Gießen.