M8 — rrr. ss rNrttwoch den 8. AM Sä >•, & WMZSU8LLLL 86 la GW MK K El MH MM WM M M W iS, M 1 MW * ■ E MF MMSWM W (^, der bereits seit dein 9. Februar 1844 nur noch als Professor oer Naturwissenschaften, aber eben in der medizinischen Fa- kiiltat, gelehrr hatte. Am 10. Oktober 1850 wurde Alexander ßr au n als erster Ordinarius für Botanik berufen. Damit kam auch der botanische Garten zur Fakultät, dessen Ge- schichte auch hier in aller Kürze gedacht sei. 1609 als viert-. ® eJ an.^ don dem genialen Junger Ni ann 6^chsdet, 1617 naher an die Universität gelegt und mit Mauer umgeben, war er während der Marburger Zeit in argen Verfall geratest. Ist den Jahren 1657—64 wurde , . Ein tiefer Rist ist durch die alte Kamcradschast gegangen, und ich halte ihn nicht für den Mann, der sich „begnadigen" lässt! — Auf jeden Fall ist von alledem doch erst in Jahresfrist die Rede. Jetzt gehört er uns." Im Fluge ivicheil die Alleebä-iime zurück, Felder und Wiesen kamen in Sicht und entglitten, ein begegnendes Fuhrwerk lenkte zur smsi, bi i Bauer starrte die vorbeirafende Amazone erschrocken an, aber fie nickte ihm grlüstend zu. E>ier die Grenze von Rothaide — die Felder von Rothaide. Fast verstohlen, begierig glitten ihre Blicke über die wohlgepflegten fruchtbaren Flächen. Dann, sah sie auf den Rappen herab, wie b'Uid und toll seinem Ziele zustrebte, und eine mitleidige Regung überkam fie. Sie begriff plötzlich. Armer Kerl er sticht seinen Herrn! — Wie oft must Helmuth'diesen Weg geritten lein, dast derselbe dem Gaul identisch geivorden ist mit denr unvergessenen Gebieter. Du hast recht, alter Knabe, hier werden ivir ihn zu suchen haben, aber von hier werden luir ihn holen — zu uns herüber. , dsls sie sich dem Dorfe näherten, zog sie langsam aber nach- driicklich die Zügel an, strich dem Tier beschwichtigend über beit Hals und Ira Diavolo hatte ein Einsehen. Er war nun auch seinerseits zu einer Gefälligkeit Bereit und bequemte sich zu einem vernünftigen Tempo. So kamen sie in den alten Torweg, und wieder suchten Anne Mariens Blicke rechts nud links alles zu erfassen das traute, alte Herrenhaus mit den lichtgrünen! Bäumen davor, — die Ställe und Scheunen in weitem Viereck, den grasten Brunnen mit den Hängeweiden und links den Eingang in den schattigen Garten. Ein Schloß ivar dies Rot- haider Wohnhaus. nicht, doch stand es da mit einer gewissen I feudalen Wurde, ein seit Generationen von Bater auf Sohl', vererbter Besitz. Ter Rappe hielt am Stall. Ja, so hatte es Helmmh also gehaltem Sie mußte lächeln und klopfte mit dem Küopf der Gerts an die Stalltüre. Die ging auf und ein Bursche in Hemdärmeln« einen Wassereimer tragend, trat heraus. „Ter Fra Diavolo!" — rief er staunend und daS Pferd spitzte die Ohren und wieherte leise. „Ist die Herrschaft zu Hause?" — fragte die Reiterin. Der sah zweifelhaft aus. , "Mr haben doch Heumachen . . . das gnädige Fräulein ist aus der Wiese und der gnädige Herr ist eben in der Schäferei gewesen — kann sein, er ist jetzt in der Gartenhall«!" „In der Gartenhalle!" — ein herbes Lächeln schärfte ihre blassen Züge. — „das ist ja charmant!" — sie glitt vom Pferde und zog selbst die Sattelgurten locker —- „können Sie ihn etwas iimherführen? Ja? Er ist sehr Heist. — Ist etwa der Herr von Loyseu schon hier?" „Der Herr Rittmeister? Nein. Ach, da täten wir uns aber freuen!" Sie wandte sich ab und ging in den Garten. Wie eine, die den Weg ganz genau kennt, schritt sie zwischen den Jasmin- und Fliederoosketts hin gerade auf die dichte Kvniferengrupp« zu, zwischen beten Zweigen das braune Dach der Halle schimmerte. Einigemal blieo sie stehen, der Fust schien nicht iveiter zu wollen, sie griff sich mit der Hand an die Stirn: Was tue ich nur eigentlich — es ist ja unglaublich — und was soll ich ihm denn sagen? . . , (Fortsetzung folgt.) p ■ ' -—” ।— .......v.,...... am Hut. Sie wußte es) sie saß auf einem durchgehenden Pferde, aber das kümmerte sie nicht im mindesten. Er wird sich schon beriihiaen, der Höllenpriuz. „Wohl, so sei es" — sagte Wilhelm, sich erhebend — „und hörst du Großmutter rufen? — Der Bespertisch ist gedeckt und >vas luetteu wir, fie hat einen Festkuchen fertiggezcmbert!" „Ach die Gute!" — sagte Edellraut, sie nahm des Bruders Arm und ging mit ihm herunter, immer noch die Helle Freude der Heimkehr int Gesicht. — — — — _ — __ . Anne Marie von Trost liest sich auf ihren weiten Ritten niemals vom Reitknecht begleiten. Sie liebte das nicht, war ks nicht gewöhnt, es hätte ihr den Genuß total verdorben. Kvnrad Reckuitz prophezeite ihr, Fra Diavolo werde einst ohne sie heimkehren, aber er erntete nur ein Spottlächeln. Ferner ritt sie nie durch den Park, somit nie in die Gegend von Jarowitz, Rothaide und Hochwerth, sondern stets durch den großen Wirtschaftshof, was so viel bedeutete wie die Chaussee die gerade in entgegengesetzter Richtung nach Braunstadt führte. Loüwitz blieb ihr links, Dalitzsch rechts liegen, und nack ein- stlmdigem Ritt hatte sie endlich ein ihren Wünschen entsprechendes Terrain gefunden, eine weite, unbebaute, kiesreiche Fläche, hier und da von Heide überwuchert, von einzelnen Birken und jungen Tamncht bestauben. Der Boden war uneben und Gräben und Gruben mahnten zur Vorsicht. Das Ganze glich somit etwas der Dvbrauer Flur, und mit spielender Leichtigkeit führte ihre fest« Hand das unbändige Rost über alle Hindernisse. Eines Tages wurde sie hier von zwei Strolchen augefalleu, Und iveuu es ihr mich gelang, das Pferd herumzuwerfen und den Verfolgern zu entkommen, so sagte ihr doch ein krachender Pistole,i- hW da» sw ihr Leben weniger der eigenen Kaltblütigkeit, wie ^Ungeschicklichkeit des schützen verdanke. Sie schwieg über den Bor,all, aber die Lust, wieder in diese Richtung zu reiten, war E, d^Wugeu. Schließlich gab es auch hinter Hoehwerth gute Gelegenheit, ein Pfero auslaufeir zu lassen. Dort war ein ganzes -ÄN 8rUFras'geu Dämmtzn eingefaßter Karpfenteiche. nilS der glücklichen Backfischzeit. ,,C vElt Wappen nach dem Park zu und ritt im Mutt die Breite, mit weichem, gelbem Kies bedeckte Fahrstraße hin, Bogen durchquerte. Der Tag war schön, die Mn,gteil in mgendlichem Blattschmuck, Finken ni-r» 1Ulbt Cillc «lnadrossel schluchzte und jubelte. Aus den liebÄu uR s^Ct ff" w5l1ncn mächtigen Eichen blühten Mast- Iiebcheu und die ersten Margariten und Federnelken, Zittergras I Herzchm behangeueii Halme und braune |mÄ ^^uenfalter flatterten int Sonnenschein. Fra kanzelte Es war, als empfände auch er i 'n t Srf? a der Lusi tiegendeu Wohlbehagen. Sie lieh ’ nt uud in filier Zeit lag bet Park hinter ihnen Wüsm i?stmtter^M'tw"ci6r auS " Felder und St' Alew ^,,^ÄEldung, mitten hindurch die dichtbe- Sattel @ ' rJ ' mit wst mnenbent Blick im janttu. Sn hatte nicht hierher gewollt und war nun dock, ae- I mtugen, durch diese Gefilde zu reiten. Jetzt kam der Kreimwg Hochwerth'^ Also lttiÄ Da ü lh* nach stand Ea stieß sie ganz unvermutet auf Wieder- I £' 5 wurde die Professur zur ordentlichen erhoben. Mer hinter den naturwissenschaftlichen Disziplinen sind die sogenannten Geistesivissenschaften nicht zurückgeblieben. Im Winter 1818/19 finden wir ein Kolleg über die drei Kant'schen Kritiken angezeigt. Später wirkte der geistvolle Hillebrand hier, leider zu früh seiner ersprießlichen Tätigkeit enthoben. Auch nicht unerwähnt darf bleiben, daß der geistvolle Aesthetiker Moritz Karriere seine Laufbahn in Gießen begonnen hat. J'm Winter 1873/74 hielt Bratuschek zum ersten Male philosophische Hebungen ob; aut 22. September 1897 folgte die Begründung eines philosophischen Seutinars. Eine zweite Professur fiir Philosophie iuurbe am 1. Oktober 1901 geschaffen, mit besonderer Rücksicht aus die Pädagogik. Das erste Kolleg darüber hatte im Sommer 1798 C r o m e gelesen. 1821 erbot sich W eitersha n s e n zu pädagogischen Vorlesungen, womit praktische Hebungen in feiner Erziehungs- unb. HnterriMsansWt verbunden fein sollten. Seit Sep--. fernher 1903 werden auch unter Bildung einer besonderer? Prüfungskommission seminaristisch Vorgebildete zum Studium der Pädagogik zugelassen. Hub welche Wandlungen gingen im Betriebe der phil o- lo gisch en Fächer vor sich! Auch hier hat die ßubotiiciana' nach einem vorübergehenden Tiefstand im 18. Jahrhundert nicht hinter ihren Schwesteranstalten zurückgestanden. Am 22. Dezember 1732 mußte noch zu fleißigem Studium des Griechischen und Hebräischen ernstlich ermahnt werben. Kein Theologe soll zur Prüfung zugelassen werben, ber bic Bibel nicht wenigstens zum grüßten Teile in ben beiden Gruild- prachen durchgetesen hak. Wegen der schlechten Finanzen wurde 1748 nach Neubauers Tod die Professur für orientalische Sprachen nicht wieder neu besetzt, als Ersatz sollten! Privaldozenten und die Gymnasiallehrer eintreteu. Indes war diese Verlegenheitsanskuiift unhaltbar uub 1750 wurde deshalb doch wieder ein neuer Professor berufen. Um das Studium der Orientalin zii befördern, wurde 1785 beantragt, orientalische Typen auf Kosten der Universität zu beschaffen. Wie weit dem Antrag damals eiitsprochen wurde, ist nicht bekannt; doch ivährend ber größeren Hälfte des 19. Jahrhunderts bestanb eine orientalische, Sanskrit- und Zenb-Typensammlung. Nach dem Tode von Bullers am 21. Januar 1880 zog mau die Professur für orientalische! Sprachen ein, aber am 15. August 1898 wurde wieder ein außerordentlicher Professor für semitische Sprachen berufen. Für das Sommersemester 1836 kündigte der eben erwähnte Bullers ein Kolleg über Sanskrit an und im Sommer 1838 las er: Wissenschaftliche Entwickelung des griechische» und lateinischen Deklinations-und Konjugationssystems aus der verwandten Saiiskritsprache mit steter Berücksichtigung der übrigen Glieder der arischen Sprachfamilie. Das waren die Anfänge der vergleicheuben Sprachwissenschaft. Eins eigene Professur dafür wurde am 1. April 1891 geschaffen. Deren erster Inhaber rückte am 10. Juni 1893 vom außerordentlichen zum ordentlichen Professor auf. 1899 erfolgte die Gründung des fprachwisfeuschaftlichen Seminares. (Fortsetzung folgt.) Vermsschtes. * Ein neuen benzinelektrischer Omn ibus ist setzt in London aus seinen Probefahrten begriffen. Die Be- nutzung der Elektrizität für Kraftwagen macht letzt Überhaupt eine Wandlung durch, luie die Einführung der neuen Bezeich- nnngen benzinelektrisch und petrolelcktrisch lehrt. Diese Namen bedeuten, daß die Gefährte ihren elektrischen Betrieb nicht durch Akkumulatoren erhalten, sondern durch eine Dynamomaschine, ine ihrerseits wieder durch einen Benzin- oder Petroleummotor betrieben lucrbeu. Der neue Omnibus zeichnet sich durch den bei ihm zum ersten Male in dieser Weife ausgeführten Einbau der Anttiebsmotoren aus. Die Kraftübertragung geht, von einem. Benzinmotor mit vier Zylindern aus, gelangt zu einem Glerchi- stwuidynamo und dann zu zwei Antriebsmvtoren, die an Vmter- Widem ansetzen. Der Benzinmotor vvllfiihrt 1050 Umdrehungen in der Sekunde und leistet 30 Pferdestärken. Seine Hmdrehungs- welle liegt in de« Längsachse des Wagens. Für die Zündung sorgt wieder noch eine kleine Dynamomaschine. Der .vauptdynanw ist mit dem Motor durch eine biegsame Kuppelung verbunden und wirb durch einen Ventilator von der Rückseite ans kräftig gekühlt. Besonderer Bedacht ist. daraus genommen, daß felbst im! Kurzschluß keine Funken entstehen können mw,daß die Maschine bei jeder Belastung gleichmäßig arbeitet. Die Antriebsmotore bieten an sich nichts Neues, ihr Gewicht beträgt w 180 Mlo- gramm, die Steuerung des Wagens erfolgt teils durch den J.iotor. Die Bedienung geschieht durch einen seitlichen Steuerhebel nnd durch einen zweiten Hebel auf dem Lenkrad und außerdem durch einen Schalter für Fußtritt. Wenn sich diese neue,Konstruktion bewährt, wurde sie einen bedeutenden Fortschritt un Vergleich zn ber bisherigen Benutzung der Elektrizität für «Selbstfahrer Eine Eidechse von 96 Meter Länge. Der nordamerikanifche Staat Whoming ist bekannt als eine Fnnd- arube für Fossilien aller Art; zahlreiche uub bedeutsame Funde, die uns manchen Vertreter der prähistorischen wrer- welt in meist recht gut erhaltenen Versteinerungen näher gebracht haben, sind in Wyoming gemacht worden. Von weit größerer Bedeutung als alle früheren Funde dürfte aber die kürzlich erfolgte Ausgrabung des Skeletts einer Eidechsenart von 96 Meter Lange sein, die einer Expedition der Wyoming-Staats llniversität gelang. Diese Eidechse ist zweifellos das größte bisher aufgesundene prähistorische Tier. Das Skelett ist sehr gut erhalten, es liegt am Abhänge eines Hügels, ganz in Schiefer eingebettet, und es scheint, als ob die Versteinerung der Knochen begonnen habe, ehe auch m mir ein einziger von diesen aus seiner ursprünglichen Lage gewichen war. Die Freilegung des seltenen Fundes ist noch nicht ganz vollendet, doch konnte die Länge des Tieres einwandfrei gemessen werden. Ein rechtes Bild von dresem Ungetüm wird man sich erst machen können, wenn das Skelett im Museum der Wyoming-Staats-Universltat, der reichsten und größten Fossilien-Sammlung der Welt, Ans- stellunq gefunden haben wird. Aber schon allem auf Grund der Längenangabe von 96 Meter und der werteren Mrtter- lung, daß eilt einziger der versteinerten Ruckenwrrdel de» Tieres nicht weniger als 450 Kilogramm wiegt, muß rnan unwillkürlich an die Verwüstungen denken, die em solches Ungeheuer zu seiner Zeit auf Erden angerichtet haben muß, schon allein um sein Nahrungsbedürfnis zu befriedigen. * Wie oft füttert ein Bogel? Mit welcher Unermüdlichkeit und Ausdauer die Vögel ihre Jungen füttern, ist zwar bekannt, ohne aber bisher eine ziffernmäßige Feststellung gefunden zu haben. Interessant ist deshalb eine von Forstmeister Kurt Loos in Liboch a. Elbe tit Böhmen mitgeteilte Feststellung, welche sich auf eine Schwalbe bezieht, deren eine Ehehälfte abgesangen worden war, so daß der einen Schwalbe die Sorge nm die Brut allein überlassen war. Die Beobachtungszeit dauerte am 15. Aug. von 61/4 früh bis 7/4 Uhr abends. In dieser Zeit wurde gefüttert durch Anflug zum Nest von 61/,— 77. Uhr vormittags 85mal 77«- 81/* , ff 38 V 87- 97. „ u 22 F 97.-197, „ n 52 tf 107*—117, „ tr 62 V 117.-127. „ mittags 69 0 127.-17. Uhr nachmittags 41mal 17-27« „ H 84 ff 27,-37« „ ff 40 n 37,-47« „ 71 t> 47,-57« „ ft 42 ti 67-67« „ n 20 U 67-77« „ w —— li 77.-77. „ y —— tr bei Sonnenschein, ieiüveise bewölkt bewölk! und kühl, schwacher Regen Sonnenschein Im ganzen wurde also 526innt Futier gebracht. Wiederholt hatte die alte Schwalbe soviel Nahrung int Schnabel, daß sie zwei und drei Junge damit beteilen konnte. Wird die Menge der für den eigenen Unterhalt erforderlichen Nahrung hinzugezählt, die der herbeigeschleppten Nahrung wohl gleichkommen dürfte, so ergibt sich eine während der Brutpflege von einem Schwnlbenpaare täglich Vertilgte Jnsektenzahl von über 80C0 Stück. Bühne und Welt. • Um eine einheitliche deutsche Bühnenaussprache hat sich schon vor zehn Jahren eine Konferenz bemüht, die auS hervorragenden Theater-Fachleuten und Bertretern der wissenschaftlichen Phonetik tzusammengenifen worden war. Das Ergebnis der Arbeiten dieser Konferenz erschien dann von Prof. Siebs „Die deutsche Bühnenaussprache". In den letzten Tagen ist nun, wie wir in der „Boss. Ztg." lesen, in Berlin eine zweite Konferenz in dieser Sachs abgehalten worden. Anwesend waren abermals mehrere unserer Lautwissenschaftler mit Professor Sievers an der Spitze; das Theater war hauptsächlich durch Künstler vertreten, dis sich auch als Bortragsmeister und Lehrer einen Ruf erworben bnbeit, wie Prof. S irakisch, Oberländer, Reicher, Oberregisseur Dröscker vom Berliner Opernhaufe, Forch- hammer aus Frankfurt a. M., Direktor Martersteig aus Köln und Scheidemantel aus Dresden; die Kritik hatte besonders germanistisch vorgebildete Vertreter: Dr. Osborn, Dr. Jacobs, Dr. Landau und Dr. Eloesser, abgeordnet. Mit einer sehr warmen Ansprache, die die Notwendigkeit und Wichtigkeit der gemeinsamen Aufgabe in praktischer und idealer Hinsicht begründete, eröffnete Herr Held vom Deutschen Theater in Berlin die Arbeiten der Konferenz. Es handle sich nicht darum, meinte er, künstlerische Individualität zu reglementieren oder der Kunstsprache das Quellwasser der Mundarten abzugraben: sondern man wolle eine Einigung schaffen, wo Unsicherheit herrsche, künstlerisches Gewissen, Verantwortlichkeitsgefühl erwecken, wo Nachlässigkeit gesündigt habe.. Die Bühne müsse eine lautlich gesunde und reine Sprache schaffen, müsse sie veredeln, damit sie weiter vorbildlich wirken könne. Auch Prof. Siebs hob hervor, daß die Leitsätze, seines zur Verhandlung stehenden Buches nur für die Berssprache und gehobene Prosa gelten sollen; eine Einschränkung der Forderungen, so führte er aus, stelle sich von selbst ein, wenn es für den Schauspieler in unstilisierter Rede nach Stammcsart, Lebenskreis, Individualität zu charakterisieren gelte. Die Wissenschaft wolle feine Gesetze nach bloß historischen Rechtfertigungen aufstellen, sie berücksichtige den allgemeinen Sprachgebrauch, die besoudern Bedürfnisse der Bühne, von der sie gemäß ihrer Erfahrung lebhafte Mitarbeit erivarte. Leider sei diese Erwartung in vielen Fällen nicht gerechtfertigt worden. Von 204 Fragebogen über die Re«, gelung der Aussprache, die der Arbeitsausschuß der Bühiken-Ge- nossenschast versandt habe, feien nur 75 beantwortet worden. Mehrere bedeutende Berliner Bühnen hätten es nicht der Mühe für Wert gehalten, auf das' Thema einzugehen, während München, und Wien überhaupt stumm geblieben feien. — Als Vorläufer zu den in nächster Zeit erscheinenden „Ausgewählten Werken" Karl Gutzkows liegt uns jetzt die Biographie des Dichters aus der Feder von Dr. H. H. Hauben vor.' (Karl Gutzkows Leben und Schaffen. Mit drei Bildnissen und einem Briese als Hmidfchrisiprobe. Leipzig, Max Hesses Verlag. 126 S. Mk. 1.50.) Diese literarische Arbeit dürfte in ihrer gediegenen Wissenschaftlichkeit grundlegend für die künftige Gutzkow-Forschung werden. Nicht nur das Schaffen des Dichters wird analysiert, auch die Persönlichkeit Gutzkows unb namentlich die noch wenig bekannte letzte LebenSperiode finden eine manche psychologische Rätsel ausklärende Beleuchtung. Gutzkow erstickte bekanntlich int Jahre 1878 bei einem Zünmerbrände in Frankfurt et. M. Sein Grab aus dem Franksurter Friedhöfe, das ein würdiges Denkmal ziert, sollte kein Literatursrennd zu besuchen versäumen. Gster-PreisraLse!. Wiederholt. Auch zunt Osterfeste Unterbetten wir unseren Abonnenten eii$ Preisrätsel. Tiefes Viereck ist derart auszusüllen, dass ™" die einzelnen Reihen folgendes bedeuten: __________________ 1. Eine Lästerung. 2. Ein Rätsel. .....................—---- 3. Eine Frucht. 4. Ein Nebel. ------------—-— 5. Eine Reise. Die Anfangs- und Endbuchstaben der ~~~ ° richtig gefundenen Wörter richtig gestellt __________________ ergeben einen Wunsch der Redaktion, (Eingesandt von Dr. E, Rennmg.) Als erste Preise beabsichtigien wir im Interesse der körperlichen Ausbildung tut Je r er ländliche n Jugend eine Anzahl von ..........................—. Fugen dfpielgerätc» ■■-------------------- nach den Orlen mtseres Verbreitungsbezirks gelangen zu lassen/ aus benen uns die in e i ft e n richtigen Löjuuge u zugehen. Ferner haben wir auch fünf wertvolle Bücher aiS Preise in Aussicht genommen, die in derselben Weise wie bei unseren früheren Preisrätsel-Ausschreibungen zur Verteilung kommen sollen»! Lösungen nehmen wir bis zum 15. April entgegen. Da das Rätsel allgemein nicht als leicht empfunden zu werden scheint, haben wir den Ter m in um einige Tage h i n a u s g e s ch o b e n, um namentlich recht vielen jungen Freunden unseres Blattes noch Gelegenheit z« geben, an der Losung sich zu beteiligen. Die PreiSverkündiauug wirb in unserer Rümmer vom 16. April erfolgen, so daß die Preis« möglichst zum Ofterseste in den Händen der Gewinner sein werden. Rätsel. Drei Worte ich zum Strauße winde,- Ach, schönern hast du nicht gejehn. Und niemand, wer ihn auch nur finde, Kann seinem Zauber widerstehn l Tas evfle wird gar viel besungen In deutscher Sprache edlem Laut, Zwar aus der Fremde eingedrungen, Doch teuer uns und so vertraut. Das zweite war einst heißes Sehnen Dem Welteutdecker in Gefahr, Unb seiner Hoffnung banges Wähltet; Es wurde herrlich offenbar. Tas dritte triffst du am Gewehre, Bei Stiefeln und sonst vielfach au,. Weil es mit des Gerätes Schwere Gar nützlich sich verbinden kann. Dem Ohr es drum prosaisch klinget, - Jedoch als letztes angereiht Dem ersten, es dem Ganzen bringet Ter Schönheit wunderholdes Kleid. A, Ammatllt» Auslösung in nächster Nummer. Auflösung dc§ Silbemälsel in voriger Nummer r Gemse. Ida. Erregung. Säbel. Sauerland. Errettung, Reger, Gießen, Marburg. Redaktion: P. Wittko. — Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- unb Steindruckerei, R. Lauge, Gießen,