Samstag den 2y. August 1908 MS sw H4 e sSrsBE M ■ a. l?vA . NiWlMM, i rm KIWFW! Der Dorfkönig. Lionmn von Karl Böttcher. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 3. Kapitel- Drei Tage vor Ostern) früh Punkt neun Uhr, hielt im' Gutshofe der Talmühle ein leichtes Körbwägelchen. Merlin thronte auf denk Bock. Frau Guttermirnn trat mit Irene aus dem Herrenhause und erteilte ihr noch einige Aufträge. Das' junge Mädchen schwärm' sich behende in den Wagen, und sofort zog der Braune an und stürmte die Bergstraste hinaus. — Doch bald verfiel das Trev in Trab rrnd Schritt, so dast sich Merlin zu der philosophischen Bemerkung veranlaßt fühlte: „Ja, ja, —teer zu schnell den Berg 'naus will, — verliert'» Atem!" — Er mochte an ,den wtztenj Nenjahrsmorgen denken, da ihm durch das Lob seines HerrM und durch die Lohnerhöhung alles ini rosigsten Lichte erschienen war, bis Guttermanns Harte ihn bald in sein Knechtesdasern zurückwarf. „ , „„ , Irene kehrte sich wenig an des Kutschers dusteres Sinnen. Ihr war heute so wohl und frei zu Mute. Heute bloß? — Nein, schon seit--seit — —. Sie überlegte genau und fand, dast sie gerade seit einer Woche so vergnügt war, just zufällig seit dem Tage, an welchem der Baumeister Hennig in das Guttermannsche Haus gekommen war. Bei diesem Gedanken errötete sie: denn keinesweges mochte sie sich eingestehen, daß Fritz Hennigs Gegenwart ihr die Tage, vergoldete. — Sie vermöchte aber auch die Gedanken an den blonden Hünen nicht zu bannen, denn ihrem' siebzehnjährigen Herzen waren das seltene, kostbare Gedanken. Sie rekapitulierte die Ereignisse der letzten Tage. , Also gestern war sie mit ihm an dem alten Gemäuer weit brüt tut Walde gewesen, vorgestern hatte sie ihm etwas vorgemolken, vorvorgestern hatte sie ihn das Steinschnellen geleyrt, lenes Kunst- stückchen, flache Steinchen hüpfend durchs Wasser, zu schleudern. Bei diesem Erinnern liest sie ihre Gedanken wetten, das Bild seiner komischen Ungeschicklichkeit niachte sie wieder lachen, und erst das erstaunte Gesicht Merlins brachte sie zur Gegenwart zurück. — Aber diese war auch nicht ztt verachten- In den lachenden Frühlingsmörgen hineinzufahren, um Hugo von der Bahn zu holen, Hugo, ihren Lieblingsbruder, mit dem ire sich stets so gut verstanden, mit dem sie auf dem Heuboden Studentetm lieber gesungen hatte, deM sie ihr Taschengeld so oft gespendet, nut sein kärgliches auszubessern, — diesen Hugo wollte sie heute heimholen: nachdem er sein Matnrum wohl bestanden hatte. Sie freute sich riesig. — Wie er staunen wird, wenn er sie als Mamsell schalten und walten sieht, wie er den Baumeister, ihren Freund, finden wird! _ , ■ Merlin fuhr bis an den kleinen Bahiihof der Stadt; ^rene erwartete ant Gleis' den Bruder. — Als der Zug einlief, entstieg ihm nicht eine einzige Person. Irene war bitter enttäuscht und müßte die Tränen Niederkämpfen. Sie kehrte zum Wagen zurück, erstaunte aber nicht tvenig, darin ihrer wartend schon den Bruder zu finden. t , . .. ,, ' Hugo war schon aM Abend gekommen und hatte bei ctncnt Freunde geschlafen. Er wollte seine Schwester und sich nicht tiM die schöne Morgenfahrt bringen und war absichtlich Nicht heimgewandert. „ . , , -. Irene war überglücklich. Auf der Heimfahrt ruckte sie mit des Vaters Plänen bezüglich Hugos Zukunft heraus. , „Also du sollst nicht erst auf die Landwirtschaftsschule, sonderst gleich auf ein großes Gut, nm praktisch zu lernen. „Utid wohin?" „In die Nähe von Dresden, zu eineM alten Bekannten vom SSater,--du — das wird fein, da besuch ich dich mal--- und — — —" „M — und?" . . „Uiid — —। und da treffen wir gewiß auch Fritz Hennig. „Fritz Hennig?--Unbekannte Größe!" Das Stichwort war gefallen, und der Rest der Fahrt, das heißt Bicrfünftel, ward deut Baumeister gewidmet. Irene wurde sehr mitteilsam und erzählte dem Bruder Wort für Wort, was sie von dem Baumeister gehört hatte; v'on Dresden und deM König, vom Hoftheater und von Hentiigs Wohnung — iind zwar so ausführlich, daß Hugo schließlich fragte, ob sie etwa während, seiner Abwesenheit einmal in Dresden gewesen sei? Hugo wär trotz seiner Jugend ein feiner Beobachter, und ihm entging nicht die Begeisterung für den Baunleister, die aus jedem Worte der Schwester leuchtete. Ihm lag nichts ferner wie der krämtrhafte, nur aus Ge- winn gerichtete Geist sciiics Vaters. Alber er kannte diesen zu genau, darum fragte er unvermittelt: „Hat denn dein Ban- meister Vermögen?" Mit einem Schlage ward Irene ernüchtert. Diese profane Frage hatte den Ninibus ihrer jungen Bekanntschaft jäh zerstört, und bestürzt blickte sie dem Bruder ins Antlitz. Nicht tnt mindesten klar über die Art der Gefühle, die ihr siebzehnjähriges Herz für Fritz Hennig hegte, war ihr auch nicht entfernt die ^dce gekommen, daß der tägliche Verkehr mit dem Baumeister Konsequenzen zeitigen mußte. — lind nun war der Schleier der noch nicht bewußten Liebe mit einemmal zerrissen, und durch die Fetzen grinste das harte Antlitz ihres Vaters. — Das, was ihr bis jetzt romantisch erschienen war an Fritz Hennig: daß er sich aus Ureigenem emporgearbcitet, daß seine Mutter in Meißen eine kleine Pension besitzt,--das stieg jetzt wie eine trennende Wand zwischen ihr und Fritz Hennigs auf. , Denn daß ihr Vater nie fragen würde: Was ist er und wie ist er? — sondern nut: Was hat er und was kriegt er noch? — daran zweifelte sie nun nicht einen Augenblick Mehr. Irenes Gedanken waren mit einem Schlage trübe geworden, und schweigend hing sie ihnen nach. Hugo erkundigte sich bei Merlin nach Magda. — Das war Wasser auf des Kutschers Mühle und halbrückgewendet nach dem Fonds des Wagens erzählte er von seiner Tochter. — ^n iedem Briese lasse sie den jungen Herrn grüßen und wenn sie stach 538 Dresden kam'e, würde sie auch toieder einmal nach der Talmühle fahren. „Nach Dresden?" fragte Hugo interessiert. „Gewiß, — mein Bruder zieht ganz nach Dresden und da muß Mazda natürlich mit!" „Natürlich — natürlich!" pflichtete Hugo bei und machte int stillen schon seine Pläne- Als etwa eine Stunde spater der alte Gutterinann seinem heimgekehrten Sohne im Arbeitszimmer gegenüberstand, hatte er sich auf eine erregte Szene gefaßt gemacht- „Aus deinen phantastischen Studierplänen wird natürlich nichts r---er hielt inne, schon das Wort bereit, mit dem er den erwarteten Widerspruch niederkämpfen wollte. — Da aber Hugo schwieg, fuhr er fort: „Du gehst nach Reichenberg bei Moritzburg auf das-Gut meines Freundes Jllgen, nm die Landwirtschaft gleich praktisch zu erlernen!" „Gewiß, Vater; — und da ich ja gebildet genug bin, mich für mich mit der Theorie der Landwirtschaft zu beschäftigen, wäre ein Besuch einer solchen Schule nur Zeitvergeudung!"-- KutternÄnn traute seinen Ohren nicht- Diese Bereitwilligkeit kam ihm unnatürlich, säst unheimlich vor- Darum sagte er noch: „Denke aber nicht, daß du dort den Herrn spielen kannst. — Jllgen ist von mir genau instruiert: Du sollst einfach nur lernen stnd viel lernen; wirst dich keiner Arbeit scheuen-" „Keiner Arbeit scheuen," echote Hugo mechanisch. „Wirst dort sein tote ein Knecht!" Hugo zuckte zusammen, das Blut schoß ihm zu Kopfe und £te Fäuste krampften sich; — schon öffnete er den Mund zur heftigen Rede, aber da stieg vor seinem Geiste ein Bild auf: ein blondlockiges Mädchen mit lachenden Augen und knospender Brust und schneeweißen Perlenzähnchen. — Seine Lippen -preßten sich aufeinander und zwischendurch schob sich; „Wie ein Knecht!" Guttermann triumphierte- „Das nenne ich Erziehung!" dachte er und jetzt kam das Gesühl gewallt, was ihn so erhob: ein Herrschergefühl, — die ®renbe am Befehlen und die Freude, wenn man sich duckte vor fernem eifernen Willen- In seinem Reiche war er König. In Dorf und Fabrik und Gut und Familie unumschränkter Herrscher, Und der Spitzname, den der Haß seiner Untertanen geprägt, war für ihn Sphärenmusik- — Womit sie ihn beschimpfen wollten — das wollte er fein: Der Dorfkönig. 4. Kapitel. Irene Gutternrann war begierig, Hugos Urteil über den Baumeister zu hören--- Fritz Hennig saß wieder in der Lattenlaube unter feinen Fenstern, als Irene und Hugo in das Gärtchen traten- Die beiden Herren stellten sich formell vor, und Hennig Kat dre Geschwister, ifnri Gesellschaft zu leisten- iEs wollte fein Gespräch so recht zustande kommen- Irene gemerte sich ein wenig vor Hugo und verschloß ihre sonst so bibhende Fröylichkeit, und Fritz Hennig erblickte in ihrem Bruder zunächst nur den Herrensohn- Er war vorsichtig genug, erst zu andreren, ehe er aus feiner Reserve hervorging. Hugo fragte, vb sich der Baumeister von der einzurichtenden Holzschleiferei und Papierfabrik etwas verspräche- „Aber gewiß, Herr Guttermann; — denn erstens mangelt s noch an solchen Betrieben, und die sich immer steigernde Nach- rage verlangt Massenproduktion, — und zweitens sind in Ihrem! dre Rohprodukte und Arbeitskräfte so spottbillig zu haben, raß Sie schon nach dem 2- oder 3. Jahre mit größtem Gewinn arbeiten werden!" ,,^a, Hugo, totr haben eine Menge Holz in unseren Wäldern!" „Ehe allem diese Tausende von (Stämmen, die der Schnee- brpch geliefert hat, verarbeitet sind, können Jahre vergehen," sagte Hennig, und Hugo fragte: „Haben Sie die Verwüstung Vt den Wäldern betrachtet?" ... "M Staunen! - Ihre Fräulein Schwester war so liebenswürdig, mich durch den Urwald zu geleiten als kundiger Pfad- P£?CT; ,..E sage Ihnen, das macht einen furchtbaren Eindruck, Wb, tm Stämmegewirr und diese bizarren Wurzelbildungen. Wie das Bild einer grausigen Schlacht erschien Tritt* „Unb ber Schneebruch war nichts anderes als eine Schlacht. b Silvesternacht wird mir ewig in Erinnerung bleiben: unb Donnern und das Heulen des Sturmes, und Mi.Erker jammerte das Totenglöckchen!" „Das Tvtenglöckchen? — Was hat es damit für eine Be-- wandtms?" fragte Hennig lächelnd. Aber Irenes Gesicht warb „Wenn daü in ber Silvesternacht läutet, muß im kommenden Jahre eins int Orte sterben!" „Das ist so!" bestätigte Hugo. „Aber meine Freunde, — ich hätte Sie für aufgeklärter gehalten!" sagte der Baumeister heiter- „Ich bin nicht abergläubisch, doch bis jetzt ist es immer ein- getroffen!" erwiderte Hugo. „Und der Beweis?" „Der alte Elan ist durchaus kompetent," ereiferte sich Irene "Wir haben zwar selbst bis letztes Silvester die Glocke noch nie gehört, doch Elan erzählt, vor 17 Jahren, als Merlins Frau gestorben sei, habe die Totenglocke in der Silvesternacht geheult und vor 30 Jahren, als meine Großmutter starb und vor 35 Jähren Beim Tode meines Großvaters!" „Ist denn Elan schon so lange da?" „45 Jahre." „Ja, tote alt ist denn dann dieser treue Elieser?" „78 Jahre!" sagten Hugo und Jreue gleichzeitig. „Nichts möglich!" „Gewiß; — und dazu noch ein alter Kriegsveteran, der noch bei Leipzig und Waterloo mitgekämpst, der dem alten Blücher noch ins Auge gesehen, und vor Napoleon salutiert hat. — Wenn ber erzählt, Herr Baumeister!" — — Das ganze Feuer ber jugendlichen Begeisterung brach burch in Hugo. Er war auf» gesprungen unb stand nun aufrecht mit blitzenden Augen vor Irene und Hennig, als er fort fuhr: „Unb wenn ber brüte Napoleon eä wagen sollte, seine breiste Hanb nach beutschen Gauen auszustrecken --— — "Der ist ein kranker Manu, mein Lieber. Schauen Sie nur hinein in dieses Herrschers Herz, — dem gelüstet nicht nach Krieg!" beschwichtigte Hennig. „Aber ber Kaiserin — und denk Herzog Gramont, benen gelüstet es nach deutschem Boden, und ich--ich bin ber erste, ber sich als Kriegsfreiwilliger mdbet und mit mir sicher viele tausend deutsche junge Männer!" (Fortsetzung folgt.) Der Vater der Gsnsffenschasien. Zum 100. Geburtstage von Schulze-Delitzsch (29. August). Von Eugen Jsolani (Berlin). (Nachdruck verboten.) Nicht die politische Bedeutung des Parlamentariers und des Begründers der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschasten, Hermann Schulze-Delitzsch, soll hier geschildert werden. Die Be- deutung ist umstritten; wie sie von Millionen verneint wird, so ist sie von Millionen anerkannt. Aber gerade das ist ein Beweis dafür, daß Schulze-Delitzsch als Mensch von Bedeutung war, und daß fetn Lebens- und Charakterbild Interesse verdient. „,®er bekannte Parlamentarier Karl Braun-Wiesbaden er» öoylre: ,,^ch bin während eines langen Lebens viel und oft im Ausland gereist, unb mit allen europäischen Völkern, mit Gerden, Mit Romanen, mit Slaven, in vielfache Berührung ge- kommen. Man fragte mich in ber Frembe nach unseren berühmten Mannern m Deutschlanb und setzte mich baburch in ben Hohenmefiungen inbetreff ber Berühmtheit anzustellen. S® .tmb unter ben beutschen Parlamentariern drei, nach beiten tdj im Anslanbe am meisten gefragt wurde. Die Naturforscher, k^w usw..fragten nach Virchow, die Mämier ber historisch- ^Rlchümg fragten nach Mommsen, und alle fragten nact) Schulze-Delitzsch, obgleich sie selten seinen Namen richtig sch.^Aprechen verstanben. Man kannte die drei Männer als öffentliche Charaktere." Delitzsch, ber Name, den er seinem Vatersnamen angehängt hatte, war der feines Geburtsortes. Als Hermann Schulze am ^9. August 180o m Delitzsch bas Licht der Welt erblickte, gehörte noch zu Sachsen. Sein Vater war Bürgermeister von Delitzic.) unb ent wohlhabender Mann, ber es sich angelegen sein ließ, ben Geist des aufgeweckten Knaben frühzeitig zu reifen. Und was der Vater etwa zu tun unterließ, bas besorgte bie wild- ^brt der ^ugendjahre Hermanns, in bie bie nationalen rvampse Deutschlands gegen feinen Bebrücker sielen, unb in benen e3 vor allem ein Ereignis war, bas den tiefsten Einbruch auf den Knaben machen mußte: die sächsische Stabt Delitzsch ging im Frieden von 1815 an Preußen über. Wie mußte bas auf bas Bsürgermeisterssöhnchen wirken! Noch eyl kwar _ Menschenalter spater wußte Schultze-Delitzsch zu er- dme u-ber den preußischen „Kukuk" sich geärgert mwe, tote er selbst sich innerlich noch als herantoachsenbier Jüngling gegrnt bas aufgezwungene Preußentum auflsehnte. Er erhielt a wr -Z.ngendbildung in Sachsen. In Leipzig besucht b^^,dtieolatschule, .bereit Rektor Robbe „bjer partiknlaristischste £&r ^Hten war. Zu seinen Mitschülern gehörten Karl Ernsts ^^»r des „Buchs vom gesunden und vnSU£K aLVL' ®" Roßmaßler, der volkstümliche, Naturforscher, und L. E, Richter, der später so berühmte Arzt. 539 Dio Richtung dieser Jugend war eine durchaus gesunde, wenn auch der gestrenge Herr Rektor das „lateinische Leipzigertum" vertrat. Es war die Zeit, als volkstümliche Körperübungen mit einer gewissen Deutschtümelei vereint wurden, und es sür patriotisch galt, den Körper zu stählen. Wanderungen in- die Umgegend, verbunden mit Naturstudien, der lebhafte geschäftliche Verkehr Leipzigs, dessen Messen Fremde in die Stadt zogen, — alles das trug dazu bei, die Interessen des Jünglings zu erweitern, ihn nicht einseitiger Gelehrsamkeit anheimfallen zu lassen. So kam es denn, daß, als Schulze im Jahre 1827 die Universität Leipzig bezog, um, dem Wunsche des Vaters gemäß, Rechtswissenschaft zu studieren, er neben dem Hauptstudium noch fleißig historische und literaturgeschichtliche Studien betrieb. Eine poetische Begabung, die sich frühzeitig zeigte, wurde eifrig gepflegt und im Innersten des Herzens keimte Wunsch und Hoffen, dereinst als Dichter berühmt zu werden. Indessen war Schulze viel zu praktisch-realistisch veranlagt, um dxs stille Sehnen seines Herzens allzu sehr über sich Macht gewinnen zu lassen. Er war fleißig hinter seinem Nechtsstudium her, bereitete sich in Halle zum preußischen Juristenexamen vor, bestand beide Prüfungen, wurde Referendar und 1830 Auskultator zu Naumburg. Dann war es ihm vergönnt, eine Reise nach Italien zu machen, dem er bis ins hohe Alter hinein eine große Liebe bewahrte, und ein gut Stück von ganz Deutschland zu sehen. Die Eindrücke dieser Reisen mußten natürlich seine poetischen Träume wieder aufleben lassen, und in einem Büchlein, das 1838 bei F. A. Blockhaus in Leipzig erschien („Wanderbuch. Ein Gedicht in Szenen und Liedern") ließ der junge Jurist sein poetisches Empfinden ausströmen. Im selben Jahre ward Schulze als Assessor an das Kammergericht in Berlin versetzt und hatte hier Gelegenheit, das preußische Staatswesen näher kennen zu lernen, dem er bei seiner Begeisterung für das konstitutionelle Sachsen damals wenig Geschmack abgewinnen konnte. Doch schon im Jahre 1841 kehrte er, zum Patrimonialrichter in Delitzsch ernannt, nach seiner Vaterstadt zurück. Noch viele Jahre später, als er längst aus dem Staatsdienst ausgetreten war, erzählte man sich in Delitzsch von dem „tyran- nischen" Richter allerlei Stückchen, doch hatte diese Tyrannei lediglich in seiner strengen Rechtlichkeit ihre Begründung. Galt es dem Recht zum Siege zu verhelfen, so kannte Schplze keine Rücksicht. Vor allem zog er gegen mancherlei Schlendrian in der Verwaltung zu Felde. Trotzdem wurde er beliebt in der Bürgerschaft, die ihn bald als echten Bürgerfreund erkannte. Damals ging durch die kirchlichen Kreise Preußens ein stark pietistischer Zug, der aber in der Provinz Sachsen durch die freireligiöse Bewegung der „Licht- freunde" eine starke Gegenwehr fand. Als der Sturm des Jahres 1848 heranbrauste, war er als kirchlich und politisch liberaler W.nn unter den Bürgern bekannt; man wählte ihn in die preuß. Nationalversammlung und seitdem führte er den Namen Schulze- Delitzsch, der eine weltberühmte historische Bedeutung erhielt. Er gehörte zu den Gemäßigten, war demokratisch-monarchisch gesimn, und wollte Preußen an der Spitze Deutschlands sehen. Als Vorsitzender in der Kommission zur Prüfung der Notstände im Arbeiter- und Handwerkerstand kam er bereits damals zu der Ueberzeugung, daß die Kleingewerbe die Konkurrenz der Großindustrie nur überstehen können, wenn sie sich auf der Basis der Selbsthilfe zu gemeinsamer Beschaffung des Kapitals und der anderen die Großindustrie ansziehenden Produktionsmittel vereinigen würden. Auch in die zweite preußische Kammer wurde er gewählt, doch da diese bald aufgelöst wurde, und die demokratische Partei aus Beteiligung an der Neuwahl verzichtete, so hatte sür ihn vorläufig die parlamentarische Tätigkeit ein Ende, nur hatte sie für ihn noch ein gerichtliches Nachspiel. Er war einer jener der Steuerverweigerung angeklagten Abgeordneten, aber er führte selbst seine Verteidigung in so glänzender Weise, daß er freigesprochen wurde. Die Regierung aber wollte ihn nicht ganz uugestrast lassen, sie versetzte den in seinem heimatlichen Leben tief Wurzelnden im Jahre 1850 nach Wrescheu in der Provinz Posen in eine sehr unwirtliche Umgebung und in Verhältnisse, die ihm wenig angenehm sein mußten, und als er dort gezwungen war, zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen Urlaub zu nehmen, verweigerte man ihm diesen. Entrüstet legte er seine Stelle als 'Kreisrichter nieder und bat um die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Aber auch das ward ihm versagt, und er war nun gezwungen, als Privatmann zu leben. Er zog wieder nach Delitzsch zurück und betätigte sich literarisch, wobei ihm die Freundschaft mit Ernst Keil in Leipzig sehr zu statten kam. Dann aber begann seine volkswirtschaftliche Tätigkeit, zu der er durch seine Erfahrungen im Parlament angeregt wordeck war. Er gründete in Delitzsch eine Kranken- und Sterbekasse und veranlaßte die Schuhmachermeister der Stadt Delitzsch und der Umgebung zur Begründung eines Rohstoffvereins. Später ward dann ein Vorschußverein mit solidarischer Haftpflicht begründet, dem ein Konsumverein folgte. Die Erfolge dieser Vereine wurden sehr bald auch auswärts bekannt, in anderen Städten fanden sie Nachahmung, man schrieb an ihn um' Ratschläge, er pepfaßte Statuten, veröffentlichte die Schrift „AsfoziationsbuH für Handwerker und Arbeiter", das als Wegweiser für derartige Genossenschaftsvereine dienen sollte, und ehe fünf Jahre vorbei waren, zählten die Vereine dieser Art in Deutschland nach Hunderten; Hunderttausende kleiner Handwerker wurden durch sie in den Stand gesetzt, den Existenzkampf gegen die Großindustrie weiter zu führen. Unter jubelndem Beifall tonnte Schulze-Delitzsch im Jahre 1857 auf dem internationalen Wohlfahrtskongreß in Frankfurt am Main die Resultate der Genossenschaften vorlegen, die bereits im Ausland Aufmerksamkeit zu erregen Begannen. Indessen bei allen diesen Erfolgen hatte der Mann, der Hnn- derttauseuden zur Verbesserung ihrer wirtschastlichen Existenz verhalfen hatte, selbst einen schweren Existenzkampf durchzuführen. Die Stadt, Erfurt wollte den verdienstvollen Mann zum zweiten Bürgermeister machen. Aber die Regierung konnte noch immer nicht vergessen, daß er einst zu den Steuerverweigerern zählte, und versagte die Bestätigung. Da ward ihm auf dem ersten Vereinstage deutscher Vorschubvereine zu Weimar im Jahre 1859 die Leitung des Zentralbureaus übertragen, und von diesem Tage an führte er die Leitung des Verbandes der Genossenschaften als deren Anwalt bis zu seinem Tode. Er hatte in Potsdam seinen Wohnsitz genommen, um seine geschäftliche Tätigkeit in der Nähe von Berlin ausüben zu können, aii das ihn fortgesetzt die parlamentarische Wirksamkeit fesselte, ward er doch ins preußische Abgeordnetenhaus und in den Reichstag gewählt. Noch mancherlei Erfolge wurden dem verdienstvollen Alan ne beschieden. Da er, der uneigennützig seine ganze Kraft dem öffentlichen Wirken widmete, immer noch in sehr bescheidenen Verhältnissen leben mußte von dem kleinen Gehalt, das der Verband ihm gewährte, forderte der bekannte für alles Edle begeisterte Präsident des Landes-Oekonomie-Kollegiums Lette Schulzes Gesinnungsgenossen zur Sammlung einer nationalen Ehrengabe für den verdienten Volksfreund auf. Die Sammlung brachte die schöne Summe von mehr als 50 000 Talern, doch nahm Schultze-Delitzsch nur die Zinsen an und bestimmte das Kapital zu einer Stiftung, aus der solche Männer belohnt werden sollten, deren Wirken, und Tatkraft zum Besten des Vaterlandes in nationaler, politischer oder sozialer Hinsicht dienen würde. Aus diese Weise war ihm ein sorgloses Alter beschieden. In seinem Hause in Potsdam iistte er eine liebenswürdige Gastfreiheit ans. Parlamentarier von Bedeutung, Schriftsteller wie Auerbach, Gutzkow u. a., Künstler, Komponisten unb Gelehrte verkehrten dort. Da er im Jahre 1865 auch eine volkstümliche Bank, die „Deutsche Genossenschaftsbank", die bald einen großen Aufschwung nahm, gegründet hatte, mehrten sich die Ansprüche, die an ihn gestellt wurden, immer mehr, aber unermüdlich wirkte er für feine Sache bis ins Greifenalter hinein, unbeirrt, wie auch das Anwachsen der sozialdemokratischen Partei, die feine Bestrebungen besonders heftig anfeinbete, ihn zum Kampf für seine Ideen immer von neuem aufrief. Nicht der Kampf für seine Sache, nicht die Arbeit, die er int Uebermast zu leisten hatte, ermüdeten ihn in seinem Wirken. Aber die Natur verlangte ihr Recht. Allerlei Leiden stellten sich bei ihm ein, als er die biblische Grenze überschritten hatte. Die unbegrenzte Verehrung von Millionen Menschen, die ihm bis ans Ende treu blieb, die Anerkennung, die ihm in der Wissenschaft gezollt wurde — die Universität Heidelberg hatte ihm 1873 ein von Bluntschli verfaßtes Doktordiplom übersandt — hielten ihn aufrecht, wie auch die Altersleiden ihm zusetzten. Nach einem Besuch, den Berthold Auerbach ihm im Juni 1881 machte, schrieb dieser in einem Briefe: „ich traf den getreuen Menschen in seinem Garten, wo er leider durch sein Hüftenleiben oder eine Art Schlag nur schwer umherhumpelte. Sein Weseck ist noch srisch, aber der dreiundsiebzigjährige Mann ist doch sehr baufällig, und das Gesicht und der Kopst scheinen mir kleiner geworden." Das war umso bemerkenswerter, als der Kopf des Volks- maunes ungemein ausdrucksvoll und bedeutend in seinen gesunden Jahren wirkte, wie überhaupt die ganze nicht große Per- fönlichkeft ungemein lebensvoll in ihrer Erscheinung war. Max Ring gibt von seinem äußeren Wesen die folgende Schilderung; „Aber keine Not vermochte den Mut des lebenskräftigen über- zeuguckgstrenen Mannes zu beugen, feinen tapferen Geist zu trüben' und ihm den angeborenen Humor zu rauben. Es war mir eine Freude, die gedrungene breitschultrige Gestalt mit dem offeneck Gesicht, der breiten, gewölbten Stirn und den treuen klaren Augen zu sehen, seine kräftige Bruststimme und sein herzer- guickendes Lachen zu hören. Er erschien mir wie der Typus eines echten Deutschen, von demselben Stamm wie Marfin Luther. Kuhck und bedächtig, fromm und freisinnig, ideal in feinen Anschauungen unb Gesinnungen, aber praktisch in allen Verhältnissen bes täglichen Lebens, rasch auflodernd und ebenso schnell wieder besänftigt, streng unb doch gutmütig wie ein Kind, selbstbewußt aber innerlich bescheiden, unermüdlich tätig, einfach ick seinen Genüssen aber lebenslustig, wie Luther Wem, Weib und) Gesang liebend." Und diese Lebenslust hat Schulze-Delitzsch auch noch bi», ick seine letzten Lebenstage sich bewahrt; sie gab ihm die Arbeitskraft, um die mannigfachen Geschäfte Noch' als Greis zu, bewältigen; die feine .Stellung als Leiter der Genossenschaftsvereine.mit fiH 540 brachte. Denn wenn' er stets als Vater der Genossenschaften bezeichnet wurde, und mit vielem Recht, so war er das nicht nur als Begründer der Vereine, sondern auch als deren fortdauernder Berater. Er wollte durch die rege Vereinstätigkeit die Initiative des Volkes geweckt und gebildet sehen, weil er durch diese allein die Bildung eines gesunden, freiheitlich entwickelten Staatswesens erhoffte. So war er unausgesetzt mit zahlreichen Männern aus dem Volke und aus allen. Kreisen des gewerblichen Lebens in persönlichem und schriftlichem Verkehr. Gros' war denn auch der Schmerz, als der treffliche und trotz seiner Bedeutung so bescheidene Mann am 29. April 1883 starb. Ein ungemein großes Trauergcfolge wand sich durch die Straßen Potsdams, als man ihn im Frühlingssonnenschein zu Grabe trug. Aus allen Teilen Deutschlands waren Trauernde herbeigeströmt. Nie vorher und seitdem nie wieder hat man in der Residenzstadt an der Havel einen solchen Lerchenzng gesehen. In seiner Geburtsstadt Delitzsch und in Berlin verkünden Denkmäler seinen Ruhm. __ Lin Verg ßiis Gold. Die fast märchenhaft klingende Geschichte der Entdeckung Her großen Morgan-Mine in Zentral Queensland in Australien erzählt der Senator von Queensland A. St. Ledger im Wide World Magazine. Als gegen Ende der fünfziger Fahre die großen Goldminen von Rockhampton und Gladstone entdeckt wurden, strömten die Goldsucher zu Tausenden nach Australien. Weit und breit durchzogen sie die öden endlosen Gebiete, überall nach dem kostbaren Metalle forschend, aber die Mehrzahl kehrte damals enttäuscht heim. Manche von jenen Suchern mögen an dem Hügel vorbeigeschritten sein, der nichst etwa in seinen Tiefen, sonderit offen an der Oberfläche aufgetürmt in unscheinbarer Gestalt verkleidet das kostbare Metall darbot. Ein Zufall sollte erst viel später zur Entdeckung des gewaltigen Naturschatzes führen. Es war im Juli 1882, als die Brüder- Morgan in Begleitung eines ihrer Angestellten, der sich erboten hatte, ihnen gegen 400 Mark eine Silberader zu zeigen, von Rockhampton aus aufbrachen. Der Angestellte wies ihnen auch eine Stelle, wo man an der Oberfläche kleine Spuren von Kupfer und Gold fand, aber die nähere Untersuchung zeigte bald, daß hier von einem Reichtum keine Rede war. Gegen Abend brach man enttäuscht zum Heimweg auf- ein furchtbarer Regen ging plötzlich nieder, die Bäche schwollen an und die kleine Partie war zu großen Umwegen genötigt. Am nächsten Morgen, es war ein Sonntag, fand man schließlich in einer verlassenen einsamen Hütte eines chinesischen Hirten ein Obdach, die Kleider wurden getrocknet und das karge Sonntagsmahl bereitet. Edward Morgan schlug vor, die unfreiwillige Muße zu einer Untersuchung der benachbarten Hügel auszunutzen, die Langeweile quälte und so brach man denn schließlich auf. Am Fuße jenes Hügels, an dem jetzt die Spaten klirren und die Maschinen brausen,.sah Edward Morgan ein großes schwarzes Kiesstück. Er schlug ein Stück herab und steckte es in die Tasche. Ringsum zeigte der Hang dieselben Steinformationen und ohne gerade an Gold zu denken, nahm man die Muster mit sich. Bis zum Gipfel hinauf konnte man diese unscheinbaren schwärzlichen Steine verfolgen. Als man nach zwei Tagen heimkam und die halbvergessenen Gesteinsteile fast mehr der Neugier wegen genauer untersuchte, konnte man feststellen, daß der Stein buchstäblich von Gold strotzte. Sofort leitete man eine wissenschaftliche Untersuchung ein, die zunächst das ganz unglaubliche Resultat ergab, daß in jenem Felsen die Tonne Gestein nicht weniger als 3700 Unzen Gold enthielt. Für einen Spottpreis, für 12 800 M., erstand man den öden Hügel und irrt Jahre 1883 begann bereits die Arbeit. Seitdem hat der Goldberg nicht weniger als 250 Millionen Gold der Welt geschenkt und noch heute zeigt der Erzreichtum keine Verminderung. Der Hügel bietet übrigens der Wissenschaft ein außerordentlich interessantes und bis heute noch nicht gelöstes Problem. Denn Fälle, in denen bei gleicher Gesteinsformation Goldimprägniernngen beobachtet wurden, sind bisher nicht bekannt geworden. Jeder Bergmann, dem man vor der Entdeckung gesagt hätte, daß in diesem dunkelbräunlichen schwefelkiesartigen Geröll Gold enthalten sei, würde gelacht haben. Die Goldsucher der Umgebung hatten oft den Hügel gekreuzt, hatten gesehen, daß der Fels Metall enthielt, aber nach ihren Erfahrungen konnte das nur Eisenerz sein, dessen Ausbeutung hier sich kaum lohnen' würde. So bot die Entdeckung von Gold in dem Eisenkies des Berges selbst dem Minenfachmann eine Ueberraschung, die um so größer ist, als die benachbarten Hügel, die im übrigen die gleiche Formation zeigen, Gold nur in ganz minimalen Mengen enthalten. Der Geologe R. L. Jack hat die Hypothese aufgestellt, daß der Goldgehalt des Hügels nur auf eilte heiße Quelle, ähnlich dem Geiser von Island/ zurückgehen könne und auf vulkanische Einflüsse. Aber die Mine sollte noch neue Ueberraschungen bringen. Nach einiger Zeit, als die reichsten Adern erschöpft waren und nun auch die ärmeren ausgenutzt wurden, bemerkte man, daß der Goldgehalt rapide abnahm. An seiner Statt aber wuchs der Gehalt an Kupfergolderzen. Man nahm nun große Bohrungen vor, und bald konnte man feststellen, daß die Mine zwar ihr Produkt, nicht aber ihren Wert geändert hatte/ denn sie liefert heute Kupfergolderze in solchen Mengen/ daß sie für die Inhaber die alte Goldgrube geblieben ist.' Eigentlich verdient der Mount Morgan gar nicht den Titel einer Mine, denn nirgends gewahrt inan Schachte oder Stollen, das kostbare Metall liegt oben am Tage und es wird gesprengt und fortgefühftt, genau wie ein Steinbruch an einer deutschen Landstraße. VsvmZschtes. . *. Wolkenkratzer in Japan. In Newhork ist ein japanischer Architekt eingetroffen, I. Tekeda, um aus dem Studium der amerikanischen Wolkenkratzer Anregungen für die Baukunst in Japan zu sammeln. „Unser größtes Gebäude in Japan ist 200 Fuß hoch", so äußerte sich Tokeda, „es ist eine Pagode, ein religiöser^ Tempel. Selbst unsere modernen Gesch!äftshäuser sind nicht höher als 50 bis 60 Fuß. Der japanische Architekt gehört der Kommission an, die den Bau des neuen Parlamentsgebäudes in Tokio überwacht, bei dem' alle technischen Errungenschaften der modernen Baukunst praktische Anwendung finden sollen. Es soll aus Stahl und Stein konstruiert werden und die Baukosten werden auf etwa 48 Millionen Mark veranschlagt. Wieso? Weshalb? Wozu? Warum? Des Kaisers Gnade ward bezeugt Dem alten Schuster Wilhelm Voigt, Der einst die Welt zum Lachen brachte, Weil er so tolle Sachen machte, Daß sie im Lande kaum geglaubt man, Als er $it Köpenick als Hauptmann Den Bürgermeister arretierte Und mit der Kasse fortspazierte. Zwei Jahre wurden ihm geschenkt Voll seiner Strafe. — Jeder denkt: Wieso? Weshalb? Wozu? Warum? Er kommt ins Ministerium! Wer so >vie dieser unbeirrt Mit Bürgermeistern fertig ivird, Die zu gehorchen nicht erbötig, Den braucht mau jetzt in Preußen nötig — Und wird ihn gleich nach Husum hetzen, Den Dr. Schücking abzusehen! (Jugend.) Gedanke» und Betrachtungen. Von H e l v e t i u s. Man müßte die Güte eines Menschen aus seinein Glück be- rechnen können. Ich verstehe unter Glück nicht Reichtum, sondern Gesundheit, Zufriedenheit ober wenigstens: Mäßigung der Wünsch e. Logogriph. Du kennst mich als leuchtende Farbe, Doch reißest das Herz du mir aus, Verbreit' ich ein traulich Behagen, Wenns stürmet und ivettert draus. Gießen. T. L. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der altägyptischen Hieroglyphen in vor. Nummer: Fleiß ist der Vater des Glücks. Redaktion: P.Witiko. — Rotationsdruck und Verlag der Brüh l'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.