MV ssfeiü. i 1 i iiii|U-m 18 Mfei ii Hb 11! I W Kelmuiß von Lovlen. Roman vo» Ursula Zöge uon Manteuffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Frieda berührte seinen Arm!, denn Julchen trat gerade ein, das Kaffccbrett in den Händen, die harmlosen Augen voll froher Erwartung. Dies Kind sollte in Unbefangenheit erhalten bleiben. Bor ihr war nie erörtert worden, ob es recht oder schlecht ivar, das; eine ihrer Schwestern „zum Theater" gegangen war. Sie erfuhr cs nur als Tatsache und, da Luisens Namen nie iüTcber erwähnt wurde, versank mit den Jahren die Vorstellung in traumhaftes Tunket'. Jetzt hatte Frieda ihr mitgeteilt, Schwester Luise sei die Frau des Herrn von Lohsen geworden. Tiefer nun hatte auf das kindliche Gemüt der Kleinen tut Sommer den Eindruck eines nach Rothaide verschlagenen Märchcupriuzen gemacht und daher tvar sie jetzt voll erwartungsvoller Neugierde, den blonden Rittmeister und die halbvergcjsene Schwester wiedcrzuschen. Jetzt stellte sie beit Kaffee vor den Bruder und lud ihn. nmnter SUN! Zulangen ein. Frieda Kündete die Lampe an, der Pastor setzte sich still üt seinen gewohnten Lehnstuhl. Sorgenfalten furchten seine Stirn, «. strich sich immer wieder mit der Hand drüber hin. Augenscheinlich kämpfte er. mit sich selbst und ging in ihm zu viel des Erwägens und schmerzlichen Erinnerns hin und her. Tie um Versöhnung flehende Tochter brachte ihm mehr Angst, Unruhe und Verwirrung als Freude über den Sünder, der Büste int. Ihre Heirat mit Lohse» versetzte ihn üt ratlose Bestürzung. Es hätte ein peinliches. Schloeitzen geherrscht, ivenn Julchen nicht geschwatzt hätte. Sie fragte nach seinen Schulern und ob er Fräulein Rieteln im Ballkleide gesehen habe und erzählte Tvrf- hegcbcnhciten. Mitten drin stand der Vater still auf und verliest das Zimmer. Dee Kandidat trank eilig seine Kaffeetasse aus, sprang auf und folgte ihm. Frieda sah ihm besorgt nach Julchen nahm das Kaffecbrctt fort und trug cs trällernd durch den Hausflur. Dann verging eine, tute es der ältesten Schwester schien, endlose Zeit. Sie seufzte einigemal tief auf. Ter Zeiger an der laut tickenden Wanduhr ivar! um dreißig Minuten vorgerückt, als sie des Vaters Türe gehen und den Bruder über den Hausflur kommen hörte. Er steckte, mir den Kopf ins Zimmer: „Gute Rächt, Frieda, ich must fort." Nun sprang sie auf und holte ihn ein, ehe er die Haustür erreichte. „Gotthard", sagte sic, „tuns hast du mit Väter verhandelt?" „Was fern.Mißte," sagte er kurz. „Hast du Luisens Brief gelesen?" „Dazu gebrach mir die Zeit. Er lvar endlos. Ich durchflog nur die ersten Seiten — erlast mir's, ihn zu beurteilen." „Und Herrn von Lvysens Brief?"' Er presste die Lippen zusammen. „Ja!" — sagte er -rauh — „den täs ich. Solch ein Mäüjl — und wird so hingevpsert — fragws — rcuelos. Aber genug. Ter Baker jvov, wie ich mir dächte, völlig unfähig, einen Entschluß Sn fassen: Ich habe ihm den Weg gezeigt —. und glaube mir, er ist (miir dankbar dafür. Mag sie Verzeihung finden — ?luf« nähme nicht!" Er lvartete keine Entgegnung ab, sondern ging in der schnei kalten Abend hinaus und liest die Tür hinter sich ins Schloß fallen. Die Schwester "stand noch immer tiefbekümmert und unruhig lauschend da, als erwarte sie, er iverde wiederkoMmen und ein weiches Wort für die Verlorene finden. Eine tiefe Hundestimme dicht vor der Haustür liest sie auffahren, zugleich sprang Julchen ans dem Wohnzimmer. „Die Goldfee kommt!" — rief sie, „ich kenne Dingos Bellen!" Es war wirklich Edeltraut, die, in einen warmen Ni au le l gehüllt, eine kleine Stallaterue in der Hand, den treuen Schützer zur Seite, durch den Schnee daher fallt! „Na, was sagt ihr?" — rief ihre helle, frohe Stimme, „ich hatte just eine freie Stunde und da bin ich!" — Sie strich sich die festen Lederstiefelchen am Eisen ab, küßte die Schwestern und trat, gefolgt vom Hunde, in den Hausflur, hier schnupperte sie auf —> „habt ihr Bratäpfel?" fragte sie —■ „ich glaube gar —" Julchen jubelte: „Natürlich! Ich steckte Aepfel in die Ofetch röhre, sowie der Bruder kam — aber der ist fort über alle Berge, ohne meine Aufmerksamkeiten zu würdigen. Auch gut. So sind sie für dich!"' Sie gingen ins Wohnzimmer, der Hund streckte sich vor dem Ofen hin, Frieda nahm der Gekommenen den Mantel und das Kopftuch ab. Während Julchen nach den Aepfeln sah, flüsterten die beiden. „Gotthard ist hart," sagt: Edeltraut. „Er hat km!mev Augst vor dem Einfluß, den Luise auf Julie! ausüben könnte. Unser Kind ist so phanlasievoll und ihr in vielcini Ähnlich — das ist's, was ihn hauptsächlich wünschen läßt, sie fern, zu haltens" „Das kann er gar nicht" — sagten Edeltraut ruhig. „Tas weist ich eben nicht." „Er kamt zum Beispiel doch nicht hindern, daß Lohsen uns besucht und seine Frau mitbringt. Damit wäre sie schon in Rothaide." „Wahrhaftig, ja," sagte Frieda ganz verdutzt. Julchen kam herein und sah neugierig zis den beiden empor r „Freu du dich ein bißchen mit mir auf Schivester Luise!" — sagte sie bittend, „ich kann cs kaum erwarten, sie zu sehen> und Frieda und Bruder sind so entsetzlich gelassen." „So kann ich dir versichern, daß ich mich freue, Kindchen, ich freue mich über diese Heirat mehr, als icki dir sagen kann." Sie setzte sich aufs Sofa vor dem Teller voll duftender Bratäpfel und langte mit gutem Appetit zu. Julchen schmiegte sich au sie und Cat: „So wollen wir uns ausmaleu, wie hübsch Schwester Luise aussehen wird, und wie sie beide angefahren kommen werden in einem goldenen Wagen mit Borreitcrn." Während Edeltraut bereitwillig auf das Geplauder der Kleinen entging) verliest Frieda leise die Stube und ging zum Batcr hinüber. Er säst bei der grün verschleierten Lampe auf dem alten, lederbezogenen Sofa, (Kitte den Kopf an die Lehne gestützt und — 170 die Augen geschlossen. Sein Gesicht trug den Ausdruck großer Erschöpfung. Beim Eintritt der Tochter blickte er auf und fragte freundlich: „Soll ich zum Abendbrot kommen?" „Noch nicht, lieber Vater," — sie setzte sich neben ihn und Nahm seine Hand — „du siehst müde ans. Gotthard hätte nicht so viel mit dir sprechen sollen." Ter Pastor hob abwehrend die Hand und schüttelte den Kopf. „Es war gut, das; er kam, — cs war sehr gut. Er hat mir Ruhe gebracht und alle meine unruhigen Zweifel sind geschwunden. Ich chnnte nur gutheißen, was er sagte." „Wirst du morgen an Luise schreiben?" „Nein, mein Kind, denn ich habe ihr heute schon geschrieben und Gotthard nahm den Brief bereits mit." XX. Herr und Frau von Loysen standen auf der großen, glas- umfchützten Aussichtshalle eines Rivierahotels und blickten auf das tiefblaue Meer herab, auf die Palmen der belebten Strandpromenade, auf die pittoresken Linien der die Bucht umschließenden Felsengebirge. Er schien durch die Beobachtung einer Regatta momentan gefesselt, sie aber wandte sich mit müdem Seufzer ab und zog sich einen bequemen, langgestreckten Rohrstuhl herbei, in welchem sie sich ausstreckte, die Arme unter dein Kopf verschränkt, den Blick zur Tecke emporgerichtet. Er hörte das Knistern ihres Kleides und wandte sich nm, Nahne ein Kissen von einem anderen Stuhl und schob ihr das bunte Seidenpolster unter den Kopf. „Der Spaziergang hat dich ermüdet," sagte er, „wir waren wohl zu weit?" Sie nahm seine Hand und drückte sie heftig. „Spaziergänge ermüden mich nicht," sagte sie fast ungeduldig. -Sondern?" „Ach, du weißt es ja, wozu fragst du? — Fragst du schon stach Briesen? Tie Post muß da sein." „Ich «ehe augenblicklich. Soll ich dir nicht eine Erfrischung bestellen? Oder nimmst du sie lieber im Zimmer?" „Tanke, nein, — hier ist es ja ganz gut." Er verließ die Halle und sie lag ganz still, immer auf seinen wlederkehrenden Schritt horchend. Dabei sahen ihre heißen Augen Völlig gleichgültig auf das schöne Paiwrama zu ihren Füßen. Als ihr Mann nicht gleich wiedcrkam, erfaßte sie Unruhe, sie sprang auf und begann im großen Raum hin- und herzugehen. Endlich — da kam er! Ein Stückchen lief sie ihm entgegen und blieb dann stehen, wandte sich tiefenttäuscht ab und ließ die schon busgestreckten Hände sinken. „Nichts!" — sagte sie — „wieder! nichts!" „Leider," bestätigte er achselzuckend. Sie warf sich wieder in den Rohrsessel, drückte ihr Gesicht in das bunte Seidenkissen und schluchzte tränenlos. Er trat zu ihr und strich beschwichtigend über ihr Haar. „Denke nicht immerfort hieran, Kind, cs hilft wirklich nichts. Latz uvich an Wilhelm schreiben und ihn bitten, daß er mit deinem Vater spricht. Sein Wort hat Gewicht." „Tas will ich eben nicht!" — fuhr sie auf, „nicht fremder Vermittlung, sondern dem freien Entschluß meines Vaters will ich Versöhnung verdanken. Loys, ich finde ja keine Ruhe, bis dies geschehen!" „Tein Vater hat dich brieflich seiner Vergebung versichert. Das muß dir vorläusig genügen." „Neiir, es genügt mir nicht. Ich muß ihrs Wiedersehen, feine Hand muß mich segnen, von seinen Lippen will ich es hören, daß ich wieder sein Kind bin. Oh, wenn du ahntest, wie mich das quält, seit jener Schreckensstunde, als ich erfuhr, datz sie nicht mehr ist . . . wie nun, wenn auch er hingeht, ehe ich ihn stoch einmal gesehen? — Das' ist es, was mich quält, was mich elend macht, was wie ein Fieber in meinen Adern brennt . . ." Sie verstunimte. Eine heiter plaudernde Gesellschaft, die Damen in sommerlich hellen Seidenblusen, die Herren in iveißen Anzügen, trat ein. Einige neugierige Micke flogen nach bein Paar, welches natürlich, so unauffällig es auftrat, bereits der Gegenstand widerstreitender Vermutungen war. Loysen fühlte das, Md es war ihm fürchterlich; Luise merkte nichts davon. Sie war immer viel gu sehr mit sich selbst beschäftigt. Tie Stören- sriede keines Blickes vde« Grußes würdigend, sprang sie auf und Verließ die Glashalle. Loysen blieb mit seinen bitteren Gedanken zurück. Er stieg die in den Garten führenden Stufen hinab, setzte sich in den .Schatten einer riesigen Magnolie aus eine Bank und dachte an Vergangenes und Zukünftiges. Seit er ihr damals seine Hand bot und damit all der entsetz- Wen Unsicherheit ein Ende gemacht war, war ein halbes Jahr verstrichen. Ter März neigte sich jetzt seinem! Ende zu, cs wird Zeit, daß er, soll er nicht geistig zu Grunde gehen, dies müßige Douristcnlebcii aufgibt und sich eine Arbeit und eine Wohustatt schafft. Mit Luise mar in dieser Zeit wieder eine Wandlung borge-, gangen. Ihre Gleichgültigkeit gegen das Elternhaus war in glühende Sehnsucht nach Aussöhnung umgeschlagen. Es lag dies so in ihrer Natur, daß sich hinter dem erreichten Ziel stets ein neues erhob. Ter Mann, den sie jahrelang mit hoffnungsloser Verzweiflung geliebt hatte, war nun ihr Gatte, es blieb ihrem Glück zu wünschen nichts mehr übrig, denn was Loysen tat, das tot er ganz, und so widmete er ihr all die Fürsorge, Rücksicht und liebevollste Aufmerksamkeit, die er seiner Frau schuldig zu sein glaubte. Anfangs war sic wie betäubt vor Seligkeit, überschwenglich in ihrer leidenschaftlichen Gegenliebe und maßlos stolz auf ihren Namen,- ihren Titel, ihre, wie sie meinte, nun für immer gesicherte Stellung! — aber durch das alles hindurch ging schon das ruhelose Sehnen nach noch Unerreichtem. Ein bitterer Tropfen Ivar in ihren Freudenbecher gefallen, als fie diesen kaum ergriffen hatte. Als Loysen sie bei jenem Wiedersehen bat, Friede zu machen mit den Ihrigen, hatte er nicht den Mut gefunden, ihr zu sagen, daß die Mutter, welche fie noch am Leben wähnte, seit mehreren Jahren tot sei. Er meinte auch, das erfahre sie am besten durch den Vater, an den sie, wie er annahm, am nächsten Tage schreiben wolle. Er reiste noch in derselben Nacht wieder ab, nnd für ihn begann nun die letzte schwere Zeit, da er aus dem Regiment schied, ohne Sang und Klang, von vielen betrauert und auch bedauert, von niemand begriffen, am wenigsten von der, welcher er sein Lebensglück zunk Opfer brachte. In dieser Zeit war er kaum fähig, Luisens ins Maßlose ausgesponnene Briese durchzulesen, geschweige denn zu bemerken, daß sie ihres Elternhauses nicht wieder erwähnte. Sie aber, die nun wieder in Berlin war, verschob ihr Vorhaben von Tag zu Tag — einerseits, weil sie sich berechtigt glaubte, deck Ihrigen zu grotten, andrerseits, weil sie warten wollte, bis sie mit dem Namen Luise von Loysen unterzeichuen könne. Mit fieberhafter Ungeduld erwartete fie daher die Trauung, welcher, sich, wie ihr schien, unüberwindliche Hindernisse in den Weg stellten. Mittlerweile besorgte sie ihre Ausstattung, wobei ihr Frau Iahst hilfreich zur Hand ging. Es war ihr eine Genugtuung, daß fie dies ans eigenen Mitteln tun konnte, und sie hoffte, Loysen durch Toiletten -zu überraschen, tote solche seiner Gattin zukamen. Ta schrieb Icr eines Tages, er werde von nun ab in Berlin leben und hoffe, daß die Trauung ine Januar stattfinden könne. Dabei fragte er au, ob etwa ihre Schwestern zu derselben kommen würden? Er nahm also an, es habe eine Versöhnung stattgeftmden. Sie erschrak und bereute dies Versäumnis. Nun schrieb sie sogleich und zwar an ihre Mutter. Ta sie nicht einmal wußte, ob diel Familie noch in Nothaide wohnhaft sei, vermerkte sie ihre Adresse auf der Rückseite des Kuverts. Nach drei Tagen kam der Brief zurück, eine zackige Schrift mit groben Grundstrichen hatte quep über das Kuvert geschrieben: Adressatin verstorben. Sie saß wie vom Donner gerührt. An eine solche Möglichkeit hatte sie seltsamerweise nie gedacht. Ihre Mutter tot! --- Tie immer geduldige, sanfte und dabei so geistig regsame Mutter, deren Liebling sie gewesen, obzwar sie dies nie verdient! (Fortsetzung folgt.) Zwei oberhessische Schnurren. (Bei unserem! ersten Preisausschreiben mit dem Zweiten preise ausgezeichnet.) Wai se de ahlt Hannes krank gesproche harre. Ter Hannes wuhnt noch ean sein's Voarrersch Haus cast braucht naut mie se ärweln. Owends gung hea eans Wirtshaus ean trunk sei Viertelche ean gung dann wirrer Haan». — Er but de Leu, bei earn! begahnte die Zeit, ean fotzt fimmert sich iist faan Mensche, bann e hat eabbes Kapetoal. — Sei Aecker ean bie Wisse harr hea veclihnt ean kroch pinklich sei Poachgealb cast be Zins cans Haus gebraucht. — Owwer diese Mcusche gets iwwcr- all: Wei he wirrer bei feim Viertelche soaß, bo kom ahner bcist Hannes ean saht: „No Hannes, Wei gihts? Ton sihst ewink blaß ans." — „Ach," säht he, „es giht mer gant, owwer es friert meid) eabbes." Nochend kom ahner ean säht: „Ei Hannes, Teich harr eich bohl näiit tzekennt, Ton mischst jo e bevrerbis Gesicht; vn Deicr Stcatt, geng eich eans Bett, mer kann niemals weasse —" To kom nach noch bent Hannes sei Schwohcr, be Louis, cast säht: „Wor haut Owend mei Schwohr Hai? Eich hihrt eawwe her Dokter wir Haus geweatzt bei ernt Ja, dar ahle Len packt's der-, irscht'." Txwährend setzt de Hannes do, ean es wirr em Himmil- giigft — „Ei, do setzt Ton jo, eich Wt deich jo buhl nait gekeimt, 171 — Ver»ni?Otes. Die gescheidt Fraa vo Hirjehah. Wcaßt Ihr woas e Hiukilhobfch ears? — Der hoalt die Hinkil. Die gescheidt Fraa gung emol vo Hirjehah erobber noch Sichc- fytufe. (Sait toei se do inuerwegs luoav, do soagse, wai su e Hinkil- hoabsch aus der Hihg eerrobergesluge kam ean krapscht sich Ju c Hinkil ean slug nach meroem ean die Hihg. — Ach, ean do cis Hinkil Ercasich als: äh! äh! äh! — Dv saht die gescheidt Fraa: „Ach, don tromlm Hinkil, woas brauchst dou dann so se kreische, der letzt Deich jo mt fall'n." i Su gung ach enwl bat Fma noch Scharre vsi be Mährt, -titai se eangekaast hat ean wirrer dem Beargk owe woar, schlucks groad KN Auer osf der Mrje. — Tv drehbt sich die Fraa errim ean säht: „Eich niane doas wir doch e bissi wink sir su e grüß Stoadt." , Die Fraa harr aach enwl ihren Schwiejersuhn besucht, dar harre Kirmes ean harre sich) geschmcasse. Nochend kom die ge- scheidt Fraa als Zeujin sirsch Gericht. — Sai harr owwer goar ka Ehme. — TUekt gung se ean de So al rneann, wu die Berhann- ling woar ean saht: „Herr Amsrichter, eich Witts och verzehln, wai sich die Sach alles zougetrahn hott. Eich woar bei wenn Schwiejersuhn zvum Besuch, der hott mei Toachtcr zour Fraa. ■ Ean do saß eich dehaam, ean loag off dem Bett ean schlusf, doa soag eich, wai der Hvssmanns Peter dem Kaline Heinrich/an Bornsahmer oss de Kvpp schmeaß, deast dem die Raas im be, Hals errim Hunke, — ob ern owwer getrosfe Hot, kann eich ntt bc- jchwicrn." M Ist die Amsel wirklich ein Nesträuber? su siehst Tvil aus." — „Ach jo," fällt he, „es east wer aach goar sche schläächt. Ont ganze Kipper sein eich prästerich, eich glaabe van emi Morjenb werrn eich emol mounter ean do sein eich bhut." — Wei he boas gesaht hat, kom noch ahner vo bcm Hannes feier! Freunbschaft, der hat's owwer se groob gcnwacht. — Ter kont ber Stuwwebiehr ereann ran buht kah Zeit ean säht gleich: „Wearst Jhr'sch aach, ber Hanues ears gestorwe. Jwwerntorn ears schunt des Leicht." — Ehl hat's uhs Hannes gemirkt, beaß bei ihn zoum Utz ean Spoatt harre. „Ihr Nautnetzer, Ihr Toagbeib, säht he, Ihr wollt weich nur krank sprcache, braß Ihr meich bahl trwe könnt, eich will och healse." — He trunk sei Viertelche aus, gung Hahn« ean kah aanzig Mol soagk mer'n wirrer ean bem Wirtshaus. Hnut leabt he noch ean gourer Gesunbheit ean des Easte schnteckt em auch noch; — bo kann bic Freundschaft lang noch off die Erbschaft woarte. * ‘®- hörte, lvürde sich das m. E. bei den davon bedrohten Tier- chen in irgend einer Weise ausdrücken. Dies ist aber nicht der Fall. In schönster Eintracht und voll gegenseitigen Vertrauens bewohnen sie zusammen unsere Gärten und erfreuen Jung «und Alt durch ihren vielstimmigen Gesang. Sollte hier nicht vielleicht eine Verwechslung mit der auch schwarzröckigeu, nicht viel größeren Dohle stattsinden, die, tme ich leider wiederholt beobachtet habe, zur Brutzett, besonders in frühester Morgenstunde, gerne unsere Gärten Heimsucht, um die jungen Vögel aus.den Nestern zu rauben? Eine Gießener Dame schreibt uns: In neuerer Zeit wird gegen einen unserer beliebtesten Garteuvogel, die Amsel, öfters der Vorwurf erhoben, daß er ein gefährlicher Nesträuber sei. Nach meinen Erfahrungen, die auf langjährigen, scharfen Beobachtungen be- * Die Erblichkeit von Krankheiten ist eine Frage, die vom medizinischen und naturwissenschaftlichen Standpunkt aufs eifrigste erörtert worden ist, und heute em so umfangreiches Thema bildet, daß seine Behandlung großen Schwierigkelten begegnet. Bezüglich der Schwindsucht wird jetzt allgemein die An- sicht vertreten, daß zwar nicht die Krankheit selbst, aber eine gewisse Veranlagung dazu erblich ist oder sein kann. Diese Annahme steht aber in einem Widerspruch zu der Lehre von der Immunität, nach der ein Mensch, der eine Krankheit überwunden hat, einen gewissen Schutz gegen einen erneuten Anfall erivirbt und diesen Schutz auch seiner Nachkommenschaft mit- zuteilen fähig ist. Erst in neuester Zeit ist von der, Forschung festgestcllt worden, baß bic Kinber von tubermloM Eltern unter Umstänben einen solchen Schutz in bestimmtem Grad mitbekommen. Diesen Wiberspruch zu lösen, werben irun w,eber enrsige Arbeiten notwenbig sein, bte aber von der Wissen chaft bereits in Angriff genommen worben stnb. Das Journal der Amerikanischen Medizinischen Vereinigung gibt m einem Leitaintet eine wertvolle Uebersicht über den jetzigen Stand bieier überaus wichtigen Frage und weist zunächst darauf hm, daß die Statistik in dieser Hinsicht den Forscher im Stich läßt. Sie konnte nur dann zur Aufklärung führen, wenn m den Tabellen, die zur Untersuchung ber Erblichkeit bestimmt sind, stets genau vermertt wäre, ob die Eltern die Krankheit schon vor ober erst nach der Geburt des betreffenden Kindes erworben haben. Außerdem wird die Frage ungewöhnlich verwickelt durch die bekannte Eat- sackie, daß sehr viele Menschen zu irgend emer Zeit ihres Levens tuberkulöse Ansteckungen durchgemacht haben, ohne oatz es ihnen ober bem Arzt bekannt geworden wäre. Naegeli hat m emer Reihe von 500 Untersuchungen an Leichen, die rat, »1«« Institut in Zürich vorgenonimen wurden, die verblüffende Tatsache ermittelt, daß alle Personen über 18 Jahren bie Anzeichen cmes entroeber ausgeheilten ober noch in Tätigkeit begriffenen, tuberkulösen Vorganges auswiefen. Dies Ergebitis ist jedenfalls vom Zufall bedingt gewesen, deutet aber mit Sicherheit darauf hin daß die Zahl der tuberkulösen Erkrankungen eine mH größere ist, als sie in irgend einer Statistik erscheint. Dadurch wird es selbstverständlich überaus schwierig und eigentlich unmöglich die Familiengeschichte eines Schwindsüchtigen vollständig zu rannen, vir uui luuyjuynym, ------- , ermitteln. Die meisten statistischen Veröffentlichungen pflegm ucy rahen, will es mir erscheinen, als ob diese Verdächtigungen auch auf Erwachsene zu beschranken oder wenigste'^die: ganz nicht gerechtfertigt wären. Stets habe ich gefunden, daß I jungen Menschenkinder auszuschlichen. dw Am el in großem Frieden mit der übrigen Vogelwelt Lungenschwindsucht unter kleinen Kindern.verhältnismäßig sA Mt1mkdaßd«WZg, die sie ihren Jtm^n zu bringen aber Mc lujerfu Me Pflegt, vorzugsweise aus Regenwürmern besteht, ^ch er- nungeu verantwortlich. Baginski fand unter rund 1400 innere mich, daß ein Amsel- und ein Buchfinkenpaar sich I ^jni)ein Todesfälle an tuberkulösen Krankheiten, Heubner, einige Jahre hintereinander eine Zwergelche zuiu Nestbau - )mk). 75 Äthern im Alter von 9 bis 12 Monaten fast MUsersahen, und daß die beiden Familien in schönster Em- I ö7 y $ und Heller 29 v. H. Nur m den allerersten Monaten tracht die verschiedenen Etagen bewohnten und ihre Jungen bcS redlichen Lebens 'st Tuberkulose fast unbekannt,und dara^ gioßzogen. Auch abgesehen von diesem be ondereu »all, müßte man wohl den Schluß ziehen, daß dw Tubrikuio e ver sah ich niemals das unter unseren Singvögeln bestehende Kindern in der Regel durch Ansteckung «nd «Mdurch unm kcbone Einvernehmen durch raublustiges Gebaren einer bare Vererbung herbeigesuhrt wirb. Die Anstemma l > i Gl SÄi« «"er ««-> in der Ansicht MM W •« »S daßdergegcn diesen Vogel erhobene Vorwurf in der Haupt- st?^«rüLÄng r« kommen pflegen, und die Kinder tuberdilösrr suche ungerechtfertigt ist, möchte ich durch folgendes bc- I @(tenct ^iben selbstverständlich dieser Gefahr in hohem Grads gründen: I ausaeietzt sein. Auf diese Weise erklärt es fich, wie der Olauve Unumstößlich fest steht cs, daß. die Tiere die Gefahren, an die Echlichkeit der ^^rkulose ^berhaupt^entstaiibeu^ch. denen sie ausgesetzt sind, selbst viel besser kennen, alo wir I ^der tuberkulöse . ensch pxu Pflichten gegen sich noch eine viel Menschen. Welchem Naturfreund Ware es noch nicht aufge- holt '^n-- ^t. neben den AMmngebung, ber er burch die fallen, daß mitunter ein ihn eben noch erfreuendes Vogel- Vorsicht im Verkehr mit alt und jung Nachkommen muß. konzcrt plötzlich ohne sichtbare Veranlassung verstummt oder PeintMte ifl. o{s Meifensammler eine Unserer kleinen gefiederten Lieblinge beeinträchtigen. Weml Wattevi le, und ' 'bringt die Pfeife eine MM die Auiscl auch zu diesen gefährlichen Nesträubern ge- | Autorität. Nach {enter Ueberziuguug vringr 1 172 doppelte Offenbarung über die Rasse und den Charakter des Rauchers; eine, die durch die Länge des Pfeifenrohresund eine, die durch die Aufnahmefähigkeit des Pfeifett- kopfes bestimmt wird. Die nordischen Rassen, die mehr arbeiten als die Südländer, geben den Pfeifen mit kurzem Rohr den Vorzug, weil sie handlicher sind als die langen Pfeifen; die südlichen Rassen dagegen lieben gerade die langen Pfeifenrohre, die der Pfeife ein besseres Aussehen ititb eine größere Bedeutung verleihen und sie zur feierlichen Hauptbeschäftigung der Beschäftigungslosen machen. Dasselbe ungefähr läßt sich über die Aufnahmefähigkeit des Pfsifeukopfes sagen: Männer, die nicht viel Zeit zu verlieren haben, wählen ihn klein — ein Fingerspitzchen voll Tabak, vier kräftige Züge, und aus ist's. . . Man hat ja schließlich im Leben noch anderes zu tun! Die Faullenzer, die beschaulichen Naturen, die Menschen, die da glauben, daß Schlafrock und Pantoffeln das A und O irdischer Glückseligkeit seien, lieben die großen Pfeifenköpfe, in denen so viel Tabak Platz findet, daß man für einen halben Tag daran genug hat und eine ganze Wohnuilg damit verräuchern kann. Kurz, man kann mit vollem Rechte sagen: Zeige mir, rvas für eine Pfeife du rauchst, und ich werde dir sagen, wer du bist. . . * Der Geruchssinn des Hundes. In der Physiologischen Gesellschaft zu Berlin berichtete Dr. Otto Ka- lischer über die Ergebnisse seiner Dressurversuche an Hunden, um Gewißheit darüber zu erlangen, iuie weit das Geruchsorgan einzelne Gerüche zu unterscheiden vermöge. Schon vor einiger Zeit war es diesem Forscher gelungen, im Wege der Dressur das absolute Tongehör bei Hundert unzweifelhaft festzustellen. Die betreffenden Versuchstiere .griffen gierig nach den ihnen zugeworfenen Fleischstücken, sobald der Dorr, auf bett sie eben dressiert waren, augeschla- ■gen wurde, während sie bei anderen Tönen, auch wenn sie in der Hörnahe des Dressurtones lagen, die dargebotene Nahrung verschmähten. Dieses Tressürprinzip hat nun Dr. Otto Kaltscher auch zur Prüfung des Hrmdegeruchssiunes angewandt. Er führte der Gesellschaft einen auf den Bitter- nrandelstoff dressierten Hund vor, der iu den promptesten Weise reagierte. Das Tier fraß die mit deut genannten Stoff oder dem ihm gleichduftenden Nitrobenzol imprägnierten Fleischstücke, während es sich von den anders dufwn- den Stücken mit verblüffender Entschiedenheit abivandte. Das gleiche interessante Phänomen zeigte sich bei einem auf den Moschusdust dressierten Hund. Ein drittes Versuchstier, das auf gewisse flüchtige Fettsäuren, auf Jsovaleriansüure eingestellt war,- wenn mau so sagen darf, tvurde zwar nicht vorgeführt, aber es blieb jedem Anwesenden freigestellt, sich int Laboratorium auch von dieser sehr interessierenden Und wohl auch für die Praxis verwertbaren Tatsache zu überzeugen. Diese neue Dressurmethode verspricht für die Erforschung der Funktionen der tierischen Sinnesorgane sehr bedeutungsvoll zu werden. * Wie man in Japan lebt. Wir fted'eit uns gewöhnlich vor, daß Japan, das sich stolz das Reich der aufgehenden Sonne nennt, ein Land voll Licht und Him- melsbläue sei. Und dabei regnet es dort fast 300 Tage ‘int Jahre. Abgesehen von eilt paar Wittterntonaten — so schreibt G. Limo in der „Revista d'Jtalia" — sind in Japan alle Monate des Jahres nrehr oder minder regnerisch. lind wenn es regnet, werden die Straßen für Fußgänger vollständig unwegsam, für Ausländer lvenigsteits, detnt die Japaner kommen ntit ihren Holzschuheu, die unten mit zwei etiva 12 Zetttimeter hohen Querhölzern versehen sind, ganz gut vorwärts. Bekannt sind die nüchterne Lebensweise liitd die Armut des japanischen Volkes. Die Bauern find so arm, daß sie sich ntritt einmal alle Tage den Luxus des Reisessens leisten können, obgleich, ein Kilogramm Reis kaum 14 oder 15 Pf. kostet. Matt ersetzt den Reis durch Gerste, die weit billiger ist. Die Japaner sind alle leidenschaftliche Raucher; selbst die Frauen rauchen häufig die Pfeife, die jedoch so mikroskopisch klein Ist, daß man sie kaum sehen kamt. Außerordentlich billig ist das Fahren ans der elektrischen Straßenbahn: der Preis einer Fahrt betrug früher kaum 3 Sen (ö Pfg.j und ist erst infolge der Kriegssteuer auf 8 Pf. hinaufgeschraubt worden, obwohl manche Straßenbahüstrecke 10 Kilometer lang ist. Als etwas durchaus Notwendiges gilt allen Japanern ohne Ausnahme das tägliche Bad; selbst die ärmsten Seute, die keine Badeeinrichtung int Hause haben, geben täglich 3 Sen aus und gehen in eine der überaus zahlreichen öffentlichen Badeanstalten. Die eheliche Treue gilt als etwas so Heiliges, daß bis vor kurzem — uich auf dem Lande ist es wohl noch heute der Fall — die Nett- vermählte sich die Zähne schwärzen und die Augenbrauen abschneiden mußte, um ztt zeigest, daß sie dem Gatten ihre Schönheit opfere. Bewunderitswert ist der höfliche Ton in den gesellschaftlichen Beziehungen. Jeder tvird mit „San" (Herr) angeredet, die Dienstboten, die Lastträger, die Bettler, und es kommt nicht selten vor, daß die Mutter sogar ihren Jungen mit „San" anspricht. Weit unge- zwnngeuer sind die Japaner in ihrem Verkehr mit den ©Öttern. In den buddhistischen Tempeln sieht man uni den Altar Tamtams mit den dazu gehörigen Schlägeln. Dreimal schlägt der Gläubige die Metallscheibe, um die Aufmerksamkeit des Gottes auf sich zu lenken, tritt dann er auf deut Herzett hat, detttt Konfuzius empfiehlt, daß an beit Altar heran, faltet die Hände und sagt rasch, .was! man Gott nicht mit zu langen Gebeten belästigen soll. Wenn es sich aber einmal um eine längere Sache handelt, wird das Gebet niedergeschrieben und dann mit einigen Pfeuitigett iu einen eigens für solche Zivecke aufgestellten hängen die geschriebenen Gebete überall auf, so daß man Behälter geworfelt. Die Priester sammeln die Pfennige und in einem einzigen Tempel manchmal Taufende solcher „Bittschriften" sieht. — Literatur. — Franz Karl Gtnzkeh: Jakobus und die Frauen. Eine Jugend. Broschiert 3.50 Mk. (Verlag L. Staackmann, Leipzig.) — „Jakobus und die Frauen" ist eilt tiefes, inniges und bedeutsames Buch. Mit feiner Seelcn- analhse werden in diesem Werke die Schicksale des jungen Jakobus Fiedler erzählt, der, ohne Mittler und Geschwister ausgewachsen, in seiner Sehnsucht nach Frauen eine lange Zeit im Dunkeln geht, bis er am Ende seiner JüuglingS- jahre erkennen lernt, daß es mit den Frauen steht, wie mit allem Schönen im Leben — tuen weiß sie dann erst dauernd zu schätzen, wenn der demütig frohe Sinn für Schönheit und Fülle des Lebens int eigenen Herzen reif geworden ist. In dieser Bereicherung des Lebensgefühls» liegt ber ethische Wert dieses Buches. Seine Müdchen- gestalten sind trefflich gesehene Typen, mie sie den Jünglingen gemeiniglich zum Schicksal werden: Das Schulmädchen mit den allzufrüh erwachten Sinnen, denen die „Dnmb- heit" des Knaben nicht gewachsen ist; das Grisettchen mit seiner sinnenoberflächlichen Liebe und endlich das gebildete kluge Mädchen aus der Gesellschaft, die jene große Jugeitd- liebe in ihm erweckt, an der er leidet und reift. Um diese drei Gestalten schlingt sich wie ein romantischer Kranz eine feine rührende Begebenheit, ein Kindheitserlebnis, das in' seiner symbolischen Bedeutung dem Buche jene Weihe gibt, die es aus dem Niveau einer spannenden Erzählung zur Höhe einer ernst zu nehmenden Dichtttng emporhebt. Wahrheiten. Gin Tor ist immer willig, Wenn eine Törin will! H. Heine. Magisches Quadrat. In die Felder nebenstehenden Quadrates sind die Buchstaben A A A A A E E H H M M M M M N N derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend Folgende» bedeuten: 1. Einen Nebenfluß. 2. Land in Asien. 3. Eine Stadt. 4. Einen Vornamen. Auslösung iu nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer r Rebe, Rübe, Rabe, Robe. Redaktion: P. Wittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl 'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.