Donnerstag den 2. September ln pwi Wn Anton — 3) Loire — 4) Liverpool — 5) Erzgebirge — 6) Natal — 7) Sardinien •— 8) Typhus 9) Esperanto — 10) Ignaz — 11) Rudel; Wallenstein. Vermischtes. * Ein neues Pelztier in,Oesterreichs Eines der bekanntesten Pelztiere Nordamerikas, die Bifam- oder Moschusrattö, ist jetzt seit einiger Zeit, wie es scheint, m Böhmen fest eingebürgert. Einige aus Amerika eingeführte Tiere wurden in der dem Fürsten Karl Schwarzenberg gehörenden Herrschatt Vassow in eineni umgitterten, betonierten Teiche gehalten, entichlupftcn aber und vermehrten sich so stark, dass das Tier , an einigen Stellen durch sein Wühlen in Teichanlagen schon lästig geworden ist. Tie Bisamratte, ein Tier von der Größe eines Kaninchens und von brauner Farbe, lebt in Kanada und in anoeren Zeilen Nordamerikas gesellig an Bächen, wo sie sich Baue macht, deren Schlupflöcher unter dem Wasserspiegel liegen, auch macht sie sich aus Rohr und Schilf schwimmende Sommernester. Neben dem Mink, der amerikanischen Form un,eres Sumpfotters oder Norzes, ist die Bisamratte das Hauptpelztier der Trapper und alljährlich kommen viele Tausende ihrer Bälge nach Europa A/te österreichische Jägerwelt ist sich noch nicht einig darüber, ob sie den neuen Ansiedler als interessantes ^agdtier oder wegen seiner Wühlereien als lästigen Eiudringlmg betrachten soll. Da das Tier nur von wildwachsenden Wasserpflanzen lebt, kömmt es nur durch feilt Wühlen als Schädling in Betracht * D a s Monte Carlo der Chinesen. Tie Chinesen sind leidenschaftliche Spieler, aber nicht nur tn ihren Hetmah- städten genießen sie die Freuden und Leiden des Spiele», sie haben ihr regelrechtes Monte Carlo, wo Rteseuvermogen verloren und gewonnen werden. In Scharen ziehen die Spiellustigen nach Macao, der Hongköng benachbarten kleinen portugiesischen Kolonie, um hier die Aufregungen des „Baconau durchzukosten. Das Spiel ist einfach: auf einen Tlfch wird em Haufen von Münzen geworfen. Mit einem kleinen Stocke entfernt nun der Croupier die Münzen, immer vier auf einmal. Zum Schluß bleiben entweder vier öder weniger Münzen zuruck. Die Anzahl der zurückgebliebenen Münzen ist die gewinnende Zahl Eme Reihe von Spielarten ist eingeführt, man spielt gerade Zahlen oder ungerade, vertikal oder horizontal, auch zusammenhängende Zahlen. Riesensummen werden oft umgesetzt, zur Freude der portugiesischen Behörden, die durch eine hohe Steuer aus der Spielwut der Chinesen alljährlich einen hübschen Reingewinn er- Für Unterhaltung auf Reifest, Touren und W a n d e r st n g e st. Jllustr. Reisetagebuch (Ermnerungsblatter an Reisen, Touren, Ausflüge u'itbi Städtebesuche) mit Emrichtnng zum schnellen stnd mühelosen Selbsteinfügen von Ansichtskarten. Karlsruhe i. B., R. Keutek. , ra .., Musik, der „Lebensfreude" 4. Bd. Spruche und Gedichte, gesammelt von P. I. Donger. 2. Astfl. Köln, P. ^nger. P aul Lindau: Illustrierte RoMaiitz und Novellen 3. und 4 Lieferung Berlin S., Schottländers Schlesische Verlagsanstalt '■ Des Volkes Lieblingsbücher. Sammlung' bester und spannendster Volksschriften, herausgegeben'vonTr. Adrian Mohr. Nr. 14, Ger stacker, Das sonderbare Duell. Nr. Io, Hoff- manu, Die Bergwerke von Falun. Nr. 16, Ger stacker, Der Dreizehnte Nr 17, Ger stacker, Werner oder das Spukhaus. Dessau. Mohrsche Verlagsbuchhandlung^ W e r n e r S ch m e i tz m e r: Neue Menschen! Es muß anders werden! Leipzig, Wilhelm Besser. _ , ... ~ Helene Christaller: Wie die Träumenden. . . Tagebuchblätter. Wismar, Hans Bartholdi Ph Bstxbaum: Im Wildstock'l. Dre Geschichte eines Waldbuben. Gießest, (£mi( Roth. ~ . Der deutsche Wein aufbem Weltmärkte. Export- Ausgabe des Zentral-Blatt für Weinbau und Wemgroßhandel. Nr. 2. Mainz, G. A. Walters Druckerei. W o h ii n n g s k u st st. Das bürgerliche Heim, ^ll Halb- mönatshefte für Wohnungskunst, Innenarchitektur und Kunstgewerbe. Jahrg. 1909/10, 1. Sevtemberheft. Darmstadt, Schrod.r U' ^at'neue ReichsVesoldungs gesetz vom' Ist Juli 1909 mit den Besoldungsordnungen für Reichsbeanite, Gesandtschaftspersonal, Offiziere und Unteroffiziere, nebst Wohuungsgeld- zuschuß- und Ortsklassentarif. Berlin! S., L Schwarz u. Comp. Tr. An ton Burger: Die französischen Wörter germanischen Ursprungs. St. Pölten, Sydys Buchhandlunm Max P fennistg: Rheumatismus, Gicht und Ischias, öhre Entstehung, Erkennung und Heitinig durch die naturgemäße Heilmethode. Stuttgart, Verlag Reform. und Sitte! * Ein Menschenfreund. Onkel (zuM Neffen, der sich als praktischer Arzt niedergelassen hat): „ ... Also, Meist öunge, ....... Grundsatz: Leben und leben laßest! ^leiert Ein Bahnbrecher des Sprachvereins vor mehr als zwei Iahrhunbetten. Moscheroschs Gesichten Philanders von Sittewald redet im „Ersten Gepchte, A la Mode Kehrauß" „König Airouest" den „Philander also an: „Warumb dann, so du em Gebohrner Teutscher bist, hastu nicht auch einen Teutschen Nameir? Was soll dir em Griechifcher vnnd Hebreischer Name in Teutschland? was ist Philander für ein Gefräß? bistu von Sittewaldt, warumb hastu dann einen Wälschen Namen? waß? Hm? was meynstu? Ha? —^ Gnädigster Herr König, sprach ich, es sind solche Namen 9cmeut bei vns — Gemeyn? ja, wie die Watsche Laster auch. Was habt ihr vermeynte Teutschen bann für Trew tn ernten Hertzen gegen ewrem Batterland? wann ihr bedachtet, wie durch bie Römische Tyrannen, insonderheit den Caesar, vnd die Watsche Vntrew alles in Zerrüttung kommen, das ihr gleichwohl ihre Namen zu gebrauchen euch gelüsten lasset? Haben dann die Teutschen Namen nicht lusts vnd Zierde genug, euch zu neuneu k Ewre Tugenden vnd Thaten an Tag zu geben? xsft euch teilt das liebe Deutsche so gar erleydet? daß ihr Erman, Erhardt, Manholdt, Adethardt, Baldfried, Karl, Kunrath, Degenbrecht, Eitellieb, Friedrich, Gothfried, Adelhoff, Hartwert, Jteichhart, Ludwig, Landshntd, Ottbrecht, Ruhprecht, Redewltz, Sigfried, Theuerdanck, Volckhard, Witzreich, Wolrath usw. und andere Liebe Schön klingende Teutsche Namen nur ober Achsel ansehet vnd verlachet? — — Schäme dich für den Teuffel, wann du ent ehrlich Teutsche Ader in deinem Leib hast, das du einen andern Namen, einen Aufständischen Namen, vnnd beit du vielleicht selbst weder verstehest noch weißest, solst einem verständlichen bekanten Teutschen Namen vorziehen, oder mit Wälschen Farben anstreichen, mit De vnd Di füttern wollen!" ^vd em andermal von der Muttersprache: „Fürsten vnd Herren, Statt- tinb Schul-Räthe solten da it)i;e Macht und Liebe gegen das werthe Vatterland sehen lassen vnd demselben zu Ehren wegen der Sprach heylsame Orduuugen setzen, verständige Teutsche Gelehrte Manner darauff halten und wohl besolden." — — Und geradezu Goldes wert ist das „Brthel in fachen der Vralten Edlen Teutfchen Helden, als hochaeuötigster Klägern an einem, vnd deß genanbten Philanders von Sittewaldt, Beklagten, andern theils : „Daß Er .....die wälsche Trachten abschaffen, den Baart auf Teutfch wachsen lassen, die wälsche A la mode-Kleydnug umstellen, sich Erbar vnd vntadelig tragen,---die Mutterfprach rern vnd Unverfälscht reden, mit keinen fremden Wörtern beschmutzen noch verunehren solle usw." — — So dachte, schrieb und tKUweite Johann Michael Moscherosch, der Verfasser der genannten Schrift, dem die Greuel des Dreißigjährigen Krieges einerseits, die un- beirrte Wahrheitsliebe aber anderseits viel Leid und Verfolgung gebracht und zugezogen haben. Noch mitten in den kriegerischem Wirren gab er zum ersten Male ferne „Strafschriften" heraus, ______________________________ - Redaktion: I V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen- E Die stnd Best en Und wen Gesi der im mici schr auc ger so stä! übi Do gel Gl ja Le wi sie oe M