1908 Nr. 108 BM sTjffliH ^WW! Im BMW John Darrows Tod. Roman von Melvin L. Severy. . (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Was habe ich getan?" fragte ich. „Was Sie getan haben?" schrie er, außer sich vor Wut. „Ich will's Ihnen sagen. Sie haben durch ein Zaubermittel das Herz meines Weibes gewonnen. Ihr Name, Ihr verfluchter Name, weicht nie von ihren Lippen. Ihn allein hat sie als Antwort auf mein Bitten, mein Beschwören. Selbst int Schlafe fährt sie auf und ruft nach Ihnen. Von Tag zu Tag sinkt und welkt sie mehr dahin wie eine Lotosblume, deren Wurzel zerschnitten ist; doch immer und allezeit ist Ihr verfluchter Name in ihrem Munde und treibt mich zum Wahnsinn, bis ich endlich einen heiligen Eid getan habe, Sie umzubringen und den Zauber, mit dem Sie Lona umwoben haben, zu brechen." Wäre er in diesem Augenblick auf mich los'gcgaugen, er hätte mich widerstandslos wie ein Kind gefunden, so überwältigt war ich von der plötzlichen Freude, die michlergriffen und alle Schwermut ausgetilgt hatte. Seine haßerfüllten Worte waren wie eine Fackel, die in das Dunkel meiner Verzweiflung leuchtete; sie hatten mir gezeigt, daß mein Dasein nicht völlig öde und nutzlos gewesen war; denn das Leben, das den Himmel treuer Liebe kennen gelernt hat, kann kein verfehltes sein. Keine Mauer ist so hoch, keine Entfernung so groß, keine Trennung so vollständig, daß nicht zwei liebende Herzen einen Weg zur Verständigung fänden. So war also Lona trotz aller Hindernisse mein. Wie verwandelt war mir jetzt alles! In einem Augenblick wurde das Leben zu einer unsäglichen Wohltat, denn es ließ mich empfinden, daß ich geliebt wurde, und der Tod hatte einen neuen Schrecken gewonnen durch die Furcht, jene süße Empfindung zu verlieren. Aus meinen Gedanken wurde ich durch Rama Ragobahs Worte jäh geweckt. „Kommen Sie, Sahib", sagte er, indem seine dicken Lippen sich spöttisch emporzogen, „wollen Sie nicht einmal Ihren Zauber an mir versuchen? Eine bessere Gelegenheit werden Sie nicht leicht finden." Und wieder machte er mit dem' blitzenden Messer eine leichte Bewegung. Der Mond, der jetzt tief am Horizonte stand, sandte einen breiten Lichtstreifen in den Eingang der Höhle und über den Kopf und die Schultern des Inders. Das kalte Licht strahlte von der Klinge, die drohend über mir gezückt war, zurück. Die Krisis war eingetreten. Im Moment der höchsten Gefahr kom'mt manchmal eine Eingebung — blitzartig, unbegreiflich —, die man durch ruhiges kühles Nachdenken nie gewonnen hätte. Schon hatte der Inder seinen rechten Arm bis zum Ellbogen entblößt, ehe ich meinen verzweifelten Plan, an den mein Lebcnssaden fich lose knüpfte, gefaßt hatte. Als Ragobah dicht vor mir war, ergriff ich den großen, weißen Solahut, den ich aufhatte, und schleuderte ihn gerade in sein Gesicht. Es war ein Schuljungenkniff, aber das einzige Verteidigungs'mittel, das mir in meiner verzweifelten Lage einfiel. Unwillkürlich machte Ragobah eine ausweichende Bewegung, schloß seine Augen und hob zum Schutze seine rechte Hand mit dem Messer. Ich sprang im' selben Augenblick, als ich meinen Hut warf, auf ihn zu und erreichte ihn so, ehe er seine Augen wieder geöffnet hatte. Ich hatte seine Bewegungen richtig berechnet und irrte mich nicht. Als ich bei ihm war, war sein Kvpf etwas nach vorn und unten geneigt, um deu Hut darüberweg fliegen zu lassen. Seine Lage konnte für mich nicht günstiger sein. Ich fuhr ihm mit der Faust gegen den vorstehenden Unterkiefer nicht weit von der Halsschlagader. Der Stoß saß so gut, und die Verzweiflung lieh mir solche Kräfte, daß fich seine Füße vom Boden hoben itnt> er rückwärts aus der Höhle flog, wo er regungslos liegen blieb. Jetzt war er in meiner Gewalt; ich packte feinen: Dolch und beugte mich über ihn. Wörte können den Haß und Abscheu, der mich damals und stets gegen ihn beseelte, nicht ausdrücken. Immer hatte er als finstere, undurchdringliche Masse zwischen mir und der Sonne meiner Seligkeit gestanden. Ich hatte den Dolch schon gezückt, als plötzlich ein Gedanke mir den Arm lähmte, derselbe Gedanke, der mich auf dem ganzen Wege zur Höhle verfolgt hatte, nur jetzt in einer neuen Form. Wenn ich den Mann zu meinen Füßen tötete, und Lona war gestorben, ehe ich zu ihr kam, so war nach menschlichem' Ermessen keine Möglichkeit mehr, jemals den Grund ihrer geheimnisvollen und schrecklichen Verwandlung gegen mich zu erfahren. Nein, der Mann, der dies Geheimnis zweifellos mit ihr teilte, sollte am Lebest bleiben, aber ich wollte ihn unfähig machen, mich zu verfolgen/ Die Zeit drängte, denn er hatte angefangen, sich zu regen/ und erholte sich schnell. Da nahm ich einen Felsblock und warf ihn mit aller Kraft, die ich aufwenden konnte, auf seinen linken Fuß. Trotz seiner gewaltigen Körperkraft waren seine Hände und Füße kaum größer als die einer Frau, und die feinen Knochen knickten wie ein Rohn Als der Stein seinen Fuß zermalmte, schien ihn der Schmerz sofort zum vollen Bewußtsein zurückzubringcn, und er brüllte wie ein wütender Büffel. Ich schaute mich nach ihm um, während ich den Hügel hinabeilte. Er hatte den Stamm' der Banane umschlungen und richtete sich auf dem rechten Fuße auf. Auf seinem vom Mondschein bestrahlten Gesicht malte sich' ein Ausdruck, den ich nie vergessen werde. Wie unter dem Bann des Schreckens blieb ich an den Boden geheftet. Wild schüttelte er die Faust nach mir, und gellend kam es aus der Tiefe seiner Kehle: „Du ungläubiger Hund ! Du kannst eher den Himalaja mit einem seidenen Taschentuch wcgfegen, als Rama Ragobahs Grimm entgehen. Geh! Vergrabe dich in den verborgensten Winkel des entlegensten Landes, und Ragobah und der Tod werden unvermutet in der Nacht über dich kommen!" Das waren die letzten Worte, die ich von diesem Teufel in Menschengestalt vernahm, aber ich weiß, sie sind prophetisch, und er wird seinen Eid halten. Ich stürmte in die Stadt zu seinem Hause und erfuhr, daß Lona tot war. Sie war mit meinem Namen auf ihren Lippen gestorben, — eine treue Dienerin von ihr vertraute mir's an — ihr Geheimnis, die Erklärung ihres unbegreiflichen Verhaltens in jener Nacht, hatte fie mit sich hinübergenommen. Aber seltsam! Während ich Ragvbah verschont und am Leben gelassen hatte, um durch ihn möglicherweise — sei es mit Gewalt, sei es durch 430 List — die Lösung des Rätsels zu erhalten, ging dieser Gedanke jetzt für einige Zeit völlig unter in meinem übermächtigen Schmerz. Lona hatte mich geliebt bis zum letzten "Hauch, —• das war wie die Verheißung einer neuen Seligkeit. Aber sie hatte vergeblich auf mich gewartet, fie hatte mit ihrem letzten Atemzug umsonst nach mir gerufen, — das war für mich eine unerträgliche Marter! In halber Geistesgestörtheit entfloh ich mit dir, mein Kind, aus der Stadt, wo so Furchtbares geschehen war, ging nach Anierika und vergrub mich in der Einsamkeit eines öden Gebirges. Als ich endlich ruhiger geworden war, — es hat lange, lange Zeit dazu gehört! — wurde zugleich auch der Wünsch in mir wieder wach, das Rätsel von Lonas damaligem Verhalten zu lösen, obwohl die Gewißheit ihrer Liebe bis zum letzten Hauch diesem Wunsche viel von seiner Gewaltsamkeit nahm. Darum kamen neben ihm and) andere Erwägungen zum Wort. Vor allem hat mich die Liebe zu dir, die mich nach und nach säst gegen meinen Willen deM Leben zurückgewann, davon zurückgehalten, die Nachforschungen, die fast mit Notwendigkeit Ragobahs Haß auf meine Spur lenken mußten, mit dein erforderlichen Nachdruck zu betreiben. Dir zu Liebe kehrte ich aus der Einsamkeit in die Welt zurück, aber ich änderte meinen Namen, um dem Todfeinde keinen Anhalt zu bieten. Erst viele Jahre später, als alle jene Ereignisse auch für mich allmählich verblaßt waren, habe ich bei der Uebersiedelung hierher meinen wahren Namen wieder eingenommen. Ganz aus den Augen verloren habe ich aber trotz meiner scheinbaren Gleichgültigkeit jene Nachforschungen niemals, und ich war glücklich, als sich mir vor einiger Zeit die Gelegenheit bot, sie ohne direkte Beteiligung meiner Person wieder aufnehmen zu können. Ich habe mir in Amerika einen einzigen treuen Freund gewonnen, — du wirst dich vielleicht des "Herrn Siddons erinnern, obwohl du noch klein wärest, als wir ihn zuletzt sahen, ■— der mir vor kurzem durch seine Uebersiedelung nach Bombay die Möglichkeit schuf, ohne jedes Aufsehen durch seine Hilfe jene Nachforschungen wieder aufzunehmeu. Er ist mir unbedingt ergeben und über alles Geschehene genau unterrichtet; ich verweise dich an ihn, falls du einmal seinen Rat oder seine Unterstützung für die Lösung dieses traurigen Geheimnisses nötig haben solltest, das mit meinem Leben so unheilvoll verknüpft war und voraussichtlich mit meinem Tode in gleicher Weise verknüpft fein wird. Du findest einen Brief von ihm mit seiner genauen Adresse in der Brieftasche, die ich stets bei mir trage. Wie der Brief dir sagen wird, hat Herr Siddons die Nachforschungen für mich in Bombay bereits mit aller Vorsicht ausgenommen, aber bisher nichts erfahren können, als daß Ragobah die Stadt vor kurzem verlassen hat, ohne daß man zu sagen wußte, wohin. Diese Nachricht ist es gewesen, die meine Aufregung in letzter Zeit so sehr gesteigert hat. Immer häufiger haben die schrecklichen Träume sich wiederholt, die mich ängstigen, auf Schritt und Tritt sehe ich mich von einem unsichtbaren, grausamen Feinde verfolgt. Zugleich freilich ist auch die Erinnerung an Lonas Liebe wieder mit aller Kraft erwacht. Aus der Finsternis meiner Vergangenheit strahlt sie mir wie ein glänzender Stern. Sie war der Pol meiner Seele alle diese langen Jahre hindurch! Es bleibt nur uoch wenig zu sagen. Ich werde den Tod finden, wie ich schon angegeben habe — ich bin dessen sicher — und niemand wird den Streich sehen, der mich trifft. Vergiß es nicht: wie ich jenes indische Mädchen mit einer Leidenschaft geliebt habe, die keine Todesnot auslöschen kann, so verabscheue ich meinen Nebenbuhler mit grenzenlosem, verzehrendem Haß; denn ich weiß es, jener Dämon hat auch meiner zarten Lotosblume das Leben geraubt. Er wird sein Werk an mir vollenden; sollte es aber feiner Schlauheit gelingen, sich dem Galgen zu entziehen, so wird meine Seele niemals Frieden finden. Denke daran, mein teures Kind, und halte dein Versprechen, daß Gott dich segne, wie ich es tue." Es dauerte eine ganze Weile, nachdem Florence zu lesen aufgehört hatte, bis einer von uns das Wort ergriff. Der Bericht und die eigentümlichen Umstände, unter denen er vorgelesen wurde, 'achten einen tiefen Eindruck lauf uus. Schließlich sagte Maitland m gedämpftem Tone, als scheue er sich, den Bann, unter dem wir och standen, zn brechen: „Nun wollen wir vor allem die Briese uchen, von denen dieses Dokument spricht: den des indischen Mädchens und den des Herrn Siddons; auch das Testament müssen -vir finden." Florence ging zu dem Schubfach, in dem ihr Vater seine Privatpapiere verwahrt hatte, und holte nach einigem Suchen nicht allein den Brief Lonas, sondern auch das Testament ihres Vaters hervor. Während sie so beschäftigt war, trat Maitland an den Toten heran und zog behutsam die Brieftasche aus seinem Rocke hervor. Auf das Schreiben Lonas, das Florence ihm bann zuerst reichte, warf er einen schnellen Blick und sagte: „Sic haben seinen Inhalt ja schon gehört. Mit Ihrer Erlaubnis behalte ich den Brief. Hier ist auch der andere mit Herrn Siddons Adresse, die wir vielleicht einmal gebrauchen können. Nun das Testament." Er empfing es aus Florences Händen, und sein Gesicht verdüsterte sich beim Lesen des Inhalts. Dann sagte er: „Die Zinsen von der Versicherungssumme erhält Fräulein Darrow, das Kapital dagegen hat sie nur in Verwahrung zn nehmen und an die Person auszuzahlen, die den Mörder der Gerechtigkeit überliefert, außer wenn diese Person Fräulein Darrow heiratet; dann soll die Hälfte an den Ehemann fallen, nnd die andere Hälfte Eigentum der Ehefrau sein. Der Rest des Vermögens, das ,übrigens trotz der ungenauen Auskunft, die Osborn erhalten hat, doch noch recht beträchtlich ist, soll an Fräulein Darrow fallen. Das ist alles, was das Testament enthält, soweit unser Fall in Betracht kommt." . „Was ist nun Ihre Meinung?" fragte Florence. „Daß Rama Ragobah kleine Hände und Füße hat," versetzte Maitland. „Daß sein linker Fuß verletzt und wahrscheinlich mißgestaltet ist, daß er sehr wahrscheinlich mit diesem Fuße lahmt; daß er einen Beweggrund hatte, nach dem wir suchten; daß cs ebensogut sein kann wie nicht, daß er sich die Nägel abbeißt; daß er verschlagen ist, und wir, falls er den Mord ausführte, annehmen können, er habe ein neues, überraschendes und sehr schwer zu entdeckendes Mittel angewendet — kurz, daß sich der Verdacht zweifellos gegen Rama Ragobah richtet. Das ist leicht gesagt; ihn zn überführen wird aber keine leichte Sache sein. Ich werde zunächst heute nachmittag das Gift der Wunde analysieren und die Wunde selbst genau mit dem Mikroskop untersuchen. Lassen Sie mich, wenn ich Bitten darf, jetzt hier allein," fügte er in sanftem Tone hinzu, „damit ich die nötigen Vorbereitungen dafür treffen kann." Florence nickte und warf einen langen, wehmütigen Blick auf ihres Vaters Leiche. Ich fühlte, es war ein Abschied für immer; fie wollte den Toten nicht Wiedersehen, wenn das Messer des Untersuchenden ihn entstellt hatte. Daun aber wandte sie sich zu Maitland, reichte ihm die Hand und sagte mit großer Wärme int Ton: „Sie haben sich schon so sehr für mich be- müht, ich danke Ihnen von Herzen." ; Maitlands Gesicht hatte einen beinahe feierlichen Ausdruck, als er zur Antwort gab: „Sie können versichert fein, daß ich kein Mittel unversucht lassen werde, um Ihres Vaters Mörder zu entdecken. Aber wenn es mir gelingen sollte, dann seien Sie ebenso gewiß, daß ich damit niemals irgend einen Anspruch auf Ihre Dankbarkeit begründen werde." - Sie verstand ihn offenbar und wurde sehr bleich; ihre Lippen bewegten sich, als wenn sie etwas entgegnen wollte, doch blieben die Worte unausgesprochen. Ein plötzliches Schluchzen erschütterte ihren Körper; fie wandte sich ab und eilte ans dem Zimmer. Langsam folgte ich ihr und ließ Maitland allein mit dem Toten. (Fortsetzung folgt.) Musikinstrumente. (Originalbeitrag der „Gieß. Fam.-Blätter") Daß wir eben in einer sehr bewegten und viele Aende- rungen bringenden Zeit leben, kann man fortwährend bemerken. Wissenschaft und Technik machen täglich neue Erwerbungen. Mer auch die Musik bleibt nicht beim Alten stehen. Neben der ausgedehnten neuen Literatur für alle Zweige dieser edlen Kunst scheint sich seit letzter Zeit die Pflege des instrumentalen Zusammenspiels in kleineren Dilcttanten- Kreisen besonders ungeahnt zu entwickeln. Man braucht nur an die so beliebten Streichquartetts zu denken, deren wir hier in Gießen auch mehrere haben. Auch Trios für Streichinstrumente werden in Schule und Familie mit den besten Erfolgen zu Gehör gebracht. Manche höheren Anstalten haben ein Schülerstreichorchester, Dilettantenorchestervereine kann man in den meisten Städten mittlerer Größe jetzt schon beobachten. Nicht selten findeij man auch den Grund aller Musik, den Gesang, in der dankbarsten Weise angewendet. Kein Vater, keine Mutter sollte versäumen, die Kleinen recht zeitig aus das Schöne und Bezaubernde der Musik hinzuweisen. Frühzeitig fange mast an, denn früh übt sich usw. Ganz abgesehen von deut hohen erzieherischen Wert der Musik gehört Kenntnis derselben heutzutage bekanntlich zur allgemeinen Bildung. . Welches Instrument ist nun zu erlerne»? Das ist die erste große Frage, die hier austauchen muß. Nun, ge- sangkUndig bis zu einem gewissen Grade sollte jeder sein. ^131 i) Von Orchesternlusikern soll hier nicht die Rede sein., - Die bedeutendste deutsche Musikinstrumentenindustrie blüht int kleinen Ort Markneukirchen t. Sachsen (ca. 5000 Emw.). Dort sind mehr als 20 Musikinstrumentenfabriken. und geht tiefer)? Das neuerdings am bevorzugteste Holzblasinstrument, dessen Verwendung im Bach'schcn Orchester der der Vroune völlig gleichkommt, ist die Oboe. Dies ichonste aller Vla^- instrumente sieht äußerlich der Klarinette sehr ahnltch, ist I nur viel dünner, (nicht zylindrisch) aber konych gebohrt und Am meisten findet man Lei der Laienwelt Leute, die des i wirtlich so sei, der läßt auch besser die Finger davon. Es, KlnVierspiels kundig sind. gibt feine Blasinstrumente, die mehr Wert haben, als alle Von den Streichinstrumenten ist die Violine ©eigen mancher Streichvereinigungen zusammen. Was tue Ittnt häufigsten bei Liebhabern^) zu finden. Schon ziemlich Kunst des Spiels auf dem Blasinstrument anlangt, so bergen selten die Viola (Altgeige oder Bratsche) und leider noch diese eine große Anzahl kleiner Geheimnisse, dre nur durch seltener das Violoncello. Man darf sich deshalb nicht fortgesetzten Fleiß und künstlerische Anlage des Blasers zu wundern, wenn in Dilettantenkreisen das Zustandekommen enthüllen ist; wer schon einmal tn einem Smfonrekonzert eines Streichquartetts manchmal gerade deshalb scheitert, i zugehört hat, dem ist gewiß m R. Wagners Werken die femq weil wohl vier und mehr Violinspieler da sind, aber kein und packende Wirkung der Blasinstrumente-) ausgefallen. Es Cellospieler vorhanden ist. Daraus folgt, daß es äußerst ist sehr zu loben, daß heute obige Behauptung falfch ist, lohnend ist, das Cello spiel zu erlernen. In ! ja lächerlich erscheinen würde, denn m allen Kreisen werden allen musikalischerl Kreisen wird ein solcher Spieler gesucht die Blasinstrumente gepflegt und hoch geschätzt. und beliebt sein. (Ueberdies ist es für den Violinspieler I Unter den Blechinstrumenten sind wohl am bekanntesten nicht schwer, zum Cellospiel überzugehen.) Eine einfache I die Trompete, das WaldH orn und die Po saune. Melodie wird auf der Violine nie die Wirkung erzielen, die I Von diesen trifft inan die beiden ersten m mebhaberkreisen sie auf den, Cello hervorbringt, dessen gesangreichen seelen- am meisten. Man könnte fast von allen diesen, wenn nicht vollen Tönen wir ergriffen und bewundernd lauschen. eine Bläservereinigung gebildet werden soll, beut Walbhorn Unb wie vielfach läßt sich bas Cello verwenben: Vor mit seinem eblen, majestätischen Ton oen Vorzug geben, alleni ist es ein ausgezeichnetes Soloinstrument, und es Leider findet inan die Trompete^) bet Dilettanten oft nur eristieren dafür sehr viele effektvolle brillante Solopiecen. I zum Blasen eines „Behüt' dich Gott" ttn Walde gut genug. Was Cello sollte in keiner Familie fehlen, Die Alt-Posaune für Solo wie guten Baß prächtig in der Musik gepflegt wird, da es sich im Zu- I färbend verschafft sich zurzeit auch mehr ihr Recht. Die sammenspiel mit Klavier und anderen Instrumenten sehr gut andern Blechinstrumente find wohl tn Dtlettantenkretsen, eignet Wie die Violine, so sollte man auch das Cello bet von denen ja hier nur bte Rebe sein ,oll, noch zu selten. Ä» MÄ- 4» ,5M. feÄÄWSS Und nun noch eilt Wort zum Streichbaß. Dieses ntit ©trei^^init3.•ltlttettten af§ ® a U n = iFnstrument, was iit Streichsätzen oft wunberbar zur Geltung | orcheste r (wenn noch Klavier habet), lasten pe ^cht bekommt unb bisweilen bas Cello ersetzen kann, bürste für gehrt erscheinen. Weniger bem Laien bekannt, aber sehr geübte Cellvspieler noch als Nebeninstrument sehr bankbär ! ergiebig, was Tonumfang anlangt, rst die Klarinette, sein Daß man auch auf diesem als Baßgeige bekannten Dies schöne Instrument hat einen weichen, runden, fullen- iFnstrumente recht Bewunderungswürdiges zu leisten vermag, I den Tou und ist heute so stark m Aufnahme gekommeti, daß leben wir an dem bertchmten Kontrabaßvirtuosen des Wies- I es bei der Militärmusik zu den stimmfuhrenben Jnstru- badener Kurorchesters. Meistens schreckt bie Größe und ber I menten gehört. , Es besteht meist aus einer schwarzen aus! iiniftftnbtidie Transport vor diesem Jnstrumeute ab. Doch I Grenadillholz (eine Art Ebenholz) gefertigten und Mit Klap- Schnlen und sollten ihre eigne pen aus Neusilber verschließbaren Röhre bte tn einen mittel- WÄtM mehrÄgt b“ntHe“ Unsere^KomPoiüsten^angen endlich meisten fällt das Fagott durch seine Größe unter wieder an dieser prächtigen Gattung der Kammermusik die I den Holzinstrumenten dem Säten auf. finb meif 8 gsS SÄ«H B» SÄiSÄtjÄ?«« öiÄgSÄÄJSKÄ”.i;: (i F j, „r Familie an^utreffen sein. Man wird I dauern ist nur, baß mau auf diesem ^nstru "«Ä» Blssir StS|«U«‘e*. e’u«fere begr66eKiie^ai | »allung g-b-g-n fischen Schulen haben deshalb auch in ihren Schülerorchestern fast sämtliche Blasinstrumente besetzt. Wer eine gesnnde Brust uud Lunge besitzt nnd sonst nicht zu schwach ist, der versäume uicht etwa vom 14. Jahre an ent Blasinstrument regelrecht zu erlernen. Er wird dann ebenfo beaebrt fein wie der Eellofpieler. Ob er nun zu einem . HUt. . , • ' LolDlasinstrument oder zu einem Blech-Blasinstrument hat ein anderes Mundstück. Dasselbe ist etwa 5 Zentimeter greifen soll, das hängt von dem Zweck ab, der verfolgt lang und so dünn wie em Halm, durch den der Ton erzeugt orchcster auf ihnen leicht ausgebildet werden kann, was der dem Gewirre der übrigen Instrumente hervor. Frnher in Stolz der Anstalt sein kann. Die ^gegangenen Schuler---- linden später in ihrer Mußezeit immer wieder Gelegenyeit, I 3) Es gibt Leute, die oft gar nicht ahnen, welche Virtuosität sich im Zusammenspiel mit andern an der Musik zu erfreuen. I dnzu gehört, um, ein Blasinstrument so zu beherrschen, ZÄÄÄÄÄXS aber nicht leicht. , ■ 4) Desgl. Piston und verwandte Instrumente. le — 432 der Kammermusik lange vernachlässigt, scheint sie neuerdings sogar in der Laienwelt wieder mehr in Aufnahme zu kommen. Vs ist zu verwundern, daß man in unfern modernen Orchestern so manche Soli zu Gehör bekommt, doch so gut wie nie einSoloaufderOboe. Unsere jungen Komponisten haben die herrlichen Wirkungen, die die Oboe gerade im intimen Rahmen hervorzubringen vermag, wieder neu esit- deckt und wie schon erwähnt, will auch die musizierende Laienwelt, was die Anzeichen beweisen, von der einseitigen Bevorzugung der Geigenfamilie tvieder auf die Liebhabereien des 18. Jahrhunderts zurückgreifen. Wie erfreulich ist dies. Wer einmal Gelegenheit gehabt hat, die bezaubernde Wirkung im Zusammenklang von Oboe und Gesang zu beobachten (denn die Oboe ist das Instrument, was der menschlichen Sopranstimme am nächsten kommt), wird die wärmste Empfehlung: das Oboespiel aufzunehmen, gewiß unterstützen. Den Vorwurf der Einseitigkeit und Unergiebigkeit wird man bald fallen lassen, wenn man einen Einblick in die wertvolle klassische sowie moderne Literatur sowohl für Oboe allein als auch im Verein mit andern Bläsern oder Streichern oder Klavier erhält, ganz abgesehen von dem unerschöpflichen Reichtum, den Bachs Kantaten bieten. Die Stimme der Oboe, die klagend, weich, durchdringend im Schmerze, pikant und hell im Ausdruck der Freude und des hüpfenden Scherzes ist, vertritt noch besonders den Charakter der Jungfräulichkeit und Unschuld, ich möchte fast sagen der Schüchternheit. Deshalb ist sie auch so' glücklich von großen Meistern verwendet worden. Von welch ergreifender Wirkung sind z. B. die Solostelle in Richard Wagners „Tristan und Isolde", die gewöhnlich auf der Alt-Oboe geblasen wird, ferner eine Stelle von Dvorak: „Sinfonie aus der neuen Welt", ferner l’Arlesienne von Bizet, Der fliegende Holländer, Die Tellouvertüre, Pre- ziosa, Freischütz usw. Es kommt noch hinzu, daß der Oboespieler sich mit leichter Mühe in den Stand setzen kann, auch die andern Glieder der Oboefamilie insbesondere das Englisch Horn oder richtiger die Altoboe zu beherrschen. Auch dies wunderbare Instrument mit seinem wehmütig-melancholischen Charakter ist bei Bach reichlich bedacht worden. Es ist zurzeit nur in ganz großen Orchestern besetzt, findet sich aber auch äls Liebhaberei bei Dilettanten. Es wird im Violinschlüssel notiert, hat aber die Stimmung wie unsere Bratsche, also in F. Und nun gar die liebliche, zart klingende Oboe d’amour, eine um eine Terz tiefer stehende Oboe von wenig größeren Dimensionen, deren Klangzauber Richard Strauß in seiner Sinfonia Domestica für das moderne Orchester nutzbar gemacht hat, ist Bachs ausgesprochener Liebling?) Sie läßt sich übrigens jederzeit mit geringfügigen Aende- rungen durch gewöhnliche Oboe ersetzen. In Frankreich baut man noch größere Oboen als das Englisch Horn: Bary- ton-Oboen. In Deutschland stellt eine Firma in Biebrich am Rhein alle Abarten der Oboen her, auch eine ganz große um eine ganze Oktave tiefer stehende Oboe, das Heckel- phon genannt. Dasselbe hat den größten Beifall des deutschen Kaisers gefunden. Die berühmtesten Komponisten verwenden das Heckelphon in ihren Werken. Es hat eine dunkle, aber klare und kräftige Klangfarbe, dabei doch edlen Ton. Gießen. Dr. X. 5) Die Oboe war Händels Lieblingsinstrument. Musik. 77 G r u ndri ß der Musikwissenschaft von Uui- versitütspros. Dr. Phil, et mus. H. Riemann in Leipzig. 8°. 160 Seiten. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 34.) In Or'i- ginalleinenband 1.25 Mk. Verlag von Quelle u. M e y e r in Leipzig. — Wer dies Bändchen durchgearbeitet hat, wird staunen ob der Fülle des Stoffes, denn es ist eine Enzyklopädie der Musikwissenschaft en miniatnre. Ueberblicken wir nur einmal die Ueberschriften der einzelnen Kapitel? Hier wird behandelt die Akustik, die Tonphysiologie, die Mufikästhetik, die musikalische Fachlehre sowie die Musik- gefchichte der Natur- und Kulturvölker von den ältesten Zeiten brs zur Gegenwart. Nur wer auf Grund jahrzehntelanger Studien über ein so umfassendes Wissen verfügt wie der Verfasser, To mite eine Zusammenfassung all dieser ganz verschiedenartigen und doch sich wieder eng berührenden Gebiete ivagen. Dabei wußte er geschickt die Gefahr eines allzu abstrakten Schematismus zu vermeiden. Lebensvoll ist seine Darstellung mit einem angenehmen persönlichen Ein chlag, indem er stets gegenüber den Ergebnissen der Forschung seinen persönlichen Standpunkt andeutet, daneben aber nicht versäumt, die wichtigsten Werke des betreffenden Spezialgebietes aufzuführen, die der Weiterbildung dienen können. Hierdurch eignet sich das schmucke Bändchen ebenso zur Lektüre als zum ernsten Studium, nicht nur für Musiker vom Fach, sondern insbesondere alle Musikfreunde sollten es stets zur Hand haben, um sich in sachgemäßer Weise über die täglichen Fragen des Musiklebens zu unterrichten. An Stelle allgemeiner Redensarten würden dann bald positive Kenntnisse treten. Literatur. — „D a s Erb e", Sammlung ausgewählter deutscher Schriften. Herausgegeben von Ernst Li sf au er. Erster Band: Mörikes Gedichte. Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock, Berlin W. 30. Preis brosch. 0.50 Mk. — Es handelt sich hier — das beweist dieses erste Bändchen — um eine sorgfältige Auswahl des Besten, das Deutschlands Poeten in Vers und Prosa geschaffen haben und das füglich jedem deutschen Manne, jeder deutschen Frau, das, vor allem unserer Jugend vertraut sein müßte. Sind die folgenden Bändchen, von denen jeden Monat eines erscheinen soll, so ausgestattet wie das vorliegende, und wissen sie uns die Dichter mit solcher Liebe nahezubringen, wie es Lissauer bei Mörike gelungen ist, dann darf man „Das Erbe" als ein Unternehmen von nationalem Wert ansprechen. — „TheodoreRoosevelt" von 011ovonGo11- berg. Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Eb- bock, Berlin W. 30, Münchener Straße 8. Preis brosch. 1.50 Mark. — Das Werkchen ist ein Charakteristikum des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Man erkennt ihn als einen' vom Glück, begünstigten Streber, der zielbewußt vorwärts schreitend jedes Mittel als zum Zweck führend gebrauchte,, Roosevelt wußte überall für sich Stimmung zu machen, Einfluß auszuüben und zu herrschen. So ebnete er sich den Weg zum Weißen Hause und besteigt den Präsidenten- stuhl in einem Augenblick, da er drohte, für ihn unerreichbar zu werden. Er löste seine Versprechungen nicht ein und befreite das Land auch nicht von dem Fluch politischer Korruption. Roosevelt erweist sich als richtender Staatschef, bleibt aber staatsmännisch unproduktiv. Er besteht aus einem Bündel von Widersprüchen. In seinem Leben und seiner Betätigung leistet er mehr eine Arbeit der Muskeln als eine solche des Intellekts. Der Verfasser gönnt uns weiter noch einen Blick auf die Entwicklung jenes Hoch- dollartums der Rockefeller, Morgan und Harriman,° die mit den erwählten Beamten und Vertretern des Volkes um die Herrschaft über die Bereinigten Staaten ringen. Goldene Worte. Es ist nicht Chaos oder Tod, es ist Form, Einheit, Bestimmung, ist ewiges Leben — ist Glückseligkeit! Walt Whitman. „ Alles, was wahr ist, ist gut; bei tieferer Betrachtung auch schön. * Feuerbach. Es ist eine erstaunliche Tatsache der Ersahrung: wo immer Menschen zusammen sind, da bildet sich sofort eine Gewalt, welche die selbstsüchtige Willkür der Einzelnen dem Zivecke des Ganzen unterordnet. Diese Tatsache ist der Erfahrungsbeiveis der sittlichen Weltordnung. ‘ M. Carriers. Rätsel. In Krieg und Frieden tritt es uns entgegen, Dort blut'ge Saat, hier gold'ner Erntesegen. Gießen. ‘ P. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Abstrich-Rätsels in voriger Nummer: Internationale Ausstellung. Redaktion: P. Witt ko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.