Donnerstag -en April .en My — Nr. 52 ||M a» ’SaWV j' \’ ’y ^MÄLW Itffiiii ifeßfciä »ÄS 6 föls W 'M »iji|fi WDsM ULM Spätinghof. Roman von K. v. d. Eider. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Früh um acht Uhr ging es zum Kantor Steffens in dre Schule, der Kantor war ein guter alter Mann, der sein Interesse teilte zwischen der Schule und seinem Obstgarten, die er beide gleich sehr liebte. Im praktischen Leben war er hilflos uni) unerfahren wie ein Kind; in der Schule da- gegen war er ein Weiser. Er war groß und hager, bis auf die Fräse unter dem Sinn, ohne Bart. Das ganze Jahr hindurch trug er denselben dunklen Buckskinanzug, in welchem er int Winter fror und int Sommer schwitzte. Als Zeichen seiner Würde, um den Kindern zu imponieren, trug er eine Brille, über die er jedoch geflissentlich hinwegsah. Seine liebste Freundin und Gefährtin war seine lange Pfeife; ohne diese sah man ihn selten. Zlt diesem Lehrer fnnteit Jak und Jan. In die Schule gingen Knaben und Mädchen. Auf der rechten Seite saßen die Mädchen, ans der linken die Knaben. Jak und Jan erhielten ihre Plätze nach ihrer Größe angewiesen. Geräuschvoll und dreist sich umsehend, nahm Jak den feinigen ein, während Jan sich schüchtern und leise niederließ. Erft nach einer Stunde wagte der Kleine sich um- zusehen. Da nickte ihm von der Mädchenseite ein Helles Blondköpfchen mit lieblichen Blauaugen freundlich zu. Es war Frauke, des Kantors Aelteste, die es als Lehrerstochter für ihre Pflicht ansah, allzu schüchterne Kinder aufzu- ntuntern. In diesem Augenblick fühlte der arme verwaiste Knabe zunt erstenmal ttaeh der Mutter Tod ein freudiges, warmes Gefühl in seinem Herzen aufquellen. Ihm war es, als ob die toeiche«Hand der Verstorbenen ihm übers Haar striche und ihre liebe, leise Stimme spräche: Min lüttie Jan . . . Wenn die Reihe zu antworten an die Knaben kam, leierte Jak seine Autloorten laut und rasch, ohne zu stocken, herunter, mochten fie nun falsch oder richtig sein. Jans Antworten kamen leise und zögernd heraus, und gab er mal eine besonders gute Antwort, dann bekam er einen roten Köpft Dann fühlte er, obgleich er nicht aufsah, ganz deutlich, ivic zwei helle Mädchenaugen mit freundlichem Blicke auf ihm ruhten. Kantor Steffens hatte sich bald ein Urteil über seine beiden neuen Schüler gebildet. Er pflegte feine Obstbämne mit Kindern und Kinder mit Obstbäumen zu vergleichen. Sehr oft remitierte er hierbei den Vers: „Haut ab, spricht Gott, den faulen Banin, der keine Früchte trüget." „Der Jakob Thomsen," sprach der Kantor, „ist ein wilder Baum, und stark, sehr stark ist er. Meine Klinge ist '•für den zu weich; der muß in andere Hände kommen, in die des Obergärtners." Mit dem Obergärtner meinte er Gott und mit dessen Hand das Schicksal, „Der Johann aber ist aus anderem Holze gewachsen,^ pflegte er fortzufahren. „Wenn ich den noch ein bißchen okuliere, wird er bald tragen. Bloß ein bißchen schwach ist er noch, nicht an Wind und Wetter gewöhnt; er müßte eine Stütze haben." So okulierte, pflegte und stützte er Jan. Jak ließ er laufen; die Sorge für diesen übertrug er ohne weiteres dem Obergärtner. Die, Knaben lebten sich nach Kinderart bald in ihre neue Heimat ein. Wenn man sie fragte, Ivie es ihnen auf Spätinghof gefiele, antworteten fie stets dasselbe: „Gut."- Es wurde ihnen ja täglich von der Dante vorgehalten, wie gut sie es hätten. Fragte man sie, was es zu Mittag gäbe, dann antworteten sie auch stets dasselbe. „Supp' und Kliintp" (Suppe und Klöße). Sie wußten ganz genau, daß um die Mittagszeit etwas Ivie eine Brühe auf dem Tische stand, worin harte Klumpen heruntschwammen. Nach dem Essen gingen sie jedesmal in den Garten oder in den Hühnerstall und später auf den Heuboden, wo sie ihre Aepfel« uester hatten. Zn einer regelrechten Beschäftigung hielt die Tante sie nicht an; dazu führte sie selbst ein zu regelloses Leben. Es kamen Tage, au denen sie die Knaben mit Scheltworten und Schlägen an die Arbeit trieb, wo sie trotz allen Fleißes ihr nicht genug leisten konnten; denn einen Arbeitsmann wollte sie jetzt nicht mehr halten. Aber es gab auch Tage, an welchen sie nach Herzenslust herumstreifen konnten; nremaud rief sie zum Essen, niemand schickte sie ins Bett. „Warum die Taute wohl immer so böse aussieht?" grübelte Jan oft. „Sie ist doch reich, hat einen schönen Hof Garten und Fennen dazu mit Kühen und Schafen. Vielleicht hat sie niemand ans der Welt, der sie lieb hat Aber sie hat uns doch! Warum hat sie uns nicht lieb? Vielleicht denkt sie, wir mögen sie nicht leiden. Ich will es ihr zeigen, daß ich fie gern recht lieb haben möchte. Einen schonen Blilmenstrauß will ich für fie pflücken, den kann sie auf die Kommode stellen, tote es die Mutter immer tat bann sieht die Stube nicht so düster und kahl aus. Ob sie mir dann wohl übers Haar streicht und mir einen Kuß gibt, tote es die Mutter immer tat, ober ob sie bloß „Danke, mein Junge", sagt und mich ein bißchen freundlich ansieht?" Jan pflückte Blumeit; im Garten wuchfen ja die schönsten Bltimen wild empor. Da gab es zarte, große Glockenblumen; feine, weiße Sternblümchen; im Zaun blühten Hecken röschen und Anemonen, zwischen Wurzeln und Peter silie standen duftende Reseden und Stiefmütterchen Es wurde ein prächtiger Strauß, und Jans Augen strahlten vor Glück, als er ihn der Tante reichte. Trienlieschen hatte gerade den Besen in der Smith, um ben Kehricht von einer Stelle des Hofplatzes auf die andere zu fegen. . „Bist du verrückt. Jung'?" keifte sie. „Denkst, ich mach mir .was aus so'n Krautkram? Grvt de Höhn er!" Bei — 206 —r diesen Worten nahm sie den mit so viel Liebe und Mühe gepflückten Strauß und warf ihn zum Kehricht. Sie bedachte nicht, daß sie mit den Blumen auch die kindliche Liebe, Ehrfurcht und Dankbarkeit, die ihr der Knabe entgegenbrachte, auf den Kehricht warf. Ihr Herz war hart; es wußte nichts von Liebe und Güte. Mit Tränen in den Augen schlich Jan fort. Wieder fühlte er tief im Herzen den feinen Stich. Au der Gartenpforte stand Jak mit höhnisch verzerrten Zügen. „Wolltest dich wohl bei der Tante anschmieren?" fragte er. „Du bist doch eilt rechter Töskopp." Jan antwortete nicht. Innerlich wurde er dem Bruder und der Tante immer mehr entfremdet- Tie Wege der Knaben gingen mit der Zeit immer mehr auseinander. Jak verkehrte am liebsten mit den wildesten und bösartigsten Knaben des Dorfes, mit Haus Heesch, der tagelang die Schule schwänzte, und Jörn Neve, der in den Gärten Aepfel und Birnen stahl. Er trieb sich mit ihnen auf der Chaussee und den Landwegen herum; sie rauchten Zigarrenstummel, sie schlugen einander die Köpfe blutig und heckten dann wieder die tollsten Streiche aus. Jan verabscheute dies. Er verkroch sich am liebsteu mit einem Buch in einen Winkel des Gartens oder später, als es kälter ivurde, in der Lvhdiele. Er floh oft, wenn er seinen /Bruder kommen hörte; denn er hatte viel unter dessen brutalem Wesen zu leiden. Um die Kleidung ihrer Zöglinge kümmerte Mamsell sich nicht viel; sie gingen ärmlicher gekleidet als die Arbeiterkinder. „Tie armen Jungens," sagten die Frauen, wenn sie die Dorfstraße entlang gingen in den ausgewachsenen Hosen, „wie lang und mager sie sind!" Manche steckten ihnen wohl heimlich einen Heißeweckeu oder ein Förtchen zu, aber keiner fiel es ein, die arme» Knaben in ihre Arme zu nehmen und ihnen die häßlichen, vorzeitig erscheinenden Furchen aus der Stirn zu streichen. „Tie armen Jungens," sagte auch die Frau Pastor, die eine sehr wohltätige Frau war, „sollte man nicht etwas für sie tun können, lieber Mann?" „Nein, liebe Frau, das geht nicht. TaS würde die alte Mamsell uns sehr Übelnehmen; sie hat auch ihren Stolz. Habe nur keine Angst; die Jungen kommen schon durch. Ein paar Jahre weiter, dann hat die frische, fröhliche Jugend den Sieg davougetragen über das unfreundliche Alter." Pastor Reimers war ein Optimist; er betrachtete alles durch die Brille der sorglosen Heiterkeit. * " Das Weihnachtsfest rückte heran. In allen Häusern, selbst in den kleinsten und ärmlichsten, roch cs nach Brauu- kuchen und Bratballeu. Die alte Lehmbeksche, die sonst immer nur ein Quartier Milch bekam, holte noch ein Quartier extra für 'cn Rosinenstuten. Auf Spätinghof wurden keine Borber Zungen zum Fest getroffen. Als Jak einmal daraus anspielte, stieß die Tante ein höhnisches Lachen aus. „Ich sollte Stuten backen, wo ivir keine Dieustdeern und nichts haben? Für wen soll ich denn backen? Wenn ich Schwarzbrot esse, könnt ihr's auch. Zinn Stuten gehört auch Butter." Es wurde ein trübseliger Weihnachtsabend. An diesem Tage standen sich.die buibvii .Brüd.er..eiu wenig näher als sonst; denn heute blieben selbst die tollsten Jungen daheim. Sie standen am Wohnstubenfenster und blickten hinaus auf die öde, trostlose Gegend.. „Keinen Stuten," knurrte Jak, die Faust ballend, „nicht mal Stuten!" „Ich wollte bloß, ich hätte einen kleinen Tannenzweig mit einem Dreilingslicht," flüsterte Jan. „Was kann man davon essen?" sagte Jak mit verächtlichem Lachen. Dann starrten beide, das Kinn in die Hände vergraben, hinaus auf die schneebedeckten Fennen. Mamsell rumorte unterdessen im Stalle herum und unterhielt sich mit ihren Kühen. Sic, die die Menschen haßte, die für niemand eilt freundliches Wort hatte, schenkte alle Liebe, deren ihr hartes Herz fähig war, diesen Krea- tureu. Mit ihren Kühen unterhielt sie sich. Tie Kühe hatte sie lieb. Sie streichelte sie, sie klopfte sie auf beit Nacken. Ihnen vertraute sie alles an, ihre Sorgen und ihre Freude. „Stuten will er haben, der dumme Jung. Stuten! Wir haben auch keinen Stuten, was? " Von dem Turnt der nahen Dorfkirchc erklangen hie Weihnachtsglocken. Jak und Jan nahmen ihr Gesangbuch unter den Arm und gingen in die Kirche, wo eilt prächtiger Lichterbaum brannte. Hier, zwischen den festlich geputzten Menschen und Seit singenden Kindern, wurde ihnen doch ein bißchen weihnachtlich ums Herz. Von der Kirche eilte alles schnell nach Hause zur Bescherung. Fak und Jan hatten es nicht nötig, zu eilen, auf sie wartete nichts. Auf ihrem Tisch stand nichts weiter als. die magere Grütze, Schwarzbrot und Schweinefett. So. gingen sie denn langsam die Straße entlang und guckten in die Fenster. Sie sahen, wie bei Matthias Schneider auf den Schneidertisch eilt Bäumchen gestellt wurde; das Bäumchen wackelte, und die Lichter standen schief. Ter Schneider lief noch mit Schere und Zeug herum, da brannten schon die. ersten Lichter. Bei Frie Kröger strahlte der Baum schon in vollem Glanze, und die Kinder saugen: „Stille Nacht, heilige Nacht." Sie kämen auch bei der alten Nähsüßel vorbei, die neben ihrem Stuten zwei Lichter aufgestellt hatte und sich selbst mit lauter Stimme einen Vers aus beut Gesangbuche vorlas. Einen Augenblick blieben sie noch au Thoms Zimmermanns Tür stehen, Thoms Zimmer- mauu, der bie vielen Kinder hatte. Hier roch es nach frischen Förtchen bis auf die Straße hinaus, und als Jak das Ohr an die Tür hielt, hörte er es ganz.deutlich in der. Küche zischen und brutzeln. Sie gingen weiter mit großen, hungrigen Augen. Als sie an Gorg Bäckers Haus vorbeikameu, stand die. Bäckersche in der Tür, als ob sie auf sie gewartet hätte. Der Helle Schein der Labenlampe fiel auf die Straße. Die Frau winkte den beiden zu. „Na, für euch ist wohl auf Spätinghof feilt Stuten angerührt worden?" Als die Knaben verlegen zu Boden sahen, Holte sie zwei mächtige, blanke, braune Stutenkerle heraus. „Hier habt ihr euren Weihnachtsmann," sagte die gutmütige Frau. Jak biß seinem -Stutenkerl gleich den Kopf ab. „Junge, der schmeckt!" Jan betrachtete sinnend die Rosiucuaugeu und den Goldschanm auf der Brust und dachte, ein Tannenzweiglein und ein Lichtlein wäreu ihm beinahe noch lieber gewesen. (Fortsetzung folgt.) Die Willenskraft/) Jede Bewegung, die wir bewußt vornehmen, ist eine Willensäußerung. Der Wille sehr die Wahrnehmungen und Vorstellungen nach außen in Handlungen um. Ter Wille erstreckt sich zunächst auf das Gebiet der körperlichen Leistungen. Welch ein Unterschied zwischen den unvoll- kommenen Bewegungen des Kindes, seinem unsicheren Greifen! nach Erreichbarem - und Unerreichbarem, seinem tappenden Gange usw. und den von sicherem Geiste geleiteten Bewegungen des Mechanikers, der an einem winzigen Uhrwerk oder an einem! anderen feinmechanischen Dinge arbeitet, dem Fingerspiel eines Künstlers am Klavier oder auf der Violine, eines Schützen, der ein fernes Ziel zu treffen versteht, eines Turners, der anscheinend! unmögliche Hebungen durchführt. Ueberall prägt sich tinver- kennbar aus, wie die Herrschaft des Geistes über die Muskeln auch wieder der geistigen Vollkommenheit dient. Körperlich straffe und bewegliche Menschen Pflegen auch geistig reger und eut- schlußfähiger zu sein. Durch die Abhängigkeit von bewußten Vorstellungen unterscheidet sich der Wille von den Trieben. Diese sind nichts als Instinkte, die wir von unseren Vorfahren in der Menschen- cntu ickelung ererbt haben und die .mit der Erhaltung des Lebens in Beziehung stehen. Ihre Mußerungen, wie z. B. die Nahrungsaufnahme, gehen aus mehr oder weniger bestinnuten Gefühlen hervor, in dem genannten Falle aus dem Hungergefühl. Triebe, die über das natürliche und notwendige hinansgehen, nennt man Leidenschaften. Den Trieben gegenüber hat der Wille vorzugsweise eine negative, hemmende Ausgabe, er soll sie zügeln und in der Gewalt behalten und sie unter beit Einfluß der Ueberlegung stellen. Je größer seine Fähigkeit dazu, nur so höher ist die Willensansbildnng eines Menschen zu werten: Tas Kind und der Erwachsene, der llngebildete und der Gebildete weisen hierin die größten Unterschiede auf. AIS energischen-Menschen bezeichnen wir den, der nicht nur die Beweguugs-, sondern auch die Hemmungsvorricht,ingen seines Körpers jeden Augenblick in der Gewalt hat. *) Wir entnehmen diese Abhandlung dem bekannten Volksbuch: Hygiene der geistigen. Arbeit von Dr. med. Otto Tornblüth. Wodurch Tann man nun die Energie, die Willenskraft eines' Menschen fördern? Ich- will nur das erörtern, was Beim Erwachsenen zu geschehen hat. . . Tas wichtigste Mittel zur Ausbildung der Willenskraft ist die Arbeit, die körperliche und- geistige, sofern sie nur einen bestimmten Inhalt und ein bestimmtes Ziel hat. Wertlos ist die Arbeit, wenn sie nur eine Spielerei darstellt, . wenn sie den Menschen während der Tätigkeit nicht erfüllt und nicht in Anspruch nimmt. Je mehr die Stimmung dabei angeregt wird, um so wertvoller ist die Arbeit. Tarin liegt der überaus große Wert der gemeinsamen, wetteifernden Tätigkeit. Tie Vorkämpfer des Turnens und der Volks- und Jügendspiele haben das Jüngst erkannt. Leider hat das Schulturnen laugst nicht überall die richtigen Methoden emgehalterr. Für einen richtigen Wetteifer ist es nötig, daß das gesteckte Ziel allen erreichbar ist und daß es wirklich mit Eifer erstrebt wird. Tas hört natürlich auf, sobald die Aufgabe auch nur für einen Teil der Hebenden ; u s ch w e ö iü, denn dann Hört bei diesen das Interesse und- die wirkliche Willensanspannung auf, und an deren Stelle treten Langeweile und Gleichgültigkeit, _ bie schlimmsten Feinde der Willensbe- tätigung. Bei dein freigewählten Sport der Erwachsenen ist das ganz anders; hier kann sich feder die Art auswahlen, die ihm zusagt, und sich Beim Wetteifer denen- zugesellen, denen er an M.ften etwa gleichkommt. Ta her das bleibende Interesse, das die Mitglieder der Turnvereine jahraus jahrein zu- sammenhält, daher die gemeinsame Lust der Anderer, Tennis- spieler, Radfahrer, Bergsteiger, Wanderer, Schwimmer und wie alle die Sportvereinigungen heißen mögen. Neberall wird bei ihnen die Willenskraft geübt, um so mehr natürlich, je schwerer sie lidj die Ziele stellen. Bei der geistigen Arbeit, der Erwachsenen ist es viel schwerer, ein Maß für den Wcit- tifer, zu finden, vielleicht kann man am ehesten noch die Weitschreiben der Stenographen! hiev als willenstärkend anführen. Die «chachwettkämpse liegen zu sehr auf dem Gebiet einer unproduktiven Tätigkeit, um sich zur allgemeinen Willensstärkung zu empfehlen. Dagegen ist eine sehr wertvolle Art der Arbeit in unserem Sinne die H a u d s e r t i g k e i t s ü b n n g, das gemeinsame Verfertigen von Tischler- Buchbinder-, Trechsler- und ähnlichen Arbeiten, die Gärtnerei und anderes mehr. Sie sind Inn fa, wertvoller, weil dabei zugleich die Sinne angeregt und! geschärft werden, denn ersahrUngsgemäß wirkt auch die Ausbildung der Sinne fördernd auf die Willensstärke. Eine weitere wichtige Quelle zur Stärkung der Energie ilt die richtige Ausbildung ^>es Gemüts lebens, in der Rich- tiing zur Abhärtung und Stählung. Es ist bekannt, wie wichtig für den' gesunden Menschen die Beherrschung den Skimmuügcn Und Affekte ist. Eine gnle Art der Willensiibnug ist, sich gegen I Geräu s ch c mit Willen unempfindlich zu machen. Auch sehr empfindliche Menschen können das. Es ist ein direkter Fehler, wenn man glaubt, nervöse, besonders geräuschempfindliche Menschen müßten sich in' eine möglichst ruhige Gegend begeben, sich die Ohren verstopfen, ihre Wohnungen mit Doppel sensterft und undurchlässigen Teppichen ausstatten, in Gasthöfen int obersten Stock wohnen, damit niemand über ihnen gehen kann usw. Auf. diese Art wird- allmählich eine immer größere Empfindlichkeit erzielt, die schließlich nur noch von ganz imab- Wngigen und sehr reichen. Menschen, im' Leben durchgesetzt werden kann. , Vielmehr ist es durchaus ratsam, sich.von solchen I störenden Einflüssen möglichst unabhängig zu machen, sich fest I vorzunehmen, daß man z B. trotz, eines störenden Geräusches I cmichlawn Wilk. Man wird in solchem Falle am Einschlafen I gewöhnlich nicht durch die Stärke des Geräusches verhindert, | svuderii dadurch, daß man sich ausregt, auf das Geräusch I «aitet oder das weitere Eintreten von Störungen befürchtet und darüber die znm Einschlafen nötige Ruhestimmung verliert. Macht man dagegen, den Versuch,^-das Geräusch zu überhören', sagt mar. sich eindringlich, daß es durchaus nicht so laut ist, daß man nicht dabei schlafen könnte, erinnert man sich daran, daß man z. B. in der Eisenbahn bei viel stärkerem Lärm und dazu noch in unbequemerer Lage ganz gut geschlafen habe, so wird es ■ mit der Zeit gelingen, sich darüber hinwegzusetzen, ■xilt aber erst einmal der Erfolg eingetreten, so hat man für immer gewonnen. Mau glaubt ja so oft, bei einem nnan- genehmeit Geräusch nicht arbeiten zu können, z. B. wenn vor dem Fenster gepflastert wird, und.wirft zornig die Arbeit Bei Seite; ist aber die Arbeit unaufschiebbar, so versenkt man sich bald so hinein, daß man die Störung -nicht mehr merkt. Tie Konzentration,. bie Sammlung und Anspannung ,der Auf- Urc r ksam ke i t- ist dnch eine Willenshandlung, die ganz besonders geeignet ist, uns mit Befriedigung zu erfüllen und unsere lieberzengnng von unserer Willenskraft zu stärken. Wir verlangen solche gespannte Aufmerksamkeit schon von den kleinen Schülern in der Schule gegenüber Gegenständen, die sie gar uid;t interessieren, und unter mächtig wirkenden Ablenkungen, z. B. wenn Militärmusik an der Schule vorbeizieht, ferner bei den häuslichen Schularbeiten, wobei oft genug nebenan die Nähmaschine klappert oder kleinere Kinder schreien- oder ältere Versoneu sich unterhalten. Es genügt durchaus, sich an solche Beispiele und das dabei von Kindern Erreichte zu erinnern, um mit einer gewissen Beschämung zu erfüllen, wenn ihre Willenskraft dazu nicht ausreicht. Eine andere wertvolle .Willensübung ist es', Schmerzen ertragen. Wir- sind in dieser Hinsicht in der Zeit beö Ehlorosorms und namentlich der zahlreiches harmloseren Schmerzstill11ngsinittel, wohl gar zu zart geworden. Ter Patient verlangt vom Arzte, auch vor den geringsten Schmerzen, die sich vielleicht einstellen könnten, sicher geschützt zn werden; das Ausziehen eines Zahnes ohne -Aufhebung der Empfindlichkeit ist kaum mehr denkbar. Tabei kommt wirklich nicht viel Gutes .fl'Eis. Ful Striege 1870/71 haben viele Verwundete, uament- lich Osfiziere, für schmerzhafte Operationen das Chloroform ver- chmaht, weil sie meinten, ein richtiger Mann müsse auch einen festigen Schmerz ertragen können. Das dürfte heute eilte sehr teltcnc Forderung an den Chirurgen geworden sein! Gewiß ist es zweckmäßig und gerechtfertigt, Schwachen und Schwer- leidenden unnötige Schmerzen zu ersparen und dem Operateur ein völlig sachgemäßes, gründliches Borgehen dadurch zu erleichtern, dag die. Schmerzäußerungen und die Unruhe und Ungeduld des Kranken ausgeschaltet werden, aber für ein Zahn- geschwur, einen Furunkel, einen durch einmalige Ueberanftrengung e>ngetretenenKopfschmerz gleich zu schmerzstillenden oder gar vemubenden^Mifteln. zu greifen', ist ganz unnötig. Jeder Sänge muß in der «chule Schmerzen von den Mitschülern oder vom Lehrer erdulden,, ohne mit der Wimper zu zucken, wenn das Ehrengesetz der Klasse ras vorschreibt, und er führt es auch! durch; in einer unbedeutenden Krankheit macht er von viel geringeren Schmerzen bas größte Aufheben, wesentlich deshalb, weil bemitleidende An- geh-orige in der Nähe sind. Auch die Empfindlichkeit gegen allzu Helles Licht, gegen starke Gerüche, gegen Ekel usw. kann durch den Willen bis zu einem' gewissen Grade unterdrückt werden. Es gibt Erwachsene, die, ohne ciugeuleidend zu sein, eiste wahre, Angst gegen jedes grellere Licht iiußern,. andere, bie bei jedem- stärkeren, unangenehmen Geruch oder bei der bloßen Vorstellung ekelerregender Dinge gleich an- smrgen zu würgen oder sich zu übergeben-. Auch das sind- Dinge, lvo der Wille krustig beherrschend einwirken und die-Unliistäiißernng unterdrücken muß. lsur Willensbeherrschung erzieht man sich auch durch möglichste Gewöhnung an ruhiges Ertragen v on Kälte und! H i tz e. Zahlreiche Menschen finden es schon unerträglich heiß, wenn tut März oder April die ersten Sonnentage in Deutschland! lächeln; sie stöhnen den ganzen SoMmer über die fürchterliche! Hitze und klagen schon im September über die schauderhafte! Kalte, wenn das Thermometer noch mehr als 10 Grad zeigt. *,c »komme» um", wenn im Winter im geheizten Ziminer einige Grad zu viel sind-, können aber nur zaghaft lüften, um- sich nicht I V1 ^kälten" und- könnest „fein Auge zutun", wenn mehr I 6G 12 Grad Reaumur tut Zimmer sind- (obwohl sie- im Sommer auch hei 18 Grad- und- mehr ganz gut schlafen). Dieselben' Menschest sind es, die in jedem Eisenbahnabteil „ersticken", wenn vernünftige Reiseude wegen immer lviederkehrendeil Tunnel die Fenster geschtossen Belte«, und die „sich den Tod- holen", wenn einen! Augenblick das Fenster geöffnet wirb, um Zigarrenrauch oder Eßg-cruch Hinauszuschafjeu. Ihrer eigenen Empfindlichkeit zuliebe verlieren )ie rede Rücksicht auf eine Mehrheit von Mitreisenden, was ist nicht nur ungezogen und unerzogen, sondern ein schwerer Oehler gegen die eigene Willensherrschaft! Solchen Fehlern gegenüber kann nicht dringend genug bat'an erinnert werden, daß es eine große Wahrheit gibt: „Tu bist von altem Leid befreit, wenn du -nut willst!" Wo allerdings wirkliche Krankheit torlicgt, darf nicht die Willenskraft allein! sprechen, weil sonst die Heilung! darüber versäumt wird; hier hat zunächst der Arzt zu sprechen und vorzuschreiben, wieweit der stille lern Recht haben soll, wieweit er sich beugen muß unter die Notlvendigkeit und, den Zwang des Krankenrechts'. Viele Menschen halten es- für ein Zeichen von Gntm'ütig- srit, wenn sie niemand- etwas abschlagen können, während es m Wirklichkeit eine Aenßerung von Schwäche ist. Tie Willens- skarke kann auch dadurch geübt werden, daß man anderen wider- Uirirfjt und sich auch gegen seine Neigung zwingt, ihnen das in sachlicher Weise zu begründen, gerade wenn man das ungern tut ^u gewisser Hinsicht ist alles, was man u n gern tut, eine be- londers gute Hebung für den Millen, ebenso wie der eigene, freie Entschluß, etwas zu entbehr c n oder sich Angenehmes' zu versagen, ferner z. B. gegen seine Neigung morgens frü-h ans- z u stehen, auch wenn man schlecht oder zu kurze Zeit geschlafen hatte. V1. Per diesen Tarlegimgeu genau gefolgt ist, wird zahlreiche Winke für die Ausbildung feiner Willenskraft darin gefunden haben iinb bei weiterem Nachdenken noch viel «refft finden Jeder weiß schließlich am besten, was ihm selbst schwer wird: bei dem! einen >st es die Unterdrückung von Schmerzen, bei anderen die Be- kampsnng seiner Launen, bei wieder anderen Schreckhaftigkeit, Geräuschempfmdlichkeit, der leicht verscheuchte Schlaf und anderes' mehr. Wenn mau sich vorstellt, daß eine schwere Verstimmung i-iirrt)! ein paar Gläser Wein gehoben werden kann, so wird man leicht zu der Ueberzeugung kommen, daß dasselbe doch auch durch den mächtigen Menschenwillen erreichbar sein muß. Man muß verstehen - und inan fan.it es lernen —, sich immer wieder zu sagen: ich will nicht verstimmt fein, ich will jetzt schlafen, ich 208 Will mich nicht durch ein Geräusch ablenken lassen, ich will »mich nicht durch diesen Schmerz unterkriegen lassen, und man wird cs mit der Zeit durchsetzen. Jeder gelungene Versuch in den angegebenen Richtungen festigt die Ueberzeugung, daß man so viel mit dem Willen ausrichten kann, was inan früher nicht gekonnt hat, und erleichtert den Sieg in einem nächsten Falle, ganz Ähnlich Wie eilt gelungener Sprung über die Springschnur dem nächsthöheren Sprunge den Weg bereitet. wenn die Schwalben wiederkommen... Die Schwalben, die graziösen, leichtbeschwingten Boten des Frühlings, die überall >o gern willkommen geheißen werden, sind auf dem Heimzuge; noch wenige Tage und die ersten großen Schwalbenschwarme werden übers Land dahinziehen, ihre alten verlassenen Heimstätten wieder aufsuchen, rind in den kleinen runden Nestern an den Dachrnndern wird bald ivieder fröhliches Gezwitscher von.den anmutigen Sommergästen erzählen, die von langer Reise zurückkehren und ihr kleines Heim eifrig von den letzten Spuren des überwundenen Winters säubern. Wann wir die ersten Schwalben erwarten dürfen, darauf weiß die Nntur- forschung eine genaue Antwort nicht. zu geben. Es hat nie an Vogelfreunden gefehlt, die die Reisedaten der Schwalbenzüge zu einem Felde liebevollen Studiums gemacht haben, aber ihre Forschungen haben eine genaue Antwort nie gegeben und nur gezeigt, daß die klugen Zugvögel ihre Reisedispositionei: von den meteorologischen Verhältnissen abhängig machen. Der 10. April mag wohl als das durchschnittliche Datum angesehen werden, zu dem die graugefiederten Segler der Lüfte wieder in Mitteleuropa cin- tresfen, aber cs fehlt nicht an Beispielen, wo schon Ende März in Frankreich und in Deutschland heimkehrende Schwalbenzüge gesehen wurden. Sie haben cs auf der Reise zum Norden nicht allzn eilig und entfalten auf dem Zuge keineswegs die gewaltigen Geschwindigkeiten, deren sie fähig find. Denn die interessanten Experimente Spallanzanis haben gezeigt, daß die Schwalben 140 Kilometer in der Stunde zurücklegen können; der italienische Forscher brachte zwei Schwalben von Pavia nach Mailand: sie vollzogen die Heimkehr von Mailand zu ihrem Neste in Pavia in dreizehn Minuten. Das Verschwinden der Schwalben im Herbste hat in früheren Zeiten die Phantasie des Volkes lebhaft beschäftigt und wunderliche Hypothesen sind dabei entstanden. In einem! interessaÄM Artikel des Journal des Dsbats wird erzählt, daß Mnl vor hundertfünfzig Jahren das herbstliche Verschwindet: der Schwalbe kunzerhand mit einer Auswanderung — zum Mond zu erklären pflegte. Das Volk glaubte, daß die Schwalben die kalten Wintermonate über die Gastlichkeit des Mondes in An- spruch nahmen, um dann. Mit den ersten Leirzestagen wieder zur Erde und zu den Akenschen zurückzukehren. In seiner „Repe in Lappland" erklärt Regnard, daß die Schwalben den Winter tief unter der Eisdecke der Flüsse im Wasser verbrächten. „Das Merkwürdigste ist, daß die Lappländer lOft ganze Reihen von Schwalben bringen, die völlig erstarrt mit ihren kleinen Krallen an Holzstücken klamucern. Sie sind Ivie tot und zeigen, wenii man sie Nus dem Wasser zieht, keine Spur von Leben, aber sobald Man sic dem Feuer nähert und die Wärme auf sie eindringt, erwachet: sie allmählich schütteln die Flügeln und beginnen zu fliegen, als ob es Sommer wäre." Regnard selbst hat das freilich nicht gesehen, aber „man hat es ihm erzählt". . Aber die wunderliche Änschauimg war in früheren Zeiten weit verbreitet; auch Johnson — aus seinem 1768 erschienenen Lebenslaufe geht es hervor —■ war fest davon überzeugt, daß die Schwalben sich in: Herbste ins Wasser versenken, nm in der Tiefe der Fluten ihren! Winterschlaf zu halten. „Sie vereinigen sich fliegend zu einem großen Kreise, der sich immer! dichter zusammeirdrängt und sich plötzlich ins Wasser stürzt, wo die Schwalben im Flußbett schlafen gehen." Roch zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts hatte diese Anschauung ihre Gläubigen. Heute freilich weiß jeder, daß die Schwalbet: in: Herbste nach Asien und insbesondere nach Afrika ziehen und im Frühjahr wieder nach Europa zurückkehren und bis hinauf stach Lappland streifen. Sie folgen dabei den großen Temperaturwechseln und vor allem den Insekten, die mit Beginn der kälteren Herbsttage verschwinden und bei: Schwalben ihre einzige Nahrung entziehen. Man hat Beobachtungen angestellt, ob die Schwalben dem Froste trotzen können. Von einem seltsamei: derartigen Versuche erzählt Cotte: „M. deBnffon hat mehrere zur Zeit ihrer Abreise in einen Eiskeller eingesperrt und sie sind darin gestorben." Das beweist allerdings,. daß die Schwalbest sich zum Leben in eiUem Eiskeller sticht eignen, wahrscheinlich ebensowenig wie M. de Buffon, der wohl das Schicksal seiner Schwalben geteilt hätte, wenn man ihn auf einige Wochen in feinen Eiskeller gesperrt hätte. Aber auch andere rationellere Versuche haben negative Resultate ergeben. Trotzdem hat sich lauge die Annahme erhalten, daß die Schwalben unter gewissen Um- ständen in Winterschlaf verfallen können. Ist den „Transactions", der königlichen geographischen Gesellschaft zu London erzählt ein Beobachter namens Achard: Als er Ende März 1762 den Rhein hinab fuhr, sah er in der Nähe von Basel an dem steilen Flußn ufer an langen Seilen Knaben klettern. Er erfuhr, daß sie Schwalben suchten, die sich in den Klippen befinden sollten. Nedaktion; K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag „Diese Vögel pflegten, so erzählt mast, den Winter in Löcherst zu verbringen, aus denen sie grausame Kinder mit einer Art von Korkziehern herauszogen." Achard verschaffte sich eitrige dieser Vögel, die völlig, erstarrt waren, bei der Wärme aber auflebtest und davonflogen. Sehr oft dagegen kann man beobachten, daß einzelne Schwalben sich im Herbst verspäten, zurückbleiben und dann gegen den Winter einen verzweifelten Kampf führen. Noch im November hat man Schwalben gesehen, die ihr Nest nicht verlasset: hatten, ja bisweilen bis in bei: Dezember hinein; mast konnte beobachten, wie die kleinen Tiere matter und matter wurden, vermutlich durch den Mangel an Nahrung, und schließlich zugrunde gingen. In: Departement Oise hat Raspail einen Fall beobachtet, wo eine verspätete Fensterschwalbe in dem Stall eines Gutes zurückblieb und hier bis zum April überwinterte. In: Stall fand sie durch Spinnen und Insekten zweifellos ausreichende Nahrung, au schönen Tagen flog sic hinaus; immer aber kehrte sie bald zu ihrem Nest zurück. Die Stallmägde waren auf den au- ntutigei: Wiutergast sehr stolz und niemals wurde abends der Stall geschlossen, ehe mau sich nicht überzeugt hatte, daß die Lri.te Schwalbe auch in ihrem Neste war. Bismarck. Leuchtender Name, nähre die Flaminen Großen ®[nitbenS in unserer Seele, Damit uns nimmer das Feuer kehle, DaS die Herzen schmiedet zusammen! Wecke mahnend wie Donars Stimme Lille Zaudrer in zagen Zeilen, Daß in hell ausloderndem Grimme Sie zur Tat sich wieder bereiten! Herrlicher Name, zeuge den rechten Manu und Meister doch unserem Lande, Damit der Schwachheit Schrecken und Schande Nie erziehe das Volk zu Knechten! Heiße uns hassen den Schein! Nur Pflichten Freudig erfüllen mit eisernem Willen Sollen wir, um uns aukzurichlen Unb der Seele Sehnen zu stillen! Einziger Name, erfülle heute Wieder das Land mit dem stolzen Klange, Damit der tatenlähmende bange Zweifel werde des Glaubens Beute! Damit die Hoffnung die Schwachen stärke. Daß sie der Tage Not nicht erliegen! Bismarck! Führer fei unserem Werke, Hilf uns, den Kleinmut zu besiegen! Wiesbaden. Heinz Gorrenz. vermischter. * Auf die Dörfer gehen. „Auf die Dörfer gehen" ist heute nur noch beim Kartenspiel, besonders beim Skat gebräuchlich Und wird angewandt, wenn ein Spieler, anstatt sein Spiel mit Trumpf zu beginnen, seine „DÄufer" ausspielt, um es durch diese, durch seine „Handkarte", zu gewinnen. Der Ausdruck geht auf die jüdischen Händler zurück, die bereits im Mittelalter, weil sie dem Wettbewerb der größeren Geschäfte der Stadt nicht gewachsen waren, auf die Dörfer (rotwelsch „die Medina") gingen, um dort ihre Waren abzusetzcn. „Er geht auf die Dörfer" heißt demnach ursprünglich; er verläßt den für ihn eigentlich gebotenen Betriebskreis, ans Besorgnis, darin infolge seiner Schwäche den gewünschten Erfolg nicht erlangen zu können, und begibt sich auf ein anderes, abliegendes Gebiet, tun möglicherweise auf diesetst zu erreichet:, was ihm auf dem zunächst gebotenen versagt erscheint. Silbenrätsel. a, at, ei, d, bei, gu, hi, ie, il, nm, na, pa, pa, ra, ra, ra, s, seit, sp, tu, ti, tis. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sechs Wörter gebildet und derart uulereütauder gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von innen nach oben gelesen ein geflügeltes Wort ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1, Australische Insel. 2. Wichtiges Erz. 3. Portugiesische Insel. 4. Orr der Unschuld unb Freude. 5. Marderartiges Raubtier. 6. Hafenstadt in Brasilien. ■ Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Köuigsproiuenade in voriger Nummer: Der Sturm sprach einst: Ich kenne Die Welt, denn ich zerpflücke sie; Da sprach der Reif; Ich feinte Sie näher, ich erdrücke sie; Die Sonne lacht: Ich kenne Sie besser, ich beglücke sie. Carmen Silva. der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckeretz N. Lange, Gießern