M8 MBB I I ly W Kelmuih von Loysen. Roman von Ursula Zöge von Manteuffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Zwischen den Erlen glänzte das Wasser eines kleinen Teiches und während der junge Bauernsohn mit einiger Mühe den Rollstuhl zur Anhöhe hinaufschob, blieben die beiden stehen und sahen über das Wasser hin. Schilfbüschel steckten schon ihre spitzen lichtgrüneil Sprossen hervor, die schwarzweißen und schwarz- grauen Stämme spiegelten sich in der klaren Flut. Eine Ente führte ihre Jungen auf dem Wasser spazieren. Das Ganze,, ein- gerahntt vom jungen Frühlingsgrün, war ein ganz unerwartetes Idyll nnd eine passende Staffage für die Gestalt des Mädchens. Ueber ihnen klangen die Kirchenglocken und schien der Himmel durch die Baumzweige. Sie sprachen beide nicht, aber Edeltrant sah ihn ganz unbefangen mit einem sehr lieblichen Lächeln an. Dann wandte sie sich zum Wege zurück und ging wieder voraus: „Das wird ein lieber, schöner Tag für Wilhelm!" — sagte sie. Oben mündete der Weg auf einen kleinen vor der Kirche befindlichen Platz. Von rechts und links kamen die Kirchgänger aus den Dorfgassen herbei. Tie Männer zogen die Hüte und die Frauen grüßten, als Wilhelms Rollstuhl mitten durch die noch zögernde Gemeinde geschoben wurde. Loysen trug tjcittc Zivil und so kam es, daß er tveniger Aufsehen erregte wie sonst, aber doch sah er manch beifälliges Schmunzeln und manchen heimlichen Rippenstoß, als er so neben den: Fräulein in die Kirche schritt. Zum Kirchenstuhl des Gutsherrn führte eine Treppe hinauf, welche Wilhelm immer sehr beschwerlich war, die er aber stets heroisch erklomm, weil er dort sitzen wollte, wo schon seine Eltern nnd Großeltern gesessen hatten. Die Torfleute liebten es, ihn dort oben sitzen zu sehen, wo sein herzgewinnend gütiges Gesicht den Alten und Siechen besser Geduld in Leiden predigte, wie der Herr Pastor dies vermocht hätte. Das Orgelspiel begann, die ersten Lieder wurden gesungen, der Geistliche stand unten am Altar und verschwand endlich, während das sehr lange Hauptlied angestimmt wurde. Loysen machte das alles ziemlich mechanisch mit, während er im stillen seine Umgebung musterte, Vor allem sie, um deretwillm er hier war. Wie sie jetzt artssah, wie sie da saß, wie sie den Kopf senkte, wie sie sang, alles beschäftigte und fesselte ihn, nirgends kam ihre große Natürlichkeit so zur Geltung, wie hier m der Kirche. Mit einemmal erschrak er ein wenig — der Geistliche stand bereits auf der Kanzel und sprach. Der Gelang war verstummt. Er nahnl sich vor, seine Gedanken im Zaum zu halten und sah unverwandt auf ben Prediger. Der war em alter, kranker Mann, der an Kurzatmigkeit litt und in müdem, cr- gebungspollent Ton sprach. .Manchmal stockte er, verlor den Faden nnd blickte sich dann hilflos verwirrt in der Kirche um, bis sich der Zusammenhang wieder einstellte. Er hielt lerne lange, hagere Gestalt vornüber gebeugt, als trüge er eilte. Last. Um' das blasse resignierte Gesicht fiel ihni das graue Haar bis auf die Schultern herab. Der Rittmeister betrachtete ihn mit vorübergehender Verwunderung, denn .ihni fiel die lamentable Ziegentragödie eilt. Der Mann sah gar nicht so aus, als vermöge er ein Strafgericht zu verhängen. Verstohlen blickte er auf Wilhelm. Der saß da mit einem Ausdruck mitleidiger Nachsicht im Gesicht und schien sich über nichts zu wundern. Er hörte der uwnotonen Predigt mit Aufmerksamkeit zu. Edeltraut saß still, ruhig vor sich hinblickend, mit gefalteten Händen, Sie trug keine Handschuhe und, was Loysen jetzt erst bemerkte, auch feilte Ringe. Das erweckte eine plötzliche Gedankenverbindung. Seine Phantasie zauberke mühelos den glatten, breiten Ehering air den schlanken Goldfinger und dabei kam ihm plötzlich der Gedanke: „Hier wird es sein!" Er begriff nicht, daß ihm dies jetzt erst eiufiel. Mit einem Schlage verwandelte sich diese ganze kleine schlichte Kirche, die er noch keines Blickes gewürdigt hatte, in die Wiege seines zukünftigen Glückes und gewann für ihn mehr Bedeutung und Interesse, wie es die schönste Kathedrale je haben konnte. Denn natürlich wird es hier sein! — Dort vor jenem Altar werden sie beide knieen, das Mädchen in bräutlichem Schmuck, er im Glanze der vollen Uniform, umgeben von den getreuen Kameraden. Das ganze Regiment hätte er hergewünscht, um Edeltrant von der Haide das Ehrengeleit zu geben an den Traualtar. Er bog sich über die Brüstung, unk besser sehen zu können, ihm wurde ganz ernst nnd feierlich! zu Mut. Wird das ein großer, über das ganze Leben entscheidender Augenblick! — Ungefragt gelobte er Gott schon jetzt das jsunge Weib an feiner Seite hoch zu halten, zu lieben und zu ehren, wie sein Vater einst seine Mutter hochgeehrt unds geliebt hatte. In tiefen Gedanken ließ er den Blick durch die ganze Kirche gleiten und bemerkte nicht, daß seine blonde Nachbarin ihn forschend von der Seite ansah. Mit einemmal überkam ihn eine Verstunmung. Wie ent ekles Gefühl stieg es in ihm auf, ihm war, als habe er da unten etwas sehr Häßliches gesehen, etwas ganz Unerklärliches/ was aber seine Gedanken in Verwirrung brachte, ihir beunruhigte, die gehobene Stimmung niederschlug. Was mar es nur? — Es kam und ging Ivie ein körperliches Unbehagen und wie ein solches lähmende Mattigkeit zurückläßt, so blicü ihm eine widerliche Empfindung. Er wurde ganz teilnahmslos nud^ versuchte nur noch, aber völlig vergeblich, in oder außer sich die Ursache der seelischen Störung zu sindeit. Der Pastor hatte seine Predigt längst mit einem Smizer geschlossen, der hörbar durch die Kirche zitterte, die Gemeinde stimmte unentwegt mit kräftigen, wenn auch etwas schartigen Stimmen, die Schlußverse an. Endlich war der Gottesdienst beendet, die Orgel verklang. Von den Emporen polterten die Männer mit schweren Stiefeln herab, unten schob sich das Häuflein der Weiber ans der ge- öfsneten Tür. Loysen half dem Freunde die Treppe herab uNÄ wie er sich einmal umsaü, stand Edeltraut dicht hinter ihm: Tanke!" — flüsterte sie, „das war ein guter Griff, er muß dm listken Arm fest anfstützm können." — Beim Klang ihrer Stimme zerrann feine Verstiinmilng. Wilhelm bemerkte: „Ma» — 86 — tii'uß sich an 'unseres' guten Pastors Predigten gewöhnen, dir hat wohl alles zu unfroh geklungen, er meint eS aber gut." „Er war früher anders," sagte Edeltraut, — „fröhlich und ein guter Redner. Das ist allmählich so mit ihm geworden, aber gerade Ivie er ist, würde die Gemeinde ihn nicht hergeben. Sie kennt ihn und nimmt ihn wie er ist." Vor der Kirche ward noch mancher Gruß getauscht. Ter Rollstuhl kam nicht mehr zum Vorschein. „Er ist ein Luxus, den ich mir gestatte, um nicht in der Kirche durch Schmerzen belästigt und zerstreut zu werden," sagte Wilhelm, „jetzt gehen wir durch daS Dorf zurück, wenu cs der recht ist, und ich überlasse dich bald Edeltrauts Führung, denn ich must bei zwei bettlägerigen Alten vorsprechen." Sie gingen nun zu dritt, Lohseu hatte dem Freunde den Arm geboten, und der schritt wie immer energisch daher. Die Großmutter war auf kürzestem Wege und schon vor Schluß des Gottesdienstes in die Häuslichkeit zurückgeeilt. Wilhelm war in sehr heiterer Stimmung, cs freute ihn, daß Loysen alle die kleinen Höfe, Hütten und stattlichen Bauernhäuser beachtete und Fragen stellte, die Teilnahme verrieten. Er machte ihn daher scherzhaft auf die „Monumente und öffentlichen Bauten" aufmerksam, als da sei die Siegessäule von anno 1870/71 in Gestalt einer Eiche aus dem Dorfanger, die „Wasserkünste in. Form "eines sprudelnden Röhrbrunuens", die „Hochschule oder Akademie der Wissenschaften", in welcher Lehrers Rute eine heilsame Rolle spiele, der „Ausstellungspalast für Maschinenbau", zu deutsch: Spritzenhaus. Edeltraut, die schweigend daneben ging, fiel jetzt lebhaft ein: „Ja, blicken Sie sich nur nm in unserem Reich, ob Sie wohl ahnen, wie groß die kleine Welt ist, in der wir leben? Ob ein Mensch, der cs gewohnt ist, im Gewühl einer Großstadt zu leben und sich inmitten all der vorbeihastenden fremden Gesichter einsam zu fühlen, verstehen kann, um wieviel größer solch eine begrenzte Welt ist, die wir aber kennen, lieben und beein- flusfen, in der es für uns kein gleichgültiges Gesicht, keinen unbekannten Namen gibt?" — sie war ganz warm geworden und ihre Augen glänzten. „Ich begreife vollkommen," sagte Lohseu, „und fühle ähnliches selbst — in meinem Regiment." „Ah! Richtig!" — versetzte sic nachdenklich — „daran dachte ich nicht." Wilhelm war in ein kleines Häuschen getreten und die beiden gingen zusammen toeiter, sie nicht, ohne sich einigemal umzusehen. „Möchte cs ihm nicht zu viel werden," sagte sie, „der Sonntag ist für ihn ein anstrengender Tag." Sie führte Loysen dann nach Hause und direkt in die Garten- Halle, wohin die fürsorgliche alle Dame schon einen Imbiß hatte stellen lassen, Wein und sehr delikate belegte Brötchen. Das war nun ein Tete-a-tete, toie er cs sich nicht schöner hätte wünschen können und er hätte cs gern benutzt, nnti seinem Ziele näher zu kommen, aber er wußte nicht recht toie. Fast wäre es ihm leid gewesen, wenn ihn diese unbefangenen, klaren Augen nicht mehr so ruhig angeblickt hätten. Sie ging heiter plaudernd in dem lichten Raum hin und wieder, alles für des Bruders Empfang ordnend, dem sie mit llngeduld entgegensah. Hier schob sie die Rohrmöbel zurecht, stellte eine Blumenvase auf den Tisch neben Wilhelms Ruhelager und ging in den Garten hinab, von wie sie bald mit einer Gießkanne und einem großen Strauß Narzissen wiederkehrte. Tann begoß sie die auf den Stellagen und in Ampeln blühenden Topfgewächse, gab den Vögeln in den Käfigen frisches Futter und Wasser und stellte die kleinen Sänger dem Gast vor. Auf ihre Bitte hatte sich Loysen eine Zigarre angebrannt und saß, fein Weinglas neben sich im bequemen Schaukelstuhl. Sie sprachen über Singvögel, Pferde und Hunde und als er einige Geschichten von Schnadewitz' dickem Filou zum besten gab, lachte sie herzhaft. „Aber weshalb mästet er ihn so entsetzlich? Das ist ja häßlich." . „Er steht völlig unter Filous Pantoffel, und da der Köter so gefräßig ist wie ein Krokodil, bekommt er, was er haben will. Mein guter Freund ist ein Sonderling, müssen Sic wissen, dazu ein Weiberfeind. Er will nie heiraten." „Weshalb sollte er auch, wenn er ohnedem' glücklicher ist?" :— fragte sie leichthin. Sie stand auf einer niederen Stufenleidcv und rückte einige blühende Azaleen auf dem Wandbrett, dabei wandte sie den Köpf zurück und sah lächelnd auf Loysen herab. Der strich die Asche seiner Zigarre ab und sah sie an und gestattete -um erstenmal seinem Blicke Bedeutsamkeit: „Wenn er es nicht besser haben will oder kann, der arme Narp, so nrag er es freUidj bleiben lassen." Sie sprang leicht die Stufe herab und klopfte sich einige I Erdkrümel vom Roch dann setzte sie sich ihm gegenüber: „Bassen. I Sie mal auf, Herr von Loysen, jetzt lverdeu wir uns gleich zanken!" sagte sie vergnügt — sprang aber int nächsten Augenblick wieder auf und horchte in die Tannenkulissen, hinter denen ein unregelmäßiger Schritt und das Aufstampfen des Stockes erklang; zu gleicher Zeit fuhr der gelbe junge Schäferhund aus dem stachligen Unterholz und kam wedelnd in die Halle gestürmt. „Dingo meldet seinen Herrn", sagte sie froh erregt und Loysen ging dem Freunde entgegen und führte ihn herein.^ Er tat es gern, aber er wußte auch, daß es ihm ihr Wohlgefallen eintrug. t Wilhelm streckte sich, tief ausatmend, lang hin auf die Ruhe- bauk und schob sich ein Polster unter den Kops: „Verzeiht die Trägheit," sagte er fröhlich — „ich hatte den kleinen Hügel zum alten Lehmwerk unterschützt." „Aber Liebster!" — rief sie erschrocken — „du warst doch nicht bei beit Webers?" „Wohl, Liebchen, dort war ich." Er trank daS Glas Wein ans, welches sie ihm eingescheukt hatte, und nickte Loysen zu, die Schwester beugte sich über ihn, sie strich mit der Hand über sein Haar und sah auf ihn herab mit Blicken voll zärtlicher, stolzer Sorge. Er aber zog ihren Kopf zu sich herab und küßte sie, „sorget nicht!" — sagte er dabei liebevoll. Sie sind wie ein Liebespaar, dachte Loysen etwas ärgerlich, was soll ich eigentlich dabei? Laut sagte er scherzend: „Wie sich Geschwister so gedankenlos mit Kvseuamen nennen, die nnsereinem förmlich den Atem rauben." „Es geschieht gewiß nicht gedankenlos, wie. Edel? Ob es 'zwar eine alte Angewohnheit zwischen uns ist, so wissen wir wohl, was wir uns damit sagen." Sie antwortete nichts und zog sich nur einen Sitz dicht neben die Ruhebank, setzte sich, so, daß sie den Bruder ansah und Loysen bemerkte, daß während der ganzen nun folgenden Unterhaltung, an welcher sie gar keinen Anteil nahm, obwohl sie aufmerksam zuhörte, ihr« Hand in der des Bruders lag. Wenn Wilhelm durch seinen Gang zu leiden hatte, so ließ er sich das nicht merken. Er sprach lebhaft und aus Fragen und Anttvvrtcn entspann sich bald ein Gespräch, welches auf geistige Fragen überging. Glaubensfragen, Ansichten, Erfahrungen wurden erörtert. Ter Gast gab sich 'zuerst etwas zurückhaltend, er wollte hören, nicht Mitteilen, aber Wilhelm hatte eine liebenswürdige Art, Wortkarge zum Reden zu bringen. Er wußte, >vas seines Freundes zurückhaltendes Wesen barg an Ernst und Wahrheit und unbestechlichem Pflichtgefühl, und es lag ihm daran, diese seine Freundesliebe vor der Schwester zu rechtfertigen, die in Loysen nichts anderes sehen konnte, wie den angenehmen Gesellschafter. Er ruhte daher nicht, bis der andere sich erwärmte und auf alles einging, was Wilhelm zu erörtern wünschte. (Fortsetzung folgt.) Line WeihnachLsreise. Original-Artikel der „Gieß. Familienblätter". Wohl sind die Weihnachtsglockeu längst verklungen und Pflichten und Lasten des neuen Jahves haben wohl bei weitaus Leu Meisten die Erinnerung an die feiertägliche Ruhe verdrängt, aber ich darf meine Landsleute vielleicht trotzdem noch durch feite Erzählung eines Stückes fremder Weihnachtsfeier unterhalten. Grade Weihnachten ist ja so sehr ein Fest des Hauses und der Familie, daß jeder, der es am eigenen Herd genießen darf, wohl gern einmal hört, wie sich das „fahrende Volk" zu helfen weiß, das das Christkind nicht unter eigenem Dach und Fach empfangen kann. Wir waren am 12. Dezember mit 400 Passagieren von Bremerhaven weggesahren. „Fröhliche Weihnachten" klang es uns von der Landungsbrücke nach. „Fröhliche Weihnachten" schallte es zurück und hinaus ging es in den dunstigen Tezembertag. Ter Binnenländer verbindet mit dem Gedanken an eine Amerikafahrt gewöhnlich die farbenfrohen Bilder einer im Salo» oder auf Teck versammelten eleganten Reisegesellfchaft. Wer das genießen will, soll nicht im Winter fahren. Er lernt dann den Ozean nur von seiner ungastlichsten Seite kennen. Heute weht es, morgen bläst es und übermorgen stürmt es und loche dein, der nicht seefest ist, er hat von der sonst so schönen „Lloydkost" wenig oder gar keinen Genuß. — Auch uns setzten Wind und Wetter schon vom zweiten Tage an tüchtig zu. Tie brave „Brandenburg" ächzte und stöhnte und bei Tisch sah man meist leere Plätze. Am 19. überholte uns der Schnelldampfer „Kronprinz". Er muß ebenfalls hart gegen die haushohe See ankämpfen und zuweilen verschwindet er bis an die Schornsteine im überkommenden Wasser. Mft den Sirenen heulen W uns einen Gruß zu, „froh- 87 ließe Weihnachten" ’ivinTeit die Signalflagge». Er wird kleiner rind kleiner und nach knapp einer Stunde haben ihn seine 36 000 P.S. unseren Blicken entzogen. Kürz darauf passiert uns in der Ferne der RiesenkoW „Lusitania". So geht es weiter, Tag für Tag durch. Regen und Sturnr, wenig oder nichts von Weihnachtsstimmung. Errdlich am 23. abends hat das Wetter ein Einsehen und am .24. locken Sonnenschein und glatte See auch die totesten Leichen aus den Kabinen. Jetzt erinnert man sich auch wieder der Bedeutung des Tages und das deutsche Gemüt verlangt nach Tannenduft und Lichter- glanz. Fünf große Bäume entsteigen den Tiefen des Gepäckraumes, der Zimmermann stutzt sie zurecht, zimmert für febe» ein Gärtchen und bald stehen sie, des Schmuckes harrend, ein jeder an seinem Platz: je einer im Salon, im Zwischendeck, im Matrosen-und im Heizerlogis, und damit ein Abglanz unserer Weihnachtsfeier auch weithin in die Ferne leuchte, wird ein Baum hoch oben auf die Spitze des Vordermastes aufgepflanzt. Tie Gänge werden mit Tannengrün geschmückt und dcr weibliche Teil der Passagiere macht sich eifrig um den Baumputz verdient. Um 6 Uhr brennt der erste Bauni, int Zwischendeck; aber Waunc und Lichter sind es hier auch allein, die an Weihnachten erinnern. Tie Schar der Auswanderer, meist polnische und russische Bauern, stehen still und teilnahmslos herum, selbst die Kinder haben nicht viel mehr als ein stummes Staunen. Vielleicht ist beit Leuten unsere Art der Weihnacht fremd, vielleicht mahnt der Tag sie auch doppelt a» die Ungewißheit des in der neuen Heimat ihrer harrenden Geschicks. Nur ein paar stets lustige Polenmädels trällern ein Lied und streiten sich um das größte Stück Lebkuchen. Ter Speisesaal vereinigt eine festlich geputzte Gesellschaft. Der Koch hat sein Möglichstes getan und mancher Passagiermagen hält sich an Puter und Plumpuddiug für die Entbehrungen der vergangenen Tage schadlos. Unterdes hat im Salon das Christkind geschaltet und bei unserem Eintritt empfängt uns der brennende Banin, auf dem Klavier ertönt „Stille Nacht, heilige Nacht" und der ewig junge Klang des alten Liedes schlingt um alle die sonst einander so fremden Menschen das einigende Baud deutschen Weihnachtszaubers. Selbst der auf der Amerika- sahrt unvermeidliche polnische Jude hat sich still herein geschlichen und genießt omdächtig das ungewohnte Bild. Plötzlich allgemeines Hallo! In Briesträgeruniform, über und über mit Schnee bedeckt, erscheint der Pikkolo-Steward. Er bringt, eben aus Tentschland eingetroffen, die Weihnachtspost. Jeder findet da ein Scherzwort, viele ein kleines Geschenk, und groß ist die Freude derer, für die sich wirklich ein echtes Paket «ns der Heimat findet, das sorgende Hände heimlich dem Schiff M-itgegeben. Manches altvertraute Lied wird noch gesungen, dann verschwindet Einer nach dem Andern, und viele halten wohl noch eine stille Weihnacht in der Kabine, mit einem letzten Brief von den Lieben daheim, mit trauten Erinnerungen an vergangene und vielleicht auch mit sorgenvollen Gedanken an kommende Feiertage. — Noch ein Besuch auf der Mmmandobrücke bei den Offi- zicren, die unbekümmert um Tag und Stunde ihres angestrengten Treustes walten und über unsere Sicherheit wachen. Die Nacht ist wundervoll ruhig und die endlose See liegt still, als achte sie den feiertäglichen Frieden. Am 27. langten wir in Baltimore an. Ich will nicht von Land und Leuten erzählen. Nur was ich noch von Weih- uachten sah und erlebte sei mitgeteilt. Ich schreibe davon um so lieber, als ich meine schönsten Eindrücke einem Haus verdanke, das zu unsrem Gießen in engsten Beziehungen steht, und weil ich mit Freude und Stolz ein Stück gesunden und kräftigen Deutschtums kennen lernte, das sich um einen Sohn der Lndovieiana als Mittelpunkt schart. Ter Amerikaner hat im allgemeinen unsere deutschen Wcih- uachtsbränche übernommen. Jede Familie, in der Kinder sind, hat ihren christmastree, und in den sonst so entsetzlich monotonen Straßen Baltimores sieht man fast üt jedem der kleinen roten Ziegelhäuser eine geputzte „balsamfir" durch die Fenster schimmern. Wer es sich leisten kann, hat wohl auch eine echte, importierte, deutsche Tanne. Biele Fenster zieren Mistel- und Stechpalmenkränze, und der frühlingswarme Sonnenschein hat Baltimores Jugend in Scharen auf die Straßen gelockt, wo die Ernte an Geschenken präsentiert, probiert und ruiniert wird, tont comme chez nvus. Mächtig stolz läuft ein kleiner Bengel in einer richtigen deutschen Kürassieruniform herum. Baby amüsiert sich mit seinem Venen „Teddy-Bär", dessen Wiege gewöhnlich in Deutschland gestanden hat, und wenn man schon etwas größer geworden ist, dann erblickt man sein Ideal in ein paar neuen Rollschuhen. Diesem Sport, den unsere Väter auf besonderen Bahnen pflegten, ■ hat der Asphalt die Straße erschlossen, und die amerikanische Jugend hat ihn mit Begeisterung ausgenommen: Der Newyorker Straßenjunge „skatet", sich hier an eilten Wagen, dort an eilt Auto anhängend, mit fabelhafter Geschwindigkeit durch das Gewühl der Großstadt, und das Töchterlein aus dem vornehmen Viertel Washingtons gleitet graziös über das wohlgepflegte Trottoir der Villenstadt. Bekommst du nicht auch Lust deutsche Jugend? Ehe du dir aber nächstes Jahr beim Christkind Rollschuhe bestellst, frage lieber einmal die Polizei, das Vergnügen dürfte sonst vielleicht ein plötzliches Ende finden. „ , Sonntags ist in .Amerika „nichts los". Alle Läden und 1 Restaurants sind geschlossen und die Welt geht teils ans Nebers zeugung, teils weil es zum guten Ton gehört, teils ans' langer Weile in die Kirche. So behaupten wenigstens böse Zungen. Mein eigner Eindruck in der deutschen Zionskirche in Baltimore war dagegen der, daß sich hier eine zahlreiche und stolz« Genreinde wirklich gern versammelt, daß sie in ihrem kleinen schmucken Tempel ein wirkliches Heim erblickt, und daß hier unter der tatkräftigen, genialen Leitung unseres Landsmannes, Pfarrer H v | m a n it ,*) in vorbildlicher Weise deutsche Art die richtige Pflege findet. Zu Anfang des Gottesdienstes brachte der vorzüglich geschulte Kirchenchor mit künstlerischer Vollendung ein Jubilate zum Vortrag. Ter Kultus überrascht durch feine schlichte Einsach- ijeit. Allmonatlich erscheint, von Pastor Hofmann redigiert, das „Gemeindeblatt". In der Oktobernummer fand ich darin auch des Gießener Universitätsfestes gedacht. Mittags harrte meiner im Pfarrhause als köstlicher Sonntagsbraten der unvermeidliche Turkey, der hier in der Küche dieselbe dominierende Stellung einnimmt, wie bei uns die Gans. Mit Behagen läßt sich der Bagabond einmal wieder am Familientisch nieder und er genießt die Freude doppelt, wenn cs zur Seite einer so liebenswürdigen Frau Pfarrer, inmitten so charmanter Pfarrerstöchter und urgesunder blondköpfiger Pfarrerbabys geschehen darf. Wie doch die Zeit verfliegt, wenn man „von daheim schwätze kamt", und was das alte Gießen doch eine Fülle lieber Erinnerungen birgt. Man könnte wirklich meinen, der Lokalpatriotismus wachse im Quadrat der Entfernung. Es bedarf wiederholter Mahnung, bis die beiden Gießener wieder Interesse für die Allgemeinheit gewinnen, die den Hausherrn jetzt energisch verlangt: der Abend bringt noch mehr Gäste, unter ihnen den deutsch-ameri- kanisclMt Dichter Hildebrand, der jetzt mit unserem Schiss wieder zur alten Heimat zurückkehrt. Mir zu Ehren brennt noch einmal der Baum, eine echte bis zur Decke reichende deutsche Tanne, und von schönem Bariton und dem hellen Diskant der Töchter gesungen klingt es eilt letztes mal: „Stille Rackst, heilige Nacht". Dies Bild trat mir wieder lebhaft vor Augen, als ich am folgenden Tag in Washington den Weihnachtstisch einer stark amerikanisierten Familie bewundern mußte, eines Dauses, in dem man ■ sich wohl zu fühlen „gut fühlt", in dem die Kinder sich nicht erkälten, sondern „ein kalt kätschen". Auch hier steht ein in all-n Farben prangender christmas tree, ein Truck auf einen Kiiopf und er erstrahlt im Glanz grüner und roter elektrischer Birnen. Um ihn herum läuft, ebenfalls de&i irisch betrieben, eine Eisenbahn, elektrisch dreht sich ein Karussell, schaukeln Puppen und heizt der Puppenherd.^ Taz» strampelt die Tochter auf dem Pianola „O du fröhliche ,. Armes Christkind wie hast du dich verändert! Auf See 10. 1. 08. ( Tr. M. Z. *) Pfarrer I. Hofmann aus Baltimore veröffentlichte int vorigen Sommer eine kleine Sammlung seiner „Gedicht e" im Verlage von Adolf Ebel in Marburg, seiner Gattin gewidmet, schlichte Verse voll Gottvcrtrauen, innigen^ Naiurgeftihl und treuer Heimatliebe. D. Red. Verkitschtes. * Ei n e An fst ell u n g d er e rm o r d e t en Sta a t Häupter seit 1800 wird in einem englischen Blatt gegeben. Nicht weniger als zehn Präsidenten, zwei Zaren, zwei Sultane, ein Schah und eine Kaiserin sind im verflossene» Jahrhundert als Opfer von Mörderhand gefallen, und in den acht Jahren des neuen Jahrhunderts haben die Staatsfeinde noch fürchterlichere Ernte gehalten. Seit 1900 sind drei Könige, eine Königin und ein Präsident gefallen. Im Juli 1900 starb König Humbert in Bresci als Opfer einer Kugel und jetzt hat der König von Portugal denselben Tod gesunden. Ain 5. September 1901 wurde in Bnffalo Präsident McKinley von Leon Czolgosz durch eine Kugel verwundet nnd starb nenn Tage später. In frischer Erinnerung stehen noch die furchtbaren Ereignisse von Belgrad, denest im Juni 1903 König Alexander nnd seine Gemahlin, Königin Draga, zum Opfer sielen. Die Liste der im 19. Jahrhundert ermordeten Staatshäupter beginnt init Zar Paul I., der in der Nacht vom 23. zum 24. März 1801 von russischen Edelleuten erwürgt wurde. Sieben Jahre später, am 8. Mai, wurde Sultan Selim III. auf Befehl Mustaphas IV. im Gefängnis erdrosselt. Dauu tritt eine längere Pause eilt; die 1831 durch die Ermordung des Grafen Capv d'Jstria, des Präsidenten von Griechenland, und 1854 durch den gewaltsamen Tod des Herzogs Karl von Parma unterbrochen wird. Am 13. August 1860 fällt Fürst Danilo I. von Montenegro, eine Woche nach seiner Thronbesteigung, als Opfer der Blutrache, und am 14. t-lpril 1865 wird Abraham Lincoln, der sechzehnte Präsident der Vereinigten Staaten, im Ford's Theater in Washington von dem Schauspieler John Milkes erschossest. 1863 folgt die .Ermordung des HifrMiHi iit »mfirriwnmifBMi 88 — Prinzen Michael Obreuoivitsch Voit Serbien und zehn Jahre später die des Präsidenten von Equador Dr. Moreno. Am 4. Juni 1876 stirbt Sultan Abdul Aziz Chan int Kerker, wie sich erst viele Jahre später herausstellte, durch die Hand von Mördern, und fünf Jahre später, im Juli 1881, trifft die Kugel der Mörder wieder einen Präsidenten der Bereinigten Staaten, den General Garfield. 1877 erfolgt das furchtbare Bombenattentat, dem in Petersburg Zar Alexaitder II. zum Opfer fiel, 1890 wird der Präsident Me- uendez von San Salvador und vier Jahre später Präsident Carnot von einem italienischen Aitarchisten erdolcht. Es folgen: 1896 Schah Nasr-ed-Diu von Persien, 1897 der Präsident Borda voll Uruguay, 1898 Präsident Barrios von Guatemala. Im Septeinber 1898 fällt an den Ufern des Genfer Sees Kaiserin Elisabeth voll Oesterreich, von Luc- chenis Mordstahl getroffen. Kunst. — Wilhelm von 'D i e z, der große Künstler und Lehrer, den: kürzlich die Münchener Künstler einen Deltkstein gesetzt haben, erfährt im November-Heft der bekannten Müitchener Monatshefte „Die Kunst" (Verlag F. Bruckmann) eine liebevolle, seine Würdigung von Fritz von Ostini, die so recht geeignet ist, uns das Wirken dieses Künstlers anschaulich zu machen: eine Reihe prächtiger, zum Teil farbig gedruckter Abbildungen ergänzt die textlichen Ausführungen aufs glücklichste. Noch einen andern Münchener Künstler lernen wir in diesem Hefte kennen, Josef Wackcrle, beit Schöpfer höchst origineller Porzellansiguren und Holzschnitzereien. Dann berichtet ein ausführlicher Aufsatz vom amerikanischen Laudhausbau, der sich überraschend schnell zu einem eigenen Stil entwickelt hat und zum Teil, so in den Landhäusern von Wilson Ehre, geradezu Vorbildliches gibt. — Die Zeitschrift kann dann in einem weiteren Aufsatz auf die Erfüllung einer vor fünf Jahren von ihr zuerst erhobenen Forderung: künstlerische Innenausstattung der großen Dampfer, Hinweisen, nämlich aus die von Bruno Paul, Joseph M. Olbrich, Richard Riemerschmid 2C. geschaffenen Räume der „Kronprinzessin Geeilte" des Norddeutschen Lloyd. — lind damit auch die heitere Muse zu Wort komme, bringt das Heft neben diesem reichen Inhalt die Fortsetzung der prächtigen „Erinnerungen an den Allotriakreis" von Louis Corinth. —• Auf den trefflichen illustrativen Teil, durch den sich diese Zeitschrift besonders auszeichnet, sei wiederholt hingewiesen. Literarisches. — Eine Kalenderneuheit ist im Verlag von Hermann Seemann Nachfolger zu Berlin NW. 87 unter dem Titel „E i n Leben in Schönheit, Oskar Wilde-Kalender für das Jahr 1908" erschienen. Der Kalender beginnt mit einer Betrachtung über Leben und Werke des englischen Dichters. Es folgt das Kalendarium, durchzogen von einem von L. Colze zusammengestellten Lebens- und Weltanschaunngsbre- vier aus Wildes Schriften, worin das wertvollste aus seinen Werken auf ethischem und ästhetischem Gevjet zu einem Blütenstrauß vereinigt ist. Des weiteren folgen zwei Glanzstücke aus Oskar Wildes Novellistik in Uebersetzung von Else Otten: „Die Geschichte von der Nachtigall und der Rose" und „Der treue Freund". Durch. den gesamten Text winden sich zierliche Umrahmungen und Illustrationen von zwei jüngeren Künstlerinnen, von I. Madeleine Demnth und Thea Schleußner. Schrift und Buchschmuck sind in verschiedenen zart gegeneinander abgetönten Farben gedruckt. Die Umhüllung besteht aus zart geschnittenem, perlmutterartig getöntem Japanholz, das ganze wird zusammengehalten durch Seidenschnüre. Alles in allem ein Kabinettstück modernen Buchschmucks. — Süddeutsch e Monatshefte (Süddeutsche Monatshefte G. in. b. H., München. Vierteljahr vier Mark). Das Februarheft wird eröffnet durch eine Künstler-Komödie „D e r U n v e r b e s s e r l i ch e" v o n G e o r g H i r s ch f e l d. Ein Goethe-Fund in der Münchener Alten Pinakothek bildet den Gegenstand des nächsten Beitrags: Dr. Heinz Braune hat im Archiv des genannten Museums einen unbekannten Brief Goethes und ein anderes Schriftstück von dessen Hand gefunden, die er hier zum ersten Male mitteilt. Professor Josef Hof- muler hat einen Essay von „Dandies, Dandytum und Dandy- verehrung" beigesteuert., Lu tu von Strauß und Torney setzt ihre historische Erzählung „Die Königin von Navarra", fort. Ein Mitglied der Münchener theol. Fakultät, Professor Josef Schnitzer, spricht über des Tübinger Professors Günter Legeuden-Studien, die bekanntlich die Maß- regelung ihres Verfassers veranlaßten. Die Naturwissenschaften sind durch einen Beitrag des Konservators am Münchener Erdmagnetischen Observatorium Professor I. B. Messer- fchniitt vertreten, und Auguste Supper wagt sich auf philos. Gebiet, indem' sie sich' mit der Newyorker Staatszeitung darüber auseinandersetzt, was Glück ist. — Zwei Serien reizender o b e r h e s s i sch e r Ansichtspostkarten publiziert der Kunstverlag Gustav Mandt in Lauterbach. Die eine Serie umfaßt ausschließlich ländliche Trachtenbilder in leuchtender Farbenpracht. Es besinden sich darunter ganz allerliebste Genrebildchen von Kirchgängerinnen- spielenden oder sonstwie sich belustigenden Kindern, dann Dorf- Musikanten, Charakterköpfe, eine Wirtshausszene, ein Marktbild rc. Tie andere Serie enthält 12 Burgen und Schlösser Oberhessens nach Entwürfen von R. Lanzendors, darunter Gleiberg und Vetzberg, Staufenberg, Lich, .Münzenberg, Laubach, Friedberg- Nauheim, Romrod, Schloß Essenbach usw. Erscheinung. Kleine schwarze Knopsstieflettchen, Dran zwei niedliche Rosetlchen, Drüber blinkt ein Spitzenröckchen, Untenn Hute quellen Löckchen, Frischgebrannt. Also geht und schillert sie, Und im Gehen trillert sie Lalala . . . Ihre Rolle in der Hand. Und sie geht und wirst ein Blickchen, Und ich grüß' — zum Dank ein Nickchen. Scheint ein neu entdeckt Taleutehen, Und ich geh' ihr nach ein Endchen Bis zur Eck' . . . Hör' ihr liebliches Gesumm, Dreht sich dann noch eilnnal um, Lalala . . . Und ist plötzlich weg. In der Luit ein Tust von Veilchen, Ich steh' da und sinn' ein Weilchen, Wer sie sei, die hübsche Kleine, Glaub', daß ich mich nach dem Scheins Nicht betrüg' . . . Sie gehört zur Operette, Singt demnächst die Violette, Lalala ... , , In dem Lustigen Krieg. Norbert Falk. Goldene Worte. Tie Sache muß an und für sich selbst befrachtet werden, wenn man ihre Wahrheit erkennen will, unabhängig von den Beziehungen au? den Menschen uud anderen äußerlichen Gründen, ■ Der innere Sachgruud allein — der Gedanke entscheidet. „ L. Feuerbach. Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste dünkt: Mit den Augen zu seh'n, was vor den Augen dir liegt. Goethe, Rätsel. Mein erstes ist ein starker Held, Die Sage von ihm viel erzählt. Sein Volt befreit er mit Bedacht Von des Tyrannen Uebermacht. Mei» zweites ist ein trauter Ort, Der Franzmann zwar kennt nicht das Wort. Wenn arm er unsre Sprache nennt, Tie eigne Armut er nicht kennt. Mein Ganzes einen Helden weist Von rechtem deutschen Sinn nnb Geist. Ob nie er lebte, steht er gleich Lebendig in der Dichtung Reich. Reiskirchen. Lic. Gombek. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: K R E T A 0 T T| E R L Y D I A — 0 L * M P s Y R P 8 T A M M E L I 8 A U R B A N M ! A G |E N Kolosseum A, Rapp m a n tt. Redaktion: P. Wittko. — Rotationsdruck und Berlaa der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen«