Donnerstag den 23. Juli j'ifii uffiO MMI li --■ I John Darrows Tod. Roman von Melvin L. S e v e r y. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Sie werden sich wundern, wenn ich Ihnen sage, daß e^ ein paar Minuten dauerte, ehe ich den Mut fand, durch mein Mikroskop auf die Seite des Buches zu schauen. Mich hatte nun einmal die Ueberzeugung ergriffen, ich hätte eine wirkliche Spur des Mörders gefunden, und mich schreckte der Gedanke, der erste Blick könnte zeigen, daß ich mich einer müßigen Täuschung hingegeben hätte. Schließlich ermannte ich mich und blickte durchs Glas. Der fettige Daumen, der das Papier gedrückt hatte, war derselbe, dessen Abdruck das Fenster bewahrte. Es war kein Zweifel: mein Verdacht hatte sich bestätigt. Alles, was dieses Buch betraf, war nun voll größter Wichtigkeit. Die Seite, auf der sich die SMr fand — nun, ich denke, Sie würden große Augen machen, wenn ich sie Ihnen vorläse, doch will ich mir dieses Vergnügen noch aufsparen; es ist Seite 469 in „Die Gifte. Ihre Wirkung und ihr Nachweis" von Alexander Wynter-Myth. Sofort nach der Feststellung mittelst des Mikroskops machte ich mich auf nach Oakstraße 5, der von Rizzi angegebenen Adresse. Dort wohnte niemand dieses Namens, auch hatte kein Rizzi in den drei Jahren, seit der jetzige Besitzer das Haus innehatte, dort gewohnt. Mit demselben Ergebnis ging ich nach Stanifordplatz 15. Eine etwa fünfundzwanzigjährige Fran kam an die Tür. Sie sagte, sie sei in dem Hause geboren worden und habe dort stets gewohnt: einen Mann namens Weltz habe sie nie gekannt. Ich hatte nichts anderes erwartet. Der Mann, den wir suchen, ist unglaublich verschlagen, und glückt es uns doch, ihn zu stellen, so wird dies sicher nicht sein Fehler sein. Nun habe ich Ihnen alles mitgeteilt, was ich feststellen konnte, oder wenigstens was mir sicher genug scheint, um mitteilenswert zu sein, — viel ist es nicht, aber es ist doch eine SMr und , kann unserer Hoffnung neues Leben leihen." „Es ist offenbar von höchster Wichtigkeit, was Sie auf so merkwürdige Weise herausgebracht haben," sagte ich, „und ich will eilen, es zu Hause zu berichten." Florence und meine Schwester waren ganz der gleichen Ansicht wie ich Über das von Maitland Erforschte, und wir unterhielten uns an diesem Abend bis spät in die Nacht hinein über die Neuigkeiten, die ich mitgebracht hatte. Drei Tage später, es war an einem Donnerstag, erhielt ich nachmittags in ein paar Zeilen von Maitlands Hand die Aufforderung, ihn in seiner Wohnung aufzusuchen. . In der Mei- - nung, es handle sich um etwas machte ich mich sofort auf. Ich fand ihn allein und meiner harrend. »Ich grüble noch immer," fing er an, sobald ich Platz genommen hatte, „über ein mögliches Motiv des Mordes. Mur ein Wahnsinniger würde eine solche Tat ohne ein Motiv begehen, und doch können wir keins finden. Ein Wahnsinniger! Beim Zeus! Daran hatte ich nicht gedacht. Was meinen Sie? „Ist es gleich Wahnsinn, hat es doch Methode."., wie?'Az Ich erklärte ihm, daß mir die Wähnsinnstheorie nicht sehv wahrscheinlich sei. „Sicher ist Wahnsinn oft mit auffallender Schlauheit gepaart, aber foMjier Meisterfchaft im Ränkespiel, wie sie unser Verbrecher durchweg gezeigt hat, ist ein Wahnsinniger denst doch nicht fähig." „Passen Sie auf, Doktor," brach Maitland plötzlich los, „mir kommt ein Gedanke. Könnte das Interesse, das der Mann am Krebs nimmt, nicht davon koiwmen, daß er selbst daran leidet? Wie wärs, wenn Sie mal bei allen Krebsspezialisten in Boston und Umgebung Umfrage hielten, ob fich nicht einer erinnert, einen Patienten gehabt zu haben, welcher der Beschreibung entspricht, die ich Ihnen auf Grund genauer, von den Bibliotheksbeamten erhaltener Mitteilung entwerfen will? Weiter werde ich in den Zeitungen eine Anzeige los-lassen, in der ein neues Krebs-mittel angepriesen wird und die Interessenten eingeladen werden, sich weitere Auskunft in Ihrem Sprechzimmer zu holen Der Plan verspricht nicht viel, immerhin kann er den Vogel ins Garn locken. Was sagen Sie?" Ich erklärte mich bereit, mit aller Reiner Kiraft mitzüwirkeN,- worauf Maitland sich gleich auf den Weg machte, seine Absichten zu verwirklichen. In den nächsten Morgenblättern stand die Anzeige, und sie trug mir auch verschiedene Besuche ein. Diese wären mir etwas unangenehm geworden, hätte ich nicht einen befreundeten Arzt, dessen Spezialität die Behandlung von Krebs war, insgeheim ins Vertrauen gezogen und veranlaßt, in meinem Sprechj- zimmer während der in der Anzeige angegebenen Stunden anwesend zu sein Kam ein Patient, so überzeugte ich mich, daß es weder der Gesuchte, noch ein Abgesandter von ihm war, und wies ihn dann an meinen Kdllegen Doktor Rhodes. Ich würde wahrscheinlich nie daran gedacht haben, auch die Patienten aufs Korn zu nehmen, die der von Maitland gegebenen Personalbeschreibung nicht entsprachen, hätte mich Maitland nicht in dieser Beziehung instruiert. „Wir haben cs mit einem Manne von ungewöhnlichen Fähigkeiten zu tun," sagte er. „Wie wir schon erfahren haben, setzt er sich keinerlei Gefahr aus, wenn er es vermeiden kann. Es ist darum sehr wahrscheinlich, daß er, wenn er die Anzeige liest und davon Gebrauch machen will, sich einer Mittelsperson bedient. Dann sind wir auch keineswegs sicher, daß sein Interesse für Krebs rein persönlicher Natur ist; es kann seine Frau, seine Schwester, irgend ein Verwandter daran leiden. In diesem Falle können wir auch nicht erwarten, daß er selbst kommen wird. Seien Sie also recht vorsichtig und lassen nicht eher mit Fragen von den Besuchern! ab, bis Sie sich überzeugt haben, daß sie in keiner Weise mit dem Gesuchten in Verbindung stehen." Diesem Rate folgte ich aufs Wdrt und konnte unschwer feststellen, daß keiner meiner Besucher in irgend einer Beziehung zu John Darrows Mörder stand. So ging es mehrere Tage fort. Inzwischen verfolgte Maitland eine neue SMr, die er entdeckt hatte. Er würde mir alles mitteilcn, sagte er, wenn er iHv bis ans Ende gefolgt fei. Drei Tage darauf kam er zu uns und erzählte uns, er habe einen Mann getroffen, der mit einem HevvN Henri Cazvt. einem Franzosen, bekannt gewesen^ sei, welcher Üec. 454 Beschreibung nach fast in jedem uns bekannten Punkte Herrn Darrows Mörder zu gleichen scheine. .„Folgendermaßen trug sich die Sache zu," antwortete Mait-- trtiro auf Florences Bitte, uns mitzuteilen, wie er seinen letzten Erfolg erreicht habe. „Als ich die von Weltz-Rizzi bestellten Micher erneut durchstöberte, fand ich in Robert Houdins „Dcv entdeckte und entlarvte Betrüger"^ die Beschreibung eines Kniffes, durch den Spieler das Abheben der Karten wirkungslos zu machen pflegen. Dieser Kunstgriff wird folgendermaßen ausgeführt: Wenn die Karten abgehoben find und in zwei Päckchen auf dem Tische liegen, nimmt der Falschspieler mit seiner rechten Hand die Karten ans, die ursprünglich unten lagen. Sie werden dann, wie beim rechten Abheben, über das andere Päckchen gebracht, aber eben, wenn beide Päckchen zusammenkoininen sollen, wird das untere durch Unterschieben des rechten kleinen Fingers gewandt mit einer Seite aufwärts geneigt und das obere schnell darunter geschoben, so daß die Karten genau so liegen, wie vor dem Aufheben. Zu diesem Zwecke wird der Nagel des kleinen Fingers der rechten Hand sehr lang getragen, damit man ihn leichter unter den Pack Karten bringen kann. —• Hier, sagte ich mir, ist die Möglichkeit zur Erklärung einer Besonderheit meines Gipsabgusses gegeben. Der lange Nagel am linken kleinen Finger kann seine Aufgabe am Spieltisch erfüllt haben. Demnach würde jedoch unser Mann linkshändig zu fein scheinen, während er, wie wir sahen, mit beiden Händen gleich geschickt zu schreiben versteht. Wir dürfen rins also nicht wundern, schloß er weiter, wenn wir hier finden, daß er beiderseits am kleinen Finger lange Nägel trägt. Sogleich zog ich die praktische Folge aus diesem Gedanken und besuchte alle Spielhöllen der Stadt. Um keinen Verdacht zu erwecken, spielte ich an jedem Platze ein wenig und nahm eine passende Gelegenheit wahr, mit dem Besitzer eine Unterhaltung anzuknüpfen. Dann kam überall dieselbe Frage. Erinnerte er sich an dkn Herrn, der hierher zu kommen pflegte? Ein Ausländer, der Französisch sprach, etwas über Mittelgröße, ein wenig hinkender Gang, biß sich die Fingernägel ab usw. usw. In der unteren Stadt hatte ich wenig Glück, obschon mir an einer Stelle der Besitzer sagte, es sei ihm so, als wäre ein solcher Mann dagewesen, aber nur ein — oder zweimal, und er sei seiner Sache nicht ganz sicher. Als ich aber zum Südende und in die Decaturstraße kam, traf ich einen Mann, der auf meine Frage sofort erwiderte: „Bei Gott, das ist Henri Cazot, ganz gewiß, wie er leibt und lebt. Dick da drüben wird Ihnen alles von ihm erzählen. Er hängt bei ihm mit 'ner Ehrenschuld so von 'nem Hunderter. Er hat ihm ein Papier dafür gegeben, und Dick trägts bei sich, nicht weil er denkt, er kriegt je was wieder, sondern weil ihm die Handschrift gefällt. Herr Henri Cazot! Eh, Dick?" und er brach in ein heiseres Lachen aus. Ich wandte mich, um weiteres zu erfahren, an^Dick. Dieser hatte schon ein arg zerknittertes Papier aus der Tasche geholt und glättete es auf dem Tisch. „Hier ist der Artikel," sagte er und legte seine Hand ausdrucksvoll darauf. „Das Gefecht war blutig. Das Glück war gegen ihn, und er hatte jeden Heller verloren. Jim Macey war Ausgeber, und Cazot fragte nichts danach, setzte immer1 lustig weiter. Sehen Sie, beim Kartenspielen ist schlecht gewinnen, wenn man gegen den Ausgeber spielt. Cazot wußte das nicht, und ich wollls ihm nicht sagen, denn er nahms selbst beim Kartenspielen nicht so genau, toenit man ihm nicht scharf auf die Finger paßte. Also, er pumpte mich an, sagte, sein Mädel sei hungrig, und er hätte keinen Heller, um Brot zu kaufen. Gott, sah er dabei wild aus! Mir kam er immer nicht ganz geheuer vor. Gut, nachdem ich ihn hatte rnpfen helfen, pumpte ich ilynt den Hunderter, und er gab mir das Papier hier. Das ist das letzte, was ich von Herrn Henri Cazot gesehen habe." Dabei reichte ter mir den Zettel hin. Ich warf einen Blick auf die Unterschrift; war dieselbe Handschrift, die auf die Bücherzettel Weltz und Rizzi geschrieben halte, sogar das unverkennbare % war dasselbe. Nur mit beträchtlicher Anstrengung vermochte ich meine Gefühle so weit zu beherrschen, um nicht durch mein allzugroßes Interesse Verdacht zu erregen. Doch gelang es mir wohl, denn sie antworteten ohne Rückhalt, als ich noch mehr von Cazot und seiner Tochter, von der sie gesprochen hatten, wissen wollte. Sie konnten mir aber nichts weiter sagen, als was sie mir schon mitgeteilt hatten. „Nächsten Monat wirds ein Jahr, daß er das Geld von mir hat," fuhr Dick fort. „Er sackts ein, stürzt davon, und das ist das letzte, was ich je von ihm gesehen oder gehört Habe. Wundern svlls mich nicht, hätte er sich schon lange selbst das Lebenslicht ausgeblasen. Er sah manchmal höllisch verzweifelt aus. Er war einer von dm Kerlen aus Mont« Carlo, denk ich." Das ist's, >vas ich erkundet habe, und vorläufig bin ich damit zufrieden. Wir sind wenigstens auf der rechten Fährte. Nebenbei, Doktor, morgen will ich die Anzeige etwas ändern, indem ich briefliche Behandlung anbiete. Vielleicht beißt unser scheuer Fisch dann eher an. Jedenfalls lohnts einen Versuch." > 2. Kapitel. Am nächsten Tage erschien die Zknzeigte in der neuen Form. Unter verschiedenen Anfragen, die darauf einliefen, befand sich eine, in der ich die Eigenheiten der Handschrift von Weltz-Rizzi mit Bestimmtheit wiederzuerkennen glaubte. Sofort brachte ich Maitland das Schreiben. Er warf einen Blick darauf, faßte mich dann erregt am Arm und rief: „Beim Zeus, Doktor, wenn der verschmitzte Fuchs nicht sofort, dm Hund wittert, so stellen toir ihn. Wie Sie sehen, hat er keine Wohnung angegeben und unterzeichnet mit einem neuen Namm. Wir sollen an Charles Cazmove, hauptpostlagernd, Boston, schreiben. Schwerlich wird unser verschlagener Freund persönlich den Brief abhvlen, den wir ihm gleich schreiben werden; so muß stets jemand zur Hand sein, der die Person im Auge behält, die er an feiner Statt sendet. Kami ich hierbei auf Ihre Mitwirkung rechnen?" „Ich stehe Ihnen bei bis zum letzten Ende," sagte ich, „und sollte ich einen Monat lang das Postamt nicht verlassen dürfen." Gut; ich schrieb also und gab den Lockbrief zur Post. Maitland setzte sich mit der Postbehörde in Verbindung, worauf sie uns bereitwillig einen bequemen Beobachtungsposten im Gebäude und unweit des für die Abholung postlagernder Briefe bestimmten Schalters zur Verfügung stellte. Sobald jemand nach dem Briefe fragte, sollten wir sofort Nachricht erhalten. Wir brauchten nicht lange zu warten. Am nächsten Tage machte uns der Postbeamte das verabredete Zeichen, das uns sagte, es habe jemand nach Briefschaften für Charles Cazenove gefragt, und während der Beamte möglichst viel Zeit verbrauchte, unt unseren Brief hervor- zusnchm, traten Maitland und ich unauffällig in die für das Publikum bestimmte Halle, wo sich uns ein ganz unerwarteter Anblick bot. A!m Schalter stand ein junges, schönes, eben zur Jungfrau erblühtendes Mädchen. Ihre offenen blauen Augen trafen die meinen mit dem Ausdruck vollster Unschuld, als ich bei ihr vvrbeiging, um sie zwischen Maitland und mich zu bringen, damit sie uns nicht entgehen könne, welchen Wteg sie auch einschlüge. Wir hatten vorher verabredet, wie wir unserer Beute unauffällig, jeder auf einer Seite der Straße, folgen wollten, aber diese Vorsichtsmaßregeln schienen ganz überflüssig, denn die junge Dame hatte offenbar nicht die geringste Ahnung davon, daß fich jemand für ihre Bewegungen interessieren könnte. Sie schritt gemächlich vorwärts, blieb bann und wann stehen, um einen Blick auf ein Schaufenster zu werfen, und dachte gar nicht daran, auch nur einmal hinter sich zu sehen. Statt den Brief zu verstecken, hielt sie ihn mit ihrem Geldtäschchen in der Hand, und zwar, wie ich sehen konnte, mit der Adresse nach oben. Eine sonderbare Empfindung kam über mich, als ich ihren Schritten folgte. Es war mir zumute, wie, denke ich, einem' Meuchelmörder, der sich an die Fersen seines Opfers heftet, um ihm an einsamer Stelle den tödlichen Stoß beizubringen. Vergebens sagte ich mir, daß ich im Dienste der Gerechtigkeit Mbdelte und nichts Unehrenhaftes täte. Ein einziger Blick auf das feine Mädchenantlitz, so frei und offen wie das Morgenlicht, jagte mir die heiße Schamröte in die Wangen. Ich konnte mich von dem Bewußtsein nicht frei machen, daß ich sie, inbem ich ihr folgte, mit dem Bösen in Beziehung setzen wollte, was mir fast wie eine Entweihung erschien. Doch ich konnte nun nichts weiter tun, als das Angefangene ausführen; fo folgte ich ihr durch verschiedene Straßen, bis sie linkshin einbog, und wir beide, Maitland und ich, sie in ein Haus am anderen Ende dieser Straße treten sahen, (Fortsetzung folgt.) Altjenenser Audentenleben. Cs war nicht mehr der Scholar des 15. Jahrhunderts, der damals in der neuen Universitätsstadt Jena seinen Einzug hielt, nicht mehr der blasse strenge Jüngling mit dem langen Rocke von dunkelfarbenem Tuch und der Kapuze, der in kalten dunklen Wntermorgen, um fünf, wenn die Nacht noch über dem Lande lag, zum Unterricht eilte und daheim mit einer Schar von Genossen gemeinsam in strenger Zucht wohnte. Das 16. Jahrhundert hatte mit dem genossenschaftlichen Zuschnitt des Studentenlebens gebrochen, die neue Zeit löste die Ptersönlichkeit von der Gruppe, aus der klösterlichen Enge der Vergangenheit strebt der Studierende zur freien Bürgerlichkeit. Uno mit der Umwandlung kommt über den Musensohn das HerrengeMhl. Schon äußerlich prägt es sich aus. Mit einem Ruck ist der dunkle klerikale Talar abgestreift und ein Ueberschwang an lustigen — 455 — Farben bricht sich Bahn. Auffallend und reich kleidet sich der Bnrfch, keck und frei ist der Schnitt seiner Kleidung, und bald kommt es so weit, daß der Rektor durch besondere Kleiderordnung gegen die allzu üppigen Pluderhosen einschreiten muß. Aber die wechselnde Mode entwindet sich rasch der Fessel detaillierender Verordnungen. Die spanische Tracht findet in Deutschland Eingang, mit Freude ergreift der Student das Absonderliche, weder Strenge noch Spott noch Mandate können ihn von der „schändlichen, überflüssigen, übermäßigen, unförmigen und unflätigen" Tracht abbringen. Ums Jahr 1600 sehen wir den Jenenser Bruder Studio mit einem hohen hutartigen Gestell aus schwarzem Sammet auf dem Kopfe, über dessen schmalen Rand keck die rote Feder hinausragt. Um den Hals legt sich die steife Krause, im engen roten Wams steckt der Oberkörper, auf dem Rücken wirbelt das purpurrote Kragenmäntelchen, und in gestrickten Trikots stecken die Beine. Der Degen, trotz aller Unterdrückung Sieger, ist längst zum regulären Teil der Studententracht geworden, und locker in der Scheide trägt ihn der Musensohn an der Seite. Die verlockende Freiheit des studentischen Lebens vermehrt den Andrang der Jugend und bereits 1570 zählt Jena über 1000 Studierende. Der Uebergang von der Naturalwirtschaft zur Geldwirtschaft hat das Leben verteuert; wußte der Scholar des Mittelalters mit 20 Gulden ein Jähr zu bestreiten, so kommt der Jenenser Student des 16. Jahrhunderts mit 100 Gulden im Jabre nur schwer aus, das Schuldenmachen wird zur Tagesoronung und mit ihm sprießt auch jenes Wucherertum empor, das auch in Jena rasch zur Blüte kommen sollte. Nicht allzueifrig drängen die jungen Herren zu den Quellen oes Wissens. Zwar fehlt es nicht an heilsamen Verordnungen, die Studiengang und Lebensführung regeln sollen; der Student wird angehalten, den Gottesdienst regelmäßig zu besuchen, das Fluchen zu meiden und ein seder unterstand einem inspector morum et studiorum. 1569 bestimmen die Statuten, daß Faule vermahnt, später die Eltern benachrichtigt werden, und Widerspenstigen drohte die Entfernung von der Universität. Aber die Verordnungen standen auf dem Papier und Uebertretungen waren die Regel. Bald war Jena kein friedliches Zarpath mehr, wo stille Propheten von mildherzigen Matronen gespeist wurden. Die Bürger nahmen gute Miets- und Kostpreise, die Wohnungen waren rar, und wo früher Stille und Friede geherrscht hatte, tönte jetzt Lärm und Gesang. Markt nnd Gasse hallten wieder von dem frohen Betätigungsdrang einer genußfrohen und übermütigen ■ Jugend. Die milde Wissenschaft läßt den Studenten Kraft genug, um den Pokal des Lebens mit wildem Jubel zu lehren. Das Nachtgeschrei, die grassationes nocturnae, das Fenstereinwerfen und tausend andere Ausflüsse jugendlicher Unbändigkeit werden zur Regel. Frische, fröhliche Rauflust läßt die Musensöhne mit den jungen Bürgern bald zusammengeraten, alle Augenblicke kommt es zu Zank und Streit, selbst mit den Bechern gerät rnan zusammen, und einmal wird gar der Rektor verwundet, als er herbeieilt, einen Streit zu schlichten. Keck drängen sich die Studenten ein in die Hochzeiten, die int Rathause gefeiert werden, nnd im Wättkämpf um die Gunst der Bürgerstöchter kommt es mit den Stadtsöhnen zu allerlei Zank und Rauferei. Beim Tanzen erregen die Jettenser Studenten Aergernis durch ihre Unart des „Abstoßens und Verdrehens". Keine Geldstrafen fruchten und keine Statuten können die überquellende Lebensfreude dieser kraftstrotzenden, wilden Jugend dämpfen. Der derbe Geist einer groben uird trinkfrohen Zeit ergreift auch die Studenten; umsonst hagelt es Paragraphen und Statuten, die das „Vollsanfen und Volltrinken" verbieten. Jede feierliche Hatrdlung des Lebens wird zur Festmahlzeit, unb wie die Magisterpromotion durch ein Ehrengelage gefeiert wurde, so hat man jetzt seine Aristoteles-Frühstücke, seine Abso- lutions-, Akzeß-, Hoch-, Pennal- und Vokationsschmäuse. Mit weitschweifigen derben Zeremonien wird vor allem die Aufnahme des jungen Studenten gefeiert. Gleich nach der Stiftung der Akademie, schon 1548 wandten sich Striegel und Stiegel an die Söhne Johann Friedrichs mit der Bitte, die förmliche Deposition zu gestatten, damit es sich zeige, daß Jena eine rechte Hochschule sei. In die Statuten von 1558 wird sie ausgenommen und gilt als eine Art Aufnahmeprüfung, als „eyne frei) und ungefährliche ceremonia". Ursprünglich sollte sie symbolisieren, wie der Fuchs, der Beanns, ein einfältig Tier, ans seinen Schülertorheiten herauswachsen muß, um ordentlicher Bursche zu werden. Von einem Haufen Studenten und Magistri werden die Novizen im wilden Auszug zum Dekan der Artistenfakultät geschleppt. Gröbste lateinische Schimpsworte Prasseln auf die Armen hernieder. Ihr Antlitz ist geschwärzt, am Hute ragen krumme Hörner, lange Ohren schmücken das Haupt und in den Mund hat man ihnen große Schweinezähne gesteckt. Sie dürfen nur grunzen und ein übler Geruch geht aus von ihnen. Man legt sie auf eine harte Holzbank und nun beginnt eine abenteuerliche Prozedur. Mit wunderlichem Handwerkszeug werden sie gepeinigt, die Hörner ihnen abgeschlagen, die Haare mit grobem Gerät mehr gerissen als gekämmt, die Ohren rein gelöffelt usw. Mit Wässer werden sie begossen, widerliche Mixturen werden ihnen eingeflößt und bösartige Pillen müssen sie schlucken. Inmitten des Jubels und des Lärmes aber pflegte ursprünglich der Dekan den Beanns in lateinischer Grammatik zu prüfen, aber bald verlor sich auch diese letzte Andeutung eines ernsthaften Momentes und machte einem fratzenhaften Examen Platz. Unter der Tyrannei des Schoristen hat der Pennal bann ein Jahr sechs Monate sechs Wochen, sechs Stunden und sechs Minuten furchtbar zu leiden. Er ist der Sklave des Burschen, geht in abgerissener Kleidung, verrichtet die niedrigsten Arbeiten, putzt das Schuhzeug und wird ohne Erbarmen schikaniert und malträtiert. Bis endlich nach der langen Frist und Folter der Erlösungsschmaus kommt, bis er das traditionelle Ragout ans Wurst, Salz, Brot, Nessel, Tinte, Butter, Scherben, Kot, Nußschalen unb zerstoßenen Ziegelsteinen herunter würg en darf. Dann aber gürtet er den Degen an seine Seite, wird zum freien Burschen und kann Ausschau halten nach einem Opfer, das nun ihm als Pennal 'das Leben erheitert und die Zeit verkürzt. . . . Das Mtterschichen. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) Die Gelehrten sind sich über den Wert des Wetterschießens, das in der Schweiz zur Verhütung von Hagelschlag und Gewitterschäden angewandt wird, noch nicht klar. Aber ein großer Teil der Schweizer Einwohner ist von der Zweckmäßigkeit dieser Maßregel überzeugt, und es haben sich in verschiedenen Teilen des Landes Weiterwehren gebildet, die den Kampf gegen die Gewitter und deren Schäden führen. Der Leiter der Wetterwehr von Küßnacht veröffentlichte vor kurzem einen ausführlichen Bericht über das Hagelschießen mit Raketen. Wir entnehmen dem folgendes: Die Wetterwehr Küßnacht bedient sich seit dem Jahre 1903 der Hagelraketen. Diese sind den Kanonen überlegen, denn ihre Wirkung beginnt da, wo die der Kanonen aushört. Für tiesliegende Gewitter werden Raketen ans 400 Meter Höhe und sür hochliegeude solche auf 600 bis 800 Meter gehende verwendet. Die Detonation ist, wie Proben ergaben, sehr stark, ebenso die Lusterschütterung, sodaß die Lust weithin erschüttert und durcheinander geivirbelt wird. Jin Jahre 1904 hatte Küßnacht drei Gewitter, Ivelche mit Hagelschlag einsetzten. Das erste am 7. Mat Nachmittags 44/,Uhr. Es kam von Südwest: Einsiedeln, Thalwil, Rüschlikon, berührte aus der rechten Seite des Sees Meilen, Herrliberg, Erlenbach, Küßtmcht; letztere Gemeinde hatte keinen Schaden zu verzeichnen, denn aus sofortiges Schießen am Seerand und der zweiten Schützenlinie trat aui unserer Seite ein, was kaum je zu sehen war, daß der Hagel in halbgeschmolzenem Eise niederfiel und somit keinen anderen Schaden anrichten konnte, während in den gegenüberliegenden Gemeinden die Hagelkörner anderen Mittags noch bei warmen Temperatur 5 bis 10 cm hoch die Straßengräben bedeckten. Die beiden anderen Gewitter waren weniger schiver und konntet! mit wenigen Schüssen unschädlich gemacht werden. . Am 5. Juli 1905 um 31/, Uhr setzte von Ost nach West Hagel mit wenig Regen ein. Mit etwa 15 Schüssen von 15 SchießstaUouen war das Unheil beseitigt. Um 3 Uhr 27 Minuten kam das Gewitter mit Hagelschlaq von Süden retour und wurde in einem Monieute mit 30 Raketen von 11 Stationen unschädlich gemacht. Hirns Minuten später stieß ein vo>i Norden und Südosten kommendes Ge- ivitter in der Mitte unserer Gemeinde mit Hagelschlag zusammen. Der Regen und Sturm waren so furchtbar, daß viele Raketen nicht zünden wollten. Jmmerhiil gelang es, an 19 Stationen nnt 60 Raketen auch dieses Unwetters Herr zu werden, während Nachbargemeinden schwer zu leiden hatten. Die anderen süns Gewitter dieses Jahres ivaren weniger schiverer Natur, das Hageln Hörle nach wenigen Schüssen ans. , Das Jahr 1906 brachte nur drei Geivltter mit yagelschlag, von denen nur das Gewitter vom 3. August erwähnenswert ist, Es ivurden 61 Raketen von 14 Stationen innerhalb einer Minute abgefeuert, woraus es aushörte zu hageln und nur milder Regen fiel. Die beiden anderen Gewitter waren mit wenigen Schüssen beseitigt. Das letzte Jahr brachte der Gemeinde drei Gewitter mit Hagel. Das erste am 16. Mai nachmittags 4 Uhr wurde von 15 Stationen mit 49 Raketen vernichtet, ohne Schaden anrichten zu können. Das zweite Gewitter vom 1. Juni abends wurde mit 7 Schlissen, die nur an der Peripherie abgegeben wurden, unschädlich gemacht. Am 12. Juni Nachmittags 2 Uhr zog sich wieder ein schweres Geivitter von Südwest über Etlenbach nach Küßnacht mit haselnußkerngroßen Hagelkörnern. Mit 35 gleichzeitig von 13 Stationen abgegebenen Schüssen war für uns das Geivitter beseitigt, während die südlich gelegenen Geineinden, von woher das Gewitter kam, bedeutenden Schaden zu verzeichnen hatten. Es dürfte hieraus ersichtlich sein, daß das Schießen nut Raketen, wenn rechtzeitig eingegriffen wird und die Sache richtig orgailisiert ist, von entschiedenem Erfolg begleitet ist. "Hauptsache ist schnell auseinander folgendes Abschießcit der Raketeit. vermiscHSes» * Vcrbess erun g der Landluft. Gegen den Straßeitstaub hat man schon verschiedene Mittel angewendet, aber noch keines hat sich wirklich bewährt, und so muß die Menschheit nach wie vor es sich gefallen lassen, daß der Stand in der Luft herunuvirbelt und Krankheiten verbreitet. In den Städten sucht man ja durch öfteres Besprengen der Straßen dem Nebel einigermaßen beizu- kommen, auf dem Lande aber, in Orten, dttrch welche besuchte Landstraßen gehen, kann man „Staubbeobachtungen " machen, die jeder Beschreibung spotten. Hier liegt der Staub fingerhoch, und kommt ein Automobil durchgesaust, daun liegt die aufgewirbelte Staubwolke stundenlang über der ganzen Fahrstrecke, und die schöne, gesunde, reine Landluft ist dahin. In England hat matt, auch bei regstem Motorverkehr, sehr zufriedenstellende Erfolge mit eiiter Besprengung der Straßen mittels Chlor- kalziumlösuitg gemacht. Das Chlorkalzium ist em Salz, wie etwa Chlornatrim, unser Kochsalz, und besitzt die Eigenschaft, sehr energisch Feuchtigkeit aus der Luft an- zuzichen, während beim bloßen Besprengen mit Wasser das Umgekehrte geschieht. So bleiben also die Straßen fortwährend feucht. Der Regen spült ja freilich die Lösung fort. Aber die Spreitgung mit dieser Lösung stellt sich dennoch infolge des anhaltenden Feuchtbleibens billiger als die weit öfter notwendige Wasserbesprengung. Besoitdere Apparate oder dergleichen sind nicht nötig, Schädigungen an Pferdehufen, am Schuhwerk, an Gummireifen usw. sind in keiner Weise beobachtet ivorden. Gegen- tvärtig werden Utttersuchutlgen über die Wirkttitg des Mittels auf das verschiedene Straßenmatcrial angestellt. Hoffentlich sind hier keine Nachteile festzustellen. " Dann hätte num doch endlich einen billigen Staubtöter gefunden. * Der chloro formierte Bräutigam. Das komische Geschick eines schüchternen Bräutigams wirb aus Jersetiville im Staate Illinois gemeldet. Daniel Matthews war in der ganzen Stadt als der schüchternste Jüngling von Jersehville bekannt, und man hatte ihm deswegen den Spitznamen „Der verschämte Dan" gegeben. _ Daniel hatte den besten Willen zu heiraten, aber wenn der kritische Moment da war, besieht ihn eine fürchterliche Angst, und er floh. So ging es ihm vor zwei Jahren, als er ein Fräulein Mary Miller heimführen wollte. Unmittelbar vorder Trauung verschwand der schüchterne Daniel. Eine Woche später wurde die Hochzeit noch einmal arrangiert, aber Daniel Matthews war mit dem ersten Morgenzug aus Jerseyville geflüchtet. Jetzt endlich sollte ihn sein Geschick ereilen. Er hatte sich mit einem Fräulein Frazer verlobt. Die Hochzeit war angesetzt, der Geistliche wartete mit 150 Gästen Iftz Stunden lang in der Kirche, aber wer nicht erschien, das war der Bräutigam. Wieder war Daniel im letzten Moment in seinen Angstzustand verfallen. Nun hatte aber die Braut einen Arzt zum Bruder. Und dieser kam, um seinen Schwager in spe in die Kirche zu bringen, auf ein probates Mittel. Er chloroformierte den schüchternen Bräutigam und auf diese Weise wurde Herr Daniel Matthews vor. den Traualtar geschleppt, wo, nachdem er sich in wenigen Minuten erholt hatte, die Traunng glatt von statten ging. Als der schüchterne Daniel vollständig aus der Narkose erwacht war, fand er sich als richtiger Ehemann wieder. (B. T.) Literatur. — „Giordano Brun o", der Name des Mannes, dem das Königreich Italien auf dem Campo die Fioni, wo er vor 300 Jahren gefoltert und lebendig verbrannt wurde, ein Ehrendenkmal errichtet hat, wirkt auf den Gebildeten der Gegenwart wie ein Lichtstrahl, ja, wie eine Lichtflut, die sich Eintritt verschafft in dunkle abgeschlossene Gemächer. Zunächst allerdings fühlt man nur den grellen Kontrast des. jähen Ueberganges. Und so allein empfanden diejenigen, die als berufene Hüter der mittelalterlichen Dunkelkammern dem Lichtträger Giordano Bruno den Weg versperren wollten. Es ist das Verdienst unserer Zeit und der heutigen Forschung, diesen geistigen Riesen des Mittelalters erkannt und in seiner überragenden Größe gewürdigt zu haben. Führende Geister unserer Tage haben ihm Wer Jahrhunderte? hinweg die Hand gereicht, und wem nur immer der Gedanke, daß Natur und Geist nicht zwei getrennte Welten sind, sondern Ausstrahlungen ein und desselben Schöpferge- dankens, vertraut geworden ist, der verehrt in dem italienischen Dominikanermönch den Vater dieses Grundgedankens heutiger Lebensanschauung. Eine unendliche Welt mit unendlichem Sonnensystem lebte schon im Geist jenes Italieners, der allerdings im Kampf mit intoleranten Dogmatikern seine Lehre mit dem Flammentode besiegeln mußte. Dr. Reiner hat in der Kollektion „Kulturträger" Giordano Bruno und seiner Weltanschauung ein wohlverdientes Denkmal gesetzt. Wer sich mit Giordano Bruno vertraut machen will, dem sei Dr. Reiners im Verlag von Hermann Seemann Nachfolger Berlin NW. 87 erschienenes populär und anregend geschriebenes Buch empfohlen. An- und Einsichten. Das Gehirn der Dummköpfe hat eine ausgesprochen sozialistische Neigung — es streikt sehr gern. * Wenn die Unkultur sich in äußerster Nacktheit zeigen ivill, dann dekretiert sie, daß die Kunst sich nicht nackt zeigen dürfe. * Nicht hunderttausend Hände sind oft imstande zu erfüllen, was eine Zunge zu versprechen vermag. * Der Dilettant glaubt den Kunstgesetzen wie ein Sklave untertan sein zu müssen, während der echte Künstler sie wie ein mächtiger Souverän beherrscht. Alfred Wasi. Manche Leute wollen nie, sondern „möchten" bloß. Walter Calö. Arithmogriph. 2 3 4 4 1 5' 6 7 8 9 10 11 9 7 4 5 8 12 3 11 4 9 5 7 9 2 10 11 9 1. Pflanzenteil. 2. Vorname. 3. Metall. 4. Sagenberühmte Stadt. 5. Himmelskörper. 6. Vorname. An Stelle der Zahlen sind Buchstaben zu sehen; sie bezeichnen in wagrechter Richtung Wörter der angegebenen Bedeutung. Tie fett gedruckten Buchstaben ergeben, von oben nach rechts gelesen, den Namen einer Dichterin unserer Zeit. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: (Gedicht: „Das Glück" von R. Z.) Es huscht das Glück von Tür zu Tür, Klopft zaghaft an: Wer öffnet mir? — Der Frohe lärmt im frohen Kreis Und hört nicht, wie es klopft so leis. Der Trübe seufzt: Ich lass' nicht ein, Nur nette Trübsal wird es sein. Ter Reiche ivähnt, es pocht die Not; Ter Kranke bangt, es sei der Tod. — Schon ivill das Glück enteilen sacht. Denn nirgends wird ihm aufgemacht. Ter Dümmste öffnet just die Tür — Ta lacht das Glück: „Ich bleib' bei dir!" Redaktion: P. Wtttko. — Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'scheu UniversttätS-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.