bei. Ich weiß nicht.... liegts am Gewehr oder an meinen« Auge?" Bannemanns Blicke wurden glühender, leidenschaftlicher. „An Ihrem Ange auf keinen Fall —das trifft immer ins. Herz," scherzte er galant. „Und mein Gewehr ist gut. Ich traf sonst immer Blatt und Zentrum," antwortete Isabella, die »licht Lust zu haben schien, auf seinen Troubadourton einzugehen. Ter Forstmeister zog die dunklen Brauen zusaminen. „Wenns »veder an der Büchse, noch am Auge liegt, so wird wohl das Herz schuld sein," sagte er. „Wieso?" fragte Isabella mit flüchtigem Aufblick. „Hin .... ich »meine nur so ... . wenn das Herz zu schwer ist . . . von Kummer oder Liebe zum Beispiel! ... so tritts dem Jäger leicht in die Hand, wie der gute Schiller deklamiert." „Sie sind heute unausstehlich geistreich," entgegnete Isabella, ergriff ihr Gewehr, tvarf es über die Schulter und wandte sich zum Gehen. „Eine»» Augenblick noch," stieß Baniremann in einem Ton. hervor, der mehr befehlend als bittend klang. „Nun?" :., „Wollen Sie leugnen, Isa, daß Sie sich für diesen.... diesen Hilssprediger volkstümlichster Abstammung leidenschaftlich interessieren?" In Isabellas dunklen Augen blitzte es auf. „Und wenn? Wäre ich Ihnen dafür Rechenschaft schuldig?" Sie drehte sich auf den Absätzen hemm »»nd wollte weiterschreiten. Ter Forstmeister legte ihr die Hand auf den Arm. „Ich bat »tut eine Sekunde Gehör, Isa." Seine Stimme klang heiser. „Ich bewillige die Sekunde aber nicht. Ucberdies bitte ich, mich nicht Isa zu nennen. Ich gab Ihnen kein Recht dazu!" „Vielleicht ilicht mit Worten . . . aber mit . . - mit . . ." Ter Baron brach ab und biß sich auf die Lippen. „Mir scheint — Sie träumen —", fuhr Isabella auf und maß ihn mit einem höhnisch-verächtlichen Blick vom Scheitel bis zur Sohle. Bannemann riß mit einer ungestümen Bewegung den Hut mit der wehenden Spielhahnsedcr vom Kopf. Es Ivar ihm wohl trotz der Winterkälte zu heiß geworden unter der Stirn, zwischen deren tiefen Falten der drohende Wulst schon wieder auf- »md niedcvging. „Isabella," Hub er noch einmal an, seine Stimme zitterte vor Erregung. „Ich bin Forstmann.....darum will ich Ihnen hier im grünen Walde, unter den heiligen Säulen mit den» blauer» Himmel über uns, und nicht daheim in dumpfer Stube sagen, was Sie ja längst wissen .... Ich habe Sie lieb, über die Maßen lieb. . . Wolle»» Sie meine Fran werden?" Turch Isabellas Hirn zuckte der trotzige Gedanke: „Wen»» du „Ja" sagtest, — die Nachricht von deiner Verlobung träfe beit Toren dort unten in Fichtenwalde wie ein Blitz —aber sie besann sich noch rechtzeitig. In ein helles Lachen ausbrechend, sagte sie: „Nein, das ist spaßig. In demselbei» Atemzuge, in dem Sie behaupten, daß ich mich für einen anderen Man»» „leiden^ §üm§iüg den 16. Mak 1908 iH IBM MW Wirket, so lange es Tag ist. Roman "'n Maximilian Böttcher, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Nuit schon wieder „Laster"!" tadelte Heinz. „Sagen wir doch einfach : Die Jagd ist ein notwendiges liebet Meinethalben auch eh» Vergnügen für Männer. Aber Frauen, denk' ich, sollten dies Vergnügen meiden." Mit einem ernsten Blick seiner klaren Augen sah er Isabella an. „Gewiß," erividerte sie, offenbar aus einem Gefühl guäleit- den Unbehagens heraus, „Jagd ist wohl wirklich kein Frauen- sport. Ich werde auch, ivenn sich's irgend machen läßt, morgen zu Hause bleiben." „Menn sich's machen läßt!" spottete Werner mit Geringschätzung. „Alles läßt sich machen, was man ernsthaft will!" Ten ganzeit Abend über war Isabella entschlossen, auf keinen Fall an der Treibjagd teilzunehmen; als aber in der nächsten Morgenfrühe die Waldhörner den zahlreichen, fchon Tags vorher eingetvoffenen Gästen zu Ehren auf dem Schloßhof den „Weckruf" bliesen, legte sie doch Sportkleidung an. „Mitgehen werde ich," dachte sie, „er soll sich nicht einbilden, daß ich so weiches Wachs ht seinen Händen bin wie Werner. --Slber — ich werde nicht auf Wild schießen," beschwichtigte sie die Stimme in ihrer Brust, die sich mahnend und warnend regte. Draußen im Revier aber, unter den schneebedeckten Tannen und Buchen, tierf tatterte rasch auch der letzte Rest ihrer guten Vorsätze: und als in dem eingestellten Jagen Hirsche und Wildschweine in toller Flucht an ihr vorüberstoben, flog das Gewehr wieder und wieder an ihre von leidenschaftlicher Erregung gerötete Wange, mit krachendem FeuerstraU den Waldfrieden zerreißend. Als das Treiben aügeblasen wurde, kam Tancred von Bannemann, der nur etwa zweihundert Meter von Isabella entfernt seinen Stand gehabt hatte, die schmale Schneise entlang durch den tiefen Schnee dahergestelzt. „Nun, gnädiges Fräulein," ries er schon aus gemessenem Abstand, „wieviel Stück ziewn Ihre Strecke? Sie schossen neunmal!" „Wie gut Sie zählen können!" spottete Isabella. „O .... ich kenne den Knall Ihrer Büchse wie den meiner eigenen!" Der Forstmeister ließ seinen Blick, der auch in dieser Stunde heißen Verliebtseins seine stählerne Glätte nicht ganz verlor, über Isabellas schlanke Gestalt hinschweifen. „Sie sehen entzückend aus," schmeichelte er, „dieses Kostüm aus grünem Tuch und Fuchspelz paßt ganz wundervoll zu ihrer dunklen Schönheit." Isabella lehnte ihr Gewehr mit einer heftigen Bewegung an den nächsten Baumstamm; eine feine Wolke von Schnee rieselte »vie ein weißer Schleier auf sie herab. „Sie fragten, was ich geschossen habe ! Nix! Neunmal vor 306 schastlich interessiere" — nicht wahr, so sagten Sie ooch? — in demselben Atemzuge machen Sie mir einen Heiratsantrag. Aber Scherz beiseite, lieber Baron. Ihr Antrag ehrt mich natürlich sehr. . . um in dem vor Ihne« angeschlagenen Ton bewährter Liebesbricssteller zu blewuit, — und unter anderen Umstanden hätt' ich ihn mit Vergnügen angenommen. Aber. . . Sie wissen ja, daß ich meine Hoffnung nicht auf die Ehe, sondern auf die Kunst gesetzt habe. Jetzt mehr denn je. Und wenn mein Vater durchaus seine Einwilligung versagt, ich bin majorenn. Morgen, wo ich ohnehin in Berlin zn tun habe, werde ich einen mir von meinem Professor seit lange empfohlenen Agenten beauftragen, mir eine Konzerttournee unter irgendwelchen Bedingungen zu arrangieren. Ich habe das öde Leben satt. Heute ist der neuuundzwauzigste Dezember. In vier Wochen bin ich über alle Berge. So. . . hier haben Sie meine Hand darauf, und nun ziehen Sie keinen Schmollmnud, sondern snchen Sie sich ein anderes Mädchen zur Frau. Es gibt ja noch so viele — hübsche und reiche — außer mir." Sie wmtbte sich jetzt ernstlich znm Gehen. „Ist das Ihr letztes Wort?" rief der Forstmeister hinter ihr her. Er war bleich bis in die Lippen, seine Angen flirrten. „Mein allerletztes, bündigstes, unwiderruflichstes," antwortete Isabella, ohne im Borwärtsschreiten Halt zu machen oder den Kdpf zu wenden. Bannemanns Zähne knirschten, sein Gesicht hatte sich znm Ausdruck grenzenloser Wut verzerrt. Eben kamen quer durch das Treiben einige Herren von der Jagdgesellschaft in lebhaftem Geplauder daher. Ter Forstmeister schüttelte sich, setzte seinen Hut auf und ging ihnen entgegen, mit einem Scherzwort, als wäre nichts geschehen. Vier Wochen später, Ende Januar, reiste Isabella ab. Ohne väterlichen Fluch natürlich. Als der Kommerzienrat eingesehen hatte, daß all sein Sperren nichts half, hatte er klein beigegeben. Mochte das Mädel sich die Hörner ablaufen, toenu sie denn durchaus keinen Verstand anzunehmen gedachte. Tie Sache würde ihr schon leid werden. Daß ihr nichts Böses zustieß auf ihrer sechswöcheutlichen „Kunstreise", dafür bot die mitgegebene „Ehrendame", eine verwitwete Majorin von strengsten Anschauungen, Garantie. Achtes Kapitel. Aus dem partiellen Streik in der Frankensteinscheit Weberei, pon der Herr von Baunemann gelegentlich der Friedheimschen Tischgesellschaft gesprochen hatte, war int Laufe der Wochen ein allgemeiner Ausstand geworden. Tie Webstühle standen still; die siebzig Arbeiter, welche sie sonst von früh bis spät in emsige Bewegung gesetzt hatten, lungerten zu Hause herum. Am Abend des ersten Febrttar hielten die Ausständigen wieder im Tanzsaal des Gasthauses „Zum grünen Seidel" Versammlung ab. Einer der Familienväter bat ums Wort amd begann zu reden: Die Abordnung, die sich zu Frankenstein begeben häu.., wäre wieder unverrichteter Sache heimgekehrt. Frankenstein dächte nicht daran, sich in Verhandlungen einzulassen; .überhaupt stelle er rs den Streikenden nur noch für die nächsten acht Tage anheim, zu den alten Bedingungen die Arbeit wieder aufzunehmen. Ständen sie am Montag, dem achten Februar, nicht vollzählig an den Webstühlen, so würde er seine Fabrik als endgültig geschlossen betrachten und sie nie wieder öffnen. Er hätte den ewigen Aerger satt, und überdies käme der lumpige Ertrag, den die Weberei abwürfe, ohnehin , für ihn nicht in Betracht .... Tas wäre sein unwiderruflich letztes Wort in der Sache. Als der Lärm, der danach entstand, fich gelegt hatte, sprach der Redner, ein bejahrter Mann, weiter: Alles Entrüsten hätte keinen Zweck. Frankenstein wäre nun mal der Stärkere; man solle Vernunft annehmen und sich seinem Vorschlag fügen. Man wisse ja doch, daß Frankenstein in Berlin zwei glänzend gehende Warenhäuser besäße . . . und daß er daher in der Tat auf den Ertrag der Schönauer Fabrik nicht angewiesen wäre. Deswegen müßte man es ihm schon zutrauen, daß er feine Drohung wahr machte. Schließlich könnte er sich aber auch Arbeiter aus Schlesien oder sonst. woher kommen lassen . . . ." Als einer mitten aus der Versammlung rief: „Wir wollen abstimmen. Wer die Arbeit wieder aufnehmen Witt, hebt die Hand hoch", waren der zum Aeußersten.Entschlossenen nur wenige. Gleich nach elf Uhr wav der alte Bartikow, der erst seit drei Tagen, auf eine» Stock gestützt, mühsam genug wieder ein wenig herumhumpeln konnte, aus seinem Stammlokal, dem „weißen Roß", heimgekehrt. Er harte über den Durst getarnten und saß nun, das massige Gesicht rot und gedunsen, die Augen feucht- glühend, im Schein der großen Petroleumlampe in dem bequemen Lehnsessel am Tisch, die alte, arg zerleseue Bibel vor sich. Er wollte eben die Bibel zuklappen, als sein Sohn, von der Schönauer Versammlung heimkehrend, leise zu ihm jus Zimmer trat. Der Alte fuhr auf seinem Stuhl herum, seine Stirn lag in tiefen Falten. „Nanu? Was willst bu denn noch in aller Nacht?" „Hm . . ." Wilhelm wagte nicht recht, den Blick zu erheben — „ich hätte gern ein paar Worte mit dir gesprochen!" „Tas muß heut' «och sein?" „Ja!" „Na, denn los, los. Ich bin müde und will ins Bett!" Bartikow bückte sich nach seinem derben Krückstock, der ihm beim raschen Herumrücken des Sessels auf die Diele gefallen war. Wilhelm kam ihm in feinem schweren Bemühen zuvor und gab ihm den Stock wieber in die Hand. „Bitte," sagte er höflich. „Na, so red' doch. Was soll's?" „Ja, also ..." begann Wilhelm und drehte mit nervösen Fingern seine Uhrkette hin und her, „ich wollte dich bitten, mir etwas Geld zu geben." „Schon wieder attes durchgebracht?" schrie der Alte, und sein Gesicht wurde noch um einen Schein dunkler. Heber Wilhelms blasses Antlitz huschte ein vages Lächeln. „Ich kenne deine väterliche Gefühle für mich," erwiderte er im gleichgültigen Ton, „und will mich darum nicht lauge mit der Vorrede anfhalteu. Es handelt sich diesmal nicht um lumpige zwanzig, dreißig Mark, die ich von dir haben will, sondern um . . . um zweitausend." „Wa . . .? machte der Bauer; der letzte Buchstabe blieb ihm zwischen den offenen Lippen hängen. „Ich brauch das Geld fehr nötig," sprach Wilhelm, mit einer gewissen Verlegenheit kämpfend, weiter. „Wozu, kann ich dir im Augenblick nicht sagen. Nur soviel: Meine ganze Zukunst hängt davon ab." „Mas geht mich deine Zukunft an. . . was frag' ich nach deiner Zukunft !" rief der Alte. „Wenn bit gestorben wärst vor ... vor . . ., nein, wenn du lieber gar nicht geboren wärst, dann wär' mir am wohlsten!" „Tas weiß ich . . ." gab Wilhelm in ruhigem Ton zurück, doch feine Brust begann sich lebhaft zu heben rind zu senken, und feine Brauen zuckten ein paarmal auf und nieder. „Ich weiß auch, weshalb. Aber das tut ja hier nichts zur Sache. Stur darum bitt' ich dich, laß die Schimpfworte. Ich laß mich nicht schimpfen Und. . . hm ... da du die zweitausend Mark, die ich notwendig brauche, natürlich nicht hast, so will ich dir sagen, wie du sie dir verschaffen kannst. Ich hab' da einen Bekannten, einen gewissen Roßkamm, einen Agenten, der ivill dir eine dritte Hypothek besorgen. Trotzdem deine Wirtschaft schon mit der zweiten weit über Wert belastet ist, wie er ausgerechnet hat. Du läufst also kein Risiko weiter, und abgesehen von den paar Mark Zinsen . . ." er brach ab. Bartikow hätte seinen Sohn schwerlich so weit reden lassen. Wenn ihm nicht die Wut, die ihn in ihren Mauen hielt, die Kehle wie mit einem eisernen Band zugeschnürt hätte. „Raus mit dir," vermochte er jetzt endlich hervorzuwürgen . . . „'raus auf der Stelle und laß dich nie wieder vor mir sehen." Sein massiver Körper zitterte, fein Gesicht hatte eine bläuliche Färbung angenommen, und seine Singen schienen aus ihren Höhlen treten zu wollen. „Tu ... du überlegst dir heute offenbar nicht, waS du sprichst," antwortete Wilhelm, scheinbar ganz gelassen, hielt es aber doch für geraten, von dem im Jähzorn Schäumenden einen Schritt zurückzuweichen; „ich will deshalb morgen früh noch ein-, mal fragen. Aber ich . . . ich bitte dich, schlag mir's morgen nicht ab. Treib' mich nicht zum äußersten. Mir wär' dann alles egal. Ich würde mich nicht bedenken, Gleiches mit Gleiche«! zu vergelten, und . . . und . . • Na, du Weißt ja. Was ich . . ." Weiter kam er nicht. Bartikow war aufgesprungen, fein schwerer Stock sauste durch die Lust, und mit einem dumpfen Wehlaut schlug Wilhelm der Länge nach vornüber auf die Tiele. (Fortsetzung folgt. Der oberhessische Bauer. Von einem Oberhessen. (Originalbeitrag der „Gieß. Farn.-Blätter".) (Nachdruck verboten.) Vor kurzer Zeit stand ich vor einem Gießener Kunstladen. Zwei Bantzersche Gemälde bildeten den Hauptschmuck der Ausstellung. Ei« gutgefleibeter Herr stand mit seiner Frau (im elegantesten Modekostüm) dicht hinter mir. „Sieh mal, diese 307 starren, ausdruckslosen Gesichter, als Ware jedes Leben, jedes Suchen nach J-reude darin erstorben. Wo soll auch bei der harten Arbeit, die doch wohl jedes Gefühl abtötet, noch etwas von Sinn für das Leben außerhalb des engen Gesichtskreises dieser Leute Herkommen! Die Tretmühle des täglichen Lebens nimmt sie schon am frühesten Morgen in harte und härteste Tätigkeit und läßt sie erst spät abends wieder frei. Da ist keine Zeit für die 'Ausbildung feineren Gefühls? Armes, armes Dasein!" Das ungefähr war der Inhalt dessen, was ich hinter meinem Rücken zu hören bekam. Haben solche Leute überhaupt eine Ah- nung von dem, was ein Bauernantlitz zeigt oder verbirgt! Können sie nicht den Vergleich ziehen mit dem glimmenden Feuer unter der Asche, das nicht in grellen, heiße» Flammen ausbricht, um bald alle seine Kräfte zu verzehren und dann um so rascher wieber zusammenzusinken, sondern das in verborgener Glut noch nach Wochen, Monaten und Jahren seine beglückende oder verheerende Wirkung ausübt, otyne daß eine sprühende Flamme Kunde gibt von den Gluten in der Tiefe! Denn gerade das Bauerndasein ist ein reiches Dasein an Naturbeobachtung, an Gefühlseindrücken, an Gedankenfülle und -tiefe. Unser städtisches hastendes Leben und Treiben, das ohne Aufhören neue Eindrücke, neue Bilder der Seele vorführt — läßt es denn überhaupt eine Sammlung zu, wie sie der Bauer genießt? „Woas seid ihr Steerer (Städter) doach fir oarme Mensche; des ganz Johr setzt ihr ernt amt (cuertt) Stuwe dreann (drinnen), nur Sonndoags derst ihr e besst Loft riche ernt e bissi Sonn sehe. Eich mecht ean cre (in einer) Stoadt näit oabgemolt sein!" lautete das Urteil eines Bauern, deut ich die Vorteile des Stadtlebens zu schildern versucht hatte. Er sprach weiter: „Etz dauert's noach c paar Woche (es war in der Weihnachtszeit), dann däuscht eich met dem reichste Steerer naut mih. Wann eich morsens mein Gaul eanspanit ean foahrn on Acker, doas - eaß die schiltst Zeit fir uns Bauern. Woas eaß do die Loft so fresch ean gesond, doas regt mih (mehr) ott, wäi all au Ver- fomelenge (Versammlungen); ean wann dann die Vielercher (Vögelchen) so schih (schön) seange, doas laut' schihner wäi all au Konzerte ean der Stoadt." Ist das Gefühlsleben des Bauern also wirklich so unentwickelt? Ein anderes: Frühmorgens zog ich vom Dörfchen aus dem nahen Walde zu. Ein früherer Kämerad fährt zur Pflugarbeit aufs Feld. Die Sonne lacht uns entgegen; aber freudiger noch leuchtet das Antlitz des Bauern, der der harten Tagesarbeit entgegenfährt. Es ist eben. 6 Uhr morgens, und vor 8 Uhr abends ist, mit Ausnahme der Essenszeiten, an fein Verschnaufen zu denken —. Die Freude, die Lust am Leben, sie blitzen aus feinen Augen, sie klingen aus all feinen Worten. Bon den Klagen über die Hohen Steuern, die schlechten Vieh- und Frachtpreise redet er in eben so lustig spöttelndem Ton, wie von den vielen Gehalts- eingaben der Beamten und Lehrer; über die harte Arbeit der Torfpfarrer weiß er ebensoviel zu reden, lute über die ewigen Klagen der Arbeiter über angebliche Ausbeuter und Blutsauger. All' feine Bemerkungen aber, die keinem wehtun sollen, schließt tr mit den Worten: „Ean doarim (darum), weils alle Armem so schlecht giht, däuscht eich mit kaam (keinem) bei all meinen timte Aerwit, dann so fefrire (zufrieden) eaß doach kaaner wäi eich." An einem Feldweg, der in der Nähe des Waldes abbiegt, trennen wir uns. Ein Buchenhochwald irn Schmuck des ersten Maiengrüns nimmt mich auf. Zwei Stunden lang durchstreife ich ihn, der mir immer wieder neue Schönheiten erschließt, nach allen Richtungen hin. Endlich bitt ich wieder am Waldrande am- gekommeu, an einer Stelle, in deren Nähe mein Kamerad feine Furchen zieht. Eben ruhen Pflug und Pferd und Ackersmattn. Mit gesenktem Kopfe philosophiert „Kastor", wahrscheinlich über die Freuden und Nöten des Psevdedasems, fein Sperr aber sitzt ans 'dem Psluggrindel und scheint in tiefe Gedanken versunken. Ein rotes Taschentuch, das am Rehhorü hängt, gibt Zeugnis davon, daß Frühstückspause gewesen ist. Langsam trete ich näher, um! mit dem Manne nochmals ein paar Worte zu wechseln. Auf der weichen Ackerkrume verhallen meine Tritte fast vollständig. Den Kopf geneigt, wie in sich gekehrt, sitzt der Bauer. Schon denke ich, er mache ein Nickerchen, da hebt sich langsam das Haupt, und ein tränenfeuchtes Antlitz schaut mich schmerzlich lächelnd an. „Neamm uürsch näit fir itoel (Übelnehmen)," sagt er, „deaß Don meid) häi so setze siehst. Siehst Don, wann mr so elan (allein) häi ean dem toeire Feald eaß, do komme aatn frühe ean «ach schwere Gedanke; ean do eaß mr vorhin groad uns' Kärlche eangesann (eingefallen); wann doas doach noach do wär', do toär’S, doach so väil, väil schihner (schöner) off dr Welt, ean do hun eich mr häi emol aans gegoarrn (geweint), eich doocht (dachte), häi sieht's jo kaans (keines, niemand). Wann eich Deich äjer (eher) geseh' hätt', dann härr eich's (hätte ich es) noach verberje kenne. No, so moagst Dou aach sehe, deaß so e lostig Haut, wäi mch sost (sonst) aan sein, aach ihr biefe (böse, schwere) ©tonn (Stunden) hott." Du lieber, lieber Mensch! Verzeihen soll ich dir, daß du tzewemt hast um dein Kind, das vor cinent halben Jahre gestorben ist; verzeihen, daß ich dich schwach gesehen habe; verzeihen, daß ich in dein Herz habe einen Blick tun dürfen? Nicht um alle Schönheit des Wäldes, die ich vor wenigen Minuten noch genoß, möchte ich diesen Augenblick, der eine ganze Welt von Gefühlen eines sogenannten rauhen Mannes mir enthüllt, missen. Wie stehst du hoch, hoch über denen, die Bantzersche Bilder betrachten und genießen wie das Paar, von dem eingangs die Rede war. Ist das Gefühlsleben des Bauern wirklich so arm? Ein drittes Bild: Vor Beginn des Unterrichts macht der alte Lehrer des Dörfchens gern einen kleinen Morgengang; ein Viertelstündchen hin, ein Vietelstndchen her. Ta begegnet ihm auf dem Ausmarsch ein Schmiedemeister seines Ortes. Der junge Mann ist Witwer, feine Fran ist ihm ein Jahr vorher gestorben, den Gatten und zwei kleine, prächtige Kinder zurücklassend. Eben kommt der Meister mit einem großen Pack blühenden Heidekrautes vor sich auf dem Rade von einer Frühfahrt, wie es scheint. Verwundert schaut der Lehrer den früheren Schüler an, der den Ruf eines außerordentlich fleißigen Mannes genießt. Wie kamt der jetzt in der arbeitsreichsten Zeit des Jahres ganze Stunden versäumen, nur um Blumen zu pflücken; denn von weither hat er sie holen müssen, das weiß der alte Mann, der die ganze Umgegend, ihre Pflanzen und Gesteine, kennt. So schöne Heiden find auf Stunden im Umkreis Nicht zu haben. Der erstaunte Blick des Greises fällt auch dem Meister auf. „Ich muß doch absteige, Herr Lehrer," sagte er mit tiefem Ernst, „damit ich Sie aufkläre, warum ich bei all der Arbeit, die eben auf uns Bauern, am meisten aber auf mir selbst liegt, noch Zeit finde, eine mehrstündige Fahrt zu mache, nur um ein Bündel Blume heimzuschleppe. Ihne will ich's sage, weil ich weiß, daß Sie mich verstehe. Seh'» Sie, wie's Liesche noch gelebt hat, da hat fe von alle Blumme nix lieber gehabt als Heidekraut. Immer irn Herbst hat fe sich ein paar Steckcher aus Gieße mitbringe lasse. Da bin ich nun am Samstag mit der Bahn nach Büdinge gefahrn un hab' da bei X. die wunderschöne Blimmercher hier gesehe. lln weil's Liesche heut fein Geburtstag hält', ivann's noch am Lewe mär', so bin ich heut morgen in aller Frih fort mit dem Rad und hab' mir geholt, was ich faßen könnt! E paar von meine beste Arweits- ftunne versäum ich ja, aber ich hab' doch ebbes fir meiner Fran ihr Grab an ihrem Geburtstag. Un zwar iS es ebbes, Herr Lehrer, wvdriwer sich's Liesche, wann's die Blumme von da owe sieht, ganz anders freut, als wenn ich ihr heut e paar Bluminesteck aus meint Garte hart uff ihr Grab pflanze lasse." Noch eine Minute stehen die beiden Manner sich wortlos, aber mit feuchten Augen gegenüber. Dann schütteln sie sich die Hände, sie verstehen einander. Das Rad und sein Besitzer verschwinden auf dem Friedhof bei dem Dorfe, der Greis aber faltet die Hände in Ehrfurcht vor solcher Siebe und solchem Glauben. Ist der Bauer, den Mutzer in so trefflicher Weise dargestellt hat, wirklich dem Bilde entsprechend, das die zwei städtischen Betrachter über ihn zurechtgemacht haben? Verschlossen gegen den Fremden ist der Oberhesse. Bei seinen Torfgenoffen aber, da ist er nicht nur der harte Arbeitsmann, da ist er auch der Mensch, der Freund, der Helfer, und wenn er auch nicht viele Worte macht, er tut umsomehr. Wer den Bauern kennen zu lernen sucht, wer sich dabei nicht als der Gebildetere, Vornehmere dünkt, wird bald erkennen, daß der Bauer feine Scheu ablegt, und aus den vorher so Freumden werden wohl bald gute Bekannte, vielleicht im Laufe der Zeit Freunde werden, und Stadt und Land werden durch solches Sichkennen- und -tierstehenlernen gewinn e n. VeL'MZßÄxSes, * ueber den „R ückgang der Schürte n" in Deutschland sprach unlängst auf dein Bereinstage für innere Mission in Dresden der Pfarrer Ritsche aus Neukirchen. Er schilderte den Rückgang der Geburtsziffern in Frankreich, England und anderen Kulturstaatcn und wies zahlenmäßig nach, daß mit dem wachsenden Wohlstand auch in Deutschland weniger Kinder gezeugt werden. Es komme der Moment, wo Deutschland auch dort anlangt, wo Frankreich, das mit Recht eine sterbende Nation genannt wird, sich jetzt befindet. Die Kirchenstatistik zeige einen Rückgang der ehelichen Geburten, während die unehelichen Geburten auf der Höhe geblieben feien. Je wohlhabender die Frauen leben könnten, um so weniger neigten sie zur Tragung der mit einer Geburt verbundenen Schmerzen und Unannehmlichkeiten. Der Rückgang der Geburten habe bereits ein starkes Wachstum der ausländischen Arbeiterschaft mit sich gebracht, was vom nationalen und kulturellen Standpunkt bedenklich sei. Weiter brachte der Redner ein großes statistisches Material über die Geburten, die Sterblichkeit und die Säuglingssterblichkeit zur Kenntnis. Ein Hauptgrund zur Säuglingssterblichkeit und zum Heranwachsen eines schwachen, vermindert zeugungsfähigen Geschlechts liege darin, daß die Mütter ihre Kinder nicht mehr stillen wollen oder können. Auch die steigende Verbreitung der Geschlechtskrankheiten sei mit schuld an dem Geburtenrückgang. Gegen beide Uebel habe Staat wie Gemeinde den Kampf ausgenommen. Schließlich kam der Vortragende noch auf die mannigfachen Vorbeugungsmittel gegen die Empfängnis zu sprechen und forderte zum entschiedenen, energischen Kampf gegen den Neumalthnsianismus aut. Ent 303 guter Bundesgenosse hierbei sei die Sozialdemokratie. In manchen Städten habe man bereits Gegenmassnahmen ergriffe» und es fei wünschenswert, das; auch die Wohlfahrtspflege aus dem Lande diesem Beispiele folgt. * Das Ende des Gibsou-Girls. Der Typus der fashionablen Amerikanerin, das junge Mädchen, deren schlanke Wcspeugestalt eine schwere lange Schleppe in malerischen Windungen hinter sich, mit weiten Schritten dahinrauscht, ent kostbares Brillantendiadem aus der kunstvollen Frisur,, int ganzen eine seltsame Mischung von steifer Grazie und gelenkiger Anmut ist int Aussterben. • Henry Duvernois schildert in „Je sais tout das neue Ideal der jungen Amerikanerin, die es verschmäht, in ihrem Wesen und Gebaren jenem seltsamen Geschöpfe nachzuahmen, da- durch den Stift des Zeichners Gibson feilten Namen erhalten hat. Fluffy Rufsles ist an die Stelle des Gibson-Girls getreten, die neue Amerikanerin, die ihre Herrschaft über den Manu zwar nicht aufgibt, aber mit wesentlich neuen und andersartigen Mitteln verteidigt und aufrecht erhält. Gegen den phantastischen Luxus der Milliardäre, gegen die üppige Toiletten- und Juwelenpracht der jungen Millionärstöchter ist eine Bewegung aufgetaucht, die in kurzer Zeit den Sieg errang und die Europäer zwingt, ihre landläufigen Vorstellungen von der elegauten Amerikanerin einer Revision zn unterziehen. Die junge Amerikanerin von heute, die Amerikanerin nach der Finanzkrise, wohnt nicht mehr unbedingt in der fünften Avenue, und was ehedem als „shocking" galt, ist jetzt modern geworden. Es gilt als ein Zeichen von Intelligenz und Tatkraft, wenn das junge Mädchen flatt französischer Romane in selbständiger Arbeit ihre Erholung acht und die Ausübung eines praktischen Berufes wird zum Ehrentitel. Anstelle" der rauschenden langen Schleppe ist der kurze bequeme fußfreie Rock getreten, anstelle der kostbaren Spitzen- gewänder die anmutig einfache Bluse, die die Jugendlichkeit so Unaufdringlich und reizvoll hervortreten läßt und anstelle der Toilettenkünste und der Boudoirstundeu der Sportplatz und die körperliche Uebuug. Die Modepuppe von ehedem wird zur abgehärteten Lebenskämpferin und die planmäßige Entfaltung aller Kräfte, körperlicher wie geistiger, zum neuen Erziehungsideal. Diese neue Amerikanerin weiß sich zu verteidigen, nicht mehr allein mit einem kühl abweisenden Lächeln, sondern, wenn es sein muß, auch mit den Fäusten, und die leidenschaftliche Pflege des Sports, der ständige Aufenthalt in der freien Luft, die Anstrengungen des Ruderns oder des Tennisspielens machen aus der interessant blassen Schönheit eine sonnengebrännte, gesunde Und energische junge Dame, die den Zügel ihres Reitpferdes ebenso gut zu führen weiß, wie ihre Hände mit der Klaviatur der Schreibmaschine oder dem Mechanismus der Nähmaschine vertraut sind. Die spannenden französischen Romane sind vom Bücherbrett verschwunden und an ihrer Stelle stehen philosophische Schriften, deren schweren Gedankeninhalt zu meistern der neue Ehrgeiz ist. Und wo ehedem die Höhe der Schneiderrechnung üls menschlicher Maßstab eine verderbliche Rolle spielte, gilt es jetzt als höchste Vornehmheit, durch Bescheidenheit zu lvirken, .eure Kultur der Einfachheit ist int Anzuge und nötigt beit Europäer äu einer neuen Einschätzung des amerikanischen Frauentums. Originelle Selbsthilfe. In fast allen Geschäften Masurens findet man jetzt die folgende, angesichts der allgemein schwierigen Finanzlage recht verständliche „Todes- erklärung": Allen meinen werten Kunden Tn' ich traurig hiermit kund, Daß unser Freund Kredit, der beste, Soeben starb in dieser Stund'! Schon lange lag er krank darnieder, Der gute Helfer in der Not, Doch pumpen tat er immer ivieder, Bis er zuletzt ging daran tot. Daß früh er starb, der gute Mann, Schuld hatten die schlechten Zeiten d'ran, Er hat gepumpt so manches Jahr, Nun ist er tot. D'rum zahlet bar! Literarisches. ,7" ® eu t ? dj e Kunst int täglichen Leben b is zum , U e & £ § 18. S a f) r I; u n b e r t ä. Von Berthold Haendcke. („Aus Natur und Geisteswelt." Samutluug wissenschaftlich-ge- ntetttverstandltcher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. ^"ndchen.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Mit 68 Abbildungen im Text. 8. 1908. In Leinwand geb. 1.25 Mk. ■öininer mehr erblicken wir in der Kunst keine äußere Zutat ^u unserem Leven, sondern erkennen sie als einen seiner unzertrenu- stchen Bestandteile und streben darum immer mehr unsere tägliche Umgebung von ihr durchdringen zu lassen. Dabei wollen wir eben in dieser Erkenntnis nicht mehr früheren Zeiten die Formen, die sie als Ausspruch ihres künstlerischen Empfindens ne- schäften, zum äußerlichen Aufputz entlehiteu, wohl aber dürfen uub sollen wir von ihnen lernen, wie sie es gentacht, die uns tu künstlerischer Ausdrucksfahtgketi weit überlegen, um nun zu sehen, wie wir zwar nicht Gleiches nachmachen, aber zu gleich hoher künstlerischer Gestaltung unseres ganzen Lebens gelangen können. So darf das vorliegende Bändchen willkommen geheißen werden, tu dem der Verfasser an der Hand zahlreicher Abbil- düngen zu schildern unternimmt, wie die Kunst, vorwiegend die angewandte tm Laufe der Jahrhunderte das deutsche Heim in Burg, Schloß und Haus behaglich gemacht und geschmückt hat, und das es uns ermöglicht, etwa durch ein Jahrtausend zu ver- solgeu, tote die Formen der einzelnen Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens entstanden sind und sich allmählich gewandelt baben. So bietet das Büchlein auch für alle, die sich für die Geschichte des Kunstgewerbes und für das häusliche Dasein nuferer SSomören als einen wichtigen Bestandteil der deutschen Kulturgeschichte interessieren, Anregung. Mode. bildete. ,,?0000 Briefmarken als Material für ein kleid hat ,ich eine Amerikanerin geleistet. Wie wir der prakt. Wochenschrift „Fürs Haus" entnehmen, gehörten 3 Wochen intensiver Arbeit dazu, bis die Dame unter dem Beistand einiger Freundinnen, die seit Jahren gesammelten Briefmarken zu dem Meide verarbeitet hatte. In wunderbaren Mustern wurden die Marken auf feinstem, Musselin als Unterstoff aufgeklebt. Die vordere Seite der Taille trug einen Adler, nur zusammengestellt "us braunen Columbia-Marken. Die Stauen des Vogels hielten die Weltkugel, bestehend aus sehr alten und höchst wertvollen Revenue-Marken. Die Rückseite bet Taille deckte ein Schild, verfertigt aus fremdländischen Marken, dessen Mitte ein Porträt Resignation. Wie zitternde, rosige Glut Lag's auf den Jugendtagen, Wie seliger, wonniger Klang Und Nachtigallenschlagen. Leise verrauschten die Klänge, Und trauennnflorte Zeit Machte mein Herz erzittern Im tiefem, heiligem Leid. Nun schaue ich träumend zurück Und lausche, das Haupt geneigt, Den Stimmen ans jenem Land, Wo des Lebens Klage schweigt . . . Clara S ch o b e ß, Sondeishausen. An- nnd Einsichten. Zweierlei Art von Lügen kann man bei Kindern beobachten: aus Phantasie, — dieses verliert sich mit zunehmendem Alter von selbst; und aus Angst: dies zeugt von früh erwachter Bewußtheit, ist Zeichen eines mindestens problematischen Charakters, unauslöschlich und Keim aller Schlechtigkeit, die auf der Welt geschieht. Ein lauernder Blick aus Kindesaugen: die Weltsünde in einen Punkt zusammengepreßt. Walter Calö Das Wahre und Echte scheint, als wenn es so sein müßte und nicht anders sein könnte. Sucht nach Originalität ist gelehrter, grober Egoismus. » Novalis. Wohl gibt es Dilettanten, die mehr Ideen in Bewegung sehen als die gründlichsten Fachmänner. Georg Brandes. * Viel mutz man lesen, nicht vielerlei. Ich meine nicht Vieles, sondern viel: ein Weniges, aber mit Fleiß. Lessing. Kreuz- und Querrätsel. 1 | 2 3 | 4 1 4 ein Körperteil, 1 3 ein fester Keil. 2 1 als Stadt bekannt, 2 3 nimmst manchmal du zur Hand. 4 3 führt jedes Schiff mit sich; Nun rate, Freund, doch quäl' dich nicht. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Janitschar. Redaktion: I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen IlnivcrsitätL-Buch- und Stemdruckerei, R. Lange, Gießen^,