pmr i“ W W |908 — Nr. 25 A | Kelmuti) von Ponsen. Roman von Ursula Zöge von Manteuffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Edeltraut achtete anfangs nur auf das, was der Bruder sprach, und freute sich, ihn so angeregt zu sehen, aber allmählich gewann ihr des Gastes ruhige, ernste Sprechweise Beifall ab. Er war nicht so genial wie Wilhelm, aber alles, was er vorbrachte in knapper Kürze, zeigte ein ehrliches Streben und eine sonderbare Entschlossenheit, das Rechte zu tun. Auch überraschte es sie, daß er so viel mehr gelesen und nachgedacht zu haben schien, wie sie ihm zugetraut hatte. Wilhelms Wünschelrute schien nötig, um ans Licht zu ziehen, was in der Tiefe ruhte, vor allem ein von treuen Eltern über- konmiener Schatz schlichter Gottesfurcht, au dem nie ein Zweifel gerüttelt zu haben schien. Anfangs war von einer Meinungsverschiedenheit zwischen den Freunden nicht die Rede, aber endlich! glaubte Loysen, widersprechen zu müssen. Er tat dies mit einem Blick auf Edeltraut, der um Entschuldigung zu bitten schien. Tie hörte mit wachsendem Interesse der Debatte zu und begriff, welcher Genuß und welche Erfrischung für den so ganz einsam Lebenden darin liegen mußte, sich einmal mit einem geistig Ebenbürtigen zu meisen. Daß der andere dies lvar, nrußte sie bald mit Verwunderung zugeben. Nun freute sie sich noch mehr, daß er gekdmmen. Sie hätte ihm die Hände hin- streckcn mögen und ihn bitten: bleibe doch bei uns! Tenn hier war, was Wilhelm so sehr brauchte, Aussprache mit einem, der ihn verstand! In der Nachbarschaft galt er für einen Schwärmer und einen sozialistischen Sonderling, in seinem Torfe aber, in seiner „kleinen großen Welt", war er immer der Gebende, immer nur bestrebt, von seinem Reichtum an Herzens^- und Geistesgaben mit- zutcilen. Tie Zeit war im Fluge vergangen, und als das Läuten einer Glocke im Hose Edeltraut an die auch Sonntags unerläßlichen, wirtschaftlichen Pflichten erinnerte, ging sie zögernd. Tie Unterhaltung ward dadurch unterbrochen und der Rittmeister schien sich jetzt erst zu besinnen, daß ein junges Mädchen Zeuge des Gespräches gewesen war. „Ich fürchte," sagte er etwas beunruhigt, „ich bin in manchem zu weit gegangen. Es wurden Kapitel verhandelt, die durchaus nicht vor die Ohren der jungen Tamen gehören . . . ich hatte das bedenken sollen." _ „Lieber Helmuth, mach dir darüber keine Sorge. Meine Edel ist ein ganzer Mensch. Ich habe sie absichtlich so erzogen, daß. sie mit offenen Augen in das Leben hineinsieht, wie es eben ist und lvie es sich rings um uns täglich abspielt. Sie steht ja mitten darin und soll sich nicht in unnahbarar Entfernung halten, sondern teilnehmen an den Schicksalen ihrer ärmeren Mit- menschen, um nach besten Kräften zum Guten zu wirken, wo es immer angeht. Ich könnte dir von manchem jungen Torfmädchen erzählen, welches durch das energische und wohlmeinende Eingreifen meiner jungen Schwester vor Schande und Elend bewahrt wurde, und von mancher hadersüchtigen Frau, welche durch sie zur Einsicht kann Du siehst, Naivität wirst du bei ihr nicht finden, sie spricht oft ruhig und unumwunden über Tinge, bei welchen sonst die wohlerzogene Tochter des Hauses sich verpflichtet fühlt, zu erröten. Ich sage dir dies absichtlich, damit du dich bei einer solchen Gelegenheit nicht wunderst. Du wirst es auch begreiflich finden, da du weißt, daß ein Manu sie erzogen hat." „Ich finde, sie ist in jeder Beziehung ein herrliches Mädchen geworden!" Loysen sagte das unbefangen und der andere nahm es auch so. „Siehst du, manchmal frage ich mich, ob ich ganz recht tat, ihr nicht zu mehr weiblichem Umgang behilflich zu sein — aber so wenige passen zu ihr. Es ist seltsam. Sie hat zwei Freundinnen, mit denen sie in Briefwechsel steht, das sind die Töchter der verwitweten Frau von Wahrendorf, die früher in Jarowitz lebte. Leider zog sie nach Berlin. Ihre Töchter sind beide älter als Edellraut, aber durch die Nähe der Nachbarschaft sahen sie sich schon als Kinder häufig und harmonierten gut. Tie beiden Mädchen sind hochgebildet, ernst erzogen, widmen sich ganz dem Dienst der inneren Mission, es ist für Edeltraut ein anregender Briefwechsel und Verkehr, denn ich halte darauf, daß sie die Wahrendorss in jedem Winter besucht — wenigstens auf vierzehn Tage. Sie sieht und hört immer soviel Neues, davon auch ich nachher profitiere, aber ich sage dir, wenn ich dies letzte Argument nicht immer ins Treffen führte, wäre sie schwer von hier fort- zubekommen." Mein Himmel, dachte Loysen, da war sie nun jeden Winter in Berlin und ich habe nichts davon gewußt. Ter Gedanke war ihm ganz neu und merkwürdig. „Sodann," fuhr der andere fort, „ist sie mit den Töchtern des Pastors hier befreundet, die aber auch im Alter gar nicht zu ihr passen. Aber cs ist ihr auf jeden Fall ein lieber Verkehr, den sie jede Stunde und in nächster Nähe genießen kann. Was aber die jungen Damen in Hochwcrth, Lobwitz und so weiter betrifft, so sind die Lebens in ieressen zu verschieden und Edeltrauts Zeit zu knapp bemessen, als daß ein Verkehr sehr genußreich wäre. So bleibt es schon wie es ist, und was unser Glück und unsere Zufriedenheit betrifft, so erleidet beides durch unsere Abgeschiedenheit keinen Abbruch. Nun komm', mein Lieber, machen wir einen Gang durch den Garten, ich stelle mich dir als Obergärtner vor und gedenke dich meinen duftenden Lieblingen vorzustellen!" Trr Mittag vereinigte bald darauf alle int- Eßzimmer, wo Frau von Tahlen Triumphe feierte. Wilhelm liebte einen festlich geschmückten Sonntagstisch, und trenn cr nicht viel aß, so würdigte er desw mehr mit anerkennenden Worten die kulinarischen Aufmerksamkeiten der alten Dame. Er sah an der Spitze der kleinen Tasel als Hausherr so stattlich und frisch aus, und fein ganzes Wesen war so durch uitd durch frohgemut, daß Loysen mehr denn einen verständnisinnigen Blick mit der Schwester tauschte. Nach dem Essen blieb man noch ein Weilchen beisammen, Kaffee wurde serviert und dem Rittmeister Zigarren angeboten. T-ann zog sich Wilhelm zurück. Frau von Dahlen nickte in ihrer - .....T-’H TMTXmmim TW -.-WWTRPV»— — 90 — Sofaccke, blinzelte noch cinigemal freundlich und überließ dann das junge Paar seinem Schicksal. UnwilWrlich'zog Lovscu seinen Stuhl etwas näher an den seiner Nachbarin nut» stieß seine Zigarre in den Aschenbecher. Flüstern war geboten, also flüsterte er: „Wilhelm hat sich hingelegt?" Sic war sofort bei der Sache. „Ja, Sie „Ässen ihn schon entschuldigen. Er schläft nicht etwa, er bereitet sich vor aus seine sonntägliche RachnnttagS-Unter- Haltung. Sie müssen wissen, daß sich d-ie Äartenhallc jeden ©01111= tagnachmittag mit Gästen stillt, die jungen Burschen aus dem Tors, die alle gern kommen. Wilhelm liest ihnen vor, meist Selbst- versas-tes, und unterhält sich mit ihnen. Es ist merkwürdig, wie Viele sich immer einfinden, obwohl wir ihnen absichtlich weder Bier noch Kvffoe vorsetzen. Sein ganzes Wesen übt eben eine solche Anziehungskraft auf die Jugend aus, und dann versteht er es so, die Lektüre zu wählen. Etwas derber Humor darf dabei sein, der Bauer liebt es, auch Belehrung, und praktische Ratschläge. Ganz wundervoll ist, was er selber für diesen Zweck geschrieben hat und noch immer schreibt —" die Augen der Sprecherin glänzten — „da kommt immer ein Stück zum andern, und eine dicke Mappe ist schon voll, mit der Aufschrift: „Bauernpredigten". Es sind nicht Andenken in« gewöhnlichen Sinn, sondern scheinbar praktische Betrachtungen über alltägliche Bor- konimnissc des Landlebens und Handwerkerstandes, Ackerbau, Obstkultur, Biehzncht, Tischlerei und Schmiedearbeit, alles wie es ihm cinfällt und alles bald mit so schöner Nutzanwendung auf geistliches Gebiet hin überspielende . Es geht wohl ein jeder bereichert fort. Die Darbietung frommer und nützlicher Gedanken in so ganz landläufiger Form' geht auch in den dicksten Schädel. Auf jeden Fall ist es eilt Bergungen, die jungen Leute zu beobachten, wenn er vorliest." „Tun Sie dies?" fragte er schnell. „Gewiß. Ich bin oft dabei." „Ja, bringt das nicht diese Schar junger Dorsmännlichkeit in einige Nuruhe?" fragte er lächelnd, „Lieber Herr von Lohsen, unsere Rothaider, alt und jung, sehen mich viel zuviel, um durch meinen Anblick in Verlegenheit gesetzt zu werden. Sie sind übrigens unartig — zur Strafe führe ich Sie jetzt mal in den Hof und zeige Ihnen in den Ställen alle meine kleinen und großen Lieblinge." Damit sprang- sie auf und ging neben ihm her. Sie nahm im Borsaal ein leichtes Tuch vom Mantelhalter und warf cs sich nur, die Schultern, so schritt sie in den Hof hinaus und die Sonne schien auf die mattgelbe Flechtenkrone. Sie besuchten einen ’ Stall nach dem andern, sie stellte ihm Kälber und Kühe, junge Fohlen und kräftige Ackerpferde, den „Milchesel" und die Zugochsen vor, brachte ihn auch in den tzühnerhof und in einen Hvlzvcrschlag, woselbst in stillen« Dämmerlicht einige Hennen brütend in verschiedenen Abteilungen saßen. In der eilten klang Piepsen und Glucken, und Edeltrant bückte sich rasch, hob ein krabbelndes Etwas aus den Heuhalmen und hielt es ihm hin — »sehen Sie nur," sagte sie, die Hände ein wenig öffnend, daß das goldbraun flaumige Tierchen sichtbar ward, „ein kleines Kunstwerk der Natur! Haben Sie schon je darüber nachgedacht, wie vollkommen solch ein Küchlun vom ersten Atemzuge an ist? Fix und fertig, mobil, und im stände, sich das Futter selbst zu suchen. Ist das nicht schön? — Wollen Sie es einmal nehmen?" Seine Hände umschlossen die ihren, welche sie vorsichtig öfsngir, und nun blickten sie beide herab auf das kleine verwunderte Wchlcin, das aus seinem' warmen Toppelgehanse aufschaute. So standen sie eine Weile, und ihm' ward wohl und siegessicher zu Mut. Er hatte Mühe, nicht ganz läut und fest zu sagen: siehst du, wie ich eben deine Hände fasse und halte, so ergreife ich von Stund au Besitz von deinem ganzen Sein und Denken und sehe auf dich als mir angehörig! Durch eine kleine Luke über der Holztür siel ein Sonnen streifen und in ihm tanzten.tausend aufgescheuchie Staubkörnchcu, gleich Mkrofkopischen, vielfarbigen Edelsteinchcn funkelnd. Es duftete nach Heu und eine fast sommerliche Wärme erfüllte den kleinen Raunt'. Loyscn ^fürchtete, der heimliche Zauber dieses Eckchens und längeres Schweigen könnten ihm Worte entlocken, die noch verfrüht waren, so machte er. selbst der Situation ein Ende, indem er die Hände des Mädchens sreigab, und sie ließ das Küchlein ins Nest zurückgleiteit. . Tann gingen sie in den Garten und durch denselben aus die Wiese. Ihm gefiel dieser Platz mit der lieblichen Aussicht auf den Kirchhüacl und in dte ferne Ebene hinein. Eine Holzbank stand unter einem blühenden Kirschbaum, da setzten sie sich drauf und wollten hier Worten, bis es Zeit war, in die Gartenhalle zu gehen. Loysen hatte den Wunsch geäußert, bei den Vorlesungen dabei zu sein. Mittlerweile wollte er seine Zeit auch nicht un- Senützt verstreichen lassen und das feine Band, welches ihn mit ihr fürs Leben verbinden sollte, fester ziehen. Er fing von ihrer Kindheit an zu reden, fragte sie nach allem, was zu wissen ihm am Herzen lag, nach ihren Neigungen und Spielen, nach ihren Studien und allerlei Erlebnissen. Sie sprach ganz willig und freundlich, aber ohne besondere Lebhaftigkeit, bis er eilte Frage tat, die auf Wilhelm! frühe Jugend Bezug hatte. Da veränderte sich ihr ganzes Wesen, sie wurde mitteilsain, ihre Wangen-färbten sich. jSie wurde nicht müde zu erzählen, ihm die Lücken auszufüllen, die sein langes Fernbleiben hervorgerufen, alles zu berichten, was sein Freund in der Zeit erlebt und erlitten. Dabei wurde sie wieder so vertraulich, als spräche sie zu einem, der ihr schon lange eilt guter Freund gewesen. Sie bemerkte nicht, wie die Zeit hinging und daß die Stunde vorüber war. Als sie dann, ausgeschreckt durch den Schlag der fernen Kivchenuhr, auf die Rückkehr drang, sahen sie im Garten die Torfburschen schon wieder aus der Halle strömen. Manches ein- sättige und stumpfsinnige Gesicht war darunter, aber die meisten blickten hell und schienen von ehrlicher Dankbarkeit und Freude erfüllt. Wilhelm verließ als letzter die Halle. Er sah nicht ermüdet, sondern erfrischt nnd angeregt aus. Man saß noch ein Stündchen zusammen, dann ward Loyfens Pferd gemeldet und er ritt von dannen, mit sich, und der ganzen Wett gar sehr zufrieden. (Fortsetzung folgt.) Dämsmfche Naturen. Von A. Kelch (Berlin). (Nctchdr. Verb.) Wer die Triebfedern des menschlichen Handelns einigermaßen kennt, wird beim Lesen der ersten Nachrichten von' dem schaurigen Drama, das sich vor wenigen Wochen in All en st ein zugetragen hat, sofort vermutet haben,, daß hier weibliche Einflüsse int Spiele gewesen sein müssen. Erscheint nun auch durch die inzwischen erfolgten Meldungen manches in der geheimnisvollen Begebenheit weniger dunkel, so bleibt doch noch genug des Rätselhaften übrig. Man fragt sich- wie es möglich war, daß ein Offizier aus' einer ciitaiigesessenen Familie- dem von allen Seiten das' beste Zeugnis ausgestellt lvird, sich zu einer solchen Tat hinreißen lassen konnte. Es gibt Gelehrte, die sich unterfangen, alle Geheimnisse des Lebens zu ergründen, und die dunkelsten Vorgänge mit der Brandfackel der Wissenschaft zu durchleuchten. Nicht selten sind es in sich gekehrte Naturen, die' das Leben nicht kennen, weil sie sich nicht selber in seinen Strudel gestürzt haben. Sie mögen imstande sein, in der Stille ihrer Laboratorien unfern Körper in seine Bestandteile zu zerlegen, die mannigfaltigen Kolonien von Mikroben. wahrzunehmen, die in unserem Organismus ein! mehr oder weniger selbständiges Dasein führen oder ihn aufbauen, ja das Leben selbst zu beeinflussen, indem sie neue Tier- und Pflanzenarten oder wenigstens Spielarten! züchten, vielleicht sogar künstliches 'Eiweiß erzeugen, das, wie eilt namhafter Biologe gemeint hat, eines Tages an- fangen wird, zu krabbeln, wenngleich es ihm diesen Gefallen bisher noch nicht getan hat. Aber wird es der Wissenschaft jemals gelingen, uns die verborgensten Geheimnisse . des Menschenherzens zu enthüllen, uns zu erklären, wie es kommt, daß ein Wesen von einem andern! Besitz ergreift, es sich unterwirft und wie einen Sklaven beherrscht? Während die meisten weiblichen Wesen auf die Männer, die zu ihnen in Liebe entbrennen, keinen so tiefen Ein- driick machen, daß der Liebhaber seine Selbständigkeit des Entschließeits und Handelns einbüßte, gibt es andere, die es verstehen, sich den Mann vollständig zn eigen zu machen) sich so fest in alle Fasern seines Herzens und seines Hirns cinzubohren, daß sie ihn in geradezu despotischer Weise beherrschen. Wer hätte derartige geheimnisvolle Einflüsse noch nicht beobachtet? Ein Weib kreuzt den Lebensweg eines Mannes. Vielleicht sieht er sie in einer Gesell- schaft, vielleicht geht sie auf der Straße an ihm vorüber. Sofort erleidet sein ganzes Wesen einen schweren Stoß. Mit ihrem Blick entfacht die ihm bis dahin völlig Uu- bekannte sofort einen heftigen Brand in seinem Innern, den nichts zu löschen vermag. Alle Bande der Anhänglichkeit Ivie der Pflicht werden zerrissen. Ein solches Weib kann den Manu zu dem Höchsten begeistern, aber auch zu den abscheulichsten Handlungen verleiten. Zuweilen liebt das Weib den, den sie auf diese Weise! — 91 — unterjocht hat. Allein in den meisten Fällen ist es ander?. Jene dämonischen Naturen, die die Männer zn ihren willenlosen Werkzeugen machen, sind gewöhnlich keiner wahren Liebe fähig, es sind, leidenschaftliche, selbstsüchtige Mesen, die keine Schranken achten. Je.nach der Stellung, die'sie in der ntenschlich.cn Gesel-schaft cinnehnicn, spielen sie die Rolle einer Kleopatra, einer Messalina, einer Theodora, einer Fredcgnnde, einer Lucretia Borgia, einer Katharina II. oder einer Anstifterin von Gewalttaten, die nicht .in den Büchern der Geschichte verzeichnet werden. Run zu der Frage, ..die uns am meisten interessiert: worin, besteht eigentlich die Gewalt dieser unheimlichen Geschöpfe? Vergeblich hat man sich bemüht, dies zu ergründen. Die Gelehrten, die Dichter, die Philosophen bleiben uns die Antwort schuldig, oder vielmehr, sie gehen in. ihren Ansichten auseinander. Die einen erblicken die Ursache . des geheimnisvollen Einflusses in der Schönheit, .in den materiellen Ausströmungen des Körpers, in dem oder, di femina, den berauschenden Düften, die der Leib dieser Zauberinnen anshaucht. Andere ziehen zur Erklärung seelische Reize heran, sie denken an eine Ueberle- geuheit des Verstandes oder des Willens. Dem würde nur teilweise widersprechen, daß einige dieser unheilvollen Weiber nur einen mäßigen Verstand und eine recht ge- meine Seele haben oder sogar geistesgestört sind. Vielleicht wirken beide Ursachen zusammen, vielleicht trifft in dem einen Falle diese, in dem andern jene Erklärung z>;, vielleicht aber auch ist der eigentliche Grund weniger in dem Weibe als in der Schwachheit gewisser Männer zu suchen, in einer Art Autosuggestion, darin, daß sie sich selbst einreden, nur dieses eine Weib könne ihnen das höchste Glück geben. Glück? Tie armen Betrogenen! Denn das, was ihnen zuteil wird, ist, bei Lichte besehen, das Gegenteil des Glückes: eine Reihe von gräßlichen Qualen und Martern, die fein Ende nimmt, oder bereit Ende darin besteht, daß die armen gepeinigten Opfer schließlich, wenn die Geliebte ihres Spielzeuges überdrüssig geworden ist, mitleidlos zurückgestoßeit werden. Aber auch das kann man eigentlich nicht als das Ende bezeichnen; denn anstatt sich der Erlösung zu freuen, geben sich die beiseite gestoßenen Männer in der Regel der Verzweiflung hin und haben kein sehnlicheres Verlangen, als in ihre Kitechtschaft zurückzukehreu. Man hat von der Hörigkeit des Weibes gesprochen, und jedermann kennt Beispiele von mehr oder weniger völliger Unterwerfung des Weibes unter den Willen des geliebten Mannes. Solange sich diese Unterwerfung in gewissen Grenzen hält, stellt sie nichts Unnatürliches dar; denn dem Manne als dem stärkeren Teil kommt von Natur die Rolle des Beschützers zu. Aber welche krankhaften Steigerungen erfahrt die an sich berechtigte Führerschaft des Mannes in manchen Fällen! Bei den seltsamen Wandlungen der menschlichen Triebe und Seelenrichtungen, die Unter unseren so überaus verwickelten Kulturverhältnissen Vorkommen, katin es kaunr wundernehmen, daß bisweilen die Rollen vertauscht werden, daß sich das Weib die des Herrschers amnaßt und daß sich der Mann ein Hörigkeits- Verhältnis gefallen läßt, das nicht selten in die ärgste Sklaverei ausartet. Die Nachrichten über das Allensteiner Drama lassen zwar noch kein sicheres Urteil darüber zu, ob wir es auch hier, wie in so vielen ähnlichen Fällen, mit einer verderbten Wollüstigen oder einer Geistesgestörten zu tun haben, der es gelungen ist, ihren Liebhaber in eine Art Hörigkeitsverhältnis zu sich zu bringen und zu der gräßlichen Tat anzutreibeit, allein sie legen diesen Gedanken wenigstens nahe, und vielleicht bringt der Fortgang der Untersuchung die Bestätigung, daß dem so ist. Rcwyork um die Jahreswende. Ein freundlicher Leser unseres Blattes aus dem Preußischen stellt uns heute wieder einen Privatbrief aus Newyork zur Verfügung, dem wir entnehmen, welche U n s u m m e n dort trotz der berühmten amerikanischen „Geldknappheit" in den wenigen Stunden um die Jahreswende ausgegeben wurden. Wir lesen da: Wohl noch nie ist das große Bacchanal der Neujahrsnacht so rauschend gefeiert worden, als in dieser letzten Silvesternacht. Auf drei Millionen Dollars soll sich der Umsatz anCham- p a g n e r allein belaufen haben, wobei der Konsum in den rxtlnsivm Pribat-K'lubs nicht einbegriffen ist. Doch auf der Ostfeite, wo die Aroeiterbevöllcrung haust, sind mehr als 1 2 0000 P c rsv ne n stellungslos und Tausende von Familien in bitterer Fehde mit den Hauswirten, da sie bei der gebrückten Geschäftslage die Mieten nicht mehr erschwingen können. Heißt das: Äprss nous le dsluge? — Glücklicherweise sind inzwischen wieder viele Anzeichen einer Wendung zum Besseren eingettet-n. Tie Geldspann u.ng beginnt bedeutend nachzulassen, und ber Betrieb in vielen großen Industrie-Zentren, der seit Oktober starke Einschränknngen erfuhr, kommt auch wieder langsam in das alte Geleise. Vielleicht bedeutete der große Börsenkrach einen S a »i ern n g spro z eß, der in Zukunft nur Gutes zeitigen mag, da die Regierung ans das Tatkräftigste bemüht ist, das komplizierte Finanzgewebe neu und fester denn je zu knüpfen und das gesamte Bank- und Umlaufsmittej-System auf eine gänzlich reorganisierte Grundlage zu stellen. Im! großen und ganzen hat sich das Bankwesen Rewyorks dem Sturme vollkommen gewachsen und gesund gegenüberstellen können; es wäre ungerecht, die Verfehlungen der Leiter einzelner Institute als typisch für das Ganze hiiizustellen. Auch wären wohl kaum irgendwelche Fallissements vorgekomMcn, wäre der große Kurssturz an der Börse, der seine Ursachen in politischen Gründen hatte, nicht voransgegangeii. Am 1. Januar waren es 10 Jahre, seit Newyork mit seiner Schwesterstadt Brooklyn und der Insel Stalen Island zu einem städtischen Organismus vereinigt wurde, das seitdem das sogen. „G r e a t c r 9t e w y o r k" bildet. Wenngleich auch vielen der Steinrieseu Newyorks eine reichere architektonische Gliedernng, wie sie sich naturgemäß bei niederen Bauten leichter durchführen läßt, abgeht, so ist es doch gänzlich irrtümlich, anzunehmen, daß durch diese, fast nur die Wunder der modernen Konsiruktionstechnik verkörpernde Bauart der Stadt ein Gepräge eintöniger Nüchternheit aufgedrückt würde. Tie Eigenart ist so stark, daß das Gegenteil der Fall ist. Im! Herbste, der ans hier in Nord-Amerika oft lange Reihen ideal-schöner Tage beschert (den sogenannten Indianer-Sommer) und der die Eigenschaft hat, den Fernen bei aller Durchsichtigkeit der Atinospharc einen ganz eigentümlichen blau-violetten Duftschleier zu leihen, so wie er ungefähr Italien eigen ist, wenn sich dann das tiefe Himmelsblau in ven Wogen der Bai wiederspiegelt und am Spätnach- mittagc oder Abende die Kolosse aUfangen, ihre Silhouetten scharf von ihrem Untergründe abzuzeichnen, während die zur Ruhe gehende Sonne das ganze Bild mit ihrem rötlichen Gold verklärt, dann bietet die Metropole am Hudson von ihrem Hafen ans gesehen ein Schauspiel, das bei aller Großartigkeit noch einem muivntigen Märchen gleicht. Auch die Dichtkunst beginnt einzusehen, daß-die Wunder der modernen Technik die Berechtigniig besitzen, von ihr Anerkennung zu empfangen. Als der Dichter und Schriftsteller Ludwig Fulda im vergangenen Jahre hier weilte, und ihm sit Ehren der Verein Deutscher Schriftsteller in Amerika im Hotel Astor ein glänzendes Bankett gab, trag der hochtälentierü Georg Sylvester Viereck, der jüngste unter den deutsch-amerikanischen Schriftstellern der Gegenwart, eine Reihe von Versen aus seinem Zyklus „Riniveh" vor, welcher ganz dem Leben des modernen Newyork gewidmet ist. Es stehen mir nur einige Bruchstücke daraus zur Verfügung: doch werden dieselben erkennen lassen, daß die Weltstadt am Hudfonstrvine die Eigenart besitzt, auch poetisch anregend wirken zu können. „Zehn Klafter in die steile Höh', Zehn Klafter in den Grund hinein, So ragt aus Eisen und aus Stein Tein Königreich, o Riniveh! Selbst in der Erde dumpfem Schacht Und fern beim golduen Himmelsdom Wälzt sich ein breiter MenscheNsivow Den ganzen Tag, die ganze Nacht' Und Riesenschlangen gleiten fort, Hellschimmernd in der Dunkelheit Ans Pfeilern und aus Brücken weit, Hoch in der Lust, von Ort zn Ort! * Um deine Küsten spielt die See, Und bringt dir Wein und Oel und Gold Und stolz an deine User rollt Ter Hndsonstrvm, o Riniveh!" Bei uns hat Gustav Mahler, der frühere Herrscher der Wiener Hofoper, am Neujahrstage sein Debüt als Dirigent gemacht'und zwar mit größtem Erfolge. Noch nie soll es eine so herrliche Tristan-Musik im Metropolitan gegeben haben. Im Manhattan vpcra House erweisen sich „Hofsmann'L Erzählungen", die dort mit französischem Text gesungen werden, als überaus zugkräftig. Ja, cs ließe sich auch in Newyork leben und genießen, doch Überall haben die Medaillen zwei Seiten und der Existenzkampf für den Einzelnen ist heutzutage hier nicht minder intensiv als in der alten Welt. — Doch liebe ich den Aufenthalt in Newyork sehr; es bat doch einen großen Reiz, direkt au der See zu leben, in einer Weltstadt, in die der Verkehr aus allen Teilen der bewohnten Erde täglich ein- und ausflutet. Es ist gerade das Kosmopolitische, das den Newporter Bildern seine säst kaleidoskopischen Charaktere verleiht. 92 * David der Darf n e r. Der bekannte „L. P." (Ludiv. Pietsch) schreibt in der „Boss. Ztg.": Unter allen den geschichtlichen Gestalten, die von den sinnreichen Psychologen, Physiologen und kulturhistorischen Forschern der Schule des berühmten Meisters Dr. Magnus .Hirschfeld als normwidrig erkannt worben sind, verniisse ich bisher noch immer die des einen, der zu den meist- genanuten, durch Sage, Poesie und Kunst mehr als alle anderen verherrlichten gehört: den König und Sänger in einer Person, David, den Herrscher über Juda ünd Israel, den Poesie und Musik liebenden „Harfner". Zwar scheint gegen solchen Verdacht auf ihn noch mehr zu sprechen als die acht Kinder des Fürsten Eulenburg gegen den auf diesen geworfenen. Ist dieser königliche Harfner doch der Vater eines weitverbreiteten Stammes geworden, der sich mit gerechten! Stolz ans seinen großen Ahnherrn der „Stamm Davids" nennt. Auch das ziemlich leopoldinische Verhältnis zur Frau Urias und die Vorliebe des alternden, fröstelnden Herrschers für zahlreiche Jungfrauen als wirksamste Bett- und Mutwärmer, wovon das Buch der Könige im Alten Testament berichtet, scheint jede Möglichkeit eines Zweifels an seinem normalen männlichen Empfinden schlechterdings auszuschließen. Und dennoch hat er leider selbst ein Geständnis abgelegt, über dessen Bedeutung bei den einsichtigen Männern der humanitären wissenschaftlichen Vereinigung keine Meinungsverschiedenheit, bestehen kann. Dank der „jüdischen Presse" seiner Zeit ist diese Selbstanklage des Harfners ihrem Wortlaut nach für alle Zeiten im Alten Testament unvergänglich in unauslöschbaren Zügen fest- gehalten: in Davids dort überlieferter Wehklage um seinen in der Schlacht gefallenen Freund Jonathan. Lautet sie nicht also: „Es ist linir leid um dich, mein Bruder Jonathan. Ich habe meine Freude und Wonne an dir gehabt. Deine Liebe war mir köstlicher als Frauenliebe !" Kann man ein deutlicheres 8reu de und Wonne an dir gehabt." Kann man ein deutlicheres ckeiintnis über die Art seiner Empfindungen ablegen? Selbst wenn des königlichen Harfners Blut in Tr. Bernsteins eignen Adern fließen sollte, — er könnte nicht umhin mit voller Ueber- zeugung zu erklären: König David war ein — Anhänger der Jünglingsminne! * Der Geheimbund der Schulmädchen. Aus New- Nvrk wird uns berichtet: Das neue Jahr liegann mit einem energischen Feldzug der amerik. Mütter gegen die Geheimgesellschaften der Schulmädchen. Die hoffnungsvollen Töchter der neuen Welt haben nämlich eine besondere Leidenschaft für romantische Geheimbündelei und so harmlos das Wesen dieser Verbindungen auch fein mlag, die Mädchen haben die exzentrischen Aufnahme- verfahren von den amerikanischen Studentenverbindungen entlehnt und unterwerfen die Neueintretenden einer Reihe von „Prüfungen", denen die Nerven der höheren Töchter nicht immer gewachsen sind. Tie 16 jährige Julia Mills kam mehr tot als lebendig von ihrer „Aufnahme" in die Sigma-Gamma-Gescll- «heim, sie brach das gelobte Schweigen, beichtete der er und die entrüsteten Eltern haben sich nun zusammen- getan, um dem Treiben ein Ende zu machen. Tie Schilderungen der Prüfungen, die der kleinen Julia auferlegt wurden, sind ein charakteristisches Beispiel der Methode, mit der die kleinen Amerikanerinnen den Mut der neuen Genossin auf die Probe stellen wollen. Unter allerhand unheimlichen Zeremonien muß die Novize den Oberkörper entblößen, die Augen werden verbunden und dann beginnen die Proben. Die Phantasie der jungen Damen läßt dabei an Erfindungsgabe wenig zu ronnf-djen. Julia Mills begann ihr Examen der Standhaftigkeit damit, daß man ihre Hände in eine Schüssel von Quecksilber tauchte und sie glauben machte,^ es väre geschmolzenes Blei. Dann erhielt sie einen Stoß, sie strauchelte, verlor plötzlich den Boden unter den Füßen uich stürzte in ein tiefes, dunkles Loch. Tas war freilich mit seinen ausgepolstert, aber der Schrecken des jähen Sturzes in ungewisse Tiefen blieb ungemindert. Dann drückte der Tod ihr die Haild — ein kalter nasser Handschuh. Dann bot man ihr in eniem! Totenschädel ein übelriechendes Getränk. Tann kündigte man ihr an, daß man sie mit glühenden Eisen foltern werde und „brannte" ein Zeichen ans den Rücken mit einer „beizenden die ans nichts anberent bestand, als einem kleinen Eisftückchen, aber doch den Zweck erfüllte, die Tapferkeit der verängstigten Opfer zu erproben. In halb hysterischem Zustande wankte die Aermste nach Hause und ihr Verrat der Schilderung rarer Foltern wird wohl nicht allein das Schicksal der Sigma- Gainma-Gesellschaft, sondern auch das der zahlreichen geheimen .vradchenverbmdniigen bedeuten, die über ganz Amerika ver- brertet sind. r ®sweindeschullehrer einer niederschlesischen ?iieuiitadt erhielt von deut Vater eines Schülers folgenden Ent- schuldtgimgszettel zugeschickt: Geerter Her Lerer! Ich wollte sie sehr bitten mch so uiedertrechtig zu fein und keine Strafe schreiben denn ich muß meinen Karl morgen bett halben Tag zu Haufe halten, weil ich mit dem Schweine in die Stad fahren mus. hochagtungsfol Klaus Wiegand. Literarisches. — Königin Luise von Preußen. Für alle, die Königin Luise tioch nicht näher kennen, hat unsere frühere geschätzte Darmstädter Mitarbeiterin, die jetzt in Berlin lebende Schriftstellerin Dr. Ella Mensch in der ©amm« lang „Kulturträger" (Verlag vou Hermann Seemann Ncichf., Berlin NW. 87, Preis 1 Mk.) ein Lebens- und Zeitbild herausgegebeu. Wir entnehmen dieser Darstellung, daß die Anschauungen über Königin Luise heute mehr als je unklar sind und auseinandergehen. . Dem einen ist sie die „heilige Frau", tvie sie z. B. schon in Körners Liedern erscheint, in andereir Kreisen sind immer wieder erneut die schweren Anklagen Napoleons aufgewärmt worden, der ihr ein gut Teil der Schuld au der Katastrophe von Jena und Auer- städt aufbürden wollte. Wir sehen aus Dr. E. Meusch's Buch, daß die Königin ein überaus lebhaftes Temperament besaß, daß sie rasch, oft allzu rasch in Wort und Entschluß war, aber andererseits war sie zweifellos der oberste Schutz- geist deutscher Sache in stürmischer Zeit und kann als solcher auch noch für die heutige Zeit gelten, denn die „Gefühlspolitik", die man der Königin vorgeworfeu, werden wir immer ivieder nötig haben, um — im Gegensatz zu der trägen Kabinettspolitik — die besten und zuverlässigsten Instinkte unseres Volkes zu wecken und Wachzubalten. Die Quintessenz von Dr. E. Mensch's Buch über die Königin Luise von Preußen kann mau in die Worte Th. Fontanes zusammenfassen: „Die moderne Historie weist kein ähnliches Bild von Reinheit, Glanz und schuldlosem Dulden auf, und wir müssen in die Tage des früheren Mittelalters zurückgehen, um Erscheinungen von gleicher Lieblichkeit (und dann immer nur innerhalb der Kirche) zu begegnen. Königin Luise dagegen stand inmitten des Lebens ohne daß das Leben einen Schatten auf sie geworfen hatte." Barternhände. Sah im Krug ich eine Bauernstand, Wie von Heilgen Runen ganz durchrisfen, 9)locht der Bauer, schwach und aitersmüd, Keine doch der kleinen Furchen missen. Jede Rille spricht von schwerer Tat, Wenn den harten Werktag er durchschritten. Wenn in dumpfen Stunden ungesehen Mit den grauen Sorgen er gestritten. Jeder Riß ist ihm ein Ehrenmal lind sein Stolz nach schwer durchkämpsten Siege»! Sieht der Alte seine Hände an, Liegt ein Lächeln noch aus seinen Zügen. 6 r n ft Clasen. Goldene Worte. Die Welt ist willenlos, nichts tveiter als ein Kreisel, Ten in Bewegung setzt der Letdenschaiten Geißel; Tie Leidenschaften selbst, sie sind Naturgesetze, Ganz unabhängig vom moralische» Geschwatze: Und also ist allzeit — so man es recht erwägt — Unstrasbar iür sein Tun, was Menschenantlit; trägt. Aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges. * Arbeit bloß um des Gewinnes oder des Lebensunterhalts willen ist Werbearbeit. Riehl. 9llt und Jung sind im Grunde genommen keine Zeitbestimmungen, sondern Charaktereigenschallen. Wer alt ist, der kam schon alt zur Welt; wer jung ist, der bleibt es bis in die spätesten Jahre. » Gewissen Menschen ist ein Mann von Kops ein fataleres Geschöpf als der deklarierteste Schurke. Lichtenberg. Rätsel. Laß nur des Winters Kälte wüten! Denn meines Wortes Wirkungskraft Wird warme Traulichkeit dir vielen In deines Hauses enger Haft. Nun schüttle, meines Wortes Zeichen, Und voller Hoffnung kragt dem ©tun: Wird mir das Glück die Hand wohl reichen In dem erwarteten Gewinn? Gießen. Dr. H. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Tellheim. Redaktion: P. Witt ko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, Gießen.