Donnerstag den 25. Juni Ur. 98 in K J' IX MMMWWWWH 8 sXWWKMKMfi W :’ a Wirket, so lange es Tag ist. Roman von Maximilian Böttcher. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Nachdem Bannemann sich noch durch eingehende Kreuz- und Querfragen über den Konflikt zwischen ihr und Bollrath orientiert Hatte, sagte er mit philosophischer Miene: „Ich muß eigentlich bewundern, daß Ihr Herr Bräutigam Ihren Vorschlag so schroff abgelehnt hat. Einmal würde er doch ein äußerst glänzendes Geschäft machen, wenn er seine, doch immer» Hin nicht gerade hervorragende Stellung als Landgeistlicher gegen die Teilhaberschaft an des Herrn Kommerzienrats ausgedehnten Unternehmungen eintauschen möchte. Nicht allein wegen der gesellschaftlichen Position, sondern auch deshalb, weil er als reicher Großindustrieller seine Ideale doch unzweifelhaft sehr viel besser verwirklichen könnte denn als Pastor. Und dann. . • dann — der Forstmeister räusperte sich ■— „um es offen zu sagen: ich bin sest überzeugt, daß Herr Vollrath mit seinen Grundsätzen eigentlich gar nicht zuin Pfarrer paßt. Gewiß sind die Ansichten, die er vertritt, äußerst. . . äußerst christlich. Aber. . . nun ja ... . das kann doch keinem vernünftigen Mensch«: verborgen bleiben, daß auch im Christentum zwischen Theorie und Praxis ein Spalt klafft. Die Welt steht heutzutage eben unter einem ganz anderen Zeichen als anno dazumals, als der Nazarener seine Ideen verfocht, und es ist doch nun mal so, daß wir uns alle von der starken Macht der Zeitströmung treiben lassen muffe«, ob Wit wollen oder nicht. — Ja, wie gesagt also", fuhr er fort, da Jso- bella ihn schweigend, mit gespanntem Ausdruck ansah, „ich fürchte sehr, daß Ihr Herr Bräutigam eines bösen Tages seinen Talar doch wird an den Nagel hängen müssen, weil er zu fest an feinen Idealen hängt, mit dem Kopf sozusagen durch die Wand will. Obgleich es ihm — wie ich zufällig weiß — seiner Zeit von: Konsistorium übel vermerkt worden ist, daß er den Claus Schwarzmeier, der seine Kinder und sich mit Kohlengas erstickte, kirchlich beerdigt hat, hat er dasselbe im vorigen Herbst auch beim alten Bartikow wieder getan; und es stand keineswegs einwandsfrei fest, daß der Mann seinen Selbstmord in geistiger Umnachtung begangen hatte. Hm. . • . und dann" — Bannemann sah auf seine Stiefelspitzen und drehte seinen Siegelring hin und her — „Herr Vollrath hat Feinde. Herr von Simon ist erbittert auf ihn, weil die Holzarbeiter ihn: fortwährend Späne niacheu; und daß die Großgrundbesitzer der Nachbarschaft Ihrem Herrn Bräutigam nicht grün sind, das werden Sie ja wohl schon selbst gemerkt haben, gnädiges Fräulein. Ja . . .", der Forstmeister richtete den Blick seiner Augen wieder fest auf Isabellas Antlitz, — „wenn der Streik im Frühjahr nicht dadurch, daß Ihr Herr Vater die beiden stillstehenden Fabriken gekauft, einen so raschen Abschluß gefunden hätte, dann hätte wohl schon der „Brief", den Ihr Herr Bräutigam damals Mblizierte — Sie kennen ihn wohl gar nicht — üble Folgen für ihn gehabt. Denn dieser Bries war äußerst kraß. Aber natürlich —" Bannemann zuckte die Achseln — „wo kein Kläger ist, da ist kein Richter," Isabella saß mit vorgebeugtem Oberkörper, die Hände vor Erregung geschlossen; ihre Augen funkelten. „Sie meinen also", fragte sie, und ihr Atm: ging rascher, „daß .... daß es meinem Bräutigam die Stellung kosten könnte, wenn jener Brief dem Konsistorium bekannt mürbe?" „Allerdings" > — der Forstmeister zuckte wiederum die Achseln — „ich bin beinahe überzeugt. Zufällig besinne ich mich aus den Inhalt des Briefes ziemlich genau." „Hm . . . ." — Isabella starrte ins Leere —; „würden . . . würden Sie nicht . . .?" Sie brach ab- „Was . . . wenn ich fragen darf?" forschte Bannemann. „Ach nichts", entgegnete Isabella kopsschüttelnd, indem sie mit nervösen Fingern am Spitzeneinsatz ihres Kleides zupfte. „Aber bitte", drängte der Forstmeister, „wenn ich Ihnen dienen kam:, gnädiges Fräulein. . . Sie wissen, was irgend in meinen Kräften steht. . . ich märe glücklich..." Er beugte sich vor, und in seine Augen trat ein warmer Glanz. Isabella seufzte. „Mein Gott", entgegnete sie, „wenn ich nur wüßte, ob ich recht habe mit dem, was ich denke. Ich denke nämlich, daß nur der Stolz meinen Bräutigam ab hält, meinen Wunsch zu erfüllen. Er sprach von der jämmerlichen Rolle des' Mannes, der nichts weiter ist, als der Mann seiner Frau." „Oh —" Bannemanr: verzog fein schmales Gesicht zu einem Lächeln — „das würde doch hier auf keinen Fall zutresfen. Herr Vollrath ist doch eine Arbeitskraft allerersten Ranges — geradezu ein Arbeitsgenie. Und ob er nun fein Gehalt — wie jetzt — von Staat und Genreinde bekommt, ober ob fein Schwiegervater ihn für seine Leistungen entschädigt — mir scheint . . . jedenfalls bin ich sicher, daß Herr Vollrath von diesem zweifellos falschen Stolz mit der Zeit selbst abkommen....." „Nicht wahr?" fiel ihm Isabella eifrig ins Wort. „Und dann ... wie Sie schon sagten... er könnte feine Ideale doch auch viel besser verwirklich«:. Ich meine, man täte ihm geradezu einen Gefallen, wenn man ihn zwänge, seinen Beruf aufzngeben und meines Vaters Teilhaber zu werden. Denn was anderes bliebe ihn: doch hernach einfach nicht übrig . . ." „Allerdings wohl kaum", versetzte Banneinann. „Aber zwingen... wie ihn zwingen gnädiges' Fräulein?" Wiedermu seufzte Isabella. , „Wem: —■ Sie haben mir so oft gesagt, Herr Baron, daß Sie alles für mich tun würden, !vas ich nur von Ihn«: verlangen möchte — wenn ich Sie nun bitte, bei: „offenen Brief" meines Bräutigams den: Konfistorimn zu übermitteln . . . an: besten vielleicht mit einer kurzen Beschwerde von Amts wegen? . . ." Der Forstmeister zog die Brauen hoch und hob ein ivenig die hageren Schultern. „Ich kam: Ihnen gar nicht sagen, gnädigstes Fräulein", entgegnete er in: Tone lebhaften Bedauerns, „wie schwer es mir wird, Ihnen diesen, gerade diesen Dienst nicht erweisen zu können. Alles ... zu allem sonst wäre ich mit Freuden bereit, bedingungslos; aber — den 'Denunzianten abgeben, noch dazu gegen einen Herrn, mit dem ich auf durchaus gutem Fuße stehe . . . Neu: . . . so leid es mir tut . . . ich kriege es wirklich nicht fertig . . ." Isabella warf beit ®obf zurück, ihre Augen blickten finfter. Aber rasch bezwang sie sich. „O bitte, bitte. . . das macht ja nichts", sagte sie. „Nur . . . besitzen Sie vielleicht zufällig noch ein Exemplar des ominösen Briefes?" „Allerdings, zufällig", antwortete Bannemann; „darf ich es Ihnen bringen?" „Ich werde cs mir durch Zanga holen lassen — heute abend!" Es kant nicht gerade übermäßig liebenswürdig heraus. Der Forstmeister verneigte sich und stand auf; auch Isabella erhob sich. „Noch eins, Herr Baron. Ich bin selbstverständlich noch nicht sicher, ob ich den offenen Brief meines Bräutigams ans Konsistorium senden werde. Ob ich's aber nun tue oder nicht — darauf darf ich mich wohl unbedingt verlassen, daß alles, was wir hier miteinander besprochen haben, streng unter nns bleibt." „Aber, gnädiges Fräulein. . .", entgegnete Bannemann im Ton leisen Gekvänkiseins und legte die lange, schmale Hand auf die Brust. Daun ging er. — Isabella war noch eine Weile unschlüssig, was sie tun sollte. Int Dunkel des Abends aber mußte Zanga doch auf seinem Maulesel nach der Oberförsterei reiten. t In des Forstmeisters Arbeitszimmer lag der „offene Brief" Heinz Vollraths fchon in erneut tvappengezierten Kuvert parat; auch die Adresse des Konsistoriums war beigefügt. Im Ernst glaubte Bannemann gar nicht an das. was er Isabella gegenüber als seine Ansicht vertreten hatte, das Bekannt- werden des offenen Briefes könne Vollrath die Stellung kosten Ev war vielmehr sicher, daß die vorgesetzte Behörde dem erprobten, im glänzendsten Leumund stehenden Geistlichen höchstens eine wohlgemeinte Mahnung erteilen dürfte. Aber davon war er überzeugt : Vollrath würde erfahren, daß niemand anders als Isabella die anonyme Denunziation gegen ihn erstattet hatte. Und daß es darüber zwischen den ohnehin seit einiger Zeit in gespanntem Verhältnis stehenden Brautpaar leicht zum Bruch komuien könnte, schien ihm ebenso wahrscheinlich wie e§' ihm wünschenswert war. Zu später Stunde, als schon alles im Schlosse schlief, ging ^abella, noch immer mit einem Entschlüsse ringend, in ihrem Boutwir auf und ab. Von Zeit zu Zeit trat sie an den Rokokoschretbttsch, auf dessen goldgelbes Tuch aus dem Kelch zweier von einer Nixe gehaltener, Seerosen ein mildes Glühlicht floß, und'las den offenen Brief wieder und wieder. Und in der Zerfahrenheit ihrer Seele, in deut Wechsel ihrer Stimmung, erschien rhr sein Inhalt bald gerechtfertigt, harmlos und kaum dazu au- getan, seinen Urheber in seiner Stellung zu gefährden, bald wteder als so, daß sie sicher zu sein glaubte: „Du wirst das Spiel, das £U mit diesem Briefe vorhast, gewinnen!" sv^vft sie sich dann aber auch vorbetete: ,Wenn du das Spiel gewinnst, wird es nicht nur zu deinem, nein, auch zu Heinz' Bestem >.“n ~ ihre Ruhelosigkeit schwand nicht, die warnende Stimme in ! ihrer Brust wollte nicht still sein. Und diese warnende Stimme ries: „Tu's nicht! Heinz liebt seinen Beruf über alles. Er würde VbÄust als den Verlust seines Amtes verschmerzen." Schließlich aber packte sie der Trotz. So wenig es Heinz gefallen würde, wenn sie etwas hätte, was ihr teurer wäre als er, so wenig gefrel es ihr, daß er etwas hatte, was ihm teurer war als sie Hatte sie es ihm nicht oft genug gesagt? . . . Gleiches Recht für Manu und Weib Der Mann das höchste Gut und Kleinod des Wnbes, das Weib das höchste Gut und Kleinod des Mannes. Und warum sollte sie nicht ihrem Gluck vertrauen? I War ihr nicht alles gelungen, was sie sich vorgenommen? Hatte I jte nicht Heinz zu sich zurückgezwuugeu, als ihre Chancen dazu so schlecht wie irgend möglich gewesen waren? Gut — so würde sie I ottcb ans diesem letzten Kampfe als Siegerin hcrvorgehcn. . . Mit fester Hand schrieb sie auf den unteren Rand des offenen j Briefes, gerade unter die Unterschrift Heinz Bollraths: . „Entspricht der Standpunkt dieses Briefes den Grundsätzen eines verchrlichen Konsistoriums?" So sehr war sic im Eifer, daß ihre Feder in einem Zuge auch nod) dre ersten Buchstaben ihres Vornamens hinwarf, und daß ffe zum Radicrmesser greifen mußte, um die verräterischen Zeichen I iutebet fortzutilgen. Dabei stieg Scham in ihr auf. Wie häßlich, •r s*te Zuflucht zur Anonymität nehmen mußte. Fast ward ihr das ganze Vorhaben wieder leid. Aber, ah bah, der Zweck heiligt das Mittel! . . . Und um nicht noch im letzten Moment andren Sinnes zu werden, knvertierte sie den Brief rasch und schickte Zanga noch in aller Nacht damit znnl Briefkasten. Zn den Tagen, die nun folgten, entfaltete sie wieder den I flanjen Zauber ihrer Liebenswürdigkeit gegen Heinz, war sic von I jo froher, sonniger Zärtlichkeit und Verliebtheit, wie in den ersten | Monden nach der Verlobung, und mit keinem Wort kam sie mehr auf ihre Rcisepläne zurück. Vor Bannernann aber — dem ‘ fte nicht so rasch verzeihen konnte, daß er sich ihren Wünschen Iiek nacheinander verleugnen. DE ward sie unaufhörlich von einer fieberhaften Unruhe rAU°r^ and wenn fte Heinz bei seinem Klommen entgegenflog, sich ihm an die Brust warf, ihn herzte und küßte, suchte sie in seinem Antlitz zu lesen, ob sich bort nicht schon die Kenntnis »t Ahnung von bem drohenden Gewitter verriete, das sich über i entern Haupte zusammenzog. Einmal — cs waren nahezu zwei Wochen seit der Absendung des »Irenen Briefes an das Konsistorium verflossen — sah sie i baLm‘r Vollraths Stirn eine Wolke lag, daß sein Blick mehr- ma.s in trübem Sinnen ins Leere ging; und mit all ihrem Gekoie und Getändel vermochte sic ihm fein Lächeln, kein heiteres Wort abzugewinnen. „Der Stein ist im Rollen," dachte sie; aber aus Furcht, sich zu verraten, wagte sie nicht, Heinz zu fragen, ob irgend ein Kümmer ihn drücke. Als er sich dann, ungewöhnlich früh, ans den Heimweg gemacht hatte, schmiegte sie sich — wie es so ihre Art war — auf des Kommerzienrats Schoß und sagte in ihrem bewährten Schntetcyelton: . "Weißt du, Väterchen, ich hab den Eindruck, daß Heinz sich tu seinem Beruf gar nicht recht glücklich fühlt." „Nanu!" fuhr cs Friedheini erstaunt über die Lippen, und groß blickten seine Hellen, klugen Augen die Tochter au. — „Sa, wirklich," sprach Isabella im gut gespielten Brustton der Ueberzeugung weiter und strich ihrem Vater mit der weichen Hand liebkosend über den kahlen Scheitel; „ich hab schon gedacht, daß du vielleicht gut daran tätest, wenn du Heinz anbötest, daß er seine Stellung aufgeben und dein Sozius werden soll." „I . . . du bist wohl nicht recht gescheit, Mädel," entgegnete der Kommerzienrat mit betroffenem Auflachen. Fast unsanft schob er Isabella von seinem Schoß, stand auf und fuhr fort: „Wenn dein Bräutigam auch wirklich mal Verdruß hat im Amte — solchen Verdruß gibt es überall, unb deine Sache ist es, tcil- zunehmcn an seinen sorgenvollen Stunden, ihm darüber hinwegzuhelfen. Aber daß du auf die Idee kommst, er, der überzeugte, begeisterte Glaubenskämpfer .... nein, und das Gesicht utödjt ich nicht sehen, das Heinz mir machen würde, wenn ich ihm dein tolles Ansinnen stellte!" Von dieser Stunde an begann Isabella vor den Folgen ihres Schrittes zu zittern. Immer machte es auf sie einen starken Ein-* druck, wenn jemand, in den sie Zutrauen setzte, eine Ansicht vertrat, die der ihrigen zuwider lief; unb ihres Vaters Worte und Mienen hatten an Entschiedenheit nichts zu wünschen übrig gelassen. And _bie Angst überfiel sie, er möchte vielleicht auch so eines Tages erfahren, daß sie es gewesen, die die anonyme Denunziation ' gegen ihn erstattet hatte. Und wenn nun der Verdacht in ihm aufstieg, und er fragte sie, cr stelle sie zur Rede, würde sie imstande fein, ihm in sein offenes, ehrliches Gesicht, in seine klaren, guten Jungen hinein zu lügen ? Die Furcht, sie könnte ihn durch ihre Intrige verlieren, machte ihn ihrem Herzen wieder teurer, ließ seine starke Persönlichkeit wieder einen machtvolleren Einfluß auf sie gewinnen als je in den letzten Monaten. Und mit Freuden hätte sie ihre Tat ungeschehen gemacht, wenn sie ein Mittel dazu hätte ausfindig machen können. — , Doch, wenn der Stein auch schon im Rollen war, noch wußte Heinz nichts. Was ihn traurig machte, war die Antwort des Mutterhauses in Kaiserswerth, das sich bereit erklärt hatte, Martha Bartikow zum ersten Oktober als Diakonissin aufzunehmen. Wohl hatte cr diesen Bescheid erwartet, sich Tag um Tag in Gedanken darauf vorbereitet; aber nun, da er eingetroffen war, fiel ihm die Gewißheit, daß Martha scheiden, daß er sie ganz verlieren, sich fortan nicht einmal mehr an ihrem Anblick würde erfreuen können, schwer auf die Seele und ließ ihn von neuem mit Klarheit empfinden, wie er mit ihr und ihrem ganzen Wesen vorn wachsen war. (Fortsetzung folgt? Geschichte des Türkischen Reichs seit 1(880.’) Die Macht des osmanischen Reiches war durch den Berliner Frieden erheblich geschwächt worden, und die große Finanznot setzte die Autorität der Pforte im Lande selbst herab. Die Griechen erlangten auf der Berliner Konferenz 1880, daß die igforte am 3. Juli 1881 fast ganz Thessalien unb den epirotischen Gezirk Aria aotrat. In Albanien mußte sie 1880 ihre eignen Untertanen in Duleigno mit Gewalt zur Unterwerfung unter Montenegro nötigen. Ihr Versuch, 1879 bei der Absetzung des *) Mr entnehmen den obigen Artikel den Aushängebogen des 19. Bandes von „Mehers Großem Konversations- Lexikon". 6. Auslage in 20 Bänden. (Verlag des Biblio- graphpcyen JrJckuks in Leipzig.) 391 sand von Tripolitanien und den mittleren SndZn. Hier hat man bns wiederholte Zurückweichen der Pforte vor schroffem Durchdrücken von -alten Rechten und neuen Forderungen seitens der Großmächte (Aufhebung der fremden Postämter im Mai 1901; französische Kais zu Konstantinopel Juli bis November 1901 und Februar bis Mürz 1905; nordamerikanische Mission in Kleinasien im August 1904; internationale Flottendemonstration vor Mytilene im Dezember 1905; angloägyptischer Grenzstreit Akaba- Tabah März bis Mai 1906) stets als eigene Demütigung mit» empfunden. , m , An Stelle des griechisch-katholischen okumemichen Patriarchen Konstantin V. (April 1897 bis April 1901) wurde am 7. Ium 1901 der am 11. April 1884 abgesetzte Joachim III. (Vom Athos) wiedergewählt und 11. Juni durch den Sultan bestätigt. ( Loch seit der Abtrennung des bulgarischen Exarchats (18i2) uno dem von Rumänien geförderten Aufkommen kutzowalachischer Son- derwünsche hat das kirchliche Ansehen des Patriarchats an Gewiegt verloren, und politisch versagt es völlig. Die Spannung zwpchen der Pforte und 'Bulgarien hat sich seit dem Abkommen vom 13. April 1904 merklich gemildert. Dagegen ist Mazedonien nebst den benachbarten Provinzen nach wie vor der Liimincl- platz fast anarchisch sich gebärdender, unruhiger Elemente griechischer, serbischer und bulgarischer Nationalität. Die auf Grund der Mürzsteger Punktation vom 1. Oktober 1903 Anfang 1904 geschaffene internationale Gendarmerie, deren Kosten schließlich eine Erhöhung der türkischen Eingangszölle von 8 auf 11 Proz. herbeiführten (9. Nov. 1906), hat sich als nahezu ohnmächtig erwiesen. Mehr ist von der eigenen Justizreform Mazedoniens (Plan vom September 1907) zn erhoffen. Die auswärtigen Beziehungen sind korrekt mit Ausnahme derer zu Persien, die, durch Kurden in bem 1878 Persien zugesprochenen, von der Pforte aber formell niemals ausgelieferten Grenzberzirke Passowa gestört, noch Ende 1907 sehr M wünsmen übrig ließen. Das freundschaftliche Verhältnis zum Deuticheu Reiche hat sich seit der Orientfahrt Kaiser Wilhelms II. (im Kerbst 1898) wiederholt in wirtschaftlichen Fragen (Eisenbahnbau nach Bagdad und Meliorationen in Kleinasien, Mesopotamien und Syrien) als für beide Teile vorteilhaft bewährt. Vermischtes. * 120 Mark für eine Zigarre! Die teuersten Zigarren der ganzen Welt wurden bisher — so las mau oft — für den König Edward VII. von England und für einen der Barone Rothschild hergestellt. Wahre Wunderwerke der Fabrikation und aus dem erlesensten, edelsten Kraute geformt. Diese Zigarren kosteten nach den Bersicherungen Eingeweihter ungefähr 20 Mk. das Stück, immerhin schon ein ganz netter Preis für einen recht flüchtigen Genuß. Doch dieser Preis von 20 Mk. erscheint einfach lächerlich niedrig, wenn man einer Kunde Glauben schenkt, die jetzt aus den Vereinigten Staaten, aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten, über den Ozean zu uns dringt. Das Syndikat der nordamerikanischen Pianosortefabrikanten hat, so lautet die Nachricht, aus irgendeinem Grunde dem Sprecher des Repräsentantenhauses der Union, Joseph Cannon, eine Aufmerksamkeit bereiten wollen, und da Cannon ein leidenschaftlicher Raucher ist, so beschloß man, ihm eine besonders schöne Zigarrensorte bereiten zu lassen. Also geschah es. Und die einzelne Zigarre dieser Sorte ist 30 Dollar, in deutschem Selbe also 120 Mark wert! Wie- viele solcher Zigarren Joseph Cannon als Präsent erhielt — darüber verlautet leider nichts. * Eine temperamentvolle Gattin. Eine tragikomische Eheszcne hatte, wie das Wiener Extrablatt berichtet, vor dem Richter des vierten Bezirks in Wien ihr Nachspiel. Frau Karoline W. erschien unter der Anklage, die Sicherheit der Passanten dadurch gefährdet zu haben, daß sie einen Teil des Mittagessens, insbesondere die heiße Suppe, durchs Fenster auf die Straße geworfen habe und das Eßbesteck nachfolgen ließ. Sie erzählte dem Richter, wie sie dem heimgekehrten Gatten das Essen vorsetzte, das vorzüglich zuöereitet gewesen sei — denn sie sei eine erprobte Köchin —, der Mann aber habe trotzdem allerlei Ausstellungen gemacht und die Speisen für verdorben erklärt; sicherlich habe er schon etwas zuvor gegessen. Diese ganz unbegründete Verdächtigung ihrer Kochkunst habe sie so in Harnisch gebracht, daß sie alles zum Fenster hinaus- warf. Mit Berücksichtigung der Unbescholtenheit, der Reue und der Aufregung lautete das Urteil auf fünf Kronen Geldstrafe. Als sie erklärte, die Strafe anzunehmen, rief der Gatte seufzend aus: „Sie is verurteilt . . aber i bin dreifach g'straft und sie gar net! Erstens muß i a neuch's G'schirr und Besteck kaufen, zweitens versäum i heut' a G'schäft und drittens, Herr Richter. . . muß die fünf Chedive von Aegypten ihre tzoheitsrcchte zu verinehren, wurde durch den Einsprüch der Mächte vereitelt; ihre Untätigkeit während der von Arabi Pascha 1882 verursachten Unruhen ermöglichte England, Aegypten militärisch zu besetzen. Das 1871 enger an das türkische Reich gekettete Tnnis ging 1881 an Frankreich verloren. Dennoch hatte die Pforte, während sie den Anmaßungen Englands ruhig eutgegeutrat, an Deutschland und Oesterreich seit Auflösung des Dreikaiserbündnisses eine immer wirksamere Stütze gewonnen, wodurch es ihr möglich wurde, ihren Besitzstand in Europa zu behaupten und ihren Einfluß in Afrika und Asien zu vermehren. Im Innern scheiterte allerdings ein Reformversuch, den der zum Großwesir ernannte Chaireddin Pascha 1879 machte, an dem Widerstand der alttürkischen Partei, Osmans und Mahmud Damats. Indes befreite sich der Sultan allmählich von diesem verderblichen Einfluß. Deutsche Fiuanz- beamte brachten 1881 eine durch Jrade vom 20. Dez. bestätigte Einigung mit den Gläubigern zustande, durch die der Betrag der Staatsschuld von 250 auf 106 Mill. Pfd. Sterl. herabgesetzt und für diese ein zunächst auf mindestens 1 Proz. reduzierter Zinsfuß, zugleich aber auch eine Amortisation von Vs Proz. und deren Zahlung durch Garantie mehrerer Einkünfte gesichert wurde. Zur Vermehrung der Einnahmen wurde 1883 die Tabaksregie eingeführt. Deutsche Offiziere begannen ans Grund eines 1880 vom Sultan genehmigten Planes eine Reorganisation des Heerwesens und arbeiteten ein Militärgefetz für das ganze Reich aus, das 1887 in Kraft trat. Als 18. Sept. 1885 der Generalgouver- ueur von Ostrumelien, Chrestowitsch, in Philippopel gestürzt wurde und Alexander von Bulgarien diese türkische Provinz mit seinem Fürstentum vereinigte, gab die Pforte im Februar 1886 ihre Zustimmung, daß der Fürst von Bnlgarien zum Generalgouverneur von Ostrumelien ernannt wurde. Auch alle weiteren Ereignisse in Bulgarien (Sturz des Fürsten Alexander im August 1886 it. a.) ließ sie geschehen, ohne sich anders als diplomatisch einzumischen, und gab damit tatsächlich die Herrschaft über Ostrumelien auf. Doch nötigte die kriegslustige Haltung Serbiens und Griechenlands die Türkei zur Aufstellung einer großen Heeresmacht, so daß sie neue Anleihen bei der Ottomanischen Bank machen und einträgliche Zolle verpfänden mußte. 1889 gab ein Schiedsspruch der Türkei die Verfügung über die von Baron Hirsch gebauten Eisenbahnen teilweise zurück. Auch begann nun der Ban von Eisenbahnen in Kleinasien. Als Grundübel erwiesen sich immer wieder die Unfähigkeit und Unzuverlässigkeit der Behörden; der Sultan blieb in seinem Palast eingeschlossen und von seiner Umgebung mehr und mehr abhängig. In Armenien wurden die versprochenen Reformen nicht durchgeführt und den Räubereien der Kurden nicht gesteuert. Infolgedessen brachen 1894 Unruhen aus, die durch die Mohammedaner blutig erstickt wurden; auch Truppen beteiligten sich an der Niedermetzelung von Christen. Als armenische Verschworene am 26. August 1896 die Ottomanische Bank in Konstaittinopel überfielen, ließ die türkisches Regierung ein mehrtägiges Gemetzel unter der armenischen Bevölkerung zu. Die Mächte forderten Reformen; aber die Ausführung ging langsam vor sich; noch 19Ö0 gab es dort neue Unruhen. Ein neuer Aufstand in Kreta schien 1896 durch weitgehende Zugeständnisse des Sultans beendigt zu fein. Da jedoch die versprochenen Reformen verschleppt wurden, brach der Aufstand 1897 von neuem aus und wurde nun offen von Griechenland unterstützt. Durch Einfälle in Mazedonien forderte die Türkei zum Kriege heraus (17. April 4897). Trotz ihrer Siege in Thessalien begnügte sich die Türkei schließlich mit einer Kriegsentschädigung von 75 Mill. Mk. und mit einer geringen Verbesserung der mazedonisch-thessalischen Grenze (Friede zu Konstantinopel vom 4. Dezember 1897). Tie türkische Herrschaft über Kreta hörte 1898 auf, obwohl die wiederholt erstrebte völlige Vereinigung der feit dem Rücktritte des Prinzen Georg (im September 1906) unter Zäl'mis als Oberkommissar stehenden Insel mit Griechenland heute noch nicht erreicht ist. _ Ueberblickt man die türkische Geschichte des letzten Jahrzehnts, so fällt einem vor allem die große Beharrlichkeit und Zähigkeit auf, womit auch die hartnäckigsten Reformbestrebungen der nächstbeteiligten Großmächte, Rußlands und Oesterreichs, die immer noch nicht genügend mit der inneren Verschiedenheit des Orients von Europa zu rechnen gelernt haben, durch passiven Widerstand vereitelt werden. Es war kein fleundliches Bild, das sich dem Sultan darbot, als er am 31. August 1901 die Feier der 25- jährigen Dauer feiner Regierung beging; aber trotz aller Versuche von innen und von außen, die Zustände gewaltsam zu ändern, besteht das osmanische Reich noch heute. Die Reformpartei der Jungtürken, hervorgegangeu aus der Unzufriedenheit mit dem unkonstitutionellen Regimente, hat zwar schon verschiedene Male (namentlich 1901 und 1904) schwere Beunruhigungen verursacht, daß sich ihre Mitglieder teilweise aus den höchsten Kreisen und sogar der Verwandtschaft des Padifchahs selbst rekrutieren; doch erreicht hat sie bisher nichts Greifbares, da die Pforte den Umtrieben stets scharf begegnete. Und während es auf der einen Seite auch in den letzten Jahren keineswegs an gefährlichen Aufständen an der Peripherie des Reiches (besonders 1904/05 in Südarabien) gefehlt hat, ist anderseits eine ausfallende Stärkung des panislamischen Gedankens Unverkennbar; sie erstreckt sich bis nach Südostaflen sowohl wie bis ins Hinter- 392 Kronen do wieder i zahlen! Ja, ja, mit die Weiber ts a groß's Kreuz!" * D i e drittgrößte deutsche Stadt der Welt ist, wie die „Nature* feststellt, Nemyork, denn es zählt 659 000 deutsche Einwohner; mehr Deutsche beherbergen nur Berlin (2 000 000) und Hamburg (730 000). Unter den 3 500 000 Einwohnern Newyorks zählt man nur 737 000 wirkliche Amerikaner, Kinder von in Amerika geborenen Eltern; neben den 659 000 Deutschen wohnen dann in New- york noch 595 000 Irländer, während die größte Stadt Irlands, Belfast, nur 349 000 Einwohner hat. Weiterhin ist Newyork die größte jüdische Metropole, denn es hat 672 00 0 jüdische Einwohner, während Warschau, die von den meisten Juden bewohnte Stadt Europas, deren nur 263 000 zählt. Nur drei österreichische Städte, nämlich Wien, Budapest und Prag, beherbergen mehr Oesterreicher als Newyork, nur fünf schwedische Städte haben mehr schwedische Einwohner, sechs norwegische, sieben italienische und acht russische Städte übertreffen an Einwohnerzahl die entsprechenden Zahlen in der Newporter Bevölkerung, die nur ctira zum fünften Teile aus Amerikanern besteht, im ganzen aber ein großes kosmopolilisches Gemisch aus allen Natio- nalitäten ist. * § uit bei reue. In einem Gehölze zwischen den Ort- schaflen Billcmareuil und Montceaux-les-Meaux lebte seit Jahren ein alter Sonderling in einer aus Aesten selbstver- fertigten Hütte. Sein, einziger Umgang war der mit seinem Hunde, der auch nie von seiner Seite wich. Als dieser Tage nun ein Bauer in die Nähe der Hütte des Einsiedlers kam, stürzte sich der Hund winselnd auf ihn, indem er den Bauer unzweideutig bat, zu folgen. Der Bauer tat dies auch und gelangte zur Hütte, in der er den 73jährigen Greis entseelt am Boden vorfand. Der Tod des Einsiedlers mußte bereits vor Tagen eingetreten sein, denn der Körper verbreitete bereits einen starken Geruch und war über und über mit Würmern besät. Trotzdem hatte der Hund seinen ehemaligen Herrn nicht verlassen und als man mit einer Bahre später zur Abholung der Leiche kam, lag der Hund auf dem Körper des Ncrschiedeuen in den letzten Zügen. Bei dem Alten befand sich auch eine Art Testament, das bestimmte, daß man aus dem Erlös der vorhandenen Kostbarkeiten den Hund in eine VerpstegungSanstalt einkaufen solle. * Weil ) ie sich . . . schminkte. Man schreibt uns: In England ist soeben eine kuriose Ehescheidungssache zur Verhandlung gekommen. Ein Mann wollte von seiner Frau geschieden sein, iüeil sie sich . . . schminkte. Er behauptete, daß ihn die Frau auf diese Weise schon bei der Eheschließung betrogen habe, denn das Gesicht, das sie ihm gezeigt habe, fei nicht ihr eigenes gewesen. Einer Frau aber, die schon mit ihrem Gesichte lüge, seien auch andere Lügen zuzutrauen. So weit wäre die Sache nicht besonders merkwürdig; merkwürdig wird sie erst durch das Urteil des Richters, der den Ehescheidungsantrag des Mannes für durchaus begründet hielt und auf Grund eines Gesetzes, das fast 250 Jahre alt ist und an das in England kein Mensch mehr gedacht hat, die Scheidung verkündete. Das Gesetz stammt aus der Zeit Kurls II. und erklärt (so lesen wir in der Revue Hebdomadaire), daß Frauen von jedem Alter, jeder Gesellschaftsklasse und jedem Beruf, die einen der männlichen Untertanen Seiner Majestät durch Essenzen, Schminken, kosmetische Mittel, künstliche Zähne, falsche Haare, ausgestopfte Büsten, Schuhe mit allzu hohen Absätzen zur Ehe verleiten, nach den für Zauberer und .Hexen geltenden Gesetzen (billiger tat man's damals nicht!) bestraft werden sollen, und daß ihre Ehe null und nichtig sein soll. - ^Ein weiser Gesetzgeber! Ein Daniel, ein wahrer * Warnm Frauen sich scheiden lassen. Einen Mann zu bekommen, ist einer Frau schwer; ihn wieder los zu werden, nicht, wenigstens in den Vereinigten Staaten. Was die Scheidungsgerichtshöfe dort für Scheidungsgründe zu hören bekommen, ist recht seltsam. Vor kurzer Zeiß ließ sich zum Beispiel Frau Richards in Chicago scheiden, Weit der Fußballklub, dessen Vorsitzender ihr Manu !var, zu viele Wettspiele verlor. Eine andere Frau war mit der Behandlung, die ihr Mann ihr zuteil werden ließ, nicht einverstanden. Gegen diesen Grund wäre ja eigentlich nichts ernzuwenden, aber ihr Mann behandelte sie nicht etwa zu schlecht, sondern zu gut! Sie klagte dem Richter darüber $.r, und sagte, sie hätte gehofft, in ihm eine „starke Erche zu finden, an der sie einen Halt finden würde, nun aber täte er alles, was sie nur wollte. Der Mann behauptete zwar dagegen, er sei seiner Ansicht nach ein Muster von einem Ehemann, aber das half ihm nichts: die Scheidung wurde vollzogen. Es ist nicht mehr als gerecht und billig, auch festzustellen, weswegen sich Männer scheiden lassen. In einem Falle, der auch in den Bereinigten Staaten vorgekommen sein soll, wird man dem Ehemann ohne weiteres beistimmen. Er entdeckte nämlich eines schönen Tages, daß seine Fran erstens ein gläsernes Auge, zweitens ein hölzernes Bein hatte. Der Richter aber war anderer Ansicht als er und sagte in dem Urteil, es wäre das gute Recht der Frauen, die Männer durch derartige Verschönerung des Körpers zur Ehe zu verlocken. Literarisches. — Fedor von Zobeltitz: Trö st- Einsamkeit. Roman. — Verlag von Egon Fleische! u. Co., Berlin W.— Preis: 6 Mk. — „Tröst-Einsamkeit" ist ein Schlagwort aus der Zeit der Romantik. Ein romantischer Phantast ist auch der Held der neuen Zobeltttzschen Erzählung: um zu innerer Stimmung zu kommen, zieht er sich aus dem Getriebe der Welt zurück; aber in der Einsamkeit lernt er empfinden, daß jedwede Stimmung sich ins Leere verliert, wenn sie nicht immer wieder aus dem Realen zu schöpfen versucht. Und so kehrt er aus dem Reich des Abstrakten heim zur tröstenden Arbeit. — Es ist im Grunde genommen eine einfache Geschichte, die Zobeltitz erzählt. Aber sie wird reizvoll durch die Art, durch den Uebergaug aus der frischen Realistik der ersten Abschnitte in das romantische Gespinst jener Szenen, die sich in dem stillen Waldwinkel abspielen, in dem der junge Eichendorfs sich ein Paradies zu schaffen hoffte. Stimmungszauber liegt über dem Buche und jene innere Spanmmg, die den Leser nicht locker läßt: Feinheit des Empfindens und die diskrete Ironie des weltersahrenen Mannes, der die moderne Gesellschaft in allen ihren Schattierungen kennt. Erziehung. — Mein Sohn und ich. Aufzeichnungen eines Vaters von Karl Eugen Schmidt. Geheftet Mk. 2.—. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt. „Mein Sohn und ich" ist eine Reihe von Plaudereien und kleinen Geschichten, die dem Verfasser aus den häuslichen Freuden und Leiden, aus dem Beobachten und Miterleben des Heranwachsens seines kleinen Jungen zugeflosscn sind. Karl Eugen Schmidt, der seit vielen Jahren in Paris lebt als Mitarbeiter deutscher Zeitungen und Zeitschriften, fesselt den Leser durch seine Eigenart. Hat er es doch in diesen kurzen Skizzen verstanden, in heiterer und unterhaltender Form nicht nur Bilder zu geben, sondern aucy Herzenstöne anzuschlagen und allerlei Gedanken auszusprechen, die vor allem von Eltern und Erziehern Gehör verdienen. An- und Einsichten. „ Der Mann, weil er kühn und stark ist, schickt sich zum Beschützer ; die Frau, die zart und snrchtsam ist, bedarf eines Schuhes. Der Mann, als Beschützer, wird zu regieren angetrieben; die Frau, die ihre Schwäche kennt, ist zum Gehorsam geneigt. H. Home: „Versuche über die Geschichte des Menschen." Wo ich aufhöre, siiilich zu sein, habe ich keine Gewalt mehr. ____________ Goethe. Buchstaben-Nintauschrätsel. 1) Kahn. 5) Sohn. 9) Herne 13) Ober. 2) Oder. 6) Wal. 10) Echse. 14) Sage. 3) Degen. 7) Teich. 11) Lied. 15) Uhr. 4) Pudel. 8) Fach. 12) Zorn. 16) Hort. Durch Umtausch der Anfangsbuchstaben sollen 16 neue Wörter gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben in derselben Reihenfolge 8en Namen eines Staatsmannes bezeichnen. hb. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Die Schule des Leben? kennt feine Ferien. Redaktion: P. W ittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, Gießen.