fflSif WMV Montag den 6. April |908 — Nr. 55 jeß-«M-mli->>!>lz„ . Mtderhatoteblatt zum WießenerZmeiM MemlAHcher). > Vj AnkrhMWM M tGießmerAnzeiM MmllAnWer) die Feldes unb Wiesen teil, aber zog sich zeitig in ihr Zimmer Gen Fra Diavolo ritt sie anfangs nur in ber Bahn. Mt Kampf mit dem unverwüstlich Wilden, fenrigeii Rappen ermüdet« sie zuerst, und sie siihlte sich nach einer halben Stunde schon erschöpft, aber nach und nach machte sich der ®tnftitß der starkeir- den Landluft und der Bewegung geltend und sie Wie ihre Kraft und Ausdauer wachsen. Nun machte es ihr schon Bergungen, das unbändige Tier ins Freie zu bringen und es bei aller Mildheit doch ihrer Hand untertan zu Wen. Em Ros-, wie sie es c^bte — ein Geschöpf, um welches sie Helmuth immer beneidet hatte, tvenn er darauf an ihrer Seite durch Dobraner Flur ritt. So war denn ihr Tag bald eine Reihenfolge heilkräftiger Uebungen. Früh morgens ein frisches Bad, em Gang, em aus Milch und Brot bestehendes Frühstück, ein Ritt, einige m der Hängematte verbrachte Stunden. Nachmittags etwas ruhige s sclliakeit und ein größerer Spaziergang. Mit der ihr Eenen ! praktischen Nüchternheit ging sie dran, sich für kommeude Muhen I des Samaritertums zu stählen. , Ms es in der Nachbarschaft ruchbar geivordeu war, Baronin Tros sei in Bordes, kam die schöne Ada voN, Valois, um die Freundin zu besuLi. Sie ka,n in der Equipage des alten Grafen Trauen, wie sie damals zum Ball der Bessendorls m fernem Witten^ kommen war. Kvmtesse Henny mar verheiratet und man eiwariete nun als selbstverständlich, daß sich der alte Graf zum zweltenmal | die Eljefesseln anlegen würde. Die Begrüßung der Gaste fand tut I Familienzimmer statt. Es war schon spät am Nacymittag und die Recknitz' schlugen sogleich eine Partie Whist vor, an welcher als vierter der ebenfalls anwesende Oberamtmaun R.eteln teil- I nahm. Also faßen Anne Marie und die Valois em wenig ab- I seits mit einem zierlichen Teetisch zwischen sich und sprachei Kelmulh von Lovlen. Roman von Ursula Zöge von Manteuffel. (Nachdruck verboten.) halblaut Marie noch ein naiver Backfisch mar, Hatto sie für Re spanische Schönheit und Grandezza der vielbewunderten Valois geschwärmt — jetzt standen sich beide verständnislos, gegm- über, aber Ada Valois gehörte auch nut zu d/n Erinnerungen an die frohe, harmlose Jugendzeit und mar als solche «ne Art wohl koiiservierter Reliquie. Und wohlkonserviert war sie, das musste ihr der Neid lassen. Nicht nur am klassischen Profil und an der prachtvollen Figur im schwarzen Sammet, auch an den geistigen Interessen der siegessicheren Balstchönheit waren die Wre fpur- los dahingegangen Dieselben Fragen und dieselben Ideen be- schäftiaten sie, ivie damals, ob sie diesem oder jenem Verehrer den Vorzug geben solle unb mit derselben tiefen Altstimme m ruhig schleppender Weise trug sie ihre vertraulichen Bedenken von Das ironische Lächeln der Freundin blieb völlig unbeachtet. i Was sie ihr wohl raten würde? Graf Trauens Bewerbungen wurden auffällig, es war wirklich ein so unangenehmer Konflikt .. I „Me „Gräfin" würde dir nicht bitter stehen, bemerkte Anne W%!Äne" - sagte die Valois mit Gelassenheit, „daß ich mich" als solche gut ausnehmen würde, aber —" I Anne^Marie sah nach dem Whisttisch, wo der alte Herr mit (Fortsetzung.) , I Sie tat dies mit einigem Stolz und Anne Marie sah sich I lächelnd in dem prächtig eingerichteten Raum um. W nein« I Söffet stand vor den offenen Kleiderfchränken. „Ist das wirklich alles Gepäck, was du mithast?" | Gewiß. Du siehst, ich habe viel unnützen Ballast über Wrd geworfen. Nein, klingle nicht -ich packe-selbst «us, nawrlich. — sw kniete schon am Boden, öfjnetc und legte Stuck für Stuck aus dem Koffer und mit felbstverständlicher, Praktlfcher Schncllrg- | -keit sogleich an seinen Ort. „Sieh mich nur nicht so verwundert | cn Mieze zu meinem jetzigen Berufsleben paßt der zeitraubende I Wi s Wmalchen Toiletteuioechsels nicht. Ja, ickWirde, jckjon aus Beauemlichkeit, für mein Privatleben ewige Trauer adop- tieren, käme ich dadurch nicht einfach in den Ruf der Heuchelei. ** Wer Rch^wk^ Schwester - wie das klingt! - Sag'" mir aber doch, so ganz im Vertrauen, denkst du gar nicht nn strnrn eine Möglichkeit — ich meine, dich wieder — Nein' Nie!" — Anne Marie stand jetzt vor dem Spiegel I unb "bürstete sich ihr lichtbräunliches, leicht gewelltes Haar. te» liinsloß ein weißes Gesicht mit herb geschlossenen Lippen. Fange um Himmelswillen nicht davon an, Mieze brave Männer laufen ficherlich zu Dutzenden herum, und gegen die Nnbraven habe ich int Grunde auch nichts, aber eine Heirat koiuue | mir nie dsi Zufriedenheit und die Genugtuung geben, wie tun Beanlagung und Neigung treiben. „furfGmp Gattin orrn du armes Annchen!" — seufzte die glückliche Gattii und Mutter — „das weifst du eben nicht besser — woher tolltest hu mirfi " sie schwieg, rot und verlegen. „Laß mir Edmund Troß in Frieden ruhen, Mieze. Er ljat mich nie unglücklich gemacht. Wundert occh dies? Es ist so. Er tvtl. w OTnfana enttäuscht und degoutiert, tpateryiii v« denke heute ohne jede Bitterkeit an ihn. „Du bist überhaupt eine kahle Natur, tagte wcarle ec bedauernd. Ihr Herz schlug voll und-warm unb * Augesicht spiegelte das sichere Glna ihres Lebeiis Wucher m hatte der bleichen, ü6eranftrengtcn, kühllächelnden Sei f solch ein Glück gegönnt, aber ihr kamen selber Zweifel, ob die was damit anzufangen wüßte. ... , , f Amte Marie war ivirklich sehr angegrmen und selbst fehr bestrebt, ihre Nerven so schnell wie möglich wieder ,,M) 3«• «*8®n Es wurde daher ein Tagesplan für fie entmorfen, barrn Ruhe und Bewegung zweckentsprechend abwechselte. Sie sollte denBom mittag ganz für sich allein verbringen, spazieren gehen oder reiten, :«?K M >">d *« wm -->! vder anwesenden Besuch. Nachmittags war sie mit der Familie Kufammen, nahm auch an einer Spazierfahrt oder einem Gang auf 218 steifen Nrmbewegungen seine Stiche machte. Brauen und Schnurrbart waren sorgfältig schwarz gefärbt — eine Perücke verschmähte er. Ada Valois wandte die großen, ■ braunen Augen langsam dorthin. „Er kleidet sich tadellos" — sagte sie halblaut, „und ist in jeder Weise comme il saut. . „Aber zu alt." „Das sage ich nicht." „So nimm also meinen Glückwunsch entgegen." „Das kann ich nicht — denn mein Entschluß ist noch nicht gefasst. Jni Vertrauen gesagt — ich habe noch ein anderes Interesse .... eine — eilte Jugendliebe .... man ist so töricht manchmal —- und ich kann nicht mit mir darüber einig werden, ob ich nicht einem anderen tlnrecht tue, wenn ich Trauens Bewerbung annehme. Ich möchte niemand unglücklich machen." Auch darin war sie sich gleich geblieben. Sie hatte immer „ein audercs Interesse" gehabt, welches einer brillanten Partie int Wege stand, die sie „um ein Haar" hätte machen können. Die blasse, nüchterne Frau im hellgrauen, schlichten Tuchkleid, die Frau, der das Leben alle träumerischen Illusionen genommen hatte, empfand beinahe Neid. Wie jung ist die hier geblieben, und wie ist es doch im Grunde etwas Schönes nm die törichte Jugend. Wer cs auch so verstanden Wie, sich die Einbildungen und Träume der Jugend hinüber zu retten in die blütenlose Zeit. Sie kam sich plötzlich so alt und so stumpf vor. Heute früh hatte sie die ersten Silberfäden in ihrem Haar gefunden, und heute abend war ihr schon, als umrahme ein schneeiger Scheitel ihre Stirn. —: XXV. „So ist sie nun!" — sagte Wilhelm von der Haide lächelnd und reichte der Großmutter eine Depesche — „sie kommt heute ichon, zwei Tage früher, wie ausgemacht, da hat sie es wieder mal in der Fremde nicht ausgehalten!" „Ach, das gute Kind, aber wo nehme ich nun einen Festkuchen her und eine Giclcmdcum ihre Zimmertür? — Zivei Uhr fünfzehn? Kaum einen Strauß kann ich noch binden lassen.... und ob sie nur unterwegs Mittag gegessen hat?" „Und wo nehme ich gleich Pferde her zum Entgegenschicken? — Aber um Edel wollen wir uns nicht sorgen, das Wetter ist schön und Jarowitz nahe .... sie muß sich ja selber sagen, daß ihre unterwegs aufgegebene Depesche zu spät kam und wird wohl gern zu Fuß kommen." Er nahm seinen Stock und verließ das Haus — ein prüfender | mundgang durch Hof und Ställe ist nicht überflüssig, wenn die s iintge Herrin naht. Er sah dabei sehr fröhlich und sehr frisch aus. Sein Gang I Mte sich in diesen ztoci Jahren gefestigt, seine ganze Konstitution I gekräftigt. An manchen Tagen konnte er einen ansehnlich langen I Weg zurüKegen, ohne es durch Nervenschmerzen büßen zu müssen. | Nachdem er den Leuten im Hof die Mitteilung gemacht hatte und die Ställe inspiziert, ging er hinauf in das Zimmer seiner Schwester. Einige kleine Ueberraschungen fand sie hier stets vor, wenn sie aus Berlin oder von einem Besuch bei den Schnade- witzens heimkehrte. Heute hing er ein Landschasisbildchen auf, Welches er sowohl gemahlt, ivie zierlich eingerahmt hatte. Ein feiner Gedanke lag in dieser Gabe — Edeltraut sollte nicht denken müssen, er sei in ihrer Abwesenheit mit Arbeit überbürdet gewesen. Das Bild hing gut. Nun betrachtete er die im Fenster stehenden blühenden Rosenstöcke und öffnete beide Fenster. Dabei sah er in den Hof hinab und sah durchs Tor den Milchwagen daherkommen, der die Mittagsmilch nach der Bahn gebracht hatte. | Der Wagen rollte klappernd durch den Hof. Auf dem ftrohge- j fütterten Sitzplatz vorn saß Edeltraut und lenkte den Esel, neben j ihr in drangsalsvoller Enge der inzwischen zum „Milchjungen" avancierte Christel, bemüht, das Köfferchen des gnädigen Fräuleins vor dem Herabfallen zu bewahren. Edeltraut aber sah sich um und um, lachte, nickte, grüßte, sprang vor dem Stall leichtfüßig von ihrer Staatskarosse. Als Wilhelm die Treppe herabkam, trat sie unten ins Haus | unb mit ihr, so schien es, flutete Sonnenschein und Frohsinn. \ ^hr gelbes Haar leuchtete und ihre Augen blitzten, sie lief die Stufen hinauf bis zum Treppenabsatz, itro Wilhelm sie erwartete, I warf bte Arme um seinen Hals und küsste ihn herzhaft. „Da hatte ich dich wieder!" —• sagte sie, nahm seinen Kopf | in beide Hände und sah ihm unbeschreiblich froh und zärtlich in die Augen, zupfte ihn dann am Ohrläppchen und klopfte ihn auf die Schulter. „Ach!" — seufzte sie aus tiefer Seele, so recht I befriedigt. ' | Er streichelte die blühende Wange: i I „Ja, Liebste^ schon, daß du wieder da bist. Recht gesehnt habe ich mich nach dir. Es geht eben schlecht ohne einander " „Es geht überhaupt nicht!" — sagte sie überzeugt. . ino g"tgep sie daun die Treppe herab und traten IN MllMlms Zimmer. Sie nahm den Strvhhut ab und streifte das ^acsttt herunter, die Handschuhe hatte sie gleich mit ein-r gelutifen demonstrativen Nachdrücklichkeit in die Sofaecke geworfen Wahrend alledem ging sie herum, begrüßte die Stieglitze und Zetstge tu ihren Käfigen, betrachtete die Palmen in der Fenster- I ccke, schob und rückte dies und das zurecht. Dabei sprach sie froh erregt: „Sahst du mich ankommen? Großartig, was? Das lockte nncy doch zu sehr. Baron Prancken- bot mir sehr höflich einest Platz tn dem Wagen an, der ihn nach Lobwitz brachte, danke, sagte ut> stolz, ich werde in meiner eigenen Equipage nach Hause fahren- Er sah sich ganz verblüfft um und fuhr dann ab —. rG aber hatte eine herrliche Fahrt! — Wo ist Großmama?" „Natürlich backt sie dir doch noch einen Festkuchen. Kind, ime kamst du so früh? War es nicht schön bei den Schnade- witzens?" „?lch, sehr nett, natürlich — auch in Berlin. Aber du weißt, : wia ich bin. Es zieht mich immer wieder zurück. Aber ich habe viel Schönes gesehen und auch vieles Gute gehört, was mich interessierte. Bei den Wahrendvrfs konnte ich Auguste bei ihren Armenbesuchen Helsen. Wer nun bin ich hier. Wilhelm, istz denn der kranke Ochse gesund? — Du schriebst mir nie davon. Und dann, die alten Lcuschkers feierten doch wohl ihre goldene Hochzeit. Hast du daran gedacht?" „Ja, mein Herz, ich war dort mit einer Gabe und las dest wunderschönen Brief, den du geschrieben." „Ach, in Gedanken war ich ja immer hier. Mer Bruder, tveshalb geht man eigentlich weg? Es ist zu dumm!" „Mir scheint, das Wiederstimmen ist des Fortgehens schon wert." „Da hast du recht. Uebrigens sehe ich nichts von Malerei —- dn schriebst doch, du maltest." „Ich habe auch gemalt. Nachher sollst du es suchen. Jetzt erzähle mir doch, was hörtest du dort über unseren Helmuth? Wie spricht man über ihn?" „Oh, der ist jetzt ein lieber Mann. Er ist ja nun wieder in Gnaden von der Gesellschaft ausgenommen! Bei den Schnade- witzens war ein größeres Diner, da wurde über Helmuth viel gesprochen. Sehr vorsichtig — kein mißbilligendes Wort fiel. Man hofft, er werde wieder in sein altes Regiment eintreten. Es war ganz komisch. Helene Schnadewitz sagte nichts über ihn, sie ist zu zartfühlend. Aber die anderen! Ich gesteh« es, diese lavierende und sondierende Menschenliebe verdroß mich mehr, als es die verständnislose Entrüstung getan hat." „Ein Brief von ihm liegt oben auf deinem Schreibtisch." „Oh! — Was schreibt er? Wann kommt er?" „Das weiß ich doch nicht. Der Brief ist an dich. . . , ich muß mich schon drein ergeben, daß auf dich jetzt der Löwenanteil der Korrespondenz fällt." „Aber Wilhelm! — Was fiel dir denn ein, den Brief nicht zu öffnen?" „Ja, liebes Herz, für ihn sind wir doch wohl nicht eins." „Ich hoffe stark, daß er uns für eins ansieht. Stirn, so hole ich den Brief!" (Fortsetzung folgt.) Gerhart Hauptmarms Schlottervers. In Hauptmanns Prosa entdeckt Richard v. Wilpert (im Türmest Aprilhest) einen bestimmten Tonfall, der die Sprache auch in den Prosadramen Hauptmanns als gebundene Form erscheinen läßt. Wilpert nennt das den „Schlottervers", defsen stündiges Merkmal die vier Hebungen sind (nur ausnahmsweise kommt auch einmal ein Halbvers mit nur zwei Hebungen vor), aber diese vier Hebungen sind so deutlich ausgeprägt, daß sie sich geradezu dem Gehör aufdrüngen. Die Zahl der Senkungen ist verfchi-dcn: am Anfang des Verses stehen deren eine oder zwei, manchmal auch keine, und nur ausnahmsweise brd; ähnlich ist es am Ende; und auch in der Mitte können eine oder zwei, ausnahmsweise drei, Senkungen aufeinander folgen. Die durch diese ziemlich große Freiheit im Bau bedingte Holperigkeit lasse es begreiflich erscheinen, das Ganze als Schlottervers zu bezeichnen. In „Vor Sonnenaufgang" ist dieser Vers, mit sehr veromzelten (wohl nur zufälligen) Ausnahmen, nicht zu finden. Deutlich erkennbar aber ist er schon in „Kollege Crampton". In späterem Stücken dagegen hat Wilpert den Vers von Anfang bis zu Ende angewendet gefunden. Am deutlichsten ist er in „Michael Kramer". Die Aw- — 219 sanüsKeiken dieses Stückes sind etwas holperig, weiterhin aber geht es wie geschmiert. Zum Beispiel: Wo sollen wir landen, wo treiben wir hin? Warum jauchzen wir manchmal ins Ungeivisse. Wir Meinen, im Ungeheuren verlassen? , L Als wenn wir wüßten, wohin cs geht. ; So hast du gejauchzt! — Und was hast du gewußt? — Won irdischen Festen ist es nichts! — Der Himmel der Pfasfen ist cs nicht! -m Das ist cs nicht und jen's ist cs nicht! Aber was . . . was wird cs wohl sein am Ende??? Ja, warum ,richt? Was nicht vereinzelt austritt, folgert Wilpert, sondern sich durch so und so viel Bücher von Anfang bis zu Ende verfolgen läßt, ohne Unterbrechung, das ist doch mit so offenbarer Absichtlichkeit hineingelegt, daß vor allem der Verfasser sich ganz ungeheuer wundern muß, wie das gar nicht bemerkt wird. „Wenn inan's aber auch bemerkt hat, — beachtet hat man s offenbar nicht. Sonst wäre es ja nicht möglich, daß dieselben Bücher und Blatter, die feilen» und» spaltenlang den Inhalt von Hauptmanns Werken erzählen und besprechen, kein Wort über die Form zu sagen wissen. Ist das Zufall? ist es Absicht? oder ist es einfach Unkenntnis der Tatsache? Der unbefangene Leser, der den Schlottervers bisher nicht bemerkt hat, wird gewiß nicht behaupten, ich hätte den bewußten Tonfall erst hincingeWnstelt. Wer nur eine Spur von Gehör besitzt, findet ihn nunmehr mit Leichtigkeit bei Hauptmann überall selbst heraus. Und umgekehrt wird es durchaus nicht gelingen, diesen Tonfall in Werke hineinzuKwängen, die nicht darin geschrieben sind. Jeder kann sich durch eigenes Prüfen davon Überzeugen." _______ Aus öer Geschichte der Ludsviciana. Philosophische Fakultät. II. (Fortsetzung aus Nr. 29). Ein Wissenszweig, der früher in_ der Verbindung mit der Mathematik sehr gepflegt wurde, ist leider in der neueren Zeit fast ganz aus dein Gesichtskreis der Universität ent- fchwunden, die Astronomie. Noch int 18. Jahrhundert wurde sie eifrigst getrieben und verhältnismäßig viel Geld dafür aufgewendet. 1734 wurde das astronomische Observatorium treu hergerichtet, 1737 eine kostbare englische Perpendikeluhr und ein Mikrometer angekauft, 1768 der berühmte Butzbacher Globus von Prof. Böhm wieder neu hergerichtet. 1810 folgte nochmals eine gründliche Reparatur und Erweiterung der Sternwarte, für die 1811 sogar ein neues Frauenhofer- fches Rohr bezogen wurde. Lewer sollten aber dann die astronomischen Studien in Gießen bald ein unerfreuliches Gilde nehmen. Um die Astronomie so weiter zu pflegen, wie es die Fortschritte der Wissenschaft forderten, fehlten bald die Mittel und das Bedürftris. So kam es, daß in den fünfziger Jahren die Mobachtungen allmählich eingestellt und die mathematischen Instrumente Landgraf Philipps in den Werkstätten der Main-Weser-Bahn als altes Messing einge- schmolzen wurden. Zu bedauern bleibt, daß nicht versucht wurde, wenigstens den Globus zu erhalten. Seit dem Winter 1865 verschwand die Sternwarte aus dem Verzeichnis der Institute, nur ein meteorologisches Institut imtrbe weitergeführt, das bis 1880 bestand. Meteorologische Beobachtungen wurden schon seit 1831 regelmäßig täglich im botanischen Garten angestellt. In demselben Jahre las der Physiker Buff das erste Kolleg über Meteorologie. In der neuesten Zeit hat die Meteorologie bekanntlich bei der Landwirtschaft eine Heimstätte gefunden, indem beim landwirtschaftlichen Institut seit dem 1. April 1904 der hessische Wetterdienst eingerichtet ist. Eine erste Verordnung, landwirtschaftliche Kollegien zu lesen, ist vom 5. Sept. 1769 datiert. Dann gehörte das Fach zur 5. Fakultät, nach deren Untergang es noch gelegentlich bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts gelesen wurde. 'Weitere Anregungen gaben dann die Forschungen Liebigs, aber ein besonderer Lehrstuhl bestand nicht. Am 10. März 1860 hatte die philosophische Fakultät von neuem hervorgehoben, wie groß das Bedürfnis nach einem besonderen Vertreter der Landwirtschaft sei, aber es sollten noch 10 Jahre vergehen, ehe ein solcher in der Person von Albrecht Thaer, dem Enkel des berühmten Begründers der wissenschaftlichen Landwirtschaft, berufen wurde. Am 28. Oktober 1870 wurde das landwirtschaftliche Institut eröffnet, das ein besonderes Gebäude neben dem botanischen Institut erhielt und 1880 in die neue Aula verlegt wurde. 1872 wurde an der Fuldaer Bahn das erste Versuchsfeld angelegt. Später kam dieses an die Hardt, und im Oktober 1906 konnte das Institut neue Räume in der Senckenbergstraße beziehen. Die Forstwissenschaft begegnet uns zuerst in der 5. Fakultät und imtrbe weiter gepflegt von F. L. Walther, dem Professor für Kameralistik, Land- und Forstwirtschaft, der 1788 die erste rein forstliche Vorlesung hielt. Am 14. Juli 1810 wurde darin der Universität vom Landgrafen der Amtsgarten, neben dem botanischen Garten gelegen, zur Anlage eines forstbotanischen Gartens überwieserr, wofür im folgenden Jahre sogar der Ankauf amerikanischer Bäume in Aussicht genommen war. 1825 erfolgte die Anlage des Forstgartens am Schiffenberg, der von 1831—45 wieder unter Staatsaufsicht gestellt imtrbe, seitdem aber wieder der Universität gehört, da 1824 der alte Forstgarten zum botanischen gezogen worden war. 1825 verlegte aber auch Hundeshagen seine Forstlehranstalt von Fulda nach Gießen, wo sie am 24. März eröffnet wurde. Diese war zwar zunächst Privatanstalt, stand aber als solche in engster Verbtndnng zur Universität, deren Professoren zum Teil eigene Vorlesungen für das Institut hielten. Andere Vorlesungen hörten die Forstleute überhaupt an der Universität. Am 14. Juli 1831 erfolgte dann die völlige Eingliederung der Forstlehranstalt in die philosophische Fakultät, ein Schritt, mit dem Gießen wieder an der Spitze der deutschen Universitäten stand. Die übrigen deutschen Staaten sind bekanntlich nur zunt Teig nachgefolgt. 1858 erhielt das Forstinstitut eigene Räume, die es tnehrfach wechselte, ehe es jein jetziges Heim int Kolleggebäude erhielt. Einen eigenen Jagdbezirk zu Unterrichtszwecken bekam das Institut, obwohl schon 1860 eilt diesbezüglicher Antrag gestellt worden war, erst 1896, durch Ueberweisung der Klein-Lindener Feldjagd. Am 12. Oktober 1873 wurde an Stelle des bisherigen 2. Lehrers der Forst- wissenschaft, der zugleich als Oberförster im praktischen Ver- tvaltnugsdienste tätig gewesen war, ein neuer außerordentlicher Professor angestellt. Am 21. Juli 1888 imtrbe diese Stelle zum Ordinariat erhoben und am 24. August 1904 eine neue außerordentliche Professur hinzugefügt. Seit dem 11. Mai 1882 besteht auch eilte forstliche Versuchsanstalt für oas Großherzogtum Hessen in Angliederung an das Forst- inftitut. Der Name Kameralia tauchte zuerst 1758 in der Anzeige Thoms auf, der über ökonomische Polizei und Kameralwissen- schaft zu lesen gedachte. Laut Verordnung vom 28. September 1770 wären Oekonomie und Kameralia regelmäßig von einem Professor der philosophischen Fakultät zu lesen. Die alten Professuren des Natur- und Völkerrechtes und der Politik verschwinden, dafür kam der Name Kameralistik auf. Die weitere Pflege fiel natürlich in den paar Jahren ihres Bestehens der ökonomischen Fakultät zu. Dann seit Ostern 1787 vertrat über 40 Jahre laug bis zum 14. Juni 1831 dlugust Friedrich Wilhelm Crome das Fach, ein gewandter Diplomat und an der Universität sehr einflußreicher Mann, über dessen Charakter das Urteil noch schwankt. Ihm glückte es bereits in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts in seinen Vorlesungen über Zeitungen und über polit.-statist. Gegenstände auch bis zu 20 Damen als Zuhörerinnen zu haben. Auch hielt er 1811 das erste Prak- kum eamerale mit schriftlichen Aufsätzen ab. Am 18. Juni 1802 erfolgte zum ersten Male die Anordnung einer kameralistischen Prüfung, bestimmt für die Anwärter auf die mittleren Verwaltungsstellen mit entsprechend geringeren An- forderungen und' besonderer Betonung technisch praktischen Wissens. Am 20. September 1807 wurden darüber noch besondere Bestimmungen erlassen und den Studierenden der Kameral-, Forst- und Bauwisseiischaft auch erleichterte Aufnahmebedingungen zugestanden. Wer nur diese leichtere Aufnahmeprüfung bestanden hatte, hieß Lizentiierter. Wenn aber einer der Lizentiierten zu anderen Studien übergehen wollte, mußte er sich erst der strengeren Prüfung unterziehen und die etwa bereits auf der Universität zugebrachten Semester wurden nicht gerechnet. Das Lizenciiertenwesen hat nicht lange in Blüte gestanden, gar bald erkannte man, daß es besser sei, auch die Kameralistik zu behandeln wie die anderen Wissenszweige. 1876 erfolgte dann die Gründung des statistischen Instituts, das seinem erweiterten Äuf- gabenkreise entsprechend seit dem Sommer 1900 staatswissen- schastlich-statistisches Seminar heißt (Fortsetzung folgt.) . Kunst. — Das ähnlichste Porträt Böcklins war im vor. Jahre auf der Großen Berliner Kunstausstellung zu sehen und stammt von Moritz Röbbccke, der den majestätiscbeu Wrcnenkopf 220 mit Kraft n.nd Feinheit gemalt hat. Äon nicht geringerer Treue ist die farbige Reproduktion dieses Bildes in der Februar-Nummer der Sammlung „Meister der Farbe" (Verlag von E. A. Seemann in Leipzig; jährlich 12 Hefte zum Abonnementspreise von 2 Mk.). Solcher Glanzstücke finden wir noch mehrere in dem neuen Hefte dieser Gemäldeausstellung in Zeitschriftform, die nunmehr schon int 5. Jahrgange steht und danernd von der Gunst des Publikums begleitet ist. Hugo Bogels „Junge Mutter" mit dem drallen kleinen Buben auf dem Arm ist ein typisches Beispiel für die Art dieses Künstlers, der dieses Thema öfters behandelt hat. Ein verwunschenes, lvie verzaubert aussehendes Schloss stellt Franz Hoffmann-Fallersleben, ein Nachkomme des Dichters, in seinem „Alten Neste" vor uns hin. Neben der deutschen Kunst ift- auch die ausländische vertreten, und zwar durch den Dänen Wentorf, den Russen Iwanow und den Engländer F. Leighton, dessen klassisches Bild „Das Bad der Psyche" ans der Londoner National-Gallery hier in einer außerordentlich treuen Reproduktion wiedergegeben ist. Noch reicher ist die ausländische Kunst in dem inzwischen gleichfalls erschienenen Märzhest von „Meister der Farbe" vertreten. Hier fesselt vor allem das Bild einer alten Bibelleserin von dem Holländer Bisschop, „Im Lichte der Bibel", den Beschauer. Reproduziert sind ferner die Meerlandschaft des Dänen Melbye aus der Hamburger Kunsthalle, eine Szenerie aus der Bretagne („Seegraserute") des jungen Franzosen Andrs Dauchez, und „Der Raub der Proserpina" von Walter Craite, eins der wenigen englischen Bilder, die anläßlich der Karlsruher Jubiläumsausstellung von 1902 in die Badische Landes-Galerie gekommen sind. Gleichfalls in Karlsruhe befindet sich ein feines Tierstück von Julius Bergmann. Am längsten aber versenken wir uns in die Betrachtung von Fr. Uhdes „Kinderstube", die die Hamburger Kunsthalle zu ihren Schätzen zählt. Jit der literarischen Beilage gehen die Jugend- erinncrungen Mcycrheims weiter und vervollständigen den Genuß, den jedes Heft dieser amüsantesten aller Kunstzeitschriften bietet. vermischte». ipc. Brandwunden mit Tinte behandelt. Daß cs Organismen gibt, welche selbst die unvernünftigste Behandlung vertragen können, beweist ein Prozeß, welcher kürzlich vor einem Londoner Gericht zum Anstrag kam. Eilt Kind war von Brandivtmdcn schiver verletzt worden und der Vater hatte die offenen Schivären wiederholt mit Tinte bepinselt inib sich geweigert, einen Arzt zu Hilfe zu rufen. Die Nachbarn brachten die Sache zur Anzeige, das Kind wurde abgeholt und der Vater — eine Mutter hat das Kind iticht mehr — sofort in Haft genommen. Im Gefängnis von den Irrenärzten untersucht, stellte es sich heraus, daß der Mann total geisteskrank und mithin für seine Handlungsweise nicht verantivortlich zu machen sei. — Nun kommt aber das Merkwürdigste an der Geschichte. Trotzdem der Körper des Kindes infolge der Verbrennungen mehrere große, offene Wunden aufzmveisen gehabt hatte, hat ihm doch die Tintenkur nichts geschadet. Es hat sich keinerlei Blutvergiftung oder sonstiger Schaden durch Eindringen von Fremdkörpern in das Blut herausgestellt. Das Kind ist völlig geheilt und es hat sich erwiesen, daß die Krankenbehandlung durch einen Wahnsinnigen manchmal, wenn auch nicht förderlich, so doch auch nicht schädlich wirken kann. * Bon einem Stier gespießt. Im Stalle des Grundbesitzers Heller in Trab och (Steiermark) war eilt Stier von der Kette losgekommen und raste im Stalle umher Die 50jährige Magd Maria Manko wollte den Stier wieder anhängen. Als sie sich dem Tiere näherte, bohrte dieses ihr seine Hörner in den Unterleib, so daß die Eingeweide heraustraten. Die Hausbewohner eilten herbei und es gelang einigen beherzten Männern, die Magd zu befreien. Ste wurde in sterbendem Zustande ins Spital gebracht. * Sonderbare Ansicht. „Ich möchte mich gern um die ausgeschriebene Kvrrektorstclle bewerben." — Buchdrucker: Sie sehen aber gar nicht darnach aus, als ob Sie was davon verständen? — „Ich war doch fünf Jabre in einer Korrektiv n s- a n st a l t." LsteL'KNisches. ” Das Aprilheft der „Neuen Rundschau" (S. Fischer, Verlag, Berlin) eröffnet ein anonymer Artikel „Ein W e g z u r Politik für die Unpolitische n", der über die Bedeutung der Religion für die Kulturpolitik spricht. Gerhart Hauptmann setzt seilte „Griechische Reise" fort. Jakob Wassermann hat einen längeren geistreichen Essay über die Liebe. Ferdinand Tönnies schreibt einen aktuellen Essay über die Krisis des Reichsae- dankench Von John Ruskin werden wohl zum ersten Male in Deutschland eine Reihe lehrreicher und menschlich interessanter Briefe an einen amerikanischen Freund veröffentlicht. Felix Poppenberg spricht über eine Anzahl neu« erschienener interessanter Bücher aus der erzählenden Literatur., Arthur Schnitzler setzt seinen Roman „Der Weg ins Freie" fort. Herman Bang bringt seine neueste Novelle „Barchau ist tot". Einige Gedichte von Rainer- Mana Rilke, die politische Chronik von Theodor Bartl) und eine Reihe aktueller Glossen zur Zeitgeschichte und Literatur füllen das übrige Heft. — „M är z", Halbmouatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber: Ludwig Thoma, Herman» Hesse, Albert Langen, Kurt Aram. Erstes Aprilheft 1908. Preis 1.20 Mk Jnr Abonnement: das Quartal (6 Hefte) 6 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Heft 7 des „März", mit dem diese verdientermaßen schnell zu Erfolg gelangte Zeitschrift das zweite Quartal ihres zweiten Jahrgangs eröffnet, ist imeder besonders reich an interessanten und vortrefflichen Beiträgen. Der Leitartikel von P r o f e s s v r O t t o H a r - nack „National" beschäftigt sich mit der deutschen Po le n p o lit i k, speziell mit der neuen preußischen Ent- etgnungsvorlage und dem Sprachenparagraphen des neueir Reichsvereinsgesetzes. Georg Bernhard gibt in feinem Aufsatz „Die Reichsbank" Aufklärungen über den Charakter dieses Bankinstitutes, die vielen neues bringen werden. Björnstjeriie Björnson steuert einen Artikel „Alfred! Dreyfus der Jude" bei. Dr. Tionrede Carito bringt seine „Erinnerungen an Francesco Crispi" zum Abschluß- Besonderes Aufsehen in dieser Nr. mußte der tolle April- Scherz „Berlin-Loudon und London-Berlin, Die 2 Briefe" er« regem Ludwig Thoma gibt einen Artikel „Bauer n- moral", Robert Hessen einen brillant geschriebenen Aufsatz „Konkubinat". Hermann Kousbrück erhebt eine künstlerisch mahnende und warnende Stimme in der von zwölf! Mbildungen illustrierten Abhandlung über „Rheinbrücken") Von Hermann Hesse bringt die Nummer eine Erzählung „In den Felsen". Ferner wird die Veröffentlichung der reizvollen „Briefe an eine Freundin" von W i l h. Bnsch, der geistreichen Persiflierung der Dreyfusasfäre: „Die achtzigtansend Heubündel" von Anatole France und die _ feine Erzählung „Gebrüder Orgler" von Hans von Hoffensthal fortgesetzt. Die Rubriken „Rundschau" und „Glossen" enthalten wieder amüsante Aufsätze aus allen Gebieten der deutschen Kultur. Mit diesem Heft beginnt ein neues Abonnement auf die frische Zeitschrift. Wir können unser» Lesern nur empfehlen, von dieser Gelegenheit Gebrauch zu machen. Goldene Worte. Des Lebens Müh' lehrt uns allein des Lebens Güler schätzen Goethe. Tue nur daZ Rechte in deinen Sachen, Da? andere wird sich fchon von selber machen. Goethe. Willst du dich am Ganzen crguicken, Musst du das Ganze im Kleinsten erblicken. Goethe. Sei fleißig Tag und Nacht Und sammle Gut ins Haus. In vielen Stunden kommt?, In einer gibt c5 sich ans! Silbenrätsel. a, bei, er, er, er, gern, ger, gung, id, land, ne, re, re, sä, san, se, Inng. Vorstehende Silben sollen zu sieben Wörtern zusantmengesetzt werden, sodaß die senkrechten Reihen ihrer ersten und dritten Buchstaben die Namen zweier Nachbarstätte ergeben. Die sieben Wörter bedeuten: l.Tier. 2. Name. 8. Gemütszustand. 4. Waffe. ö.Land« schait. 6. fönte Tat. 7. Rasse. Gießen. , Erich Ballmann. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der gleichlautende Wörter mit verschiedenartiger Bedeutung in voriger Nummer: Lampe. Redaktton: P. Wtttko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.