W W sCTalffl w: WM ' «Sn mr MAL 'Handbelvegmrg. „Es ist mir ein Bedürfnis, gerade tüit Jhneif ülier Lielmuth LoYsen zu sprechen." , . Bitte'" sagte EdeLmut etwas stets iniD fefcte sich. "Ja," begann die Valois wieder, „zu Ihnen gesagt, ich interessiere mich für ihn — aber nicht so, iuie toie meinen, — sie hielt inne and blickte gedankenvoll erwägend zu Boden - „ich kann sagen, er beschäftigt mich eben vorwiegend. „l!nd er? Ich kann mich nicht erinnern, daß er uns gegen-, .über" jemals Ihren Namen genannt hätte." Ein vielsagender Blick der schwarzen Samtaugen tra sie. „Das pflegt man nicht zu tun — in diesem Fall- lieber die erste heiße Leidenschaft, die unerwidert blieb, schweigen die Männer. Meinen Sie nicht? Sie fühlen sich auch gekrault und beschämt. Ich aber konnte damals nicht anders handeln — ich wäre mit einem blutjungen, unbedeutenden Menschen m doch nicht glücklich geworden. Nur reife, ernste Männlichkeit konnte mich dauernd fesseln. Aber ich habe gekämpft, ich ,ge^ es gern zu. . . er war scharmailt und seine glühende Leidenschaft liest mich nicht ganz ungerührt. Doch die Vernunft siegte, ich zog mich zurück, ich tanzte den ersten Walzer, den Souperwalzer, den Kvtillon mit anderen, und das hat er nut nicht verziehen. Aber jetzt, da er ein Mann ist, hinter welchem em tragisches Geschick liegt, der vielleicht verbittert und unglmklich i heimkehrt, bin ich bereit, ihm entgegenzukommen, ihm die Hand zur Versöhnung zu bieten. Ich schrieb ihm —" „Sie schrieben ihm? Nach Afrika?" . . „Nach Dar-es-Salam. Ich hoffte, er solle meinen Brief richtig verstehen. Er hat ihn nur zu gut verstanden. Ich war fast bestürzt, als ich hier hörte, er sei ubgerei t - iwei Wochen nach Empfang meines Briefes. Und damit traten nun wieder ernste, schwere Erwägungen an mich heran, ^ch gehöre nicht zu denen, die mit Lebensfragen spielen. Edeltrant hatte die Sprecherin mehrevemal hastig Von der Seite angesehen.. Das Ganze kam ihr so unglaublich vor — aber weshalb sollte es denn unglaublich sem? Die hier fast war wahrlich schön genug, um einen Mann zu bezaubern, und war | sich dabei ihrer siegenden Schönheit voll bewußt. Auch nicht I der stiseste Zweifel daran, daß sie könne, wenn sie nur wolle, war je in Ada Valois Seele aufgetaucht. Ihre Sicherheit, ihre I leidenschaftslose Ruhe imponierten, und da» fast me.ancholischc 1 Lächeln, die gedankenschweren Blicke, die wohltonende gedampfte I Altstimme übten einen gewissen Reiz aus. Zu der unglücklichen I Stimmung, die jetzt immer auf Edeltraut lastete, kam nun noch I eine bange Benommenheit. Die schwarzen, schmachtenden Augen schienen eine schwille Glut auszuströmen, wahrend, ihre Besitzerin langsam von „kühlem Erwägen" und „vernünftiger Bc- W'Är eche Erlösung, daß in diesem Angenblick der Wagen I in dcx Allee drüben wieder in Sicht kam. Ada Valois er- tj°b ,Jch vergaß ja!" — sagte sie — „ich sollte den Trauens sagen lassen, ob ich bliebe oder weiterführc S,e warten auf mich. In Lobwitz ist heute Empfaugstag. Leben Sw wohl. | Sie winkte mit der Hand und schritt dann wieder nach dem Kelumtlj von LMen- Roman von Ursula Zöge von Manteuffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) I Bei jeder anderen hätte das boshaft geklungen, aber Ada I Valois war zu gelassen, um Bosheit zu empfinden. Edeltraut stutzte ein wenig, dann sagte sie: „Ach, sie wcheu, daß wir I mit Loyfen befreundet sind?" . .. I „Natürlich weiß ich das, uiid es muß nur selbstverstand- I (ich ein Vergnügen seiir, seine Freunde kennen zu lernen. n I Bruder hat groß gehandelt, als er ihn ausnahm, da alle ihn ^Sie^ sagte das mit schönem Pathos und aus vollster Ueber- zeugimg Di: Zeiten hatten sich eben geändert. Edelkaut suhlte sich angenehm berührt, wußte aber nichts zu erwidern. _ Die schöne Dame hob das langstielige Augenglas an feiner I Kette und blickte sich nm. ., r. , , „Ich sehe ihn nirgends, sagte sie, „und ich bin doch ! so ungeduldig!" , „ , I Tas sprach sie in ihrem schleppendsten Ton Man sah ihr nicht die geringste Ungeduld an. Auch dies Gefühl bl,eb bei ihr in den Grenzen des klassischen Ebenmaßes. Einige I nannten das temperamentlos, aber das waren solche, die sie schon lange, lange kannten, denen sie zur stehenden Figur in der Braunstädter Gesellschaft gcuvorden war. Edelkaut hingegen fühlte sich durch soviel vornehme Rum fast ciugcschüchtert. Sic wäre der Boranschreitendeu stumm gefolgt, trenn sie sich nicht Plötzlich Anne Mariens Auftrag erinnert atte,‘,©ie bemühen sich umsonst," sagte sie gleichgültig, „Hcl- muth Lvhsen ist gar nicht da." . . ... . Fräulein von Valois hemmte sofort den Schritt — der schmale Fuß im funkelnden Lackschuh verschwand unter dcui gekräuselten Futter ihres Schleppkleides. „■ , Ah!" sagte sie und ließ das Glas fallen. überrascht mich! Ich war überzeugt. . . Und tvann kommt er? „In drei bis vier Tagen." „ „Bedaure unendlich. Geschäfte werden ihn zurnckhalten Er Weife, daß er mit Ungeduld erwartet wird und ihn tieibt auch die frohe Erwartung des Wiedersehens. Mas hat sie nuü mit ihm? dachte Edeltraut ärgerlich. Woher kennt sie ihn so genau? Er nannte ihren Namen nie. „Sie scheinen sehr mit ihm befreundet zu fein, sagte fit ^c.^unbct? <£(lS nicht" — die Schönheit lächelte bedeutungsvoll - „Freundschaft ist vielleicht nicht ganz da» richtige Wort. S i e find mit ihm befreundet, ich aber interessiere m ,,9ttr \o — als afrikanischen Helden, dessen tapfere Taten in den Zeitungen standen. Ich begreife das." Fräulein von Valois deutete stumm auf die nächste Bank, zog ihre lange Schleppe heran und setzte sich. . „Nehmen wir doch Platz," sagte sie nut einer einladenden 250 Wagen $u. Edeltraut sah iHv nach wie gebannt. Ihr Gang hatte etwas Wiegendes, und prächtig wie das Bild eines Ritter- fräulems ans dein Mittelalter hob sich ihre stolze Gestalt mit dem grossen Federhut gegen das Grün ab. Langsam ging Edeltraut nach der Veranda zurück. Ihr war ganz verwirrt zu Mute. Tort die wunderschöne Person mit den vertraulichen Geständnissen — hier diese Zwei! Tiefe Zwei! — Sie waren natürlich in rasch hinfließendem,. leisem Gespräch, und Edeltrauts Erscheinen unterbrach dieses. Das war wieder sehr unangenehm. Wilhelm saß noch wie vorhin, aber Anne Marie hatte sich so neben ihn gesetzt, daß sie ihn beim Sprechen ansah. Beide fuhren leicht zusammen, als Edel- traut mit spröder Stimme meldete: „Sie ist fort." „Ist sie?" — rief Anne Marie, sich umwendend, „Traut- chen, Sie sind lieb! Sie haben sic uns vom Halse geschasst. Ich danke Ihnen." Sie stand auf und mischte ein Glas Zitvonenlimonade, welches sie der Erhitzten reichte, „erfrischen Sie sich doch! — Wie hat Ihnen denn die schöne Dame gefallen?" — „Sie ist — merkwürdig schön." „Tamit treffen Sie den Nagel auf den Kbps, sie ist wirklich merkwürdig schön in Anbetracht dessen, daß sie hierzu nie die Kunst zu Hilfe nimmt." „So schön war sie schon zur Zeit, da unser Helmuth für sie schwärmte" — sagte Wilhelm heiter. Also doch! dachte seine Schwester, was ich so alles nachträglich erfahre! — Laut fragte sie: „Wie alt ist sie?" — „Nein, Kindchen, nein, so dürfen Sie nicht fragen — nie, wenn es sich nm eine schöne Frau handelt. Erwarten Sie nicht, daß ich! Ihnen darauf antworte, dazu bin ich viel zu anständig. Ich will Ihnen aber als geringe Entschädigung gern mein Alter verraten, es beträgt fünfunddreißig Jahr." „Bierunddreißig," verbesserte Wilhelm, „das weiß ich besser." Es lag beinahe Zärtlichkeit in seinem Ton. Frau von Troß seufzte, aber ihre Lippen zuckten in verhaltener Schalkheit. „Wie recht haben Sic, lieber Freund, in unseren Jahren darf man nicht leichtsinnig mit Zahlen umgehen — jeder Monat ist kostbar, der uns noch an die Jugend bindet. Ich gebe also zu, daß ich meinen fünsunddreißigsten noch vor mir habe." Wilhelm brachte nun das Gespräch auf Loysen. Er wollte nicht von hier scheiden, ohne um Verständnis für den Freund zu werben. Es war eine heikle Aufgabe und es gehörte seine schlichte treuherzige Art dazu, um sich ihrer richtig zu entledigen. Anne Marie hörte ihm mit halbgcschlossenen Augen sein lächelnd zu, und als er geendet hatte, sagte sie: „Lieber Wilhelm, ich glaube, ich könnte Ihnen stunden- lang zuhörcn . . . ich bilde mir dann ein, daß ich genau so denke wie Sie, und das tut mir wohl." „Ich wünschte, um Helmuths willen, Sie dächten wie ich!" „Abwarten. Noch einige Zeit in Ihrer Schnle und das Verständnis tagt vielleicht." „Der Wagen ist vorgcfahrcn" — sagte Edeltraut, die über die Brüstung der Veranda lehnend, ungeduldig Ausschau gehalten hatte. Endlich saßen sie denn wieder im Halbverdeckten und die Pserdehufe schlugen klappend auf den festen Grund der Landstraße. Wilhelm blieb zuerst schweigend, in angenehme Erinnerungen verloren, dann aber wandte er sich herzlich zur Schwester: „Tas war für mich ein schöner Tag, — für dich, fürchte ich, hatte er Dornen." Sie zwang sich zu scherzen: „Ich bin die Rolle der Ehrendame noch nicht gewöhnt, aber mit der Zeit lerne ich es vielleicht." „Dazu wirst du leider keine Gelegenheit haben, sie bleibt nur noch wenige Wochen, dann kehrt sie zu ihrem schönen Beruf zurück." „Hat sie dir das ganz bestimmt gesagt?" — „Ja, wir sprachen darüber, während du Fräulein von Valois unterhieltest. Ihr Entschluß steht fest." „Aus beinent Ton schließe ich, daß du sie wieder" — die Sprecherin stockte und wurde rot. „Nein, Edel, ich habe sie um nichts wieder gebeten. Es bleibt alles beim alten, mein Schwesterherz. . . nur nodj eine Freude mehr hat mir Gott in mein schon so reiches Leben gegeben !" Sie senkte stumm beit Kbps. Es bleibt alles beim alten! Wußte er denn nicht, daß das Alte unheilbar zerstört war feit jenem Tage, da diese Fremde kam und von seinem Denken und Fühlen Besitz nahm ? Sie kamen in der Abendkühle an. Großmamachen schalt und prophezeite Schmerzen, aber Wilhelm war frisch und tatkräftig nnd ging, aus dem Wagen steigend, sogleich in den Hof, wo er mit Meinert einiges für den nächsten Tag zu besprechen hatte. Edeltrant hingegen eilte hinauf in ihr Zimmer. Noch nie im Leben hatte sie dies fülle Asyl mit all den Bildern und Andenken aus der Kinderzeit so oft betreten wie in dieser letzten Zeit. Sonst pflegte sie sich hier oben nur so lange aufzuhalten, wie es das Anziehen für den Mittag erforderte. Alles, was ihr erfreulich oder befremdlich war, trieb sie in Wilhelms Nähe, fein Zimmer unten war es, wo sie sich aufhielt, um jeden Gedanken mit ihm zu teilen. Jetzt war da plötzlich eine Grenze gezogen, als fei ein Schlagbaum über ihren Lebensweg gefallen. Mit dem, was jetzt ihr Hertz beschwerte, konnte sie nicht zu ihm, denn von ihm kam es ja. So saß sie manche freie Stunde oben allein und versuchte, mit sich ins klare zu kommen und die Furcht vor dem Akleinstehen zu überwinden. Sie mußte es ja doch lernen, es war für sie nur entsetzlich schwer. Zu diesem Seelenschmerz gesellte sich heute noch ein anderes Unbehagen. Sie hatte in der letzten Zeit gar nicht mehr an Loysen gedacht, aus den sie sich doch so stürmisch gefreut hatte. Das Ungeheuerliche, was in ihr Leben gegriffen, stellte alles andre in den Hintergrund, Einer Ada Valois war es Vorbehalten, den Gedanken an den Freund, bett sie ihren zweiten Bruder nannte, wieder in Kraft treten zu lassen. Ihren ersten Bruder steht sie im Begriff zu verlieren, und es scheint, ein gleiches Schicksal steht ihr mit dem zweiten bevor. Es war ihr noch ganz unglaublich, diese Wiederholung der Geschichte von zwei Herzen, die sich nach Jahren wiedergefunden — aber es schien doch an dem zu sein. Vor ihr stieg die berückend schöne, hoheitvolle Erscheinung auf, an welcher jeder Zoll zu sagen schien: Ich siege, wo ich siegen will! — Sie suchte nun nach Loysens letztem Brief. Dazu war sie eigentlich hier herausgerommm. Da hatte ja so etwas drin gestanden, worauf sie sich nicht mehr recht besinnen konnte. Der Brief fand sich in der Tasche des Kleides, das sie damals getragen hatte. Nicht mal eingeschlossen hatte sie ihn. Nun trat sie damit ans Fenster, um den Abendschein zum Lesen zu benutzen, nnd las halblaut mit emporgeKogenen Brauen wie staunend. Mein Himmel, was ist das für ein Brief, über den ihr Blick damals verständnislos und gleichgültig hingeglitten war! — Dieser Brief, der mit den Worten schließt: „Es ist etwas sehr Schönes und Liebes, dem ich mit dieser Ungeduld im Herzen entgegeneile, etwas, das längst hätte mein sein sollen!" Eine kleine Falte grub sich zwischen ihre Brauen. Ja, das war hübsch klar. Auch den soll sie verlieren. Sie empfand erst jetzt, wie nah er ihr durch den zweijährigen Briefwechsel getreten war, wie er so fortan ganz in ihr Leben mit hiuemgehörte, wie sie immer bei sich gedacht hatte: Komm nur! — Du, Wilhelm und ich — es wird herrliche Zeit! Und jetzt? Es kam ihr vor, als stünde sie ganz verwaist, allein, hungernd und frierend auf weiter Flur. . . jene beiden hatten sie dort stehen gelassen und gingen ihre eigenen Wege, eint jeder dorthin, wo sein Herz ihn hinzog. Eine lange Weile stand sie nnd ließ diese neue bittere Er- kenntnis über sich hingehen — es war schier zuviel — zuviel! iFonsetzung folgt.) Napoleon III. (Geboren den 20. April 1808.) In seinen „weltgeschichtlichen Betrachtungen" spricht Jakob Burckhardt davon, wie schwierig cs vst den Mitlebendcn sei, „Größe zu unterscheiden von bloßer Macht". Dagegen sei die Nachwelt gar streng gegen solche Männer, „die einst bloß mächtig gewesen sind, nnd malt sich dieselben ins Schlimmere aus." Das außerordentliche Ansehen, das Napoleon III. in der Zeit seiner höchsten Machtensaltung genoß, und die jähe Nichtachtung, der er nach seinem Sturz fast allgemein anheimfiel und die noch heute von seinem Namen nicht völlig geschwunden ist, sind eine Bestätigung dieses tiefsinnigen Gedankens. Napoleon III. gehörte zu jenen Persönlichkeiten, die nur mächtig waren, und weil seine Gestalt der Ewigkeitszüge ermangelte, mit den großen geistigen Ideen seiner Zeit nicht notwendig und untrennbar verbunden war, ist et hingezogen über den Staatenhimniel Europas wie ein unruhig flackernder Komet, überall Anfrcguiig und Wirrnis auf seiner Bahn verbreitend, um dann plötzlich zu verlöschen. Bismarck hat schon 1856, gerade als Napoleon III. im Zenith seines Einflusses stand, diese allgemeine Ueberschätzung, an der auch Friedrich Wilhelm IV. teilnahm, richtig erkannt, wenn er dem! König sagte: „Ich habe den Eindruck, daß der Kaiser Napoleon 751 ein gescheidter und liebenswiirdiger Mann, aber so klug nicht ist, wie die Welt ihn schätzt, die alles, was vorgeht, auf seine Rechnung schreibt, und wenn es in Ostasien zur unrechten Zeit regnet, das aus einer übelwollenden Machination des Kaisers erklären will. Man hat- sich besonders bei uns daran gewöhnt, ihn als eine Art gsnie du mal zu betrachten, das immer nur darüber nachdenke, wie es in der Welt Unfug anrichten könne. Ich glaube, daß er froh ist, wenn er etwas gutes in Ruhe genießen kann; sein Verstand wird auf Kösten seines Herzens überschätzt." Immerhin lebten in dieser zwiespältigen grüblerisch phantastischer: Natur nicht gewöhnliche Klüfte und Antriebe und gerade das Unruhig-Rätselvolle seines Charakters, die Verbindung von romantischer Abenteurerlust mit kalter skrupelloser Ueberlegtheit riefen vielfach einen faszinierenden .Eindruck hervor, der durch die wunderlichen Schicksale' seines Lebens, durch seine Abstammung und seine Ziele noch verstärkt wurde. Napoleon ist als der dritte Sohn Louis-Bonapartes, eines Bruders des großen Napoleon, der von 1806—1810 König von Holland war, und der leichtsinnigen Hortense Beauharnais geboren worden. Der Vater, der vielleicht gerechtfertigte Zweifel an der Legitimität seiner Geburt hatte, kümmerte sich wenig um den jüngsten Sprößling, der nichtsdestoweniger als eventueller Thronerbe offiziell anerkannt wurde; so war der junge Napoleon ganz der Mutter überlassen, die ihn zärtlich liebte und mit ihm nach dem Zusammenbruch der napoleonischen Herrlichkeit in unruhigen Jahren der Verbannung von Ort zu Ort zog. In Augsburg besuchte er das Gymnasium und erhielt dort seine erste wissenschaftliche Ausbildung. Dann lebte er mit der Mutter auf dem Schweizer Schloß Arenenberg, wo seine jugendliche Phantasie mit dein berauschenden Stoff der napoleonischen Legende genährt wurde und sich früh in ihn die leitenden Ideen seiner- Weltanschauung entwickelten. Es wären, jene wunderlich heterogenen Ideen von Freiheit und Despotismus, eines Cäsarentums, das sich mit dem Prinzip des allgemeinen Wahlrechts und sozialistischen Tendenzen verband, >emer kosmopolitischen Politik, die doch immer wieder auf den Gedanken der Nationalitäten zurückkam, Anschauungen, die ihm schließlich den Erfolg sichern sollten. Ein Träumer voll phantastischer Einfälle, ehrgeizig und schweigsam, in seinem ganzen Wesen schwankend und unentschlossen, dabei doch von zähester Hartnäckigkeit im Verfolgen von Plänen, die sich in ihm einmal festgesetzt hatten. „Ein lieber Tickkops" hat ihn die Mutter öfters genannt, die, den Glauben an seine hohe Bestimmung uud die Anlagen einer frivol skeptischen Lebensauffassung in rbm befestigte. Wie die meisten Glücksritter und Abenteurer vertraute er fest seinem glücklichen Stern, war in kleinen wie großen Dingen höchst abergläubisch und brachte auch später im diplomatischen Jntriguenspicl gern solche unwägbarer! Motive vor wie eine instinktive Abneigung gegen dieses oder jenes. Begierig, möglichst bald eine politische Rolle zu spielen, war er schon mit 20 Jahren in jene italienischen Verschwörungen verknüpft, durch die sein Bruder Napoleon-Louis die Halbinsel von österreichischer Herrschaft befreien wollte. Während dcr Bruder beim Aufstande der Romagna den Tod fand, wurde er ein die Bitten seiner Mutter vor Gefangennahme unb Aburteilung bewahrt, aber die romantische Geste des Karbouari hat er bewahrt; die Erinnerung an diesen Beginn feiner politischen Laufbahn ist immer wieder aufgctaucht in dem Haß, mit dem btc italienischen Freiheitskämpfer den Abtrünnigen verfolgten, in seiner eigenen Anteilnahme an Italiens Einigung. Gleich daraus sehen >vir Louis-Napoleon in Verbindung mit den Führern des Polnischen Aufstandes die Krone Polens erhoffend, «brr die Einnahme Warschaus läßt diesen trügerischen Traum zerrnineu. Loch nichts vermag ihn zu entmutigen. Als er blfl Tod,des Herzogs von Reichstadt, seines Vetters, erfährt, fühlt er sich nun als alleiniger Repräsentant der napoleonischen Dynastie gegenüber Frankreich, und er ist fest entschlossen, diese Ansprüche geltend zu machen. Unterdessen macht er seinem Tätigkeitsdrang ut einer Reihe kleiner Schrifteii Luft, wie ihm Überhaupt immer eine starke Leidenschaft des Schreibens eigen war, wird Artilleriehauptmann in der Schweizer Armee und lagt em von ihm selbst verfaßtes artilleristisches Handbuch m dcr sranzösi,chen Armee im Geheimen verbreiten. Eine Reche von Freunden hat sich! lvieder um ihn gesammelt; mit Hilfe feiner Geliebten, der Sängerin Eleonore Gord-on, und mit anderen Vertrauten versucht er 1836 einen militärischen Handstreich, der mißlingt. Auf Bitten der Mutter begnadigt, wird der lästige Prätendent nach Amerika abgeschvben, kehrt aber, kaum in Newyork angekommen, wieder zurück und beginnt von neuem die bonap artistische Propaganda, die nun immer wertere Kreise zu ergreifen beginnt. Die französische Regierung verlangt von der Schweiz seine Ausweisung und droht, als man zögert, mit dem Kriege. Nur in England ist der Sproß w ®onaVorte noch sicher. Hier veröffentlicht er int Jahre 1839 seine „Napoleonischen Ideen", in denen er den großen Oheim als den Vertreter und treuesten Diener der Revolution und das Kaiserreich als den Hort der Volksrechte darstellt und zugleich als die Garantie des demokratischen unb sozialen Fortschritts. Sein Vcrschwörungscifer, seine Sucht nach Kon- spiratwnen ist durch die vielen mißlungenen Versuche keineswegs abgekühlt. Mit einigen Gelreuen und 60 in französische Uniformen gesteckten Leuten landet er 1840 bei Bvulogue, wo er die französischen Regimenter für sich zu entflammen hofft. Er selbst eilt allen voran, mit dem berühmten „kleinen Hut" des ersten Napoleons angetan, einen Degen in der Rechten, der dcr von Austerlitz sein sollte und von einem gezähmten Adler begleitet, der ihm zu Häupten schweben sollte. Der schöninszenierte Zug mißlingt; Napoleon wird fliehend aus dem Wasser gezogen und gefangen genommen. Die Pariser Pairs- kammcr sperrt ihn für Lebenszeit in die Zitadelle von Ham. Der unverbesserliche Verschwörer aber setzt in der Gefangenschaft seine Aufwiegelung der Massen fort, schreibt unzählige Artikel, in denen er mit den gegenwärtigen Verhältnissen ab- rechuet und seine Ideen empfiehlt, seine berühmte „Vertilgung der Armut", die ihm den Beifall sozialistischer Führer wie Proudhou einträgt und ihn als Märtyrer der Demokratie erscheinen läßt. 1846 entflieht er aus Ham in den Kleidern eines gewöhnlichen Arbeiters, dessen Name Bandinguet noch an dem späteren Kaiser haften geblieben ist, und geht wieder nach London, wo er mit phantastischen finanziellen Plänen und Vergnügungen aller Art in steter Geldverlegenheit die Zeit hin- bringt und auf den großen Moment lauert, um als „Retter" in Frankreich zu erscheinen. Ter entscheidende Augenblick kam mit der Revolution von 1848. Er wird als Repräsentant in die Nationalversammlung gewählt und am 10. Dezember ganz unerwartet zum Präsidentei! der Republik durch die überwiegende Mehrheit des Volkes gemacht. Der Grund für seine Wahl Ivar, daß die führenden Politiker wie Thiers ihn silr einen unbedeutenden Wirrkops hielten und nicht ahnten, daß sie bald die Angeführten sein sollten, daß die klerikale Partei weitgehendste Versprechungen von ihm erbalten hatte und endlich, daß der Name Napoleon für die Landbevölkerung einen unwiderstehlich werbenden Klang hatte. Der Prinz-Präsident ergriff mit fester Hand die Zügel dcr Regierung und wußte bald seine Popularität zu vergrößern, indem er überall die Erinnernngen an den großen Oheim wieder aufleben ließ. Er reiste durch ganz Frankreich, hielt Ansprachen, in denen er sich als den Vertreter und Beglücker des Volkes hinstellte und strebte immer deutlicher der Kaisern würde zu. Mit scharfsinnigem Blick für die Mäste, die im Volke lebendig waren, unterstützte er, der frühere Karbonaro, die kirchlichen Mächte, stellte den Kirchenstaat wieder her und setzte den Papst in seine Herrschaft ein. Die Armee war durch die wieder ausflaminendcn Traditionen der großen Vergangenheit an ihn gefesselt, der Klerus stand auf seiner Seite, die Massen aber kettete er an sich indem er der Kammer gegenüber für das allgemeine Stimmrecht eintrat. Als die National- verfammluug sich widersetzte, folgte 1851 am Jahrestage der Schlacht von Austerlitz der Staatsstreich und ein Jahr daraus die Ännahntc der Stuf erwürbe. Durch allgemeine Volksab- stimmungen, die er mit Meisterschaft in Szene zu setzen und nach seinem Belieben zu lenken wußte, wurde das Geschehene gutgeheißen, und der neue Kaiser stand nun vor dcr schweren Aufgabe, die schnell errungene .Herrschaft zu befestigen. Napoleon hat das eine Reihe von Jahren hindurch mit großem Mut und Geschick getan. Mit feiner Regierung brach für Frankreich eine Epoche reicher materieller und geistiger Blüte an; er hat Frankreich lvieder eine Stellung in Europa geschaffen, wie es sie seit den Tagen des ersten Napoleon nicht mehrs eingenommen hatte; er hat auch zuerst wieder eine zielbewußte französische Kolonialpolitik eingefchlagen und sein Volk hinüberi- gesührt über das Meer. Tie Motive, aus denen heraus Napoleon in seiner Politik gehandelt hat, liegen nicht immer klar zu Tage; sie sind tief in seiner komplizierten Persönlichkeit begründet und aus kühl berechneten diplomatischen Manövcru und ganz persönlichen Empfindungen gemischt. Sein Hang zum Jntriguieren, seine Sehnsucht nach großen berauschenden Erfolgen, das Gewebe unzähliger Projekte, die in seinem unruhigen, träumerisch phantastischen Geiste arbeiteten, das unruhige Hin- und Herflackern zwischen nervöser Erregung und schlauer Berechnung machten ihn leiben» schastlichen, graben Charakteren besonders unsympathisch. Zwei so verschiedene Naturen, wie Victor Hugo und Gustav Freytag, haben den zweiten französischen Kaiser gleich stark gehaßt; die ■ an seinem Hofe akkreditierten Botschafter konnte er durch sein doppeltes Spiel und die stete Unsicherheit seiner Motive, seine schauspielerische Geschicklichkeit und energische Zähigkeit zur Ver- zweiflung bringen. „Sein matter Blick," berichtet Graf Hübner, der österreichische Botschafter, dem wir ein so kluges Bild vom Hose Napoleons verdanken, „der jedoch zeitweilig Blitze schleudert, seine unbeweglichen Züge bilden zugleich eine Maske und einen undurchdringlichen Küraß; man verläßt ihn immer mit dem Eindrücke, daß dieser, dem Scheine nach schwache, in Wirklichkeit aber scharfsinnige Geist nicht versteht, weil er nicht verstehen will ober nicht erkennen lassen will, daß er verstanden habe, um nicht verstanden zu werden." Man hat auch viel von den Einflüssen gesprochen, denen dcr Kaiser unterworfen gewesen sei, besonders von denen feiner Frau, der schönen Spanierin Eugeme; aber schon Sybel hat die Kaiserin gegen die verhängnisvolle Parteinahme in Schutz genommen, die man ihr zuschreiben wollte, und es ist sicher erst der Na-- 2L2 roleon der späteren Jahre, der schwerkvanke, innerlich auf“ geriebene Mann, der sich fremdem Einfluss? nicht mehr cnt- Eingreifen in die russisch-türkische» Gegensätze, die Mcklich- Durchführung des Krimkrieges hoben die Macht Napoleons bald auf einen Höhepunkt. Zehn Jahve lang tiort 18i>6 bis 1866 hat er diese dominierende Stellung 5-11 behaupten gewusst, indem er sich die Einheitsbewegungen y.t stauen und Deutschland, bereit unaufhaltsame Kraft und Notivendigkeit er erkannt hatte, zu Nutze machen wollte; rN der Unterstützung dieser Bestrebungen suchte er seinen eigenen Borten zu erreichen und seine ilberraaende Macht zu beweisen. ?lber die er rief, die Geister, konnte er nicht mehr bannen. Sie waren über- inLchtiger als er, und Italiens Einigung vollzog sO wider seinen Willen aus der Gewalt einer grossen idealen Erhebung heraus, wie Napoleon sie nicht geahnt hatte. Nnd als ihm dann 1866 zu Mginu des Krieges zwischen Preußen nnd Oesterreich noch einmal alle Macht in die Hände gegeben zu sein schien, als von seinem Eingreifen das Schicksal abhing, da ließ er den grossen Augenblick unbenutzt voviibergehen und nahm erst bte Vermittlerrolle an, als es zu spät war, als Preussen seiner nicht mehr bedurfte. Sein Stern !var im Sinken. Schoii seine großen überseeischen Plane hatten nicht den Erfolg gehabt, den seine Phantasie geträumt hatte; das gewonnene Mexiko, diese« „grösste Gedanke feiner Regierung" musste aufgegeben werden; die zarten Gespinste seines rastlos arbeitenden plänesüchtigen Geistes zerrissen an den scharfen Kanten der Wirklichkeit. Als sich dann endlich der todkranke, ganz haltlos gewordene Herrscher, dem die von ihm geschaffene Situation über den Kopf gewachsen war, zum Kriege mit Deutschland drängen ließ, war er bereits ein verlorener Mann, der ausgcspielt hatte. Aber bis zum letzten Atemzuge ist das unruhige Feuer einer nach Macht und Neuerungen begierigen Seele in ihm nicht erloschen; auch der gestürzte Herrscher hat in der Einsamkeit von Chiselhurst noch immer die bonapartiflische Propaganda getrieben, sich gegen den Fluch „der Vernichtung und des Verrats von Frankreich" gewehrt nnd in Aufsätzen und Broschüren für seine Sache gekämpft, bis er am 9. Januar 1873 sein Leben beschloss. Praktische Ratschläge zur Reformtracht. Gar oft lassen sich Damen, denen der Arzt irgend eines Leidens wegen die Reformkleidung angeraten hat, abschrecken, diese so sehr gesundheitsdienliche Veränderung ihrer Garderobe vorzunehmen, durch die immer noch sehr hohen Preise, die für die betreffende Unterkleidung in Wäschegeschäften gefordert werden. Hat man nun gar als Familienmutter mit knappen Mitteln zu rechnen, so mutz man einfach von diesen Ausgaben zuviickstehen. Solchen möchte ich nachstehend einige Ratschläge geben, wie man kostenlos aus vorhandenen Mitteln sich das Nötige beschaffen kann. Nehmen wir an, es solle ein halbes Dutzend Hemdhosen hergestellt werden; dazu wählt man aus der bisher getragenen Leibwäsche sechs Hemden und Beinkleider (vielleicht im Ausputz was Spitze oder Stickerei betrifft zusammenpassend), schneidet die Hemden bis Hüftlange ab, trennt von den Beinkleidern, die oben am Rande eingekräust sind, den Bund und setzt beide Teile zur Hemdhose zusammen! Will man den Hemdteil etwas enger haben, können die Nahte unter dem Arm noch eingenäht oder vorn Brustfalten abgenäht werden. Vorn am Hemd wird der Schlitz länger geschnitten und mit Ueber- und Untertrittleiste versehen und die Beinkleidränder (bei offenen Beinkleidern) vor den: Verbinden mit dem Hemdteal 5 bis 6 Zentimeter breit übereinandergesteppt. Verwendet man geschlossene Beinkleider, die hinten in einen Bund gefasst sind, zum Äusknöpfen eingerichtet, So setzt man dem Rückenteil des Hemdes einen doppelten Stoff- treifen am unteren Rand unter, nm hier die, zum Bund passenden Knöpfe anzunähen. Auch schneidet man den Hemdrücken der Länge nach auf, besetzt die Ränder mit Ueber- und Untertrittleiste und bringt Knopfschlutz an. Ueber dieser Hemdhose wird, das wärmende Korsett zu ersetzen eine Pickenbarchent-Untertaille als Leibchen getragen, die ohne Brustfalten gearbeitet wird (bei vorhandenen Barchenttaillen trennt man die Brustfalten einfach auf) und am unteren Rand einen festen Stoffstreisen auf- oder unter--- gesteppt erhält, dem rings Knöpfe zum Anknöpfen eines Anstands- rockes aufgenäht werden. Unterröcke sind gewöhnlich in der hinteren Mitte mit Falten oder eingekräust in einen rundgeschnittenen Bund gesteppt; diese Falten zieht man zur gewünschten Weite auseinander, fetzt einen schmalen geraden Bund auf und schürzt diesem die Knopflöcher ein, senkrecht! Das Leibchen erhält noch au beiden Setten angesetzte kurze Laschen aus doppeltem Stoff mit Knöpfen zum Ankitöpfen der Strumpfbänder, da ein festes, rings das Bem umschliessendes Gummistrumpfband ebenfalls sehr nn- gesnnd ist. Für einen folgenden Unterrock, der an ein Schirtittg- ober Futterswffletbchen geknöpft wirb, gilt das vorhergesagte. — Vorhandene Kletderröcke können auch „reformiert" werben; man zieht den, oben vom Bund abgetrennten Rock etwa eine Hand breit bis über den Taillenschluss herauf, steckt die Mhte ab, dass der Körper nur lose umschlossen wird, macht den Rand durch Gegen- steppcu von geraden Streifen oder Baud von links sauber und bringt sogenannte Schnlterträger an, d. s. gerade geschnitten, nach den Schultern zu sich verbreiternde Streifen, gefüttert und mit Stepperei ober sonstiger Stickerei geziert, auch mit Frisuren, besetzt, die vorn am Rockbund airgenäht werden, sich über diel Schulter legen und im Rücken über Kreuz dem Rockbund angekuöpft werden. Dem unteren Rockrand ist durch eine an- ober ausgesetzte Frisur die nötige Länge wieder zu geben; eine lose Bluse verooll- ftänbigt das Resorntkostüm. In dieser Weise ist alles nach Vorschrift geändert mit wenig oder gar keinen Kosten. A. H. VSUMZMESA. * Ein botanisches Unikum. Schloss Schönbrunn besitzt, wie wir im 14. Heft der illustrierten Zeitschrift „Ueber Land und Meer" (Stuttgart, Deutsche BerlagK-Anstalt) lesen, in einem seiner Treibhäuser ein Bäumchen, das man sonst auf der ganze» Erde vergeblich suchen würde. Es hat einen klobigen, unförmige« Stamm, der höchstens einen halben Meter misst und mit einer lvarzigeu Rinde bedeckt ist. Daraus spriessen sonderbar verzweigte krause Aestchen, die ebenso krause Blättchen tragen,- zwischen denen, kleinen Sternen gleich, grüne Blüten stehen. Bor langen Jahren, wann und durch wen, lässt sich leider nicht mehr bestimmen, wurde das Bäumchen, Fockea capensis ist sein Name, ans seiner Heimat, dem Kaplande, nach Wien gebracht und gedieh bei entsprechender Pflege prächtig. Seitdem ist es in seine« Heimat auAgestvrben, der fortschreitenden Kultur gewichen. Auch in keinem zweiten Glashause der Welt hat es Schutz gefunden. Samen zu gewinnen, aus denen man ein zweites Exemplar züchten könnte, ist auch unmöglich,^weil des Bäumchen keinen Blutenstaub besitzt, so daß die Fookea Schönbrunns wohl ein Uni tu in bleiben wird. * Dänema r k wird sich bald w ei b l ich e r Ei s e n b a h n- beomten zu „erfreuen" haben: Der dänische Verkehrsminister hat eine Sensation erregende Versiigung erlassen, wonach es den im Kontordienst beschäftigten weiblichen Angestellten der Staatseisenbahnen zukünftig auch gestattet sein soll, im äusseren Stationsdienst 31t fungieren, wenn eine Probe daraufhin günstig ausfällt. Es wird also in Dänemark vermutlich bald auch weibliche Stationsvorsteher und Betriebsinspektoren geben. Einige kleinere Privatbahnen im Lande, so die sogenannte „Weiberbahn" in Jütland, beschäftigen schon Damen im Aussendienst und wollen damit die besten Erfahrungen gemacht haben. Minister Högsbro ist überhaupt als ein Freund der Verwendung weiblicher Arbeitskraft bekannt und darum bei den weiblichen Angestellten seines Ressorts mehr beliebt als bei den männlichen Beamten, die sieh über die Verschlechterung des Avancements durch die Frauen beklagen, Der galante Minister hat dabei nicht etwa Lohnersparnisse im Auge; viel- niehr vertritt er den Grundsatz der Gleichstellung von Männern und Frauen in denselben Dienstfunktionen. Des Weibes Lächeln. Weh dem, der im Schmerze zu lächeln versteht; feilt Schmerz ist ein doppelter. Smiles. Ein Lächeln, durch das ein Antlitz verschöllt wird, ist ein gutes, heiliges Lächeln; ein Lächeln, durch das es verhässlicht wird, ist ein böses, vor dem man sich hüten soll. Jefferson. Man kann lächeln und immer lächeln, und doch ein Schurke sein. Shakespeare. Wer selten lächelt, verrät durch dieses Lächeln, wies um ihn auSsieht. Wer immer lächelt, verrät, dass et etwas zu verraten fürchtet: entweder seine Dummheit oder seine Schlechtigkeit. Bernhard Shaw. In unserem Lächeln zeigt sich die ganze AnsdrnckSlähigkeit unserer Seele- Mdme. de Stadl. Lächeln verschönt, Lächeln, versöhnt, Lächeln verhöhnt. Robert Byr. Der ewig Finstere ist sicherlich ein besserer Mensch als der ewig Lächelnde. Oskar Wilde. DaS schönste Lächeln ist das Lächeln der Liebe. Alsteri. Rätsel. In sremdem Lande sind'st du mich Als mächtigen Baum im Walde. Jedoch streichst du ein Zeichen ab, Dann bleibt wohl an des Baumes statt Ein Fluss im Deutschen Lande. Giessen, Karl Horepseck. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Gießen. Redaktion: P. W i t t k 0. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl 'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Giessen.