IJ W LS ^"Das Cdelfräuftin lächelte tut Dunkeln Vor sich W LsttljKer Mell' . . , l-'-d er W Mui! Frieda deckte die Hand über die Auge»: „Was bi» ich »cbeii ihr?" Sie wußte» beide, warum cv das Licht »»gezündet. „Sis stiehlt ihn wir und har ihn mir schon gestohlen!" dachte Frieda. Das Herz tat ihr iveh. » „Fr-äulein Effert, Sie schlafen wohl? fragte dre Bavoueg nach einer Weile. , „Tfeitb" klang leise, wie klagend, „ich suhle Mich inrchr Geduld! Wir sind bald da. lind Sie wissen: „Kognak, Ged-d tu? Hafergrü« ist zli alle» Dinge» na > , la»- meist lckader Beiter, der KapitLn-Lentnaut, zu sage» Pflegt.' Und sw fuhren weiter durch die Nacht mit ihre» GedahkeN. —? „^Öi? sehe» Sie. elend ans!" war das erste Wort, mit dem Frieda von ihrer Gräfin empfangen wurde. Sie konnte sich kaum auf den Füßen halten. „Ja, Frau Gräfin, Sic haben recht. Davs m mir beit xe6 Ms mein Zimmer bitten? Ich möchte mich gleich znrnckrtehen. „Er hat mit mir gespielt!" sprach eine klagende Stimme ti£ ihr. „und nun will er's nicht gestehen, weil er Mitleid nut »in! tat. Ja, wären wir allein geblieben! Aber die schone srveuö tut'A allen an!" Bor ihr in- vollem Glanz der äugend uitoi blühender Schönheit stand die Bavoneß und streichelte ihr die kaltes blassen Wangen. Wie in banger Scheu sah sie zu ihr auf. „Gut« ! .Mute »acht! — Gute nacht!" — Die Tranen traten ihr nt dul \ das Auge des Kandidaten faßte den Gegensatz zwischen den beiden Mädchen mit Feuer auf. Arme Frieda! Am Abend klebten sie goldene Ketten, und die Nüsse sogen schimmerndes Festgewand an. Er saß bei.derfreund-,. I i-iApif Arbeit allein mit der Gräfin und dev Barone» am Tisch, die Nede chng behaglich unter ihnen hi» und her, und die leuchtet den Anqeil des Fräuleins schauten in die seinen, wenn felsr ! wrM' Spiegel rntb hatte die weißen Anne mbobein nur ihr I lösen, das in aschblonden Wogen unr das süße, stolzd I kurirht flutete und um die runden Schultern; und ihre sticheln>. Kvven PMchcn stift „Er gefällt mir wirklich! Aber was ist ö mm rnst dem mnm! Mädel? Sie hat sich unheimlich verändert -egen früher!" Gut war, daß dev Kandidat nichts fth und hmft g»s beiden Stuben. Es hätte ihn die Nachtruhe gestsstt. Es war nm nächsten Adorgm Der Kandidat saß «nM-g «ich Baroneß Ilse. Novelle von G e r ha r d Walt e r. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) | , Ich mußte ’iiiiit heraus," rief das EdelsrSuleut lustig aus I dem Kutschenschlag heraus. „Ich war schon im Begriff anzn- wachsen. Hier, Fräulein Effert, kommen Sie M mW. - Am so, — l ,wch einer! Hoffentlich tverden Sie nicht seekrank! vom vruMmats- I fahren. Herr Kandidat! So, — nun widd'S geheut Atem Ur- I ahn hat diesen Schlitten, — gesicherter UeberlftfemM nach, I in der »lrche Noah's mit bergen lassen: daher- riecht er auch so müssig. Unsere Fantilien-Nrkimden sollen au, besondere» Be- | fehl des' Erzengels Michael darin verstaut gen'eftn sein. So, I Johann! Nun los!" ' 1 ES war eine wohltönende, klare Müdchenstinkme, die so plan- I derte. — I „Ihnen ist wohl nicht gut? Sie sitzen ja so still, oder graulen Sie sich?" lachst sie. leise. „Seien Sie unbesorgt, Wik tun cm er» schutzlosen Kandidaten nichts zuleide! Nicht war, Fraulein L-btt- — Der Kandidat schwieg beharrlich. I Es war draußen dunkle Nacht und im Schlitten undnrckMng- s Tiefte Finsternis. Ein süßer Duft von Beilcheir strömst Made jetzt durch den engen Raum. Der Kandidat atmest nnt Wonne den köstlichen Geruch ein. . ,. , „ , Aist das war Baroneß Ilse, die vielbesproupne. Sft soll», ja ein so verführerisches Weib sein. Nun, er, war gefeit. Uber ftheil inußte er sie. Schnell zog er feilt Feiterzeug vemuS strich eilt WachAkerzchen an. Heller, gelber schein blitzte plö lich ans durch den engen Raum. Ihm gegenüber leuchtete aus bei Tuntel ein reizender MÄchenkopf auf. Unter weißem Schwan quoll eine Fülle aschblonden Haares hervor, irnd das Licht spiegeüe sich einen Moment in zwei lvunderschoneu, großen blanen Madch'm- äugen die tief erstaunt und erschrocken auf blickst». Um» daneben faß, müde znrückgelehnt, die Augen geschlossen, Frieda, lind das Lichtchen erlosch. m lltoI(,lt „Nun?" hörte er die. stimme der Bavoneß, ,,-i- üotien JWT,l,Ättum?"bU Erlaubnis bitten, mich Ihnen bei Acht vor. teUXbSte*im Dunkel» denselben Eindruck geuE!" gab 4ÄWSA-Ä* ■“*** des Viererznges, das Gleiten, Schnurvenii'd Poltern der *ti*Ä SÄ* wr «* * 786 t>Wne licht Md sreüEich. Da kam ein leichter Schritt bett Gang herab. Er hörtte, wie h-rübe» bei der Gräfin eine Tür geöffnet And geschlossen wurde; jetzt kamen die Schritte ganz nah', mitt legte sich eine Hand auf den Drücker feiner Tür, und schnell wurde |ie aufgetan; im Rahmen der Tür stand im schlichten Morgenkleid And in der Hansschürze, die Wangetl frisch gerötet, Baroneß Ilse niib sah ihn betroffen an. „Bitte um Verzeihung," sagte fie schnell; „ich mache meinen Mvrgen-Jnspektions-Gang und hatte gehört. Sie wären mit den Jungens nack, betn Fischteich gegangen. Aber da Sie zu Hause sind, fontmeit Sie nur herunter in den Saal und helfeil Sie Mir die Weihnachtsbäume aufputzen; sie reichen bis an die Decke, und Sie scheitiett mir Gardemaß zu Huben. Wollen Sie?" „Keitc Vogelnest war ihm zu hoch, — für sie er hin zur! Höhe flog!" zitierte er fröhlich. „Wer eins sage ich Ihnen," sagte sie lachend, „mein Kopf M! Wollen Sie darauf eingehen? Widerspruch dulde ich nicht! Konst zanken wir uns." „Bedingungslos!" tat es zurück. r. „Schön, dann fo mitten Sie Und halten Sie Wort, und ich Will Ihnen eine gnädige Herrin sein." Da ging er hin an der Seite des Edelsräuleins. , Als Ilse und der Kandidat das Eßzimmer durchschritten, saß Fräulein Effert bleich und abgespannt am Frühstückstisch. Die Baroneß eilte ans fie zu: „Aber mein lieber Schatz, wie schauen Sie denn aus! Das ist ja gar fein Weihnachtsgesicht! Nun Machen Sie schnell, und dann helfen Sie uns bei den Bäumen!" Frieda schüttelte den Kopf. „Ach bitte, lassen Sie mich! Ich Dann mich vor Kopfschmerze ir nicht lassen!" Fräulein Ilse hob Frieda's blasses Gesicht und drehte es ins Licht. Lachend drohte sie ihr mit denk Finger. „Sie kleiner Narr, Sie !" flüsterte sie ihr zu. Der Kandidat stand am Fenster Und sah hinaus. Er taute sie nicht ansehen. Ihre Blicke mieden sich. „Kommen Sie, Herr Funke!" Frieda saß allein und stützte bett Kopf in die Hand. Er hatte fie gegrüßt wie eine Fremde. Und sie, sie hatte kaum das Haupt WMigt! J5ie weinte still vor sich hin in ihr Tuch hinein. Im. Saal ging es sehr mUnter zu, und eigentlich auch sehr Verständig. Die schöne, festliche Arbeit flog ihnen nur so von den pichen. Der Kandidat stand auf der Trittleiter und schmückte den Gipfel der hohen Bäume; Fräulein Ilse reichte ihm hinauf, WaS er brauchte; dann und wann machte er ivohl, kühn gemacht durch ihre Gunst, den Versuch, die feinen Fingerspitzen festzuhalteu. „Was habe ich Ihnen gesagt?" rief sie hinauf; „Sie sollen ver- Mndig und wohlerzogen fein, sonst hole ich Hilfe!" sind das half. Der letzte Baum ioar mit Lichtern besteckt. Er stieg die .Leiter hinunter. Fräulein Ilse stand am Fenster und besah ein Buch. „Sehett Sie hier, Herr Kandidat, — toten' Sie das?" Er sah ihr über, die Schulter. Ihr üppiges Blondhaar, das ihr Haupt wie eine Glorie umgab, streifte leise seine Stirne. Sie lvandte das Gesicht. Ihre Augen waren dicht an den seinen. Mr wußte tarn1 noch, loas er tat. So sahen sie einander ein« teilte Weile an. „Baroneß!" flüsterte er ganz, ganz leise. ES war ein kritischer Moment. „Sprechen Sie nur tat; wir Haben nichts leise zu ber^ handeln!" lachte sie. „Setzen Sie sich dorthin; ich nehme hier den alten Ahttensesiel. Sv!" Sie warf sich in den tiefen Leder- Kuhl und schlug die Füße übereinander. „Nun können wir iwch ein Weilchm rauchen! Nehmen Sie erst ein Stück Pfefferkuchett Und einen Kognak, und gebett Sie mir anch eine Kleinigkeit zu Anabbern, ein. Arbeiter ist seines Lohnes wert! Und nun er- Mstetk Sie mir ans Ihrem Leben! Da wir einmal Hausgeiwssen find, will ich auch wissen, wen ich vor mir habe. Daß Sie Vize-- Feldwebel der Reserve sind, genügt mir nicht. Chargierte THcologen Mögen, ja immerhin eine Seltenheit sein; aber das wirft noch tat Licht ans Ihren inneren Menschen!" Er sah sie entzückt an. Da wurde die Tür geöffnet, Und Frieda erschien. Ihr weißes Gesicht schaute so souderbar ernst Und fragend drein. „Kann ich noch helfen?" „Das> ist schön, haß Sie taui.en," jubelte Ilse! „Run wollen Mr Sie 'mal in die Mache nehmen. Jetzt sollen Sie !nieder Wensch werden! _ Mündchen ans! Hier Kognak, Geduld und Kafergrütz'! Entschuldigung gibt es nicht!" sind wie ein Opferkamm saß Frieda zwischen den ßeibeit lustig Aufgeregten und lieh Watt lächelnd alles mit sich anfstellen. Da schallte mit mächsigeir Schstchen das Gong zum Frühstück durchs Haus. Ilse sprang auf und reichte dem Kandidaten die Hand. „Herz- ßtchen Dank! Sie haben Ihre Sache gut gemacht! sind heute Abend wollen wir recht vergnügt fein! Nicht wghr, Friedacheit? Sie auch? Erst wollen wir uns aber die Hände wüschen nach de« Zncker- und Tannenarbeit!" sind Frieda nickte und lächelte wehmütig. Der Kandidat ging eigentümlich angeregt neben ihr die Treppe hinaus. DaS Herz tat ihm mit einemmale weh. Aber auf dem Gange bsieb er stehen und reichte ihr die Hand: „Fröhliche Weihnacht, Frieda!" sagte er leise. Sie legte ihre Hand hinein und sah ihn an. ES zuckte «in ihren feinen Mund. „Ja wohl, fröhliche Weihnacht!" antwortete sie und wandte sich. — Ilse hatte ihnen Nachdenklich uachgeschaut. Frieda sah heiterer aus bei Tisch. Der Kandidat schaute ziemlich finster vor sich hin. Wohl hatte er noch seinen alten Platz der jungen Herrin gegenüber, aber es war als sei er plötzlich! Lust für fie. Und das war dem in schneller Liebe Betörten entsetzlich. Und als nach Tisch gar das Edelfrcmlein die Erzieherin bat, ihr beim Aufbatten der Bescheerung für bett großen Hausstand zu helfen, und er leer ausging bei der Einladung dazu, da ging er in tiefer Verstimmung auf fein Zimmer. Und während er mißmutig und mit sich selbst und der Welt unzufrieden dafaß und rauchte und faun und hinfchaute, wie draußen die Schiteeflocken wieder ansingen zn tanzen und zit wirbeln und die hohe Eypresse, die mtS dem Park an sein Fenster ragte, weiß zik schmücken, begaben sich unten im Weihnachtssaal seltsame Dinge. Zunächst waren die Mädchen sehr eifrig bei der Sache und hantierten nach Herzenslust in der wundervollen Atmosphäre von Kuchendust und Tannengeruch. Und daß letzterer so stark entströmte, das hatte seinen guten Grund. Außer den bis zur Decke reichenden Weihnachtsbänmen war der große Saal an den Wänden bis oben hin mit Tannenzweigen dicht besteckt und so zit einer gewaltigen Tannenbreite verwandelt. Am Abend mußte es eine große Pracht werden mit all den Lichtern ringsum. Ans den Tafeln um die Wände her ßiuiten nun die flinken Hände der jungen Mädchen ans. Da, als sie mitten in der Arbeit waren. Mischte es ein wenig in dem einen Baum ; daun fiel etwas mit leichtem Aufschlag ans daä Parkett des Fußlwdens. ■ Ilse lief hinzu hinzu und hob ein heruntergefallenes Lichtchen auf. „Ach, da muß ich den Kandidaten holen," rief sie; „ivir Wie» ihn überhaupt mit anstellen können; der faullenzt da, in-d wir müssen uns quälen; soll ich?" Angstvoll blickte Frieda zu ihr auf. ySitte, bitte, «ein!" sprach sie in fast flehendem Ton. Ilse sah. ihr gerade in die Augen und sagte nichts'. Nach einer Wuile eifrigen und stillen Schaffens waren fie fertig, „So," sagte Baroneß Ilse und setzte sich mit kühnem Schwung ans das breite Fensterbrett, schlug ein Knie über das andere und verschränkte die Arme. „So, es wird fast schon dunkel; nun Kommen Sie her, wir plaudern noch ein wenig. Setze U Sie sich «ns den Hocker da; erst will ich mir eine Cigarette nn» stecken." — Frieda schaute auf sie, als das kurze Aufslammen das interessante MLdchengesicht schnell erhellte. „Wie ist sie schön!" dachte sie wieder bekümmert. „Nun sagen Sie mir 'mal, Friedachen," begann die Baroneß, „was haben Sie eigentlich gegen den Kandidaten? Wenn er dabei ist, dann sind Sie die reine Karthäuser-Nonue, und eben wollten Sie ihn auch nicht holen lassen. Ich finde ihn sehr nett nick hätte die größte Lust, mich in ihn auf Festdauer zn verlieben. Ist Ihnen »wch nie so zn Mut gewesen? Seien Sie ehrlich. Kleine! Oder können Sie ihn nicht leiden?" Frieda atmete tief und rang die Finger, außer Staii.de zu antworten. Sie hatte das Gesicht abgewandt. „Keine Antwort? Run, das ist auch immerhin eine!" Sie sprang herunter und kniete neben Frieda hin. „Mein armcS Kind, nun will ich Ihnen einmal etwas erzählen: Sie sind wahnsinnig in Ihren schönen Kandidaten verliebt, und wir könnten uns «Bit ehrlich um ihn schlagen oder vertragen. Aber eins sollen Sie mir vorher sagen, Kleine. Haben Sie sich von ihm küsset! lassen? Und hat er Ihnen etwas versprochen?" Frieda taitüe mtfsprnigen, aber die Arme des Edelfräuleins hielten sie fest. „Nein, fo entrinnen Sie mir nicht!" lachte sie übermütig^. „Sehen Sie, ich bin ein tolles Ding und langweile mich hier meistens §tun Sterben und sehe wirklich von meinem Standpunkt aus gar kein Unglück darin, mit einem liebenswürdigen Manne, der kein Dummkopf ist, einen kleinen Flirt zu machen; und Ihr Kmididat gefällt mir ausnehmend. Ich habe ihn eben zwar etwas schlecht behandelt, dainit er nicht übermütig >vird, denn er ist verwöhnt und eitel; — Nun will ich aber von Ihnen wissen, wie Sie mit ihm stehen!" (Schluß folgt.) 787 *) Der Direktor des Leipziger Mlierkuudemuscums, Professor Wmle, Hot in» Jahre 1006 eine Forschungsreise nach dein Eüd- toficit Deutsch-Afrikas unternommen und ist dabei mit den Angeborenen, besonders den Wajao und den Bewohnern des Ma- rondeplatcaus, den Makua und Makondc, in so enge Berührung gekommen, wie kein Forscher vor ihm. Die imssenschaftlrchen Ergebnisse seiner Reise veröfsentlicht er nun- in einen» großen Werke, das soeben bei E. S. Mittler u. Sohn als Erganzimgshest der Mitteilungen aus de»r deutschen Schutzgebieten erscheint. Der Bersasser gibt in einen» Rückblick eine zusammenfassende Dar- »ellung von dem Wesen und der Bedeutm»g dieser unserer schwarzen Landsleute für Wohl und Wehe unserer Kolonie. D. Red, Lharakier und Gesundheit der Völker in Deutsch-Gstafrika. Bor» Professor Dr. Karl W e u l e.*) Von einzelnen Vorkonrnrnissen abgesehen, sind meiste Eindrücke vom Charakter der Bevölkerung des Südostens unserer Kolonie int allgemeinen als gut zu bezeichnen. Einer» ausgezeichneten! Eindruck habe ich vo>» des» Jav gewonnen; ihre politische Zuverlässigkeit iinb Treue ist ja durch die großes» Ereignisse der letzten Jahre genngsanr erhärtet worden, aber sie sind nnzweifel- hast auch tvirtschaftlich cis» durchaus tüchtiges und zuksmstsreickes Volk, das die Ausmerksamkeit, mit der man regierungsseitig seine Führer, besonders Matola und Nakaan», behandelt, vollauf verdient. Bedauerlich ist nnr der Nmstand, daß sie der Zahl nach so sehr zurücktreteu; doch auch so bildest sie den Sauerteig, der mit seiner Tatkraft und rührigen Wirtschaftlichkeit nach und nach die ganze trägere Masse der übrigen Bevölkerung durchdringen wird.. Mit des» Jao konkurrieren ist der Wertschätzung der Weißes» lediglich die Makua. Auch sie sind ja neu int Nordes» des Rowuma tmd einstweilen auch stoch nicht übermäßig zahlreich vertreten; doch auch sie bilden für uns eist unstreitig wertvolles Element, das Vos» den» einen oder dem astdern der weißest Herren sogar höher eingeschätzt Svird als die Jao. Allerdings scheinest sie Richt die Zuverlässigkeit dieser letzteren zu besitzen, wie ihr zweisel- haftes Benehnten ivährend des letzten Aufstandes bewiesen hat; zudem ist bei ihnei» die Neigustg, bei vorkommenden Mißhelligkeiten mit der dentschcn Regierung über den Rowuma hinüber ins portu- Siesische Gebiet zstrückzukehren, immer sehr stark vorhanden. Es wird also gerade ihnen gegenüber einer nicht gering eit Regierungs- Iniift bedürfen, sie an int§ und unser Gebiet zu fesseln. Bon dest übrigen Völkern und Völkchen kommest für unsere Kolonialwirtschaft nur noch die Makonde ist Frage; diese auf Grund ihrer Zahl von mehr als 80 000 Seelen allerdings in vorderster Reihe, lieber die bisherige Schwierigkeit oder sogar fast Unmöglichkeit, sie regelrecht z» beherrschen, und zu Dienst- teiftnngen irgendivelchcr Art, mögen sie im Steuerzahlen oder hi Plantagenarbeit bestehen, habe ich mich bereits früher ausgesprochen. Solange sie ihre bisherige Wohnweise in beit im Busch versteckten, winzigen Weilern werden beibehalte» dürfen. Wird ns» jenen Beherrschisngsfchsvierigkcitei» wenig oder nichts zu Kudern sein; das einzige Hilfsmittel ist ihre Konzentrierung tn größeren Siedkmigszentren, wo man die Leute und ihr Tust xnb Treibest mit Leichtigkeit übersehen kann. Eine solche Ver- -slanzung wird ein schwieriges Beginnen sein, schwierig deshalb, weil die neue Wohmveise den altüberkommenest Wakondegesvohst- hciten stracks znwiderläuft, aber unmöglich und undurchführbar tft cs da raum nicht, zumal wenn wir uns einige Zeit dabei lasseu. Die Makonde gelten int Lande bei Schwarzen und Weißen «ks unzuverlässig, hinterlistig und treulos. Ich selbst habe nur ton der ersten Eigenschaft ein weniges b merkt insofern, als die Hilfsträger, die ich mir bei meinen Märschen auf dem Plateau tzlbst und später nach der Küste zum Transport meiner vielen, Lasten dingen mußte, trotz aller Wachen mit großer Regelmäßigkeit an jeden» Morgen verschwunden waren. Für den Expeditions- hetricb bedeutete das jedesmal eine nstangenehme Verzögerung, indem ich bann meine Soldaten und einen Teil meiner Wan- jamwesi zum Herbeiholen neuer Hilfsträger erst. ist den Busch Entsenden mußte. . . Als diejenige Beobachtung, deren sich die Praxis vor allen Dingen und zuerst wird bemächtigen müssen, möchte ich die Forderung einer raschen und energischen Erziehung des Negers lt»r Hygiene hinstellen. Mit Recht hat Seine Exzellenz der Staatssekretär des Kolouialamts jüngst die Notwendigkeit der Herabsetzung der Kindersterblichkeit ist Deutsch-Ostafrika betont; Mit noch mehr Recht find die Missionen und die ihr nahestehenden Kreise neuerdings zur Ausführung selbst geschritten, indem sie Krem hisiausgehendes» Missionspersonal fortan eine ärztliche Aus- htldung zuteil iverdes» lassen wollen. Das gilt für dest ganzes» Norden und das Innere der Kolonie, cs gilt aber in ebenso hohem Grabe für den weniger beachtetes» Süden. Ganz, un- sweifelhast ist der Eingeborene — darin werden alle Einsichtigen -em Herrn Staatssekretär beistimmen — einstweilen, vielleicht sogar für immer der größte Schatz in unserer Kolonie, ihn gilt es also nicht mir in seinem geoenwärtigen Zustande zu erhalten, iondern ihn qualitativ zu verbessern und quaittitativ zu vermehren. Beides kann nur geschehen dadurch, daß wir für einen gesmwen! Nachwuchs sorgen, und auch dadurch, daß wir ifjst an dem srüb- ze»t»gen Dahinsterben verhindern... Besondere Aufmerksamkeit müßte auf die Erziehung der schSvarzet»E Mutter zur Säuglingspflege gewandt werden, ilietste siinber, d. h. solche int ersten Lebensjahr und ein wenig darüber, waren im ganzen Lande massenhaft vorhanden, wohin- gegen die älteren Jahrgänge sozusagen fehlten. Wenn man, ivie m), Zeuge sein mußte, wie beit schwarzen Müttern vielleicht nicht der Wille, wohl aber die Möglichkeit einer sachgemäßen hygienischen Behandlusig ihrer Kleinen gänzlich fehlt, wie dieses» unglücklichen Würmern die Geleukbeugeu von best ätzendesi Flüssig» kecken der eigenen Fäkalien zerfressen waren, wie die Angesi beit Fliegest und anderen Insekten schutzlos preisgeoeben, einen wahrhaft b-lammertissoertesi Anblick darboten, wie schließlich ans Mund und Nasenlöchern dicke „Schwämmchen" hervorauollen, und wie zu allerletzt bei so vielen die harte Haut wie Fischschnppen erglänzte, so wird man unweigerlich den Ruf nach Hilfe erheben - müssen. Anfänge der Säuglingsbehandlung sind vorhanden; ganz wie bei uns svird das Nestgeborene in den ersten Tagest nach der Geburt regelmäßig gewaschen und trocken gelegt; aber laitsn hat die Pflege der iveißen Frauen aufgehört, und kaum hat sich die Mutter vom kurzen Wochenbett erhoben, so tritt die tägliche Fronarbeit wieder ast die Frau heraus das Kisid wandert ist dest rucksackartigen Behälter auf ben Stücken der Mutter, sind banst ist cs mit der Säuglingspflege ein für allesnal vorbei. Mast, wende nicht ein, die Leute könnten es nicht, sie wärest zu arm; heute, wo es Arbeitsgelegenheit ist der ganzen Kolonie in Hülle, und Fülle gibt, ist der Neger sehr wohl in der Lage, die wenigen Rupien, die Jilt diese Zwecke nötig find, mit Leichtigkeit zu verdienen. Er ist doch imstande und bringt es auch fertig, für den Putz seiner Geliebtes! die nicht unbeträchtlichen Mittel zusit Ankauf neuer Stoffe zu erarbeiten; würden wir Sorge tragen, daß die Fran, anstatt nnr auf die Schmückung des eigenen Körpers bedacht zu sein, auch einige dieser Zengstosfe für die SänglingS- pslege reserviert, so wäre zum wenigsten einmal eist Anfang gemacht worden. Die Anregung wird zu ihrer Durchführung langer Zeit nnd vieler Tatkraft bedürfen, unmöglich wird sie jedoch nicht {ein. Wie man den ultrakonservativett Neger zum viels tüchtigen Feldbau hcrckngezogen hat, so wird er sich auch zur besseren Kindererziehmig heranbilden lassen. Einer der wundesten Punkte int Leben des Negers ist die SchutzlosigkeitkeinerunterenExtreinitäten gegen' die Fährlichkeiten seines Erdteils. Dorne»», scharfe Sternsplitter und spitzige Aeste, Schlangen- und Skorpionenbiß hat es in Afrika immer gegeben, mit diesen -Feinden sich abzufistden, hätte der Neger also genugsam Zeit nnd Gelegenheit gehabt. Wenn er es nicht getan hat, so ist das meines Erachtens auch weniger die Folge feiner Indolenz und Faulheit gewesen, als aus dem Mangel jeder Unterweisung geschehen. Seit kurzer Zeit ist mm zur Schar der alten Gegner noch der neue des Sjandslohes gestoßen ; ihm steht der Schwarze mit seinen bloßen Füßen erst recht rat- und hilflos gegenüber. Man ' wird mir einwerfe«, es werde ihm nicht einfallen, Schuhe und Stiefel zu trage»', selbst wenn man sie ihm als Geschenk in die Hand gäbe; allein dagegen sprechen alle unsere Erfahrungen mit unseren schwarzen Soldaten, die in jedem Gelände und im Buschkrieg doch nur auf Grund ihres Schuhwerks verwendbar sind, und die, wie ich oft- mals habe feststelle« können, sich ohne seinen Besitz beinahe unglücklich fühlen. Ich bin überzeugt, daß sich durch konsequente Erziehung auch in dieser Richtung viel wird tun lassen. Die Gefahr, daß unser schwarzer Bruder im Ostes» mit seinen beschuhtes» Füßen zur Karikatur herabsiiiken könnte, liegt zudem ja auch nicht vor, da jeder Neger, sofern er auch nur einmal mit der Küstenkultur i» Berührung gekoinmen ist, fortast kein ernsteres Bestreben zeigt, als den ganzen Körper zu bekleiden. Wie man tn as. derer als der hier angeregtest Weife den entsetzlichen Verheerungett f,et ade des Sandflohes Vorbeugen will, vermag ich nicht cinzuschrn: qefck-ehen muh in dieser Hinsicht etwas, dazu zwingt uns schon die Rücksicht auf das eigene Interesse an der Entwicklung unserer Kolonie. Der hohe Stand der Feldwirtschaft läßt ohne weiteres der Hoffnung Kanns, daß der Reger des Südens auch auf diesem, feinem ureiacnste» Betätigungsgebiet zu einer noch höheren Stufe erziehbar fein wirb. Anläufe in dieser Richtmtg sind regternngs- feitig schon seit Jahren gemacht worden; jeder Dorsiumbe ist dafür verantwortlich, daß feitie Untergebenen, damit ftc bist etwaigen Mißernten der einen oder andern Hanptfrucht, der »ine. oder des Maniok, nicht völlig hilflos dastehen und einer Hungersnot entgegengehen, außer jenen Hauptfrüchteu unbedingt auch noch eine Reihe anderer Getreide- und Geinüscarten anznpflanzei» haben, die die Bevöirerung bei Eintritt jener Eventualität dann iveniastens vor dem Schlimmsten bewahren. Zur Durchführung dieser Maßnahmen hat sich, soviel ich vernommen habe, das Institut der Wirtschastsiuspettoren sehr gut bewährt,; wem» der Schwarze merkt, daß man ihm auf die Fmger pulst, nnd sag seine weißen Herren gegebenenfalls auch scharf durchgreifen können, so ist er für jede Neuerung z» haben; selbst die Berfuchskulturen von Manihot glazroviei ans dem Makondcplateau und von Baumwolle im Tiefland nördlich und westlich von tym waren unter dein sanften moralischen Zwang, beit die Anwesenheit redes Weihen im Laude bedeutet, sehr gut eiitgeschlagen, bis der Ausstand Henri alle eiii Ende gemacht hat. Ich lebe der festet: Ueberzeugimg. das; bei einigem sesten Willen unsererseits, in der Aviv nie Werte -Nr schasfen, und sei es selbst durch den Neger, der Versuch hter. int Süden unbedingt gelingen wird, vorausgesetzt, daß nicht wieder Katastrophen von der Art des letzten großen Aufstandes die Entwicklung stören. Für mich als Ethnologen war die volkskundliche Er- forschnttg der Stämme meines Arbeüsgebietes die Hauptaufgabe. Will matt die ganze geistige KAltnr dteser Bantu mit einem Worte charakterisieren, so kamt das nur damit lauten, daß sie neben der beim Neger bekannten Neigung zur Annahme alles Neuen und Fremden doch auch wieder die andere und vtel wenige« gewürdigte Fähigkeit beivahrl haben, Alics und Altliberkouttnencs in merkwürdiger Reinheit in ihrem Bolkstum zu bewahren. Die Hauptschwierigkeit bei allen meinen Arbeitest bestand stets darM, diese, fremde Oberschicht, in der sich zudent noch d-e verMtedcnsten Bolkstümer durcheinander mischten, abznlösen; war ich damt ztnu Kern des alten, unverfälschten Volkstums vorgedruMe»!, so gmg die weitere Aufnahme in der Regel glatt tmb unter verhältnis- mäßig geringen Schwierigkeiten dort stall eil. Wissenschaftlich am iuterefsautesten imißlen mir von vorn- herein die Makoude erscheinen, schon aus dem Grunde, well wir über sie noch längst ,licht so viel wußten wie aber die Voller in der nördlichen und westlichen Umrandung des nach thuen geuannten Hochlandes. Zudem übte das Wenige, was bis dahin von dem Kulturbesitz dieses Volkes in dell deutschen Museen vorhanden ivar, auf den Ethnographen in mir einen mächtigen Zauber «uS, tunten doch alle diese merkwürdigen Gerate, besonders oie Masken, für uns lote Dinge, über deren Gebrauch Md tiefere Bedeutung wir gar nicht unterrichtet ivaren. In' dell AUMMnen, soweit sie sich mit dem Stammes- und. Geistesleben der Ma lande befassen, möchte ich denn auch den bedeutsamste» itett meMer Vrgebuisse. zu sehen geneigt sein. Altem Anschein nach haben wir in den Makonde em Fnt langer Zeit im Laude ansässiges Element vor uns; lch schließe das besonders daraus, das; sie in ihrer ganzen ethnologischen Komplexion viel altertümlicher und nrsprntiglicher erscheinen als alle, anderen Völker dieses Gebietes. Wenn iuit sehetk, daß M Habitus, von geringen Differenzen abgesehen, über ganz Och- klfrika hin eine große Gleichmäßigkeit besieht; wmu wir nndcu, daß im Feldbau gar keine Unterschiede, jn der Wohnweise nut sehr gernrge vorhanden sind; daß das Mutterrecht, die exogamchpe Sippe und Spuren von Totemismus noch überall vorronnnen, lind das; selbst die Manubarkeitsseste eine gaG allgemetuejojwte Einrichtung sind, so muß das Here-.uspteletk der, „raHn w und kiar erst der Stelzenkänze, und ferner auch noch, die klar erkenn bare Einrichtung der Altersklassen entschieden eine summe von Einrichtungen fein, die bei den anderen Völkern sert längerer oder kürzerer Zeit unter der llngnusi der Umstande verloren gegangen sind, während sie. sich auf dem steil nach allen Seiten abfallenden und kaum zugänglichen Hochplateau haben erhalten könnest. Ast Belegest für solchen KostservativMuus Volt Gebeta.'- bölkeru ist ja selbst das sonst so uniforme Afrika nicht arm; unendlich altertümlich muten uns die Teda oder Tioüu tu W isolierten Berglande Tibesti an; rn den Bergdamara Deutsch- Südwestafrikas glauben gewisse Forscher, vielleicht «tut "umal tnit Unrecht, die letzte erkennbare Enklave e-stes dann allerdings seit «ndeuklicheu Zeiten von der Hauptmasse aügesprengten Restes per Sudaunegerrasse sehen zil dürfen; in den uuMganguchen Gebieten rings um die Massaisteppe herum intden wer schließltch eine lange Reihe von Völkerschaften, die wie ebensowohl auf Grund eines bestimmten Habitus, Wie auch wegen ihres Kultur ibesitzes scharf aus der übrigen Bölkermastc jener Gebiete a.bzu- tzrenzen vermögest. Den Maronde ist diese Isolierung sicherlich umso leichter pesallen, als sie die natürlichen, strategischen Vorzüge tmes Hochlandes sehr bald auch noch durch die Eigenart ihrer Feldkmtitr auf künstliche Werse vermehrt und vergrößert haben., Auch heute; Noch ist der dichte, das ganze Plateau üb erziehende Busch dttz Hauptstärke in der strategischen Lage dieser Wohnsitze, inffl lto beit Völkern der Tiefebene gegenüber, foubtoii auch ust Verhältnis »u den neuen weißen Herreil. Aus politischen Grlinden wtrd hie zwangsweise Aufgabe der jetzigen Siedlmtgsart d«.,Maronde für niis ein Gebot der Notwendigkeit fetli, für bte ^irtischalsr §edoch wird jeder Eingriff in die altüberkommme Wohnwetse leinen Verlust bedeuten. Freilich wird sieh bei einem, Zusauimei!- riehLit der Makoude bereit altes Volkstum ebensowenig von henke zu morgen abschleisen, wie es bei den. Stämmen der Vvme tzefchchen ist: das Uuyago (d. h. die MannbarkeitsMe) mit seinert fu inauingfältigen EtscheinuiigsforstieU wird einstlocileu noch iveltetz Kesteheu bleiben; auch die Masken werden nicht mit eigem Malt verschwinden; doch der Anlaß ziun endgültigen, Riil» dieses uralten Formenkomplexes wird damit gegeben sein. * Etwas vom Prozessier en. Vor tliwt 5 Jahren, so schreibt man der „Rat. Zig." ans Cunsdorf bei Elsterbnrg, hatten ein Gutsbesitzer und ein Häusler versucht, das Begehest' eines über ihre Grundstücke führenden Kirchsteiges z» verhindern. So war der Weg in seiner Länge aufgehackt und ein neuer Zaun quer über den Weg gezogen worden. Auf eine Beschwerde der Ge- meindemitgkicher hin erschien eines Tages der Gendarm mit Bo- gleiluitg und forderte den Besitzer ans, das Hindernis umgehend zu beseitigen. Als das nicht geschah, wurde das Gatter auf der Stelle zersägt und ans die Seite gelegt. Auch der Weg war iviebetf in Ordnung gebracht. Die • unterlegene Partei beschritt nun den Klageweg und verfolgte, ihn durch alle Instanzen, um das oer- meiniliche Recht der Absperrung zu erstreiten. Vorige Woche ist nun das endgültige Urteil eingetroffen : der Weg ist für immer frei zu geben. Rach den hohen Kosten wollest wir nicht fragen. * Opfer eines schlechten Scherzes. In Saint- Etienne arbeitete ein junger Arbeiter, namens Jean Dorbiller, ruhig an seiner Arbeitsstätte, als ein Kollege auf ihn zutrat und chm'scherzhalber mit einem Gummiball ein Quantum Rießpnlver ins Gesicht stäubte. Dorbillirr sing sofort heftig zu nießen «ist als sich dies jedoch nicht legen wollte, der Betroffene zudem auch! Blut von sich gab, holte man schnell einest Arzt, der aber uich noch konstatieren konnte, daß durch den heftigen Nießreiz ent Blutgefäß im Kopf geplatzt sei, was unweigerlich zum' Toda führe. Nach 10 Min. war denn auch der junge Arbeiter eine Seidjev * D a S e l c k t r i s ch e T i s ch t u ch. Aus London wird berichtet: Die Elektrizität, die dem modernen Hauswesen längst seinen Stempel anfgedrückt hat, feiert einen neuen Triumph in dem „elektrischen Tischtuch", das jetzt in London Forme macht uuti hgs zn besitzen der Ehrgeiz jeder eleganten Wirtin ist. Dem einfachen grauen. Filztuche sieht man cs nicht ast, lvclche stmnderbareir Kräfte in ihm schlummern. In Wirklichkeit ist das Tuch mit Elektrizität geladen und dient dazu, eine beivegliche bequeme Tischbeleuchtung herbeizuführen, lieber die Fiizdecke ist' ein gewöhnliches Damastiischinch gelegt und darauf stellt man nun diä besonders konstruierten Leuchter. Tiefe Kerzenhaller besttzm einen unscheinbaren elektrischen Leitungsdraht, der von der Flamme bis zum Fuße des Leuchters hinabführt und dort in eine ganz kurze' kleine Spitze ausläuft, die bei deut Aufstrllen das Tamasttisthtuch durchsticht und die Filzdecke berührt. Diese Berührung ist nichts anderes als die Herstellung eines elektrischen Kontaktes. In denk Augenblick, da man de» Leuchter auf de». Tisch stellt, flantmt nut den zartgefärbten seidenen Lichtschirm die kleine Glnhlninpe auf niid brennt fort, bis man den Leuchter fortstellt. Auf diese Art lau» nrait ans dem Tische so viele Leuchter ansstellen nnd sie so grup-» Vieren, wie Uta» wünscht. Einstweilen freilich ist dies deftrtlM Tischtuch noch ein kostspieliger Luxusgegenstand, den nur wenig« mit Glücksgüterit besonders gesegnete Hausfranen sich leisten tonnen, aber es ist nickt ausgeschlossen, daß die fortschreitende Technik eine Verbilligung der Herstellungskosteit herbcisührt und damit deik Besitz des elektrischen Tischtuchs auch denen ermöglicht, die heute noch mit der Hoffunug sich bescheiden müssen. , , * Thiörs im Sonffteurkasten. ^n st-incu Erinnerungen und Impressionen erzählt der Marquis Ptzilippe de Mchs«, eine amüsante Szene, bei der Thisrs während einer Theateraum führung in aller Form das Amt des Souffleurs übernahm. Es war kurze Zeit nach der Erwählung Thiörs in die gesetzgebende Mrperschast. „Wir hatten int Schlosse eine Theaterausftthrungk veranstaltet. Am Abend fehlte der Soufflenr. Da erbot sich der neue Deputierte, vou Paris Advlpbe Thiärs zum Ermtzmann, Dieser Mangel au Würde seitens des Chefs der Opposition machte bei seinen Parteifreunden viel Lärm uitb weckte Tadel, ich durste M. Ronher nichts verraten, und Thiers kroch in den Souffleur-, lasten Zum Glück kannten wir unsere Rolle», denn das,kleine Lustspiel amüsierte deu Staatsmann so sehr, daß er tu semenk Verschlage sich vor Lachen schüttelte und daß es ihm unmöglich war, die Stichworte zu geben. Er saß da und Hörle sich den Dialog an und lachte und lachte, aber er kam nicht dazu, das über« nommcue Amt auszunbenG _ . v , * Schutz m anil: „Sic werden wir erst einmal da reut tun jus Bad, mir scheint. Sie haben es sehr nötig. — L a u d - streicker: „Aber erlaubeit S', i bin doch no net verurteilt! * Barietö L e u f c. „Was sagte denn Misere Schlangen» käustleriu, bte. Saltarina, zu der Nachricht, daß der Baron sich verlobt habe?" >— „Sie schlug die Beine über deut Kops zit- sqnnneu. - „Jugend." Lrgiürztutgsrütjel. J.g.. ., . a.sck u ., . ic. c .in. G. e.ch .re. sch. n.it ..iih . r. g..ag. ,t.t. u. .hr. F..cht .it l..g.n, .A.,z, g .. i ß . .i. g.sch.iii.I Auflösung in nächster Nummer: Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Lüge n haben kurze Beine. Redaktion: E. Anderson. - Nolationsdruck nut Verlas bet Brühl'schw UnivrchrälS'Vuch- und Sleindruckerei. Si. Lange. G'-chrn.