Donnerstag den |3. Februar i® l! A^^Wrnrrv MM KelmuLtz von Loylen. Roman von Ursula Zöge von Manteuffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Edeltraut hielt sich jetzt mit beiden Händen an dm Kopf und stöhnte förmlich. „Entschuldige wirklich!" sagte sie ganz unbekümmert, „du sprachst aber von „lieben" . . ." „Ach, du muht meine Worte nicht so auf die Goldwage legen. Wie soll man es denn nennen? Leiden mögen? Gern haben? Ja, das ist doch zu wenig. Also lieb haben. Wer heiraten? Ich? Nie! Niemals! Niemand! Gräßlich! — Weißt du, daß ich zweimal Heiratsanträge hatte?" — „Ich ahne es, ahne auch von wem-, aber wissen kann ich es nicht. Tn sprichst ja nie über solche Dinge." „Weil mir solche Dinge odios sind. Aber daß du es weißt, zweimal kam da ein Mensch (nicht jedesmal derselbe), das Ivaren die elendsten Tage meines Lebens. Ganz übel wurde mir. Schon die Idee machte mich marode. Und nun diese Verhandlungen! Daß mir nur so was nicht zum drittenmal passiert! Ich sage dir" —- sie flüsterte der Freundin ins Ohr, als habe sie Unaussprechbares zu beschreiben, „der eine winselte geradezu. Es war ekelhaft. Sage mal, du hast das ja auch mal durchgemacht"--- hier brach sie jäh ab und wurde rot — „verzeih, ich hätte nicht davon sprechen sollen." „Oh, sprich nur. Weshalb nicht?" sagte Frieda, etwas Verlegen, aber freundlich. „Ich war nämlich eben bei deinem Vater. Er war so traurig." „Armer Vater. Ja, er kann die liebe Mutter so schwer entbehren." „Es betrübt ihn auch, daß du nicht geheiratet hast," — Frieda nickte. „Es konnte ja aber auch nicht sein. Vater weiß das." „Und du? Sag mal, bist du darüber wirklich so unglücklich?" Tie Gefragte zögerte und sagte dann etwas unbeholfen und verschämt: „Man — nun man trägt vieles mit Gottes Hilfe und der Herr wird ivohl wissen, weshalb er mir mein Glück genommen." „Glück? Glück?" — Cdnltrauts Lippe zuckte ironisch, „du liebe Seele, weißt du, au deiner Stelle wäre ich heilfroh, diesem Glück entronnen zu sein." „Ach Edel! Tas sagst eben du „Tas muß doch jeder vernünftige Mensch sage». Mit einem Manne, der dich bei der ersten Widerwärtigkeit reuelos aufgab, konntest du doch nicht glücklich werden.' Aber vielleicht hättest du gute Seele auch dies Kunststück fertig gebracht." „Aber Arnold konnte doch nicht anders — er hatte doch Rücksichten zu nehmen auf seine» Stand, auf sein Amt." „Ach, das hätte ihm doch niemnnb genommen." „Er hat mir gleich alle schrecklichen Möglichkeiten auS- einandergesetzt, die eintreten könnten. Es war schon besser so. Ich mußte das einsehen." „Allerdings-ist es besser so. Ein Mensch, dech—wahrscheinlich ans einen Wink von der obersten Kirchenüehörde — seine anverlobte Braut sitzen läßt, weil in ihrer Familie nicht alles s» ist, wie es fein sollte, ist einfach ein herzloser Streber, der Karriere machen will. Na und die hat er ja dann auch gemacht," schloß Edel traut trocken. „Ja, du siehst eben, daß er für ein so einfaches Mädchen, wie ich es bin, viel zu begabt ist. Ich hätte seine Ansprüche mk eine geistig ebenbürtige Gefährtin nicht befriedigen können. Deswegen darfst du ihn doch nicht herzlos nennen. Er hatte mich doch lieb und die Trennung tonbbe ihm schwer. Ich war damals sehr unglücklich und murrte gegen mein Schicksal. Als uns aber dann unser Mütterchengenommen wurde, da sagte ich mir: Darum hat Gott es so gefügt, daß ich verzichten mußte. Was sollen denn Vater und Julehen anfangen ohne mich?" „Tu bist eben ein gutes Tierchen, alte Friedel," sagte! Edeltrant gerührt und beide schwiegen, bis die Micke des jungen Mädchens auf eine im Hintergründe des Gartens arbeitende, männliche Gestalt fielen. Ein junger Mensch in Hemdärmeln handhabte den Spaten, daß die Schollen flogen. „Ta ist ja dein Bruder!" sagte Edeltraut. „Ja, denke dir nur, in Jarvwitz ist Geburtstag des Ober- amimanns und da haben die Kinder frei und Gotthard kam schon heute morgen herüber." Edellrant vergaß ganz, daß sie auf den jungen Menschen böse war und ihn eigentlich wegen unbefugter Einmischung in Ge- meindeangelegenheiten strafen wollte. Statt dessen klatschte sie vergnügt in die Häride und rief mit langgezogenem, hellem Ton? „Gotthard! — Herr Kan — di — date! — Alle Sichtung, sticht der einen Spaten! — Gott — Hard! Hören Sie? — Ich ernenne Sie zum Ehrenmitglied meiner Grabenstechergarde!" Der auf den Krautbeeteu Arbeitende stieß den Spaten in die Erde, fuhr eilig in den über einen« Ast hängenden Rock und kam dann herbeigestapft, grob und ungelenk in allen Bewegungen, „Guten Abend, gnädiges Fräulein." Die kniff die Augen zusammen und legte den Kopf auf dir Seite. „Gnädiges Fräulein hat Ihnen wohl Erna Rieteln beigebracht, lieber Gotthard, ich denke aber, ich bleibe für Sie Fräulein Edeltraut. Haben Sie gehört, mit welchen Ehren ich Sie kröne?" „Ja, danke bestens," sagte er, mit einem verunglückten Versuch, scherzhaft zu lächeln, „ich fürchte nur, meine gärtnerischen Leistungen sind Strohfeuer. Es zieht mich doch immer wieder zur Bücherei zurück." „Sind Sie zufrieden in Jarowitz?" „Ach ja, im ganzen wohl. Tie Kinder' machen mir nicht viel Mühe." Tie Mädchen rückten zu und er setzte sich neben sein« Schwester auf die Bank — ein fast ungeschlachter Bursche, kurz, gedrungen, breitschultrig mit einem grobg znittenen Lutherkopf. Tief über die breite, massive Stirn legte sich ein dicker, schwarzer Haarschopf. Um den kräftigen Mund mit den vorgeschobenen Kiefern war ein eigensinniger Zug cingegraben, in den Augen brannte ein düsteres, »»jugendliches Feuer. Er ivar erst seit kurzem Hauslehrer im nahen Jarowitz und — 98 — berichtete nun kurz nnd ziemlich gleichgültig von den Licht- und Schattenseiteil dieser Stellung. „Wissen Sie, daß der Pastor Herbst in Brannstndt einen HilsSgeistUchen sucht?" sragte Edel traut und sah ihn schnell an. Er runzelte die Brauen. „Mich wird er nicht suchen," sagte er gr. .end. „Aber wie können Sie das iuvr- • Gotthard. Haben Sic sich Nur die Stelle beworben?" Er hackte mit dem Absah in den Kies. „Nein!" stieß er endlich in tiefen, murrenden Tönen hervor, „glauben Sie wirklich, ich harte Aussichten — hier in dieser Gegend? Ich sehe einer ewigen Kandidatur entgegen. Acht bin ich siebenundzwanzig Jahr — und noch immer Schulmeister. So wird-'s wohl bleiben." - „Haben Sie es schon je in einer anderen Gegend versucht?" fragte sie teilnehmend. Frieda zupfte warnend ihreir Aermel. „Ach, frag' ihn nicht," bat sie, „er wird jedesmal so heftig, jo erbittert." „Natürlich habe ich dies, aber entweder war der Andrang der Einheimischen zu groß oder sonst ein Hindernis . . . und einmal, wo sich alles günstig zu fügen schien, da war cs, als griffe der böse Geist mit eigener Hand ein. Ter unglücklichste Zufall spielte mit. . ." » „Las; es!" bat die Schwester wieder. Er aber, immer mit dem Absatz im Sande wühlend, fuhr fort: „Ich war Hauslehrer in einer Familie in Thüringen, wie Sie wissen, und hielt die Augen offen nach einer Anstellung. Ta schrieb mir ein Freund, ein junger Jurist, dessen Eltern ein Gut dicht vor den Toren einer größeren Stadt in der Provinz Sachsen hatten, die Pfarrstelle daselbst sei frei geworden nnd solle durch seinen Vater neu besetzt werden. Er habe mich v-or- geschlagen und wenn es mir recht sei, wollten wir zusammen Hinreisen. Tas geschah. Ich wurde sehr freundlich ausgenommen, hielt nueiite Prvbepredigt und empfing nachher die Versicherung, sie habe sehr gefallen. Tie Familie machte einen strenggläubigen Eindruck. Eine alte Tante, die das Haus zu regieren schien, sagte mir vertraulich, der Schlendrian, der unter dem altersschwachen Emeritus in der Gemeinde eingerissen sei, müsse ein Ende nehmen, und dazu schiene ich gerade der rechte Mann. Ich wurde eingeladen, bis äit der Entscheidung im Schlosse zu bleiben. Am nächsten Tage sollte Kirchenvorstandssitzung sein. Am Wend kam Besuch aus der Stadt. Man sprach von geselligen Vergnügungen, vom Theater, an welchem ein Ibsensches Trama Aussehen machte. Eine junge Schauspielerin aus Berlin, die, wie sie sich ausdrückten, „ans Engagement als Heroine gastiere", wurde kritisiert. Einige fanden ihr „Organ spröde und ihr Spiel outriert", andere benmndertcn sie als „echte Bühnenschöir- heit" und erklärten ihre Leidenschaftlichkeit für hinreißend. Die Frau Tante saß während dieser weltlichen Unterhaltung stumm, mit zusammengekniffenen Lippen, und ich leistete ihr daran Gesellschaft, denn mehr und mehr erfaßte mich ahnungsloser Grimm. Sie nannten die Schauspielern» »die Luisane". Mit einem Male sagte ein junger Herr: „Ich habe mich erkundigt. Ihr Name ist Luise Hecker," — Wie ich da ailsgesehcn habe, weiß ich nicht, aber der Hausherr sah mich plötzlich betroffen an und sagte mir: „Herr Kandidat, Ihnen scheint diese Tarne, welche merkwürdiger Weise Ihren Namen trägt, nicht unbekannt zu sein?" — Ta wandte sich die Tante scharf um: „Lieber Herr Neffe, was sagen Sic? Tas ist doch wohl nicht möglich!" — Nun, und ich? — In meiner Verzweiflung habe ich cs ihnen ins Gesicht geschriccn: Sie ist meine Schwester!! — Peinliches Schweigen. Tie Tante reckte sich höher und höher und rückte von mir weg, ein Herr sing rasch au vom Wetter zu reden, der Hausherr bekam einen Hustenanfall, die Hausfrau sah mich tief mitleidig an. Ich stand auf und ging in mein Zimmer und schnürte mein Bündel. Nach einer Stunde kam mein Freund, der Sohn des Hauses, herauf und lief aufgeregt im Zimmer hin und her. Die Gäste waren fort und die Familie hatte Rat gehalten. „Weißt du, Becker," sagte ei- zögernd, „das nenne ich unerhörtes Pech. Tie Eltern sind riesig bekümmert — du hast so gut gepredigt — du bist gerade, was sie sich wünschen . . . aber es geht doch nicht. Weißt „ t ^ir^wohneii zu nah bei der Stadt. Was würden denn unsere l»e^n Bauern sagen, wenn sie erführen . . für unsere sächs. Bauern ist doch eine Schauspielerin eine Teiibelskreatur — und nun gar als Schwester ihres Herrn Pastors . . . und sie wird engagiert, ganz sicher. Verstehe mich nur nicht falsch. I ch bin ja ganz vor- urtcilssrci, lieber Freund, aber meine Eltern — und dann die ^aute — die hat so ihre fixen Ideen. . ." Kürz, ich ließ ihn so weiter reden und am nächsten Morgen bei Tagesanbruch reiste ich ab." „Tas ist ein merkwürdiges Zusammentreffen," sagte Edett traut, „aber so braucht es doch nicht immer zu gehen." „Aehnlich ist mir's immer ergangen," versetzte er finster, „und was hilft mir's, daß sie für den Bruder nicht mehr existiert, der Theologe muß sie bei jeder solchen Gelegen^ heil nennen und anerkennen — das fordert die Wahrheit." „Wie mag es ihr nur ergehen?" fragte Edeltraut, „wo mag sie sein? Und weshalb ist sie wohl nicht Sängerin geworden?" „Was frage ich nach alledem," gab er schroff zurück, während die Schwester seufzend zu Boden blickte und leisö sprach: „Er hat sic, damals vor zwei Jahren, als er in Berlin war, einmal gesehen." „Wirklich!" — rief Edeltraut lebhaft, „das habt ihr mir nie erzählt." „Tas erzählen?" — er lachte rauh. „Aber wenn Sie es denn wissen wollen, ja, ich sah sie. Es war in der Nähe des kleinen Huiidekehlcr Sees. Sie saß mit einem Liebhaber! im Garten einer Waldrestauration nnd frühstückte." Edeltraut !var einige Augenblicke still und dann fragte sie: „Woraus schließen Sie, daß es ihr Liebhaber war?" „Ach!" — er zuckte ungeduldig die Achseln, „das brauchte! mir niemand zu sagen. Ich wußte es. Ich sah cs. Ihr Gesicht konnte ich sehen und die Augen, mit denen sie ihn an- fah. Pfui!" — Es fehlte nicht viel, so hätte der Sprecher ausgespuckt. „Armes Mädchen!" sagte Edeltraut ruhig. Tabei strich sie liebkosend über Friedas Haar, die sich verstohlen die Augen wischte. . „Hat sie Sie gesehen?" — fragte sie dann. „Tie? Die sah und hörte nicht! Uebrigcus. weiß ich es nicht, ich stand hinter ihnen, nnd als ich sie erkannte, machte ich Kehrt und ging fort." Tas junge Mädchen maß von der Seite die robuste Gestalt. „Ich muntere mich .eigentlich, daß Sie dem Mann nichts antaten. . Er runzelte die Brauen. „Was gingen mich der Mann und die — das Mädchen! an? Für mich ist sie lange tot und begraben." Sie hörte, daß seine Zähne aufeinander knirschten, ihr mar fast beklommen zu Mut. Frieda zog ihren Kopf zu sich heran und hauchte kaum hörbar: „Nimm ihn nicht so, wie er sich gibt. Im Grunde ist er todunglücklich über Luise. Tu weißt, luic lieb er sie hatte." Edeltraut nickte nur. Ringsumher schlugen die Finken und auf der den Kirchhoff abtrennenden Mauer saß eine Amsel und flötete ihr Abendlied, lieber der Mauer wölbte sich ein blütenreicher Faulbaum. Man hörte dort .eine Pforte knarren. Frieda blickte schnell durch das grünende Gesträuch. „Ta kommt Julchen," sagte sie hastig, „schweigt vor ihr, ich bitte euch!" Ein schmächtiges, etwa vierzehnjähriges Mädchen kam vom Kirchhof her Mit springenden Schritten durch deu Garten. Ihr dunkles, lockiges Haar wehte zerzaust um die kindliche Stirn» die harmlos fröhlichen Augen glänzten. (Foitset'ung folgt.) Vsm deuiWn Hanzwurst. (Eine literarische Faschingsplauderei.) Ilm die FastnachtHeit stürmt ein schauerlicher Zug gespenstischer Schatten durch die dunklen Nebel der Lüste» vom Heulen des Windes, vom Peitschen des Regens umtost. Es ist für das christliche Mittelalter eine böse Vision! der verdammten ahgeschiedenen Seelen, dieses wilde Heer» das den alten Deutschen ein derbes, fröhliches GejaiÜ mit lustigem Hundegekläff und stolzem Possegestampf gewesen. Der nächtliche Spuk schreckte die srommen Gemüter» aber die starke, an den altheidnischen Festen hängende! -Phantasie des Volkes lieh sich nicht schrecken von dem Bilde des Teiisels nnd dem scheltenden Eisern der Bigotten, sondern gestaltete sich iueit Zug der germanischen Götter mit ihren Tiermaskcn und phantistischen Vermummungen nach ihrem Sinne um zu erneut tollen, ausgelassenen Jubel» der einmal im Jahre in den von Christentum und- Zivilisation gesänftigten Gemütern die alte Wildheit und Ausgelassenheit anflobent ließ. Wie das deutsche Fastnachtsspiel aus solchen Umzügen und Verkleidungen, so ist die lustige Persoil unserer Literatur, ist der Hanswurst letztest Endes aus den Teufeln, Unholden und' Harlekinsleuten — SS — entstanden, die beim Karneval herumzogen. Mir den französischen Harlekin hat Otto Triefen den Ursprung aus den struppigen Teufelsfratzen, die mit König Harlekin auf Polterabenden und Diablerien ihr schlimmes Spiel trieben, mit vieler Gelehrsamkeit nachgewiefen. Auch in Deutschland entwickelte sich die literarische Figur des Narren ans den Possen der mit Larven versehenen Lustigmacher, die im Mysterienspiel mit den komischen Teufeln und mit den grotesken Witzen der Salben verkanfenden Krämer in die Kirche eindräugen. In dem frechen, gefräßigen, höhnischen, lüsternen Knechte des Krämers Rubin sowie in den dummen geprellten Teufeln, die mit Hörnern, Schwänzen und Schellen als echte Fastnachtsnarren auftraten, sind die ersten Ansätze einer ganz nationalen komischen Figur zu finden. Der grobe, unflätige Bauer der Fastnachtsspiele mit seinem plumpen Lachen bildet diese Züge weiter aus, und zugleich zuckt ein freierer Humor, eine sieghafte Ueberivindnng des Lebens in einzelnen genialen Gestalten der Volksphantasie auf, im Eulenspiegel, im Claus Narr, int Peter Len rind dem unverzagten Thedel von.Walmoden. Immer ist cs dieser unmäßig gierige, zotenhafte, arg verprügelte und doch nie von feinem Mutterwitz verlassene Diener, dessen allmählich schärfer charakterisierte, genauer Umrissene, schematisch festgelegte Gestalt wir in der Entwicklung unserer Literatur aus den Fastnachtsspielen, den Dramen der Reformationszeit, den Werken von Hans.Sachs und Jakob Ayrer, den unflätigem Clowns der- englischen Kontödianten und gesitteten Possenreißern Christian Weises Hervortreten sehen. Ein langer Aufzug grotesker und wunderlicher Gestalten, ein treues Spiegelbild unseres Humors! Hans Wurst war zunächst nur einer von vielen; die Bauern der mittelalterlichen Spiele führen gar kuriose Namen, !vie Schweinszagel, Kalbseuter, Molkenbauch, Hans Narr, Hans Mist. Warum sollte nicht auch solch ein bäuerlicher Narr Hans Wurst heißen? Wo der Name 51111t ersten Male schriftlich fixiert erscheint, in der niederdeutschen Nebersetzung von Brants Narrenschiff, erscheint er ebenfalls als Bauernname. Schon Addison hat ja die seine Bemerkung gemacht, daß das Völk seine komischen Figuren gern nach einer Lieblingsspeise benenne. So heißt der franzö- siche Narr Jean Potage, lvas deutsch bald als Hans Supp übersetzt wird, der italienische Maccaroni, der englische Jack Pudding. Die Wurst aber spielt bei den Faschingsauf- zügen eine Hauptrolle; riesige, 1000 Ellen lange und 1000 Pfund schwere Bratwürste wurden von den Metzgern überall, in Königsberg wie in Nürnberg, an ungeheuren Gabeln beim Karneval herumgetragen; ein Hans Wurst, ein dicker, kugelrund aufgefüllter Fettwanst, durfte als Anführer des Zuges nicht fehlen. Seine typische Bedeutung hat dem Namen wohl Luther ausgeprägt, als er 1541 seine wortgewaltige, mit Keulen dretnschlägende Streitschrift „Wider Hans Morst" gegen den Herzog Heinrich von Braunschweig richtete. Seinen „Hanswurst von Wolffenbüttel" nennet er also, weil er gehöre ,,zu den groben Tölpeln, so klug fein wollen, doch ungereimt und ungeschickt zu Sachen, Reden und Tun", weil er ein vom Teufel besessener „Tölpel, Bengel und Rülps" sei. Jin Fastnachtsspiel erscheint dann. Hans Wurst 1553 in einem Stück des Nürnbergers Peter Probst, wo er als gefräßiger Landmann auf eine unflätige Weise durch den Arzt von feilten Magenbeschwerden kuriert wird. Jjit der 15.73 erschienenen „Comödia vom Fall Adams Und Evas" treiben die beiden Narren -Hans Wurst und Hans Hahn neben Gott Vater und Sohn ihre sehr despektierlichen und handgreiflichen Possen. Auch bei Hans Sachs erscheint Wursthans gelegentlich als lustiger Diener eines Edelmanns und neben den Rüpeln der englischen Komödianten, dem Jean Pvsset, so genannt nach einem beliebten englischen Würzgetränk, und dem Pickelhäring, macht Wurst- hänsel feine Sprünge, Späße und Lazzi. Ein kleiner wohlbeleibter Kerl, unbehilflich und doch behend in der engen prallen Jacke mit den großen Kugelknöpsen, das von Gri- masseit beständig verzerrte Gesicht aus dem ungeheuer breiten Halskragen mit unheimlicher Lebendigkeit heraus- guckend, im bunten Kleid, mit kurzem Bart, seltsam springend in seinen viel zu großen Schuhen, so erschien der deutsche Narr, eine seltsame Mischung aus dem alten Maccus der römischen Komödie, dein steifen Grazioso, dem tollen, übermütigen Arlechino, dem brutal gemeinen Clown. Ohne den lustigen Rat, ohne fein Lachen und feine Künste war kein Schauspiel mehr möglich; Hanswurst konnte seinen Siegeszug antreten. Derjenige nun, der dem Hanswurst seine feste Stellung auf der deutschen Bühne eroberte, sodaß er allmählich über die Genossen Harlekin und Pickelhäring den Sieg davon trug, war der Schauspieler Johann Antoni Stranitzkh, der allmählich als der „sogenannte Wienerische Hanswurst" eine weite Berühmtheit erlangte. Zunächst gefiel er sich in der von ihm geschaffenen Rolle des „durchgetriebenen Fuchs- mnudi", für den er in seiner 1711 erschienenen Ollapotrida alle Witze und Rollen des .Harlekin ans den italienisch-französischen Vorbildern entlehnte. Nicht lange darauf wird Stranitzky eines Tages in einer anderen Rolle erschienen fein, die er teils dem Leben abgelauscht, teils aus der Lektüre seines Lieblings Abraham a Santa Clara in sich ausgesialtet und mit den Elementen der populären komischen Personen verschmolzen hatte: Es war ein Salzburger Bauer, ein „Sau- und Krautschneider" von Profession, und er nannte sich Hanswurst. Das ausdrucksvolle Gesicht mit den schwarzen, breiten, hochgezogenen Brauen, der stark gebogenen Nase und dem großen starren Auge wetterleuchtet von der steten Erregung der Witze, die aus dem breiten, von dem runden kohlschwarzen Bart ganz sreigelassenen Munde hervorbrechen; das Haupthaar ist glatt" zurückge- kümmt 1111b auf dem Scheitel in einem wunderlich possierlichen Schopf zusammengeitommen. Er steckt in einer gelben Joppe, die er offen trägt und ans der die laugen, enganschließenden Aerinel steif herabschlenkern; an den Füßen klappern die derben Bundschuhe; um die Waden schlottern die Pumphosen. Der blaue Brustfleck, des Narren Zeichen, ist durch ein anfgenähtes grünlederues Herz geziert, neben welchem rechts, und links ein großes und W erscheinen. Ein Ränzlein in Form einer dicken Wurst hängt ihm über die Schulter, im Leder gurt führt er die hölzerne Narren- pritsche und auf dein Kopf sitzt der spitze grüne Hut, der Schelmen und Aufschneider Emblem. (Schluß folgt.) Ehre, Ehrbegriff und Ehrengerichts. In München hielt am Montag abend auf Einladung des „Vereins für ethische Kultur" Prof. Dr. Quidde einen Vortrag über Ehre, Ehrbegriff und Staudesgerichte. Der Begriff Ehre habe zwar verschiedene Bedeutungen, man kenne eine innere Ehre, die mit der Persönlichkeit des Trägers eng verknüpft ist, und eine äußere Ehre. Tiefe innere Ehre könne verletzt werden durch Handlungen, die gegen das moralische Empfinden und Erkennen verstoßen, von einem dritten kann sie nicht verletzt werden, sie bleibt bestehen, auch wenn die äußere Ehre verloren ist. Die äußere Ehre bestehe nur in dem, was einer sei, was er bei seinen Mitmenschen gelte, wie fein Ruf sei und nicht zuletzt, in welcher matertellen Lage er sich befinde. Diese äußere Geltung fei ja wohl ein wichtiges Gut des Lebens, aber es werde mit ihr ein falscher Kultus getrieben, sie werde mit einem Nimbus umgeben, der ihr nicht gebühre. Die äußere Ehre fei eine Frage des Vor-oder Nachteils des Lebens, die innere Ehre sei eine Frage der Moral. Wann die äußere Ehre ein Spiegelbild der inneren fei, dann wäre ihr Kultus erlaubt; aber diese Voraussetzung treffe meist nicht zu. Die äußere Ehre fei auch feine einheitliche, sie sei bei den verschiedenen Ständen und Klassen eine verschiedene. Diese Standesehre sei nur bis zu gewissen Grenzen berechtigt. Beim Arbeiter verlange die Standesehre Solidarität mit bett im Kampfe' befindlichen Kollegen, beim Kaufmann Beobachten von Treu und Glauben beim Handeln, beim Beamten gewissenhafte Ausübung seines Amtes, vom Ossizier vor allem Mannhaftigkeit. Eine konventionelle, falsche Standesehre wolle höhere Achtung beansprnchen, nicht aus Grund von Leistungen, sondern auf Grund gewisser historischer Einwirkungen. Privilegien seien da entstanden, das Duell solle die verletzte Ehre wieder Herstellen, was ein Unsinn fei. Ursprünglich in Uebuug bei Leuten, die mit der Waffe umgingen, fei es von der Armee zu den Aristokraten und in die akademischen Kreise gedrungen. Aus dem Duell entwickelten sich dann die Ehrengerichte, die Standesehrengerichte. Hier liege ein gewisses Bedürfnis vor. Es gebe eine Menge von Handlungen, die straffrei find, jedoch die Standesehre verletzen, hier sei das Bedürfnis nach Standes- g e r i ch t e n vorhanden. Wenn diese gnt funktionierten, sei ihr Wert nnbestritten. Aber es dürfte nicht Vorkommen, daß die höhere Stelle das Urteil eines militärischen Ehrengerichtes ohne weitere Prüfung einfach umstößt. Am besten haben sich das Standesgcricht der Anwaltschaft, ferner die Ehrengerichte im akademischen Leben bewährt. Bei beut ärztlichen Standesgericht hätten sich schwere Mängel gezeigt. Es bestehe Gefahr, daß Forderungen des Standes in ter ess es zu solchen der Standesehre würden. 100 VerkMZWSss« * I in Segels ch litten überdasFrische Haff. Aus Pillau in Ostpr. wird geschrieben: Der erste Strahl der Morgensonne fand uns an Station 58, der sogenannten großen Fähre des Seekanals. Unser spitzwinklig gleichschenkliges Schlitteikgestell, hinter dem eine gebogene Eisenstange das Amt eines Steuerrades zu versehen hat, balancierte- mit flappendem Großsegel wie eine verbogene Krvpfgans über die Fahrrinne. Auf der Peyserlinie des Seekäuales mühte sich um die Dampfer „W. C. Frohne", „Franziska" und „Themis" der Eisbrecher. Der Wind lag zu drei Vierteln voll in den Segeln unseres Schlittens, und mit der Geschwindigkeit von etwa dreißig Metern in der Sekunde schob sich eine weite spiegelglatte und schneefreie Eiswüste in unser Gesichtsfeld. Denn iuie Karawanenwege die Wüste durchschneiden, so durchkreuzen ctw'a zehil durch Tannen- und Fichtenzweige deutlich gekennzeichnete Vcr- kehrsstraßen die Haffläche. Für Unbekannte erscheint eS mcht ratsam, ohne ortskundige Führer die weite Fläche zu betreten. Bei geringstem Aufenthalt und unbeabsichtigter Wendung beginnt die Wanderung in die Irre. Unser Schlitten war' nicht der einzige Schnellsegler auf der Strecke. Wir wechselten zu verschiedenen Malen Flaggengruß und befanden uns bald auf der Höhe von Leysuhnen. Tie Eisschlitten sind die wichtigsten und schnellsten Beförderungsmittel auch für die Fischer. Brmrdenburgcr Fischer versicherten uns, daß sie zum Absetzen ihrer Netze oft in weitentfernt gelegenen Haffgebieten jetzt den zwölften Teil der Zeit gebrauchten als früher mit einem Pferdeschlitten. Leider geht durch di« Schnelligkeit der ©dritten auch mancher Wildfischer dem Griff der Gerechtigkeit verloren. Der Segelschlitten dient auch der Jagd. In den letzten Tagen waren auf dem Haff eine Anzahl Adler gesichtet worden, gewaltige Tiere, die sich mit dem Schlitten gut anfahren ließen. Ein Tier wurde uns gezeigt, das mit seinen braungelben Flügeln weit über zweieinhalb Meter klafterte. Die Haffeisdecke schwankt in ihrer Stärke zwischen 33 bis 36 Zen- trmeter, ist also noch vollständig sicher, zeigt auch keine großen Risse. Nur am Haffrande ist das Eis auf Metcrbreitc bereits aufgetaut. * Wasserkraftanlagen und elektrische Bahnen in Bayern. Da Bayern keine eigenen Kohlenbergwerke besitzt und daher seine Betriebskraft für Eisen.bahnen, Fabriken usw. aus dem Auslande beziehen muß, so sucht man hier mit besonderem Eifer die Verwertung der vorhandenen natürlichen Wasserkräfte sich dienstbar zu machen. Nun gehört ztvar Bayern inbezug auf die verfiigbaren Wasserkräfte nicht zu den sehr begünstigten Ländern; aber man kann doch immerhin aus den vorhandenen Wasserkräften des Landes etwa 700 000 Pferdekräfte gewinnen. Wie der Intern. Wochenschr. für Wissenschaft, Kunst und Technik aus Nürnberg mitgeteilt wird, bemühen sich private Jndustrieunternehmungen um Konzessionen zur Ausnutzung dieser billigen Kraftquellen, aber die Regierung will solche wertvollen Einnahmequellen nicht aus der Hand geben, die sie für sich vorteilhaft verwerten kann. Wasserkraftanlagen großen Stils würden zunächst an der Alz, am Lech und am Walchensee geschaffen werden können. Mau schätzt die an diesen drei Stellen zu gewinnenden Pferdekräste auf 200 000, von denen ein großer Teil für die Elektrisierung der bayrischen S t a a t s b a h n e n, die in großem Umfange geplant ist, nutzbringend verlvertct werden könnte. Eine Denkschrift, die dem Landtag zugehen soll, berechnet die Elektrisierung der bayrischen Bahnen auf einen Kraftbedarf von 92 000 Pferdekrästen und führt weiter ans, daß die Elektrisierung der bayrischen Bahnen int Falle der Verstaatlichung der genannten Wasserkräfte eine jährliche Ersparnis von sieben Millionert Mark an Ausgaben bedeuten würde. Mait hofft noch in diesem Jahre die erste Prvbe- strecke Berchtesgaden-Reichenhall elektrisch betreiben zu können. Die weitaus interessaittestett Projekte, über deren Ausführbarkeit die Meinungen freilich sehr geteilt, sind von dem durch seine Ideen . zur Trockenlegung der Poittinischen Sümpfe bekannten Major Donath entworfen. Tie oberhalb des Wal- chen-Sces in größerer Entfernung vorbeifließende Isar soll abgedämmt und durch einen längeren Kanal oder auch mittels eines Tunnels durchs Gebirge in den See geleitet werden. Des weiteren will Donath den undurchlässigen Bergsattel durchstechen,^ so daß er einen gewaltigen Wasserfall Herstellen würde, von Trutensionen, toie sie in Deutschland, ja in ganz Euros.« bisher unbekannt sind. * Gutes Deutsch im Gesetz, Ter meitlingensche Landtag bemüht sich irr anerkennenswerter Weise, die Gesetze tit gutem Deutsch erscheinen zu lassen. So lvird z. B. ein regelrechter Krieg gegen das Wort derselbe (dreselbe, dasselbe) geführt und die Beseitigung so manches ^remdivvrts gefordert, für das wir gute deutsche Bezeichnungen haben. Zu dem Etukommeitsteuergesetzent- wurf lvird daher beantragt: statt „nichtphysische" zu setzen >,mcht natürliche", statt „bezügl." „oder"; statt „Dividen- Redaklion: P. Wittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brü beit" „Gewinnanteile", statt „ist dieseM wegfällig" zu sagen „fällt sie weg" usw. * E i n e M i l l i o n E h e s ch e i d u n g e n. Die amerikanische Nationalliga für Familienschutz veröffentlicht jetzt eine interessante Statistik der amerikanischen Ehescheidungen; nach ihr sind in den letzten zwanzig Jahren nicht weniger als eine Million Ehen geschieden worden, also mehr als dreimal soviel, als in den vorhergehenden zwei! Jahrzehnten. Eine ergänzende Mitteilung, die demnächst erscheinen soll, wird eine genaue Zusammenstellung der Scheidnngsgründe und der Dauer der Ehen bringen. — Bon der Waldverwüstung in NordamerikS gibt ein im 6. Heft der Zeitschrift „lieber Land und Meer" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) veröffentlichter, illustrierter Aufsatz von W. Ä. Woehlke ein ebenso anschauliches wie unerfreuliches Bild. Auf ihrem Vernichtungszuge vott Osten nach denk Westen ist die Axt des Holzbarons jetzt auch in dem letzten! noch übrigen Urwald der Vereinigten Staaten, der die Bergzüge an der Küste des Stillen Ozeans bedeckt, angekommeil, itnbi diese Region verspricht in deit nächsten zwanzig Jahren big leitende Stelle in der Holzindustrie des Landes einzunehmen- Die Riesenfichten der Staaten Washington und Oregon stehen noch in schier endlosen Reihen, obwohl ihnen in den letzten fünf Jahren über 25 Milliarden Fuß Bauholz entnommen wurden. Tie große Bodenfläche, die den einzelnen Bäumen zur Ber- fügung steht, ermöglicht es ihnen, titanische Dimensionen zu; erreichen. Neben den Sequoien, den Riesenbäiimen Kaliforniens» mag die Douglasfichte, die bett Hauptbesiand dieser Wäldest bildet, zwerghaft erscheinen, doch erreicht ihr Stamm, der kerzengerade 75 bis 100 Meter emporschießt, oft einen solchen Umfang? daß er mittels Dynamit in mehrere Teile zersprengt werden muß? um unter die Säge geschoben werden zu können. Nachdem! die Bäume gefällt und zersägt sind, werden sie von einer feststehenden Dampfmaschine mittels eines schweren StahldrahtkabelA den Abhang hinauf- ober hiuuntergeschleift und nach dem Endpunkt der schmalspurigen Bahn befördert, die sie nach der säge- mühle schleift. Tie Sägemühlen bilden die Hauptindustrie der, beiden Küstcnstaateu im Nordwesten; solche Größe haben dtech mit den modernsten Maschinen versehenen Anlagen erreicht, oaßj ihrer mehrere imstande sind, in einem Tage Bretter und Balken; mit einer Gesamtlänge von einer Million Fuß herzustellen. Die Wälder Washingtons uud Oregons versorgen auch emen Teil der kalifornischen Sägemühlen mit Rohmaterial. An beit Ufer» des Columbiaflusses werden Tausende von Baumstämmen zu zigar- renförmigen, mehrere hundert Meter langen Flößen Mammen- gekettet, die bis zu sieben Millionen Fuß Bauholz enthalten. Diese Ungetüme werden in den Sommermonaten von Schlez>P- booten 1000 bis 1500 Kilometer weit die Küste hinab nach Säst Franzisko und San Tiego getaut, wo die Stämme Verarbeiter werden. , , In den Flitterwochen. „WaS machen Sm denn nun sonst den ganzen Nachmittag, liebe Frau Oberlehrer? — ,,O, teil korrigiere für meinen Mann Schulhefte; jedesmal wenn ich euren Fehler finde, gibt er mir einen Kuß I" — „Tas ist ia eine reizende Beschäftigung; haben Sie von meinem Jungen auch schon Hefts in der Hand gehabt?" — „Bon dem Peperl? O ja, das ist eut herziger Bub; der hatte vorgestern erst wieder sechzehn Fehler! L ä n d l i ch e T i a g u o s e. ,,J' wo aß nct, was dös ,ts, Badcrl An' Katarrh hab' i, an' Husten und überall veißt's,mi' — . —~ „Dös macht uix! Woaßt D', wer bei dem Sauwetter uet krank is, der is überhaupt net g'sund!" Die Xanthippe. Mann (stöhnend): „O mein Zahn; dm Wände möchte ich hiimuflaafeu. — Frau: „Hier unten blewst Tu!" _______ Aphorismen. Tas Leben besteht aus zwei Halsten: in der einen vergißt nG^ zu lernen, in der anderen lernt man zu vergessen. „ Paul Schüler, Es gibt auch von lebenden Autoren Werke, die man als „nachgelassen" bezeichnen kann. * Die Empfindung von dem Unglück des Schlechten ist Empfindung von dem Glück des Enten: der Mangel eines Gutes bringt ost dieselbe Wirkung hervor, als der Besitz desselben. L. Feuerbach. Synonym, Mit F machis zierlich und fein, Mit Z solls grab und sauber sein; Mit W macht es nicht heiß das Blut, KopiloS tnts auch nicht immer gut. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer! Auch festes Eis macht die Sonne zu Wasser. h l 'scheu Universitäts-Buch- und Steiadruckerei, R. Lange, Gießen.