Mittwoch den 26. Rugust 1908 M® snffl BjsÄldfl e EIWMLS MEW« Der Dorfkömg. Roman von Karl Böttcher. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der junge Mann reckte sich hoch auf, mit vollem Auge blickte er dem Vater in das' Antlitz. Die Aerme hatte er ein tvenig nach hinten gestreckt und die Hände schlossen sich Zu Fäusten. So standen sich Vater und Sohn wohl eine Minute gegenüber, ein jeder des anderen Mast Messend, der eine aus seine Autorität, der andere aus das Recht sdiner Jugend bauend. Endlich kam Leben in den Alten. lieber sein aschfahles Gesicht Zog ein verachtungsvolles Lächeln. „Du Knabe!"--Er hob die Hand zum Schlage. .Aber Hugo Zuckte nicht mit einer Wimper. „Schlag zu! Mich machst du trotzdem nicht zum Sklaven!" — Das klang nicht knabenhaft, das war nicht kindischer Trotz, das war etwas wie Willem Guttermann ließ den Arm sinken und Unerhörtes geschah: Der Alte ging auf Verhandlungen ein. Und wenn das auch alles spöttisch und überlegen klang — es waren doch Verhandlungen. „Und was gedenkt mein Herr Sohn denn zu tun?", „Ich studiere neuere Sprachen und Literatur und habilitiere mich dann als PrivatdoZent!!" „So--das hast du dir nicht schlecht ausgedacht. Und wer bezahlt den Spaß?" „Du — !"• Ein dröhnendes Lachen war die Antwort, aber kein ehrliches inneres Lachen, sondern gezwungenes und gesättigt- von Merger und Wut. „Wenn ich nun sage: Nein — ich bezahle nichts?" Hugo zog die Schultern hoch. „Dann muß ich sehen, wie ich mich durchschlage: — meinem Lebenswunsch entsage ich auf keinen Fall!" Der junge Mensch hatte sich aufgereckt. Der tiefe Ernst in seinen Zügen bezeugte, wie ihn sein Zukunftsplan durchdrungen hatte. Der Alte überlegte eilten Augenblick. „Ich will davon nichts mehr hören--verstehst du, kein Wort!--Geh!" Hugo verließ hochgehobenen Hauptes das Zrmmer. Sein Gang hatte etwas Eckiges, Steifes, — und wie der Vater ihm nachblickte, loderte es in ihm heiß auf, ein warmes Gefühl; aber nur auf Augenblicke, dann legte es sich wieder kalt uM sein Herz. Der Gedanke: Der Junge ist wie ich, — blieb eben ein Gedanke. Guttermann ging auf den Hof. Die blaue Mütze lag noch immer im Schnee. Das widerstrebte seinem Ordnungs- und Sparsamkeitssinn. Er bückte sich und hob sie auf’ Die böhmische Magd, die aus dem Gesindehaus kam, mußte die Mutze in das Herrenhaus tragen. Als sie Zurückkehrte, machte sie vor Gnttm- mann einen plumpen Knix und sagte: „Der junge Herr laßt vielen Dank sageiiIhre Annen blitzten vor Hohm „Scher dich!" schrie der Alte und die Magd rannte in Angst durch die Schneegassen. Doch der Herr rief sie zurück und befahl ihr, den Kutscher Merlin auf sein ZimMer zu schicken. Er selbst ging wieder in sein Arbeitskabinett, wo schon Irene seiner harrte. „Mit dir sprech ich später!" Eilends nmchte sich! das Mädchen davon. Merlin erschien. Der Gutsherr trat ihm' mit erzwungener Freundlichkeit entgegen. Da atmete der Kutscher auf; denn solche plötzlich befohlenen Audienzen waren gefürchtet. „Ich wollte dir nur Meine Zufriedenheit aussprechen, Merlin. Du bist von jeher ein gewissenhafter Mensch gewesen. Wie all bist bu?" „46 — gnädiger Herr." — Des Mannes Gesicht glänzte vor Freude und Stolz und als ihm Guttermann noch dazu die Hand reichte, ward es feucht in seinen Augen. In all den Jahren, die er nun in des Talherrn Diensten stand, war ihm noch kein freundlich Wort gespendet worden, er war nur der dienende Knecht gewesen. „Wie hoch ist dein Lohn?" „15 Taler im Monat und die Wohnung." „Du bekommst von jetzt ab 20, — verstanden?" Der Alte kehrte dem Beglückten den Rucken, die Unterredung wär beendet. Als Merlin draußen NM Fenster vorüberschritt, rißGntte» ntann den einen Flügel auf und rief: „Noch etwas, Merlin. Wie alt ist deine Magda?" „16 wohl, Herr!" „Hast du nicht tu Leipzig Verwandte?" ■ „Einen Bruder, Herr!" „Morgen reist dein Mädel ab nach Leipzig, unter zwei Jahren kommt sie nicht wieder. — Das Reisegeld erhebst du auf der Hauptkasse!" . Klirrend flog das Fenster zu. — Draußen aber stand ein gebrochener Mann, in sich zusammengcsunken, mit verglasten Augen nach dem Fenster starrend. Noch eben ivar es um ihn hell gewesen, leuchtend hell und in ihm auch, jetzt kroch e§ kalt und finster in sein Inneres. Die Helle hatte die Wärme verloren, die Freude war erstarrt. Merlin schlich an den Schneewänden hin nach seiner Hütte. Leise öffnete er die Tür, drückte sich in die Flur und an der Küche vorüber. Da drin saß Magda und rührte am Hirsengericht. Die irdene Schüssel auf dem Schoß, die Beine auf ein Holzstück gestemmt und die Knie hoch- gezogen — so saß sie neben dem Ösen und schaute verträum« oor sich hin. Wohl ohne daß sie es wußte, summte sie eine böhmische Bolksmelodie, die sie der Magd abgelauscht hatte. Den Vater sah sie nicht. Der schlich in die Stube der Hütte und setzte sich auf deck Bettrand. Ein einziges, trockenes Aufschluchzen erschütterte ihn, dann barg er den Kops in die Hände und stützte die Arme auf die Kniee.--Lange verharrte er in dumpfem Krüten- Endlich hob er das Haupt und starrte um sich. Das war noch dieselbe Stube wie vorhin, noch dieselbe Truhe in der Ecke, noch derselbe Glasschrank mit den bunten Tassen — und doch war alles anders, so trostlos. Er grübelte und grübelte- Dieses Gefühl der Leere 530 Herr Major! zurückdcmkcn und blickten' das von Siehst du — Mazda — - - jetzt erstirbts auch in Endlich äußerte sich auch Gntterutann. „Du meinst wohl wegen der Kandidatur des" Hohcnzollern-- priuzen?" Die Essenden legten Messer und Gabel nieder niehr verwundert als erschrocken einander an. Otto lachte- — "7 "Ja, in — das wird nun nicht anders- Menschen, seid Ihr denn solche politische Wickelkinder, daß Ihr die schwarzen Wolken am Völkerhimmel nicht seht?" . Hugo stand auf und lehnte sich an Ottos Stuhl. Sein Gesicht glühte vor Begeisterung, und ntthr für sich sagte er: „Wenn das wahr wäre!" ,,Natürlich! — Bei uns ist das Tagesgespräch. Napoleon soll ja gesagt haben, daß die Ablehnung der spanischen Krone das einzige Mittel Mr Erhaltung des Friedens sei." „Und wird der Prinz ablehnen?" fragte Hugo. „Vielleicht — vielleicht auch nicht. Wenn es nach Herrn! Bismarck ginge, jedenfalls nicht!" „Und dann?" Mutter und Irene fragten es zu gleicher Zeit. — Otto zuckte mit den Achseln; aber Guttermann stand energisch auf und stieß den Stuhl zurück. „Wegen solcher private« Sachen eine Welt in Krieg zu verwickeln, wäre unverantwortlich!" Polternd verließ er das ZimUier. Wußte er schon einmal gehabt haben, ■— zum wenigsten int Traume; dieses Gefühl, das einen so jäh überkommt und das Herz preßt und die Ktzhle schnürt. Da fiel sein Blick auf ein verblichenes Bild über der Truhe — sofort wußte er: Damals, wo hier der Sarg stand und da drüben eine Wiege — da hatte es ihn gepackt wie jetzt, da hatte alles in ihm' geschrien: Nun ist alles aus!! Und in dem Sarge lag eine tote Frau, seine Frau — — und in der Wiege ein Kind, sein Kind, Magda. —; stürzte in jäher Erinnerung über ihn herein. Magda sollte er fortgeben, auf Jahre?! — Damals mußte er sein Weib fort» geben, auf immer. Das Hatte Gott fo gewollt, und jetzt sein Kind, sein einziges Kind, das will der Herr da drüben so. — Der Zorn stieg in ihm auf. Damals Gott — jetzt der Herr- — Ja, der Herr drüben ist doch kein Gott! — Er fluchte, er schluchzte, er lästerte. — — Damals Gott — — oder war es der Tod? Sinnend blieb er mitten im Zimmer stehen. Der Tod war es Geiviß, der Lod nimmt uns das Liebste, nicht Gott — und der £err drüben ist wie der Tod. Was in seine Klauen kommt, erkaltet, weil alles m ihm selbst kalt und hart ist. Was er beherrscht, erstirbt: Er selbst, seine Frauen, - die erste und die ziverte, ;eine Kinder, — — seine Knechte, alles — alles — __ und er, Merlin, er mit. Ein verzweifelter Schrei entrang sich ihm'. Er stürzte hinaus, stieß Magda beiseite. Er sprang durch die Schneehaufen, blieb stecken, würgte sich weiter, —■ — durchbrach die weißen Wälle und schlug rm Herrenhanse die Haustür auf, daß sie krachend an die Wand prallte. — Da stand er vor Guttermann, zitternd an allen Gliedern, Schaum vor dem Munde, Haß in den Augen. Der Mühlherr rührte sich nicht. Wie ein kalter Hauch ging es von ihm aus und legte sich um den Erregten. Doch Merlin wehrte sich dagegen: „Und ich tue es nicht--das ist mein Stob "nd Sw sind ia.e b£,r 2obj--@ie a g Und dann erstirbts!" Einen Augenblick zuckte Guttermann zusammen bei dem Morte „Tod . ■— — r . aber sagte er ruhig: „Wenn dir meine Maßnahmen nicht passen; — im weißt doch, daß nicht bei mir, sondern b«m ersten Buchhalter gekündigt wird-" Z” ~?"---Kein Wort mehr W K'Eer Er wandte sich, - mechanisch verließ er das Hans, mechanisch ging er heim, jetzt mitten auf den Wegen, die am Morgen der alte Elan geschaufelt hatte. Er hockte sich auf den Küchenstuhl und zog Magda an seine xjrujr. ' 1 i war der Neumhrstag in Merlins Hütte. — Gegen kehrten die Schneeschnaufler zurück. KUrz vor ihnen aber !n Mühlhof. Die drei nebeneinander ge== hMtmtett Pferde dampften vor Glut uild der Kutscher zitterte . J^ verdeckten Wagen ward eS lebendig und aus einem Berg ^^^^sken enthiillte sich ein junger Mann in der Uniform eines Emjahrig-Freiwtlligen. w >r Haustür trat Frau Guttermänn und schloß den Ankömmling in ihre Arme. „Mein Otto —- du kommst doch?!" ^kter, ein königlicher Einjähriger fürchtet sich doch M vor emer Hand voll Schnee. - Notabene: Wir wären l« elendiglich stecken geblieben, wenn Vater uns nicht die Schneeschaufler geschickt hätte." bängte sich in Mutters Arm. Ein eigenes Bild, der ««s runge Mann neben der blassen, sanften und schmächtigen Frau- 3X0 Wohnzimmer begrüßten ihn die anderen Familien- vio hast du eigentlich den Wagen aufgetrieben?" .Das war die erste Frage Guttermanns. E ^Schützenhaus, — in der Stadt!" - ? dusteren Schweigens senkte sich über die Familie. IM Schutzenhaus war Madame Guttermann SchenNnamsell ,.a Dtto fuhr fort: Der Wirt wollte gär nicht voran, - bis ich ihm 20 Mark bot--das zog!" , . ''^0 Mark?!" — rief der Alte entsetzt. — „Junge wober hast du diese UnsumMe am Letzten?" 3 ' J V Otto lachte: „Vater — die hab ich einfach gepumpt __ Gepumpt von der Kellnerin!" o M p - । ';Psui 7" Otto! Wie kann Man sich mit solch Frauenzimmer JÄ' «es Erika entsetzt. D°S fün^L Mwchm hatte keine Ahnung von ihrem Stammbaum Wieder, trat peinliches Schweigen ein. ' , Frau Guttermänn stand auf und rüctte int ZimMer an Tisch und Stühlen. Dabei zitterten ihre -Hände ein wenig- ro. Knd am Fenster und kehrte den anderen den Rücken. .1 höhnischer Zug umlagerte seinen Mund, er empfand etwas tote Genugtuung. Das Dienstmädchen brachte das Frühstück. Dadurch ward die peinliche , Stimmung verscheucht. Otto erzählte bei Tische allerhand Kasernenhosblüten, vor allem von seinem Major — „Sonst ein seelensguter Mensch, — aber wehe, wenn Man ihn erzürnt. Da reitet er mit finsterer Miene durch die KompägnieN und knirscht: Ich suche mir ein Opfer! — Kürzlich war er in grausiger StimMuug. Er brüllte über den Hof: „Haiiptmaun Bogt — sperren Sie den Unteroffizier Brtztschneider ein!" Der Hauptmann salutiert und entgegnet: „Verzeihung, Herr Majo« — Unteroffizier Bretschneider ist heute gar nicht dabei!" — "Ganz egal — er wird eingesperrt!" Später sagte Otto: „In Frankreich werde ich an diese Fleischtöpfe." — toZ' ■■ -Z ~ Z-asZ “■ erstirbts audj in mir. Drm umß ich vpsern für das Brot und die Scholle. Mich läßts Nicht fort — — ich bin zu alt dazu--so mußt du eben gehen fm. Mich — — Magda , — morgen schon, der Herr wills — — nach Leipzig." — — Magda lehnte sich an des Vaters Brust, ein Frösteln über- e? a , ksute Trane entrann ihrem Auge. In das Kindergesicht grub sich ein bitterer, weher Zug ein, ganz gering, SidhrnZ“. “ “ä “* d°- i--«ich- (Fortsetzung folgt.) Aus §risdrich Paulsens Iugendermnerungen. . Wiederholt hat der Berliner Jugendlehrer, dessen Tod vott einer so großen Zahl von Schülern betrauert wird, von bert entscheidenden Eindrücken gesprochen, die das Dorf, in dem er feine Kinderjahre verlebt, in ihn gelegt hat und die fortwirkend irk seinem ganzen _ Leben ihm gegenwärtig blieben- „Ein recht- schaffenes Dorf, ein rechtschaffenes Bauernhaus und eine rechtschallene Dorfschule stellen in ihrer Einheit die vollkommenste Bildungsstätte dar, die es auf Gottes Erd- bvden für die Kinder- und Knabenjahre geben kann," so hat er 7-stvmmal m einem Aufsatz über das Dorf und die Dorfschule ,, Bildungsstätte, den er in der „Dorfschule" veröffentlichte, geschrieben- Und wie liebevoll hat er dieses Leben auf dem Lande und damit seine eigene Jugend in reizvollen Bildern ge- malt, wie erweiterte sich ihm der Bildungsgang, den er hier er» fuhr, zu einem vorbildlichen überhaupt! Zunächst schildert er seine nordfriesische Heimat: „Vor allem, von Nein auf das Leben tn und mit der Natur, im Sommer und Winter, bei Tag und Nacht: Himmel und Erde, Marsch und Geest, Weide und Wiese, Acker Und Heide, Deich und Moor, Düne und Watt, mit allem, was darauf wächst und sich bewegt, Pflanzen und Tiere, zahme und wilde, eine unendliche Welt, und doch durch täglichen Verkehr so vertraut, so verinnerlicht, als wärs ein Stück des eigenen Lebens- In scharfen Kontrast stellt er dazu das Leben des Groß- kkndtiindes,^ das int Bilderbuch, im Zoologischen Garten und int ^Ekundlichen Unterricht die Natur kennen lerne, statt ihrer selbst ein blasses schattenhaftes Abbild sehe- Dem' DvrfjungeN aber steht die ganze Welt offen: „Ich sehe uns, wie wir am rauhen Apnltag, die Backen vom scharfen Ost gerötet, über die ttafien, grauen Stoppelfelder streifen, den graubraun getupften Siern nachstellend, die der Kibitz auf die nackte Erde gelegt hat und die er, mit Geschrei uns fast ins Gesicht stoßend, verteidigt- — 53i — Oder einandernral, Imetotr am heißen Sowiuersonntag^ über die Herde schlendern, Brombeeren nnd Rauschbeeren suchend- Oder wie wir beim Blühen die Nester der Erdhummeln aufspüren und! wenn auch mrt manchem schmerzhaftem Stich, die süße Beute davonbringen. Oder, wie wir in schwüler Mittagsstunde am' Rand der wapergesullten Graben hinschlcichen und den Hechten die träumend und wie halb betäubt in der Sonne stehen, Schlingen dre wrr uns aus Haaren des Pferdeschweifes gedreht haben, über den Köpf zrehen und sie mit plötzlichem Ruck aufs Land schnellem Oder, wre wir das Wasser eines kleinen Bachs abdämMen und unsere Mühlen zu treiben nötigem Oder, wie wir am Zaun mrt kundiger Wahl Werden zu Bogen schneiden und starke Schilfrohr, das totr aus dem Dach des Hauses ziehen, mit Pfeilspitzen versehen- Oder, wre wrr iM Herbst draußen auf dem Felde Feuer anzunden und Mrtoffeln braten; Stahl und Stein nebst Schwamm fehlte nie in der Tasche, und noch ein anderes Mittel, rreuer anzumachen, hatten wir in Gebrauch: das Brenn- glas; tote wir denn auch Sonnenuhren in Gestalt von verstellbaren Rrngen bei uns trugen- Oder, wie wir int Winter Schneeburgen bauen und verteidigen, oder auf Schlittschuhen stundenweit über die überschwemmten Wiesen fliegen-" Und ebenso wird die nächtliche Welt den Knaben vertraut, wenn das dichte Salzgras in den taufeuchten Morgenstunden gemäht wird, und er lernt den Aufruhr der Natur im Gewitter kennen- Aber auch an dem Arbeitsleben tnt Dorfe nimmt er früh teil- „Vom siebenten, achten ^abr„hab ich ^ahr für Jahr meinen Anteil an allen landwirt- schaftlteyen Arbeiten gehabt, beim Pflügen und Eggen, bei der Heu- und Kornernte, unzählige Heu- und Kornwagen hab' ich mit kunstsicherer Hand geladen, viele lange Julitage voM frühesten Morgen bis zum Abend auf den entfernteren Wiesen beim Mähen und Heuen geholfen: tn meiner Erinnerung die sonnigsten Tage meines Lebens.^ Daneben gab's im Karten zu tun, zu pflanzen und zu begtetzen, zu holen und zu genießen; und gelegentlich war auch ein- mal beim Backen und Knochen, beim Füttern und Tränken eine hilfreiche Hand mehr zu brauchen." Der Knabe beobachtet auch die Handwerker bei ihrer Arbeit, und so ist ihm die ganze Welt E. rinnen Kreis gegenwärtig, da auch die Lebensveryaltnisse emmch und durchsichtig sind und der innere Zusammenhang menschlicher Dinge, die notwendige Beziehung von Charakter und Schicksal vor aller Augen klar liegt. Zu dem Reichtum gesellt sich auf der anderen Seite eine nicht minder glückliche Armut: an Spielzeug! Paulsen hat oft im pädagogischen Kolleg von der Phantasietotenden Kraft des, fertigen, allzu vollendeten Spiel- zeugs gesprochen; er konnte sich aus Beispiele aus seinem eigenen ^^?en beziehen: „Wer Spielzeuge brauchte, machte sie sich selbst, das Mädchen die Puppe und den kunstvoll gestickten Ball, der Knabe die Schleuder nnd den Bogen, die Mühle und den Karren, den Drachen und das Schiff, mit hundertfältiger Freude, erst des Erfindens und Ausführens, dann, daß es ging. Nnd wenn's zerbrach, war s nicht schlimmer, als daß man ein neues und "Meres machte.' Ja sogar ein Schachspiel hat der Knabe sich selbst geschnitzt. Und in der Dorfschule fand dieser Unterricht diirrn) das Leben Jeine Ergänzung, indem überall an praktische ?ä!ä.c angeknupst werden konnte. Ein Beispiel: „Auch ein schlichter. Unterricht in der Physik fand mannigfache Anknüpfung rm Gebiet der eigenen „Anschauung und Tätigkeit des Knaben. Es ip mir noch gegenwärtig, wie uns die Lehre vom Hebel und der Wage vorgetragen worden war, und wie ich nun mit selbst- gefcrtigtem Apparat, Kastanienschalen und Erbsen dienten zur Wage, dm Richtigkeit der Sache bestätigt fand. Ein andermal s! Heber gehabt. Das muß man doch versuchen, woher einen Heber nehmen? Einen Gummi- schlauch gab s im ganzen Dorf nicht, und ich glaube auch, in der Wachsten Stadt wäre er damals nicht zu haben gewesen; eine gebogene Glasröhre erst recht nicht. So verfiel ich darauf, die langen hohlen Stengel des Löwenzahns, die auf dem Hofe wuchsen, zu verweuden, sie waren gebogen oder ließen sich biegen, und siehe da: die Sache ging. Ich hab' manchen Eimer Wasser so ablauwn lasten. Auch hier die Armut eine Quelle des Reichtums : sie macht erfinderisch und nötigt, sich selbst zu helfen. Ich hab von diesem Physikunterricht mehr gehabt, als mancher aus einem wissenschaftlichen Unterricht mit reich ansgestattetem Apparat nntbr-ngt." Gerade diese enge Berührung mit einer so allseitigen Welt hat den Philosophen verhindert, den Zusammenhang mit dem Leben zn verlieren, nnd immer den Wunsch in ihm lebendig erhalten, zu den großen praktischen Fragen, die in unserer Zeit aufgeworfen werden, entschieden Stellung zu nehmen. Zieh nicht an den MM! Ei« Herr, der wohl um jetnert Preis beachtet sein !vill, wie der selige, aber wahnsinnige Herostrat, ein Herr, der vielleicht Reklame sür ein nächstens erscheinendes Buch machen will, erläßt in der letzten Nummer der „Neuen Revue" unter dem Titel „Die Berliner und der Rhein" einen durch die Kühnheit der Idee und die Satire, die er über die groteske Phantasie der Berliner Rheinenthusiasten ausschüttet, ausgezeichneteti Artikel. Er schreibt etwa folgende Blasphemie, der der humoristische Uusimt deutlich anzusehen ist, die wir aber trotzdem nicht gutheißen können, weil sie von mancher Seite zweifellos ernst genommen wird. Und weniger luiäte mehr gewesen. w ."Wentt ich etwas in meinem ganzen .Leben nicht begreifen werde, so ist es dre Tatsache, daß alle Leute in Deutschland für den Rhem schwärmen. Es scheint hier eine ganz merkwürdige Massensuggestion vorzuliegen, denn ein öderes und langweiligeres Gewässer als den Rhein kann man schwerlich austreibeN. Die paar Ruinen, die der Verschönern n g s V e r e i w angelegt hat — man weiß ja, wie die Sache geutacht wird — imponieren mir ebensowenig, wie der Kölner Tom, art dessen Lotterie schon mein' Vater zehn Jahre lartg sein Geld verloren hat, ohne je etwas zu gertrinnert. Und die sogen. Weircherge, diese Erdhügel, die die W einfabr ika ntert zu Reklamezwecken art gekarrt haben, damit man ihr Gemisch von Brennspiritus, Regenwasser und Zucker sür Liebfrauenmilch halten soll — ich will lieber gar nicht darüber reden. Alles ist falsch an dem Rhein. Der Mäuseturm ist rTd) binzige Ort i« der ganzen Gegend, wo es keine Mause gibt. Ueberall sonst wird man von diesen Tieren aufge- freffen. Ueber den Ansichtskartenhandel auf der Loreley hat ja schon der Schriftsteller Heine genagt. (?) Natürlich schwärmt man für den Rhein am meisten in solchen Gegenden, die möglichst weit davort entfernt liegen, wie art der russischen und österreichischen Arenze. Das klassische Land der Rheinbegeisterung ist aber Berlin. Der Berliner ist in tiefster Seele Romantiker, in seinem Herzen lebt eme heimliche Sehnsucht nach Schönheit. Wie glücklich fühlt er sich, wenn er des Sonntags in einer sogen, rheinischen Winzerstube zwischen künstlichem Reblaub und Papierrosen sitze« kann! Voll Andacht bestellt er sich! eine Flasche Rüdesheimer und ver- sncht dann, den berühmte« rheinischen Humor und Frohsinn zu entwickeln. Ich fragte einmal eine junge hübsche Berlinerin, wie sie sich Köln vorstellte. „Ach ja, Köln, das liegt wunderschön! Der alte Dom mit dert himmelaufragenden Türmen spiegelt sich in beit grünen Wellen des Rheines, auf dem die majestätische« Dampfer mit Militärkapellen dahirtgleiten, umschwärmt von schaukelnden Fischernachen. Vom hohen Drachenfels herab aber grüßt die Loreley, und die Ruinen uralter Ritterburgen liegen von Moos und Efen überwachse« auf den Berggipfeln. (Sirte Drahtseilbahn „ führt uns bequem hinauf, und wir sehen unterwegs, wie die jugendlicheit Winzerinnen auf bett Rebenhügeln ein fröhliches Lied singen und den Wei« in Tonnen und Flaschen füllen.- Und überall trügt matt noch die alten, malerische« Trachten, die man leider in Berlin nur Noch auf Maskenbälle« kennt. Dabei trinken die Kölner immer das edle, feurige Traubenblut und singen dann ihre begeisterten und ergreifenden K'arnevalslieder." Glücklicherweise bleibt diese junge Dame hübsch in' Berlin nnd malt ihr Ideal in ihren Träumen immer schöner und lieblicher aus. Wenn sie nach Köln käme und dort keine Ritterburgen auf Rebenhügeln träfe, sie würde die Enttäuschung nicht überleben,"- Nun, das wäre ja weiter kein Schade, denn wenn die Berlinerin den Rhein auch nicht kennt, so ist das nicht weiter bemerkenswert. Trotzdem halten wir dafür, daß die Aeußevungen ein Scherz sein sollen, aber ein sehr übel angebrachter. Wir wären über diese Ergüsse wie über so vieles andere schweigend hinweggegangen, toenrt wir die „N. R." nicht für ein ernst zu nehmendes Blatt gehalten hätten, dem man solche Plattheiten eigentlich nicht zu- trauen sollte. Und wenn dem Verfasser der Rheinwein so übel bekommen ist, daß er zum Rheinhass er geworden ist, so wäre es vielleicht ganz gut, wenn er einmal mit Rhei «wasser in Berührung käme, damit es ihm ein wenig licht würde in dem! Raum, wo andere Menschen zu denken pflegen. — Ein guter Scherz findet immer Lacher, der aber ist gar zu plump. K. N. NskMkMSer. * Die Miniatur bah« des Zarewitsch. Tas Geschenk des Präsidenten Fallieres an den russischen Thronfolger Alexis bestand in einer allerliebsten elektrischen Miniaturbahn. Das Wort Miniaturbahn ist hier jedoch relativ! zu verstehen, da das ganze „Spielzeug" eine Fläche von 15 Quadratmetern umfaßt. Auf einer Fläche von 15 Quadratmetern, die durch eine Dekoration des Hafens von Dünkirchen abgeschlossen wird, ist eine elektrische Bahn in mannigfachen Biegungen untergebracht. Auf einer Entfernung von 20 Metern Gleis sind alle denkbaren Eiseu- bahnbauten, wie Weichen, Wächterhäuschen, Niederlagen, Brücken, Tunnel, Waren- und Personenbahnhöfe unter» gebracht. Der Personenbahnhof ist eine getreue Kopie des Pariser Gare du Nord. Sogar die elektrischen Laterne« sind genaue Kopien des Pariser Originals. Ein richtiges kleines Wunder der Spielwarentechnik ist der Eisenbahnzug, der diese Gleise befährt. Er besteht aus einer Lokomotive der neuesten Konstruktion, zwei Wagen erster Klasse, zioei Schlafwagen und einem Speisewagen mit einer niedlichen internationalen Puppengesellschaft, an denen sogar 532 die älteren Schwestern des' kleinen Alexis ein gewisses Gefallen zu finden wüßten. Um diese Bahn in Betrieb zu setzen, muß sie mit einem Steckkontakt in der Wand in Verbindung gesetzt werden, und die Reise kann beginnen. Dieses Spielzeug, das unter den Zarenkindern viel Jubel hervorgerufen hat, ist auf eine Anregung der Tochter Fallitzres von einer Pariser Spielwarenfabrik angefertigt worden. * Ohne Eheinann auf die Hochzeitsreise. Daß eine Ehefrau ohne ihren Ehemann aus die Hochzeits- reise geht, dürfte zu den Seltenheiten zählen. Daß sie diese Hochzeitsreise sogar von Amerika nach Serbien macht, dürfte auch nicht gerade beweisen, daß sie sich danach sehnt, ihren jungen Ehemann so schnell wie möglich wiederzusehen. Die Dame, die ihren Honigmond allein verleben will, ist die Gattin eines Newyorker Cafshausbesitzers, der so stark beschäftigt ist, daß er seinen Betrieb unmöglich längere Zeit im Stiche lassen kann. Nun hatte er aber seiner Frau, einer geborenen Serbin, versprochen, mit ihr die Hochzeitsreise in ihr Heinratland zu machen. Als es nun dazu kam, rechnete er ihr vor, daß er täglich hundert Dollar weniger verdienen würde, wenn er in seinem stark frequentierten Eafs nicht selbst nach dem Rechten sähe. Er schlüge ihr daher vor, ihr die Hälfte seines Mehrgewinns als Extra- Gratifikation zu schenken und zu Hause zu bleiben, während sie sich ihren serbischen Verwandten als junge Frau allein vorstellen könne. Die liebevolle Gattin ging auf den Pakt ein und wirbelt jetzt ohne ihren Gatten, aber von Tag zu Tag um 50 Dollar reicher, allein in der Welt herum. Sie hat sogar alles Interesse daran, die Zeitdauer ihrer Reise möglichst auszudehnen. ipc. Die Kunst, angenehm zu träumen. Raymond Meunier plaudert in den Hebdo-Debats von der Kunst, angenehm zu träumen. Natürlich gehört zu einem angenehmen Traum ein gesunder Schlaf, und so wird der Wunsch, seine Träume ganz nach Belieben zu regeln, nur gesunden Menschen in Erfüllung gehen. Die Hauptstütze für sein System hat Meunier an einen: Marquis, -der seit dem 13. Lebensjahr jeden Morgen aufschrieb, was er geträumt hatte. Fast 2000 Träume gab er in einem Buche wieder. Danach ist es ihm gelungen, nach Wunsch zu träumen. Er bedient sich hierbei des Asso- ziationeverfahrens. So hatte er einmal während des ! Sommers auf einem Schlosse glückliche Tage verlebt, s Während seines Aufenthaltes in jener Gegend atmete er I täglich ein kostbares Parfüm ein, das er sich eigens mitgenommen hatte. Nach Paris zurückgekehrt, besprengte er abends das Kopfkissen mit dem gleichen Riechstoff und nun träumte er wunderschön von alldem, was er auf jenem Schlosse erlebt hatte. Von dem Schriftsteller Maury er- I zählt Meunier, daß er während seines Schlafes von Kirchenglocken träumte, sobald man in seiner Nähe Metallstücke aneinander schlug. Spritzte man ihm einen Tropfen auf die Stirne, so glaubte er zu schwitzen und in Italien zu sein. Ein derartiges System ist natürlich sehr fraglich, weil man die Sinneseindrücke auf einen Schlafenden nicht vorher bestimmen kann und man auch garnicht weiß, wie die Sinneseindrücke im Schlafe vom Bewußtsein gedeutet werden. Ebenso kann niemand vorher angeben, wie diese Sinneseindrücke mit vorangegangenen Erlebnissen zusammen gestellt werden. Nach unangenehmen Erlebnissen liegt es nahe, zu vermuten, daß diese im Traume wiederkehren, und angenehme Träume kann schließlich uur der haben, der auch in wachem Zustande fähig ist, angenehme Erlebnisse wirklich in sich aufzunehmen. Die Entstehungs- | Ursache der Träume scheint allerdings nicht dafür zu I sprechen, daß es eine Kunst gibt, angenehm zu träumen. K r.er kl ein e Will i war ein „süßer Junge"; wenigstens dachte ferne Mutter das BtS vor kurzem. Eines Tages vermißte sre den Knaben eine ganze Zeit, und als er wieder auftauchte, Zagst sie ihn: „Wo bist du gewesen, Liebling?" — „Ich habe Postbote gespielt, antwortete der „Liebling". „Ich habe in jedem 1 Haus in unserer Straße einen Mief abgegeben. Ganz richtige Briefe. — „Wo tn aller Welt hast dn die denn herbekommen?" fragte ferne Mutter heiter. — „Es waren die alten, die in deiner Kommode lagen und mit einem roten Band zusammengebunden sind," war die unschuldige Antwort. Willi wünscht jetzt zu wissen, weshalb er Prügel bekam. Wie konnte seine Mutter erwarten, daß er wisse, daß es ihre alten Liebesbriefe waren, die er ausgetragen hatte? * Alte Wahrheit. Es ist viel leichter, Bücher zu behalten, als das, was drin steht. * Ein seltener Arzt. „Ich sehe mehr auf gute Behandlung als aus hohen Lohn." Literatur. :— Einen Almanach in künstlerisch hervorragender Ausstattung, ein durchaus modernes Buch, von den leitenden literar. und ästhetischen Gedanken unserer Tage erfüllt, geben — zum erstenmal —• Velhagen u. Klasings Monatshefte heraus. Der entzückende Band bildet die reizvollste Ergänzung der geschätzten' Monatshefte, ist aber nicht nur ben Lesern dieser Zeitschrift gewidmet,; sondern wendet sich mit seinem reichen und vielseitigen Inhalt an die gesamte deutsche Leserwelt. Die ersten und erfolgreichsten Autoren der Gegenwart haben dem neuen „Almanach von Velhagen u. Klasings Monatsheften" ihre Gaben zugewandt. Paul tz e y s e, Hugo v. Hofmannsthal, Isolde Kürz, Hermann Hesse, Marie v. Ebuer-Eschenbach, Börries Freih. v. Münchhausen, G. v. d. Gabelentz, Otto v. Leitgeb, Georg Freih. v. Ompteda, Joseph Laufs u. a. siud darin mit erzählenden Beiträgen in Poesie und Prosa, Novellen, Skizzen und Balladen vertreten. Clara Vie big und Richard Voß plaudern Erinnerungen aus ihrem Leben aus. Der Beitrag der gefeierten. Romandichterin heißt: „Wie ich Schriftstellerin wurde." Fragen der Literatur behandeln Prof. Dr. Berthold Litzmann: „Probleme der Shakespearischen Römerdramen", Prof. Dr. Hehck: „Ein Liebesbrevier vor hundert Jahren", Dr. Ernst Heilborn: „Die Frau int modernen Drama." Dr. Max Osborn schreibt über Frauenbildnisse, unterstützt durch hervorragend schöne Reproduktionen — Jntagliodrucke und mehrfache Kunstblätter — von neuen Gemälden F. A. Kaulbachs und P. A. Läszlös. Auch für das praktische Leben enthält der reizvolle Band Hinweise von ersten Fachleuten. So behandelt Geheimrat Dr. Jng. H. Muthesius in einem klugen und überzeugenden Aussatz die Ausstattung des Musikzimmers. Das äußere Gewand dieses neuen Almanachs ist das vollendetste, was die moderne Buchkunst zu bieten vermag. Einband, Papier, Buchschmuck, die Kunstblätter, der Karton — alles verrät vornehmen Geschmack. Auf dem deutschen Büchermarkt gibt es augenblicklich kein zweites Werk, das sich so wie dieser Almanach als Geschenk, zumal an eine ästhetisch veranlagte, feinsinnige und kunstempfängliche Frau, eignet. Gedanken und Betrachtungen. Von Helvstius. Die Menschen sind immer gegen die Vernunft, wenn die Vernunft gegen sie ist. * Der Grund unserer Achtung oder Verachtung für eine Sachs entspringt dem Verständnis oder dem Unverständnis, die wir ihr entgegenbringen. * Die Geschichte ist der Roman der Tatsachen, und der Roman die Geschichte der Gefühle. Die Geschichte lehrt uns, daß die Tugend nichts mit den Menschen zu tun hat, daß unter Hunderten kaum einer aus Neigung tugendhaft ist. Der Roman zeigt uns Vorbilder der Treue und Rechtschaffenheit. * Der Verstand skizziert das Glück, das die Tugend aussührt. * In Unglückszeiten zieht man die Tugend dem Geist vor, weil man ihrer dann mehr bedarf und nicht etwa, weil sie wertvoller ist. Es sind immer nur unsere eigenen Bedürfnisse, die uns eine Sache der anderen vorziehen beißen. Wenn man jung ist, macht man Verse und windet Kränze. Ist man reifer, hat man vernünftige Erwägungen. Es geht den Menschen wie den Bäumen, die erst Früchte tragen, wenn sie die Blüten verloren haben. Man hat erst Gefühle und Wünsche, ehe man Ueberlegungen hat. Dreisilbiges Rätsel. Beim Eintritt in die Erste, bist Du gleich das ganze Rätselwort; Tie Zwei und Drei wird später oft Der Mann in seinem Heimatsort. Lauterbach. E. K e l l e r. Auflösuitg in nächster Nummer. Auflösung des Scherzrätsels in voriger Nummer: Ohrfeige. Redaktion: N. Witiko. — Rotationsdruck und Verlag der B r L b l'sche» Universttäts-Buch^Htemdruckerei, R. Lange, Gießen.