§amsLag den 25. April MMWW Kelmuih von Lovlen. Roman von Ursula Zöge von Manteuffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) >,ß(t, nun fanden Sie den rechten Titek — ein sündiger, jähzorniger Mensch ist es, der vor Ihnen steht, bar aller Gerechtigkeit! Und was ich meine? — An dem Tage, der Loyfens Tode vovanging, hatte ich eine Unterredung mit ihr — an den Folgen dieser Aufregung ist sie gestorben. Ich suchte diese Unterredung nicht, sie tat cs, und das ist ein schwacher T«st. Ta sie aber in mich drang, ihr zu sagen, ivas ich gegen sie habe, glaubte ich, meine Pflicht zu tun und Ihnen, hören Sie? Ihnen! — eine» Dienst zu leisten, indem ich ihr schonungslos, ja erbarmungslos, die Wahrheit sagte. Seit Jahren zurückgedrängler Grimm' machte sich da Luft." „Tas hätten Sie nicht tun sollen," sagte Loysen ernst — „es war grausam. Aber wenn Sie glauben, daß es ihr tödlich wurde, so irren Sie sicherlich. In ihrer Seel« toohnte stählerne Widerstandskraft — sie hat schwereres durchgemacht als die Vorwürfe eines Bruders und hat es überlebt. Ihr Tod hatte eine körperliche Ursache, die an ihrem fehlerhaften Herzen lag. . . die Uhr war abgelaufen, wir ahnten es nur nickst. Ich habe den NW gesprochen. Sie hatte ihn wegen ihrer Lungen befragt, und dabei hatte er ein Herzleiden gefunden." „Ich weiß. Es mag sein. Mich befreit das nicht. Im Gegenteil — was ich ihr sagte, hat das Uebel verniehrt und das Ende plötzlich herbeigeführt. Diese Gewißheit kam mir an ihrem Sarge plötzlich wie eine schreckliche Offenbarung, und sie ist Wahr- heit. Wie eine vor den Menschen verheimlichte Sünde liegt es auf mir. Sie Ihnen KU bekennen, tvar mein größter Wunsch — es ist schwer, solch eine Ueberzeugung allein mit sich Herumtragen zu inüsseu." Loysen reichte ihm die Hand. „Sie dürfen sich dieser Qual nicht zU sehr hingeben," sagte er, „ich wiederhole Ihnen, wenn Aufregungen verniocht hätten, Luise zu töten, sie wäre längst gestorben. Nun ruht sie hier in Frieden, vor Ihnen liegt aber noch Arbeit und Leben. Das verlangt ein ganzes Herz." „Ich tue, was ich kann," sagte der junge Pastor, starr vor sich hin blickend — „wenn ich die Arbeit auch nicht hätte! — Konrmeu Sie mit mir zu den Schwestern?" „Heute nicht. Nächstens." Er drückte ihm stuinm die Hand und ging daun. Als die K'irchhvfspforte hinter ihm zuschlug, beeilte er seineir Schritt. Was er da gehört, hatte ihn erschüttert, aber sein Herz war zu sehr von Ungeduld erfüllt, um lange dabei zu verweilen. Für ihn war das nun alles vorüber — und vor ihm stand das neue, mit Sehnen erhoffte. Ms er über die Straße nach dem Erlenbusch ging, uiN zur Wiese hinabzusteigen, sah er unten auf der Wiese eilte helle Gestalt, und er fühlte feinen Atem stocken. Ja, das war Edeltraut. Sie hatte ihn gesehen und kam ihm entgegen. Er vergaß mit einemmal alles — Vergangenheit, Zukunft, Zweifel und Bedenken, sah nur die schlanke, blonde Erscheinung mit beut' sonnenhellen Antlitz — und er kam ihr mit beschleunigten Schritten entgegen. Freude, die nicht überlegt, ob sie hoffen darf oder nicht- kam über ihn. ©o hatte er sie immer vor sich gesehen in ihrer schlichten, kraftvollen Anmut, so ganz Wilhelms Schwester! — Aber ba3 war es ja eben — Wilhelms Schwester. Wenn sie das nicht träte. Aber an dieser festen Kette, welche sie mit dem Bruder verband, hatte sich noch kein Glied geackert — zu offen hatte sie ihn zwei Jahre lang an all ihrem Denken und Fühlen teilnehme» lassen, als daß er das nicht gewußt Hütte. Aber immerhin — sie freut sich auf ihn, das weiß er auch, und Edeltvauts Freude pflegt warmherzig und schrankenlos zu sein! Tas hatte er kaunt gedacht, da nahm er schon mit Befremden wahr, daß das gar nicht der Schritt fröhlicher Ungeduld !var, mit dem sie ihm entgegenkanr — nein, eine sonderbare müde Gleichgültigkeit lag in jeder Bewegung, und im Gesicht ein abgespannter Zug, der ihm fremd «var. Wohl lächelten die Lippen, und auch ein Taschentüchlein ward geschwenkt, aber es war ein matter Gruß und ganz anders, wie er es nach ihrem letzten Brief erwarten! durste. Wo war der federnde Schritt, wo die impulsive Natürlichkeit ihres Wesens? Mitten auf der Wiese trafen sie sich, und da er beide Hände ausstreckte, legte sie die ihrigen ruhig hinein. „Liebe, liebe Edeltraut!" — rief er, und seine Stimme schwankte vor innerer Bewegung. Sie sah ihn freundlich an und erwiderte: „Willkommen in der Heintat, lieber Hclinuth, wie freue ich mich, daß Sie endlich da sind!" — Aber in ihrer Stimme lag keine Freude. Er sah sie betroffen an, dann kam ihm ein Gedanke: „Ist Wilhelm krank?" Ter Zauberschlüssel zu ihrem Herzen versagte. Kein Aufleuchten oder Untfloren der blauen Augen, nur ein kleines, neues, sonderbares Zucken der Lippe: „Oh, danke, im ganzen geht es ihm ausgezeichnet. Eben ist er allerdings infolge einer Ueberanstreuguug — wir sind auf die Schäferei und zurück zu Fuß gegangen — sehr ermüdet, und ich kam, mit Sie zu bitten, ihn nicht aufzusuchen. Tie Aufregung des Wiedersehens könnte ihm Schmerzen bringen. Er weiß gar nicht, daß Sie gekommen sind. Aus Bardos?" „Ja, aus Bardrs und niuß auch sogleich wieder zurück. Ich bin dankbar, daß ich Sie doch gesehen habe! Darf ich morgen tvieder kommen?" „Was fragen Sie erst? Natürlich. Von Rechts wegen sollten Sie doch bei uns wohnen." Auch das ward matt gesagt. Er war eigentlich auf freuudi- schastliche, lebhafte Vorwürfe gefaßt getoesen. „Glauben Sie denn, daß Wilhelm morgen wieder ganz ivohl sein wird?" „Ach, das glaube ich wohl," sagte sie mit einem kurzen, trockenen Lachen — „es geht ihm jetzt eigentlich immer gut. Und Sie? — Die Sonne Alr-kas hat Sie braun gebrannt, und nun 258 lonniten Sie wieder und werden — mit llugebnld erwartet. Missen Sie das?" — „Ich freue mich, daß es so ist • . . haben Sic mich wirklich so erwartet?" — „Ich? — Nun ja, natürlich, aber von mir ist doch nicht die Rede." Er schwieg, denn er wußte wirklich nicht, was sagen — er stand vor ihrem ganzen Wesen wie vor einem Rätsel und grübelte drüber nach. Sie deutete sich sein Schweigen nach Belieben, und zu dem sie uiederdrückeciideu Elend kam eine trotzige, zornige Berstimmung. Er kam von Luisens Grabe und dachte schon an eine andre. Er, der ihr jetzt hätte sollen die Freundeshand bieten und Trost und Stütze sein in ihrer Vereinsamung, ivar mit seinen Gedanken nicht bei ihr, ging von dannen an der Seite einer Ada Balois, dachte an Liebe rind Jugendträume, an Heirat vielleicht, — an all diese Dinge, die ihr immer unverständlich gewesen uub jetzt zu einer Pein geworden waren. Der eine wie der andre! — dachte sie — und ich bleibe allein zurück. So waren sie stumm hintereinander her den schmalen Wieseu- psad gegangen und traten in den Garten, den hier mir ein leichtes Staket von der Wiese schied. „Edeltrant, ivas ist mit Ihnen!" sagte Loysen endlich gradans. „Mit mir? Mit mir ist.nichts." „So! Dann also, was ist mit Wilhelm? So hätte ich ja wohl gleich fragen sollen. Ich kenne Sie doch!" Es gab ihr einen Riick, sie atmete tief auf. „Wilhelm geht es sehr gut. Besonders gut. Habe ich Ihnen das nicht schon gesagt?" „Tie Edeltraut, die ich vor zwei Jahren kannte, hätte das jubelnd gesagt." „Ja — die!" — murmelte sie und ging dann so schnell voraus, daß er Mühe hatte, zn folgen, aber er holte sie doch ein und sah auch noch zu seinem unsäglichen Befremden, daß ihre Angen naß geworben waren. Ta standen sie aber auch schon im £>of, der von heimkehrenden Arbeitern belebt war, ferneres Fragen Ivar unmöglich, er verabschiedete sich also, trug Grüße an Wilhelm auf uub ritt von widerstreitenden Gefühlen gequält, nach Bordes zurück. Edeltraut stand und sah dem Davonreitenden nach und wunderte sich, ob er wohl erraten habe, was sie bedrückte, uub ob rr sie deswegen bemitleiden werde, sie, die er zuletzt in ihrem großen Glücksreichtum gesehen, und die nun so arm dastaiid, daß sie sich schämte. Sie ging hinein ins Haus und blickte vorsichtig in das Zimmer des Bruders. Anstatt zu ruhen, saß er am Schreibtisch und sagte, sich heiter umwendend: „Ich habe soeben an Anne Marie geschrieben und sie gebeten, uns doch Helmuth zu bringen, wenn er kommt. Das wäre Doppelfreude!" Sie preßte die Lippen zusammen, nahm ein Bund Schlüssel, welches sie suchte, vom Haken an der Wand und verließ stumm das Zimmer. Nicht, daß sie ihm feine „Toppelsreude" mißgönnt hätte, Wie wäre das denkbar! . . . aber wieder erschien sie sich so arm und so vergessen. , Da rief seine Stimme sie zurück, in !so ganz besonders weichem, herzlichem Ton. Sie kehrte um und trat neben ihn. Er bog ihren Kopf zu sich herab und sah ihr in die Augen. „Schwesterchen," sagte er — feit einiger Zeit nicht mehr „Liebste", immer „Schwester" — „Edel, du freust dich doch auch auf unseren Helmuth, du hast dich doch so sehr auf ihn gefreut?" „Er war eben hier. Natürlich freute ich mich, ihn zn sehen." „Er wär hier! Und du hast mir nichts davon gesagt?" rief er befremdet. „Du warst so ermüdet uub ich fürchtete, die Aufregung könne dir schaden. Jetzt sehe ich ja, daß die Besorgnis überflüssig war" ■— wieder dies kurze Anflachen, welches wie ein Schluchzen klang. Dann ging sie, ohne sich umzusehen. Der Bruder sah ihr bekümmert nach. „Armes Kind," dachte er, „aber von nun an ist ja Helmuth da!" uub schon lächelte er wieder still vor sich hin. Als Loysen am nächsten Tage satteln lassen wollte, sagte Anne Marie: „Konrad bietet uns den Wagen au. Wenn es dir recht ist, fahren wir zusammen." Dagegen war nichts zu tun und im Grunde war es ihm auch ganz recht. Desto mehr Aussicht hat er, Edeltraut allein jn sehen. Er hatte die ganze Nacht nicht geschlafen, so sehr beunruhigte ihn die Veränderung im Wesen des Mädchens, für bie er keine Erklärung fand. Da er ihre Briefe immer bei sich trug, las er sie alle noch einmal bnrch, sie waren bis zum letzten Punkt aus demselben Guß, eine Frische, eine Lebenskrendiakeit entströmte ihnen, wie er solche noch bei keinem' anderen Menschen gefunden hatte. Ta Anne Marie während der Fahrt schweigsam war, blieb ihm Zeit, diesen Gedanken nachzuhängen, und er fuhr erst auf, als sie sagte: „Mieze hat mir aufgetragen, Edcltraut zum nächsten Empfangstag einzuladen." Su Rothaide kamen sie, wie ihm schien, nicht ganz unerwartet an. Sie wurden sogleich in die Gartenhalle geführt, deren Pfeiler mit Blumengirlanden festlich umwunden waren. Oben in der Mitte hing eine Tafel mit einem leuchtenden „Willkommen!" In der Halle waren Frau von Dahlen, Wilhelm und Edeltraut, und stand ein mit Blumen geschmückter Tisch, und auf diesem ein paar Flaschen alten Rheinweins, goldgrünfunkelnde Römer und eine buntverzierte Torte. Diese Torte war Fran von Dahlens eigenste Erfindung, wurde nur bei besonders festlichen Gelegenheiten gebacken und war von Wilhelm einst feierlich „Großmuttertorte" benannt worden. Loysen sprang die Stufen hinan. Wilhelms freudestrahlendes Gesicht und ausgebreitete Arme taten ihm so wohl, nein, hier wenigstens war alles in Ordnung. Die Freunde umarmten sich stumm und innig, Wilhelms Augen schimmerten feucht, er trat etwas zurück und legte beide Hände auf beS anderen Schultern: „Mein liebster Helmuth, sei mir gegrüßt! Gebe Gott, daß von nun an gute Zeit für dich anbricht. Verdient hast bu es, ja du! Tenn was du tatest, das tut dir nicht jeder nach. Ich möchte dir mit dem Apostel zuruseu. Du hast einen guten Kampf gekämpft, du hast Glauben gehalten!" „Aber Wilhelm! Nicht so hohe Worte für Selbstverstäud- lichcs, ich bitte dich!" „Ja, lieber Manu, ich kann dir nicht helfen. In dieser Stunde muß ich dich ein wenig feiern. Gut war, was gewesen ist, gut sei, was vor dir liegt!" Loysen sah iinwillkürlich nach Anne Marie hin, jetzt muß sie die Brauen hochziehen und das ironische Lächeln die Lippen umspielen. Doch nein, sie stand ruhig und sah den Sprecher nur unverwandt an. Sonderbar. Anne Marie hier, wo sie gar nicht herpaßte! Einen Augenblick verwunderte er sich drüber, dann aber gehörte all sein Denken dem blonden Mädchen, welches ihm nicht entgegengekommen war, sondern am Tisch stand und die Gläser füllte. Frau von Dohlen in ihrem weißen Häubchen und grauen Kleide begrüßte ihn sehr herzlich. Er küßte ihr die Hand, dann trat er zu Edeltraut und fragte leise: „Nun? Bekomme ich keine Hand?" Sie fuhr leicht zusammen. Sie hatte wie geistesabwesenb an ihm vorbei auf Wilhelm gesehen und jetzt, da sie Loysen so dicht neben sich sah, lief das ihm so wohlbekannte schnelle Erröten wieder über ihr Gesicht. Sie gab ihm die Hand, aber ihr Blick glitt wieder an ihm vorüber auf Wilhelm, so intensiv, so sonderbar, ganz anders als früher. Man setzte sich und Wilhelm hob das Glas gegen seinen Freund. Er hatte noch viel zu sagen, was ihm aus dem Herzen kam, uub kleidete es in gereimte Trinksprüche. Man stieß an, lachte und war sehr heiter. Auch Edeltraut tat ihr bestes, die harmlose Fröhlichkeit weder durch Wort noch Aussehen zu stören. Bei sich dachte sie immer: Wenn er wüßte! Wie würde er mich bemitleiden! Ter Gedanke wurde zu einer Qual. Worin diese bestand, konnte sie sich nicht sagen, aber das Mitleid des Mannes, der doch ihr bester Freund war, erschien ihr plötzlich unerträglich. „Trautchen," sagte Marie Anne plötzlich, ihre schmale Gestalt im Schaukelstuhl rückwärts biegend, „ich habe Ordre, Sie zu entführen. Morgen findet in Bordes eine kleine nachbarliche Gesellschaft statt, und meine Schwester würde sich ganz besonders freuen, Sie dabei zu sehen." (Fortsetzung folgt.) Bailauf.*) I. Das Spielfeld. 1. Das Spielfeld bildet ein Rechteck von etwa 20—25 Meter Breite und 25—30 Meter Länge. Tie Spieler stehen auf den kürzeren Seiten, bett Mallinien; 4 Eckpfosten und 2 Malstangen in der Mitte der längeren Seiten bezeichnen das Spielfeld. Auf der rechten Seite befindet sich auf ober an der Seiten- g re uze, 3 Meter vor jeder Mallinie, das Gefangenenmol, kenntlich durch eine Malstange oder eine kurze Linie. *) Aus den „Spielregeln des technischen Ausschusses", im Auftrage des Zentralausfchüsses zur Förderung der Volkse und Jiigeiidsvicle herausgegeben (Verlaa von B. G. Teubner in Leipzig). 259 II. Die Spieler. 2. Tie Spieler, etwa 12 ans jeder Seite, bilden zwei Parteien, deren jede ein Mal besetzt. III. Die Aufgaben der beiden Parteien. 3. Tas Ziel des Spieles ist, durch Berühren (Schlagen) mit de« Hand einen Spieler der Gegenpartei, welcher früher ausgelaufen war, zum Gefangenen zu machen. Tie Gefangenen stellen sich am Gefangenenmal auf und können hier von den Ihrigen durch Berühren mit'der Hand befreit (erlöst) werden. „ . Sind von einer Partei 3 Gefangene gemacht und von den Gegnern nicht wieder befreit worden, so hat sie das Spiel gewonnen. IV. T ie Spielreg eln. 4. Eröffnung. Das Spiel wird dadurch eröffnet, daß ein Spieler ins Spielfeld vorläust und einen Gegner damit ebenfalls zum Auslaufen reizt, ihn „lockt", „fordert". _ Werden die Parteien durch Wahl gebildet, so lockt das erste , Mal diejenige Partei, welche zuerst gewühlt hatte. Später fordert inlmer die Partei, welche gesiegt, einen Gefangenen erhalten oder befreit hatte. ,, , ,, , , , z Stockt das Spiel, so fordert die Partei, welche den letzten Vorteil errungen hatte. ' , Bei Wettspielen losen die Parteien um das Mal. Dre Partei, der dabei die Wahl der Spielseite znfällt, hat auch den ersten Läuse« vorzuschicken. v ,, 5. Hauptregel. Jeder später , ausgelaufene hat das Recht, jeden früher ausgelaufenen Gegner durch einen Schlag mit der Hand zum Gefangenen zu machen. Der Schlag muß innerhalb des Spielfeldes erfolgen. Ter Schläger ruft, sowie er getroffen hat, „Halt!" Anm. 1. Als ausgelaufen gilt jeder, der nicht mindestens mit einem Fuße auf oder hinter seiner Mallinie steht. Anm. 2. Ein Schlag aus dem Male heraus, ohne daß der Schläger also ganz ins Spielfeld vorgegangen ist, ist ungültig. Anm. 3. Bei der Einübung des Spiels empfiehlt es sich, um die Spieler an das Rusen zu gewöhnen, den Schlag nicht gelten zu lassen, wenn der Schläger gar nicht oder nicht vernehmbar „Halt!" gerufen hat. ~ . 6. Läuft ein Spieler über die Seitengrenze aus dem spiel- felde hinaus — dies ist der Fall, wenn er mit beiden Füßen außerhalb des Spielfeldes >var —, so wird er dadurch Gefangener, wenn die Gegenpartei „Raus!" oder „Halt!" ruft. . Ueberschreiten mehrere Spieler hintereinander — etwa der Verfolgte und der Verfolger — die Seitengrenze, so gilt nur der erste als gefangen. , , „ Anm. Sobald die Grenzen nicht deutlich slchtvar sind, sollle der Ruf „Raus!" sehr vorsichtig gebraucht werden.(vergl. Reg. 11). In zweifelhaften Fällen, bei nur geringem Ueberschreiten der Grenze, gibt cs sonst leicht Streitigkeiten. 7. Ter Gefangene must mit dem linken Fuß am Gefangenenmal stehen. Es steht immer nur ein Gefangener; der erste kehrt zum Mitspielen z« seiner Partei zurück, sobald sich der zweite stellt, wird jedoch von den Gegnern auch fernerhin als Gefangener mitgezählt. z M . A n in. Bei warmem Wetter können auch alle Gefangencn stehen. Der zweite stellt sich dann mit seinem linken Fuße an den rechten des ersten und erfaßt dessen Hand. . . 8 Die Erlösung der Gefangenen geschieht dadurch, daß ein Spiel- r, ohne selbst geschlagen worden zu sein, den Gesangenen berührt. Er ruft dabei laut: „Erlöst!" oder „Halt!" Anru. 1. Steht nur einer von zwei Gesangenen, so gelten beide für befreit, falls jener richtig stand. Stehen beide Gefangene, so ist keiner von ihnen befreit, falls einer tm Augenblicke des Erlösens falsch stand. • . A n ni. 2. Der Gefangene darf dem Befreier Arm und Hand entgegenstrecken, darf aber nicht die deckenden Spieler irgendwie behindern oder den linken Fuß von feinem Male entfernen. . 9. Beendigung eines Spielganges. Tas Spiel ruht, sobald ein Gefangener gemacht oder befreit ist. Desgleichen nach jedem „Halt!", „Raus!" -oder „Erlöst!", auch wenn sich kein Gefangener zu stellen hat. Alle Spieler kehren dann in ihr Mal zurück. Die Partei, die den Vorteil errang, eröffnet den neuen Gang durch Vorschicken eines Läufers. 10. Durchlaufen. Es ist jedem Läufer gestattet, sich, falls ihni die Rückkehr zum eigenen Male zu gefährlich erscheint, in das gegnerische zu flüchten. Gelingt ihm dies, ohne daß er geschlagen wird, so hat er außerhalb der Seitengrenzen ins eigene Mal zurückzukehren. Das Spiel erleidet durch einen solchen Vorgang keine Unterbrechung. , Betritt derjenige, welcher durchgelaufen ist, das Spielfeld von de« feindlichen Mallinie oder von den Seitengrenzen aus, was ihm gestattet ist, so hat er keinen Schlag und kein Recht zum Erlösen, kann aber' selber von jedem Gegner geschlagen werden, de« später, also nachdem er das Spielfeld wieder betreten hat, regelrecht von der Mallinie aus ins Spielfeld läuft. 11. Bestrafung falschen Rufens. Wer ohne durch die Regeln bedingte Veranlassung „Halt!", „Raus!" oder „Erlöst!" ruft und dadurch fälschlich das Spiel zum Stocken bringt, hat sich als Gefangener zu stellen. Anni. Es ist danach also jeder gefangen, der „Halt!" oder .„Erlöst!" ruft, ohne getroffen oder den Schlag zu haben. 12. Gleichzeitigkeit. Wird gleichzeitig von derselben Partei sowohl geschlagen wie auch erlöst, so kann sie wählen, ob sie das eine oder das andere will; doch darf sie nicht beides erhalten. Macht dieselbe Partei gleichzeitig mehrere Gefangene, so darf sie wählen, welchen sie nehmen will. Mehr al3' einen Gesangenen kann sie jedoch nicht beanspruchen. Machen oder erlösen beide Parteien gleichzeitig Gefangene, so gelten beide Vorteile als nicht errungen: „es geht aus". 13. Entscheidung bei Z w e i fe l sä l l e n. Tie Entscheidung in allen Zweifelsällen steht bei Wettspielen dem Schiedsrichter zu. Für Uebungsspiel empfehlen sich folgende Regeln: Ob getroffen ist oder nicht, entscheidet der Schläger. Er allein kann in allen Fällen mit Bestimmtheit angeben, ob sein Schlag getroffen hat. Der Geschlagene braucht den Schlag nicht immer zu empfinden, da auch Kleidungsstücke getroffen sein können. Ter Geschlagene gilt nicht als gefangen, wenn nicht fiepe« feststeht, ob er zur Zeit des Schlages sich noch innerhalb des Spielfeldes befand oder bereits das Mal erreicht hatte; wenn nicht sicher feststeht, daß der Schlager den Schlag hatte, und endlich, wenn cs zweifelhaft ist, ob der Schläger richtig ausgelaufen war oder aus seinem Male heraus geschlagen hatte. 14. Beendigung des Spiels. Die Partei, die zuerst 3 Gefangene macht, hat gewonnen. Gefangene, welche wieder befreit wurden, zählen nicht mit. Nach jedem Spiele werden die Male gewechselt. Gesiegt hat die Partei, die in der verabredeten Spielzeit die meisten Spiele gewonnen hat- Der Bauer und die alte Tasche. Wir lasen in der „Boss. Ztg.": Schon wollte sich der Mitiagspcrsoncnzug von Breslau nach Liegnitz in Bewegung setzen, als noch ein alter Bauer in ein Abteil dritter Klasse kletterte, dessen Insassen ihm bereitwilltgst Platz machten. Lächelnd ließ er seine treuherzigen blauen Aiigcn über feine Reisegefährten gleiten und bemerkte, sodann: „-.as war wirklich noch ein großes Glück, meine Herren, daß ia> den Zug erwischt habe. Meine Alte hätte sich zn Aobe geängstigt, wenn ich nicht zum Abendbrot daheim gewesen wäre." Die Insassen des Abteils hatten mit gutmütigem Lächeln diesen Erguß ausgenommen, und dadurch ermutigt, erzählte das Bäuerlein weiter, daß er in der Stadt auf dem Markt gewesen sei und hier seine Butter verkauft habe. Die Leute hätten ihm aber gesagt, seine Butter wäre nicht ineh-r so gut wie früher. ,,^a, meine Inste wird alt", fuhr er mit traurigem Kvpfschüücln fort, „sie wird alt; aber so alt ist sie doch noch nicht, daß sie nicht mehr neugierig wäre. Und heut hab ich lvas gefunden, worüber sie sich den Kopf gehörig zerbrechen kann." „Was haben eie denn sur einen merkwürdigen Fund gemacht?" fragte der Herr gegenüber. Es war das ein großer hagerer Mann, dellen Augen List und Verschlagenheit verrieten. Ehe das alte Bäuerlein ihm auf seine Frage antwortete, sah cs sein Gegenüber erst lange und aufnierksam an, dann holte es eine kleine recht verbrauchte schwarze Handtasche hervor, deren metallene Telle mit Rost vcdeckt waren. Die geheimnisvolle Miene, die der Alte aimahm, erregie die Neugier seiner sämtlichen Reisegefährten, die sich alle vor- beugten, als er die Tasche setzt öffnete und aus ihrem ^nnern ein großes längliches, in Wachstuch gehülltes Paket zum Vorschein brachte. Langsam und bedächtig packte er es ans, und nachdem er zahlreiche Ninschlä-ge entfernt Hatte, wurden endlich zwei Blatt Briefpapier sichtbar, die über und über mit seltsamen Schriftzügen in einer dunklen rotbraunen Färbung bedeckt waren. „Ta, meine Herren!" rief er mit vor Aufregung bebender Stimme. „Sicht das nicht aus, als wenn cs mit Blut geschrieben wäre, wie man so oft in Geschichtenbüchern von Pakten mit dem Bosen lieft?" Diese Aeußerung erregte das Gelächter der Zuhörer, von denen mancher freilich sich beim Anblick dieser sonderbaren Schrcft- zeichen eines geheimen Schauers nicht erwehren konnte. Aue auf seine Kosten entstandene allgemeine Heiterkeit ärgerte aber den Mann augenscheinlich, und rasch steckte er das Paket wieder weg. „Wer zuletzt lacht, lacht am besten", sagte er daver „Vielleicht hat das Zeug doch für jemand Wert, und der wird sich dann schon bei mir für meine Bemühungen abfinden. Wenn zufällig eine« der Herren, von jemand hören sollte, der eine kleine Mvarze Tasche verloren hat, so seien Sic so gut und lassen Sie Mich das wissen. Jeden Montag mittag um 12 llhr können Sie mich ut der Stadt im „Roten Ochsen" treffen. Wenn ich meine Butter verkauft habe, frühstücke ich dort." Schon aus der nächsten Station stieg der Alte aus, nachdem er sich noch vergewissert hatte, daß cn dem Korbe, in dem er feine Butter zu Markte gebracht hatte, letzt wohl verwahrt sein „merkwürdiger Fund" ruhte. — Nach cungen Vagen -richten in der Zeitung folgende Ankündigung: „500 Mark Belohnung! Verloren wurde eine kleine schwarze Tasche, rn der sah Papiere befanden, die für nieniaud als für den Eigentümer Wert haben. Obige Belohnung erhält der ehrliche Finder, der die Tascye mit ihrem Inhalt zurückbringt an Doktor Georg -schuler, Kaiscr- straße 159." Als sich am nächsten Montag mittag unser Bäuerlein sein Frühstück im „Roten Ockfen" schmecken ließ, trat wie von 760 Literatur.' mir gesagt, ich soll sie nicht fortgeben." Es dauerte ziemlich lange, ehe nach längerem Hin- rind Herschwanken das Bäuerlein sich dazu verstand, seinen merkwürdigen Fund für 150 Mark hcrzugeben. Ein freudiges Lächeln umspielte den Aduuft des glücklichen Erweichers dieser Kostbarkeit, als er jetzt in größter Eile den „Roten Ochsen" verließ. Aber nicht lange und bittre Enttäuschung trat an Stelle der freudigen Erregung. Denn da die Kaiserstraste nur 143 Häuser zählte, war Nr. 159 unmöglich zu finden, und . . .. „ tg, seine Gediegenheit und Qua- u beweisen. Die zweite Serie setzt, wie die erste, mit ernsten, die guten literarischen Prinzipien der Sammlung beweisenden Bande ein: Heinrich von Kleists Novellen. VielleicK wird durch die Aufnahme in die „Bücher des Deutsches Hauses'*/ die überall und in sehr hoher Auflage verbreitet sind, der Novellist Kleist sich die Geltung verschaffen, die der Dramatiker sich endlich errungen hat. Seine interessanten, fast immer zum ge- Nedaklwn: P. W i t r k o. Rotationsdruck nnd Verlag der B r ü h l 'scheu Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lange, Gießens Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Silbenrätsel in voriger Nummer r Ginster Ostanlage Edelstein Talar Heidelbeere Ethik. "Ein eigenartiges I u b i l ä um tvird im Juni in Saratoga Emmty, N.-Y gefeiert werden. Im Jahre 1808 wurde dort von B. S. Clark der erste Enthaltsamkeitsverein in Amerika begründet. Zur Erinnerung an diese Jahrhundertfeier findet in Saratoga Springs vom 14. bis 30. Juni ein Weltkongreß statt/ der nicht nur mut einer großen Ausstellung verbunden ist, sondern auf dem besonders über die Fortschritte der Nüchternheits- bewegung ans der ganzen Erde täglich eine Reihe Vortrage gehalten werden. Für Deutschland hat der Vorsitzende von Deutschlands Großloge II des internationalen Guttemplerordens, Her»!. Blume-Hamburg, den Vortrag übernommen, " Die Kü chen-Ver Wallung des englisch en Par-? l