m I ü-j jM ( 1908 ■s&ii'iaJKi Wirket, so lange es Tag ist. Roman von Maximilian Böttcher. 'Nachdruck verboten.) Erstes Kapitel. Seit Fichtenwalde Bahnanschluß erhalten hatte, hatte Heinz Vollrath das liebe Nest- das seine Heimat war, nicht wieder gesehen. So bestaunte er in Fnchsendorf, dem Ausgangspunkt der Sekundärbahn, die nußer Fichtenwalde eine ganze Reihe von märkischen Walddörfern den Segnungen des Weltverkehrs erschließen sollte, das neue Stationsgebäude und die sehr viel weniger neuen Magen des schön zur Abfahrt bereitstehenden Zuges mit einer Art liebevoller Bewunderung und löste sich schließlich zur Feier des Tages ein Billett zweiter Klasse, obgleich er stch wohl bewußt war, daß ein vermögensloser Hilfsprediger immer die Sparsamkeit^ als höchste Tugend tocn muß — selbst dann, wenn er fünf Jahre lang mit einem, seine bescheidenen Bedürfnisse übersteigenden Gehalt im Dienst der Auslandsmission tätig 'gewesen ist. Als Heinz durch die in der Querstraße des Waggons befindliche Mausefallentür das enge, mit graugestrciftcm Plüsch aus- geschlageuc Coups betrat — er konnte seine ungewöhnlich hohe Gestalt gerade so hindurchschieben, ohne sich den Köpf zu stoßen —, sah er, daß er Reisegesellschaft hatte: eine junge, auffallend hübsche Dame, deren mittelgroße, schlanke Gestalt ein Staubmantel von hellgelber Seide umhüllte, uni deren schmales, bleiches Ant- lih eine widerspenstige Mille tiefschwarzen Lockenhaares krönte; — den Nembrandhnt mit den großen Straußenfedern hielt eine schmale, feingliedrige, ringbesäte Hand im Schoß. Heinz Vollrath, der zwei korpulente Koffer schleppte, konnte sich zum Gruß nur verneigen, stellte dann aber den einen der beiden Koffer auf die Bank und zog seinen Schlapphut, wofür die Dame mit lässigem, kaum merklichem Neigen des schönen Hauptes dankte. Während Heinz aber sein schweres Gepäck mit muskulösen Armen in das Netz hob, sah er in dem kleinen, ovalen Spiegel, dessen blanke Scheibe zwischen Netz und Polsterlehne schimmerte, daß die dunklen, mandelförmigen Augen der Fremden sein Profil mit sichtlicher Neugier musterten, und daß ihr auch die vielen bunten Zettel, mit denen reklamesüchtige Hoteliers in Peking, Hongkong, Colombo, Kairo, Neapel unb. Rom seine Koffer beklebt, Interesse abzunötigen schienen. Offenbar dachte sie wohl: welches Schicksal verschlägt einen so weitgereisten Mann in unseren einsamen märkischen Forst? Heinz Vollrath fühlte sich von der dunklen, warmen, stark südländisch anmutenden Schönheit seiner Eoupsgenosfin ivie von einem Zauber umstrickt, einem so seltsam tiefen Zauber, wie er ihn, trotz seiner dreißig Jahre, noch nie in der Nähe eines Weibes empfunden hatte. Obgleich sein Gepäck längst wohlverstaut lag, schob und rückte er noch immer daran herum, um in dem Spiegel unter dem Netz die Züge der Fremden nur gar recht lange und gründliche betrachten zu können. Bald schien die Dame aber zu merken, daß sie zum Gegenstand intensiver Beobachtung gemacht wurde, wenigstens zog sie dfe schwarzen Bräuen in die Höhe, hüstelte wie in leisem Unwillen und richtete ihren Blick mit einem müden, gelangweilten Ausdruck zum Fenster hinaus auf den einsamen Bahnsteig von Fnchsendorf, auf dem es außer der roten Nase des unnatürlich in die Breite gegangenen Vorstehers durchaus nichts Bemerkenswertes zu sehen gab. Endlich setzte sich der Zug mit der üblichen zehnminutigen, Verspätung in Bewegung: und Heinz — fast zornig auf sich, — den» cr hatte wahrlich Ernsteres und Wichtigeres zu tun, als sich zu verlieben ■— sah krampfhaft in die märkische Landschaft hinaus, die unter dem Gebimmel der Lokomotive mit gemächlicher Langsamkeit vorüber glitt, überwölbt von eines sonuendurchstrahlten Herbsthimmels wundervoll blauer Kuppel. Aber das stetig wechselnde Bild da draußen nahm Vollraths Sinn doch nicht so gefangen, wie er es in den vielen Stunden des Fernseins gewähnt, in denen er mit sehnendem Herzen der Heimat gedacht und sich auf das Wiedersehen mit ihr gefreut hatte wie ein Kind auf de» Wcihnachtsheiligenabend. Immer wieder tauchte zwischen den licktalanzübersluteten Wäldern und Feldern und seinem spähenden Blick das blasse Rassegesicht der jungen Dame auf, das in so scharfen, deutlichen Strichen auf der Tafel seines Erinnerns stand, als hatte nicht eine kurze Spanne versteckten Anschauens, sondern die Glut jahrelanger Leidenschaft das holde Bild in seine Seele gebrannt. Heinz ivar es, als wenn er verhext wäre. Unwillig- nahm er seinen Hut ab und fuhr sich mit der Hand über die Augen, stand schließlich auf, um dicht an das offene Fenster zu treten und sich den vorbeistreichenden kühlen Luftzug um die erhitzte Stirn und durch das volle braune Haar lochen zu lassen. Aber als cr sich wieder niedersetzte, huschte sein Blick, ivie von magischer Gewalt ungezogen, doch von neuem verstohlen zu der Fremden, hinüber. Sie hatte sich tief in ihre Ecke geschmiegt und schien zu schlafen. Wenigstens waren ihre Lider geschlossen, so daß die laugen, seidenen Wimpern wie Schattensegmente auf der weißen Haut der Wangenränder lagen; und der feingeschnittene Mund, den sie vorher festzusammengekniffen gehalten — wodurch dem schönen Antlitz, trotz der Weichheit seiner Formen, der Ausdruck einer gewissen Herbheit verliehen worden war — stand jetzt leicht geöffnet; — „wie eine Rosenknospe, die sich unter dem Strahl der Morgen sonne entfalten will", dachte Heinz Bollrath. Und cr dachte weiter, daß er immerzu so sitzen und die Fremde anschauen möchte. Wer sie wohl war? Die Tochter eines Oberförsters oder eines höheren Beamten, die rar genug gesät waren zwischen Fnchsendorf und Elsenbeck, der Endstation der Sckundär- bahn? Schwerlich. Was an Edelsteinen auf den feingliedrige», durchsichtig zarten Händen der Schlafenden oder Träumenden glänzte, repräsentierte den Wert eines kleinen Vermögens; und preußische Beamte in Stellungen auf dem Lande sind selten mit einem Ueberfluß an Reichtum gesegnet. Eine Gutbesitzcrs- tochter? Auch das kaum. Denn die wenigen erbeingesessene» Familien, die es in jener Gegend gab, waren guter brandenburgischer Schlag mit derbgeschnittcnen vierkantigen Gesichtern, blauen Augen, blonden Haaren und robustem Gliederbau; so feine, interessante Physiognomien ivie die der Fremden, so dunkle 762 Ulitflen, so schwarzes, bläulich glänzendes Gelock und fo schlanke, ridechsenhaft biegsame Gestalten zeitigte Wohl nimmer der märkische Sand. Der Zauber, der Heinz- Vollraths Sinne und Herz betörte, wuchs und wuchs. Und es war wie eine seltsam beklemmende, unerklärliche und rätselhafte Ahnung in seiner Brust, die ihm zurauute: In diesen weißen, feinen Händen lausen die Fäden deines Schicksals zusammen. Gewaltsam riß er sich aus seiner Verstrickung und suchte, wieder zum Fenster hinausschauend, die mancherlei Veränderungen festzustellen, welche der eiserne Schiencnstrang in den fünf Jahren seiner Abwesenheit in die Gegend getragen. Kannte er doch in einem Uurkreis von drei Meilen nm Fichtenwalde herum jedes Dorf und jedes Wäldchen, jeden Bach und jeden See; denn nie hatte er sich in seinen Ferien ein lieberes Vergnügen gewußt, als mit Ranzel und Stock bewaffnet, seine stille, verträumte Heimat, die viele öde nannten, und die er doch über die Maßen liebte, auf tagelangen Wanderungen nach allen Seiten hin zu durchstreifen. m Liebe Erinnerungen früher Jügendtage schwebten auf leisen Flügeln herbei und lächelten ihn an. . . seiner Mutter verrunzeltes Sorgengesicht tauchte auf... er sah, wie sie mit den von der Gicht gekrümmten Beinen ihr einfaches Stübchen und ihren bunten Kramladen durchtrippelte, vor ungeduldiger Sehnsucht am liebsten den Zeiger an der Uhr vorgedreht hätte; — und in sein noch von südlicher Sonne gebräuntes, männlichoffenes, durchgeistigtes Antlitz trat ein Widerschein beglückter Verträumtheit. Tie Fremde in ihrer Ecke hob ein wenig die Lider und schickte unter den seidigen Wimpern hervor einen flüchtigen Blick zu zu ihrem Eoupsgenossen hinüber. Aber es mußte wohl etwas an ihm sein, das sie stark und lebhaft fesselte; denn ihre dunklen Augen kehrten immer von neuem zu ihm zurück — bis auch er wieder zu ihr hinsah, unb ihre Blicke sich für die Dauer einer Sekunde trafen. Da nahm ihr Gesicht sogleich den Ausdruck eisiger Unnahbarkeit an, und sie sagte in beinahe herrischem Ton, mit einer tiefen, wohllautenden Stimme: „Möchten Sie, bitte, das Fenster schließen. Sic haben drüben eie Windseite." Weiter nahm sie keine Notiz mehr von Heinz. Und auch er - von einer merkwürdigen Schüchternheit, die ihm selbst albern vorkam, befallen — fand fürder nicht mehr den Mut, sie anzublicken. Au jeder der vielen kleinen Stationen aber, an denen der Zug Halt machte, um Passagiere abzusetzen und den Schaffnern ausgiebige Gelegenheit zu geben, sich in den Bahnhofswirtschaften t bi'.rfttaen Zungen zu kühlen, — stieg es wie Furcht in ihm auf: „Wenn sie doch nur noch nicht aussteigen möchte". Mit einem so wunderbar betörenden Gefühl durchströmte ihn allein das Empfinden ihrer Nähe. Und er hatte Glück. Mit den feinen, weißen, von Brillanten und Smaragden glitzernden Händen nestelte die Dame ihren Hut erst daun in das schwarze Haar, als der Zug den hochragenden, sonnengold- durchfluteten Fichtenwälder Kiesernforst durchbummelte, in dein Heinz nicht nur jeden Weg und Stein, nein fast jeden Stamm und leben der dunklen Wnchholderbüsche kannte, die wie Gnomen und Zwerge unter den hohen Bäumen standen. Wie ein Freudenschreck durchzuckte ihn der Gedanke: „Sie hat das gleiche Reiseziel Ivie du; du wirst erfahren, wer sie ist, und vielleicht auch Gelegenheit siudeii, sie näher kennen zu lernen", ülber gleich darauf biß er die Lippen zusammen; denn sein Ge- wlisen mahnte: „Denke daran, was du dir vorgenommen. Du gehörst der Gemeinde, in deren Dienst du treten wirst. Sie ö«it ist hart; von allen Seiten stürmen die Feinde an gegen r denn -jemals verlangt dein Berns jetzt nach Mannern, die ihre volle Persönlichkeit einzusetzen bereit sind, r,te Herz nicht zwischen egoistischen Wünschen und dem Pflichten rhres Amtes teilen, die ihr Glück nur in der Ausbreitung und Festigung des Christenglaubens suchen und finden." . . «itf, hob seine Koffer aus dem Netz aus die Sitzbank nieder und blickte, da der Zug sein Tempo bereits merklich zri verlangsamen begann, zum Fenster hinaus, um nach irgend einem altvcrtrauten Fichtenwälder Gesicht Ausschau zu halten. .Daß Crf JV'Li)CTit Bauhof sein würde, ihn abzuholen, hielt - „ , ausgeschlossen, obwohl er ihr die Zeit seiner Ankimst vor- rSi '?■ ""geteilt hatte So weit er die gute Alte kannte, brachte ~,.~l nimmer über sich, ihren Kramladen für eine Stunde im Stich zu lassen; - selbst damals, als il)r Mann gestorben war, dem sie wahrlich nut einem Uebermaß treuer Hingebung ange» "nngen, batte ne das Geschäft nur gerade so lange geschlossen gehalten, wie nötig gewesen war, den Gesayrien ihres Lebens zur letzten Ruhestätte zu geleiten. Immer lag in ihrem Herzen die Sorge um den Erwerb im Streit mit der Liebe zu ihren Nächsten; doch immer trug die Sorge um den Erwerb den Sieg davon. Aber was war das? Heinz wagte seinen Mgcn nicht zu trauen, c en es gebeugte Mütterchen dort mit dem schwarzen Chenillekopftuch, dem altmodischen Jackett und dem großen Regenschirm . . . das war sie ja, war sie wahrhaftig. Also schienen noch Zeichen unb Wunder zu geschehen. Und ehe der harte Griff der Bremser den Rädern sein knirschendes Halt aufgezwungen, war Heinz schon draußen auf dem kiesbestreuten Bahnsteig seines Heimatdorfes, um seiner Mutte« durchfurchtes Antlitz, das von Tränen des Gliickes überströmte, an seiner breiten Brust zu begraben. Darnach stieg er noch einmal ins Coups hinauf, um seine Koffer zu holen. An der schmalen Tür mußte er zunächst die Fremde passieren lassen, die jetzt mit einer eleganten Notenmappe am Arm, hochrrhodenen Hauptes an ihm vorbeiging, wieder den unverkennbaren Ausdruck hochmütiger Unnahbarkeit in den blassen Zügen. Als Heinz mit seinem Gepäck dann wieder neben feiner Mutter stand, sah er. daß die Dame, in gemessener Entfernung von einem livrierten Diener gefolgt, auf einen mit vier Schimmeln bespannten hohen Kutschicrwageu zuschritt, den unruhig scharrenden Pferden Zucker in die Mäuler schob, um sich darnach mit der spielenden Gewandtheit einer Amazone auf dm Bock zu schwingen. Wahrend sie dem Kutscher die Leine aus der Hand nahm, wandte sie, wie suchend, das Antlitz noch einmal zur Seile, und wieder traf sich ihr Mick mit dem Heinz Bollraths, dessen helles Auge nun mit offener, unverhehlter Bewunderung an ihrer stolzen Schönheit hing. Mit einer unwilligen, fast zornigen Bewegung warf sie da den Köpf in den Nacken, schwippte mit der Peitsche über den weißen, Mnzenden Viererzug hin und bog in scharfem Trabe in die Caussee ein, welche die Bahnstrecke hart an der Station Fichtenwalde schneidet. Die Silberplattierung des Wagens und der Geschirre blitzte im Sonnenschein, und die rosselenkende Amozone selbst, von ihrem goldgelben Seidenmantel umflossen, sah aus, wie eine lichtgestaltete Fee aus dem Märchen, oder mehr rwch wie eine Sonnengöttin aus der Mythe. Biel rascher, als es Heinz lieb war, hatte der dunkle Wald das glänzende, betörende Bild verschluckt. „Die Tochter vom neuen Fichtenhöher Schloßherrn," sagte Frau Vollrath, die wohl ahnen mochte, was ihres Sohnes Gedanken bewegte. „So?"' fragte Heinz, wie aus einem Traume erwachend; „Ist Graf Schierstein tot? Schon lange?" „Tot überhaupt nicht, aber unter Kvrussel gestellt. (Sie meinte natürlich Kuratel.) Nun treibt sich der Lüderjahn unstät in aller Welt ’ritm." „Unb wer ist der neue Herr?" „l/kii Jude aus Berlin — Friedheim heißt er —, der alles—“ sie beschrieb mit der Hand einen weiten Bogen, „das Schloß, die Güter und Wälder gekauft hat. Der lebt noch viel toller draus los als der Graf und sch? ne ißt das schöne Geld weg, als wenn's überhaupt keinen Wert hätte, und als wenn's ihm nie im Leben alle werden könnte. Lia, du wirst dein Wunder erleben. Der liebe Himmel mag-wissen, womit der Mensch so viel Reichtum zusammen gegaunert hat; denn aus ehrliche Weise. . ." „Pst. . . pst, nicht so laut," beschwichtigte Heinz lächelnd. Er wußte, daß seine Mutter, die sich sonst um politische und religiöse Bekenntnisse gewiß nicht kümmerte, eine eingefleischte Antisemitin war, seit sie vor vielen Jahren ein jüdischer Geschäftsreisender mit einem Posten minderwertiger Ware gründlich hinein- gelegt hatte. Nachdem Heinz seine Kofser dem Bahnhosswirt in Verwahrung gegeben, nm sie später von irgend einem Jungen aus dem Dorfe abholen zu lassen, trat er Arm in Arm mit seiner Mutter den Marsch nach Fichtenwalde an, wohin man von der Station auch ein gutes halbes Stündchen gewöhnlichen Wanderschnitts hatte. Für Feinz war dieser Weg, der mitten durch den Wald sührte, und .über den hin uralte Eichen ihr sonnenlichtdnrchsimkelteÄ Blatterdach wölbten, eine Lust. Jedem der knorrigen Baumriesen schenkte er einen langen Blick, wie einem lieben guten Bekannten, und das Rauschen des Windes in den Zweigen, das Rascheln des welken Herbstlaubes unter feinen Füßen, das Pfeifen der Drosseln und Stare, das neckische Rufen des Holzschreiers erschien ihm wie ein vielstimmiges Grüßen, mit dem die Heimat ihn willkommen hieß. (Fortsetzung folgt.) 263 und „Ich, dazu Passe ich gar nicht." „Dazu passen Sie vorzüglich- Seren Sie heb, Mnd, willigen Sie ein. Ich hole Sie morgen selbst ab rind bringe Lre Übermorgen selbst wieder her! Nun?" Edeltraut dachte: Also nur, um Wilhelm morgen und über- Kelmuih von Lonlen. pchinan von Ursula Zöge von Manteuffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Wie danke ich Ihnen, daß Sie widerspruchslos anhörten, was ich Helmuth zu sagen hatte!" sagte er. „Lieber Freund, wenn Sie sich selber hatten sehen können, so würden Sie begreifen, da st eine Unterbrechung einfach Frevel gewesen wäre, lind dann. Sie wissen, Anne Marie nimmt blind» Ungs hin, was Sie sagen und wartet nur darauf, von Ihnen überzeugt zu werden." „Wirklich? In allem?" „Gewiß." Er blieb stehen und beide Wechselteil einen Mick. Der seine war ganz bittende Frage, der ihre Abwehr. „Nein, nein," sagte sie hastig, „so nicht. Das meinte ich doch nicht! Reden Sie nicht iveiter, ich weiß, alles, >vas Sie mir sagen wollen, aber das fonn nicht sein. Wirklich nicht, Wilhelm. Sind wir denn nicht auch so zufrieden genug? Und bin ich nicht auch schon so Störenfried genug? Sehen Sie in die traurigen Augen Ihres Schwesterchens und Sie werden mir recht geben." „Gramen Sie sich nicht um EdeltMiit, liebste, gnädige Annes Marie. . . nichts ist ihr so heilsam wie grade Sie. Ich lese in ihrem Herzen >oie in einem offenen Buch und kenne sie besser, als sie sich selbst kennt. Wir sind uns ja alles, alles gewesen, und der Gedanke, sie hingeben $»i müssen, ist mir bitterweh, aber seit einem Jahr weiß ich, daß ich sie hingebcn muß. Sie weiß es nur noch selber nicht." Anne Marie bog einen schwanken, bllitenbesetzten Jasmiii- ztveig herab und sog den Dust ein. „Sagen Sie mal, lieber Wilhelm, find Sie da nicht in einem großen Irrtum besangen? Oder nehmen Sie das nur au, weit Sie cs wünschen? Ich werde irre a» Ihrer Seclenkenntuis. Da verstehen mit Frauen uns untereinander wohl besser. Für Ihre Schwester existiert nur einer, und das sind Sie." „Wir werden ja sehe». Und wenn ick) recht behalte, liebste Anne? Wie dann?" Es mar, als liefe ein leichtes Zittern durch ihre ganze Gestalt und etu leichtes Rot überflog ihr schmales Gesicht. „Adieu, Wilhelm, morgen komme ich wieder!" XXIX. Baronin Trost hielt natürlich Wvrt und erschien am nächsten Tage gleich nach deni ländlich frühen Mittagessen der Rothaider. Sie kan, im leichten Dogcart, die Zügel des Ponys selber führend, und blieb so lange, wie der Pony zum Verschnaufen Zeit brauchte. Edeltraut war noch in der Wirtschaft beschäftigt, Anordnungen siir den Abend zu treffen. Als sie damit fertig war, ging sie hinaus, nm sich anzuzichen. Wilhelm hatte sie gebeten, ein weißes, spitzenbesetztes Kleid aus indischem «Leideummselm an- zuziehen, welches er ihr kürzlich geschenkt hatte. In mattem Elfenbeinweiß umfloß es die schlanke Gestalt, matt glänzend wie Perlenschimmcr. Tas sah sie gleichgültig im Spiegel, liebet der Stirn wellte das gelbe Haar und glänzte glatt und fest der um den Kopf gelegte breite Zopf. So, nun war sie ja fertig. In eine Handtasche legte sic, loas sie für die Nacht brauchte und für den nächsten Morgen. Tann nahm sie Hut und Staubmantel und ging hinunter. , , ,, Während Martens die Sachen nach dem Wagen brachte, suchte sie Wilhelm in seinem Zimmer, im .Hof, int Garten, ohne ihn und Anne Biarie finden zu können. Endlich sah sie smsetts des Staketes auf der Wese die beiden, wie sie über das kurz- geschorene Gras gingen, Anne Marie langsam, oft stehen bleibend, er zu ihr herabgeneigt, oder nach diesem und jenem hinzeigend. Tann blickte sie, der Richtung folgend, bald zu der auf der Anhöhe zwischen den Baumkronen aufsteigenden Kirche empor oder gen Westen über das angrenzende wogende Kornfeld hm. Augenscheinlich genoß sie den stillen Frieden dieses ländlichen Idylls, und er wieder sah mit Rührung, lvie sich dieser Friede ihrem ganzen Mesen mitteilte. Edeltraut lehnte au der Pforte und wartete, bis die zwei umkehrten und zuvückkamen. Sie hatte ja gar keine Elle, fort- W kommen. Ob sie nun hier ansehen mußte, tote diese beiden sich in die Augen sahen, oben drüben anhören, was die schöne Valois ihrem Jugendven-Hrer zufsiisterte, blieb sich gleich, beides war bedrückend. ,, , , r, ,, Endlich sah Anne Marie auf und bemerkte'die Helle Gestalt an der Gartenpforte. , ... „Ah, da ist sie ja! tot. lieber Wilhelm, wie schön ist sie doch!' Sie sollte immer Weiß trage«!" ' „Tas sähe ich auch gern, aber es ist doch nicht ausführbar. Doch nicht wahr, ich kann wohl stolz auf sie fein? Und Sie wissen nicht mal, lvie sie sein kann, Sie ahnen es nicht, wie so ihr ganzes Wesen sonnige Lust und Kraft ist" Fortsetzung folgt.) morgen wiederzusehen! , - «, Und Lohsen sah mit Befremden ein erblasstes Gesicht iind ein bitteres Lächeln darauf, Aber im nächsten togenblid hatte sie sich gefaßt und da war wieder die mlide Gleichgültigkeit in ihrem Ton: ,-,Sie sind sehr gütig. Ich btobe aber damit Wilhelm meine Pflichten auf." „Oho!" rief der, „wer spricht von Aufbürden? Es wird mir eine besondere Freude sein, Schwesterchen, dich einmal unter fröhlicher Jugend zu wissen!" „ „Also abgemacht!" sagte Anne Marie, „Helmuth, du hättest auch deine Ucberredungskunst anwenden können!" „Ich schwieg, weil mir selber vor diesem ersten Sprung in die Wogen nachbarlicher Geschwätzigkeit graut und ich am liebsten morgen gar nicht in Bardes wäre." „Mein Lieber, das würde dir Ada nie vergeben." Edeltrauts Augen öffneten sich einen Moment weit, wie die Augen eines verwunderten Kindes, dann saß sie wieder stumm und sah auf ihre Hände herab. Sie hätte eben Loysen gern angesehen. Anne Marie hatte das so leichthin gesagt, er erwiderte nichts darauf. Er saß ein wenig vorgeneigt auf dem niedrigen Rohrstuhl und zeichnete mit einem Stöckchen Figuren auf den Boden. Auf seiner anderen Seite saß die gute Großmutter und wollte wissen, welcher Art ein deutscher Haushalt in den afrikanischen Kolonien sei und zu welchen Preisen Fleisch, Milch, Mehl und Gemüse zu beschaffen wären. Das schien ein günstiger Augenblick, um unbemerkt zu entschlüpfen, sie verließ die Halle und verschwand seitwärts zwischen den grünstacheligen Tannenwänden. Im nächsten Augenblick war Lohsen aufgesprungen und ihr nachgeeilt. „Holen Sie etwas? Kann ich es nicht für Sie tun?" rief er ihr zu. Aber sie winkte ihm hastig, zurückzubleiben. Sie mußte allein sein und wenn auch nur einige Minuten. Allein mit ihrem verwirrenden Seelenschmerz und ihrer nur zu klaren Selbstvcr- achtung. Denn sie verachtete sich selbst um all des Häßlichen willen, was sich in ihr Gefühlsleben eingeschlichen hatte. Wie? War sie das, die Wilhelm sein neues Glück nicht gönnen, ihm nicht willig ihr ganzes Leben aufopfern wollte? Sie gedachte der Zeiten, da sie es nicht leiden wollte, daß sich der Freund zwischen ihn und sie stellte, und wo sie, ein trotziges, eifersüchtiges Kind, davonlief, wenn Loysen kam. Sollten diese unreifen, ungeklärten Zeiten und Empfindungen wiederkehren? Nein, das nicht, nur das nicht. Sie wollte Wilhelms stille Freude teilen, ja sie empfand gegen deren Urheberin keine Abneigung, aber einsam blieb sie trotzdem und wie ein schwerer Truck lag ihrs auf dem Herzen. Sie war immer weiter gegangen, schnell, als müsse sie eine vergessene wirtschaftliche Pflicht nachholen und so, quer über den Hof und direkt in eine der offenen Stalltüren hinein. Hier stand sie auf dem smiber gepflasterten Mittelgang, und alle die rotweiß gefleckten Köpfe mit den breiten Stirnen und weilausgeschweiften Hörnern wandten sich ihr zu. Ein begrüßendes Brummen ging durch den Stall, ein kleines Kalb mit seidigglänzendem, goldbraunem Fell kam auf strammen, breiten Beinchen auf sie zu gestapft und sah sie aus dummen, großen Augen begehrlich an. Ihre Hand strich über den glatten Köpf, aber ganz mechanisch. So stand sie lange, bis eine der Stallmägde mit einer Frage, an sie herantrat. Da erwachte sie, sah sich ganz betroffen um, als bemerke sie jetzt erst, wo sie war. Langsam ging sie in den Garten zurück, trat wieder in die Halle und halle, sich nun so weit gesammelt, daß sie scheinbar heiter und ruhig mitsprach. Loysen erzählte von seiner Reise. Er war unruhig und erfüllt von quälenden Zweifeln und sprach deshalb lebhafter und rascher, als sonst seine Art war. Endlich erhob sich Anne Marie. „Nun müssen wir fort," sagte sie, „bitte, Helmuth, sieh nach dem Wagen." Es kam nun ganz von selbst oder zögerte Anne Marie, daß sie und Wilhelm als die letzten die Halle verließen. Sie ging neben ihm und hatte ihre Hand leicht auf feinen Arm gelegt. Sein ungleicher, etwas stampfender Schritt kontrastierte stark mit ihrer hingleitcnden Gangart, und doch schien cs, als bereite beiden grade dies Nebeneinander ein heimliches Vergnügen. 2(54 Hangt NiWsten aus! Man schreibt uns: Der Fortschritt der Waldkultur auch in Hessen hat einen Rückschritt in der Vogelwelt zur Folge. Deshalb sollen wir, und speziell wir Landwirte, der Wohnungsnot unserer Vögel steuern und die jetzigen Tage, wenn noch nicht geschehen, dazu benutzen, Nistkästen zu fertigen, am besten aus einein hohlen Baumstainmstück oder Ast, und diese an einen: stillen Ort aufhängen. Was aber ein Vogelnest, beispielsweise ein Starennest, wert ist, zeigt folgende einfache Berechnung: Angenommen, in einem Starennest befinden sich 5 Junge. Jedem werden täglich ca. 60 Raupen, Schnecken oder Engerlinge zugetragen. An einem Tage verzehren also die Kleinen 250 und so lauge sie im Neste hocken (nmb 30 Tage) 30x250 Schädlinge — 7500 Stuck. Fräße eine Raupe pro Tag nur 1 Blüte, so würden von dem ohne Starnest am Leben bleibenden Baumschädlingen während der Fütterzeit der Jungen 30x7500 oder 225 000 Blüten verzehrt. Gesetzt, von 10 Blüten gäbe cs nur eine Frucht, Apfel, Birne ic., so blieben also durch ein Starnest 22 500 Früchte erhalten. Wieviel Körbe voll sind das wohl? Darum, Landwirt, Obst-- züchter, sorge dafür, daß, wenn die Stare und andere Höhlenbrüter zurück sind, sie die nötigen Wohnstätten an deinem Hause, deiner Scheune ober noch besser, an einem Baume vorsinden! -p. Zirms von den Giftpflanzen. (Originalbeitrag der „Gieß. Fam.-Blätter".) Menn die Natur durch den Reichtnn: und die Pracht ihrer Bltiten und Früchte uns am meisten erfreut, dann bringen die Zeitungen nicht selten Nachrichten von Vergiftungen durch den Genuß, von Wurzeln, Stengeln, Blättern, Blüten oder Früchten mancher Pflanzen. Am nreisten find Müder durch ihre Unerfahrenheit und Naschhaftigkeit der Gefahr ausgesetzt, giftige Beeren oder Samen, auch die Wurzeln mancher Pflanzen zu genießen und sich dadurch nachteilige Folgen für die Gesundheit, oft selbst einen schnelle:: Dod zuzuziehen. Aber auch Erwachsene haben häufig schon durch Unkenntnis und diwch Verwechslung giftiger Pflanzen, besonders der Giftpilze mit eßbaren, unschädlichen, den Tod ganzer Familien herbeigeführt: selbst durch die Stengel und Blätter mancher Giftpflanzen, die hin und wieder zwischen den K'üchengewächsen des Gartens wachs«:, wurde gar oft schon dre Gesundheit der Menschen beeinträchtigt. Es erscheint darum nötig, von Zeit zu Zeit immer wieder einmal auf die gefährlichsten Grftgetvächse hinzuweisen und durch Belehrung über ihre Merkmale und Eigenschaften vor ihnen zu warnen. Andererseits sind dk meisten dieser Gewächse überaus wichtige Arzneipflanzen, dre uns rm allgemeinen inehr nützlich als verderblich sind, weil sie, vom geschickten Arzte in kleinen Gab«: angewandt, uns in vielen Krankheiten Hilfe und Heilung zu bringen vermögen. In den Apotheken werden bald der ausgepreßte Saft, bald die pulve- r:s:«rte Wurzel oder die Samenkörner zum arzneilichen Gebrauche verwendet. Es verdienen also die Giftpflanzen in doppelter Hinsicht unsere Aufmerksamkeit. Wir finden sie am häufigsten da, !vv sie der Unkundige an: weittgsten vermutet. Die Hundspetersilie und überhaupt die Schier- nngsart«: :m Garten sind leicht mit der gebräuchlichen Petersilie zr: verwechseln; der Fingerhut, der Avon, die Tollkirsche und der Drxus rm Walde, die Herbstzeitlose und der Hahnfuß auf der W-ese, der Goldregen in den gärtnerischen Anlagen locken durch ihre Bluten und Früchte den Unkmldigen an: andere machen i. - dagegen durch einen unangenehinen Geruch kenntlich, wie das Bilsenkraut, der schwarze Nachtschatten und der Stechapfel. Man unterscheidet gewöhnlich betäubende, oder narkotische Gift- gewachfe, wie z. B. die Tollkirsche, den Stechapfel und das Bilsenkraut, welche rhre schädliche und tödliche Wirkung auf das Nervensystem des Menscher: durch Blutüberfüllung der wichtigsten Organe ausnben, rndem sie betäuben, Brausen in den Ohren, Mattigkeit ur den Gliedern, Zittern, Mampfe, Lähmungen imb zuletzt den «Z Überfuhren, und daneben scharfe Giftgewächse, welche durch :hr. atzende Scharfe den Magen und die Gedärme angreif«:, OffiS.' H Eingeweiden, heftiges Abführen und hr f1 Zuckungen und den Tod Hervorrufen; Kiesen scharfen Giftpflanzen gehören der giftige Hahnstrß, der Eiserrhut, bet Seidelbast, der Fsiegenschwamm und die Herbstzeit- h™' r r "bcr auch Giftpflanzen, welche die Schärfe mit den betarrbenden Wrrrungen vereinigen, deren Genuß Ekel, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Verdunkelung der Augen S$cr== Zuckungen, Ohmnacht und zu- letzt Schlagfluß hcrberstrhrt;zu dreien Giftpflanzen gehören der Wasserswierlrng, der Blutschierling und der Fingerhut. Wenn nach den: Genüsse von Pflanzen die Anzeichen ein-« Erkrankung den Verdacht einer Vergiftung recktfettiaen so man lauwarmes Wasser oder Kamillent« mitEssig'vLmisckk auch Serfenwasser, und suche Erbrechen hervorzurufen- iew-nchttä rst cs aber am ratsamsten, rasch die. Hilfe eines «siztes m Ansvruck zu -rchnreu der durch Anwendung geeignet«" Mittel' weLZ schlimme Folgen um so eher abzuwenden in der Lage sein wird frühzeitig genug nach den ersten Anzeichen der Erkrankung alsbald nach ihm geschickt hat. Zum Glück sind die Fälle doch selten wo gegen «ne Vergiftung durch den Genuß chdlicher Gcstpflanzen alle Hilfsniittel unb selbst die Kunst ^des Amtä keine Rettung mehr bringen. ' Veemrfchtes. . Tet Reiz des weiblichen Gesichts lieat wen» f™«'0;» Amerikaner Thurston Peck glauben will, durchaus nicht immer tit einem gewissen Jdealzustand. Selten ist das faszinierende Gesicht so, daß man es beim ersten Anblick schön nennen wurde Es gibt sechst direkt, häUiche Frauen, wie L^e Sand! kuien großen Reiz ausüben. Vo>: höchster Bedeutung abev knt.f Kenner die Augen Blau/ Augen er- Ule faszinierend. Sie bezeichnen einen normalen, zu einfach«:, graben Charakter, und was auch das Wesen e:ner faszlNlcreuden Frau ausmachen mag — das Eiirfache ist sfirwn imn1^ indessen, die an graue grenzen, und Augen von lebet Farbe können faszinierend sein, nußbraun frei» iwp ttnt wemgften. Schwarzen wird ein Vorziig gegeben. Die be- zaubcrndsten Augen von allen sind aber diejeicigen, die zwischen grau und grün schwebe::. Sie sind unergründlich, sie Wersen immer und immer wieder die Frage auf, was diese Augen wohl' ßaben mögen, und sie zeigen eine Natur an, die selten l'c Wenn sie von ein wenig schiveren Lidern verschleiert sind und unter zwei schön geschwungen«: Augenbrauen liegen, dann sind sie in t>n- Tat vollkoniinen , , ’ t*t UNgenehmes Thema. „So, euer Geographie- febroL ist so rerzend? Ella: „Ja, wir behandeln gegenivärtig stallen und da hat er uns schon die letzten drei Stunden von ferner Hochzeitsreise erzählt!" w. * Sicher wirkendes Mittel. „Kehre zurück, liebe Erna, :ch habe div em großes Geheimnis zu offenbaren! Dein Gustav. Literarisches. m —Deutsch e r H u m o r II. Wer feine Bibliothek um einen Band bereichern will, ut dem die typischen Vertreter des modernen Humors mit ihren charakteristischen Schöpfungen vertreten find, kausc frch den 24. Band der ganz vortrefflichen und geradezik erstaunlich wohlfeilen „Bücher des Deutschen Hauses". Moderne Autoren zu besitzen ist int allgemeinen ein teurer Spaß. Hier bietet sich Gelegenheit für einen ganz geringen Preis die lustigen Proben von Stette «heim und Trojan, von Otto Ernst, Ludwig T h o m a und B l li m c n t h a l, von P r e s b e r, Freiherrn von Schlicht und Moszkowski, von Roda Roda und Fulda zuzulegen. Auch Julius S t i n d e und der kürzlich verstorbene, unsterbliche Wilhelm Busch find nicht vergessen. W. A. Wellner, der den ersten Band „Humor" der bekannten „Bücher des Deutschen Hauses" illustriert hat, hat auch diesem Band gelungene Bilder beigesteuert. Art- unb Einsichten. Wer irgend etwas in: Universum noch fürchtet, und wäre eS in der Hölle, der ist noch ein Sklave. Jean Paul. Kein Borger sei und mich Verleiher nicht; Sich und den Freund verliert das Darlehn oit. * Shakespeare (Hamlet). Was hülle alle erlernte salomonische Weisheit, wenn der Schulmeister bei Mißwachs oder einem teuren Jahre Gefahr läuft, mit Weib und Kindern zu verhungern? Herder. Wenn >nan der Jugend reine Wahrheit sagt, Die gelben Schnäbeln keinesivegs behngt, Sie aber hinterdrein nach Jahren Das alles derb an eigner Haut erfahren, Dann dunkeln sie, es kam' ans eig'nem Kops. Goethe Gleichlautende Wörter mit verschiedenartiger Bedeutung. Wer mich entbehrt, der kämpft sich schwer durch's Leben, Und dann soll ich, iva.S er nicht kann, ihn: geben. Gießen. P, Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummert Mühe wird erfrischt durch Hoffnung. Redaktion: P. Witiko. Rotationsdruck und Verlag der B r ü h l 'fchen Universitäts-Buch- und Steiadruckerei, R. Langes Gießen.