Mf a L slw ral!|fc Mittwoch den P. Januar 'S s U UI ;.-== HiSSäSä K^W MSMiEW Kelnnriii Don Lonlen- Roman von Ursula Zöge von Manteuffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) , Zwei Tage später begegnete er ihr aus der Straße. Ls war Mittagszeit und sie ging essen. Er grüßte und redete sie an: „Nun, wie geht es, Fräulein Becker?" Die Frage war ziemlich überflüssig. Sie hustete und sah erbärmlich aus. Zuerst sah sie ihn verständnislos und fremd an, dann tagte e»,, ihr lichtloser Mick glitt gleichgültig über den Arm in der Schlinge zu seinem Gesicht empor. Sie zuckte die Achseln unb sagte: „Ach S i e sind es. Wie soll es mir denn gehen? Sie Wissen cs ja." Damit ging sie weiter, ohne Eile ihm zu entrinnen, aber auch ohne Interesse an fernerer Unterhaltung, stumpfsinnig, hoffnungslos. Er sah ihr mitleidig nach. Mein Himmel! dachte er, was gibt es doch für trostlose Existenzen. Und dieser hier ist nicht mal mit Geld zu helfen — ein gcoecktcr Tisch kann ihr Unglück nicht bess.rn. Am nächsten Tage ging er abends in die Oper. Seine Schwester war ausgebeten und hatte ihm- gesagt, daß er wahrscheinlich die Waldheims dort treffen würde. Da er die keine Komtesse nun mal allerliebst fand, ließ er sich das nicht zweimal sagen. Lohengrin ward gegeben und eine berühmte Gästin sang die Elsa. Loysen saß im- Halbdunkel einer Parkettloge — er hatte keinen anderen Platz bekommen können» da das Theater ausverkauft war. Wie er zu den Ranglogen hinaufspähte, um Bekannte zu entdecken, sah er plötzlich die schwarze, schmächtige Gestalt Luise Beckers im Stehparkett. Eingekeilt zwischen mehr oder minder rücksichtslose Ellenbogen, reckte sie das dünne Hälschen vor, um besser zu sehen, gleichgültig gegen ihre Umgebung. Ihre ganze Aufmerksamkeit gehörte der Bühne. Sie sah ganz aschfarben aus und Loysen glaubte zu sehen, wie sie die Zähne in zorniger Qual aufeinander biß. Bald brannten zwei rote F.ecken auf ihren Wangen und die Augen glänzten fiebrig. Sie sah aus wie eine Schwindsüchtige. In der ersten Pause ging er hinaus ins Foyer, ftwach mit dem Logenschließer und sah sich dann suchend um, bis er das Mädchen fand. Es lehnte ermüdet an der Wand mit abwesendem Blick. „Fräulein Becker," sagte er freundlich, „hatten Sie Ver- wcnoung für mein Billett? Ich gehe fort." Diesmal erkannte sie ihn gleich, aber sie sah ihn zweifelnd an: „Ihr Billett? Ich?. Bitte, nur kein Gnadengeschenk!" — und sie legte die Hand aus den Rücken. „Ach Unsinn!" — versetzte er geärgert — „na, da lassen Sie's also bleiben!" — er warf das Billett auf die Diele und kehrte ihr den Rücken. „Alberne Gans!" — dachte er und ging davon. Eine leichte Berührung seines Arm-.s hielt ihn auf. Sie war ihm imchgelausen. Das Billett hatte sie aufgehoben. „Ich wollte Sie nicht beleidigen-." sagte sie, nach Atem ringend, „ich werde mich, wenn Sie wirklich fortgehen, gerne ans Ihren Platz setzen, denn ich bin müde vom Stehen. Aber das ist mir selbst ja im Grunde so furchtbar gleichgültig . .." sie stockte und sprach dann auf seinen ermutigenden Blick hastig weiter: „Wenn Sie wüßten, welche Qualen ich hier leide! — Und doch bin ich so dumm — ich laufe immer wieder hierher — ich spare mir die Groschen vom täglichen Brot ab, um anhörcn zu können, wie andere mühelos leisten, was mir nun für immer versagt ist . . . so fliegt die Motte in die Flamme, sie kann nicht anders" — sie spaltete das Billett zwischen ihren nervösen, ,rn- ruhigen Fingern und seufzte schwer. Er sah schnell nach rechts und links. Der verwöhnte junge Offizier regt- sich. Ganz angenehm iväre es ihm doch nicht gewesen, wenn ihn ein Bekannter eben gesehen hätte. Das Mädchen hatte nicht mal Handschuhe an! Dann schämte ev sich dieser Regung und desto freundlicher sagte er: „Und ich begreife doch, daß Sie Herkommen. Sie können sich doch wohl bei jeder Sängerin, die auftritt, sagen, daß Sie es besser gemacht hätten. Darin liegt Genugtuung, die den Schmerz mildert." Ganz frappiert sah sie ihn an: „Wie Sie das nur erraten haben. Genau so ist cs." Das Klingelzeichen zum Beginn des zioeiten Alles ließ sie auffahren. Ohne Lebewohl oder nochmaligen Dank eilte sie davon und ließ ihn stehen. Er ließ sich von der Garderobiere den Havelock umlegen lind ging von dannen. Einen Augenblick dachte er daran, seine Schwester für dies absonderliche, unglückliche Geschöpf zu interessieren, aber dann verwarf er den Gedanken wieder. Anne Marie konnte ihr so wenig Helsen, wie er. Bon da an begegnete er dem „armen Ting" fast täglich. Er kannte nun die Stunden, in welchen sie das Geschäft verließ nlid müßig wie er war, fand er Zeit genug, gerade dann die Querstraße zu passieren. Immer fühlt« er sich so gewissermaßen v-.rantwortlich für ihr Dasein und d.c Qualen, die sie litt, da er sie gezwungen hatte, die Last, die sic abwerscn wol.tc, wieder auf sich zu nehmen. Sie war nicht mehr so unempfang- lich für ein Wort ermutigender Teilnahme. Namentlich wenn er warmes Wetter und nahen Frühling prophezeite, belebte sich das blasse, hohläugige Gesicht. Sie wechselten immer mir wenige Worte, aber er wußte nun schon, durch welche er sie erfreuen kennte ri-nd das zu tun, erschien ihm wie eine barmherzige Pflicht. Etwa eine Woche war so hingegangen, da sah er sie drei Tage lang nicht mehr. Vielleicht war sic krank., Ohne daß er sich dessen bewußt war, gehörte sie bereits in sein Leben. Sie wird- ja nie auf der Oberfläche des breiten, lichten Stromes erscheinen, der sein schmuck bewimpeltes Lebensschiff trägt, aber da unten in der Tiefe wird ihre dunkle, freudlose Existenz von derselben Strömung wcilergefc-oben, die seine Tage treibt und aneinander schließt. Er bedauerte ihr Verschwinden, da er gerade in diesen Tagen glaubte, durch einen glücklichen Zufall eine Möglichkit für ihre Herstellung gesunden zu haben. Es verdroß ihn, daß er keine Gelegenheit hatte, sie davon in Kenntnis zn setzen. Sollte er im Geschäft nach ihr fragen? Tas konnte — 30 — Mel gedeutet werden nuib dem armen Mädchen nur schaden. Da glaubte er eines Tages ihr Gesicht hinter der GlaS- tiire eines kleinen Handschuhladens in der Friedrichstraße zu sehen. Er stutzte und blickte durch die Scheibe. Natürlich. Das blasse, magere Gesicht mit dem zerzausten Haar war das ihre. Sic stand hinter hem Ladentisch und sortierte Handschuhe. _ Ohne weiteres trat er ehr, sah, daß sic allein war, und rief nnzeremoniell: „Nun sagen Sic mir, Fräulein Lnisane, was soll denn das bedeuten?" Er hatte sich augewöhnt, sic so zu neunen, weil das auch chic der kleinen Freuden war, die er ihr bereiten konnte. Der Name, unter dem sie einst berühmt werden wollte, geriet so doch nicht völlig in Vergessenheit. „Gehören Sic zu Frau Jahns Kunden, Herr von Loysen?" frag sie dagegen. „Wie Sie sehen, bin ich jetzt hier. Ich habe jene Tretmühle gegen diese fast ebenso inhaltlose Beschäftigung vertauscht. Ties zugfreie, ruhige Lokal ist meiner Gesundheit zuträglicher und deshalb roktr ich zufrieden, daß ich die Stellung erhielt." „Davon hätten Sie mir auch ein Wort sagen können, Fräru- lein Luisane. Ich suchte Sie nämlich." „Und weshalb?" Er suchte in feinen Taschen nach. „Das werden wir gleich haben. Vorläufig wünsche ich Ihnen Glück zu dieser llnterhtnft Nun werden Sie sich gewiß erholen und zufriedener werden." Sie schüttelte den Köpf. „Ach, das ist ja alles gleich. Ich vegetiere hier ivie dort." „Nur Köpf hoch und Mut gefaßt. Sehen Sie, was ich Ihnen hier bringe! Nehmen Sie mal diesen Zettel. Er enthält die Adresse eines Arztes, Von bene mir ein Kamerad, der sich ans dem Exerzierplätze heiser geschrien hatte, Wunderdinge erzählte. Jener Doktor will eine Methode erfunden haben, durch welche er jeden Stimmverlust binnen vierzehn Tagen heilt. Na, ivie steh' ich jetzt da?" „Herr von Loysen . . ." murmelte sie — „Herr von Loysen!" Mit zitternden Fingern entfaltete sie den Zettel und starrte auf die Adresse. „Es ist ja nicht möglich — es kann ja nicht sein! — Müßten Sie nur, wie grausam Sie sind!" Das klang ivie ein Aechzen. „Ach was! Es kommt eben auf den Versuch an!". Ihr Gesicht färbte sich dunkelrot: „Solch einen Arzt, der Unter den Linden im ersten Stock jvohnt, kann ich nicht bezahlen. . . ." „Er behandelt Unbemittelte umsonst," log der Leutnant fromm, „ober macht die Preise danach. Gehen Sie nur wenigstens hin, ich denke mir, icenn Sie ihn darum befragen, wird er Ihnen für den Tag eine Mark anrechnen." Nicht ganz sicher kam das heraus. Im Lügen hatte sich Hel- umth Loysen nie geübt. Er meinte, sie müßte erraten, daß er mit dem berühmten Spezialisten ein Abkommen getroffen habe, lvonach derselbe eine gewisse Luise Becker unentgeltlich behandeln, ihm aber die Rechnung znschicken solle. Wenn er sie sieht, hatte Loysen bei sich gedacht, wird es ihm wohl klar werden, daß ks sich nur um ein Werk der Barmherzigkeit handelt, und er wird das Lächeln bereuen, mit welchem er mein Anerbieten quittierte. Tas Mädchen merkte nichts von seinen Gedanken, sie war ein Raub maßloser Aufregung. „Vierzehn Mark fiitb viel Geld für meine Verhältnisse," sagte sie atemlos, „aber ich kann es beschaffen. Ich kann! Noch besitze ich eine Taschenuhr und einige billige Schmucksachen — und wenn bas nicht wäre, mit Freuden würde ich hungern, um bas Geld zu erübrigen' — Ich danke Ihnen" — die Tränen stürzten ihr aus den brennenden Augen. — „ja, ich danke Ihnen für diesen Hoffnungsschimmer!" Eine Tür im Hintergründe des Ladens öffnete sich und eine dicke Madame roat herein. Sie trug ein braunes, weißpuuktiertes Kleid und eine schwarze Spitzenbarbe über glatt gescheiteltem, grauem Haar. Ihr breites, rotes Gesicht war gutmütig, aber eben nicht frei von Mißtrauen. „Nanu? Was gibt's denn zu flennen?" frag sie zögernd. „Habe dem Fräulein ’nen Halsdoktor rekommandiert. Ist ja stockheiser," sagte Loysen. „Und darüber heult sie?" „Glauben Sie nicht an Freudentränen?" fuhr Loysen in bem- selbeir lustigen Leutnantstone fort. „So, und nun bitte um einen Karton feinster Glacös für eine Dame. Handschuhnummer sechs- rinviertel, sechskniöpfig." Tie Ladeninhaberin war sofort dienstbeflissen zur Hand, der Karton wärd verpackt und er belud sich selbst so gut es ging damit. Andere Künden betraten den Laden und er nahm diese Gelegenheit wahr, der Berkäuserin zuzurauneu: „Fräulein Luisane, der Ticken würde ich doch mal alles erzählen. Sie sieht wohlmeinend aus und kann Ihnen vielleicht nützlich sein." „Vielleicht," wiederholte sie lakonisch. Er verließ den Laden und ein Gefühl der Befriedigung kam über ihn. So gelingt es ihm doch noch, dem armen Ding eine Wohltat zu erweisen — weckt der Arzt in ihr auch nur die Hoffnung auf Besseruug, so ist damit schon viel geschehen, denn an ihrer Hoffnungslosigkeit geht sie zu Grande. Damit m!ag diese kleine Episode „Lnisane" für ihn einen beruhigenden Abschluß finden. Er trug kein Verlangen, sie ivieder- zusehen. Nur das große Mitleid, welches ihn für sie erfüllte, hatte ihm geholfen, alle die Härten und den rücksichtslosen Egoismus ihres Charakters erträglich zu finden. Das nwderne Weib war nichts für Helmuth Loysen. Er, der beide Elterir früh verloren hatte und noch betrauerte, hatte kein Verständnis für die Handlungsweise einer Tochter, welche Vater und Mutter reuelos verläßt, um ihre eigenen Wege zu gehen. Wieder verstrich eine Woche, in welcher sich sein Arm besserte, die Schmerzen, die er litt, bemerklich abnahmen und er anfing, die Vergnügungen der Geselligkeit ungehindert zn genießen. Die Erinnerung an das „arme Ding" trat in den Hintergrund. Da erhielt er einen mit schlechter Tinte auf schlechtes Papier geschriebenen Brief, welcher lautete: Mein Herr! Sie prophezeiten mir einst, daß ich Ihnen noch danken würde für das, was Sie meine „Lebensrettung" nannten. Heute danke ich Ihnen. Ich tue es doppelt, denn Sie gaben mich zwiefach dem Leben zurück. Das erste Mal an jenem Abend am Fluß und jetzt, indem Sic mir des Lebens Wert zurückerstatteten. Ich kann wieder an meine Zukunft glauben. Tie ärztliche Behandlung beginnt zu wirken, die Schwäche der Stimmbänder wird lueniger fühlbar, die Heiserkeit läßt nach, der Arzt, welcher anfangs daran zweifelte, macht mir jetzt Hoffnung auf Wiederherstellung meiner Stimme. Ahnen Sie, was das für mich bedeutet? Haben Sie Tank! Luisane. Dias zu lesen freute ihn doch sehr, auch interessierte es ihn. Näheres zu hören, und so trat er schon am nächsten Tage in den Handschuhladen. Tie Stunde war nicht günstig gewählt, der Laden stand voll von Knuden, welche von dem Ladenfräulein bedient wurden. Sie bemerkte ihn 'gar nicht nnb er wartete geduldig. Dabei konnte er nicht umhin, das Mädchen mit einiger Verwunderung zu betrachten. Eine Veränderung schien mit ihr vorgegangen zu fein. Daran war nicht die gelbe Bluse aus billigem Foulard schuld, die sic trug, auch nicht die etwas sorgfältiger geordnete Frisur. Worin es lag, hätte er auch nicht recht sagen können. Ihr Gesicht war so gelblich und spitz wie immer, das Haar rauh und glanzlos — und doch schien das ganze von einem inneren Lebensstrom durchflutet zu fein. Haltung, Bewegungen waren geschmeidiger, und zum erstenmal dachte er: Donnerwetter, hat das Madel ein paar Augen! — Die tote Starrheit des Blickes schien zerschmölzen, sic leuchteten wie zwei glühende Kohlen. (Fortsetuug folgt.) Der Andere. Ein e 3uch t h a n s Phantasie. Nachdruck verboten. Er hat es vernommen, sein Todesurteil, in strammer Haltung und mit der Selbstbeherrschung, die er sich auferlegt hatte in den furchtbaren Stunden, da er vor seinen Richtern stand. Nun wurde er in seine Zelle abgeführt. „Zum Tode" summte es ihm in den Ohren, uud immer wieder in endloser Wiederholung glaubte er den Urteilsspruch zu vernehmen, glaubte er das uuheimliche Flüstern und Rauschen zu hören, das durch das Auditorium ging, als der Obmann der Geschworenen das Verdikt verkündet hatte. — Run war ja alles vorüber — vorüber die entsetzlichen Stunden, da ihm die Furien der Verzweiflung den! Gedanken zu seiner Schreckenstat eingeraunt, vorüber die titanische Anspannung aller seiner Geisteskräfte, als es galt, im Angesichte seines röchelnden Opfers die Maske des mitleidsvollen Hausgenossen vorzunehmen, vorüber die blitzartig aufzuckenden Schreckbilder einer möglichen Entdeckung durch ein unüberlegtes Wort, durch eine unbewachte Miene — vorüber e..blich die Folterqualen des Geständnisses und die Martern des zweitägigen Dramas int. 31 Gerichtssaale, dessen! fluchbeladener HeIV er war. Nun bleibt ihm nur noch der kurze passive Schlußakt übrig, um die Tragödie zu beschließen. — „Zum Tode". Mußte es ikun nicht fast wie ein versöhnender Abschluß einer furchtbar qualvollen, an entsetzlichen Seelenmartern reichen Buße erscheinen, dieses, Ruhe und Frieden verheißende Todesurteil? In tagelangem dumpfen Hinbrüten, in den schreckhaften Träumen der Nächte hatte er fick hundertmal selbst verdammt, und dennoch regte sich wieoer in ihm eine Stimme, die um Mitleid flehte. Diese wilde dämonische Kraft, die all sein Denken und Fühlen umklammerte, die seine moralischen Triebe niederrang und ihn unaufhaltsam in sein Verhängnis trieb, war ja nicht er selbst — nein, nein, das war ein fremdes, ein unheimliches elementares Wesen, das von seiner Seele Besitz genommen, Ivie das Krank- heitskontagium von: Körper Besitz nimmt. Ja, aber wie kam es dann, daß ihn die Schreckenstat nicht aus seinem Traumzüstande weckte, wie konnte er im Angesichte seines hingestreckten blutenden Opfers an die Beraubung denken? Und all die raffinierten Täuschungsversuche, um von der Spur abzulenken, waren sie auch die halb bewußtlosen Handlungen eines Manioken? Er saß in seiner Zelle und stöhnte, und-wie der Schmerzlaut eines verwundeten Tieres rang es sich los von feiltet beklommenen Brust. Und wieder, wie feit Wochen und Monaten zog die wilde Jagd der Gedanken an seinem inneren Blick vorüber. War er denn ganz allein der Schuldige? Sollten nicht die Umstände, die Not, die Lieblosigkeit der Menschen, diesen Dämon in ihn gepflanzt haben, der seinen.Geist verdüsterte und seinen Arm zur Schreckenstat zwang? Und er wiederholte sich das Verdikt der Geschworenen, in welchem die Frage auf Straffreiheit wegen Ausschlusses der freien Willensb estimmnn g (§ öl R.-Str.-G.-B.) mit acht Stimmen verneint, mit vier Stimmen jedoch bejaht worden war. Also es gibt Mitmenschen, die Mitleid mit ihm fühlen, die seine Tat als in einem Z u stand von Bewußtlosigkeit begangen, betrachten. Seine Kehle schnürte sich zusammen bei diesem Gedanken, zitternd faltete er die Hände und heiße Tränen flössen über seine Wangen. O könnte er vor diesen vier Edlen niedersinken, ihre Knie umklammern, den Saunt ihres Kleides küssen und heißen Dank stammeln für ihre MitletLs- tat! Zum erstenmal seit Monden entlastete ein tiefer Seufzer feilte kummerschwere Brust. Diese vier Männer hatten also demselben Gedanken feierlichen Ausdruck gegeben, der sich schüchtern und zaghaft in den qualvollen Stunden der Reue und Selbstanrlage bei ihm hervorgewagt, daß. ein Fremdes, ein Anderes in ihm die unheilvolle Tat vollbracht. In feine Zelle drang der Sonnenschein des Frühlings: Vogelgezwitscher verkündete ihm das Wiedererwachen der Natur — für ihn gibt es keinen Frühling mehr — für ihn keine Menschenliebe, keine Daseinsfreude mehr — aber die vier Stimmen: Ia senkten für kurze Zeit Balsam und Frieden in die sturmdurchwühlte Brust. Er schlummerte ein und der Tranmgott entführte ihn in die ärmliche Stube, in der er an der Seite seines Weibes gedarbt und gehungert, gesorgt und gelitten hatte. Aber nun erschien sie ihm als ein Paradiese Wie leicht, wie federleicht wog all das Ungemach, das sie erdulden mußten! Wie reichlich wog das alles ihre Liebe auf und das stolze, beglückende Bewußtsein der Schuldlosigkeit. Denn seine Schuldlosigkeit haben ihm vier ehrbare, gute und rechtliche Männer bestätigt und nun jubelt es in ihm und er fühlt sich so froh, so leicht. Ist denn die glänzende Sonne nichts? Ist Leben und Atmen in der goldenen Freiheit nichts? Und ist es nicht das höchste Glück, von einem andern Wesen geliebt zu werden? — Was Sorgen, was Armut! Braucht er es besser, als Millionen seiner Brüder, die täglich den heroischen Kampf mit Elend trnd Not auskämpfen für sich und die Ihren, nicht rechts noch links sehen und still ihre Pflicht tun? Und so von der Wiege bis zum Grabe — Millionen.und Millionen — nichts, als Elend und Not: aber sie bleiben aufrecht, denn sie sind ehrlich und frei von Schuld! Frei von Schuld! O wie das Bewußtsein die Wunde in der Brust kühlt und lindert. Denn das, was ihn so lange bedrückt, das trifft nicht ihn. Das hat der Andere getan! Er selbst war ja stets so mit» leidig, so hilfsbereit; er hätte jede Minute feilt Herzblut gegeben für den, den er liebt. Und wie hat er gestrebt? Ein Vorzugsschüler, musterhaft in Sitten und dann ein diensteifriger Offizier — leichtsinnig war er — ja — aber wer kommt über all das Ungeinach ohne ein bißchen Leichtsinn hinweg — und jähzornig war er auch — und die Liebe und der Leichtsinn, die machten ihn zum Diebe--- Immer schwerer hob sich die Brust des Schlafenden; der friedliche Ausdruck verschwand von feinen Zügen, er stöhnte schmerzbeklvmmen auf und da — da zeigte ihm der Traum sein blutendes Opfer mit weitaufgerissenen Augen — und mit der Wucht eines Dampfhammers fiel es nieder auf seine Brust: Die Schuld, die Schuld! „Die vier Männer sprechen dich nicht los," so schreit es in ihm auf; „auch in deiner eigenen Brust streiten dieselben Stimmen miteinander. D e r A n d e r e i st i n d i r! Du hast ihn gehegt und aufgezogen. Dieser Arm hat die ruchlose Tat begangen, dieser Kopf hat sie ausgesonnen; dieses Herz ist nicht still- gestanden, als das Opfer sterbend verröchelte — —" Er wachte auf, in Schweiß gebadet. „Die Sühne, die Sühne!" murmelte er. „Auch ich kann die Stimmen nicht zum Schweigen bringen, die nach Vergeltung rufen." Die letzten Dämmerlichter der nittergehenden Sonne verglömmet!. Der Gefangene starrte unbeweglich vor sich hin, und wieder begann die nutzlose, wilde Jagd der Gedanken, das schlafverscheuckende Brüten, aus dem er nur zeitweilig anfschreckte mit der wahnwitzigen Frage: „Hab' ich's denn wirklich getan?" Caufrede S. $. „Gießen". Gehalten von Geheimrat Professor Tr. Will aus Grünewald bei Berlin. Unlängst fand, wie wir mitteilten, auf der Werft Vulkan in Vegesack die Taufe eines neuen Dampfers des Norddeutschen Lloyd auf den Namen „Gießen" statt. Die Taufrede hielt der Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Will aus Grünewald bei Berlin, ein geborener Gießener. Sie wurde uns von seinen hiesigen Angehörigen zum Abdruck freundlichst überlassen. Hier ihr Wortlaut: Wit dem Heranwachsen unseres neuen deutschen Reiches ist auch in unserem Volk der alte Hansatrieb wieder kräftig ins Leben getreten. Ein guter Teil der Energie unserer Industrie hat sich freudig in den Dienst der großen Aufgaben gestellt, die auf dem Wasser geleistet werden müssen. Bor 40 Jahren mag es eine Ausuahnte gewesen sein, wenn ein Deutscher sich aus dem Wasser zu Hause fühlte, heute ist es aber wohl die Regel, daß unsere jungen Männer ihre Ausbildung noch nicht als vollendet au- schen, solange es ihnen nicht vergönnt war, die See und überseeischen Länder aus eigener Anschauung feinten zu lernen. Das gilt heute nicht nur für die Jungen von der Wasserkante, nein auch für uns Binnenländer. Und wenn es auch wohl zutreffen mag, daß der letzteren einer, wenn er zum ersten Maie nachts auf hoher See int Sturm die Wogen an die Schiffswand toben hört und das ganze Gebäude in allen Fugen erschüttert fühlt, eiiteg bänglichen Gefühls sich schwer erwehrt und erwägt, ob des Schiss dein Sturm standhatten kann, — bald weicht die Sorge festem Vertrauen auf die Zuverlässigkeit von Schiff und Führung, und beim Landen erfolgt der Abschied vom Schiss gewiß nicht ohne ein lebhaftes Gefühl des Bedauerns darüber, daß der Schutz und Schirm nun fehlt, den cs aus dem Wasser gewährte. Man gewinnt solch ein Schiff lieb auf der See, wie sein eigen HauS und Heim. So wenigstens gings mir bei allen meinen Fahrten, die mich auf den Schiffen des Lloyd über den Ozean gesiihrt. Sie werden es begreiflich finden, daß mit dieser Er- fahrung cs mir eine Freude ist, Mitwirken zu können bei der Taufe eines solchen Schiffes. Eine doppelte Freude, da das Schiff durch den Namen in eine gewisse Berbindung tritt mit meiner lieben Vaterstadt. Tie kleine Lahnstadt Gießen, die Stadt Liebigs, die Ge- bnrtsstadt Hofmanns, hat in der Geschichte einen guten Klang, Bei der Feier des dreihundertjährigen Jubiläums der Universität ist aus berufenstem Munde darauf hingewresen worden, daß Universität wir Bürgerschaft niemals hinten marschiert sind, wenn es galt, Bahn zu brechen auf dem Wege der Wahrheit! und des nationalen Fortschritts, und daß beide Körperschaften allemal guten Kurs gehalten haben, wenn.es galt, ihnen nn- vertrante Güter treu zu bewahren und sicher zu bergen. So möge beim dem Schiff der Name eine gute Vorbedeutung sein. Möge auch ihm vergönnt fein, niemals zurückzubleiben, wenn es gilt, die deutsche Flagge voranzntragen; möge es allezeit einen glücklichen Kurs haben und so die ihm anver- tranten Güter sicher behüten trotz Sturm und Wogen und Wind und jeglicher Fährnis, und sie tzwhlbehalten im erstrebten Hafen landen. Möge es ein neues Ruhmesblatt werden im Buche der. — 32 Schöpfungen der großen Gesellschaft,,die uns heute hier vereint, ein neues Zeichen tüchtiger gründlicher deutscher Arbeit, em taugliches Werkzeug zu dem stets wachsenden Wettkampf der Bolter im Verkehr auf der See. Ich taufe dich aus deil Namen „Gießen . Fahre hm in dein Element, fahre wohl! Vermisstes» ' W a s i st e i n I o ii r n a l i st? In einem russischen Blatte er'ählt Tschechow: Eine hochgestellte Peisönlichkcit hat von dem Journalismus folgende Erklärung gegeben: „Ter Journalist , sagie der Herr, „must das vornehme Wesen eines vollendeten Edel- niannes und das harte Fell eines ägyptischen Esels haben, ^.er Journalist muß ferner Nerven von Stacheldraht haben; er muß clle§ qcfcrnt hnben unb fo tun, als ob ev nicbiö lvusue, ober er ttuifj nicl)t$ tviffcn unb fo tun, ob er alles wußte» tiuiB ein Blatt, für das er arbeitet, mit Verve zu verteidigen wissen und erlangt dafür das Recht, acht Tage nach seinem Tode vergessen zu fein." ......... K. Die Dienstbotenfrage als Universitats- fr »bin ,n. Wir lesen in der von Marie Heller herausgegebenen „Teutscben Dienstbotenzeilunq": Daß die Tienstbotenirage, die bisher ausschließlich in das Gebiet der Hausfrau gehörte und von den Männern mit gebührender Verachtung zurückgewiesen wurde, noch einmal ihren Weg in den Hörsaal der Universität finden würde, hat wohl niemand je geahnt. Unb doch ist es eine Tatsache. Allerdings kommt uns diese Neuerung, wie so manche andere, von Amerika. Dort wird in diesem Winter an der Columbia-Universität eine Vorlesung gehalten über das „Dienstboten-Problem", die von der soeben an dieser Universität ins Leben gerufenen „Abteilung für häusliche Angelegenheilen" eingerichtet ist. Es sind Einladungen an alle interessierten Kreise ergangen, daran leilzunehnien, da die Sache von größter Wichtigkeit sei. ' Infolgedessen wohnte der Eröffnungsvorlesuug eine zahlreiche Versammlung von Frauen bei. Das Interessanteste an der ganzen Angelegenheit aber ist, daß ein Alaun, und zwar der nenetnaimte Professor der „Abteilung <üv häusliche Angelegenheiten" Al. Rubinow, diese Vorlesung hält. ipc. Was d i e Rinderpest kostet. Tr. Georg Turner, ein Nistglied des öffentlichen Gesundheitsanstes zu Transvaal, wird demnächst von seinem Posten zurücktreten und nach England zu- rückkehren. Tr. Turner ist der Entdecker des Serums gegen die Rinderpest. Diese Seuche bat in den früheren Jahren den Einwohnern von Transvaal, die sich in erster Linie mit Viehzucht be- sckästigcn, enormen Schaden zugestigt. Lord Roberts hatte seinerzeit die Berufung Turners in das Gesundheitsamt nach Transvaal veranlasst. Alan glaubt, nickst zu hoch zu grei'en, wen» man behauptet, daß durch das Nmdervestserum die Einwohner von Transvaal vor 120 000 000 Alk. Schaden bewahrt worden sind. * Vom Arzt zum Hochstapler. Ein abenteuerliches Leben hat der aus Dresden gebürtige frühere praktische Arzt Dr. med. L. hinter sich, der in London verhaftet wurde und in Hamburg eingetroffen ist. Der im 29. Jahre stehende Dr. L., der ehemals ein gesuchter Arzt war, hatte sich ein Vergehen zu schulden kommen lassen, das ihn zwang, seine Praxis aufzugeben. Er begab sich dann zu Verwandten nach München, die ihm in einem ihrer Zweiggeschäfte eine Stellung als Kommis überwiesen. L. beging dort große Unterschlagungen und ergriff die Flucht; er wandte sich zunächst nach Karlsruhe, wo er schließlich in einem Hotel als Kellner angenommen wurde. Aber auch dort war seines Bleibens nicht lange, da inzwischen ein Steckbrief hinter ihm erlassen worden war. Er. stahl einem Gaste aus dem Zimmer einen wertvollen Brillantschmuck und flüchtete abermals. Die Recherchen ergaben, daß er sich in England verborgen hielt. Auf Ersuchen des dortigen deutschen Konsuls wurde er ausfindig gemacht und verhaftet. In Hamburg wurde er von der Kriminalpolizei an Bord des Dampfers in Empfang genommen, nm demnächst nach Karlsruhe übergeführt zu werden. * Eine Ehescheidung in fünf Minuten. In Deutschland und in andern europäischen Landern ist ein Ehescheidungsprozeß mit zahllosen Formalitäten und mit endlosen gerichtlichen Komplikationen verbunden. In Neuseeland, wo alles rascher geht als bei uns, scheint man nicht so viel Umstände zu machen. Ein Bürger von Wellington war das Opfer alles möglichen und erdenklichen ehelichen Unglücks. Da die Gattin dem Hause oft ganze Tage lang fern blieb, ging dem Manne die Galle über: er trat eines Morgens vor den Richter seiner Vaterstadt New Plymouth und beantragte die Auflösung seiner Ehe. „Ihr Name?" fragte der Richter. — „Arthur John Taylor." — „Sie sind der Kläger?" — „Ja." — „Sie beschwören, daß Ihre Frau nie zu Hause ist?" — „Ja." i-i „Schön! Die Scheidung ist vollzogen!" — John Taylor hatte nicht einmal Zeit gehabt seinen Ueberzieher auszuziehen: fünf Minuten, nachdem er den Gerichtssaal betreten hatte, kam er strahlenden Angesichts als freier, unbeweibter Mann wieder heraus. * Ein Erlebnis mit der Stiefelputz maschine schildert der Londoner Berichterstatter der „Voss. Ztg." in launiger Weise wie folgt: Neulich hat ein Herr, der sich am Viktoria Bahnhof die Stiefel von einer automatischen Schuhwichsmaschine reinigen ließ, die Entdeckung gemacht, daß der menschliche Schuhputzer dem mechanischen noch immer überlegen ist. Wenigstens kann man dem zweibeinigen Schuhputzer begreiflich machen, wenn man genug hat. Der Entdecker dieses Erfahrungsgesetzes setzte sich voll Swlz und Zuversicht in die mechanische Erfindung deK Jahrhunderts auf den gepolsterten Sitz. Er ließ die Kupfermünze in den Einschnitt gleiten und bemerkte mit Befriedigung, wie die Bürsten sich mit erstaunlicher Behendigkeit in Bewegung setzten. In drei Minuten glänzten seine Stiefel wie poliertes Messing, ht 10 Minuten leuchteten sie wie der Mond in einer frostigen Nacht. In 20 Minuten war aller Glanz wieder verschwunden. Abe« die fleißigen Bürsten rasten weiter, ohne sich Ruhr zu gönnen. Ter Herr fing an, ängstlich zu werden unb versuchte es, fein« Füße loszukriegen, aber umsonst. Er vertraute den ihn bemitleidenden Schutzmännern und den Gepäckträgern, die ihn umstanden, an, daß er einen gewissen Zug nicht verfehlen dürfe. Und der Zug fuhr in fünf Minuten ohne ihn ab. Ti« mitleidigen Zuschauer klopften an der Maschine unrher, aber sie ließ sich nicht erweichen und bürstete flott weiter. Tann zerrten sie an den mechanischen Vorrichtungen herum, aber sie gaben nicht nach. Ter Herr auf dem Polstersitz gebrauchte Ausdrücke, die einem Fischweib die Schamröte ins Gesicht getrieben hätten. Aber niemand hörte die Flüche und Verwünschungen; denn feine Befreier bearbeiteten um diese Zeit mit Hammer und Zange die rastlose Maschine. Zwei Stunden lang hämmerten und zerrten und rissen und klopften die Befreier, bis schließlich die in kleine Stücke geschlagene Maschine den gefangenen Herrn freiließ, der für seine Kupfermünze weit mehr erhielt, als er zn erwarten berechtigt war. Rodlers Rertjahrslied. Wir rodeln unb wir jodeln am dichtverschneiten Berg, Bald liegt der Schlitten links, bald rechts, bald überzwerg; Doch suchen wir die Knochen zusammen rings im Schnee Und wieder geht es mutig hinauf zur steilen Höh'. So sausen auf dem Schlitten wir flink ins neue Jahr. Mög' stets so flott es gehen, wie heut' so immerdar! Tenn auch das Leben gleichet so einer Rodelbahn; Es führt mit Scherz und Mühen bergab uns und bergan. —* Toch legt es tückisch Gräben unb Steine uns in Weg, Nur flink mit Gottvertrauen unb Mut darüber weg! Tann stehen gute Geister dem Mut'gen heimlich bei. Sie ebenen und glätten. — „Glück auf!" Tie Bahn wird freit Gießen. V. M. Entbaltsarnkeit ist das Vergnüaen An $mgen, welche wir nteilt kriegen. Wilhelm Busch. Rätsel. Tas Erste ist ein Adjektiv, Ze int Mangel und Entbehrung; ES ist ein mmcmütüch Ting Unb spricht nur von Verwehrung. Jedoch von einem Substantiv, Tas sehr genehm den Leuten, Kann es als doch geschätzies Wort Erwünschten Glanz bedeuten. Das Zur ne hat sich als Getränk Teu Aleulclieu bold erwiejeu, Doch wui de es, soviel ich weiß, Von Dichtern nie gepriesen. Das Ganze mimt dir einen Mann, Beliebt in allen Kreisen. Ja, meistens er bcgleiiet gar Tie Fürsten au! den Reisen. A. A m m a n n, Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Zahlcnrätsels in voriger Nummer: Eislauf — Ibsen — Sonne — Laim — Amor — Ulme — Fried*, Rcdakuou: V. Witiko. — Roiativnsdruck und Berlaa bet Brühl 'scheu ilmversiiäts-Buch- und Stelndruckerei, DL Laune, Gießen.