Donnerstag den 9. Mi WM r;fc V-A B S I MM ÄS ä 1908 — Nr. M 1 CAD * I , A . G John Darrows Tod. .Roman von Melvin L. S e v e r y. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Er aber griff ohne weitere Bemerkung nach dem versiegelten Umschlag und reichte ihn Florence hin mit den Worten: „Nun dies!" In großer Erregung erbrach sie das Siegel. „Soll ich laut lesen?" fragte sie. Auf ein bejahendes Zeichen von uns begann sie: Liebe Florence! Meine Borhersagnng kanr dir sonderbar und unbegründet vor, aber wenn, dies in deine .Hände kommt, wirst du wissen, ob sic grundlos war oder nicht. Eine Episode meines Lebens, die dessen Gefüge bis in die Grundfesten erschütterte, habe ich sorgfältig vor Mr verborgen gehalten. Du mußt sie aber kennen lernen, wenn ich nicht mehr bin; ich habe iie daher diesem Papier anvertraut, das dann in deine Hände kommen wird. — Den ersten Teil meines Lebens, bis zwei Jahre nach der Verheiratung mit Deiner Mutter, verbrachte ich in Indien, und gwar stand ich, seit ich erwachsen !var, in Diensten der Ostindischen Gesellschaft. Ich war Verwalter in ihrem Magazin in Bombay. Dort lebte ich sehr glücklich, bis das Ereignis cintrat, das ich .erzählen will. Als ich eines Morgens in Berufsgeschäften zu einer Schiffswerft ging, wurde ich auf ein junges Mädchen aufmerksam, das guf dem Rasen am Strande tanzte. Die gewöhnlichen Bajaderen sind in Indien etwas so Alltägliches, daß ihnen ein Mensch mit feinerem Geschmack kann: Beachtung schenkt, aber dieses Mädchen war nach der keuschen Schönheit ihrer Bewegungen von ganz anderem Schlage. Als mich meine Neugierde näher zog, wandte sie mir ihr Gesicht zn, und in diesem Moment wußte ich, daß meine Stunde gekommen war. Obwohl ich viel älter war als sie, war sie doch meine erste Liebe — die eine große Leidenschaft meines Lebens. Ihre unsägliche Lieblichkeit versuche ich nicht zu beschreiben; denn wie die Schönheit der Blume läßt sie sich nicht zergliedern. Ich folgte ihr mit den Augen in wilder, nervöser Aufregung, ich weiß nicht wie lange — Zeit und Raunr existierten für mich in diesem Zustande der Verzückung nicht mehr! Ich koirnte nichts denken, nichts tim, nur fühlen — fühlen, wie das siedende Blut in mein Gehirn drang, um dann in Lavaströmen mein Herz zu überfluten, wobei ich eine Pein empfand, die doch zugleich das süßeste Lustgefühl erregte. Plötzlich änderte sie ihren Schritt, sie machte eine rasche Bewegung Rückwärts nach dem Wasser zu und hielt an, gerade als sie mit ihrer Ferse den Werftrandstein berührte; dann vorwärts und wieder eilte schnelle Wendung nach hinten, aber diesmal täuschte sich das Mädchen in der Entfernung; ihre Fersen schlugen mit aller Gewalt gegen den Stein, und sie stürzte hintenüber ins Meer. Einen Augenblick stand ich wie versteinert, keines Gedankens, geschweige einer Handlung fähig; dann brachten mich die erregten Stimmen der Umstehenden zur Besinnung. Sie hatten ein Seil ins Wasser geworfen und warteten, bis sie an die Oberfläche käme und es ergriffe. Die Mauer, von der sie hinuntergefallen war, muß mindestens fünfzehn Fnß über dem Wasser gewesen sein, das mit Stücken von Spierstangen, Balken und anderem Holzwerk besät war. Es schien, als wolle sie gar nicht iuieber an die Oberfläche kommen, und als sie schließlich auftauchte, machte sie keinen Versuch, das zugeworfene (Seit zu ergreifen, sondern sank regungslos zum zweitenmal in die Tiefe. In einem Augenblick ging mir blitzschnell die Wahrheit auf. Sie war mit dem Kopfe gegen eins der treibenden Holzstücke geschlagen nnd war bewußtlos. Unverzüglich mußte etwas getan werden. Ich ergriff das Tau nnd sprang ihr nach, wobei ich sorgfältig vermied, mit den Hölzern in Berührung zu kommen, und obwohl ich, wie Du weißt, niemals schwimmen gelernt habe, glückte es mir, sie zu erreichen, nnd wir wurden zusammen empor-, gezogen. In meinen Armen trug ich sie in einen nahen Wären- speicher, legte sie aus einen Baumwollenballen und flößte ihr schnell herbeigeholte Stärkungsmittel ein. Ich kniete neben ihr nnd hielt ihren Kopf in die Höhe, als sie die Augen öffnete und mir voll Verwunderung ins Gesicht sah. Als ihr einen Augenblick später die Erinnerung wieder-, kehrte, machte sie einen schwachen Versuch, sich mir zu entziehen. Meine Aufregung war aber noch zu groß, als daß ich daraus geachtet hätte, und ich hielt ihren Kopf noch länger. Sie wiederholte die Bewegung nicht, sondern schloß die Augen halb und lehnte sich widerstandslos auf meinen Arm. Könnten sich diese kurzen Minuten in eine Ewigkeit dehnen, dachte ich, so würde das der Himmel für mich sein. Sie erholte sich jetzt sehr schnell und hob sich selbst in sitzende Stellung, indem sie in sehr gutem Englisch sagte: „Ich danke, ich kann nun stehen, Sahib." Ich reichte ihr meinen Arm und half ihr anfstehen. Ihre Hand um-, faßte meinen Aermcl, als wollte sie sehen, wie naß er sei, und mit einem Blick auf meine triefenden Kleider sagte sie einfach: „Sie sind im Wasser gewesen, Sahib, nnd Ihnen verdanke ich mein Leben. Nie werde ich Ihre Güte vergessen." Ihre Augen begegneten für ein paar Sekunden meinem Blick, während sie sprach, nnd ich fühlte dabei mit unsagbarem Entzücken, daß die Seele des jungen Mädchens mit der meinen von diesem Augenblick an nntrennbar verbunden war. Mein Gefühl ivar so mächtig, daß ich nicht reden konnte, und als ich wieder Herr meiner selbst geworden war, war das Mädchen verschwunden. Bon dem Gipfel der Seligkeit sank ich nun in den Abgrund der Verzweiflung. Ich hatte sie ohne ein Wort des Abschieds gehen lassen. Ich kannte nicht einmal ihren Namen. Aus dem Meere hatte ich sie gerettet, nur um sie in dem andern Meere der halben Million Einwohner von Bombay nntergehen zu lassen. Was müßte sie von mir denken? Ich fragte den Werftmeister nach ihr, aber er hatte sie nie vorher gesehen. Alle weiteren Nachforschungen erwiesen sich gleichfalls als fruchtlos. Zweifelnd fragte ich mich, ob sie meine Liebe erkannt hätte, wagte aber nicht zn hoffen, daß sie mein bäurisches Benehmen richtig hab« deuten können. Was sollte ich tun? Wenn ich ihren Namen nicht kannte nnd sic nicht den meinen, und wenn sie M.e sch 422 eilt Wiedersehen wünschte, so mußten wir beide auf eine zufällige Begegnung hoffen. Hatte sie bemerkt, welchen Eindruck sie auf mich gemacht hatte, so mußte sie wissen, daß ich suchen würde, ein Zusammentreffen herbeizuführen. Wo anders mußte sie daun aber glauben, daß ich nach ihr ausschauen würde, als an demselben Platze, wo wir uns getroffen hatten, und zur selben Stunde? Es lag sogar für sie nahe, zu glauben, mein Beruf führe mich täglich zu dieser Zeit dorthin. Ich beschloß also, am nächsten Tage zur selben Stunde dort zu sein. Als ich hinkam, war sie schon trat Platze und musterte eifrig die Vorübergehenden. Sicher wartete sic auf mich — das war ein beglückender Gedanke! Ich will auf die Geschichte unserer Liebe nicht ausführlicher eingehen; es erscheint mir auch überflüssig, liebes Kind, denn ich habe dies nicht zu Deiner Unterhaltung niedergeschrieben, sondern damit Dir bestimmte Ereignisse bekannt werden, von denen Du bisher nichts erfahren hast. Unsere gegenseitige Neigung steigerte sich mehr und mehr im Laufe der Zeit, und einige Monate ging alles gut. Aber es stellte sich unserer Verbindung ein ernstliches Hindernis entgegen, nämlich das der Kaste. Wie Lona sagte, würden die Ihrigen niemals znlassen, daß sie einen Mann heiratete, der Nicht der gleichen Kaste angchörte, wie sie, und außerdem lag noch ein anderer Grund vor, der sie zweifellos ebenfalls zu Gegnern unserer Verbindung machte. Sie hatten bereits für sie gewählt und sie mit einem Manne namens Rama Ragobah verlobt. Das ist der Mann, von dem ich vor allem zu reden habe. Von Geburt ein Mitglied derselben Waisya- Kaste wie Lona, war er in jungen Jahren Fakir geworden und hatte alle geheimen Kenntnisse dieser indischen Fanatiker erworben. Das genügte jedoch seinem Ehrgeiz nicht, er wollte einer von den Rischis oder Jüngern werden und unterzog sich zu diesem Zwecke der schrecklichsten Askese. Seine Unempfindlichkeit gegen physischen Schmerz war geradezu wunderbar. Er hatte seinen nackten Körper üßer Hunderte von Kilometern glühenden Sandest zum heiligen Ganges' gerollt! Er hatte seine Hände geballt gehalten, bis die Nägel durch die Handfläche hindurch und zum Handrücken herausgewachsen waren. Einmal hatte er wochenlang ein schwaches Feuer auf dem Scheitel seines Kvpfcs unterhalten, so daß das Fleisch bis auf den Schädelknochen verkohlte. Als er um Lona warb, hatte er in seiner starren Askese bedeutend nachgelassen, aber er fstlegte das Mädchen noch damit zu unterhalten, daß er sich Messer in den Leib trieb, bis ihr vom Anblick des Blutes schwach wurde, was ihm, !vie sie erzählte, großes Vergnügen bereitete. Ragobah war ein Mann von riesigem Körperbau und gewaltiger Kraft, seine Züge hatten einen finsteren, abschreckenden Ausdruck. Mit diesem Menschen hatte man Lona verlobt, obwohl ihre Eltern wußten, welchen Abscheu sie vor ihm empfand. Sie erzählte mir dies alles in einer Nacht bei unserm gewöhnlichen Stelldichein auf dem Malabar- hügel. Wir hatten uns gerade diesen Platz wegen seiner landschaftlichen Schönheit und seiner Abgeschiedenheit ausgesucht. Dort — in mondhellen Nachten, mit der See und der Stadt zu unfern Füßen, während vom „Turm des Schweigens" auf der Begräbnisstätte der Parsen ein gewaltiges Feuer emporlohte, und die Blätter einer majestätischen Banane in der sanften Seebrise leise über uns rauschten — flogen selige Stunden wie Pulsschläge dahin. Ein- oder zweimal war es Lona vorgekommen, als folge ihr je- mand auf ihrem Wege zu unserem Lieblingsplatze, und sie zeigte eine sonderbare Abneigung gegen dne höhlenartige Vertiefung gerade hinter dem Baum, unter dem wir saßen. Einmal suchte ich sie zu beruhigen, indem ich ihr sagte, die Höhle sei so wenig tief, daß man beim Scheine des hineindringenden Mondlichts genau die Rückwand erkennen könnte; als ich aber ausstand, um hinein- zugehen und sie zu überzeugen, daß niemand braut sei, hing sie sich schreckerfüllt an mich und sagte: „Geh nicht! Verlaß mich nicht! Es war töricht von mir, davon zu reden. Ich kann keinen Grund für meine Furcht angeben, und doch, weißt du," fuhr sie mit leiser, angstvoller Stimme fort, „die Höhle mündet in einen Schacht, der, wie man sagt, bodenlos ist und tief, tief hinunterführt, Hun- derte von Fuß bis in die See!" Es ist, wie du weißt, umsonst, mit Vernunftgründen gegen eilt Vorgefühl anzukämpfen, und so suchte ick; lieber ihre Furcht zur Ersüllung meines teuersten Wünsches zu benutzen. „Wozu and)?" sagte ich. „Komm her. Warum wollen wir noch länger diese heim-- Ischen Zusammenkünfte fortsetzen? Wir wollen tapfer sein in unsere« Liebe. Deine Familie hat einen anderen Gatten für dich 'gewählt, aber wir lieben einander, und es ist unsere heiligste Pflicht, an unsere«'Wahl festzuhalten und.sie zur schönsten Er- Mlung zü bringen. Teuerste, wir wollen uns in vier Tagen wieder hie« treffen und bis dahin alles für eine Reise vorbereiten. Wir nehmen den Nachtzug nach Matheron, wo vertrauenswürdige MmM von mir wohnen. Wir lassen uns sofort nach unserer Ankunft trauen und können mit unseren Familien in brieflicher Verbindung bleiben, bis sie bereit sind, uns versöhnt zu empfangen." Die wenigen Einwendungen und Besorgnisse, die sie geltend machte, konnte ich, da sie mich wahrhaft liebte, teils mit Bcr- nunftgründen, teils mit Küssen beseitigen, und wir trennten uns mit unseren Seelen auf den Lippen. Das letzte, was ich zu ihp sagte, — es ist mir, als wäre es gestern geschehen, — war: „Denke, teures Herz, dich ist der letzte Abschied, den wir voneinander nehmen," und sie erwiderte Itteine Worte dadurch, daß sic sich inniger an mich anschmiegtc und ihre Arme um meinen Hals! schlang. So trennten wir uns in dieser unvergeßlichen Nacht vor mehr als zwanzig Jahren. Ich hatte noch viel zu ordnen für die bevorstehende Flucht, und so war cs mir eine fast unangenehme Ueberraschung, daß ich gerade in diesen Tagen bett Besuch meiner Eltern erhielt. Sie kamen in Begleitung bes jungen Mädchens, mit betn sie mich gern' verheiratet hätten, — in der Tat ist es ja später deine Mutter geworben, meine liebe Florence, — doch setzte ich bamals ihrem Plan die gleichgültigste Ablehnung entgegen. Trotzdem mußte ich in jenen Tagen die wahren Gefühle meines Herzens verbergen, damit meine Absicht nicht vereitelt würde, und so erfüllte ich die Pflichten der Gastfreundschaft mit scheinbarem Eifer, zeigte meinen Besuchern die Sehenswürdigkeiten der Stadt und machte ein paar Fahrten mit ihnen zu schönen Punkten der Umgebung. Meine Gedanken waren stets bei Lona, — meine Lippen sprachen mit äußerer Freundlichkeit zu dem Mädchen, das ich heiraten sollte. Zum Glück dauerte der Besuch nur drei Tage, und an dem für unsere Flucht festgesetzten Abend war ich wieder allein. Endlich kam die ersehnte Stunde, und mit einem Gefühl der Glückseligkeit, wie ich es nie zuvor empfunden hatte, machte ich mich auf nach dem Malabarhügel. Es war schon völlig Nacht, aber der Mond schien so hell, daß ich aus einer Entfernung von drei- bis vierhundert Meter deutlich alle Blätter an ttnserem Bananenbaum unterscheiden konnte. Als ich näher kam, trat Lona hinter dem Stamm hervor und erwartete mein Nahen. Ihre Ungeduld ist noch größer als meine, dachte ich, und mein Herz schlug wilder als je. „O, du Süße, Habe ich dich warten lassen?" fragte ich, als ich ihr auf Hörweite nahe war. Sie lehnte regungslos am Baum und schien mich offenbar nicht zu hören. Ich wartete, bis ich nur noch zehn Fuß von ihr entfernt war, und wiederholte die Frage, aber obgleich sie ihre unergründlichen Augen voll aus mich heftete, gab sie keine Antwort und tat, als habe sic nichts vernommen. Ich stand wie versteinert. Ein namenloses Ent-, setzen ergriff mich und drohte, mir das Bewußtseitt zu rauben. Sonst war sic mir bei meinem Anblick immer entgegengesprungenj und hatte sich mit einer bezaubernden Wirbelbewegung in meine Arme geworfen, und jetzt, in dieser unserer Hochzeitsnacht, stand sic kalt, schweigettd und regungslos da! Ich wartete auf ein' Wort der Erklärung, aber es kam kein Ton. Die Spannungi wurde unerträglich — ich stürzte vorwärts, um sie am Arme zn fassen, und rief: „Nm Gotteswillen, was ist denn geschehen?" Da hob sie ihre Hand und stieß mich zurück, daß ich taumelte.- Ich nahm mir nicht die Zeit, nur einen Augenblick zu überlegen, was dies liebevolle Geschöpf fo jäh verwandelt hätte, obwohl! mir blitzartig der Gedanke durch den Kopf fuhr, sie halte mich aus irgend einem Mißverständnis für treulos und habe sich von ihrem heißen indischen Mut fortreißen lassen — das ließ sich alles aufklären, wenn ich fie mit meinen Händen umschlungen hielt. Ich neigte mich zn ihr, sie zn umarmen, da schlug sie mir ins Gesicht und floh davon! Einen Augenblick stand mein Herzj still. Ich dachte, es würde nie wieder anfangen zu schlagen, aber bald begann es von neuem zu klopfen, jedoch als wäre es mit bleierner Last beschwert, und das Blut, das es ausströmen ließ, war kalt, als hätte der Minter es erstarren lassen. Die Elastizität meines Lebens, die Spannkraft de« Seele, die uns über die Lasttiere erhebt, war für immer dahin. Es blieb nur ein Automat, der auf das Materielle des Lebens eingestellt war, — aber der Geist folgte der Gestalt, die flüchtig den Hügel hinabeilte. Mehr als zwanzig Jahre sind vergangen, und immer noch setzt sich die nutzlose Jagd fort. (Fortsetzung folgt.) _ Generalseldmarschaü v. £oe f. Wie' uns ein Telegramm aus Boün meldete, ist dort de« Generalfeldmarfchall Freih. v. Los im 80. Lebensjahre gestorben- Mit dem Tode Löss hat eine glänzende Soldatenlanfbahn ihren Abschluß erreicht. Arn 9. Sept. 1828 auf Schloß Allner im Siegkreise geboten, trat Walther v. Los 1845 als Einjährig- Freiwilliger beim 5. Ulanenregiinent ein; seit 1848 Offizier/ machte er als Leutnant des 2. Dragoner-Regiments der schlesw.- tzolst, Armee 1848 den Feldzug in Schleswig mit und widmete sich 423 1849 ganz bet militärischen Laufbahn. Als Major wurde cr 1862 zur Begleitung des Prinzen Albrecht, Bruder Wilhelms L, uns dessen Reise im Kaukasus kommandiert. 1863 kam Los als Militärattache zur Botschaft in Paris', machte 1864 in Algier den Feldzug mit, und wurde 1867 Kommandeur! des Husareu- Regiments Nr. 7, das er auch im Kriege 1870/71 kommandierte. Hier erwarb er sich auch das Eiserne Kreuz erster Klasse. Das Jahr 1873 brachte ihm die Beförderung zum Generalmajor; drei Jahre später wurde er zum General ä la suite des Kaisers ernannt. 1879 erhielt Frhr. v. Los das Kommando über die 5. Division, 1880 ernannte Kaiser Wilhelm I. ihn zu seinem Gencraladjutanten und beauftragte ihn 1884 mit der Führung des 8. Armeekorps. 1888 trat General der Kavallerie Freiherr von Los als Generaladjutant zum Kaiser und König Friedrich III. über, den er 1883 bei seinen Besuchen in Madrid und Rom sowie >1887 nach London begleitet hatte. 1893 erfolgte feine Beförderung zum Generalobersten, 1895 wurde er Gouverneur von Berlin und Oberbefehlshaber in den Marken, 1897 wurde er zur Disposition gestellt, 1901 wurde er in das preuß. Herrenhaus berufen. Am Neujahrstage 1905 erfolgte seine Ernennung zum Generalfeldmarschall. Frhr. v. Los ist auch schriftstellerisch hervorgetreten. Interesse erregten seine 1905 erschienenen „Erinnerungen aus meinem Berufsleben". Seine mannigfachen Kommandierungen zu Gesandtschaften und zu besonderen Missionen ließen ihn oft Zeuge weitiragendcr politischer Entschließungen sein. Auch waren seine während seiner Kommandierung als Attache in Paris gewonnenen Wahrnehmungen über die Einrichtungen der französischen Armee von'Wert. So berichtete er 1866, daß nach seiner Ansicht „eine mäßige Truppenzusammenziehung am Rhein genügen würde, um einer etwaigen Einmischung Frankreichs eutgegenzutreten", während et nach dem deutschen Kriege nach Berlin melden konnte, daß „Frankreich die entschiedene Tendenz habe, in nächster Zukunft die französischen Streitkräfte zu konzeutriereu und zu stärken." Auch 1867, zur Zeit des Luxemburger 'Konfliktes, wurde Frhr. v. Los um seine Meinung befragt, der ebenso wie Moltke die Ueberlegenheit der preußischm Arme« über die französische erkannte. Auch über Napoleon III., den er persönlich kannte, verdanken wir ihm eine vortreffliche Charakteristik. Auch am Ende seiner militärischen Laufbahn fand er ab und zu politische Verwendung. Insonderheit wurde er des öfteren zu Mifi- vnen an den Papst gebraucht, wobei ihm sein katholisches Glaubensbekenntnis zustatten kam. Gras Zeppelins Rekordfahrt. Bon Emil S a n d t. Diese Fahrt, die technisch eine Leistung allerersten Ranges darstellt und die jeden Rekord gebrochen hat, ist kaum von einem Zuschauer, der hier oder dort Feststellungen vorzunehmen versucht, durch Registriervcrmerke abzutun; geschweige denn von einem Mitsahrenden. Und wenn man von Geheimrat Hergesell aus Straßburg absieht, der inoffiziell mitfuhr, so war ich der einzige Passagier. Gras von Zeppelin, dann der Jngenieurstab, die Monteure und die Bedienungsmannschaften, das war außerdem die lebende Last, die das gigantische Luftschiff zu tragen hatte. Und es galt nur einer sogenannten Werkstattfahrt, einer intimen und internen Hebung, die so weit intim und intern war, als es die Maße des Uebungsgegenstandes und die Größe des Uebungsfcldes zuließen. Man kann unter den hiesigen Umstünden, da alles in Hochspannung ist, nur dadurch heimlich bleiben, daß man die Absicht, zu fahren, geheim hält. Das ist in jedem Maße geschehen. Als uns wenige Leute das Motorboot Seiner Exzellenz an der Luftschiffhalle in Manzell absetzte, war Weit und breit kein Boot, kein Dampfer, keine Barkasse zu sehen. Es war gegen 8 Uhr früh. Binnen ganz, kurzem waren die Vorbereitungen getroffen. Das Luftschiff war fährfertig und wurde hinausgeschoben. Es ist ein besonderes Ziel des Grafen und sein Stolz, daß er es erreicht hat: daß er mit verhältnismäßig geringer Zahl von Mannschaften den großen Luftschiffkörper hinaus aus der Halle und wieder hineinbringen kann. Frei von der Halle und den Pontons stieg das Luftschiff sofort hoch; , .. Ich befand mich zuerst in dem Mittelsalon. Die beiden großen Aluminiumgondeln kennt man, von denen die vordere das Gehirn des Riesenbaues darstellt. Zwischen ihnen ist ein Gang in dem sog. Kiel des Luftschiffes vorhanden, der an sich das Pendeln verhütet, bei der praktischen Ausnützung jedoch, die jedem einzelnen Organ des Luftschiffes zuteil geworden ist, gleichzeitig dem Verkehr zwischen den Gondeln dient. Dieser Gang, hoch und breit und bequem, erweitert sich in der Mitte zu einem Salon, der natürlich in seiner konstruktiven Durchführung die. Zugehörigkeit zum großen Bau nirgends verleugnet. Man sieht die Aluminiumversteifungen, man ist vom Ballontuch umgeben,, das straff gespannt und durch Querstäbe unterstützt, ein bequemes Anlehnen gestattet, und man sitzt zwar auf bequemen sicheren Sitzen, aber an hängenden Tischen. Diese Tische sind ein geschmackvolles Unikum. Sie hängen an seinen festen Ketten gleichmäßig verteilt zwischen den Seitensitzen und gestatten nicht nur ein Essen und Trinken an ihnen, sondern auch ein Schreiben. Die Seitenwände dieses Salons — Graf Zeppelin lehnt natürlich den Ausdruck Salon ab und nennt es Kupee oder Passagierabteilung — sind breit imb hoch, durchbrochen mit Zelluloidscheiben und, um das Eigenartige des Raumes zu vollenden, ist auch der Fußboden in der Mitte in beträchtlicher Breite durchsichtig. Das reine Märchenspiel. Man sitzt in einer bequemen hellen, von mildem Lichte durchfluteten kleinen Halle und sieht hinunter. Mir machte es ein besonderes Vergnügen, die Menschlein zusammenschrumpfen zu sehen. Als sie nur noch aussahen wie Mohnkörner, kam die Halle daran. Wie ein Kinderspielzeug lag die heimatliche Behausung unseres Giganten da unten. Drüben pflügte ein Kursdampfer von Konstanz her durch den klaren, schimmernden See. Ich dachte an Burg Niedeck und das Riesenspielzeug. Das feine Summen, das ich nun hörten und das von einem kaum merklichen Vibrieren des ganzen Luftschiffes begleitet war, ließ mich durch die großen klaren Seitenfenster hinüber nach vorn und hinten zu den Schrauben blicken. Es war ein seltsamer Anblick. Eine Scheibe bildet jede, die im Glanze des Rotgusses flimmert und flirrt, in der Farbe zwischen Bronze und Kupfer; die Sonnenstrahlen zitterten auf den rasenden Umdrehungen und doch : man konnte durch diese in tiefen Akkorden singenden Scheiben hindurchsehen. Mir überflogen den Ueberlingersee quer vor der Insel Mainau, zogen hinüber nach Konstanz und von dort wurde dem Luftschiffe die Richtung das Rheintal hinunter gegeben. Ich begab mich in die hintere Gondel. Dazu muß man; die am Abschlüsse des Mndelgaiiges liegende halbrunde, sich über einem Kreise drehende Zelluloidtür öffnen, um' dann über einen gerippten Aluminiumsteg, der sich abwärts zur tiefer liegenden Gondel senkt, hinabzusteigen. Als Seitenschutz hat man hier nichts anderes als die weitab und weit- auseiiianöerstehenden dünnen Aluminium-Gerüststangen des Luftschiffgerippes. Mr standen um diese Zeit ungefähr noch einmal so hoch wie der Kölner Dom ; und ich, der ich, gegen ein Spazierengehen auf dem Rande eines Schornsteins immer lebhafte Bedenken gehabt haste, trug auch nicht für den Bruchteil einer Minute Bedenken, diesen Weg in freier Luft, der etwa fünf Meter betragen mag, zurückzulegen. Ich konnte durch den gitterartigen Steg hindurchsehen. Tief unten schoß der Rhein in bald bxeit ausladenden, bald sich verengendem Tale, von rechts her grüßte der Hohentwiel ber Singen, links lagen die Thurgauer Alpen. Chausseen, Dörfer, Eisenbahnen — es war ein buntes, in der Tönung prächtiges I und doch mildes Bild. Bon der hinteren Gondel, in der der Aufenthalt für Passagiere natürlich zukünftig nicht vorge- I sehen ist, genoß ich dann den Rundblick. Schaffhausen mit I seinem Rheinfall zog unter uns fort. Es war ein zauberisch schöner Anblick. In den Lüften den vielfachen Windungen des Rheintales folgend, führte uns der Weg über Andel- finqeli nach Süden ins Tal der Reuß, bis wir Luzern sich-- teten, diese Perle in dem reichen Schmuckkasten der Schweiz. Es gab da unten eine ungeheure Aufregung. Das tiefe Singen der Schrauben, die ununterbrochen ihre rasenden Umdrehungen machten, und die uns schon von to eite in an- meldeten, hatten alles auf die Straßeu, auf die Dächer, aus den See gelockt. Ein Schreien, ein Johlen, ein freudetrunkenes, stürmisches Zuwinken — es war ein großer Akkord, ivie er nur ein großes Ereignis begleiten kann.' Und hiev unten war internationales Publikum. Frankreich, England, Italien, Rußland, Amerika - es war eine Demonstration nicht im Sinne des solchen Begriffen abholden Grafen Zeppelin, aber in der Auffassung derer aller da unten. Und als wir wieder daheim waren, ging.eine Adrepe des Stadtrats von Luzern an den Grafen ein, in der der Wert bey Besuches in den Lüften ausgesprochen und in recht einsichtigen Worten der Dank au den genialen Mann abgestattet wurde, «eou Luzern fuhren wir über den Vierwaldstätter-See, recht» den scharf zackigen Pilatus lassend, nach Nordosten einbiegend über Mßnacht herüber, über die trennende Höhenlage nach dem Zugersee. Wiederum rechts grüßte der Rigi. 424 Es ist übermächtig, das Empfinden, welche Mühe, welche Anstrengung, welches Kriechen und Kleben es denen da unten kostet, über einen Paß, über eine Wasserscheide zu kommen, und wir hier oben? Herrlich, es ist eilte Souveränität, es ist eine Herrscherkraft; ein Druck: und dieses ungeheure Instrument von Menschenhand steigt über den Grat, zwängt sich in Einsattlungen, taucht nieder an den See, hebt sich über Gipfel und Höhen, mühelos und gehorsam. Das ist zuguterletzt das Wichtigste: gehorsam! Der Mensch ist der Herr; in diesem Sinne besonders war diese Fahrt ein Merkstein für alle Zukunft: gehorsam jedem Drucke der Faust. Nur Eingeweihte können wissen, welche außerordentlichen Anforderungen diese Fahrt an die Steuerfähigkeit des Luftschiffes gestellt hat. Durch einen Talsattel sich durchwühlende, pfeifende Winde oder aus einem Nebental plötzlich hinüberstoßende Luftströmungen, die den kolossalen Körper von der Seite trafen, sie konnten ihm alle nichts anhaben. Herr war der Mensch. Es gab Situationen, wo ge- kämpft werden mußte. Ein Gegenwind von 48 bis 50 Kilometer stand uns einige Male entgegen. Tief unten sahen wir den Schatten unseres Luftschiffes. Trotz der scharf angespannten Leistung beider Mvtore konnten wir an diesem Schatten erkennen, daß sich der Riesenkörper nur ganz langsam vorwärts quälte. Das Klingen der Luftschrauben steigerte sich zu einer infernalischen Musik, an das Trommelfell kam eilt zitterndes Schwingen und trotzalledem: da unten sahen wir, wie der Schatten nur ganz, ganz langsam von einem Baum zum andern glitt, dann wieder sich miihsani über eine weiße Dorfftraße schob. Bis wir aus der Luftenge heraus waren. Plötzlich fchoß der Schatten wieder vorwärts, wie ein Riesenvogel über Dörfer und Wälder, über Täler und Höhen. Wir kamen an den Züricher See; wir waren von Zürich entzückt — wir konnten es ans dem heraufschallenden Tosen und aus dem Tücherschwenken schließen — die Züricher waren von uns entzückt. Und so ging es bis zum Schlüsse. Es war eine Triumphsahrt. Ter 1. Juli 1908 war ein Abschluß, er ist eine Apotheose und er ist der Tag, an dem eine, nette Zeit beginnt, der Tag, an dem der Begriff „Eroberung der Lust" zur Wirklichkeit geworden ist, Die große 24 Stunden-Fahrt kann nichts mehr bringen, was bestätigt. Wir stehen bereits alle unter der Wucht des Beweises, und an Schwierigkeiten des Manöverierens kann sich die offiziell vorgeschriebene Route Konstanz-Mainz überhaupt nicht mit der Fahrt messen, die Exzellenz Zeppelin für dieses Mal vorgeschrieben hatte. Er hatte allen Schikanen des Luftmeeres — und ihrer sind nicht wenige — die Stirn bieten wollen. Deshalb eine Fahrt durch Engpässe, über Gebirgssättel, mit vollem Dampf an Quer- tälern vorbei; deshalb diese Reihe von Gelegenheiten, Herr zu werden über die Verschiedenheiten des aufsteigenden °wie des horizontalen Luftstromes, der im raschen Wechsel hier vom Tale kommt, hier vom großen Gebirgssee, hier wieder als wirbelnde, kreisende Luftströmung von Wasserfällen herauf quirlt; Herr ist der Graf Zeppelin gewesen. Und er hat die Menschheit souverän gemacht über das Luft- nteer. mag noch etwas über diesen Edelmenschen gesagt werden. Ich habe noch keinen gesehen, der bei einer besonderen Leistung — und diese hier überstrahlt doch alles, weil aus ihr eine Kulturtat herauswächst — so vollständig wuch Herr über sich bleibt. Das eine Selbstverständliche, daß ein Mensch, der einen großen Erfolg und auch ein großes Glück mit sich herumträgt, den Widerschein dieses Glückes auch nach außen leuchten läßt, das ist auch bei ihm — aber was ,immer wieder in den Bann dieses Mannes schlägt, das ist die Gewalt, die ihm überrageitde innere Große und Abgeklärtheit über sich selbst, und über seine Erfolge gibt. Man kann nicht einfacher sein, als er. Und ittctit kann nicht vornehmer sein in jeder Form und gerechter tut der Abwägung als er, wenn er sich beeilt, aller derer zn gedenken, bereit Mühen auch dazu beigetragen haben, datz wir heute sagen können: dieser Graf Zeppelin hat der Menschheit und ihrer Kultur, ihrem Aufwärtsdrängen und ihrem Aufwärtsstreben zum größten Fortschritt, zur Er- vbernng der Luft, verholfen. LitevaVrsches- — Kleine Bibliothek Langen Band 100. Ludwig Thoma, Moritaten, wahrheitsgetreu berichtet. Umschlag- zeichunng von O. Gulbransson. Preis 1 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Das Titelblatt dieses lustigen Bändchens zeigt, von Olaf Gulbranssons Hand gezeichnet, eine komische Karikatur von Ludwig Thoma als Bänkelsänger. Bänkellieder sind denn diese „Moritaten" auch, in denen der Dichter Ereignisse der Zeitgeschichte in Knittelversen „wahrheitsgetreu berichtet". Die Drastik, der trockne Humor, der scharfe, manchmal auch klobige Witz, der hie und da hervorbrechende Zorn Ludwig Thomas, — das alles gibt dieser scheinbar so leichten Ware trotz ihres zeitgeschichtlichen Inhalts einen dauernden Persönlichkeitswert. Kunst. — Madonna Sixtin a. Aesthetischc und religiöse Studien von Theodor Lessing. Mit 6 Farbendrucktafeln und 12 Textabbildungen. 8°. 91 Seiten. Kartoniert 3 Mark. Verlag von E. A. Seemann in Leipzig. — Das berühmteste und am häufigste nachgebildete Gemälde der Welt ist ohne Zweifel die Sixtinische Madonna von Raffael, lieber keines ist auch wohl so viel geschrieben und gesagt worden; ganze Bücher wurden darüber verfaßt; Goethe und Hebbel haben das Meisterwerk besungen. Winkelmann, der Vater der Kunstgeschichte, hat es nicht geschätzt; zu dem tausendfachen Lobe gesellen sich auch absprechende Urteile. Der Verfasser dieses Buches will in seiner Analyse dieser Madonna ein Musterbeispiel ästhetischer Bilderanalyse überhaupt geben. Er will bartun, „wie man durch vollkommenes Ausschöpfen eines konkreten Kunstwerkes die wichtigsten theologischen Gesetze der bildenden Kunst klarlegen kann." Er teilt diese Analyse in vier Kapitel: Das, Bild, der Gehalt, das Gesetz, der Mensch. Das Buch erweist sich als eine Art Anleitung zur ästhetischen Betrachtung eines Kunstwerkes und damit der Kunstwerke überhaupt. Gründlich, meisterhaft, vielseitig und allgemein verständlich: das sind die Eigenschaften, die diesem kleinen Werke zukommen. Reise». — Soeben erschien: „I ch weiß B e s ch e i b t it Berli it'< (380 Seiten auf dünnstem Papier in bequemem Taschenformat, mit Pharuspläne,t und 24 Illustrationen.. Preis 1,— Mk. B> Behrs Verlag, Berlin W. 35). — Unter der Mitarbeit von Georg Bernhard, Friedrich Dernburg, Dr. v. Erdberg, Julius Hart. Anselm Heine, v. Friedrich Naumann, Geheimrat Ernst Schur u.„a., ist hier ein ebenso praktischer wie literarisch wertvoller , Führer entstanden, der in 30 Kapiteln ein schier unerschöpfliches Material an allem Sehenswerten und Wissenswürdigen tu Berlin bietet. Die Wünsche der Vergnügungs- und „Schncll- veisenden", wie die der Studienreisenden jeder Art sind in gleicher Weise berücksichtigt. — Thüringen und Frankenwald. Neunzehnte Auflage 1908. Große Ausgabe. Mit 17 Karten, 11 Plänen und 2 Panoramen. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig. —• An Ausführlichkeit, Genauigkeit und splendider Ausstattung mit vorzüglichen Karten und Plänen hat dieses vortreffliche Bändchen es nie fehlen lassen; wir können uns daher auf den Hinweis beschränken, daß in der neuen Auflage alle int Laufe der Zeit eingetretenen Veränderungen gewissenhaft berücksichtigt sind. Durch' die Mitwirkung des Ttzüringerwald-Vereins hat auch die Neubearbeitung eine wertvolle Förderung erfahren. A»- und Einsichten. Armselig ist daZ Los dcS Begabten auf der Welt: er irrt be- stimmungsloS zwischen Himmel/und Erde; er ist den dumpfen Hütten der Masse entflohen und darf die lichten Gefilde der Genies nicht betreten. * Nach dem ersten schweren Verlust haben tiefer veranlagte Naturen keine ivahrhast einschneidenden äußerlichen Erlebnisse mehr; sie erleben nur noch innerlich Bedeutsames. * Kompromisse sind unsere früh gestorbenen großen Taten. FuS Alasberg. Rätsel. Ter Maler sucht?, es suchls der Krieger Schar, Dort macht e§ Freud, hier aber bringt? Gefahr. Gießen. P. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Nameu-Ziffernrätsels in voriger Nummer: 1. Lukretia, 2. Alexander, 8. Magdalena, 4. Berthold, 5. Elisabeth, 6. Richard, 7. Sheodora, 8. Urban, 9. Sophie. 1—9 — lambertus. Redaktion: P. W ittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.